Yücel und Pirincci - Meinungsfreiheit muss für alle gelten

Kolumne: Grauzone. Die Verhaftung des Journalisten Deniz Yücel ruft empörte Reaktionen hervor. Und doch hinterlässt das Solidaritätsdelirium einen schalen Beigeschmack. Was, wenn statt Yücel ein Autor wie Akif Pirinçci in Untersuchungshaft säße?

Ein Mann zieht sich ein T-Shirt mit der Aufschrift "# Free Deniz" über
Solidarität mit Gleichgesinnten ist leicht bekundet. Bei Andersdenkenden ist das schon schwieriger / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Vor Kurzem erschien sein Buch „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ beim Claudius Verlag München.

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Alexander Grau

Eigentlich muss man es nicht extra betonen. Doch wir leben in seltsamen Zeiten. Daher: Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, vielleicht das höchste Gut in einem Rechtsstaat überhaupt. Nur ein Land, in dem man ohne Angst vor Verfolgung und Diffamierung seine Meinung frei sagen kann, ist ein lebenswertes Land. Meinungs- und Gedankenfreiheit gehen über alles. Danach kommt sehr lange nichts.

Aus diesen Gründen sind die empörten Reaktionen auf die Verhaftung des Journalisten Deniz Yücel mehr als berechtigt. Der Umgang der türkischen Regierung mit ihren Kritikern, die Einschränkung der Meinungsfreiheit, das alles ist abstoßend. Abgesehen davon, dass die Verhaftung eines Menschen unter vorgeschobenen Gründen, egal ob Journalist oder nicht, ein Skandal ist.

Der wird auch nicht dadurch relativiert, dass Yücel sich in der Vergangenheit unsachlich und beleidigend geäußert hat und seine Auslassungen etwa über Joachim Gauck („reaktionärer Stinkstiefel“) oder Thilo Sarrazin („zuckende Menschenkarikatur“) vulgär und verletzend waren. All jene, die angesichts der Verhaftung von Deniz Yücel kaum verhohlen ihre klammheimliche Freude zum Besten geben, entlarven sich daher nur selbst.

Freiheit der Gleichdenkenden

So weit, so selbstverständlich. Und doch hinterlässt das Solidaritätsdelirium, das viele erfasst hat, einen schalen Beigeschmack. Denn unwillkürlich fragt man sich, ob die Welle an Verbundenheit und Beistand genauso hoch gewesen wäre, wenn nicht Deniz Yücel in türkischer Untersuchungshaft säße, sondern sagen wir mal der Autor Akif Pirinçci.

Freiheit ist für nicht wenige in diesem Lande zur Freiheit der Gleichdenkenden verkommen. Insbesondere in den politisch engagierten Kreisen ist man auf den kleinsten Verdacht hin bereit, umgehend für die Rede- und Pressefreiheit zu streiten, Mahnwache inklusive. Gut so. Irritierend ist jedoch, dass dieselben Leute nicht davor zurückschrecken, mit der gleichen Verve politische Gegner mundtot zu machen und von dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Wie verkommen die Sitten in dieser Hinsicht schon sind, kann man bezeichnenderweise nirgendwo besser beobachten als an den Orten, wo Meinungsfreiheit eigentlich das höchste Gut sein sollte: an den Universitäten.

Da ist es kein Trost, dass es auch in dem gegenüberliegenden politischen Lager nicht besser aussieht. Auch hier inszeniert man sich als Freiheitskämpfer, ja geradezu als Guerillero des freien Wortes, doch auch hier endet die Redefreiheit zumeist am eigenen ideologischen Horizont.

Yücels und Pirinçcis dieser Welt aushalten

Wäre die Lage nicht so ärgerlich, man müsste sich ob dieser lagerübergreifenden Kleingeisterei eigentlich totlachen: Die Linke streitet für ihren Yücel, die Rechte kämpft für ihren Pirinçci und alle kämpfen – natürlich immer im Namen der Freiheit – gegeneinander. Was auf der Strecke bleibt ist das freie Wort, das unverstellte Gespräch, der offene Diskurs ohne Sprachtabus.

Doch eine offene, freiheitliche Gesellschaft muss die Yücels und Pirinçcis dieser Welt aushalten können. Mehr noch: Sie muss dafür streiten, dass ein Yücel sich ebenso äußern darf und soll wie ein Pirinçci und umgekehrt. Denn die Freiheit des Wortes und des Gedankens gilt für alle, nicht nur für die Produzenten von Sprechblasen.

In freien Gesellschaften weht ein harter Wind

Um nicht missverstanden zu werden: Diese Einsicht darf nicht dafür instrumentalisiert werden, um ein Recht auf Beschimpfungen und Pöbeleien aller für sich in Anspruch zu nehmen – schon gar nicht in anonymisierter Form.

Doch zugleich lehrt uns das Beispiel Yücel, dass wir gut beraten sind, Beleidigungen als einen hässlichen Teil unserer Meinungsfreiheit ein Stück weit hinzunehmen. Ihre Grenzen findet sie im Recht. Wie in den Fällen Yücel und Pirinçci geschehen. Der eine wurde im für seine Äußerungen über Sarrazin wegen schwerer Verletzung der Persönlichkeitsrecht belangt, für den anderen wurde ein Strafbefehl erlassen. 

Wir sollten aber zugleich unsere Freiheit nicht von denen abhängig machen, die sich zu schnell beleidigt fühlen. Das kann unser Interesse nicht sein. Freie Gesellschaften sind nicht kuschelig, in ihnen weht mitunter ein harter Wind. Und gutes Benehmen erzwingt man nicht mit dem Strafgesetzbuch. 

Vor allem aber sollten wir uns öfter klar machen, dass sich das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht auf unsere jeweiligen Gesinnungsgenossen beschränkt. Heute für die freie Rede streiten und morgen Menschen mit einer anderen Meinung niederschreien, passt nicht zusammen. Das klingt banal. Doch der Alltag zeigt, dass man hin und wieder daran erinnern muss.

Reiner Jornitz | Sa, 4. März 2017 - 10:20

Man sagt : Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein ! Wenn Deniz Yüzel deutsche Politiker beleidigt hat und nichts passiert und ihm eigene türkische Regierung Spionage und Gründe sucht ihn einzusperren ergibt das einen sehr faden Beigeschmack. Was lehrt uns das? Erstens ist es erkenntlich das wir stolz sein können in Deutschland zu leben und unsere Meinung kundtun , so müssen wir auch Rückgrat besitzen und der Türkei sagen : nicht bei uns Wahlkampf und türkische Konflikte austragen! Diejenigen die nur wegen des Sozialstaates und Einkommens bei uns sind und nicht integrieren wollen und Parallel Gesellschaften bilden dürfen sehr gerne ins Sultanat Erdogans umziehen! Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen! Ich finde es eine Zumutung das in deutschen Talk-shows Werbung und Demütigung unseres Wertesystems ausgestrahlt wird. Da muss man sich auch wegen den Fernsehverantwortlichen an den Kopf langen. Noch ist Deutschland nicht die Türkei wenn manche Türken es auch so meinen !

Gerdi Franke | Sa, 4. März 2017 - 10:46

Das kann Deutschland für seinen Hoheitsbereich regeln. Aber Deutschland hat kein Recht, der Türkei vorzuschreiben, wie die zum Thema Meinungsfreiheit zu stehen hat. Und ein Mensch mit Doppelpass untersteht nun mal voll der türkischen Staatshoheit. Da nützt kein Quengeln!

Michael J. Glück | Sa, 4. März 2017 - 11:03

vielen Dank für Ihren ausgezeichneten Artikel, Herr Dr. Grau. Aber Meinungsfreiheit heißt auch im journalistischen Bereich vielfach nur Freiheit für die eigene Mainung. Und zugegebenermaßen ist es auch nicht leicht, konträre Ansichten einfach wegzustecken. Denn die eigene Grundüberzeugung hat man schließlich gewonnen, weil man es gut mit der Welt (und mit sich) meint.

Christine Otto | Sa, 4. März 2017 - 11:14

Vielen Dank an den Autor für diesen Artikel, der mir aus dem Herzen spricht! Mit jedem! Satz.
Und ich selbst tue gut daran, mir jeden Tag mantraartig die Maxime Rosa Luxemburgs ins Bewusstsein zu rufen: "Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden!"

Frau Otto, der Andersdenkende, den Frau Luxemburg anspricht, ist aber jemand, der innerhalb des kommunistisch-sozialistischen Spektrums eine andere Meinung hat.
Für andere Leute gilt die Meinungsfreiheitsthese dieser Dame eben nicht.
Soll ja auch heutzutage gewisse Parallelen geben bei denen, die den ganzen Tag von Buntheit und Meinungsvielfalt schwadronieren....

Heinrich Niklaus | Sa, 4. März 2017 - 11:22

Bundesverfassungsgerichtshof hat es in einem Grundsatzurteil hat es klar und treffend formuliert:

„Vom Schutzbereich der Meinungsfreiheit umfasst sind zum einen Meinungen [. . .], ohne dass es dabei darauf ankäme, ob sie sich als wahr oder unwahr erweisen, ob sie begründet oder grundlos, emotional oder rational sind, oder ob sie als wertvoll oder wertlos, gefährlich oder harmlos eingeschätzt werden. Sie verlieren diesen Schutz auch dann nicht, wenn sie scharf und überzogen geäußert werden.“

Und warum sprechen Politiker inzwischen von „falschen Meinungen“ (Grosse-Brömer)?

Und den Medien sei ins Stammbuch geschrieben: Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Infor¬mation über die Tatsachen nicht garantiert ist. Hannah Arendt

Sepp Kneip | Sa, 4. März 2017 - 11:24

"Heute für die freie Rede streiten und morgen Menschen mit einer anderen Meinung niederschreien, passt nicht zusammen."
In der Tat, das passt nicht zusammen. Leider wird es hierzulande in zunehmendem Maße praktiziert. Die politischen und medialen "Eliten" proklamieren zwar tagaus tagein die Meinungsfreiheit für sich. Aber sie setzen "Standards", indem sie mit der political correctness eine Linie ziehen, die nicht überschritten werden darf. Die freie Meinung wird geknebelt. Jeder, der diese Linie überschreitet ist ein Populist, Rechtspopulist, Rechtsextremer oder gar Nazi. Daran erkennt man schon die Richtung der Meinungskontrolleure. Mir ist bisher nicht aufgefallen, dass diese political-correctness-Linie auch für linke Meinungsäußerungen gilt. Kann es ja auch nicht, da die Meinungskontrolleure allesamt im linken Spektrum angesiedelt sind. "Richtige" linke Meinung schreit "falsche" rechte Meinung nieder. Es bleibt nicht beim Schreien, es wird auch handgreiflich. Deutschland 2017.

Christian Dörr | Sa, 4. März 2017 - 11:56

Wie immer objektiv und ehrlich analysiert.
Es bleibt aber bei der Meinungshegemonie der Linken: rechte Gewalt ist böse, linke Gewalt ist gut. Rechte Parteien sind böse, linke Parteien sind gut. Rechter Journalismus ist böse, linker Hetzjournalismus ist gut. Man könnte das unendlich fortführen, aber es ändert nichts an den Paradigmen.

Horst-Joachim Benner | Sa, 4. März 2017 - 12:11

Es ist schon erstaunlich, wie geschmeidig viele Zeitgenossen den Begriff der Meinungsfreiheit für ihre eigene Gesinnung nicht nur interpretieren, sondern lauthals verkünden und nachhaltig auf dem Markt allgemeiner Überzeugungen einfordern.
Ein allgemein linkksgrünevangelische Weltsicht hat Kindergärten und Schulen unterwandert und die Universitäten infiziert. Sie wird alltäglich seit 2 Generationen umfassend von unseren politisch angepassten Qualitätsmedien befeuert. Da ist kein Platz für abweichende oder differenzierende Meinungen. Ihr Echo gebiert die Blase, in der sich auch Otto bequem wiederfinden kann. Ergo wird eine parteiische Meinung zur allumfassenden Wahrheit für eine unkritische, angepasste Bevölkerung, die man nach eigenem Gusto lenken kann. Das ganze System ist viel subtiler angelegt, als es die kommunistischen Regime der Vergangenheit per ordre de Mufti praktiziert haben und erinnert in erschreckendem Maße an George Orwells "1984".

Ihr letzter Satz "Das ganze System ist viel subtiler angelegt, ....." zeigt in erschreckender Weise wo der Mainstream gelandet ist. Aber es gibt noch Inseln der Hoffnung, wie den Cicero.

Erstaunlich war in der DDR-Presse die raffinesse mit der, wenn auch wenige, Journalisten "zwischen den Zeilen" ihre Kritiken unterbrachten. Das waren Formulierungskünstler die verstanden wurden und ihre Aufseher verarschten.
Echte Typen mit Arsch in der Hose und Verstand im Kopf.

Und hier und heute. Kaum dem Embryonalalter entwachsen, sollen diese den Menschen erklären wie die Welt zu funktionieren hat. Nur noch grauenhaft.

Aber wie gesagt, es gibt noch Inseln.

Wolfgang Tröbner | Sa, 4. März 2017 - 12:16

Wenn wir einem Deniz Yücel Meinungs- und Gedankenfreiheit zubilligen, dürfen wir das einem Akif Pirinçci nicht verwehren. Trotz ihrer Verschiedenheit zeichnen sich beide dadurch aus, dass sie ihre Meinung zum Teil sehr unsachlich, verletzend und beleidigend kund tun. Aber, jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Danke, Herr Grau, dass Sie an dieses Grundrecht erinnern. Es gibt einige Politiker in unserem Land, die offensichtlich vergessen haben, dass dieses Grundrecht für jeden existiert, auch wenn es gelegentlich nicht gefällt.

Romuald Veselic | Sa, 4. März 2017 - 12:30

und wie schon mal Rosa Luxemburg sagte: „Die Freiheit, ist vor allem die Freiheit des Andersdenkenden“ - ist zur Super Farce geworden. Nur weil man nicht die Mainstream Ansichten gutheißt oder teilt, wird man durch bestimmende Medialkaste/Agitpropaganda zum Outlaw erklärt, in dem man ihm die Rechte abspricht, die für sich, die oben genannte Society, Mobartig beansprucht.
Nachhinein, durch geschichtliche Abläufe, wird man eines Besseren belehrt. Rosa Luxemburg meinte mit ihrem Zitat nicht den politischen Gegner, sondern sich selbst und ihren gleichen...

Günter Schaumburg | Sa, 4. März 2017 - 12:31

Ist ja alles schön und gut, vereehrter Herr Grau.
Aber was wäre, wenn sich alle dieses Stiles in der
Meinungsäußerung bedienen würden - von Pack
über Dumpfbacke hin zu zuckende Menschenkari-
katur, Köterrasse und dem Unflat der roten Kampftruppen? Auch das Aushalten hat seine Grenzen. Von Anstand will ich in diesen Zeiten gar
nicht mehr reden.

dass Sie darauf hinweisen, dass das Aushalten gewisser "Meinungsäußerungen" seine Grenzen hat und - ja doch - wir in diesem Zusammenhang endlich auch über Anstand sprechen MÜSSEN ! Es ist in diesem Land inzwischen "guter Ton" geworden, Menschen zu beleidigen, herabzusetzen, zu entwürdigen - und das geht schon in den Grundschulen los! Und es endet nicht bei (angeblich) akademisch Gebildeten! Was ist nur aus diesem Volk geworden?

sei Dank, Herr Bruhn. Damit fing es an. Man hat nur sehr, sehr lange nicht kapiert, daß diese 68er in nicht allzu langer Zeit an den Schalthebeln sitzen werden. Man hat es als unliebsame und vorübergehende Zeiterscheinung abgetan. Nun werden massivste Beleidigungen als Kunst bezeichnet und Anstand als verabscheungswürdige Schwäche ausgelegt. Menschen werden entwürdigt und in den Dreck gezogen und das wird mit "öffentlichem Interesse" begründet und von der Obrigkeit für gut geheißen. Aber wer ist die Obrigkeit heute? Genau, 68er! Und die Grünen. Und wer sind die Altvorderen der Grünen? 68er!

Juliana Keppelen | Sa, 4. März 2017 - 12:32

Danke für diesen Artikel. Wie schnell und vehement werden Menschen in die eine oder andere Ecke gestellt und evtl. mundtot gemacht wenn die Meinung vom "Mainstream" abweicht.

Franz Platz | Sa, 4. März 2017 - 12:41

Sehr geehrter Herr Grau,
ich finde es richtig und überfällig, dass Sie dieses Dilemma ansprechen. Ja, es ist schizophren , was da passiert. Meinungsfreiheit scheint immer mehr zum Privileg der einen und zum Unrecht der anderen zu werden. Und kein namhafter Politiker ist da, der diesen Skandal anspricht, aber alle reden sie von "unserer Demokratie".

Markus Michaelis | Sa, 4. März 2017 - 13:17

Ein richtiger Kommentar von Herrn Grau, aber so ganz stimmt es aus meiner Sicht nicht. Ich denke Meinungsfreiheit steht wie alles andere mit anderen (je nach Situation widersprüchlichen) Zielen im Wettbewerb. Das ist schon mal ein Übel der deutschen Grün-Linksliberalen, dass sie sich für vollkommen frei und universell halten, aber auch nur in ihrer Werteschublade sitzen, die sie für universell halten. Ehrlicher ist es, dass jeder Mensch seine eigene Abwägung hat und diese Abwägungen sehr unterschiedlich sein können. Ehrlicher ist es auch, dass man in einer Umgebung leben will, in der man ein Mindestmaß Gleichgesinnte hat - das ist immer damit verbunden, dass man Andersgesinnte Mundtot macht - mal mehr mal weniger. Das ganze in Richtung Freiheit zu optimieren finde ich toll - zu glauben man hätte "DIE" Freiheit gepachtet ist Irrsinn.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 4. März 2017 - 13:30

Ich glaube, dass freie Gesellschaften die kuscheligsten sind, denn in ihnen können Menschen leben und lieben.
Und damit wir uns richtig verstehen, für ihre Interessen und Rechte einstehen, was ich bitte auch verstanden wissen möchte parallel zu Nietzsches "und gehst du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht", ich möchte lieber das Recht auf einen Rechtsanwalt.
Es ist doch keine Frage, dass der tapfere! Herr Fleischhauer Gutes tat, als er sich vor Herrn Pr.. stellte. Wer Katzenkrimis schreibt hat meine Augen und mein Ohr.
Deshalb wünsche ich den Türken auch keine Militärdiktatur sondern Demokratie.
Die wichtigere Frage ist, wie man sich zur politischen Betätigung von z.B. Türken in Deutschland stellt, wenn ein Herr Erdogan "im Verdacht" steht, Peu a Peu die Demokratie abzuschaffen.
Was passiert, wenn er unumschränkte Macht auf Zeit hat?
Ich würde vermuten, dass diese Macht auf Dauer etabliert wird mit vlt. Allahs Hilfe.
In Deutschland gelten unsere Regeln.
Für unsere Hilfe auch.

Günter Schaumburg | Mo, 6. März 2017 - 11:27

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" (Zarathustra: Von alten und jungen Weiblein). Auch noch Nietzsche:
"Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleich-
denkenden höher zu achten, als den Andersdenkendem."

Ralph Barthel | Mo, 6. März 2017 - 18:32

In reply to by Günter Schaumburg

Philosophie sollte viel mehr in der Schule gelernt werden. Es regt zum kritischen Nachdenken an. Auch wenn es manschmal schwer fällt z.B. Nietzsche zu lesen und zu verstehen, aber es lohnt sich.

Nur wer ist dazu befähigt jungen Menschen freies denken zu vermitteln? Die "rotgrün versiften" Lehrer? Da habe ich aber schwere Bedenken.

Vielleicht hilft für's erste Laotse weiter:
"Schmutziges Wasser wird wieder klar, wenn man es stehen läßt."

Joachim Walter | Sa, 4. März 2017 - 13:36

Und vielleicht einfach mal ohne Vorurteile zuhören, denn selbst wenn da auch viel Unsinn geschrieben und gesagt wird, es finden sich durchaus bedenkenswerte Ansätze auch in den Extremen.

Diese Autoren halten den Spießern von rechts und links den (ungeliebten) Spiegel vor Augen, und zeigen vor allem die Irrungen unserer eingefahrenen Wege.

Wir brauchen aber neue kreative Lösungen, die sich nur in der Synthese von Einzelideen aus den vormaligen Extremen ergeben werden.

Von daher: beschäftigen wir uns mit ihren Ideen, hören wir zu und wägen wir ab, was davon uns wirklich weiterbringen kann, und was auf dem Müllhaufen der Geschichte landen wird.

Zu glauben, daß einer die alleinseeligmachende Wahrheit besitzt wäre schon der erste Schritt in den Untergang.

Ihnen allen ein schönes Wochenende
J. Walter

Für Herrn Yücel und also dafür, dass er STILISTISCH zu Übertreibungen neigen könnte, weshalb Gesprächsangebote evtl. besser sind als gerichtliche Auseinandersetzungen, spricht, was seine Schwester bei Anne Will in einem Satz nebenher sagte, in etwa, hoffentlich verliert er nicht seinen Sinn für Humor.
Humor ist in der politischen Debatte so eine Sache und wird leicht falsch verstanden.
Für einen Journalisten gelten da andere Massstäbe als für eine Kanzlerin.
Yücel kommt auch auf im Internet zugänglichen Fotos so rüber wie ein Che Guevara. Ich rechne es ihm hoch an, dass er nicht zur Waffe sondern zur spitzen Feder greift. Ich setze die entsprechende Kennzeichnung immer an den Schluss, Satire, Sarkasmus, Zynismus off, damit der Leser die Übertreibung erkennt, den Text nicht eins zu eins liest.
Mein Traum ist, dass Demokratie liebend siegt, ohne Gewalt.
Hätte es Liebe und Demokratie nach dem II. Weltkrieg hier nicht gegeben, sie wäre gescheitert
Sie lebt und liebt
Free Deniz Yücel

Christoph Kuhlmann | Sa, 4. März 2017 - 14:04

zur Abschaffung der Demokratie aus? Die Pläne zur Präsidialverfassung der AKP würden in Deutschland eindeutig als verfassungsfeindliche Bestrebung klassifiziert. Ein Präsident, der die Regierung und das Parlament nach Belieben entlassen kann und die Mehrheit der Richter des Verfassungsgerichtes beruft, ist ein Diktator und kein demokratisches Staatsoberhaupt, zumal ja die Voraussetzung für demokratische (Neu-)Wahlen, die Gewaltenteilung entfiele. Insofern ist es fraglich, ob die Verteidiger der Redefreiheit in diesem Fall nicht Beihilfe zur Abschaffung der Demokratie in einem anderen Land leisten, also verfassungsfeindliche Bestrebungen im Sinne des Grundgesetzes unterstützen. Abgesehen von der Doppelmoral türkischer Minister, die hierzulande auf demokratische Rechte wie Meinungsfreiheit pochen, während sie diese in ihrer Heimat bereits abgeschafft haben, stellt die Globalisierung das Rechtssystem in dieser Frage, vor ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem und damit auch die Politik.

Martin Wessner | Sa, 4. März 2017 - 14:11

Yücel hat Thilo Sarrazin nicht! "zuckende Menschenkarrikatur" genannt.

Siehe Wickipedia: "In einer Kolumne vom Mai 2012 in der FR hatte Mely Kiyak eine „Verplemperung unserer Fernsehgebühren“ für Thilo Sarrazin kritisiert, den sie als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ bezeichnete....In Reaktion darauf griff Yücel Kiyaks Formulierung in seiner Kolumne „Das ist nicht witzig“ auf und schrieb, daß man die Bezeichnung dennoch verwenden könne und man Sarrazin „nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“."

Seinen politischen Gegner den Tod zu wünschen ist indes keine "unsachliche" oder "beleidigende" Äußerung, sondern die pure Menschenverachtung. Und auch über das "Deutschensterben" hat er sich in der TAZ sehr gefreut.

Der LINK: http://www.taz.de/!5114887/

Zudem hat er Joachim Gauck bezichtigt den Holocaust relativieren zu wollen und Papst Benedigt XVI als "Hitlerjungen" und Papst Franziskus als "Junta-Kumpel" geschmäht.

Ralph Barthel | Mo, 6. März 2017 - 20:02

In reply to by Martin Wessner

wird, kann ruhig in seiner neuen Wohnung mit eigenen Klo, guten Essen und frischer Luft wie er selber meinte über seine Hetztiraden nachdenken.
Mein Mitleid für diese Person hält sich sehr in Grenzen.

Merkwürdig welche Konstellationen sich zeigen.
Die Merkel will den Deutschlandhasser rausholen und Rot/Grün fordern das selbe. Zusammen also gegen Deutschland. Dann kommt der Erdogan und will den einen "Partner" nicht mitspielen lassen.
Mein Gott, so wird das doch nichts ihr Amateure. Wer seid ihr, zu Glauben die Welt dreht sich nur um euch. Ohne Putin, Trump und anderen aus Europa oder Asien läuft da garnichts.

Kurz Zusammengefasst: Zitat von Theodor Körner, 1791-1813
„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“
Kluger Man.

Dietmar Friebel | Sa, 4. März 2017 - 14:13

Sehr geehrter Herr Grau,

ich möchte Ihnen vollinhaltlich beipflichten. Es ist ein Jammer, wie weit durch den Mainstream befeuert, die Polarisierung in der überhaupt am Diskurs teilnehmenden Gesellschaft forciert worden ist. Die Scheindebatten zu den gesell-schaftlichen "Baustellen"sind dermaßen vergiftet,
daß man nur noch mit dem Kopf schütteln kann.
Cui bono ...

Nicolas Wolf | Sa, 4. März 2017 - 14:31

Richtig Dr. Grau, auch wenn ich hoffe, dass sie mit der Meinungsfreiheit nicht nur die für Türken meinen, na vielleicht sind die Beispiele eben nur unglücklich. Der Fall Yücel zeigt zudem nur einmal mehr die Verlogenheit der veröffentlichten Debatten.

Zum einen wegen der schon fast krankhaften Fixierung von Journalisten auf ihre eigene Zunft, denn außerhalb dieser ist die Achtung für dieselben nicht sehr groß. Dennoch höre ich ständig wieviele Journalisten im Knast sind oder ermordet wurden; von Putzfrauen, Ingenieuren oder Waldarbeitern höre ich so was selten bis nie.

Zum anderen wegen der Blödsinn in der Türkei. Vielleicht sitzt Yücel ja zu recht ein? Journalisten besitzen keine Immunität! Auch haben wir doch hier genug eigene Probleme; der Umgang mit der AFD zeigt es doch. Gewalt gegen eine Partei, die bald in allen Landtagen und im Bundestag sitzen wird, ohne dass die Journaille sich damit ernsthaft auseinander setzt, aber in der Türkei wird die Opposition unterdrückt...

Ursula Schneider | Sa, 4. März 2017 - 14:37

Schön wär's!
Doch wie geht man z. B. mit einer friedlichen Protestbewegung wie Pegida um? Wie mit einer demokratisch zugelassenen und gewählten Partei wie der AfD? Sie findet inzwischen kaum noch Versammlungsräume, wird bedroht, beschimpft und von den Etablierten geächtet - weil es bequemer ist, als sich mit ihren Argumenten in "freiem Diskurs ohne Sprachtabus" auseinanderzusetzen.

Der Political Correctness, die bei uns herrscht, geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um gut oder böse. (Thilo Sarrazin nannte es "den neuen Tugendterror".) Das macht Meinungsfreiheit zum Lippenbekenntis, lähmt jede öffentliche Debatte, jedes Ringen um alternative Lösungen - kurzum, es macht schlicht reformunfähig. Angesichts der riesen Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben, absolut fatal!

Frau Schneider, sie haben absolut recht! Wir Deutsche verhalten uns politisch gesehen wie ein Kleinkind, dass sich an einer heißen Herdplatte die Finger verbrand hat. Es macht einen großen Bogen um den Herd, erkennt aber, vor lauter Angst sich nochmal die Finger zu verbrennen, die andere Gefahren nicht! Links ist gut, rechts ist Böse!

Jürgen Lamprecht | Sa, 4. März 2017 - 14:45

Dass ich diesen Artikel in der deutschen Medienlandschaft finden und lesen darf!

Andreas Ulbrich | Sa, 4. März 2017 - 14:53

Sehr geehrter Herr Grau, Beiträge wie Ihrer sind sehr selten, und so möchte man Ihnen instinktiv zustimmen. Aber ganz so einfach, so pari, ist es in der deutschen Wirklichkeit von 2017 leider nicht. Herr Yücel ist das, was man früher einen Linksradikalen genannt hätte. Sein Todeswunsch für Thilo Sarrazin schien im Kontext seiner anderen TAZ-Texte keine Entgleisung zu sein, sondern von Herzen zu kommen. Dass Yücel heute bei Springer ist, zeigt, wie weit sich das politische Koordinatensystem verschoben hat. Gleichzeitig erleben wir, dass deutsche Gerichte das Strafmaß vor allem von der Gesinnung des Verurteilten abhängig machen.

Mohammed Temiz | Sa, 4. März 2017 - 15:42

"Sie muss dafür streiten, dass ein Yücel sich ebenso äußern darf und soll wie ein Pirinçci und umgekehrt."
Pirincci ist ein ganz anderer Fall. Er war in der Vergangenheit ein äußerst erfolgreicher Autor, später jemand, der keine Verluste machte. Man hatte Pirincci das Wort nicht genommen, denn es ist niemand verpflichtet einen Menschen die Gelegenheit zur freien Meinungsäußerung in ausgewählten Publikationsorganen zu ermöglichen. Er kann seine Meinung frei äußer. Der Verlust der Exklusivität ist nicht gleichzusetzen mit einem Ende der Meinungsfreiheit. Anders Yücel, der sitzt in Untersuchungshaft, einem Gegner gegenüber, der mächtiger nicht sein kann: Die Staatsmacht. P. wurde von den Rechten zum Opfer stillisert, Yücel ist, sofern nichts näheres über den Grund seiner Inhaftierung bekannt wird, das vermeintliche Opfer der politisierten Justiz.

"[...]auch hier endet die Redefreiheit zumeist am eigenen ideologischen Horizont."
Der wichtigste Satz. Warum noch den kanzen Text lesen?

Wolfgang Tröbner | Di, 7. März 2017 - 11:53

In reply to by Mohammed Temiz

Yücel wurde inhaftiert, Pirincci nicht. Das ist richtig. Und Pirincci wurde zwar nicht offen das Wort genommen, auch da haben Sie recht. Aber die meisten deutschen Verlage haben Princci die weitere Zusammenarbeit aufgekündigt und seine Bücher werden in zahlreichen Buchhandlungen nicht mehr verkauft. Warum auch immer. Auf jeden Fall kann man nun Pirincci am "ausgestreckten Arm verhungern lassen", da er keine Gelegenheit hat, Geld zu verdienen. Auch eine Möglichkeit, Kritiker kalt zu stellen.

Wolfram Wiesel | Sa, 4. März 2017 - 20:07

Richtig! Und so darf ich mich wundern, dass es so gut wie keine kritischen Anmerkungen zu Erdogan (zur AKP) von in Deutschland lebenden Türken im Fernsehen zu sehen sind. Warum? Gibt es sie nicht? Trauen sie sich nicht? Suchen die Sender erst gar nicht nach kritischen Stimmen zu Erdogan von hier lebenden Türken? Erdogan wird überschwenglich von seinen Anhängern gelobt. Wo bleiben die Zahlen zur türkischen Wirtschaft (Inflation, Arbeitslosgikeit, soziale Absicherung, Arbeitssicherheit)? Warum sind inDeutschland lebende Türken (mit und ohne deutschen Pass) so kritisch gegenüber Deutschland und so euphorisch positiv gegenüber der Türkei. Warum ist für die Mehrzahl der Türken die Türkei das Ziel ihres Interesses, während ihnen Deutschland, die deutsche Sprache, die deutsche Musik, die deutsche Architektur,die deutsche Geschichte, das deutsche Naturveständnis, deutsches Brauchtum etc. , alles was irgendwie Deutsch ist, so gleichgültig ist wie der Kuh der Sonntag?

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 4. März 2017 - 20:18

nicht auf Anhieb begeistern, wie überhaupt sogenannte Rechte selten, weil es ihnen m.E. vor allem an Lebendigkeit im Aussehen mangelt, das Steife sehe ich eher.
Und mag es auch nicht, wenn es adelig daherkommt.
Ich werde mich also an seine Sprache halten und ihn überhaupt jetzt ersteinmal lesen.
Katzen stehen eigentlich als Symbole für Frauen, Die Göttin Bastet wird als Katze dargestellt. Gibt es im Alttürkischen Ähnliches?

Daniel Schiller | Sa, 4. März 2017 - 20:26

Hallo lieber Alexander!

Dein Artikel hat mir sehr gut gefallen, auch wenn der Akif gestern auf Twitter erzählte, er sei noch gar nicht verurteilt worden. Ich liege gerade mit Grippe im Bett und sollte eigentlich schlafen, aber weil hier noch gar kein Kommentar war, wollte ich unbedingt einen schreiben.

Herzliche Grüße und auf dass Cicero die Medienrevolution besser überlebt als die Springerpresse und das Staatsfernsehen

Dein Daniel

PS: cooles Schwarzweißfoto 👍

franz dreesen | Sa, 4. März 2017 - 20:53

".....Vor allem aber sollten wir uns öfter klar machen, dass sich das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht auf unsere jeweiligen Gesinnungsgenossen beschränkt. Heute für die freie Rede streiten und morgen Menschen mit einer anderen Meinung niederschreien, passt nicht zusammen. "

genau diese aussage das bringt es auf den PUNKT!!
mich persönlich stört der linke&grüne meinungsfaschischmus im selben maße wie der rechte meinungsfaschismus!"
für mich bedeutet Meinungsfreiheit:auch eine
meinung,welche diametral zu meiner eigenen ist,
zu akzeptieren.
aber dennoch: viele akteure auf der politischen &publizistichen bühne geben da ein erbärmliches bild ab!

Karin Zeitz | Sa, 4. März 2017 - 21:05

ist zugegebener Maßen ein hohes Gut. Traurig ist dabei, dass die politische Streitkultur völlig verloren gegangen ist. Mir fällt auf, dass der Straftatbestand der Volksverhetzung oftmals sehr einseitig ausgelegt wird. Probleme habe ich auch mit höchtrichterlichen Urteilen, die grobe Beleidigungen ganzer Menschengruppen unter dem Recht auf freie Meinungsäußerung subsumieren, weil damit angeblich nicht eine einzelne Person beleidigt wird. Ich denke dabei an "alle Soldaten sind Mörder", "Acab" (All cops are bastards) und die "deutsche Köterrasse", die meiner Meinung nach öffentlich geäußert allesamt den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen.

christiane bohm | Sa, 4. März 2017 - 21:21

Herr Grau, Sie haben sehr recht, Freiheit muss auch für Andersdenkende gelten. Aber das, was sie beklagen, ist mitnichten neu. In der Biografie von Bischof Helmut Thielicke habe ich mit Erstaunen gelesen, dass er in der beginnenden 68 Ära mit roher Gewalt darn gehindert wurde, seine sehr gut besuchten theologischen Vorlesungen an der UNI zu geben. Seine Predigten im (hamburger) Michel konnte er nur unter Polizeischutz halten. Er ist auch von kommunistischen Studenten geschlagen worden. Obwohl ich schon im Teenageralter Stern und Spiegel regelmäßig gelesen habe, kann ich mich an Reportagen darüber nicht erinnern. Weil es sie wohl nicht gab.
Was Herrn Yücel betrifft, der aus mir unerfindlichen Gründen den deutschen Pass besitzt, zitiere ich aus seinem taz-blog;"der baldige Abgang der Deutschen ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal." Ob er es jetzt wohl gefunden hat? Eine Weile kann man ihn ruhig noch im Gefängnis lassen.

paul brandt | Sa, 4. März 2017 - 23:27

In der postmodernen Welt,- man lese Nietzsche,Foucault und Genossen-,gibt es weder
Erkenntnis noch Wahrheit. Beliebigkeit und Willkuer, von unmittelbarer Natuerlichkeit bis
zu philosophischer Reflexion, gelten schlechthin.
Kritik ,welcher Art auch, hat immer schon
gegen die obligatorische Nichtigkeit verstossen.

Robert Wagner | So, 5. März 2017 - 02:46

Pirincci wird weder inhaftiert noch irgendwie mundtot gemacht, anders als kritische journalisten in der Türkei. Er darf seine dümmlich-vulgären Bücher, in denen er gegen alle möglichen Minderheiten herzieht, sogar im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bewerben. Was soll dieser Vergleich also?

Martin Wessner | Mo, 6. März 2017 - 16:34

In reply to by Robert Wagner

Ganz falsch, Herr Wagner. Nach der zugegebenermaßen katastrophalen "Rede" von Herrn Pirincci in Dresden, hatten alle, wohlgemerkt ALLE Großhändler(und auf die!!! kommt es maßgeblich an), die Auslieferung und den Verkauf seiner Bücher gestoppt. Auch seine völlig unpolitischen Katzenbücher. Wenn das keine (vorauseilende) Zensur ist, was! bitte! dann? Und bitte WO! und WANN! kann bzw. konnte Herr Pirincci Werbung für seine politische Literatur ausgerechnend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen machen?

A) ?
B) ?
C) ?
D bis Z) ?

Sie sprechen also von vorauseilender Zensur von Pirrincis Büchern durch ALLE Großhändler? Seltsam, dass seine Bücher dennoch immer noch problemlos zu kaufen sind:

https://www.amazon.de/Akif-Pirin%C3%A7ci/e/B000APS6NS/ref=sr_tc_2_0?qid…

Sowei ich weiß, hat nur ein Verlag, eben jener, bei dem er unter Vertrag stand, seine Bücher aus dem Bestand genommen, sodass sich Pirrinci einen neuen Verlag suchen musste. Diese Entscheidung liegt allein im Ermessen des Verlages und hat mit Zensur überhaupt gar nichts zu tun. Wenn dem so wäre, wäre es verboten, seine Bücher in irgendeiner Form zu vertreiben. Oder haben Sie irgendein Indiz dafür, dass es irgendwie politischen Druck von oben gab? Vielleicht können Sie ja mal was Substanzielles, sprich Belege, für ernste Vorwürfe liefern. Ihre Gesinnungsgenossen, mit denen ich hier öfters zu tun habe, werden dann seltsamerweise immer ganz still.

Hier zum Auftritt Pirinccis im Mittagsmagazin:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/17620/hammerharte-zensur-zdf-geht-…

Pirincci im Morgenamgazin:

https://www.youtube.com/watch?v=9--kOV2DqNE

und in anderen Medien:

http://www.huffingtonpost.de/fabian-koehler/akif-pirincci-medien-mensch…

Anscheinend sind Sie nicht mal gut informiert, wenn es um rechte Verschwörungstheorien geht. Der Auftritt Pirinccis im Mittagsmagazin hat große Wellen in einschlägigen Kreisen geschlagen, weil zuerst die ganze Ausgabe aus der Mediathek 1) entfernt wurde (wahrscheinlich weil das Interview grottenschlecht geführt wurde), aber man dann 2) das Einzelgespräch um einen justiziablen Halbsatz gekürzt wieder eingestellt hat. Natürlich wurde wegen Ersterem dann, wie auch hier von Ihnen, laut ZENSUR! geschrien, aber Zweiteres geflissentlich verschwiegen. Näheres dazu im Artikel von Stefan Niggemeier.

Bin gespannt auf Ihre Antwort.

Marcus Keller | So, 5. März 2017 - 04:24

Ein Beitrag, der m.E. in den Ö.R.Medien und an den Schulen verbreitet werden sollte! Toleranz gegenüber Andersdenkenden - und seien ihre Äußerungen noch so fies und niveaulos (siehe Böhmermann...) - ist in der Demokratie angebracht. Nur müsste das auch den linken Medien ins Stammbuch geschrieben werden.

helmut armbruster | So, 5. März 2017 - 09:00

zwar garantiert Art. 5 GG die Meinungsfreiheit und tatsächlich kann jeder sagen und veröffentlichen, was er möchte. Das ist jedoch nur die formale Seite.
Tatsächlich gibt es Tabuzonen, political correctness und einen Rundfunk- u. Presserat. Dieses Organ, das im GG übrigens nicht vorgesehen ist, besteht aus wichtigen Vertretern des öffentlichen Lebens u. gibt Empfehlungen heraus welches Thema wie behandelt werden soll. Es sind nur Empfehlungen, keine Gesetze. Trotzdem halten sich Presse u. Medien daran. Würden sie es nicht tun, befänden sie sich alsbald im abseits, würden keine Interviews mehr erhalten und totgeschwiegen werden.
Auch unser geliebter Cicero hält sich an diese Vorgaben, denn alle hier veröffentlichten Kommentare sind sozusagen zensiert. Manch ein Kommentator hier hat das vermutlich schon einmal selbst erfahren.
Das auf der Straße entstandene Wort "Lügenpresse" darf deshalb nicht verwundern. Es ist vielleicht keine Lügenpresse, aber eine disziplinierte Presse.

Gerdi Franke | So, 5. März 2017 - 09:03

Das ist richtig. Aber man sollte auch aufpassen, ob da nicht unter dem Schutz des Doppelpasses innertürkische Politik betrieben wird! Die Situation ist sehr aufgeheizt und es wird oft versucht, im "Ausland" Unterstützung zu holen und die Politik von aussen zu beeinflussen!

Carmen Müller | So, 5. März 2017 - 09:23

Die selben "Demokraten " die heute für DENIZ rumschreien, haben Pirinci VERNICHTET. Alle zusammen. Oder wie viel Solidarität erwarten Sie von d . Sippe, wenn z.B Herr Tychi verhaftet wird? Es ist eine GROSSE FAMILIE, WIE BEI DER MAFIA, SONST NICHTS.

Holger Stockinger | So, 5. März 2017 - 09:57

In Zeiten, in denen der "Andersgläubige" undifferenziert unter einem Stichwort "rechts" eine ganze Palette von was für ein übles Objekt er sei (Faschist, Fremdenhasser, Menschenfeind etc.) über sich ergehen lassen muss, nimmt es nicht Wunder, dass die Emotionen hochkochen.

Als habe Goethe es vorausgesehen, läßt er Mephisto in Faust 1 sagen: "Vernunft wird Unsinn, und Wohltat Plage" ...

Insofern war Goethe schneller als Orwell mit der Vorhersage einer "Gedankenpolizei" im 1948 geschriebenen Roman "1984".

Thomas Schlosser | So, 5. März 2017 - 10:10

Da hat beim Schreiben wohl der Wunsch des Verfassers die Feder geführt. Akif Pirincci wurde eben nicht wegen "Volksverhetzung verurteilt", sondern er hat einen Strafbefehl erhalten, was juristisch etwas ganz anderes ist. Gegen diesen Strafbefehl hat er fristgerecht Einspruch eingelegt und der weitere Ausgang ist daher noch völlig offen.

Georg Dallmann | So, 5. März 2017 - 11:18

Herr Grau hat genau DEN Punkt getroffen. Meinungs-"FREIHEIT" geniesst - gerade bei uns (!) - in der heutigen Zeit NUR derjenige, der die Welt mit linken od. linksradikalen "Inhalten" beglückt. WEHE DEM, der es auch nur wagt, vom linksgrün-versifften "Mainstream" abweichende (u. seien sie objektiv berachtet noch so richtig und vernünftig und sachlich und am Gemeinwohl orientiert!) Meinungen und Standpunkte zu vertreten. Schon ist es AUS und VORBEI mit der "FREIHEIT". Die Scheinheiligkeit und Verlogenheit dieser "Pressekampagne" ist geradezu abenteuerlich.
Natürlich ist es richtig, dagegen zu protestieren, dass ein Journalist inhaftiert wird, weil er seiner Arbeit nach geht. ABER: Solange die "Solidarität" nur für MAINSTREAM-"Meinungs-Künstler" gilt, nicht aber für jeden, STINKT es GEWALTIG vor unserer eigenen Haustür.
Es wäre deshalb an der Zeit, über diese (keineswegs nebensächliche) Tatsache unserer Debatten-"Kultur" zu DEBATTIEREN! Erst vor der eigenen Haustüre GRÜNDLICH kehren!

Sonja Menzel | So, 5. März 2017 - 11:47

mehr gibt es für mich dazu nicht zu schreiben, außer, dass diese richtigen Schlussfolgerungen natürlich wieder nur bei cicero zu lesen sind. Danke auch dem Autoren.

Dirk Verwiebe | So, 5. März 2017 - 12:16

»… der andere wegen Volksverhetzung verurteilt.«

Darf ich fragen, wann und wo Herr Pirincci *verurteilt* wurde?

Falls Sie den Strafbefehl von Anfang März meinen, gegen den wurde Widerspruch erhoben!

So viel Journalismus sollte schon sein.

Cicero Online | Mo, 6. März 2017 - 10:54

In reply to by Dirk Verwiebe

Danke für den Hinweis!

Beste Grüße,

Cicero Online

Reiner Schöne | So, 5. März 2017 - 12:42

Die im Grundgesetz garantierte Redefreiheit wird seit einiger Zeit je nach politischer Ansicht und Ideologie eingeschränkt, was die einen dürfen, dürfen andere schon lange nicht. Das zeigt sich fast täglich. Selbst politisch nicht korrekte Meinung, ist eine Meinung, und man muß sich damit auseinandersetzen aber man darf sie nicht verbieten. Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen, in Deutschland nicht mehr machbar es sei denn, man liegt wie zu DDR-Zeiten auf der politischen Linie, und dann ist es aber keine Meinung mehr,sondern politisch gewollt und unterstützt, also die Meinung anderer.

Lotte von Pack | So, 5. März 2017 - 12:47

Sehr guter Artikel, Danke dafür.
Besonders gelungen finde ich den Satz der den Sachverhalt zu 100% trifft:
"Und doch hinterlässt das Solidaritätsdelirium einen schalen Beigeschmack."

Christa Wallau | So, 5. März 2017 - 12:56

"Heute für die freie Rede streiten und morgen Menschen mit einer anderen Meinung niederschreien, passt nicht zusammen."

Ja, natürlich, lieber Herr Grau, so ist es .
Echte Meinungsfreiheit und Toleranz funktionieren eben so n i c h t .

Aber woher kommt die nur einseitige Toleranz
(= Schieflage bei der Gedankenfreiheit) in Deutschland?

Eindeutig daher, daß h i e r das Dogma herrscht:
LINKS GUT - RECHTS SCHLECHT !
Deshalb hat sich auf der rechten Seite
zunehmend eine stille Wut entwickelt, die allmählich hochkocht und in Phänomenen
wie PEGIDA und Haßkommentaren Ausdruck
findet.
An den USA sieht man, daß es auf Dauer nicht gelingt, ganze Volksschichten für dumm und minderwertig zu verkaufen. Je länger man damit wartet, alle Menschen wirklich als Mitbürger ernst zu nehmen, umso schlimmer werden die Folgen für den inneren Frieden in einem Staat sein.
Im schlimmsten Falle endet die Unausgewogenheit
bei der Toleranz im Bürgerkrieg.

Sehr geehrte Frau Wallau,

genau das ist das Problem: Links GUT, Rechts SCHLECHT. Wobei die Begrifflichkeiten "Links" und "Rechts" oftmals längst nicht mehr zutreffen. De facto ist es so, daß ALLES was NICHT ultralinks und anarchisch ist, von den "einschlägigen Kreisen" heutzutage reflexhaft als "rechts" oder gar "rechtsextrem" denunziert wird. Eine ERNSTHAFTE inhaltliche Auseinandersetzung mit abweichenden Gedanken und Argumenten findet längst nicht mehr statt. Die ideologischen BETONKÖPFE von LINKS versuchen eine QUASI-TOTALITÄRE, auf geistige KNECHTSCHAFT zielende "Gedanken-Diktatur" zu errichten.
So verwundert es auch nicht, dass (natürlich zu Recht!) Gewaltakte von "rechten" Gewalttätern auf "Flüchtlinge" und "Politiker" angeprangert werden, nicht aber Gewalttaten von Migranten auf Einheimische, oder sog. "linker Aktivisten" auf Mandatsträger von AfD und anderen.
Diese Beispiele zeigen, wie es um MeinungsFREIHEIT und polit. "Kultur" in diesem Land bestellt ist.

Marina Blach | So, 5. März 2017 - 13:33

Ich will es mal ganz ironisch ausdruecken.
Streichen wir doch die Stipendien.
Ich bin mir sicher, dass dann wieder
Menschen mit toleranteren Koepfen studieren werden.

Wolfgang Henning | So, 5. März 2017 - 13:47

Danke, Herr Grau, wieder eine gelungene Analyse zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland und Europa. Wir wundern uns über die Ängste und Verunsicherung der Bürger, die bei Pegida-Demonstrationen mitlaufen und ihren Unmut kundtun, sowie über die Anhänger und Mitglieder der AfD, und stigmatisieren sie schnell als "Pack", "Schande für Deutschland", "Rassisten", "Nazis" u.a.m. Auch diese Ängste und Forderungen, wie z.B. "Merkel muss weg!" ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Zumal ja auch die linke Parteienlandschaft nichts anderes fordert. Leider kann sich selbst der Cicero noch nicht ganz frei machen von der Stigmatisierung als "Populisten", obwohl doch alle Politiker mehr oder minder "dem Volk zu Munde reden". Es wird Zeit, dass der Cicero auch einem Parteiwechsler zur AfD, wie z.B. Dr. Malte Kaufmann(ehem. CDU), oder Martina Böswald (ehem. SPD), sowie Ludger Sauerborn (ehem. Grüne)ein Podium zur Darstellung ihrer Wechselgründe bietet.

Sven Bergmann | So, 5. März 2017 - 14:22

..einen taz-Autor auf eine Stufe mit einem Rechtspopulisten zu stellen?
Der eine ist Mensch und Deutscher... Und Der andere... Naja. hat auch schon mal länger hier gelebt.
//Sarkasmus off//

Auch könnte man fragen, mit welchem Recht Welt-Autoren jetzt für eine De-Eskalation plädieren, wo Herr Yücel doch eine Polarisation regelrecht herbeigeschrieben hat?

Es gilt die Ethik nach politischer Ausrichtung. stimmt. und nach Stimmungslage, das macht mir viel mehr Sorgen.

Denn die Heuchler von heute sind die panikgetriebenen Rechten von morgen.

Willi Mathes | So, 5. März 2017 - 14:49

So ist es, Herr Grau !

Der politische Diskurs artet zur Rechthaberei aus. Toleranz und gegenseitiger Respekt- offensichtlich unbekannt .

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar !

Heinrich Niklaus | So, 5. März 2017 - 14:54

Unsere Medien sind fast nur noch fähig zu skandalisieren: In der heutigen Sendung „Internationaler Frühschoppen“ sprach der Moderator, Michael Hirz, von „Propagandaauftritten türkischer Minister in Deutschland“.

Nun ist die Fragwürdigkeit all dessen, was derzeit in der Türkei politisch vor sich geht, nicht zu bezweifeln.

Aber Propagandaauftritte muss man den türkischen Politikern doch nicht gleich unterstellen. Wahlkampfauftritte ja, Propaganda scheint doch sehr überzogen.

Immerhin erhalten die Türken die Gelegenheit, über das neue Präsidialsystem abzustimmen!

Hatten wir jemals bei den großen gesellschaftlichen Fragen(Euro, Energiewende, Grenzöffnung etc.) in Deutschland die Gelegenheit, darüber abzustimmen?

Nein!

Insofern schwingt bei der aktuell aus dem medialen Lager zu vernehmenden „Aufregung“ auch ein gerüttelt Maß an Bigotterie mit.

Isabel Kocsis | So, 5. März 2017 - 15:41

Sehr geehrter Herr Grau, Ihre Behauptung von "rechter" Seite käme eine ähnliche Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit wie von links, halte ich nicht für richtig. Es ist mir nicht bekannt, dass Parteitage der Grünen oder Linken keinen Tagungsort finden, auf Ansammlungen hysterischer Schreier und z.T. auch Schläger aus AFD-Kreisen treffen oder dass Häuser und Autos der Parteien beschädigt oder zerstört würden. Was Pirincci an Ausgrenzung und Existenzbedrohung durchmachen musste, ist mir umgekehrt bei den vielen linken Filmern, Autoren etc, ebenfalls nicht zu Ohren gekommen. Die offene Schadenfreude von links, wäre Pirincci in der Türkei verhaftet, kann man sich nicht deutlich genug vorstellen. So sei mir ein ganz klein wenig Schadenfreude im Falle Yücel gegönnt, auch wenn sich das eigentlich von selbst verbietet? Vielleicht kann Yücel sich danach ein wenig mehr mit seinen Dasein in Deutschland versöhnen.

Ralph Barthel | So, 5. März 2017 - 16:02

Ein interessanter und guter Artikel. Danke Herr Grau!
Das Stichwort "anonymisierter Form" mit Ihrer Aussage dahinter sehe ich genauso. Und was kommt von der Politik? Der Blockwart im Internet?
Es könnte eine technische Lösung sein, wo keine Menschen (subjektiv? objektiv?) entscheiden, sondern eine Art "Auge in Auge" das Prinzip ist. Ähnlich einem persöhnlichem Gespräch. Es wäre eine selbstzensur (Respekt usw.) wie im wirklichem Leben ohne die Meinungsfreiheit aufzugeben.
Mein Vorschlag:
Der Cicero startet ein Experiment. Bei bürgerlich registrierte Kommentatoren werden deren Kommentare direkt veröffentlicht. Es wird nur der Name sonst nichts Veröffentlicht.
So können wirklich gute auch mal emotionale Diskussionen stattfinden.
Bei der hier benutzten Software "Drupal" könnte dies mit einem Plug-In zu realisieren sein. Oder gleich das Forum starten.
Egal wie, wenn nur die Kommentare / Forenbeiträge schneller würden.

Bei "Gastkommentare" geht es wie gehabt weiter.

Darf es auch noch ein bissel Faschismus sein? Welche Farbe soll dieser haben?
Gegen wen richtet sich Ihre "Kante", gegen Deutsche, Türken oder alle außer der selbsernannten "Elite"? Ich bitte um Aufklärung.

Ihre Forderung, wenn diese so undifferenziert wahr werden würde, würde auch Ihren Kommentar wegen Denkverbot nicht im Ansatz zulassen. Denken Sie mal darüber nach, wenn es noch geht.

Ralf Grünewald | So, 5. März 2017 - 18:15

100 % Zustimmung. Vielleicht sollte man sich seine Freunde besser aussuchen und überlegen mit wem man sich einlässt. Für unsere Politiker sind aber leider Alle Freunde die irgendwie nützlich sind.
Für mich war schon lange klar dass Herr Erdogan kaum vor solchen Maßnahmen zurückschreckt um eigene Anliegen durchzusetzen. Ich persönlich denke dass man mit solchen Aktionen Deutschland unter Druck setzen will damit man in DE ungestört für das neue Kalifat werben kann. Ich könnte wetten das Frau M. einknickt und Mr. Erdogan ungestört seinen Wahlkrieg nach DE exportiert. Ich bin mal gespannt wie man uns das dann wieder verkauft. Mit Rechtsstatt hat das nichts mehr zu tun aber andererseits geht uns das eigentlich gar nichts an. Die Türken haben ihn gewählt und jetzt müssen sie eben mit Ihm klarkommen. Geht den USA auch nicht besser. Was Herrn Yücel angeht ... naja, ich denke er wußte genau auf was er sich da einläßt, er war nicht als Tourist unterwegs. Hier ist Diplomatie gefragt.

Daniela Gmeiner | So, 5. März 2017 - 19:06

Vielen Dank Herr Grau,
aber genau die Widersprüche, die Sie aufzeigen gibt es leider selbst im Alltag dieses Landes.
Die Frontlinie der links-grünen Politik und der konservativ-liberalen Gesinnung verläuft oft auch in den Familien.
Meinungs-und Redefreiheit gilt meist nur noch für
den Mainstream.

Peter Wagner | So, 5. März 2017 - 19:49

Man muß in Deutschland unterscheiden zwischen der uneingeschränkten Meinungsfreiheit links von der Mitte, und der von linken Meinungsdiktatoren in Politik und Medien überwachten überkorrekten und eingeschränkten Meinungsfreiheit, rechts der Mitte! Da die Mitte von Merkel erheblich nach links verschoben wurde, befindet man sich plötzlich unversehens als konservativer Ex-CDU-Wähler, im Reich der Schande (Aussage Schulz ), bei den Abgehängten und bei dem Bildungsfernen Pack, das ständig nach einfachen Lösungen sucht! Wenn ich darüber nachdenke, welches Chaos (CICERO- Leser wissen wovon ich rede) unsere links-grüne-Politelite in D. angerichtet hat, dann fallen mir etliche Begriffe ein, die ich lieber für mich behalte!
Armes Deutschland!

Alexander Rostert | So, 5. März 2017 - 21:08

Dass Akif Pirincci rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, sagt leider mehr über den grundsätzlich überholungsbedürftigen Zustand des deutschen Justizapparats aus, wie er derzeit noch im Wesen steht, als über die tatsächlichen Worte von Akif Pirincci.

Gudrun Philipp | So, 5. März 2017 - 21:19

Herr Grau, gar keine Frage. Aber es gibt doch sicherlich einen Unterschied zwischen freier Meinungsäußerung gossenhafter Beleidigung. Abgesehen davon, daß grobe und jeden Anstand vermissende Beleidigungen eines Menschen auch durch das niedergeschriebene Gesetz geahndet werden können, verlassen Verwünschungen eines Volkes bis hin zum ewigen Aussterben und bösartige Wünsche zur Wiederholung einer Krankheitsattacke nicht nur den Anstand, der gebildeten Menschen zu eigen sein sollte, sondern der Schritt in die Gosse ist m.E. nur ein ganz kleiner. Ich frage mich, ob Menschen Meinungsfreiheit auch dann akzeptieren müssen, wenn die geäußerten Meinungen bösartig sind und jeglicher Rücksicht und Fairness gegenüber Mitmenschen entbehren. Ich werde mich für die Freilassung eines Menschen nicht einsetzen, der dem Volk, dem ich seit meiner Geburt angehöre, das Aussterben an den Hals wünscht, aber nicht den Stolz besitzt, diesem Volk den Rücken zu kehren durch Verzicht auf den deutschen Pass.

Erhard Sonnenschütz | So, 5. März 2017 - 21:45

Deniz Yücel sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft und wird wegen Terrorismus angeklagt - ihm drohen mehrere Jahre Gefängnis. Akif Pirincci wurde in einem Gerichtsverfahren wegen Volksverhetzung zu einer moderaten Geldstrafe verurteilt. Was musste Pirincci sonst noch ertragen? Sein bisheriger Verlag möchte nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten, die eine oder andere Buchhandlung lehnt es ab, Lesungen mit ihm zu veranstalten, er wird -wenn überhaupt- in der Öffentlichkeit wegen seiner überbordenden Fäkalsprache zur Kenntnis genommen. All dies sind Risikofaktoren, denen sich ein polarisierender Autor in Deutschland aussetzen muss. Die Freiheit der Meinungsäußerung hat ihm in Deutschland noch niemand streitig gemacht - er hat sich bewusst eine neue, andere, rechte Leserschaft gesucht. So what? Klar ist jedenfalls, dass sich beide Fälle nicht miteinander vergleichen lassen.

Wolfgang Henning | Mo, 6. März 2017 - 12:59

In reply to by Erhard Sonnenschütz

Zur Erklärung, Herr Sonnenschütz:
der Vergleich ist fiktiver Art. Während das Empörungsgeschrei und die Betroffenheit über die Inhaftierung von Yücel von allen Medien vehement verkündet und verurteilt wird, wäre eine ebenfalls mögliche Inhaftierung von Pirincci in der Türkei, bestenfalls eine Randnotiz wert gewesen. In Deutschland wurde auch Yüzel nicht seiner Meinungsfreiheit beraubt. Er hatte auch keinen Strafbefehl wegen seiner menschenverachtenden Äußerungen erhalten, wohl aber Herr Pirincci.
Mit freundlichen Grüßen

Robert Wagner | Mi, 8. März 2017 - 13:49

In reply to by Wolfgang Henning

Auch Pirincci wird nicht seiner Meinungsfreiheit beraubt, wenn sein Berlag sich von ihm trennt und seriöse Buchhandlungen ihn nicht mehr zu Lesungen einladen, was aufgrund seiner dümmlich-vulgären, gezielt gegen bestimmte Minderheiten innerhalb der Bevölkerung (das ist der große Unterschied zu Yücel) gerichteten Sprache eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, weil sich Pirincci so für jeden konstruktiven Diskurs selbst disqualifiziert. Er kann sich weiterhin in Reden und Büchern (dann halt in einem anderen Verlag) frei äußern und selbst wenn er wieder etwas justiziables äußern sollte, bekommt er vlt. wieder einen Strafbefehl, aber kein Redeverbot, geschweige denn eine Haftstrafe. Yücel wurde hingegen inhaftiert, weil er seine Arbeit als Journalist gemacht und mit der Gegenseite nur gesprochen hat. Diese Fälle lassen sich nicht vergleichen und man darg sich fragen, wie sinnvoll rein fiktive "Was wäre wenn?"-Diskussionen sind.

Manfred.Steffan | Mo, 6. März 2017 - 00:25

Gut gesagt. Und das sollte nicht nur für Journalisten gelten: Was nicht gegen Gesetze verstößt, darf auch gesagt werden. Ich mache allerdings andere Erfahrungen: So manches Presseorgan schiebt seine Richtlinien, Netiquette (oder wie immer das jeweils heißt) vor, um unliebsame Inhalte auszufiltern. Da reicht es schon, eine bestimmte Politik (einen Sachverhalt, keine Person!) wertend "Blödsinn" zu nennen, um sich eine Rüge einzuhandeln.

Ralph Barthel | Di, 7. März 2017 - 17:25

In reply to by Manfred.Steffan

Sehr geehrter, Herr Steffan, Sie sprechen mir aus der Seele, da ich genau die selben Erfahrungen habe erleben dürfen. Als ich meine Fakten, Fakten, Fakten der zuständigen Online-Redaktion per E-Mail zusandte und um die Löschung meines Konto bat, bekam ich doch tatsächlich einen positiven Bescheid nach angeblicher Redaktionsberatung. Wie dem auch sei. Seit dem scheint es dort etwas "lockerer" zuzugehen, da deutlich weniger Beschwerden über gelöschte Kommentare zu lesen sind.

Es scheint tatsächlich nicht einfach für Redaktionen zu sein eine Grenze an der richtigen Stelle zu plazieren. Doch dort wurde diese scheinbar von "selbstherrlichen Gastarbeitern" gezogen, da das Kommentarsystem ausgelagert ist.

Cicero verwaltet sein Kommentarsystem wohl selber, was eine kluge Wahl ist. Nur so behält man die Kontrolle im eigenen Sinn und auch das Niveau der Kommentaren kann sich sehen lassen. So passt alles zusammen.

Ralph Barthel | Di, 7. März 2017 - 18:04

In reply to by Ralph Barthel

Was ist den jetzt passiert, ihr guten vom Cicero.
Weniger als 30 Min. bis zur Veröffentlichung meiner Antwort auf Herrn Steffan.

Ich melde Euch beim IOC an, zur Abräumung der Goldmedailien.
Klasse und Danke, weiter so.

Stephan Roth | Mo, 6. März 2017 - 00:58

Nun, was möchte uns denn der werte Autor Alexander Grau mit diesem Artikel mitteilen? Selbstverständlich gelten ausnahmslos auch alle Grund- und Menschenrechte für einen Akif Pirinçci. Vor allem die Aussage (Zitat) "Heute für die freie Rede streiten und morgen Menschen mit einer anderen Meinung niederschreien, passt nicht zusammen." ist irritierend. Es geht nicht darum, dass Yücel "niedergeschrien" wird. Es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob man hart gegen den Standpunkt eines Deniz Yücel oder Akif Pirinçci - das sind beides keine unschuldigen Lämmchen - argumentiert, oder ob ein autokratischer Despot, der eine Diktatur anstrebt, mißliebige Personen unter Vorspiegelung zweifelhafter Gründe inhaftieren lässt, und somit die Grund- und Menschenrechte mit Füßen tritt (Die Türkei hat die europäische Menschenrechtskonvention, zu der auch Artikel 10 "Freiheit der Meinungsäußerung" gehört, am 4. November 1950(!) in Rom unterzeichnet).

Karin Adler | Mo, 6. März 2017 - 03:51

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Yücel hat diese in Deutschland genossen. Hasst nach eigener Aussage dieses Land und befindet sich nun im Gewahrsam des Landes, das er liebt. Nur den Regent liebt er halt nicht. Er hat als Journalist in Deutschland nichts positives beigetragen. Nun mag Hr. Erdogan beurteilen, ob er für sein Land sinnvolles beigetragen hat. Ich verstehe diese Hysterie nicht. Ein Deutschlandhasser hat sich zu sehr aus dem Fenster gelehnt und seinen aktuellen Wohnort nicht reflektiert. Warum sollen wir, die Deutschen, die er hasst, auf seine Freiheit bestehen, wo er sich doch immer wohl als Türke sah, wenn auch nicht auf der Seite der aktuellen Regierung? Es ist ein Hype, Er wird freikommen und ein Buch darüber schreiben, was, wie ich fürchte, auf der Spiegel-Bestsellerliste landet. Aber er ist genau da, wo er hingehört. Er hasst Deutschland. Er fühlt sich als Türke aber mag halt den aktuellen Präsidenten nicht. Ist nicht unsere Baustelle. PP

Walter Drechsler | Mo, 6. März 2017 - 06:38

Da hat Cicero aber ein Thema ausgegraben. Herr Yücel hasst die Deutschen ist also gut. Herr Pirinçci mag die Deutschen ist also böse. Für Herrn Yücel macht sich die ganze deutsche Politik stark. Für Herrn Pirinçci würde man keinen Finger krümmen. Natürlich dürfen beide ihre Meinung äußern und wir dürfen entscheiden mit wem wir uns lieber solidarisieren.

Hans Meier | Mo, 6. März 2017 - 08:03

Aber Hallo, Sie fordern ja quasi Vernunft und Augenmaß! Und das von völlig emotionalen Kleingeistern, die sich immer in der sogennaten Schwarm-Intelligenz gegenseitig beflügeln. Das sind drastisch ausgedrückt, „unsere Schmeißfliegen, die in den Medien einen Job gefunden haben“ wo sie gegen alle hetzen, die als Familienmenschen völlig normal leben und keine Fuchteln mit perversen Lüsten mögen.

Andreas Auer | Mo, 6. März 2017 - 09:15

...besteht darin, dass einer der beiden unser Land liebt und der andere es verabscheut.

Aber abgesehen davon geht es nicht darum, den einen oder den anderen "auszuhalten". Es geht darum, dass ich meinen Freunden, die mir symaptisch sind, gerne helfe, während ich für Personen, die mir die Pest an den Hals wünschen, keinen Finger rühre.
Gemeinschaften leben von gegenseitiger Akzaptanz und Zuwendung und die Mitglieder solcher Gemeinschaften erkennen sehr wohl, wer ihrer Hilfe würdig ist und wer nicht. Mitgefühl ist eine zutiefst menschliche Emotion, die sich nicht von der Obrigkeit verordnen lässt. Es wird denen zuteil, die es verdienen.

Ich persönlich möchte Herr Yücel jedenfalls nicht in die peinliche Situation bringen, hinterher vielleicht auch noch dankbar sein zu müssen. Nicht, dass ich ihm so viel Charakter zutrauen würde.

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 6. März 2017 - 09:17

jetzt wird inflationär gebraucht:"Unsere Demokratie ist stark genug, um die Auftritte türkischer Politiker bei uns zu verkraften..." Das ist falsch, grundfalsch!!! Und gerade gegenüber den Türken hier bei uns, den türkischen Politikern, den unzähligen Moslems, die "unsere Art von Demokratie" für "schwach und unmännlich" halten, das vollkommen falsche Signal. Unsere Demokratie; wir, unser Verhalten ist so schwach, weich, und wankelmütig, weil WIR zu feige sind, um den türkischen Potentaten, den hierlebenden Türken - auf diese Weise zu zeigen, dass es Grenzen gibt. Was jedoch die politische Klasse, allen voran Merkel und Gabriel betreiben, ist wie 1938 Chamberlain, Appeasement-Politik in ihrer hässlichsten Ausprägung. Was wir von Merkel verlangen können, ist der öffentliche Auftritt, ihre öffentliche, scharfe und harte Widerrede gegen Erdogan und die "blödsinnigen" Vergleiche mit Nazitum. Wir verlangen von Merkel harte, klare Worte, von ihr selbst und von keinem anderen. Stärke zeigen!

Georg Dallmann | Mo, 6. März 2017 - 10:23

Wer sich auf ein Recht zur Ausübung eines Rechts beruft, MUSS auch selber dazu bereit sein, dieses Recht anderen zuzugesetehen, die einen anderen Standpunkt zu politischen und sonstigen Fragen vertreten. Daran fehlt es nicht selten in den verschiedensten Debatten. Das ist eine Krankheit, die auch die deutsche MeinungsFREIHEIT infiziert hat. Das sollte dringenst öffentlich DEBATTIERT werden. Gerade hier könnte man den LINKEN und dem Medienkartell den Spiegel vorhalten.
Zur aktuellen Erdogan-Debatte sei auf § 47 AufenthG hingewiesen, wonach selbstverständlich Auftritte von politischen Ministern verboten werden können, denn der Wortlaut des Gesetzes (GELTENDES RECHT!) läßt hierzu keine Fragen offen.
Solange türkischer Opposition in der Türkei keine adäquate UND GEFAHRLOSE RedeFREIHEIT eingeräumt wird, besteht keinerlei Veranlassung, Erdogan und seine Schergen frei reden zu lassen. Gleiches Recht für ALLE, geht auch ANDERSRUM!
Nachhilfeunterricht für DESPOTEN!

Wolfgang Henning | Mo, 6. März 2017 - 11:42

Danke, Herr Grau, wieder eine gelungene Analyse zum Thema Meinungsfreiheit in Deutschland und Europa. Wir wundern uns über die Ängste und Verunsicherung der Bürger, die bei Pegida-Demonstrationen mitlaufen und ihren Unmut kundtun, sowie über die Anhänger und Mitglieder der AfD, und stigmatisieren sie schnell als "Pack", "Schande für Deutschland", "Rassisten", "Nazis" u.a.m. Auch diese Ängste und Forderungen, wie z.B. "Merkel muss weg!" ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Zumal ja auch die linke Parteienlandschaft nichts anderes fordert. Leider kann sich selbst der Cicero noch nicht ganz frei machen von der Stigmatisierung als "Populisten", obwohl doch alle Politiker mehr oder minder "dem Volk zu Munde reden". Es wird Zeit, dass der Cicero auch einem Parteiwechsler zur AfD, wie z.B. Dr. Malte Kaufmann(ehem. CDU), oder Martina Böswald (ehem. SPD), sowie Ludger Sauerborn (ehem. Grüne)ein Podium zur Darstellung ihrer Wechselgründe bietet.

Gisela Zabka | Di, 7. März 2017 - 16:03

Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen Yücel und Pirinçci, den man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte: Wenn Yücel Herrn Sarrazin einen tödlichen Schlaganfall an den Hals wünscht, wenn er Joachim Gauck als „reaktionären Stinkstiefel“ und den Papst als „reaktionären alten Sack“ beleidigt und sich auf das baldige Aussterben der widerlichen Deutschen freut, macht er Karriere (vom „taz“-Kolumnisten zum „Welt“-Korrespondenten). Wenn Pirinçci hingegen bei einer Pegida-Kundgebung einen Satz sagt, der in den Medien gezielt missverstanden wurde, wird ihm die Existenzgrundlage entzogen, indem Random House seine erfolgreichen Katzenkrimis aus dem Programm nimmt.

„Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal“, schrieb Yücel in der „taz“. Dann soll er jetzt mal suchen und uns mitteilen, was er gefunden hat.

Rudolf Bosse | Di, 7. März 2017 - 16:38

Von den Mainstream-Medien ist man es gewöhnt, keine wertungsfreien Informationen zu erhalten, sondern immer im belehrenden Ton, wohin und wie der Leser die jeweilige Information einzuordnen hat. Aber diese unangenehme, das Urteilsvermögen des Lesers in Frage stellende Gewohnheit findet man nun auch verstärkt bei Wikipedia.
Um der Meinungsmanipulation dieser Enzyklopädie zu entgehen, habe ich mir angewöhnt, bei der alternativen Enzyklopädie „PLUSPEDIA“ (existiert seit 2010) zu googeln.
Der Unterschied zwischen beiden fällt insbesondere bei politischen Fragen und Fragen nach öffentlichen Personen auf. Pluspedia enthält sich in seinen Antworten jeglicher Einordnung in die von den Medien bekannten Schubfächer, sondern seine Antworten überlassen dem Leser die eigenständige Meinungsbildung.

Arne Bruhn | Di, 7. März 2017 - 17:37

Der Generalsekretär der CDU (Christlich-Demokratische-Union), Herr Dr. Peter Tauber, hat gut hörbar seine Meinung kundgetan mit "Wer gegen Merkel ist, ist ein 'A....loch'. Ist so eine Meinung aus dem Fäkalbereich durch das Recht auf freie Meinungsäußerung auch geschützt? Falls ja, dann weiß ich nicht, warum man sich über Herrn Erdogan & Co. aufregt.

Anne Müller | Di, 7. März 2017 - 22:48

Welch ein Glück, dass es Cicero gibt.
Herzlichen Dank Herr Grau für diesen Artikel.
Ihre Anne Müller

Hans Muller | Fr, 10. März 2017 - 23:23

Den Deutschhasser Yücel dagegen schon eher

Welch ein Glück, dass es Cicero gibt.…

Schreibt ihr Eure Kommentare selbst? Selten soviel Selbstbeweihräucherung gelesen...

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