Wissenschaftspolitik der Linken - Die Partei, die Partei, die hat immer recht

Hochschulen werden zu politischen Kampfgebieten. Das hält Linken-Politikerin Petra Sitte für legitim. Denn Politik und Wissenschaft seien ohnehin nicht voneinander zu trennen. Eine Anmaßung mit langer Tradition.

Politik und Wissenschaft seien nicht voneinander zu trennen, sagt Petra Hirte, Bildungspolitikerin der Linken. / dpa

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

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Porträt Mathias Brodkorb

Mit einem Weckruf hat sich der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, jüngst an die Öffentlichkeit gewandt. Der Verband verzeichne „eine signifikante Häufung von Fällen, in denen sich Wissenschaftler in ihrer Freiheit“ eingeengt fühlten.

Die Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit gehe dabei gar nicht in erster Linie von Akteuren außerhalb der Wissenschaft aus. „Es sind Studenten und Wissenschaftler in allen Stadien ihrer universitären Karrieren, die ihrer eigenen Freiheit ein Grab schaufeln,“ so der Präsident der deutschen Professoren.

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Tomas Poth | So, 1. August 2021 - 10:41

Dieser Links-Dogmatismus ist das Krebsgeschwür der Freiheit, er hat sich in fast alle Parteien hineingefressen, auch ein Ergebnis des Merkelismus.
Es bräuchte eine Querfront aller noch verbliebenen demokratisch denkenden und handelnden Personen, die diesem Spuk ein Ende setzen.
Die AfD schafft es hier offensichtlich nicht, sich als demokratisches Bollwerk zu präsentieren. Sie sieht sich doch als Alternative zum Parteien-Establishment?
Von allen anderen Parteien können wir es nicht erhoffen, die haben sich dem Abbau demokratischer Rechte (anbahnender neuer Totalitarismus) schon widerstandslos ergeben.

Und gefiltertes & gelenktes Wissen erzeugt widerstandlose & willfährige Untertanen, Erfolgsgarant für jede Diktatur.
Und ich Verschwörungstheoretiker glaube fest an die Theorie, das der damalige Osten (vor allem die DDR) die Säulen der Macht der BRD mit Beeinflussung der unterschiedlichsten Mittel auf Menschen gezielt vorgenommen hat, um vor allem die Bildung & Gedanken der jüngeren, zukünftigen Generation in eine bestimmte Richtung zu lancieren. Fundament der Linken war & ist hauptsächlich das Hauptargument, dass der Sozialismus-Kommunismus wesentlich überlegener gegenüber dem Kapitalismus ist. Vor allem der Bereich der "Solidarität".
Und wir sehen ja, trotz der vielen unterschiedlichen fehlgeschlagenen Experimente der letzten über 100 Jahre auf dieser Erde erhalten die Rattenfänger weiterhin ihre Ergebenen & mobben, diskriminieren jeden aus dem Arbeitsumfeld hinaus, was nicht der Schablone entspricht. Egal ob Lehrkräfte, Erzieher oder Journalisten. Ihre Predigen sind schlimmer ......

...werter Herr Lehmann.
Und die Grünen sind im Osten doch seit langem relativ schwach.

M. E. verweigert die Linke eine ganz simple Tatsache.
Sie behauptet zwar sich für "den Kl. Mann" einsetzen zu wollen (Thema soziale Gerechtigkeit), aber, da sie weiterhin an ihrer Open-Boder-Politik festhält, sorgt sie genau dort, wo sie angeblich schützen will, für mehr u. mehr Verdrängungswettbewerb.

Leider bringt das keiner zur Sprache.
Gerade das Sommerinterview mit D. Bartsch gesehen...auch dort keine Frage wie das gehen soll, wo es sich doch widerspricht.

Karl-Heinz Weiß | So, 1. August 2021 - 11:08

Die chinesische Führung hat den beschriebenen Weg bereits vollendet. Deutschland befindet sich noch im Stadium der Alternativlosigkeit. Die Vereinnahmung der Wissenschaft schreitet voran-siehe Bundesverdienstkreuz für Herrn Drosten, mitten in der Pandemie.

die wie Pilze aus dem Boden schießen ... alle natürlich "fortschrittlich" links und politisch korrekt. Leider lassen sich da jetzt sogar fachlich überdurchschnittliche kompetente Astrophysiker mit Dr.-Grad (!) instrumentalisieren. Aber Solches gab es auch schon in der DDR und auch im III. Reich der Nazis ... Trauriger Abstieg!

Christa Wallau | So, 1. August 2021 - 11:30

sind grundsätzlich unvereinbar.

Dennoch haben a l l e Religionen u. Ideologien - ob links o. rechts - immer wieder mit großem Eifer u. Erfolg ihre Krallen nach freiem Denken und Forschen (= Wissenschaft) ausgestreckt und diesen Bereich unter ihre Knute gebracht, d. h . für ihre Zwecke b e n u t z t.

Nun ist es eben die neue links-grüne Ideologie, die dieses Gebaren an den Tag legt. Es sind natürlich junge Leute, die sich hier besonders hervortun; denn sie sind begeisterunsfähig u. am meisten geprägt vom "Ungeist" der Zeit.
Meist liegt kein großer Trost darin, in die Geschichte zu schauen, aber dem Verständnis aktueller Vorgänge u. Zustände ist es äußerst dienlich.
So, wie in der katholischen Kirche das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes sich noch nach der
Aufklärung(!) durchsetzen konnte, so befürchte ich, daß die LINKS-GRÜNEN es schaffen, ihre spezielle "Wahrheit" mit all ihren Absurditäten zum Dogma der Moderne zu erheben.

Das BVG hat da ja schon ganz gut mitgespielt!!!

Die SED-Erben träumen schon wieder von den "guten alten Zeiten"?
Die Kämpfe in den 68/70er Jahren an den Unis, von der SED angestachelt und finanziert (Ulrike Meinhof stand als Redakteurin der DKP-Zeitung "Konkret" schon damals in Lohn und Brot der SED!), endeten schließlich in brutalstem RAF-Terror.
Die Träume der SED-Revanchisten enden immer wieder in traumatischen Zuständen für die betroffene Bevölkerung. Was das drangsalierte DDR-Volk vom Kommunismus hielt, zeigte es mit der Friedlichen Revolution 1989. Nie wieder kommunistische Versklavung!

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 1. August 2021 - 11:37

machen, deswegen war für mich ab einem bestimmten Zeitpunkt intellektueller Reife klar, dass ich vor allem niemals in der DDR leben wollte. In Russland war der Kommunismus auch HISTORISCHE Tragödie.
Abgemildert wurde dies durch den Status der Benannten, meist zu den Opfern von Geschichte gezählt werden zu müssen.
So bin ich nach wie vor für ihre native Freiheit und Selbstbestimmung in einer Gesellschaft, deren allgemeines Grundprinzip genau das ist, "Naturrecht und menschliche Würde".
Schlimm, wenn die Linken nach einer Phase der Einkehr, nach dem Fall der DDR, nun davon Abstand nehmen würden.
"Erleuchtete" gibt es nun aber nicht nur bei den Linken, vielleicht wären die jeweiligen Formen bis hin zum Neo-Messianismus, wert, genauer betrachtet zu werden.
Ich habe nunmal mit Linken meine politischen Erfahrungen begonnen, weshalb ich jetzt schon stärker auch in andere politische Segmente schaue und allgemein hoffe, dass politische Teilhabe Ideologie Weniger für Alle "schlägt".
SAPERE AUDE

Urban Will | So, 1. August 2021 - 12:32

Form des Wissenschaftsbetriebes ein weiterer, ganz großer Schritt weg von der Demokratie hin zur Gesinnungs – Diktatur stattfindet.
Wer Lucke als „Nazi – Schwein“ bezeichnet, tut maximal seine Meinung kund, mehr aber nicht.
Wer dies ernst mein, zeigt, dass er keinerlei Ahnung vom Nationalsozialismus hat, dass er den Begriff „Nazi“ all verallgemeinernden Kampfbegriff für alles Nicht – Linke anzuwenden gedenkt.
Jeder, der Wissenschaft ernst nimmt, völlig unabhängig von der eigenen politischen Überzeugung, sollte massiv gegen eine solche Hetze eintreten.
Wer sie still akzeptiert oder gar begrüßt, wie hier beschrieben, ist Teil dieses Übergangs zur Gesinnungs – Diktatur.
Wie weit es von dort zur echten noch ist, weiß niemand. Aber Fakt ist bereits, dass aus der Überzeugung, auf der „richtigen Seite“ zu stehen schon längst die Rechtfertigung für Gewaltanwendung gg d Gegner oder gar „Feind“ gezogen wird.
„Wehret den Anfängen!“ Und das meine ich politisch übergreifend.

Romuald Veselic | So, 1. August 2021 - 12:48

Schon unter Lenin/Mao sperrte man die Wissenschaftler in spezielle Einrichtungen, damit sie "frei" forschen konnten, natürlich unter dem wachsamen Auge der Partei, was durch Smersch, Tscheka u. später KGB überwacht u. sanktioniert wurde. Der Nobelpreisträger A. Sacharow (alter, weißer Mann) dürfte erst unter Gorbatschow aus der Verbannung zurückkehren.
Die Fr Petra Hirte auf dem Titelbild, ist die absolute Verkörperung eines Apparatschiks (Die Große Schwester, im Sinne Orwells - 1984), als hätte sie aus dem Agitplakat entflohen. Die Kims (der Lebende u. die Toten) o. Pol Pot sind/waren kaum sympathischer, als diese Super-Genossin. Denn Dame, ist sie definitiv nicht. Sie sollte Krokodil-Farm bewachen u. nie mit Menschen arbeiten dürfen.

PS Muss man gewisses Aussehen haben, um Linker-Agitator/Politiker zu werden?

...von dieser D.. äh, diesem Subjekt bewacht zu werden, würde erstens gegen artgerechte Haltung verstoßen und zweitens, mich als Krokodil, vermutlich in den Suizid treiben.
Ihren letzten Absatz mit der Frage kann man nur mit JA beantworten. Siehe SPD.
Satire Ende.
PS. ich scrolle die letzten Tage nicht mehr so häufig. Hat Herr L. Urlaub? Oder Schulung?
Allen einen schönen Wochenstart.

Brigitte Simon | Mo, 2. August 2021 - 18:33

In reply to by Enka Hein

könnte ich Sie durchaus vom Suizid fernhalten liebe Frau Hein. Möglicherweise auch
Petra Hirte. Wenn sie denn möchte. Es gibt doch das tröstliche Sprichwort: "Man ist
nie so bös´ wie man ausschaut".
Ihnen auch einen schönen Wochenstart.

müssen nach dem Willen der Grün-Linken umbenannt werden, weil Karl Marx ja ein übler Judenhasser war!
Meinetwegen Umbenennung in Charlie Chemnitz ... aber ob die Chemnitzer damit einverstanden wären, leiden sie doch immer noch unter dem überdimensionalen "Nischel" im Zentrum ihrer Stadt!

Robert Hans Stein | So, 1. August 2021 - 13:56

Wer es noch kennt aus vergangenen Tagen, es war Pflichtfach für jeden Studenten (damals nannte man die noch so) ab dem 5. Semester, nach Phil (1./2.) und PolÖk. (3./4.) Und es war ein "Schwimmfest", an Substanzlosigkeit nicht zu überbieten.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand der Medizin oder Mathematik studiert zu den Boykotteuren oder Provokateuren der Auftritte von Lucke etc. gehört. Generell sollte man vielleicht "Studierende", die sich berufsmäßig mit GeWi befassen als Leute betrachten, die entweder ihrem Hobby frönen oder ausgemachte Politkarrieristen (oder beides) sind, dazu verdonnern, ihr Studium selbst zu finanzieren. (Vorab Entschuldigung für den Verstoß gegen die Netiquette; muß ja, weil zu drastisch, nicht mit veröffentlicht werden) Noch besser wäre es, diesen unnützen, kiffenden, ungewaschenen Haufen von Tagedieben im Steinbruch schuften zu lassen, bis sie klar im Kopf sind.)

Ich hatte dieses Pflichtfach 1986 an der TU in Rumänien. Der Dozent hat sich aber nicht zur Karikatur eines Wissenschaftlers machen lassen: Er hat uns von der Gesetzgebung und von Parlamentsdebatten in UK, USA und D erzählt. Des weiteren waren internationale tagespolitische Themen in der offenen Diskussion. Mitdiskutieren konnten nur Studenten (auch weibliche!), die ausländische Rundfunkprogramme empfangen und verstehen konnten.

Über den Sozialismus sollten wir ca. 50 Seiten in seinem Buch lesen. Die harte Alltagsrealität hat uns den Kopf klar gemacht, auch der arme Dozent saß im Winter in einer kalten und dunklen Wohnung und täglich vor leeren Regalen! An den endgültigen Sieg des Sozialismus hat kein Mensch mehr geglaubt .

Kommunistische "Wissenschaftler" sollten ihre Sozialmodelle zuerst an Hunden ausprobieren! Selbst um diese würde es mir furchtbar leid tun.

Ihnen, Herr Stein, volle Zustimmung und schöne Grüße!

Günter Johannsen | So, 1. August 2021 - 14:56

„Vorwärts nimmer, rückwärts immer!“
Honeckers programmatischer Auswurf nun auch an Schulen und an Universitäten? Das erreicht man aber nur mit „Inoffiziellen Mitarbeitern“ des Betreuten Denken – wie gehabt, Genossinnen und Genossen! Die Wissenschaftliche Grundlage aller Studienrichtungen soll wieder Marxismus-Leninismus sein. Dieser ideologische Wahnsinn beherrschte in der DDR alles und jeden. Aber: Bevormundung im wissenschaftlichen Bereich blockiert jeden Fortschritt, denn "ohne Freiheit ist Wissenschaft keine Wissenschaft, sondern Erfüllungsgehilfin der kommunistischen Unterdrückungs-Ideologie." Eine herausragende Rolle spielt dabei auch die gewisse Victoria-Stiftung, welche Gesinnungsschnüffelei an Schulen/Universitäten schon salonfähig gemacht hat, wie wir wissen. Was Marxisten aber gern verschweigen: der „wissenschaftliche“ Kommunismus von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China, Nordkorea und in der DDR über Hundertmillionen Tote zu verantworten!

dabei sollte doch nur die linke Faust geballt sein, oder?
Die sympathischen Gesichtszüge so mancher linker Genossen & Genossinnen (kommt eigentlich Genossen von genießen?) spricht für ihre Ideologie, ist mein Eindruck!

Ne Hr. Johansen, es ist die rechte Faust die geballt wird, vielen unterläuft dieser Irrtum.
Schauen Sie genau auf die Bilder und Fahnen.
Die Nazis steifer, rechter Arm nach schräg oben mit gestreckter Hand.
Die K-Gruppen rechter Unterarm steif und senkrecht nach oben mit geballter Faust.
Beide Gruppen unterscheiden sich auch wenig in ihrem totalitären Anspruch.
Quasi alles eine "Wichse" wie so mancher auch sagt, egal ob Braun oder Rot gefärbt, immer gefährlich für die Andersdenkenden.
Lesen Sie "Die Revolution entläßt ihre Kinder" (Wolfgang Leonhardt).

Gerhard Schwedes | So, 1. August 2021 - 16:11

Wir befinden uns in einem Kulturkampf, der noch schlimmer ist als in den 70-er und 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Schlimmer deshalb, weil die Alt-68-er relativ isoliert von der Gesellschaft waren, auch von der Mehrheit der Professoren. Nun aber hat der 68-er Geist weitergewabert, hat eine massive Verstärkung durch die Kanzlerin, durch die in die Institutionen eingedrungenen Alt- und Neu-Achtundsechsziger und die überlebenden Roten aus der Ex-DDR bekommen, die zusammen mit den westdeutschen Ex-KPD-lern und Linksgestrickten eine enorme gesellschaftliche Dynamik entfalteten. Dass die Kanzlerin ein linkes Chamäleon ist, wird immer augenscheinlicher. Im Abstand wird man vielleicht einmal feststellen können, dass sie alles darauf angelegt hat, Gesamtdeutschland sturmreif für den Neo-Sozialismus zu schießen. Dabei scheint sie nicht davor zurückgeschreckt zu haben, auch grandios destabilisierende Mittel einzusetzen. Das Traurigste dabei: Selbst die Konservativen sind ihr blind gefolgt

Markus Michaelis | So, 1. August 2021 - 16:18

Das frage ich mich auch: woher kommt diese feste Überzeugung auf der (einzigen?) richtigen Seite zu stehen?

Vieles speist sich aus den abscheulichen Taten oder Einstellungen der Gruppen, die man ablehnt - das ist erstmal nachvollziehbar. Andererseits soll gerade das "Wir und Die" überwunden werden, es geht ja um die gemeinsamen menschlichen Werte. Wie geht man dann mit all den Menschen um, die falsch handeln und denken - das sind nicht wenige? Wir wollen gerade keine Menschen mehr abwerten - aber die denken eben falsch und müssen das ändern. Das klingt objektiv, weil das falsche Denken nunmal andere Menschen abwertet, also ist das falsche Denken eben falsch. Aber doch denken soviele anders, und noch nichtmal so gleichgetaktet falsch, dass man sie alle in eine Schublade stecken könnte.

Ich finde das alles schwierig. Etwas Wissenschaft wäre da gar nicht so schlecht, die das nicht politisch bewertet, aber ein wenig analysiert und durchleuchtet.

Rob Schuberth | So, 1. August 2021 - 18:32

Zumindest deren extremer Flügel hat Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung seiner Ziele im Programm stehen.

Somit wundere ich mich über die doch merkwürdige Ansicht dieser Linken bzgl. unserer Unis gar nicht.

helmut armbruster | So, 1. August 2021 - 20:50

will heißen, dass es sinnlos ist ihn auf die Jagd mitzunehmen , wenn es der Hund nicht selbst will.
Genau so ist es mit der Freiheit und Freiheitsrechten.
Wer kein Gefühl dafür hat, was für eine großartige Sache es ist sich frei und unabhängig zu fühlen, der wird auch nicht für die Freiheit eintreten und schon gar nicht für sie kämpfen.
Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass den meisten Menschen ihre Karriere und ihre Bequemlichkeit wichtiger sind, als ihre Freiheit.
Sie akzeptieren ohne weiteres eine Autorität über sich und lassen sich gängeln und herum schubsen.
Hauptsache es schadet ihrer Karriere nicht.
Ein ordentlicher Professor hat einen langen Weg hinter sich bis er sich endlich eine Professur erarbeitet hat. Da wird er doch nicht bocken oder quer schießen, wenn man von ihm Anpassung und Political Correctnes verlangt.
Oh nein, das wird er nicht!

Ernst-Günther Konrad | Mo, 2. August 2021 - 10:58

Schon im Mittelalter wurden Wissenschaftler, die den kirchlichen Doktrin widersprachen, dem Scheiterhaufen zugeführt oder zum Widerruf genötigt und nicht selten übelst ermordet. In zwei Diktaturen der Neuzeit das gleiche Muster. Wissenschaftler, die vom diktatorischen System bezahlt das behaupteten, was gewollt ist und die Unterdrückung anderer, die dem widersprachen. Und auch jetzt wieder, wird Wissenschaft politisch instrumentalisiert und ideologisch genutzt. Also. Nichts Neues. Nur kommt es aus der Wissenschaft selbst, die beharrlich an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Nur sie selbst kann ihre eigenen Grundsätze verteidigen und gegen die Einflussnahme von Politik verteidigen. Von diesem Staat erwarte ich in Hinblick auf den Schutz des Art. 5 Abs. 3 GG nichts. Er höhlt ihn ja selber gerade komplett aus und nutzt auch und gerade die Wissenschaft für sich selbst bei Corona, das Volk zu spalten und ihre teilweise unmenschlichen Fehler und sinnlose Maßnahmen zu begründen.

Moritz Arndt | Di, 3. August 2021 - 01:36

Wie sehr manche Leute davon träumen, es Menschen progressiverer Gesinnung mal richtig zu zeigen oder am liebsten alle Wissenschaften abschaffen würden, die keine messbaren oder nur unbequeme Ergebnisse liefern, lässt sich auch hier im Forum bestens beobachten. Insofern stellt es einen Fehlschluss dar, die Unterdrückung abweichender Meinungen an einer politischen Gesinnung festzumachen.

Was die Wissenschaft betrifft, so hat sich diese in Deutschland nie wirklich gegenüber gesellschaftlichen und politischen Diskursen emanzipiert. Hochschulen in Deutschland sind keine Räume, die ausschließlich wissenschaftlichen Standards unterliegen. Ob Kaiserreich, NS-Regime, Bonner Republik oder eben nun Unsere aktuelle, von Identitätsdiskursen geprägte Gesellschaft, gesellschaftliche Voraussetzungen wurden stets in deutsche Hochschulen hineingetragen und deren Personal reagierte meist mit einer ordentlichen Portion Opportunismus, in der Annahme, dann unbehelligt zu bleiben.

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