Gelöbnis
Feierliches Gelöbnis von Rekruten am 12.11.2025 auf dem Mariahilfplatz in München / picture alliance / SvenSimon

Männerwehrpflicht in Zeiten des Selbstbestimmungsgesetzes - Frau werden, um nicht zur Bundeswehr zu müssen?

Die künftige Wehrpflicht wird nur für Männer gelten. Das Selbstbestimmungsgesetz könnte ausgenutzt werden, um als standesamtlich festgestellte Frau die Pflicht zu umgehen – sofern das früh genug erfolgt. Bequemer dürfte ein anderer, bewährter Weg sein.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Sein Buch „Merkel am Ende. Warum die Methode Angela Merkels nicht mehr in unsere Zeit passt“ ist 2018 im FinanzBuch Verlag erschienen.

 

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Die Koalitionsfraktionen haben sich darauf verständigt, eine flächendeckende Musterung und eine „Bedarfswehrpflicht“ einzuführen. Ab dem kommenden Jahr sollen also alle 18-Jährigen, auch Frauen, einen Fragebogen bekommen, der Motivation und Eignung erfasst und über weitere Formen des freiwilligen Engagements informiert. Union und SPD sind sich einig: „Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend.“ Für Frauen also nicht. Mit Inkrafttreten des noch zu verabschiedenden Gesetzes beginnt dann „die verpflichtende Musterung der ab dem 1. Januar 2008 geborenen Männer, die schrittweise entsprechend dem Aufbau der Musterungskapazitäten auf den gesamten Jahrgang ausgeweitet wird“. Für Frauen gilt weiterhin: Sie dürfen, müssen aber nicht. 

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Maria Arenz | Fr., 14. November 2025 - 07:54

noch all die "Kameraden"ab, die wegen ihrer doppelten Staatsbürgerschaft und einer im Konfliktfall eher der anderen Seite zuneigenden Haltung ihres zweiten Heimatlandes einen Loyalitätskonflikt glaubhaft machen können, und all die Couch-Potatoes, die nie im Leben einen Nachtmarsch mit Gepäck durchhalten, wird man vielleicht doch noch auf meine Idee mit der Fremdenlegion zurückkommen. Wir füttern seit Jahren hunderttausende junger Männer durch, die vor auf unsere Kosten angefutterter Kraft kaum laufen können, hier nur gemeingefährlichen Unfug treiben und sich aufgrund ihrer eher weniger zu "Achtsamkeit und Empathiefähigkeit" befähigenden Sozalisierung für den Kriegsdienst geradezu anbieten. Gleichzeitig täten wir damit das Thema Innere Sicherheit entspannen. Man muss nur für eine Rechtslage sorgen, die das Angebot attraktiv für diese Kreise macht. Heißt: Zuerst einmal massive Verschärfung der Bedingungen, unter denen man die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben kann.

Stefan | Fr., 14. November 2025 - 15:15

Antwort auf von Maria Arenz

Nicht zu vergessen alle deutschen AfD Wähler die gesichert rechts sind.
Die muß man auch noch abziehen. 😉

IngoFrank | Fr., 14. November 2025 - 17:50

Antwort auf von Maria Arenz

gesamte Diskussion um die Wehrpflicht nicht ….. weil nach meiner Überzeugung den zweiten vor dem ersten Schritt gegangen wird.
Wäre denn nicht der allererste Schritt, die für mich entscheidende Frage zu stellen,, was ist mir dieses Land denn wert, für das ich mein Leben im Ernstfall opfern muss ? Was bietet mir dieses Land denn an, als Gegenleistung für mein Leben das ich möglicherweise opfern muss.? Ist es ein Paket aus guter Bildung, einer guten Arbeit, vernünftige Infrastruktur nicht nur in Ballungszentren? Eine Innere Sicherheit, ein Stadtbild das mich nicht als Fremden im eigenen Land definiert?
Das was dieses Land 1989 noch ausmachte ist zum großen Teil nicht mehr vorhanden. Damals war ich zumindest stolz auf dieses Land aber heute ? Hat man uns im Laufe der Jahre die Identifikation mit diesem Land mehr als nur ausgetrieben ……warum also, sollte man ein Land wie dieses verteidigen ? Das ist doch die Frage, die zu allererst erklärt werden muss.
MfG a d Erfurter Republik

Walter Buehler | Fr., 14. November 2025 - 19:21

Antwort auf von Maria Arenz

Liebe Frau Arenz, was Krieg ist, das variiert mit den Zeiten.

Der moderne Krieg wird weniger von menschlicher, sondern stärker von künstlicher Intelligenz bestimmt sein. Können die modernen Golems (Kampfroboter und Drohnen usw.) in einer diversifizierten Verteidigungsstruktur nicht weitaus effektiver eingesetzt werden?

Die hierzu notwendigen Kompetenzen sind am ehesten in der Szene der "Gamer" zu finden: Wer solche Spiele beherrscht, ist doch ideal für den modernen Krieg vorbereitet.

In der Schweiz hat jeder mänliche Bürger ein Gewehr im Schrank. Wir könnten für den Verteidigungsfall jedem Gamer (m/w/d) einen geeigneten PC ins Spielzimmer und irgendwo da draußen eine echte Waffe zur Verfügung stellen. Damit könnte sich der Gamer wirklich einmal für die Gesellschaft nützlich machen.

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Seit einiger Zeit fallen mir zunehmend solche blöden Geschichten ein. Aber ist die Vision von der lebensrettenden Geschlechterwechselei im Krieg nicht auch schon völlig abstrus?

Nix für ungut!

Ihr könnt mir sonst was erzählen, Krieg ist Krieg. Sobald gute Anti Drohnen Waffen zur Verfügung stehen wird es wieder Mann gegen Mann sein, so wie es das seit Tausenden von Jahren der Fall ist. Bis Skynet übernimmt und es Mann gegen Maschine ist.

Peter William | Sa., 15. November 2025 - 08:24

Antwort auf von Maria Arenz

Es kann ja nicht der Sinn einer militärischen Grundausbildung sein auf "fertige Soldaten" angewiesen zu sein. Ganz im Gegenteil, es ist eine Ausbildung und der theoretisch zu leistende Job kann körperlich fordernd werden, Marsch mit 20 kg Gepäck, also umfasst die Grundausbildung nicht nur theoretische Fächer wie Ballistik, Waffenkunde und -pflege, erste Hilfe, Schießen, Organisationsstrukturen...

Natürlich wird auch die körperliche Fitness trainiert und wie man sich ernähren sollte, wie man am Leben bleibt, um es mal kurz zu umschreiben. Wie man im Nah- und Fernkampf tötet oder Gegner zumindest kampfunfähig macht...

Die Offiziere hatten darüber hinaus noch einen Einzelkämpfer Lehrgang. So ein bisschen wie 7vsWild. 3 Wochen mit minimaler Ausrüstung, Szenarios kann man sich Zusammenbasteln weshalb sowas gelehrt wird, z.B. Flugzeugabsturz im Feindesland.

Danach kommt ja die Spezialgrundausbildung. Fahrzeugtechnik, Gerätetechnik, Truppenübungsplätze, Manöver, Taktik und Strategie...

A. Brand | Fr., 14. November 2025 - 08:24

Frauen verlangen die vollständige Gleichberechtigung, dazu gehören aber auch die Übernahme ALLER Nachteile!

Frauen wollen zur Bundeswehr gehen dürfen, um Dienst an der Waffe zu leisten, sie wollen das aber nur auf freiwilliger Basis, Zwang lehnen sie ab!

Ich persönlich bin gegen eine vollständige Gleichstellung, denn Männer und Frauen sind eben NICHT gleich. Ich bin auch dagegen, daß Frauen Dienst an der Waffe leisten müssen, dafür spricht auch die mangelnde Teilnahme von Frauen im Ernstfall. Wenn sie sich aber den Weg an den Waffendienst einklagen, dann bitte ganz, also auch mit Pflicht und im Ernstfall!

Für die gesellschaftliche Akzeptanz wäre es sehr wichtig, daß diese Rosinenpickerei der Frauen ein Ende hat!

Die Sache mit dem Selbstbestimmungsgesetz ist nur konsequent, wenn Frauen rosinenpicken dürfen, warum dann nicht auch Männer die sich (temporär) als Frau fühlen?

Verlierer sind, wie in dieser Gesellschaft eigentlich immer, die anständigen und ehrlichen (weißen) Männer!

Wolfgang Borchardt | Fr., 14. November 2025 - 09:51

Tücken des Selbstbestimmungsgesetzes sind jedem Ideologiebefreiten und realitätsnahen Denken sofort klar. Nur sitzt das in der gegenwärtigen Politik am Katzentisch. Am liebsten möchte man ein Leichentuch darüber breiten, mindestens Hausverbot erteilen.

Peter William | Fr., 14. November 2025 - 10:25

zunächst müssten Gesetze abgeschafft werden um wieder eine einigermaaßen logische Rechtsgrundlage zu haben. Es langweilt mich nur noch, immer wieder der gleiche Unsinn.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 14. November 2025 - 10:43

Wie sich diese Entscheidung praktisch auswirken wird, ob und wie viele *geeignete* junge Männer gezogen werden, muss mal erstmal abwarten. Wer bildet die aus und wo? Es fehlt an Musterungszentren, an Person zur Musterung, an Ausbildern, BW-Standorten, wo die Soldaten ausgebildet werden können usw. Aha. Frauen können freiwillig in die Bundeswehr, weil das GG es nicht zulässt. Da müssten doch die links-grünen Feministinnen jetzt Gleichheit für die Frauen fordern und das GG ändern lassen, damit Frauen auch das *recht* haben, Soldat zu werden. Oder will man das dann doch nicht. Ich las gestern im Focus und auch der BILD einige Aussagen von 17jährigen zu dem Thema. Und da kamen durchaus auch Aussagen in der Richtung, dass man nicht als Kanonenfutter dienen wolle. Andere fanden das Gehalt und bei entsprechender Verpflichtung auch die Teilfinanzierung des Führerscheines lukrativ. Mal sehen, wieviel das mitnehmen und dann schnell wieder kündigen. Und was will man überhaupt noch verteidigen?

Sebastian Habel | Fr., 14. November 2025 - 13:18

Alleine, dass §9 im Selbstbestimmungsgesetz existiert zeigt doch, dass die Ampel es nicht ganz ernst gemeint haben kann. Dass es im neuen Gesetzesentwurf so wischiwaschimäßig geregelt ist zeigt wiederum, dass die Kleiko es auch nicht ganz ernst meint. Oder, dass es keiner kapiert hat, was da genau drin steht. Wäre in dieser Legislaturperiode auch nicht das erste mal. Wenn Staat vor Partei ginge, würden sie alles daran setzen eine einjährige Dienstpflicht für alle (Frauen, Männer und alles dazwischen oder darumherum und sonstwie) einzuführen: Mit Wahlfreiheit ob man zum Militär, DRK oder zur Feuerwehr geht. Keine Verweigerung, bei der eh nur gelogen wird, dass sich die Balken biegen. Diese Zeit wirkt integrativ und schadet keinem. Und man muss nicht mit 17 schon Geschlechterforschung studieren. Lieber vorher ein Jahr RTW, KiTa oder eben Bund, damit man lernt, zu arbeiten und sich unterzuordnen bevor man ein Leben lang nur besserwisserisch akademisch herumschwafelt.

bisschen mit Geld nachlegen, so dass jene die tatsächlich zur BW gehen 1/3 mehr Geld bekommen in dieser Zeit, als 'Kasernenzulage' z.B. - und wer sich am Ende seiner Pflichtzeit bei der Bundeswehr zu 3 oder mehr Jahren als Zeitsoldat weiter verpflichtet bekommt für die vergangenen 12 (Pflicht-) Monate noch die Differenz zum echten Zeitsoldatensold für diese Zeit nachgezahlt...

Geld ist genug da..., muss der Regenwald halt warten und 'Demokratie leben!' sterben... ...

Johannes | Fr., 14. November 2025 - 16:29

Der wieder ausgebliebene Aufschrei der Feministinnen hat selbiger Bewegung einen Tritt ins Kreuz verpasst und dieselbe als Rosinenpickerei entlarvt.
Wie konnte es soweit kommen, nach den ganzen Diskussionen um Gleichheit der letzten Jahre. In Israel müssen alle antreten und nachdem wir hinsichtlich Sicherheit mit diesem Land zusammenarbeiten, wäre es sinnvoll gewesen, unser Land gleichheitstechnisch jetzt zu modernisieren... Ciao!

Wolfgang Z. Keller | Fr., 14. November 2025 - 19:06

... nach Ihrem Beitrag und besonders nach Ihrem letzten Satz ist für mich jede weitere Überlegung überflüssig.
DAS wären für mich die einzig zutreffenden Argumente und deshalb die einzig wirk-lich sinnvolle Entscheidung.
Aber WER soll die denn bitte treffen?