Debatte um Leitkultur - Warum wir eine kulturelle Identität brauchen

Die Berliner SPD lehnte am Wochenende in einer Resolution den Versuch ab, eine Leitkultur zu definieren. Der ehemalige Bundestagspräsident und Berliner Sozialdemokrat Wolfgang Thierse sieht das anders: Themen wie Heimat und Überfremdungsängste sollten nicht rechten Kreisen überlassen werden

Stadtansicht von Nackenheim mit der katholischen Pfarrkirche St. Gereonn: „Heimat nicht verächtlich machen“ / picture alliance

Autoreninfo

Wolfgang Thierse (SPD) war von 1998 bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages und von 2005 bis 2013 dessen Vizepräsident. Foto: picture alliance

So erreichen Sie Wolfgang Thierse:

Der Schrecken über das Ergebnis der Bundestagswahl sitzt vielen noch in den Knochen. Was ist da eigentlich passiert? Was sind die Ursachen für die deutliche Schwächung der Volksparteien, für das katastrophale Wahlergebnis der SPD, für den Erfolg der Rechtsaußenpartei AfD? Die Diskussion darüber hat erst begonnen und wir sollten sie – wenn sie nicht an der Oberfläche bleiben soll – auch nicht so schnell wieder beenden (wie nach früheren Wahlniederlagen der SPD).

Es ist gut, dass in der Ursachenanalyse und bei der Diskussion von notwendigen Konsequenzen die Frage nach der Kultur eine Rolle spielt. Eine Debatte wird damit wieder belebt, die vor Jahrzehnten zu Zeiten der deutschen Teilung einmal über Begriff und Konzept der „Kulturnation“ geführt wurde und nach der Überwindung der deutschen Spaltung erledigt schien. Eine Debatte außerdem, die immer mal wieder um Begriff und Konzept einer „deutschen Leitkultur“ angezettelt wurde und bisher regelmäßig misslang. Warum sollten wir eine solche Diskussion jetzt wieder führen?

Nun, weil der Wahlerfolg der AfD sich nicht allein aus politisch-ideologischen und sozial-ökonomischen Ursachen erklären lässt. Es waren nicht nur Nationalisten und Rassisten, die die AfD gewählt haben und auch nicht nur die Benachteiligten, Armen und Arbeitslosen oder die Bewohner „abgehängter Regionen“. Es war auch nicht inhaltliche Zustimmung zum politischen Angebot der AfD. Für 60 Prozent ihrer Wähler war das nicht der Fall, sondern – so die Wahlforscher – vor allem Angst: vor dem Verlust der deutschen Sprache und Kultur, vor der Herrschaft des Islam, vor Terrorismus und Kriminalität, vor Überforderung durch Flüchtlinge (das sind übrigens genau die Ängste, die auch im Anfang September veröffentlichten allgemeinen „Angstindex der Deutschen“ an der Spitze lagen.)

Es gibt wirkliche Gründe für Ängste

Sind das alles Einbildungen oder Übertreibungen, wie Harald Welzer meint, für den die Behauptung einer „verängstigten Gesellschaft“ ein „extrem gelungenes Marketing der Rechtspopulisten“ ist? Oder sind solche Ängste nicht doch soziale und politische Realitäten, die ernst genommen und bearbeitet werden müssen? Sonst werden sie – von den Rechtspopulisten à la AfD geradezu systematisch befördert und ausgebeutet – zu Machtfaktoren und so zu Ängsten, die ängstigen. Es gibt ja auch eine wütende Lust an der Angst, eine wütende Lust, Opfer zu sein.

Aber vor allem gibt es wirkliche Gründe für Ängste und Unsicherheiten. Wir leben in unserem Land im Frieden, aber wir leben trotzdem in einer unfriedlichen Welt inmitten dramatischer Veränderungen: durch die Globalisierung, also eine Welt von Entgrenzungen und Beschleunigungen, durch die Digitalisierung, den demografischen Wandel, die Flüchtlingsbewegung. All dies zusammen erzeugt eine zwiespältige Gefühlslage im Lande zwischen positiver (ökonomischer und sozialer) Gegenwartsbeurteilung bei vielen Menschen und andererseits dem Überwiegen von Zukunftsunsicherheit, Veränderungsängsten, Benachteiligungsgefühlen und Entheimatungsbefürchtungen bei nicht wenigen anderen Menschen. Das Gefühl breitet sich aus, fremd zu werden im eigenen Land. Die politischen Folgen dieses Zwiespalts haben wir gerade mit Schrecken am Wahlsonntag erlebt.

Deutschland wird sich ändern

Machen wir uns nichts vor. Trotz aller Veränderungsängste, trotz des verständlichen Wunsches nach Sicherheit, nach Bewahrung des Vertrauten, nach Schutz vor den Zumutungen des Fortschritts: Wir müssen uns darauf einstellen, dass unser Land sich weiter verändert und dauerhaft pluralistischer wird, also ethnisch und religiös-weltanschaulich und kulturell vielfältiger und widersprüchlicher wird. Diese Veränderungsdynamik und dieser Pluralismus sind keine Idylle, sondern stecken voller sozialem, religiös-kulturellem und eben auch politischem Konfliktpotential. Wir müssen neu, immer wieder neu lernen, damit umzugehen und zwar friedlich.

Damit das möglich bleibt und, mehr noch, gelingt, sind gewiss zunächst und vor allem sichtbare und erfolgreiche politische Anstrengungen notwendig zur Bewältigung der infrastrukturellen, ökonomischen, sozialen Probleme und Herausforderungen, die sich aus den genannten dramatischen Veränderungen ergeben. Aber darüber hinaus gilt es zu begreifen, dass wir es mit Herausforderungen ganz wesentlich kultureller Natur zu tun haben, dass wir kulturelle Bewältigungsstrategien der gegenwärtigen Problem- und Konfliktlagen benötigen.

Kulturelle Identitätsfragen nicht abwehren

Die Sozialdemokratie (die Linke insgesamt), sollte damit aufhören, kulturelle Identitätsfragen arrogant abzuwehren. Sie sollte endlich damit beginnen, die legitimen Beheimatungsbedürfnisse von Menschen ernst zu nehmen, den Begriff Heimat nicht allzu flott verächtlich zu machen, und sie sollte verstehen lernen, dass Heimat mehr ist als gut funktionierende soziale Infrastruktur. Heimat, das meint den kulturell geprägten Raum der Vertrautheiten und Geborgenheiten, der emotionalen Bindung und Identifikation, der Anerkennung und Wertschätzung, der Selbstverständlichkeiten und Zuordnungen, der Kenntnis von Ort und Herkunft und Geschichte, meint die Erfahrung des Geworden- und Geprägtseins.

Was hat dies mit linker, sozialdemokratischer Politik zu tun? Der im linken Spektrum verbreitete Abwehrreflex gegenüber dem Ungefähren und Diffusen und damit Gefährdet-Gefährlichen von Begriffen wie Heimat, Identität, (deutsche) Kultur mag ja verständlich sein, zumal mit Blick nach rechts, auf die kulturellen Reinheitsfantasien von Konservativen und von Nationalisten, auch der AfD. Aber diese Abwehr, das Nicht-Wahrhaben-Wollen einer kulturellen Herausforderung ist und macht hilflos! Schließlich ist doch nicht zu übersehen: Gerade in Zeiten heftiger Umbrüche, beschleunigter technisch-wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, sozialer und eben ethnischer Veränderungen ist das individuelle und kollektive Bedürfnis nach Vergewisserung und Verständigung, nach Identität, besonders groß.

Heimatbegriff auch in globalisierter Welt legitim

Und damit sind wir im Zentrum der Kultur. Denn Kultur ist mehr als normativer Konsens, als kollektive Werte-Übereinstimmung, auch mehr als das Bewusstsein von der Kostbarkeit und der Gefährdung der Freiheit und der Menschenwürde, mehr als der notwendige Verfassungspatriotismus. Das ist sie alles auch, aber Kultur ist vor allem der Raum der Emotionen, der Anregung unserer Sinne, Raum des Leiblichen und Symbolischen – wie auch und gerade des Religiösen und des Weltanschaulichen. Und sie ist der Ort der Differenzen, ihrer Schärfung und Milderung zugleich.

Als je konkrete, je bestimmte, je besondere Kultur ist diese aber nicht nur ein Modus, ein Raum von Verständigung, sondern ein immer geschichtlich geprägtes Ensemble von Lebens-Stilen und Lebens-Praktiken, von Überlieferungen, Erinnerungen, Erfahrungen, von Einstellungen und Überzeugungen, von ästhetischen Formen und künstlerischen Gestalten. Als solche prägt Kultur mehr als andere Teilsysteme der Gesellschaft die (relativ stabile) Identität einer Gruppe, einer Gesellschaft, einer Nation. Gilt dies nicht mehr in einer globalisierten Welt? Darf dies nicht mehr gelten in pluralistischen migrantischen Gesellschaften, die doch gerade das Bedürfnis nach Identität verstärken – und dessen Befriedigung zugleich erschweren? Von Hölderlin stammt der treffende Satz: „Das Eigene muss so gut gelernt sein wie das Fremde.“

Was ist das Deutsche?

Aber was ist dieses Eigene? Was ist unser kulturelles Selbst? Dürfen wir danach fragen? Dürfen, ja müssen die Deutschen darüber reden und, ja, auch streiten? Schon allein so zu fragen, trifft nicht selten auf Abwehr und Misstrauen, setzt sich dem Missverständnis aus, man betreibe „kulturellen Protektionismus“. Kulturelle Identität sei ein Mythos, man betreibe „Kulturalisierung“ von Problemen, die ökonomisch-sozialer Natur seien und nur als solche lösbar. Welch' Reduktion der wirklichen Problem- und Konfliktsituation einer pluralistischer werdenden Gesellschaft!

„Mit dem Hinweis auf Kultur fängt die ganze Misere an“, meint Armin Nassehi: „Was also ist das Deutsche? Hier zu leben. Mehr sollte man darüber nicht sagen müssen.“ Aber vielleicht sagen dürfen, hoffe ich! Nur die deutsche Sprache, sonst gäbe es nichts, was spezifisch deutsche Kultur sei, meinte Aydan Özoguz. Ein solcher Satz wurde von vielen Menschen als Angriff auf sie und ihr Selbstverständnis verstanden, musste wohl auch so missverstanden werden. Heißt das, einer „deutschen Leitkultur“ das Wort zu reden? Gar in der Kurz-Fassung von Thomas de Maizière? Das muss wahrlich nicht sein. Aber die Linken sollten ihre Allergie gegen kulturelle Herkünfte und Traditionsbestände, ihren Verdacht gegen kulturelle Identitäts- und Beheimatungsbedürfnisse zu überwinden versuchen.

Nationale Identitäten geraten in Bewegung

Die Veränderungen, die wir erleben, machen den Kulturbegriff in der Tradition von Herder, die Fiktion einer homogenen Nationalkultur allerdings endgültig obsolet. Aber ist deshalb Kultur nur noch vorstellbar als Interkultur? Und haben wir die Tendenz zur „Kreolisierung“, zum kulturellen „McWorld“, zum „Kulturplasma“, also zum kulturellen Einheitsstrom – dies alles nicht nur durch Migrationsbewegungen, sondern mehr noch durch ökonomische Globalisierungs-Macht befördert – nicht nur zu konstatieren, sondern gar zu bejubeln? Die Ängste allerdings genau davor, die Abwehr dessen, der Kampf dagegen macht einen wesentlichen Teil der gegenwärtigen kulturellen Globalisierungskonflikte aus, von denen die emotionalen Auseinandersetzungen in Deutschland und die europäischen Wahlergebnisse ein Widerhall sind.

Offensichtlich erscheinen in Zeiten von Migrationen und von gewalttätigen Auseinandersetzungen gerade kulturelle Identitäten besonders bedroht. Nationale Identitäten geraten in Bewegung, aber sie verschwinden deshalb nicht. Sie zu schützen wird ein verbreitetes und heftiges Bedürfnis, global und sogar im eigenen Land. Und gerade Kultur ist der bevorzugte Ort, in dem man sich der eigenen Identität besonders streitig zu vergewissern sucht. Dies als Kulturalisierung ökonomischer und sozialer Gegensätze zu kritisieren und abzuwehren, halte ich für unangemessen, genauso wie „Interkultur“ als eine Art neuer, substanzartiger Homogenität zu verfechten.

Vielmehr sollte es gehen um die Unterscheidung zwischen legitimer kultureller Selbstbehauptung einerseits und fundamentalistischer Politisierung kultureller Identität andererseits; um kulturellen Dialog als Begegnungs- und Verständigungsprozess zwischen Verschiedenen (denn Dialog setzt verschiedene Identitäten voraus); um die Ausbildung kultureller Intelligenz, also um die Fähigkeit zum Verständnis von Denkmustern und Geschichtsbildern, von Narrativen, Ängsten und Hoffnungen der Anderen, der Fremden – und diese Fähigkeit ist nicht zu haben ohne ein Quantum an Distanz gegenüber der eigenen und kollektiven Identität.

Es geht um ein kulturelles Wir-Gefühl

Deutschland hat in Europa nicht nur wirtschaftliche und politische Macht. Unser Land ist auch eine kulturelle Macht durchaus besonderer Art, wie ein Blick in die Geschichte zeigt: In den guten und glücklichen Phasen unserer deutschen Geschichte hat unsere Kultur eine besondere Integrationskraft bewiesen – und in den schlechten Phasen unserer Geschichte war das Land mit Abgrenzung und Ausgrenzung befasst. In der Mitte des Kontinents hat Deutschland in immer neuen Anstrengungen und geglückten Symbiosen Einflüsse aus West und Ost, Süd und Nord aufgenommen und etwas Eigenes daraus entwickelt, in gewiss widersprüchlichen und unterschiedlich langwierigen Prozessen (die nicht verordnet oder kommandiert werden können und müssen). Das Fremde und die Fremden wurden deutsch, sie veränderten sich und die Deutschen mit ihnen. Das macht nach meiner Überzeugung die besondere Leistungsfähigkeit der deutschen Kultur aus. Diese Geschichte und Tradition der kulturellen Integration gilt es fortzuschreiben.

Das kann dann auch deutsche Leitkultur heißen, meinetwegen – eine Leitkultur allerdings, der es um ein progressives, politisches Wir geht, um ein Wir-Gefühl, das nicht nur politisch (unter Berufung auf unser Grundgesetz), sondern auch kulturell gegründet ist. Schauen wir ringsum: Wer seiner selbst nicht sicher ist, reagiert mit Abwehr und Ausgrenzung, um seine labile Identität zu stabilisieren. Wer aber seiner selbst sicher ist, dem ist Offenheit und Angstfreiheit möglich. Wie wäre es mit etwas mehr kulturellem Selbstbewusstsein?

Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte Cover November 2017Dieser Text erschien zuerst in der November-Ausgabe der Zeitschrift „Neue Gesellschaft – Frankfurter Hefte“.












 

Gerdi Franke | Di, 14. November 2017 - 08:59

Wir hatten immer eine kulturelle Identität und haben auch noch eine und jetzt versuchen einzelne Parteien im Interesse ihrer Flüchtlingspolitik uns diese Identität auszureden. Das muss sch der Bürger nicht gefallen lassen und er sollte diese Parteien bei Wahlen einfach missachten!

Ich bin ganz bei Ihnen, aber die Messen sind gesungen. Da können wir nichts machen, denn die gewählt werden haben nichts zu sagen und die etwas zu sagen haben werden nicht gewählt. Deutschland wird s
ich ändern, bloß wie .... ?

Hans Page | Di, 14. November 2017 - 09:16

Ich bin in meinem Leben ein bisschen herumgekommen, Asien, Afrika, Südamerika, USA und auch Europa. Überall gibt es Verbundenheit mit der lokalen Kultur, das Heimatgefühl. Die Iren in NY feiern jedes Jahr den St.Patricksday, ohne Scham und Schuld. In allen Ländern dieser Welt bekennen sich die Leute zu ihren Vorfahren, zu dem was die Vorfahren geleistet haben, und ehren sie. Man sieht Ähnliches in Deutschland nur auf dem Land und in Bayern. Die Österreicher/Italiener/Franzosen haben kein Problem mit ihrem Land und ihrer Kultur. Es sind nur die deutschen urbanen Eliten, oft sozialdemokratisch, die ihre Kultur/Ursprung verachten. Absurderweise transformieren sie damit die Bevölkerung in den ungebundenen Faktor Arbeit und sprechen ihr damit die emotionalen Bindungen ab, transferierbar und auswechselbar. Das hat nichts mit Menschenwürde zu tun, sondern ist genau das Gegenteil. Selbst Özuguz kennt ihre Kultur, allerdings ist es nicht die "deutsche", und das ist ihr Recht.

Olaf Romer | Di, 14. November 2017 - 09:21

wird uns gerade von politisch medial dominierten links-grünen Mainstream abgesprochen. Unter dem Deckmantel humanitären Handels wird Selbstaufgabe verlangt. Ein Land kam durchaus sich globalen Veränderungen anpassen und dagegen haben die wenigsten etwas aber man darf es nicht überfordern. Ein kleiner aber sehr bedeutender Unterschied.

Hans Page | Di, 14. November 2017 - 09:27

Was also macht die Deutschen so besonders? Wir wissen es alle und unser Problem ist, dass wir (oder besser unsere Grosseltern) uns unsere Heimat von einer Verbrechergruppe haben wegnehmen lassen, einfach weil sie ihren Verstand mit überzogenen Heimatbegriffen benebelt haben. Deutschland lebt seine eigenen Metaphern durch: früher Rotkäppchen und heute Kaiser ohne Kleider. Was wir brauchen ist der Rückgriff auf unsere Werte und Traditionen, die nicht nur erst seit 1945 existieren, auch wenn sie 1933-45 pervertiert und missbraucht wurden. Witzigerweise wissen alle im Ausland was und wer "deutsch" ist, aber viele Deutsche tun so als ob sie als Deutsche nicht existieren und als ob es eine höhere Kultur/Tradition gäbe, die europäische oder jetzt sogar der Weltmensch. Das mag für einige gelingen, aber bei den meisten führt es zu Depressionen und Verlustangst, denn Heimat ist ein Grundgefühl das man nicht ohne großes Risiko für den Zusammenhalt der Gesellschaft wegdefinieren darf.

ist es erst nach der Wiedervereinigung, insbesondere seit der Amtszeit Gerhard Schröders, zur Ablehnung des Deutschen, des Heimatbegriffes und der deutschen Kultur in Deutschland gekommen. In der DDR wurden die Parolen “die DDR ist das Vaterland aller Deutschen“ und “die DDR ist der einzig rechtmäßige deutsche Staat“ von der Bevölkerung belächelt, weil diese der festen Überzeugung war, dass unser deutsches Vaterland bis an den Rhein reicht und die DDR ein recht mäßiger deutscher Staat ist. Thierse versucht mühsam, den auch von der SPD hinterlassenen Scherbenhaufen zu kitten, ob sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, um nicht in den Verdacht einer rechten Gesinnung zu geraten.

Wilhelm Maier | Di, 14. November 2017 - 15:06

In reply to by Karin Zeitz

In der DDR wurde auch als Medaille - "Proletarier aller Länder vereinigt euch" geprägt.
Warum aber gerade jetzt bei uns soll das unbedingt sein?
Ist dass, was Karl Marx und Friedrich Engels noch 1848 im „Kommunistischen Manifest“ als strategischen Leitlinie stellten, zur Zeit anders verstanden und interpretiert sein sollte?

Dr. Roland Mock | Di, 14. November 2017 - 15:32

In reply to by Karin Zeitz

Das kann ich so nicht bestätigen. Die deutsche kulturelle Identität wurde im Westen Deutschlands schon immer weitgehend ausgeblendet. Von den Linken natürlich eher als von sog. Bürgerlichen, aber auf keinen Fall erst seit der Regierung Schröder. Was sich u.a. auch in der Außenpolitik der 70 er und 80 er, dem sog. Genscherismus, zeigte. Die Interessen Deutschlands wurden im Zweifel immer denen der „Weltgemeinschaft“, teils gar Beschlüssen der UNO hintangestellt. Nach meiner Beobachtung war es eher die Fußball-WM im Jahr 2006, die zur (späten) Herausbildung eines deutschen Nationalbewußtseins in den Köpfen vormals diesbezüglich eher verklemmten Menschen führte.

dass uns im Taumel der Wiedervereinigung fehlendes Nationalbewusstsein in der BRD entgangen ist und mir diese Erkenntnis erst viel später kam. Natürlich war auch in der DDR die Anbindung an den RGW (Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe) sehr eng und gestaltete sich oftmals zum Nachteil der Wirtschaft der DDR.

Inge Högerl | Di, 14. November 2017 - 09:29

Ich weiß nicht, ob "etwas mehr kulturelles Selbstbewußtsein" einer Frau hilft, die wieder mal und wiederholt von Arabern angepöbelt oder einfach verachtet/ignoriert wird, und ich bezweifle stark, daß sich ihre Offenheit gegenüber Ahmed und Muhammad in solchen Situationen bewähren wird. Ich spreche übrigens aus eigener Erfahrung.
Der Nonsens der Ängstlichkeit und irrationaler Abwehr, der den Deutschen ständig unterstellt
wird, der nicht endenwollende Schmarren von deutscher labiler Identität und andererseits globaler Gesellschaft ödet mich an. Wenn einer aus seiner Wohlfühlblase daherschwadroniert und in keinster Weise konfrontiert wird mit dem alltäglichen Ärger und den Einschränkungen, den der Normalbürger durch die exzessive arabische Unterwanderung des Landes hat, sollte er schweigen. Wir sind keine Idioten, die ihre deutsche Kultur nicht definieren können und denen gesagt werden muß, wie sie zu empfinden haben!

nicht der Deutsche Bürger gehört auf die Couch - noch dazu therapiert von Herrn Thierse, sondern die Politiker und die Medien, die dem Deutschen 1. die Identität, 2. die Daseinsberechtigung, 3. die Fortpflanzung, 4. die Wehrhaftigkeit, 5. die freie Meinung absprechen (möchten). Herr Thierse muss mir auch nicht erklären, dass sich ein Land verändert - es verändert sich täglich und hat es stets getan. Gut so. Andererseits haben wir z.B. eine Internetgeschwindigkeit, die im internationalen Vergleich lächerlich ist. Und auch in anderen Bereichen hinken wir ziemlich hinter her. Heute morgen war in WO zu lesen, dass Mattel nun auch mit der Zeit geht (sic!) und eine muslimische Barbie mit Kopfverhüllung produziert. Auf diese Art von moderner Veränderung will ich gerne verzichten. Ich definiere Fortschritt anders und nicht Vorwärts ins Mittelalter. Über Deutschlands Naivität im Umgang mit dem Islam schütteln sogar die Emirate ihre Häupter

Herr Thierse ist nicht abgehoben, sondern ein Intellektueller mit Bodenhaftung und "Nicht-Politiker" !!! Erstmal informieren, überlegen und dann verdammen. Ich hätte mir seinen Beitrag allerdings schon etwas eher gewünscht.

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 14:28

In reply to by lutz Gundlach

Mit Bodenhaftung ?
Der glaubt, das der EU Arbeitsmarkt, zu beginn von Industrie 4.0, unbegrenzt, ohne Obergrenze, nicht benötigte Arbeitskräfte aufnehmen und versorgen kann ? Das deswegen keiner weniger hat ? Das wir so (durch zusätzliche zu alimentierende), unsere demographischen Probleme ( zu wenig Beitragszahler / zu viele zu alimentierende) lösen ?
Der glaubt, das wir mit Zuwanderern aus fremden Kulturkreisen (ohne Obergrenze) dauerhaft, friedlich zusammenleben werden ( warum leben die Flüchtlinge nicht in ihrer Heimat friedlich zusammen ? Können wir das besser ?) ?
Der glaubt, das wir mal eben durch den Stopp von Waffenlieferungen die Fluchtursachen bekämpfen ? Mal eben in Afrika (Bevölkerungsexplosion) die Fluchtursachen bekämpfen ? Bis das wirkt machen wir was ? Nix ? Weil abschotten nichts nützt ?
Soll ich weitermachen ? Ich fürchte der " Intellektuelle" mit "Bodenhaftung" wird / kann / will nicht verstehen. Verantwortung trägt er trotzdem.

Dr. Roland Mock | Mi, 15. November 2017 - 10:34

In reply to by lutz Gundlach

Naja, Ich erinnere, daß sich Thierse öfter auch einmal zu ökonomischen Themen geäußert hatte, und da grauste mir regelmäßig. Wie bei so manchem „Intellektuellen“. Unter anderem sprach er einmal voll Inbrunst vom Milliardentransfer (und jetzt kommt’s) „von den neuen in die alten Bundesländer“. Größe und Brillianz bewies er allerdings bei seinem fulminanten Plädoyer für Berlin als Bundeshauptstadt vor der entsprechenden Abstimmung im Bundestag.

Herr Thierse wohnt zwar in Berlin, hat aber vielleicht die S-Bahn nach Mitternacht seit Jahren nicht mehr benutzt.
Man wird gern -als erkennbar Deutscher- von Arabern mit den Worten:
"Hey, Kartoffel, was guckstu? Has ´n Problem? Schweinfressen?"
Und das, nachdem sich Araber und Türken zuvor noch gestritten haben wie die Kesselflicker:
Sowie ein einsamer Deutscher dazu kommt, werden die antideutschen Aggressionen freigelassen.

Werte Frau Högerl,
abseits der MSM findet frau/man bei politikversagen.net eine Realität , die ihre Worte ( leider ) bestätigen.
Ob Herrn Thierse dies bekannt ist, kann nach der Lektüre seines Artikels bezweifelt werden.

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 14:11

In reply to by Dorothe Gaede

schon das es ihm bekannt ist. Anderen "Volksvertretern" ist es auch bekannt.
Möglicherweise haben sie, die "Volksvertreter" , andere Interessen. In den Ausführungen von Herrn Thierse geht es auch hier ja wesentlich darum, Kultur, Heimat etc. und natürlich Mandate etc., nicht den Rechten zu überlassen. Möglicherweise liegt da der Interessenschwerpunkt. Nicht beim "Wohl des Deutschen Volkes".

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 14:48

In reply to by wolfgang spremberg

Herrn Thierse und anderen intellektuellen Politikern mit Bodenhaftung ist sicher auch bekannt, und zwar schon sehr lange, das in Altenheimen, in Kitas, in Schulen zum teil menschenverachtende, unhaltbare Zustände herrschen, besonders da wo rotgrün lange wirkt......all das wissen sie...all das wissen sie, und noch viel mehr.......sie setzen halt andere Prioritäten....und auch dafür tragen sie die Verantwortung.

Günter Schaumburg | Di, 14. November 2017 - 14:07

In reply to by Inge Högerl

Wunderbar, Frau Högerl. Wer von 1977-1989 Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR war, kann, auch nach scheinender Läuterung, von
mir als ehemaligem 'feindlich-negativem' Staatsfeind der DDR nicht für voll
genommen werden. Thierse - ein Wendegewinnler vor dem Herrn.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 14. November 2017 - 17:27

In reply to by Günter Schaumburg

Ich zog mal wieder die Einträge von Wiki heran und würde Herrn Thierse noch einmal gehaltvolle Überlegung attestieren.
Niemand hat ihn gezwungen beim Cusanus-Werk tätig zu sein.
Es ist für mich aber im Bereich der Katholiken eine Expertise.

... Frau Högerl.

Eine bessere Antwort auf Herrn Thierse seine Einlassungen gibt es nicht. Mein volle Zustimmung. MfG TK

Sie haben geschrieben, was längst geschrieben werden sollte.
Nichts ist unangenehmer, als die Alltagsfakten, die wir jetzt an jeder Ecke/jedem Bahnhof sehen und in jedem Bus/Straßenbahn/U-&S-Bahn erleben. Unsere Politiker, in ihren gepanzerten Limousinen, kommen mir vor, wie früher die Kolonialisten/Kolonisatoren, die ihre Kolonien mit militärischen Eskorten bereisten und Einheimische/Indigene aus ihrem hohen Kokon, gnädig anlächelten.

Für mich, ist das Wort Politiker, zum vulgären/negativen Ausdruck geworden.

Hallo Frau Högerl, da möchte ich noch einen drauf setzen, falls mein Kommentar hier durch kommt: Araber (auch muslimische) können sich sehr wohl benehmen. Es gibt auch viele hoch-qualifizierte und sehr gebildete Muslime in arabischen Ländern. Man findet sie auch in den USA, Kanada oder Australien. Ich habe häufig mit solchen Leuten im Nahen Osten oder anderswo gearbeitet. Sogar mit gut-situierten (eigentlich sehr reichen) Flüchtlingen habe ich in Kairo zusammen gearbeitet. Diese Leute, die wir durchaus gebrauchen könnten, kommen aber nicht zu uns. Dafür sind die Gehälter bei uns zu gering und die Steuern zu hoch. Nein, wir importieren bewusst die Unterschicht aus diesen Ländern. Das geht bei keiner Volksgruppe gut (s. z. B. Arenal auf Malle ;-). Leider ist die Tatsache, dass unser eher sozialistisches System nicht mit Massenzuwanderung kompatibel ist, ein Tabu und darf eigentlich noch nicht einmal ausgesprochen werden. Ob Herrn Thierse das wohl klar ist?

Hans Page | Di, 14. November 2017 - 09:35

Sozialdemokraten haben ihr eigenes Heimatgefühl. Sie fühlen sich der "Arbeiterklasse" verbunden, fassen sich an jedem Parteitag in die Hände und singen "Brüder zur Sonne zur Freiheit". Nur, die Arbeiterklasse gibt es nicht mehr und die internationalen Arbeiterklasse ist ohnehin nur eine Fiktion. Gleichzeitig fühlen sich die Sozialdemokraten berufen, anderen Leuten ihr Heimatgefühl, oder den Wunsch nach Heimat, verächtlich zu machen und abzusprechen. Offensichtlich haben die Sozialdemokraten ein Problem, und zwar mit sich selbst. Und je mehr sie den Menschen das Recht auf Heimat und Heimatkultur absprechen, umso mehr werden sich die Menschen von den Sozialdemokraten abwenden. Vielleicht ist das dann auch gut so.

Heinrich Niklaus | Di, 14. November 2017 - 09:44

Das ist pure Realsatire. Die Internationalisten und Kosmopolitisten entdecken die „Heimat“ für ihre fragwürdigen politischen Zielsetzungen. Eigentlich ein Brüller wenn Frau Göring-Eckardt nun vorgibt, Heimatgefühle zu entwickeln.

Frau Guérot ist kaum zu bremsen, wenn sie vom entnationalisierten Europa der Regionen träumt, mit einer Zentralregierung in Brüssel an der Spitze. Die „no-border-no-nation“-Schwadroneure als Verteidiger der Heimat.

Diese Heimat-Kampagne der grün-linken Polit-Eliten ist durchschaubar, unglaubwürdig und geradezu lächerlich. Niemand nimmt den Thierses dieser Welt das ab!

Holger Stockinger | Di, 14. November 2017 - 09:47

ist für Historiker unter Verschluss. Das "Archiv" der Sozialdemokraten muss offenbar Geheimnisse beinhalten, die dem Bürger nicht zumutbar sind.
Wenn Herr Genosse Thierse (unter "Ossies" schlicht ein "Wendehals") ein wenig ehrlicher wäre, bräuchte es das ganze Gejammere um die "rechtsextremen" AfD-ler sowenig wie "Mutti Merkels" Jamaika-Geturne.

Dr. Roland Mock | Di, 14. November 2017 - 09:54

Letztendlich redet auch Herr Thierse der deutschen Leitkultur das Wort. Wenn er es auch nur verschämt zugeben mag und ihr das Mäntelchen der unbestimmten Allerweltsformel „progressiv“ umhängt. Nur: Was nützt das für einen Linken schon als revolutionär zu bezeichnende Eingeständnis, die Deutschen hätten ein Anrecht auf eigene kulturelle Identität, wenn Thierses Partei gleichzeitig nichts wirklich Konstruktives unternimmt, um diese auch zu bewahren? Es zählen nicht philosphische Erörterungen sondern Taten. Und die SPD-geführten Bundesländer sind diejenigen, die sich - neben den Grünen- am heftigsten gegen die Rückführung illegaler Einwanderer wehren. Die bestimmt nicht zur Bewahrung einer deutschen kulturellen Identität beitragen. Und dann: „Kulturelle Reinheitsfantasien von Konservativen und Nationalisten“. Was immer Thierse damit meint; ein klares Bekenntnis zu unserer deutschen Kultur ist mir in jedem Fall lieber als die Fantasien einer schönen neuen „multikulturellen“ Welt.

Henryke Zimmer | Di, 14. November 2017 - 09:57

"Es gibt ja auch eine wütende Lust an der Angst, eine wütende Lust, Opfer zu sein"
Ein Satz- hingeworfen, ohne Argumente- dafür sehr entlarvend und die Aussage des gesamten Artikels relativierend.
Nein, Herr Thierse, ich habe keine "Lust an der Angst", ich habe keine "Lust, Opfer zu sein"!
Fazit:
Gäbe es die AfD, Pegida, die IB nicht, dann würde sich das SPD- Mitglied (ausgerechnet!) und der ehemalige BP keinen Deut um die deutsche Kultur scheren.
Dann ginge es widerstandslos weiter so mit der Durchsetzung des Impulspapieres der Parteigenossin Özoguz.
Nein, Herr Thierse, Ihre Worte kommen zu spät und sind deshalb unglaubhaft für mich.

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 09:58

Zunächst bitte ich Herrn Thierse sich 5 Minuten Zeit zu nehmen und Martin Neuffer : Die Reichen werden Todeszäune ziehen. zu gugln. Dann Herr Thierse finden sie die Gegenposition, von einem linken Sozialdemokraten, ehemaligen Oberstadtdirektor von Hannover, Intendanten des NDR. Das klingt für mich sehr überzeugend auch oder obwohl es ein älterer Text ist.

Bernd Lehmann | Di, 14. November 2017 - 11:35

In reply to by wolfgang spremberg

Unglaublich, 1982 und bis heute haben diese Pseudoeliten nichts gelernt. Ideologie vor Realismus.

Lutz Gundlach | Di, 14. November 2017 - 15:32

In reply to by wolfgang spremberg

Danke für den Tipp - aber wir wissens ja eh. Die, die Verantwortung tragen sollten, werden das nicht lesen, da sie viel zu sehr in Dogmen, Seilschaften oder Dummheit verfangen sind.

Stefan Jess | Di, 14. November 2017 - 10:06

"Nur die deutsche Sprache, sonst gäbe es nichts, was spezifisch deutsche Kultur sei, meinte Aydan Özoguz."

Der dumme Satz dieser Frau ist der Beweis dafür das Integration gnadenlos schief gehen kann.

Herr Anwalt, ihre Zeugin.

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 10:13

Menschen die arm sind, die arbeitslos sind, die materielle Probleme haben, wollen mehr Solidarität, mehr Umverteilung...die wählen aus Angst SPD oder die Linke...oder ..?
Diejenigen die eher weniger abgeben wollen wählen z.B. FDP ..oder ?
Diejenigen, die eine wahnsinnige Angst davor haben das bei uns Atomkraftwerke (wie schon so oft ..hüstel) explodieren werden...wählen grün.
Diejenigen, die täglich den Nachrichten Informationen über religiöse, kulturelle, ethnische Konflikte, Bürgerkriege mit hunderttausenden von Toten, entnehmen und sich, vernünftigerweise, sagen : das will ich hier nicht, will ich gar nicht ausprobieren....was sollen die wählen ?
Bei Texten wie dem von Herrn Thierse habe ich teilweise das Gefühl, es ginge nicht um das wohl des Deutschen Volkes, sondern um den Kampf gegen rechts, was immer das in den heutigen Zeiten heißen mag. Sind Oskar und Sarah rechts ? Oder links ? Sozialnationalistisch ?

Gundi Vabra | Di, 14. November 2017 - 10:16

Jeder für sich wertet aus der Summe seiner Erfahrungen. Die gebildete Schicht trifft an den Universitäten und in Betrieben auf internationale Menschen gleicher Bildung mit ebenso weltoffenen Ansichten die selten von der eigenen Sicht abweichen. Hier ist die Wahrheit man braucht keine Angst vor Überfremdung haben, schließlich denken und handeln die Fremden wie man selbst.
Auf der Seite der überwiegend normalen Bevölkerung aus Mittel- und Unterschicht ergibt sich ein anderes Bild. Hier erlebt man den Bodensatz einer Gesellschaft, die Separierung den Hass der Salafisten auf Ungläubige, das Ausnutzen von Sozialleistungen, das Kriminelle Umfeld in der Nachbarschaft. Deren Wahrnehmung und somit Wahrheit ist von Ängsten der schlecht für sie ausgehenden Überfremdung geprägt. Ängste die eigenen Kinder mit rudimentären Deutschkenntnissen sitzenden Kindern in Klassen wenig Bildung erreichen zu können. Sie erleben was Dawa aus Katar und Saudi Arabien für Auswirkung hat. Haram halal, kein grau.

lutz Gundlach | Di, 14. November 2017 - 12:48

In reply to by Gundi Vabra

Frau Vabra, Sie haben Recht. Kulturelle Identität ist aber mehr als sich verstehen und sollte auch unter Akademikern ein Thema sein.
Viele Grüße

Bernhard Jasper | Di, 14. November 2017 - 10:26

Waren diese Fragen und Problematisierungen bisher immer nur dem Feuilleton vorbehalten, so ändert sich das gerade. In erster Linie fällt jedoch eines auf: Die Ratlosigkeit, wenn es darum geht dem Thema einen diskussionswürdigen Rang zuzuweisen.
In der Novemberausgabe des Cicero hat Prof. Dr. Merkel als Politikwissenschaftler der Humboldt Universität zu Berlin auf einige Tendenzen und Aspekte mit Begriffen wie „Individualisierung“; „Kosmopoliten versus Kommunitaristen“ etc. hingewiesen.
Derartige lobenswerte Beiträge öffnen ja zunächst den Blick auf neue Situationen. Kommunikation für die Öffentlichkeit sollte ja eigentlich immer Orientierung in der Welt geben. Das setzt jedoch auch Vertrauen voraus. Und dieses Vertrauen ist zerstört worden, denn Medien arbeiten immer auch mit fiktionalen Mitteln und Anschauungsformen. Und diese Fiktionen aller Art sind von vielen Rezipienten oft nicht überprüfbar. Und damit fängt die Reflexion über „Kultur“ an.

Tim Cramer | Di, 14. November 2017 - 10:31

Sehr geehrter Herr Thierse,
bereits bei Ihrem Grundgedanken muß ich meinen Widerspruch einlegen. Sie erklären, daß sich unser Land verändern wird, daß es "dauerhaft pluralistischer wird, also ethnisch und religiös-weltanschaulich und kulturell vielfältiger und widersprüchlicher wird." Doch diese Veränderung ist kein Axiom. Selbstverständlich kann eine Veränderung durch die Politik und die Gesellschaft gesteuert oder auch verhindert werden - wenn sie es denn wollen. Und genau da liegt der Grunddissens: Sie erklären, daß wir - ob wir nun wollen oder nicht - mit dieser Veränderung leben müssen, während viele Menschen in diesem Land dafür einstehen, diese Veränderungen zu verhindern, nicht weil sie rassistisch oder engstirnig sind, sondern weil sie ihre kulturelle Identität behaupten und beschützen wollen.

Leute wie Herr Thierse wollen es nicht einmal versuchen.
Gerade wird darüber diskutiert den Verteidigungsetat deutlich zu erhöhe. Wir sind sogar, theoretisch, bereit einen Atomkrieg zu führen um unsere Freiheit (was ist das ? Unsere Kultur ?) zu verteidigen. Aber wir sind nicht bereit unsere / die europäischen Grenzen gegen eine ungewollte Masseneinwanderung zu schützen ? Eine Masseneinwanderung, die unsere Kultur, unseren Rechtsstaat, unseren Sozialstaat zu zerstören droht ? Und warum ? Einfach nur so ? Aus Dummheit ? Verantwortungslosigkeit ? Oder warum ?

Heinrich Niklaus | Di, 14. November 2017 - 14:35

In reply to by wolfgang spremberg

Herr Spremberg, Sie stellen die richtigen Fragen Ich kann die Fragen auch nicht sicher beantworten. Vielleicht nähert man sich aber einer Antwort, indem man sich die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Akteure vergegenwärtigt.

Die politischen Eliten gewinnen neue Wählerschichten, die Finanzeliten neue Konsumenten und die Organisierte Kriminalität „verdient“ mehr an der Schleuserei als am Drogenhandel. Und allen ist es möglich, ihre „Geschäfte“ mit dem Deckmantel der Humanität zu kaschieren.

Das ist doch verlockend. Also weder „dumm noch verantwortungslos“, sondern furchtbar clever. Die Ausrichtung der drei „Flüchtlingsgewinnler“ auf ein Ziel ist das extrem Gefährliche!

Markus Michaelis | Di, 14. November 2017 - 15:24

In reply to by wolfgang spremberg

Verteidigung gegen was? Diese Frage stelle ich mir auch. Merkel meint ohne Europa kann D nicht in der Welt bestehen. Bestehen gegen wen, wenn bereits offen für die ganze Welt sind?

Viele wollen Grenzen beseitigen, um Frieden zu bewahren. Ich befürchte eher das Gegenteil. Die Welt wird sich nicht zu unseren universellen Werten bekennen - sie wird erstmal ziemlich bunt bleiben, mit vielen universellen Werten. Sind bei allen Widersprüchen Grenzen da nicht eine Sache, die Freiheit gibt und nicht nimmt?

Sie haben einen interessanten Gedanken ausgesprochen: Daß Grenzen durchaus benötigt werden, um Freiheiten zu geben. Ich würde es noch erweitern wollen, Werte im allgemeinen benötigen Grenzen, innerhalb derer sie sich entfalten können. Es müssen nicht unbedingt Mauern sein; es können auch kodifizierte "Grenzen" sein. Und gerade hier zeigt sich doch der Widerspruch eines Herrn Thierse, der von Vielfalt träumt und dennoch eine - mehr oder weniger schwammige - Basis definiert, ohne zu bemerken, daß das eine das andere ausschließt. Tatsächlich verbindet uns (Deutsche) doch wesentlich mehr mit Polen, Italienern oder Franzosen, ja selbst mit Amerikanern und Australiern als mit Syrern, Afghanen oder Chinesen. Doch würde bei dieser Verbundenheit niemand auf den Gedanken kommen, aus Italienern Deutsche machen zu wollen, denn auch hier gibt es Grenzen, wie bspw. Kultur und Sprache, die uns wie sie definieren.

wird von den Politikern immer gesagt, wenn sie eigentlich die EU meinen. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sie daran dächten, dass Europa bis zum Ural reicht, wo die Grenze zu Asien verläuft, und mehr für das friedliche Miteinander auf dem Kontinent eintreten würden.

Sascha Goedeke | Di, 14. November 2017 - 10:33

Es gibt eine schöne Anekdote zu Salman Rushdies neuem Buch. Darin erfand dieser ein "Museum der Identität". Journalisten, die eine Rezension des Buches anstrebten, waren tatsächlich zu googeln gezwungen, ob es ein solches Museum nicht bereits gibt. Dazu Salman Rushdie: "Ich wette, das wird es in 5 Minuten geben".

Identität ist komplex und wahrscheinlich verstehen nicht einmal die meisten sich selbst. Nicht ohne Grund heißt eines der einflussreichsten Philosophiebücher unserer Zeit "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?"

Mich persönlich definiere ich nicht zuletzt als freier Bürger. Ich habe meine eigene Identität, unabhängig davon, ob sie Neurechte oder Wolfgang Thierse neu erfinden wollen. Ich fordere eine liberale Gesellschaft und ein Ende des Kollektivismus. Wir sollten uns auf konkrete Chancen und Probleme konzentrieren und dem Bürger seine Identität privat überlassen. Aber das sie das mal den Linken oder den Rechten!

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 14. November 2017 - 10:45

Diskussionsangebot an alle hiesigen Fremdelnden.
Da bin ich beim ersten behutsamen Einwand.
Thierse hat Kinder und vielleicht deren Entwicklung verfolgen können.
Fremdeln ist ein stehender Begriff in der Kinderpsychologie.
Es beginnt mindestens die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, einer freundlichen hoffentlich, denn Babys lächeln noch früher, wenn sie Freundlichkeit verspüren.
Eine Persönlichkeit kann nicht beliebig geprägt werden, sondern nur in der Wahl aus gerne auch Beliebigem.
Der zweite behutsame Einwand lautet "Gleich und gleich gesellt sich gerne", was zumindest ein Thema ist, das man neben die These vom Leben mit anderen stellen sollte.
Mein dritter Einwand wäre gegenüber der Idee, eine Bevölkerung könne sich distanziert zu sich selbst für Andere öffnen.
Ich denke eher und auch leider spricht dafür die Geschichte, in diesem Falle aber positiv besetzt, "dass zusammenwächst, was zusammengehört".
Manche bleiben Nachbarn oder Freunde selbst über den Atlantik:)

Wolfgang Tröbner | Di, 14. November 2017 - 10:48

Es ehrt Herrn Thierse sicherlich, ein Thema aufzugreifen, dass offensichtlich für seine Partei immer noch nicht existent ist. Das Problem ist allerdings, dass sein Beitrag um Lichtjahre zu spät kommt. Seine Meinung hätte er beispielsweise kundtun können, als Frau Özugus ihren unsäglichen Spruch absonderte, dass es außer der deutschen Sprache nichts gäbe, was spezifisch deutsche Kultur sei. Aus der SPD war jedoch nichts zu hören, keiner der SPD-Granden (auch nicht Herr Thierse) hielt es für angebracht, diesen Satz klarzustellen oder zu korrigieren. Also blieb dem Wähler nur die Schlussfolgerung, dass das, was Özugus gesagt hat, genau die Meinung der SPD widerspiegelt.

Also, bitteschön, was soll es uns jetzt noch interessieren, was die SPD oder einzelne ihrer Mitglieder zu dem Thema zu sagen haben? Jetzt, wo die SPD angesichts ihrer dramatischen Wahlniederlage um Aufmerksamkeit buhlt, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

Christa Wallau | Di, 14. November 2017 - 10:49

Ich habe es vorausgesagt:
Sobald genug Bürger den Mut den gefunden haben, sich - t r o t z aller Bevormundung und
Diffamierung - ihres eigenen Verstandes zu bedienen und sich strikt g e g e n die bisher verkündeten politischen Heilslehrer zu stellen, werden diese merken, daß ein anderer Wind weht und sich schnell auf die neue Situation einstellen.
Man kann dann gar nicht so rasch gucken, wie
die früheren Verächter sich zu Bekennern (z. B. einer deutschen Identität) wandeln!
Nein,Herr Thierse, bei mir können Sie keinen Blumentopf gewinnen mit Ihrem pastoralen
Geschwätz. Ich habe ein gutes Gedächtnis und
weiß noch, was Sie und andere Leute g e s t e r n von sich gegeben haben.
Ich v e r a c h t e (Hier muß ich dieses harte Wort nehmen) Wendehälse, zu denen ich Herrn Thierse zähle. Hochachtung habe ich dagegen für Menschen, die wirklich dazulernen u. ihre früheren Fehler eingestehen. Diese allerdings bitten auch um Entschuldigung u. fahren nicht fort, andere (die AfD) auszugrenzen.

seines Textes sieht man, daß er Politiker ist und noch dazu Pastor. Viel geredet und nichts gesagt. Auch mein Gedächtnis ist noch tadellos in Ordnung, Herr Thierse.

Wie wohltuend sind doch die Artikel eines Kissler, Grau oder Schwennicke, kurz und bündig, aber dafür mit Inhalt.

Ich denke viele pflichten mir bei, was meinen Sie Frau Wallau?

Christa Wallau | Di, 14. November 2017 - 17:43

In reply to by Josef Garnweitner

lieber Herr Garnweitner, und viele andere werden dies ebenso tun.
Der salbungsvolle, lange und dabei nichts Konkretes aussagende Text des
Herrn Thierse ist so überflüssig wie die allermeisten Reden von Politikern und
viele Predigten von Pfarrern.
Man hätte gut darauf verzichten können, zumal die Person, die sich hier zum Thema
"deutsche Identität" ausläßt, vorher niemals auch nur im geringsten hat erkennen lassen, daß ihr der Erhalt von Deutschland als Kulturnation besonders am Herzen liegt.
Von diesem Thierse-Geschwafel heben sich Beiträge der Cicero-Autoren, z.B. von Kissler oder Schwennicke, wohltuend präzise ab.
Da haben Sie völlig recht.

Sehr geehrte Frau Wallau, Sie sprechen mir aus der Seele. Thierses verschwurbelte Suada ist nichts als pastorales Geschwätz. Bezeichnend ist doch, dass er die steile These von Frau Ösuguz als „missverstanden“ bezeichnet, d.h. Sie ist nach seiner Auffassung zutreffend, aber der schlichte deutsche Mitbürger hat sie nicht richtig verstanden. Dieser Mann hat nichts verstanden, ummäntelt dieses Nichts jedoch mit zu vielem nichtssagenden Blabla.
Zum Gruße

Eberhard Scholz | Di, 14. November 2017 - 10:58

Wenn Herr Thierse meint "Wir müssen uns darauf einstellen, dass unser Land sich weiter verändert und dauerhaft pluralistischer wird, also ethnisch und religiös-weltanschaulich und kulturell vielfältiger und widersprüchlicher wird.", dann ist darunter wohl nach seiner und links-grüner Vorstellungen die "Bereicherung" unserer deutschen Kultur mit islamischer zu verstehen.

Wieso müssen wir? Wir müssen gar nicht! Die islamische Kultur ist eine, die unsere Kultur verachtet und als unislamisch ansieht (Erlaubtes und Verbotenes im Islam, Jusuf Al-Qaradawi).

Meiner Meinung nach ist unsere deutsche Kultur bereits so offen und vielfältig wie in keinem anderen Land der Welt. Beispielsweise wäre hier der Anteil deutschsprachiger Musik in den Radioprogrammen zu nennen, die Anzahl ausländischer Künstler, die bei uns auftreten, die anzahl ausländischer Werke, die bei uns ausgestellt werden und und und...

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 14:39

In reply to by Eberhard Scholz

Ich kann auch die Kultur anderer Völker / Gesellschaften kennenlernen / genießen ( durch Reisen, im Imbiss, im Restaurant, im Theater, auf der Konzertbühne, aus meiner Platten / CD Sammlung usw.usw.) ohne das Millionen von Einwanderern mich bereichern.

Holger Stockinger | Di, 14. November 2017 - 11:06

ist eine beliebte Totschlagkeule. - Wenn ein SPD-Genosse sich erregt, fällt die Welt deshalb aber nicht gleich aus den Angeln.

Dass ein Wolfgang Thierse "auf einmal" mit dem Begriff "Kultur" jongliert, zeigt zwar seine Begabung, gleichzeitig für das Feuilleton der Süddeutschen oder ZEIT zu schreiben, ist insgesamt aber doch eher dürftig.

Bernhard Jasper | Di, 14. November 2017 - 11:23

Man sollte immer versuchen zwischen realen und medialen Räumen zu unterscheiden. Durch eine scheinbare Entfernungslosigkeit in Raum und Zeit (mit Lichtgeschwindigkeit), scheint die Welt zum „globalen Dorf“ zu werden. Leben wir im Zeitalter der Simulationen und virtual realities? Ortlos, zeitlos ins Nichts gestellt? Kulturelle Heimatlosigkeit das Ergebnis? In Polen gab es am Wochenende zum Unabhängigkeitstag eine Demonstration mit dem Slogan „Wir wollen Gott“ (natürlich politisch nationalistisch instrumentalisiert). Ist es dieser Sprung in den Glauben, eine letzte Bindung und Einordnung, die Erlösung verspricht, jedoch es jedoch nicht geben kann? Die Lebenssituation des Menschen in der Moderne ist ja, dass er sich mehr und mehr aus traditionellen, religiösen Ordnungen und Bezügen hat herausdriften lassen. Haben wir nicht deshalb unser erhabenes Grundgesetz? Was brauchen wir mehr?

Elisabeth Ellermann | Di, 14. November 2017 - 11:54

Ich finde es wirklich unerträglich, mit welch ausladendem Geschwafel Selbstverständlichkeiten wie die der kulturellen Identität einer Bevölkerung versucht werden zu legitimieren. Als gestandener Sozialdemokrat mit Karriere quält sich der Autor, dem linksliberalen mainstream doch noch eine eigene, intellektuell untermauerte, "vernünftige" Sichtweise entgegen zu stellen. Unglaublich, wie man sich verrenken muss, um nicht als "unsozialdemokratisch", womöglich gar "rechts" einsortiert zu werden, nur weil man Selbstverständlichkeiten als solche benennt. Wie überall auf der Welt gibt es auch hier eine gewachsene Kultur, geschichtlich begründet, die die Denkweise und das kulturelle Empfinden der Bevölkerung bis heute geprägt haben. -- Ich finde dieses fatalistische " unser Land wird sich gravierend verändern" unerträglich, hier geht es nicht um Kultur, es geht allein um Geld; Antrieb der Migrationsbewegung ist ganz vorwiegend das materielle Rundumversorgtsein.

... frei nach Goethe.

Was ich verlogen finde ist, das "Sozialdemokraten" die Zuwanderung befürworten aber "vergessen" zu erwähnen, wer die Integration bezahlt. Die Integrationskosten werden z. B. von der Agentur für Arbeit aus Versicherungsbeiträgen bezahlt und die kommunale Wohnungsunternehmen geben prioritär an die Zuwanderer statt an die Einheimischen die bezahlbaren Wohnungen ab.

Und jetzt sind wir noch nicht einmal bei der wirklichen Integration. Ganz abgesehen davon, das bisher mehr Zuwanderer ins Land gekommen sind als Deutschland offene Stellen am Arbeitsmarkt hat (ca. 1 Mio).

Ein Bundestagsabgeordneter hat in etwa so eine hohe "Diät" wie ein Chefarzt und zahlt nix für die Integration noch die Gesundheitsbehandlungen der Zuwanderer. Das sollte bei aller Angstvorgabe nicht unerwähnt bleiben.

Dennis Staudmann | Di, 14. November 2017 - 11:55

dass wir es mit Politikern zu tun haben, die die Existenz einer Deutsche Kultur leugnen oder bereit sind, diese aufzugeben. Gleichzeitig tun sie alles, um die Religion und Kultur der Asylbewerber zu schützen und zu etablieren. Dafür ist man bereit, jeden Kritiker schon im Ansatz zu beschimpfen und zu diffamieren. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es wohl klar sein, wohin die Reise nur gehen kann. Wie einfach die Wähler zu manipulieren sind, erkennt man beispielsweise daran, dass Kritik am Islam als "Rassismus" gebrandmarkt wird. Das ist natürlich absurd. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun, aber es funktioniert insofern, dass die Wähler keine Rassisten sein wollen und deshalb den Islam lieber nicht kritisieren.

weil sie dann nicht gewählt werden. Ich wähle niemanden der dem Islam nicht kritisch gegenübersteht. Ich möchte nicht, das sich z.B. das islamische Frauenbild bei uns als gleichwertig etabliert. Ich finde es traurig, das meine Enkel, mit dem Kopftuch, dem Symbol des islamischen Frauenbildes, als Selbstverständlichkeit aufwachsen müssen.
Ich will es nicht.

hat das Hauptproblem konkret geschildert, nämlich die Angst der Mehrheit der Bevölkerung davor, daß, wenn der Grundsatz "Der Islam gehört zu Deutschland" von der Politik durchgesetzt wird, unsere Ur- und Ururenkel nicht mehr in einer freien Gesellschaft, sondern unter dem Zwang der Scharia leben werden.

Michael Sander | Di, 14. November 2017 - 12:15

"Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - so könnte man den Beitrag von Herrn Thierse kurz und prägnant zusammenfassen.

Allein der Ausdruck "legitime Beheimatungsbedürfnisse" - man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen - zeugt von der Distanz, die Thierse zu dem Thema hat, und seiner Angst, bloß in kein linkes Fettnäpfchen zu treten. Es geht um den "Kampf gegen Rechts" und sonst nichts. Wen sollen diese Verrenkungen überzeugen?

Robert Müller | Di, 14. November 2017 - 12:47

Ich kann mit einer "Heimat"-Diskussion nichts anfangen, mir sind konkrete Dinge wichtiger. Beispielsweise ob die Berliner Polizei von den arabischen Clans unterwandert wird oder nicht. Aber statt sich das anzusehen, stellt sich die Berliner Polizeiführung hin und sagt das gibt es nicht. Imho ist das die übliche "Kopf in den Sand steck" Methode. Man will die Probleme nicht kennen, weil man dann vielleicht etwas machen müsste, was politisch unerwünscht ist. Eine Kulturdiskussion tut niemanden weh, weshalb einige Grüne/Linke kein Problem damit haben.

Im übrigen sehe ich die Kultur der arabischen Einwanderer als Rückfall ins Mittelalter. Hier wird auch verständlich warum die christlichen Kirchen kein Problem damit haben, denn die wünschen sich auch das Mittelalter zurück, als sie noch mächtig waren. Mir schwebt dagegen eine Kultur vor, die die Zukunft bejaht (weshalb ich auch die FDP gewählt habe).

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 15:02

In reply to by Robert Müller

schalten und walten seit vielen Jahren in ganzen Stadtvierteln nach belieben. Gibt es dort noch einen Rechtsstaat ? Traut sich ein normaler Bürger Anzeige zu erstatten ?
Interessiert das Schicksal dieser Betroffenen unsere Volksvertreter ? Herrn Thierse ? Offensichtlich nicht. Es scheint ihnen egal zu sein.
Wenn man "sexueller Missbrauch Rotherham" guglt, erfährt man wohin das führen kann. Dort hat es auch nicht interessiert. Kann man (Herr Thierse ?) ausschließen, das es bei uns nicht ähnliche Horrorverhältnisse gibt ? Die Berichterstattung über Rotherham war übrigens sehr "zurückhaltend". Könnte ja der falschen Seite nützen....

Robert Müller | Di, 14. November 2017 - 17:09

In reply to by wolfgang spremberg

Ich habe das Thema Rotherham seinerzeit auch verfolgt. Da hat die "liberale" englische Gesellschaft in Nordengland sozial schwache Engländerinnen den Pakistanern zur sexuellen Ausbeutung überlassen und weg geguckt. Im Prinzip war das das gleiche wie zuvor mit den pädophilen Priestern und gerade mit Hollywood. Dem eigenen guten Gewissen werden andere geopfert: Das ist deren moralische Überlegenheit. Kotz!

Bernd Eifländer | Di, 14. November 2017 - 12:58

Zitat : Der Schrecken über das Ergebnis der Bundestagswahl sitzt vielen noch in den Knochen. Was ist da eigentlich passiert? Zitat ende.
Was soll passiert sein, die Vernunft setzt sich langsam durch ! Mir wird der Schreck in die Knochen fahren, wenn Grün, Gelb, Schwarz und Bayernblau eine Regierung bilden.

Markus Michaelis | Di, 14. November 2017 - 13:45

Aus meiner Sicht hat sich das liberale Bildungsbürgertum (oder Links-Grün oder wie immer) verrant. Nur weil man einen Begriff nicht scharf und für alle einheitlich definieren kann, ist ein Begriff nicht unsinnig. Im Gegenteil: außer Leitkultur und Deutsch sind auch Demokratie, Menschenrechte, Recht, Verfassung etc. unscharfe Begriffe. Hier hat man eher keine Lust nachzudenken und Widersprüche auszuhalten.

Gerade die Migration zeigt für mich wie sehr sich das liberale Bürgertum verrant hat. Innerhalb der deutschen Blase sieht alles erstmal stimmig aus. Aber die Migranten öffnen den Blick in die Welt und es scheint offensichtlich, dass in Pakistan, Algerien, China und Kolumbien nicht mehrheitlich so gedacht wird wie im deutschen liberalen Bildungsbürgertum. Wie geht man damit um? Da kommen für mich wenig Aussagen, die ich nachvollziehbar finde. Und alles nur auf soziale Ungleichheiten zu reduzieren (und selbst da bräuchte man gangbare Wege raus) finde ich ärgerlich unterkomplex.

Olaf Metzger | Di, 14. November 2017 - 14:31

grad im dem ehemaligen Paris des Nahen Osten, war man mal ganz erpicht darauf die Arme und grenzen weit zu öffnen... fragen sie die leute da heute mal ob das so ne tolle idee war.

und gegen veränderunge wäre ja nichts einzuwenden, wenn es den ehrlich passieren würde... und den bürger als Souverän vorher gefragt hätte.... stattdessen schafft man fakten, vernebelt die zustände solange bis es nicht mehr unter den teppich zu kehren ist.... und wundert sich dann das der "michel" nicht begeistert ist ?

Ohne die Sylvester nacht würde man immer noch das willkommen märchen aufführen. und auf die idee das die leute sauer sind nicht weil sie "zuwenig" über das fremde wissen.... sondern eher genug erlebnisse hatten in den letzten jahren kommt niemand, der mit "fremden" nur zu tun hat bei der auswahl wo er abends mit Freunden essen geht.
und fragen sie mal meine Döner mann hier im Haus was der von der zuwnaderung hält.... gegenüber dem seine aussagen ist die Afd n knaben chor

Wolf-Dieter Hohe | Di, 14. November 2017 - 14:44

Herr Thierse @ Inschrift Reichstag Berlin -
Sehr geehrter Herr Thierse,
Wenn mich meine Erinnerung nicht völlig im Stich lassen dann sind Sie gewesen der, als eine Ihrer ersten amtsgetragenen Handlungen als amtlich Wiedervereinigter, vehement und ausdauernd durchsetzen wollte die Inschrift
"Dem Deutschen Volke"
in
"Der deutschen Bevölkerung"
umzuwidmen.
Soviel zur Lauterkeit Ihres Beitrages.
Wolf-Dieter Hohe

Gerd Risse | Di, 14. November 2017 - 14:53

Ein Wendehals versucht sich mit seinen beschränkten Mitteln bemerkbar zu machen.

Ute Walenski | Di, 14. November 2017 - 15:03

Im Abschnitt "Deutschland wird sich ändern" ist viel von "müssen" die Rede. Was müssen wir, was muss ich? Ich muss mich ändern, nur weil andere beschließen, in unserem Land zu leben? Ganz ehrlich: Ich muss erstmal gar nichts.

Ändern? Ich empfehle Tommy Jaud "Einen Scheiss muss ich" mit weit über die Politik hinaus schönsten Beispielen wie man sich wehren kann wenn der "sogenannte" Mainstream, der aber in Wahrheit nur aus einer sehr kleinen aber laut artikulierenden Zahl von Personen beschließt, dass "man" etwas zu tun oder zu lassen hat.

Torsten Knecht | Di, 14. November 2017 - 15:30

Hat Herr Thierse den Zusammenhang zwischen dem Wahlrückgang seiner Partei wegen A2010 und der Politik der GroKo nicht verstanden - trotz politischer Tätigkeit seit xx Jahren?

Tut mir leid für Ihn aber noch mehr für die Einheimischen, die unter den Folgen von A2010 und den konkreten Auswirkungen durch Merkels Zuwanderungspolitik zu leiden haben.

Die Wahlbeteiligung lag bei weit über 70% u. die GroKo wurde abgewählt. An der Ängstlichkeit des Souverän lag es nicht sondern an der konkreten Politik der ehemals GroKo am Souverän vorbei. So verliert man Wahlen, Herr Thierse.

Der Souverän will vieles anders als die Politiker durchsetzen: Zuwanderung, Niedriglohn, A2010 ... geht am Interesse der meisten Bürger vorbei.

MITGESTALTUNG durch Volksentscheide bedeutet Mündigkeit. Alles andere trifft nicht bzw. kaum den Willen des Souverän.

Im übrigen begrüsse ich eine Mandatsbegrenzung ebenso wie eine Amtszeitbegrenzung bei Politiker.

Hans W. Koerfges | Di, 14. November 2017 - 15:38

Der Artikel stammt von einem gebildeten Menschen, der keine Ahnung davon hat, was der normale Mensch denkt und was dieser bevorzugt. Das ist ein Kreuz in Deutschland nach 1945. Wer etwas auf sich hält, will ein Intellektueller sein. Ich bin ein Otto Normalverbraucher und treffe täglich Menschen, die mit dem Begriff Leitkultur nichts anfangen können, weil sie ohne grosse Worte Leitkultur leben. Unausgesprochen sind die meisten normalen Menschen stolz darauf Deutscher zu sein. Sie sind neugierig auf neue Sachen und Menschen. Sie haben längst erkannt,, dass Deutschland neue Deutsche benötigt, die im Zweifel im Baströckchen herumlaufen. In meiner rheinischen Heimat wurden im 19. und 20. Jahrhundert ohne jedes wirkliche Problem Zuwanderer integriert. Das waren die Menschen, die ins Ruhrgebiet kamen und die Heimatvertriebenen nach 1946, die teilweise fremder waren als Hottentotten.

Was soll also das ganze sinnlose Geschrei?

Torsten Knecht | Di, 14. November 2017 - 16:09

In reply to by Hans W. Koerfges

... Politiker setzen den Souverän vor vollendeten Tatsachen, ohne Ihn vorher zu fragen. Das ist der Knackpunkt.

Merkels Zuwanderungspolitik ist die Antwort aber nicht die Lösung für eine asoziale Familienpolitik oder der Wünsch-Dir-Was-Wirtschaft in Deutschland. Wieso wächst jedes 5 Kind in Deutschland in Armut auf? Gleichzeitig lassen wir - bei 3 Mio. Arbeitslosen - mehr als 1,5 Mio. Zuwanderer ins Land obwohl wir lediglich 1 Mio. freie Stellen auf dem Arbeitsmarkt haben. Und weniger als 10% von den 1,5 Mio. Zuwanderern sind wirklich asylberechtigt.

Das passt vorne wie hinten nicht. Von wegen vom Ende gedacht ... ok, kommt drauf an wie das Ende aussehen soll?

Für Politiker gilt: "In the long run we are all dead"(Keynes).

Keynes moniert dabei, dass eine zu lange Perspektive die aktuelle Problemlösung verhindert. Konkret heißt das: Der Islam gehört zu D. Vielleicht noch nicht jetzt, aber warten sie doch einfach ab. In 50 Jahren bestimmt ! Also alles kein Problem. Wir müssen nur abwarten. Ende gut, alles gut.
Und irgendwann wird Katrin Göring-Eckardt Bundespräsidentin. Wetten dass.

Joachim Kortner | Di, 14. November 2017 - 16:29

"Es waren nicht nur Nationalisten und Rassisten, die die AfD gewählt haben." Wie kommen Sie, Herr Thierse, auf die Idee, dass die Kritik am Islam etwas mit Rassismus zu tun hat? Rassismus ist die Ablehnung, Diskriminierung und Verfolgung von Menschen, weil sie einer bestimmten biologischen Ethnie angehören. Der Islam ist weltweit verbreitet und hat mit ethnischer Zugehörigkeit nichts zu tun. Auch Sie wissen das! Auch Sie wissen, dass sich in der "Kairoer Erklärung" über 50 islamisch dominierte Staaten von der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen" losgesagt haben. Also hören Sie definitiv damit auf, alle Kritiker des grundgesetzfeindlichen Islam wider besseren Wissens mit der dümmlichen "Rassismuskeule" zu traktieren.

Ursula Schneider | Di, 14. November 2017 - 17:29

In reply to by Joachim Kortner

dass in dem ganzen langen Text das Wort "Islam" nur ein einziges Mal vorkommt? Synonym wird mehrfach der Begriff "Globalisierung" gebraucht. Doch so wenig Rasse mit Religion gleichzusetzen ist, wie Sie richtig anmerken, so wenig hat Globalisierung mit der Gefährdung der deutschen Kultur zu tun. Ich nehme an, auch dies weiß Herr Thierse sehr genau, zieht aber die Begriffsverwirrung aus durchsichtigen Gründen vor ...

Danke, Frau Schneider, dass Sie mich auf diesen tückischen "Islam"-Vermeidungs-Euphemismus "Globalisierung" aufmerksam gemacht haben. Der Text war einfach zu stark mit einer pastoralen Wörterinflation gespickt, als dass mir Ihre zutreffende Entdeckung aufgefallen wäre.

Bernhard Jasper | Di, 14. November 2017 - 17:11

860 000 Menschen sollen ohne Wohnung in Deutschland sein. Das ist extreme Aufklärung. Wir sitzen die Probleme aus, gehört zur "deutschen Leitkultur".

Romuald Veselic | Di, 14. November 2017 - 17:16

brauche, im Allgemeinen.
Ich weiß, was ich nicht brauche, im Besonderen.

Ich will nicht belehrt werden, sondern informiert.
Ich will nicht bevormundet werden, sondern mit Alternativen umgehen.
Ich will nicht, dass man mir sagt, wenn ich zu mögen habe und wie. In der Selbstbestimmung entscheide immer ich, wer meine Freunde sind und wer nicht. Was mir gefällt und was nicht.
Nichts ist mir suspekter, als Selbstlob und Unfehlbarkeit.
Weil ich anderer Meinung bin, bin ich nicht weniger Mensch.
Weil alle das gleiche tun/denken, bedeutet dass nicht, dass das richtig ist.
Nicht jeder, der redet, hat auch was zu sagen.

Bernhard Jasper | Di, 14. November 2017 - 17:48

Der Bedarf an Sozialwohnungen soll bei 5,6 Millionen Wohnungen liegen. Herr Thierse, diesen gesellschaftlichen Spiegel halte ich Ihnen vor. Treten Sie von der öffentlichen Bühne ab. Sie haben auf ganzer Linie versagt!

Claudia Martin | Di, 14. November 2017 - 17:57

Herr Thierse gebt von einer ständigen Vermischung bzw. Von einer gegenseitigen Beeinflussung aus. Das ist offensichtlich der Idealzustand der liberalen Linken. In der Realität leben jedoch die Gruppen je in ihrer eigenen Nische weiter nebeneinander her. Problematisch ist diese Situation nur, wenn soziale Ungleichgewichte bestehen. Für mich ist völlig unverständlich wie die SPD und die Linke eine Armutszuwanderung in diesem Ausmaß zulassen können. Die Leidtragenden sind ja doch ihre eigene Wählerschaft. Diese wanderte und wandert weiter zur AFD.
Sehr problematisch ist die Entwicklung in den Städten. Da hier die zugewanderten Gruppen sehr zahlreich sind, ist hier eine Veränderung des Stadtbildes vielfach erkennbar. Hier in den USA begegnet man dem dadurch, dass hier Communities entstehen für die verschiedenen Gruppen. Für die bessersituierten Menschen auch "gated commuities" mit bewachtem Eingang. "A commuity is a ... unit who has something in common, such as norms, religion, values."

Achim Scharelmann | Di, 14. November 2017 - 17:57

Wir brauchen keine Leitkultur sondern eine Abschaffung unserer Leidenskultur und dann sollten wir Fakten schaffen zum Wohle des Deutschen Volkes und nicht zum Vorteil der halben Welt, denn wir haben sie gewählt zu unserem Nutzen und nicht gegen die Interessen der Mehrheit und wenn sie das nicht begreifen wollen, dann ist es nur eine Frage von Zeit bis sie im politischen Nirwana verschwinden.

Rolf Pohl | Di, 14. November 2017 - 18:02

... völlig korrekt wie auch zeitnah.

Schließlich spürte diese Partei bereits per Wahlergebnis am deutlichsten was es heißt keine Heimat mehr für einstigen Wähler zu sein. Andererseits ist`s auch nicht mehr so wichtig was die SPD in dieser Sache von sich gibt. Damit gleicht sie immerhin den Grünen und der CDU aufs Haar.
Na ja, FDP und CSU holen derzeit eifrig auf. Hauptsache regieren, was schert uns unser gebabbel von gestern.

Dr. Lothar Sukstorf | Di, 14. November 2017 - 18:06

...nur verklausuliertes pastorales Geschwätz, der ein sehr verstellten Blick auf das reale Alltagsleben in D. hat. Die 'kleinen Alltagsterrorisierungen' von jungen türkischen Neubürgern, Arabern, Afrikanern...davon weiß er nichts, damit ist er nicht konfrontiert, dort, wo er lebt...das gilt noch mehr für das grüne ZK und Politbüro und das der Sozis...und Schwarzen...

Cecilia Mohn | Di, 14. November 2017 - 18:08

Es ist ja ehrenwert, dass Sie die SPD retten wollen, Herr Thierse, aber die ist nicht mehr zu retten. Und: wir, die wir eine Alternative zu den etablierten Parteien wollen, wir haben keine Angst, Herr Thierse. Wir sind auch keineswegs verunsichert. Wir haben von Ihresgleichen die Nase gestrichen voll. Wir brauchen niemanden, der uns sagt, wo es langgeht. Wir brauchen keinen Vormund. Wir sind aufgeklärte Bürger, die die Globalisierung ablehnen, weil sie Verelendung für die meisten Menschen bedeutet und Umweltzerstörung in globalem Maßstab. Wir brauchen keine Asylindustrie und wir lehnen es ab, dass die Etablierten Parteien in Europa Millionen Afrikaner davon abhalten, ihre Länder nachhaltig zu bewirtschaften und aufzubauen - und sie dagegen mit unsinnigen und unerfüllbaren Versprechungen in die Ferne locken - und damit Kulturen gegeneinander aufhetzen. Wir sind bereits multikulturell in Deutschland. Wir brauchen keine Monokultur aus Nordafrika.
Wir müssen uns nicht ändern, wir sind.

Thomas Schmid | Di, 14. November 2017 - 18:17

unser Land sich weiter verändert und dauerhaft pluralistischer wird, also ethnisch und religiös-weltanschaulich und kulturell vielfältiger und widersprüchlicher wird."
Und ich sage Ihnen, WIR MÜSSEN GAR NICHTS und wer ist bitte WIR?
Eine wachsende Zahl von denkenden Bürgern ist es leid, von Leuten wie Ihnen bevormundet und gegen ihren erklärten Willen beglückt und für Ihre Rechtsbrüche in Regress genommen zu werden. Ich bin nicht das Volk aber genau wie meine 80 Millionen Brüder und Schwestern ein Teil des Souveräns. Und dieser Souverän wird Ihnen und der von Ihnen vertretenen, selbstherrlichen Obrigkeit noch gewaltig Feuer unter dem Hintern machen. Im Osten unseres schönen Landes hat die SPD noch Splitterparteiencharakter und auch im Westen wird die SPD auf viele Jahre nichts mehr zu bestellen haben. Für wen sprechen Sie eigentlich?
Ich gebe Ihnen noch etwas mit für den weiteren Sinkflug:Im Osten geht die Sonne auf und Österreicher sind zwar schneller aber nicht schlauer. Tschüss!

muss ich Ihnen bezüglich des Wahlverhaltens bei der letzten Bundestagswahl Recht geben. Daher folgende Korrektur:
Die Österreicher UND Österreicherinnen sind nicht nur schneller sondern auch noch schlauer als die Mehrheit der Deutschen. Ich gebe zu, dass ich mittlerweile große Sympathien für aufsässige Bergvölker hege.
Neidisch auf Österreich zu sein, will für einen Deutschen schon etwas heißen. ;-))

... Herr Schmid.

Zu den Österreichern gibt es noch mehr Positives zu berichten, was sie von Deutschland unterscheidet.

Erstens zahlen die besser, haben viel stärkere Restriktionen was Leiharbeit betrifft u. damit weniger Arbeitssklaven und die Rentner haben durchschnittlich 800 Euro mehr als die deutschen Rentner.

Abgesehen davon, das der gewählte Kurz eine Politik für den Bürger macht und nicht gegen ihn.

wolfgang spremberg | Di, 14. November 2017 - 18:43

wandert zur AfD. Das ist das Hauptproblem von Herrn Thierse und seinen politischen Freunden.
Gated communities mit bewachtem Eingang...gutes Stichwort. Vorbild USA : gewählt wird viel nach ethnischer / religiöser Zugehörigkeit (fast wie in Afrika), entsprechend wird auch gewohnt. Wer es sich leisten kann verschanzt sich mit seinesgleichen und lässt sich bewachen. Wer es sich nicht leisten kann hat halt Pech gehabt.
Das droht uns auch. Entweder bewachen wir die Eingänge gemeinsam (Europa / Deutschland) oder wir müssen uns, ganz nach Geldbeute,l selbst bewachen. Mit Schulen, Altenheimen etc. wird es ähnlich laufen. Herr Thierse und seine Freunde merken das nicht ? Müssen wohl noch deutlich mehr Wähler zur AfD wechseln.

Dimitri Gales | Di, 14. November 2017 - 20:19

Man will Migranten Willkommen heissen, die Grünen wollen Familiennachzug ohne Begrenzung, aber inzwischen weiss man, dass die kontinuierlich steigende Zahl der Wohnungslosen 50 Prozent der Migranten betrifft. Das ist ein Beispiel von vielen bezüglich Integration. Der Bürger kann so etwas nicht einfach wegstecken oder, wie manche Politiker, weglügen.
Im allgemeinen: die auch von der SPD vertetene Doktrin der Herrschaft der Technokratie und des Marktes, in Verbindung mit der Globalisierung, kommt an ihr Ende. Nationale Strömungen werden in allen Ländern an Gestalt und Kraft gewinnen.
Die Wahl Trumps, Brexit, AfD etc. sind davon die ersten Vorboten.
Der Nationalstaat wird wieder an Bedeutung gewinnen.

Heinrich Kehmeier | Di, 14. November 2017 - 21:33

Ja,es gibt eine kulturelle Selbstbehauptung, die nicht nur legitim ist, sondern auch notwendig um das Eigene vom Fremden zu unterscheiden und dann dem Fremden positiv begegnen zu können. Nur aus dem Wissen um die eigene kulturelle Identität kann in der Begegnung mit anderen kulturellen Identitäten etwas Neues entstehen, nicht verordnet, nicht propagiert.
Das ist aber nur ein Aspekt, der sicherlich in kulturell vielschichtiger werdenden Gesellschaften hoch zu veranschlagen ist. Mindestens genauso wichtig ist der Aspekt der Selbstvergewisserung, die ganzheitlich verstanden intellektueller und emotionaler Rückhalt nicht nur in politisch unsicherer Zeit ist. Und, wenn dann nichts Neues entsteht, sondern Tradition gepflegt und angepasst wird, ist das genauso schützenswert.
Auch, weil die Linke diesen zweiten Aspekt (Arbeitertraditionen) verloren hat, gerät sie in eine politische Sackgasse. Thierse scheint dies erkannt zu haben. Weiss seine Partei davon?

Brigitte Simon | Di, 14. November 2017 - 23:00

Schon wieder Thierse im Cicero ist zuviel´ Ehr für Thierse. Trotzdem machte ich mir die Mühe, zumindest diagonal, diesen Artikel zu lesen. Auf
halben Weg verkürzte ich diese Diagonale.

Was soll dies Alles? Gut, daß die AfD die Werthaltigkeit der deutschen Bürger auf den Punkt brachte, unsere Heimat, unsere Leitkultur,
unsere Kultur hoch ansiedelt. Nach Protesten
gegen die AfD wird nunmehr nachgedacht. Ließ
Thierse sich wachrütteln? Doch nicht sehr weit.
In seinem Statement zur deutschen Kultur setzt Thierse das Adjektiv "deutsch" in Klammer. Müs-
sen wir Deutsche unsere Kultur weltweit verteidi-
gen? Eine Kultur, die Leute wie Mendelsohn-Bar-
tholdy, Walter von der Vogelweide, Leibniz, Gutenberg, Bach, Goethe, Beethoven und und und...hervorbrachte." Frankreich, Italien,
Österreich ... tragen ihre Kultur, ihre Leitkultur, wie ein Schild vor sich her.
Wo finden wir unser Land, von dem Merkel sagte ..."dann ist es nicht mehr mein Land!" Diese
Mißachtung ist beschämend.

Brigitte Simon | Di, 14. November 2017 - 23:27

Zu meinem Kommentar (Blatt 1) möchte ich
kurz noch hinzufügen:

Wie stünde heute Europa, die sensible EU da?
Ohne Deutschland mit seiner Leitkultur, Zuver-
lässigkeit etc., etc.

Willi Mathes | Mi, 15. November 2017 - 09:03

Na sowas,

Herr Thierse sucht verzweifelt nach einer" deutschen Leitkultur " ?
Die wird täglich von den " Einheimischen " und den integrierten Mitbürgern erfolgreich praktiziert !
Die SPD ist offensichtlich nicht mehr zu retten !

freundliche Ghrüsse

Claudia Westphal | Mi, 15. November 2017 - 10:20

Nationale Identität hingegen halte ich persönlich für einen Mythos, der immer nur zu politischen Zwecken hervorgekramt wird.

Jeder, der schon mal beruflich von Nordfriesland nach Bayern, Hessen oder Sachsen gezogen ist, merkt, dass die kulturelle Identität durchaus hinderlich sein kein. Man kann sich noch so sehr bemühen, man wird kein Urbayer und die Integration fällt sehr schwer. Gleiches kann einem in anderen Bundesländern passieren, je nachdem, wo man hinzieht.

Es gibt lokale kulturelle Identität, gleichen Dialekt, gleiches Essen, gleicher Humor, Geschichte, Folklore. Das gibt es überall, in jedem Land. Auch in UK macht man aus einem Geordie keinen Scotsman keinen Welshman. Und in Frankreich sind die Provenzalen anders als die Bretonen.

Eine nationale Identität mag es auch geben, allerdings halte ich persönlich diese in der von manchen beschworenen Form für eine Legende, ganz besonders für diejenigen, die sich in einem vereinten Europa in verschiedenen Ländern bewegen.

Sehr geehrte Frau Westpahl,

nehmen Sie sich bitte etwas Zeit für Herrn Bassam Tibi!

Deutschland hat eine gemeinsame Leitkultur. Was unsere Bundesländer
betrifft hat jedes Land seine Eigenheiten, die beginnen bei der unterschied-
lichen geographischen Lage usw. Wie gerne fahren die "Norddeutschen"
in die Berge, wie gerne fahren die "Süddeutschen" an die Nord-bzw. Ost-
see und genießen deren Besonderheiten im Rahmen der deutschen Leit-
kultur. Warum "Legende?"
Mit einem sonnigen Gruß aus München, Brigitte Simon

Es gibt eine starke regionale kulturelle Identität, das bestreite ich auch nicht.

Die nationale Identität wird immer aus politischen Gründen beschworen. Das hat nichts damit zu tun, ob Sie gern in den Bergen oder an der See Urlaub machen. Andere fahren gern nach Italien. Das macht aber aus ihnen keinen Italiener.

Sie können als Deutscher in Deutschland so fremd sein, dass es Ihnen unmöglich ist, sich zu integrieren, auch wenn Sie sich noch so sehr bemühen. Das haben wir selbst erlebt und auch bei Freunden und Bekannten beobachtet. Als Jobnomaden kann es sie überall hinverschlagen. Es kommt ganz darauf an, wohin.

Noch stärker kann sich das verändern, wenn Sie längere Zeit im Ausland leben. Das prägt wieder in eine andere Richtung und kann sich so stark auswirken, dass Ihnen vieles im "eigenen Land" völlig unverständlich erscheint. Leitkultur oder Engstirnigkeit?

In Grenzgebieten haben selbst Bewohner verschiedener Länder eher eine gemeinsame Kultur als im Landesinneren.

Auch ich komme aus dem Süden. Der endet für mich nördlich am Main. Nord- und Ostsee mag ich nicht. Ist mir zu kalt. Wien ist mir näher als Berlin. Überhaupt Berlin! Darauf kann D sicherlich gut verzichten. Eventuell wären die Polen daran interessiert. Als Reparationszahlung. Berge finde ich gut. Aber was hat das mit der sicherlich nicht vorhandenen Leitkultur zu tun? In welchem Deutschland gilt denn die viel zitierte Leitkultur? In den Grenzen von 1871 oder was? Forget it.

...Alles gut und schön...und dennoch eint uns über all das, was Sie richtig anführen, etwas, was über all dem steht...das kann man wohl nationale Identität nennen, ein WIR-Bewußtsein, das sich aus unseren Eigenarten, unseren Eigenheiten unseren tradierten Mustern, Werten, Gepflogenheiten, Sitten, Gebräuchen etc. ableitet, Etwas, was uns einzigartig macht - als Volk- was es sonst nirgendwo auf der Welt ein zweites Mal gibt. All dies wollen uns Merkel, die links-grünen Zeitgeistler und das linke ZK und Politbüro nehmen...Ich sage bewußt, ohne mich!

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 15. November 2017 - 10:26

Wir haben bereits eine kulturelle Identität oder besser gesagt, eine deutsche Identität, wir brauchen keine NEUE! Es wurde uns in den letzten ca. 20 Jahren verwehrt, laut zu bekunden, daß wir eine Identität haben, die sich von anderen absetzt und unterscheidet. Das passte dem links-grünen-Zeitgeist in Politik und Medien überhaupt nicht. Und schon gar nicht passte es dem grünen ZK und Politbüro! Uns wurde vieles nicht gestattet oder man ließ uns nicht durchgehen - in einer Art Selbstverstummung hielten wir uns zurück - uns wurde eingeimpft, zu bestimmten Themen, z.B. Ablehnung von Multikulti, schlichtweg das 'Maul zu halten', weil es andernfalls unmoralisch und nazihaft gewesen wäre. Um es frank und frei zu sagen, mir reichen die 11-15% Fremden hier bei uns; ich sage bewußt bei UNS!

Karin Bußler | Mi, 15. November 2017 - 13:50

Herr Thierse,
Sie wollen uns eine neue Definition von Kultur erklären? Wenn ich mich recht erinnere hatten Sie vor geraumer Zeit schon ein Problem mit den Deutschen aus dem Ländle in ihrem Kiez. Jetzt kommen Sie daher und verlangen, dass wir die ungefragte Einladung aller Beladenen dieser Erde akzeptieren. So funktioniert der Umgang mit dem Pack, äh ich vergaß, dem Souverän nicht.
Wo war eigentlich Ihre Stimme bei Verwaltigungen von uns Frauen? Wo war sie bei den ganzen eigenmächtigen Handlung der Kanzlerin,Denunziantenstadel, Netzwerksdurchungsgesetz u.u.? Sie kommen zu spät, es ist unglaubwürdig.

Und hier Dann:

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass unser Land sich weiter verändert und dauerhaft pluralistischer wird, also ethnisch und religiös-weltanschaulich und kulturell vielfältiger und widersprüchlicher wird".

Aber hauptsächlich seine kleine Schrippenwelt bleibt Ihm erhalten!

Die SPD steht heute dort wo sie wegen solcher Zeitgenossen hingehört.
Basta!

Enrico Stiller | Do, 16. November 2017 - 16:28

und ist nur noch zur Rückzugsgefechten und Abwehrreaktionen fähig. Das ist das Ergebnis von jahrzehntelanger Herrschaft über die sich als intellektuell dünkenden deutschen Stammtische. Dies hat sie müde, arrogant, und unfruchtbar gemacht. Thierses hilflose Erklärungsversuche sind eins dieser Rückzugsgefechte, um zu retten, was zu retten ist. Dabei versteht er nicht, was passiert. Es geht nicht um Globalisierung. Es geht um die Vernichtung unserer Identität. Die ist genau so wenig oder so sehr "diffus" wie alle kulturellen Begriffe. Was ist der Mensch, was ist Gerechtigkeit, was sind denn die flatternden Fahnenbegriffe der Linken anderes als diffuse Herrschaftsparolen? Deutsch sein, heisst, den Rasen nicht zu betreten, sein Auto zu waschen, sein Bier zum Schweinsbraten zu trinken, Goethe zu schätzen, sich für den Holocaust zu schämen, fleißig zu arbeiten. Wir wollen ein Wir-Gefühl als Gruppe. Daraus entsteht "Sozialkapital" - aber die Linken haben nicht einmal eine Ahnung, was das ist.

Genau das ist mein Problem

"Deutsch sein, heisst, den Rasen nicht zu betreten, sein Auto zu waschen, sein Bier zum Schweinsbraten zu trinken, Goethe zu schätzen, sich für den Holocaust zu schämen, fleißig zu arbeiten"

Ich will gern glauben, dass Sie das so sehen und möchte es auch nicht kritisieren. Aber bei all den vielen Postings um die Nationale Identität und das sogenannte "Wir-Gefühl" weiß ich immer noch nicht, was damit gemeint sein soll.

Amerikaner haben z.B. nur 2 Wochen Urlaub im Jahr. Sind die nicht fleißig? Wieso ist fleißig-sein also typisch deutsch?

Die Deutschen, die einen Kebab oder eine Pizza einem Schweinsbraten vorziehen, sind demnach keine richtigen Deutschen. Schon gar nicht, wenn sie kein Bier trinken?

Wie passt "für den Holocaust schämen" mit Alexander Gauland's "Stolz auf die Soldaten der Wehrmacht" zusammen?

Was ist Nationale Identität?

Wikipedia schreibt dazu eine ganze Seite, die auch nicht schlauer macht.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Wir danken für Ihr Verständnis.