Bundeswehr
Wachbataillon der Bundeswehr vor dem Bundeskanzleramt / picture alliance/dpa | Katharina Kausche

Wehrdienst in Zeiten der Zeitenwende - Das Recht zur Verweigerung des Kriegsdienstes gehört reformiert

Die Wehrpflicht ist noch nicht mal wieder eingeführt, da steigt die Zahl der Kriegsdienstverweigerer schon stark an. Wie dieses grundgesetzliche Recht, das vermutlich sogar für aktive Soldaten im Verteidigungsfall gilt, gehandhabt wird, ist abstrus.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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„Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Der Spruch war in der alten Bundesrepublik allgegenwärtig. Er diente den seit den 1970er Jahren immer zahlreicher werdenden Kriegsdienstverweigerern als moralische Rechtfertigung ihrer Absage an die Bundeswehr. Nun ist die Vorstellbarkeit von Krieg seit 2022 auch für Deutsche durch Russlands Angriffskrieg noch sehr viel näher gerückt – aber auch die Vorstellbarkeit des „und keiner geht hin“. 

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Ingofrank | So., 13. Juli 2025 - 19:30

die Identifikation zum eigenen Land.
Und genau diese Identifikation haben uns doch die Links, Grün, und Schwarzen die letzten 20 Jahre „abtrainiert“.
Und wen wundert’s jetzt, dass viele viele junge und auch die viele anderen im wehrfähigen Alter sich nicht vorstellen können, diesem Land mit der Waffe in der Hand zu „dienen“. …. Wozu auch ? ….. da das Versgen der Politik weiter anhält und kein Ende der linken Ideologie in den Abgrund Sicht ist.
Frage an die „Redaktion“ : Haben die Vorsitzenden der Jugendorganisationen, der Parteien SPD, Grüne, CDU und CSU die alle im wehrfähigem Alter sind, gedient ? Oder die, die in den Parteivorständen der entsprechenden Parteien sind, wie hoch ist da der Anteil derer, die gedient haben ? Und genau diese „Berufspolitiker“ will das gemeine Volk am Dienst mit der Waffe begeistern ?
Diese Scheinheiligen Schaumschläger …….
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

...der Bürger mit Ihrem Land ist das eine. Ich vermisse eher die Identifikation der Regierung mit den Interessen des Landes und seiner Bürger, dass dem ersteren vorausgehen muss.
Ich könnte das Land durchaus mit der Waffe verteidigen, aber ich tue es nicht für Kriege von dummen Regierenden mit falschen Motiven und Interessen und hohler Rethorik..

Frank Irle | So., 13. Juli 2025 - 20:15

Mittlerweile gehe ich nicht mehr automatisch davon aus, dass eine Fremdherrschaft unterdrückerischer wäre als "unsere Demokratie". Dafür ist mir das Bekenntnis von Regierung und "Zivilgesellschaft" zur freiheitlich-demokratischen Ordnung bei weitem nicht mehr eindeutig genug.

Ich würde mein Verhalten also durchaus davon abhängig machen, wer der Kriegsgegner ist.

"Right or wrong, my country" war noch nie mein Prinzip. Damit war ich immer in der Minderheit. Allerdings arbeitet die BRD seit Merkel eifrig daran, ihren Bürgern jeden Form von nationaler Identität auszutreiben.

Da braucht man dann nicht rumheulen, wenn es klappt und tatsächlich niemand mehr kämpfen will.

Michael Kaufmann | So., 13. Juli 2025 - 21:25

Aha, also ist es doch möglich Rückblickend ein paar Anekdoten für die Zukunft zu bemühen.
Vielleicht könnte man auch mal Rückblickend an den Ursachen für diese Situation erarbeiten. Es kämen sicher Hilfreiches zu Tage.

Bernhard Homa | So., 13. Juli 2025 - 21:45

Anstatt über Kriegsdienstverweigerer zu lamentieren sollte sich der Autor – und alle anderen Wehrpflichtbegeisterten – lieber folgende Frage stellen: Wie sähe wohl die Kampfmoral zwangsweise eingezogener junger Menschen aus, denen man als zu verteidigende Zukunftsvision Schuldenberge, sinkende Renten- und Gesundheitsleistungen in Aussicht stellt? Und die dann womöglich mit ihrem Leben irgendein NATO-Territorium „im Osten“ schützen sollen, von dem die Hälfte vorher noch nie was gehört hat. Spoiler: eine Ahnung davon geben die ‚(Lauf-)Leistungen‘ der zunächst im Ukrainekrieg eingesetzten russischen Wehrpflichtigen.
"Und lässt andere kämpfen für seine Sache": Au ja – das gilt ganz besonders für „wehrhafte“ Ü40er aufwärts in Deutschlands Politik und Redaktionsstuben, die im Kriegsfall natürlich lieber andere (= Jüngere) zum Sterben an die (Ost-)Front schicken möchten – Helden und Maulhelden eben …

Stefan | So., 13. Juli 2025 - 22:02

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut,
den Zorn der freien Rede,
dass er bestände bis aufs Blut,
bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt,
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht,
den hauen wir in Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.
Kaum ein deutscher Recke würde sich solchen Text noch verinnerlichen.
Da denken die meisten jungen Männer und Frauen, die bereits in der Coronazeit veräppelt worden sind:
"Geht doch selbst oder schickt eure eigenen Kinder in den Tod ihr Herren Pistorius und Merz."

Wolfgang Borchardt | Mo., 14. Juli 2025 - 08:19

hat genau die Politik das Fundament entzogen, die heute zu den Waffen ruft. Das war links-grüner Populismus pur. Das bequeme Leben setzt jungen Menschen heute andere Maßstäbe, andere Ziele. Können Söldner-Truppenteile, die eingereisten jungen Männern die Perspektive bieten, die sie bislang in D nicht gefunden haben, helfen?

Armin Latell | Mo., 14. Juli 2025 - 20:43

Deutschland hat definitiv keine "eigene Sache", für die zu sterben es sich lohnt. Nicht für "Soldaten sind Mörder", queere und nonbinäre und sonstige Abartigkeiten, nicht für Männer, die im Sport Frauen schlagen dürfen, nicht um bei Ablehnung von nicht zugelassenen Genspritzen gemobbt und denunziert zu werden, nicht um das Klima "zu retten", nicht um Millionen unerwünschte Steinzeitmenschen oder Grenzen zu verteidigen, die nach Merkel gar nicht geschützt werden können, nicht für Psychopathen, die Polizei und Staatsanwaltschaft auf kritisierende Bürger hetzen, nicht für eine immer übergriffiger werdende Politkaste, die millionen Wählerstimmen einfach ignoriert und von diesen Leuten jetzt verlangen will, dass sie ihren Kopf hinhalten, nicht für einen Staat, der schon lange kein demokratischer Rechtsstaat mehr ist, der Gesetze nur noch nach Gutdünken auslegt. Nein, für dieses Gebilde sollte niemand mehr einen Finger krümmen. Die Knechtschaft, Herr Knauss, haben wir gerade aktuell.