- Großer Vordenker und gefährlich Irrender
Der Schweizer C.G. Jung galt als Kronprinz der psychoanalytischen Bewegung. Dann kam es zum Bruch mit Freud. Wegen seiner Theorie des kollektiven Unbewussten gilt er machen als wichtiger Ideengeber. Doch sein Denken spiegelt vor allem den Irrsinn des 20. Jahrhunderts.
Es ist der 3. März 1907. Zusammen mit seiner Frau und einem Kollegen der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich trifft Carl Gustav Jung in der Berggasse in Wien ein. Seit Jahren steht er mit dem Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud in Briefkontakt. Nun besucht der Schweizer Mediziner zum ersten Mal den von ihm hochgeschätzten Kollegen.
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Evidenz: nicht vorhanden.
Theorie: widersprüchlich.
Verpackung: ansprechend.
Da fallen mir noch einige heutige Agenda"wissenschaften" ein.
Jung hat wohl die Begeisterung für die eigene Genialität übermannt, was auch nur menschlich ist. Akademiker sind eben nicht automatisch weiser als andere.
Danke für den interessanten Artikel, ich teile auch die Kritik an Jung.
Worüber ich nachdenken muss ist, ob Kollektive keine psychologischen Eigenschaften haben können. Ich denke, eher doch, wenn auch vielleicht nicht so, wie Jung das meinte.
Ich halte es für ein allgemeines Strukturprinzip, dass mit neuen Strukturen neue Eigenschaften *emergent* werden. Auf dem Niveau von Atomen und Zellen gibt es keinen Willen, keine Gerechtigkeit, keine Neurose. Das sind dort undefinierte Begriffe. Für menschliche Atom- und Zellhaufen tauchen diese Begriffe auf und sind uns wichtig.
Für das Individuum ist der Begriff der Demokratie undefiniert, auch viele andere Begriffe, die uns wichtig sind.
Ich glaube schon, dass es soetwas wie eine Psychologie des Kollektivs gibt, dass das auch sehr wichtig ist, aber wohl nicht im Sinne Jungs.
eines "unvordenklichen Seins"?
Kann leider nicht soviel dazu sagen, weil meine einzige Grundlage der Wiki-Beitrag über Jung ist.
Ich persönlich würde aber meinen, dass dieses Sein gewußt wird, wenn es auch nicht immer bewußt ist.
Das würde doch dem Ganzen ein bisschen die "Dunkelheit" nehmen, die Jung und ich nehme an, noch viele andere, jedenfalls sahen?
Das war einer der Hauptgründe, warum ich mich nie mit Jung befasste, weil ich den Menschen aufgefordert sehe, sich seines Verstandes zu bedienen, Sapere aude.
Aber mit Verstand und Vernunft kommt man Menschen in Krisenzeiten und in ihren Vorlieben und Abneigungen nicht wirklich nahe?
Schon gar nicht in einer hochtechnisierten Umwelt?
Aber so wie Nietzsches Ewigkeitsgedanke die evtl. Abspaltung des Weiblichen rückgängig macht, so die vielleicht "Annahme" des "Archetypischen" die Kluft zwischen Sein und Bewußtsein?
Nein, nicht als Automatismus. Man muss schon auch noch schauen...
Wenn Journalisten komplexe Themen zusammenfassen, kommt bestenfalls eine grobe Verkürzung mit stark tagespolitischer Note dabei heraus.
Verschreiben sich solche Journalisten derselben hypermoralischen Empörung, die sie eigentlich kritsieren, geht es schnell völlig schief und sie stellen am Ende nur unter Beweis, dass sie grundlegende Konzepte nicht verstehen.
Herr Grau sollte sich noch einmal in Ruhe mit dem kollektiven Unterbewusstsein befassen. Oder es lassen. Niemand, der sich ernsthaft für irgendein Thema interessiert, vertraut den Urteilen professioneller Meinungsäußerer.
Grau ist auch Philosoph und kein schlechter.
weist ihn - wie es Herr Lackner so treffend gesagt hat - als einen M e n s c h e n aus.
Alle Menschen sind letztlich Irrende; denn sie sind nicht Gott (was sie immer wieder vergessen!).
Der entscheidende Unterschied zwischen ihnen besteht darin, wie n a h sie der Wahrheit kommen bzw. welchen gedanklichen Ansatz sie überhaupt haben.
Jungs These von einem kollektiven Unterbewußtsein halte ich für fraglich. Aber seine Betonung der Wichtigkeit alles Unterbewußten halte ich für sehr richtig.
Hier trifft sich der Wissenschaftler mit Theologen wie Eugen Drewermann.
Während sich die Beschäftigung mit derzeitigen
"(Geistes)wissenschaftlern" , die von der Transformation der Gesellschaft im woken Sinne und der Rettung der Welt durch Klima-Politik schwafeln, m. E. überhaupt nicht lohnt, hat C. G. Jung auch heute den Menschen noch etwas
Bleibendes mitzuteilen: Es gibt etwas, das
Euch mit wirkmächtigen Kräften verbindet, die nicht experimentell nachweisbar sind, nämlich Eure Seele!
Zwei völlig unterschiedliche Betrachtungen zum Wirken C.G. Jungs: das macht die Stärke des CICERO aus. Dessen Einfluss auf die Sinnsuche nach den 1.Weltkrieg, beispielsweise Rudolf Steiner, ist nicht zu unterschätzen. Wirklichkeitsnäher erscheint mir unverändert die Empfehlung des Vertreters der "dritten Wiener Schule“ der Psychotherapie, Victor Frankl: " Über sich hinausdenken, das hilft". Auch gegen Selbstüberschätzung bei der persönlichen Welterklärung.
kann ich mir auch aus den germanischen Mythen ableiten.
Die stammten nämlich m.E. von Vorvorgestern und Hitlers "Besessenheit" wuchs auf dem Scheitern des Kaiserreiches samt beginnender Moderne, in evtl. Abscheu zu Letzerer.
Da kann man sich natürlich hinstellen und Jung gleich des Dunklen bezichtigen, weil er es denken konnte?
Ich habe mich nie um ihn gekümmert, mir fiel der Zusammenhang mit Nietzsche erst kürzlich auf.
Dazu würde auch die Wiedergeburt des Menschen aus der Poesie passen?
Sie kennen nicht dieses "Liegen unter Pflaumenbäumen", bei, ist es Biermann?
Bei einem Baum denke ich an einen Apfelbaum, weil er eine runde Sache ist, der Apfel.
Natürlich nicht auszuschliessen, dass Jung erst spät die Gefahr durch Hitler erkannte, genauso wie Heidegger.
Es leuchtet mir ein, dass Hitler symbolische Tiefenschichten gerade der Deutschen als Germanen ansprach und das muss sehr tief! gelegen haben.
Ich gehe aber von einer großen Ähnlichkeit dieses ->kollektiven<- Unbewußten aus.
Nun ja
spricht nicht nur autochthone Germanen an.
Er ist darin Musiker einer Weltsprache, was ich persönlich nicht verstehen kann.
ABER, was war Thomas Manns Tochter Erika für Mann?
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die skandinavische Götterwelt so stilbildend für die Germanen war.
"Der heilige Gral" war es und da traf sich denn auch das Germanentum mit dem Christentum und ich halte es für verkehrt, dagegen anzurennen, wenn nicht für alle Europäer die Antike und das Chistentum stilbildend waren und sind.
Für Nietzsche schon und deshalb begreife ich seine Nähe zu Wagner überhaupt nicht.
Das Riesenproblem durch die Nazis war der völkische Blutsgedanke.
Ich kann mir nicht denken, bzw. will nicht hoffen, dass diese Ebene für Nietzsche, Jung oder Heidegger stilbildend war.
Vielleicht sollte man sich einmal mit den Ähnlichkeiten und Überschneidungen weltweiter Mythenbildungen befassen.
Der heilige Gral wäre evtl. als Bild der "Genealogie" zu fassen, woanders was?
Bitte nicht "Augen zu und durch".
an der Psychoanalyse Jungs. Und scheitert grandios. Einen solch absolut verkürzten, von Unverständnis verzerrten und mit Vorurteil gestarteten Versuch, einen Artikel zu produzieren, ist man sonst von der linken Mainstreampresse gewohnt. Er zeugt bestenfalls von einem völligen Missverstehen Jungs und der Psychoanalyse im Allgemeinen.
