Konrad Paul Liessmann
Philosoph Konrad Paul Liessmann / Foto: Arman Rastegar

Philosoph Konrad Paul Liessmann - Das Ich und der Andersdenkende

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann vermisst unsere Gegenwart. Von Karl Marx bis Karl May ist ihm bei seinen Analysen jeder Helfer willkommen. Mit Lust am Widerspruch und originellem Geist begegnet er den Debatten der Zeit.

Autoreninfo

René Schlott, geboren in Mühlhausen/Thüringen, ist Historiker und Publizist in Berlin.

So erreichen Sie René Schlott:

Das Café Ritter ist eine Wiener Institution. Es liegt direkt an der Maria­hilfer Straße, der Einkaufsmeile der österreichischen Hauptstadt mit unzähligen Geschäften. In dem traditionsreichen Kaffeehaus aber herrscht eine andere Art Geschäftigkeit. Konrad Paul Liessmann nennt das Ritter sein Büro. Österreichs bekanntester Philosoph wohnt nicht weit entfernt. Sein Stammtisch steht im hintersten Winkel des Lokals. Er kommt aber nicht zum Lesen und Schreiben hierher, sondern um am Vormittag Gesprächstermine wahrzunehmen. Denn das Wiener Kaffeehaus ist in seiner althergebrachten Funktion noch immer ein sozialer Ort des Austauschs. Und Liessmann beherrscht alle Regeln gelungener Kaffeehauskommunikation.

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Markus Michaelis | Fr., 26. September 2025 - 13:52

"„Die Toleranz, die so gerne an- und eingemahnt wird, gilt für jene Andersdenkenden, die so denken wie man selbst.“" (oder: wir lieben Fremde, aber der Fremde da, der ist nicht von hier)

In meinem Verständnis der Welt und insbesondere unserer Gesellschaft ist das auch eine meiner zentralen Schlussfolgerungen. Das ist auch nicht verkehrt. Man sollte dann nur nicht vorgeben für DIE Menschheit zu stehen, das ist einfach zu abwegig. Man sollte getrennte Gesellschaften bilden und sich ruhig in seinen Besonderheiten feiern. Der schwierige Punkt ist, dass man sich laufend mit irgendwelchen Strömungen überwirft, aber nicht dauernd Gesellschaften aufspalten und neu gruppieren kann. Darüber lohnte es sich nachzudenken, wie man da geeignete Kompromisse findet. All die Leute mit universellem Weltanspruch sollte man dagegen vielleicht etwas runterdimmen?

Hat was von Loriot lieber Herr Michaelis;)! Doch wie soll ich ihn kennenlernen bzw. begegnen wenn schon bei offensichtlichen äußeren Unterscheidungsmerkmalen es heutzutage "verpönt" ist bzw. für den üblichen Rassismus-Vorwurf oder was weiß ich reicht, wenn ich er/sie/es/divers eine Frage nach der jeweiligen Herkunft stelle? Was ich neugierig, besser interessiert;) wie ich bin natürlich trotzdem mache! Und oh Wunder, bin ich dabei bisher noch nie meinem hoffentlich an mir ebenso interessierten Gegenüber auf die Füße getreten oder hat mir die oben benannten Vorwürfe meist Dritter eingebracht.
Jedoch ist Schluss mit lustig, wenn mir auf meine alten Tage von egal wem, irgend ein Blödsinn übergestülpt werden soll oder man mich zum Mitläufer einer Ideologie zu rekrutieren versucht. Wenn ich so was merke, wozu ich manchmal gern etwas länger brauche;), bewegt sich meine Kompromissbereitschaft leider in engen Grenzen. Habe halt gerne selbst recht;) Allen ein schönes Wochenende!!!! MfG

Heidemarie Heim | Fr., 26. September 2025 - 14:00

Danke geehrter Herr Schlott, dass Sie uns dieses salopp ausgedrückt
zeitgeistig rare Exemplar;) von Mann vorgestellt haben! Älterer weis(s)er Herr aus dem letzten Jahrhundert und mit seiner entspannt zum Ausdruck gebrachten Haltung außerhalb jeglicher Elfenbeintürme und deren Bewohner, dürfte er der das perfekte Feindbild in der Galerie derer sein, die weitaus verkrampfter sind im Umgang mit
Andersdenkenden und der Gegenwart. Und denen wahrscheinlich alle Zacken aus ihren Kronen fallen würden, bevor sie sich an einen heutzutage verpönten "Stammtisch" platzieren würden, an einen Ort, der vom Hauch spießbürgerlicher Vergangenheit geschwängert, von früheren Gepflogenheiten kündet. Wie ich persönlich sie übrigens nie besser vorfand bzw. nachempfinden konnte diese old style? Kaffeehaus-Kultur als bei meinen Wien-Exkursionen. Werde beim nächsten Mal die Augen offenhalten nach dem Herrn Philosophen;). MfG

Herbert Schultz-Gora | Sa., 27. September 2025 - 07:59

Titel und Untertitel bauen eine Spannung auf... und das Einzige, was der Text dann hergibt, sind Informationen über das Cafe Ritter in Wien.
Geht's noch...?