Andreas Gassen in der BPK
Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung / picture alliance

KBV-Chef im Interview - „Teilzeitangestellte gehen nicht in Teilzeit zum Arzt“

Im Interview erklärt Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, warum eine neue Praxisgebühr nicht funktioniert, wieso Dr. Google das Ärzte-Hopping beschleunigt und warum Teilzeitarbeit die Sozialsysteme belastet.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

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Andreas Gassen wurde 1962 in Köln geboren und ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die die Interessen der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten auf Bundesebene vertritt und mit 189.551 Ärzten und Psychotherapeuten die ambulante Versorgung in Deutschland organisiert.

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Maria Arenz | Mi., 27. August 2025 - 08:02

-wie auch in diesem Interview- die Beiträge, desto deprimierter lege ich den Artikel regelmäßig beiseite. Weil allein die Vorstellung, irgendjemand könnte z.B. Arztbesuche und andere von der Solidargemeinschaft zu bezahlende Leistungen entsprechend des geringeren Beitrags vonTeilzeitkräften deckeln wollen, angesichts des inzwischen vorherrschenden Niveaus in Politik und Diskurs- bestimmenden Kreisen völlig absurd ist. Jede am Ursprung des Grundübels unserer Finanznöte ansetzender Gedanke wird von einem völlig außer Rand und Band geratenen "Solidar-Gedanken" zunichte gemacht , der spätestens mit der Umbenennung von Sozialhilfe in"Bürgergeld" Schmarotzen und Trittbrettfahren zur Königsdisziplin des deutschen Citoyen geadelt hat. "Bürgerlicher" als von "Bürgergeld" zu leben, kann man ja wohl nicht mehr sein. Auch ein Gruppen-Foto des in jeder Hinsicht immer feister werdenden Klingbeil und des einmal für selbstverantwortlich handelndes Bürgertum stehenden Typs Merz spricht Bände.

Toníček - CZ | Mi., 27. August 2025 - 11:31

Antwort auf von Maria Arenz

. . . ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu, nichtsdestotrotz muß die Politik letztendlich die Axt an die Wurzel allen Übels anlegen: Reformierung des "Bürgergeldes" - die angesprochenen 3 Mio Bürgergeödempfänger, die arbeiten könnten, aber es nicht tun, müssen auf's Stärkste reduziert werden, das würde uns Millionen / Milliarden Einsparungen bringen.
Auch ein Ende der üppigen Geldzahlungen an die Ukrainer sollten überdacht und auf's Schärfste reduziert werden, sonst wird das nix.
Polen macht es uns jetzt wieder einmal vor: Reduzierungen für Kriegsflüchtlinge in hoher Form. - Im Klartext: DE zahlt die höchsten Summern für die hier angesprochenen Gruppierungen, und das soll und muß endlich angegangen werden.
Ein erster richtiger Schritt in die richtige Richtung wird hier gemacht:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article68ae92a58c33b226bcae914f…

Christa Wallau | Mi., 27. August 2025 - 10:35

geschützt wird, m u ß zusammenbrechen!
In Deutschland wird dieser Schutz sträflich vernachlässigt bzw. die Ausnutzung noch gefördert.
Dadurch hat sich eine Mentalität breitgemacht, die lautet: "Hol für dich raus, was du kriegen kannst!" Diese Haltung herrscht sowohl bei denen vor, die nicht arbeiten, wie auch bei denen, die arbeiten.
Man will eben nicht der Dumme sein in unserem verrückten System.
Natürlich gibt es jede Menge Möglichkeiten, diesen Wahnsinnszustand zu beenden, aber
mutlose Politiker (aus Angst vor Stimmenverlust) u. zahlreiche Lobbyisten-Verbände (Profiteure) verhindern das bisher.
Grundsätzlich gilt: LEISTUNG muß sich wieder lohnen! Wer mehr arbeitet und weniger krank feiert, muß das im Geldbeutel deutlich spüren. Daß jemand, der sozialversichert u. arbeitsfähig ist, überhaupt nichts dazu beiträgt, daß die Kassen gefüllt bleiben, ist ein Unding!
Er müßte jeden Wochentag Sozialleistungen erbringen- wie u. wo auch immer! Das schuldet er der Solidargemeinschaft.

Markus Michaelis | Mi., 27. August 2025 - 14:24

Mehrere Ärzte konsultieren zu können halte ich bei nicht trivialen Erkrankungen für wichtig: es gibt nicht "die" Medizin, die, egal welchen Arzt man fragt, immer "die" richtige Lösung liefert.

Genauso wichtig und richtig sollten aber Zuzahlungen sein. Das vollkommen Kostenlose für den Patienten halte ich für einen prinzipiellen Irrweg, der soziale Gedanke wird da dysfunktional. Genauso sollte ein Arzt für seine Leistungen immer bezahlt werden und kein gedeckeltes Budget haben. Dass Ärzte dann nicht beliebig Behandlungen vornehmen, sollte der Patient mit kontrollieren - auch über seine Zuzahlungen.

Ob Teilzeit gut oder schlecht ist, muss man glaube ich mehr differenzieren: wenn ein Rentner oder Familienmitversicherter noch Teilzeit arbeitet, ist es erstmal ein Plus. Wenn es jungen Menschen reicht Teilzeit zu arbeiten, wird irgendwann das Geld ausgehen.

Peter William | Mi., 27. August 2025 - 14:51

Wisst ihr was eine Arztausbildung kostet, wie viele 100k €? Wenn ich sowas lese: "Viele junge Ärzte haben Vorbehalte, in strukturschwache Regionen zu gehen", wird mir schlecht. Wenn ich lese das die ausgebildeten Ärzte lieber Influencer oder YouTuber werden wird mir speiübel.

Natürlich müssen Behandlungen entlohnt werden, danke an Frau Schmidt, GJ!

Warum muss ich mich wiederholen? Mehr Studienplätze anbieten, klar, wenn die Bevolkerungsgröße steigt werden mehr Ärzte gebraucht und mit einer Pflicht versehen. Dann müssen halt 5 Jahre auf dem Land gearbeitet werden. Dafür war das Studium kostenfrei, Cherry Picking par excellence...

Ernst-Günther Konrad | Mi., 27. August 2025 - 15:20

wir könnten freie Heilfürsorge haben. Wenn alle diejenigen, die unberechtigt Sozialleistungen beziehen, die sich hier unberechtigt aufhalten ausgeschafft werden und wenn irgendwelche Sozialleistungsverträge mit dem Ausland sofort und gleich aufgekündigt werden. Wenn die Entwicklungshilfe drastisch zusammengestrichen werden würde und nur mit Gegenleistungen -Abnahme der eigenen Leuten bei Ausweisung - verbunden werden. Würden wir diese ganzen NGOS nicht mehr finanzieren und sofort und gleich aus den Haushalten streichen, dann hätten wir schon genug. Leider denkt hier niemand von den regierenden Politikern *Germany first*, sondern im Gegenteil. Erst denkt man an sich, dann an die alle anderen, außer an den deutschen Steuerzahler, das eigene Volk und damit meine ich auch ausdrücklich die integrierten und friedlich hier lebenden Ausländer. Allein die jährlichen Steuerverschwendungen würden reichen alle berechtigten Bedürftigen zu finanzieren. Aber wir müssen ja alle anderen finanzieren.

Pamina | Mi., 27. August 2025 - 15:54

dann wieder dazu führt, dass Bürgergeld-Empfänger nichts bis kaum was bezahlen müssen, wird das weder etwas helfen noch von den Steuerzahlern akzeptiert werden. Besonders Migranten belagern die Arztpraxen, weshalb ich eine hohe Kontaktgebühr (zum Beispiel 30-50 Euro), die niemandem erstattet wird und nur chronisch Kranken zur Hälfte erlassen wird , für richtig finde.