Rhein und Bouffier
Volker Bouffier (r.) und sein designierter Nachfolger Boris Rhein / dpa

Wechsel in Hessen - Bouffier will Merkels Fehler vermeiden

Volker Bouffier, dienstältester deutscher Ministerpräsident und CDU-Urgestein, tritt bei den hessischen Landtagswahlen 2023 nicht mehr an. Schon am 31. Mai dieses Jahres tritt er zurück. Bei seinem geordneten Rückzug vermeidet er die Fehler Angela Merkels: Sein designierter Nachfolger Boris Rhein bekommt Zeit, sich zu profilieren.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z.

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Der hessischen CDU ist wiederum etwas gelungen, was zu den schwierigsten innerparteilichen Operationen zählt: die rechtzeitige Übergabe der Position des Regierungschefs und Parteivorsitzenden an einen Nachfolger. Volker Bouffier (70), seit zwölf Jahren die Nummer eins in Partei und Land, tritt am 31. Mai als Ministerpräsident zurück. Dann will die schwarz-grüne Koalition den Landtagspräsidenten Boris Rhein (50) zum neuen Regierungschef wählen. Das gibt dem neuen Mann Zeit, bis zur Landtagswahl im Herbst 2023 im Land bekannt zu werden und an Profil zu gewinnen.

Bouffier, der in Hessen insgesamt 27 Jahre an Regierungserfahrung vorzuweisen hat, ist innerparteilich nicht mehr so unumstritten wie vor zwölf Jahren, als er Roland Koch nachfolgte. Neben den unvermeidlichen Abnutzungserscheinungen spielt das schlechte Ergebnis der Landtagswahl von 2018 eine Rolle, als die CDU elf Punkte verlor und auf 27 Prozent abstürzte. Auch hat Bouffier nach Meinung vieler seiner Parteifreunde zweimal auf die falschen Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz gesetzt, zunächst auf Annegret Kramp-Karrenbauer und dann auf Armin Laschet. Ferner wird ihm angekreidet, einen Kanzlerkandidaten Markus Söder verhindert zu haben.

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Ernst-Günther Konrad | Di, 1. März 2022 - 14:55

Warum Boris Rhein? Unvergessen der Polizeiskandal in Hessen. um die Berufung und Suspendierung von Sabine Thurau als LKA-Präsidentin. Thurau klagte sich wieder ins Amt zurück, das Land Hessen musste klein beigeben. Damit einhergehend die Entlassung des Landespolizeipräsidenten Nedela und die Berufung von Udo Münch, der dann danach durch Innenminister Beuth im NSU 2.0 Skandal als Bauernopfer ebenfalls entlassen wurde. Rhein hat damals für seinen Chef "Bouffier" den Kopf hingehalten und wird jetzt, nachdem Gras darüber gewachsen ist und er dennoch gut versorgt war, für seine ewige Treue bezahlt. Ja, das stimmt. Da ist "Bouffi" cleverer als Merkel, er weiß, wann er gehen muss. Vor allem seine Krankheit dürfte der Hauptgrund sein. Jedenfalls dürften die Weingaststätten bei künftigen Besuchen des neuen MP nicht mehr so guten Umsatz machen als zu Bouffiers Amtszeit. Wer auch nur einen kleinen Einblick hat in die personellen Machenschaften der CDU Hessen , der muss sich mit Abscheu abwenden.

Karl-Heinz Weiß | Di, 1. März 2022 - 15:00

MP Bouffier setzt eine erfolgreiche CDU-Tradition fort: Nachfolgekandidaten aufbauen. Helmut Kohl ist ist 1998 an seiner Halsstarrigkeit gescheitert, Angela Merkel an ihrem übermächtigen Misstrauen. Jetzt muss es ein Vorsitzender richten, der 2002 bis 2018 im politischen Dauer-Sabbat weilte. In diesen Tagen wird nicht nur die angebliche Weltpolitikerin, sondern auch eine kompasslose Kanzlerin entzaubert. Putin kam diese Politik ohne roten Faden nicht ungelegen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 1. März 2022 - 15:39

als Frau Merkel.
Ich kann verstehen, dass er auf Frau AKK und Herrn Laschet setzte.
Warum hätte jemand wie Herr Bouffier auf Herrn Söder setzen sollen?
Die klare Wahl von Herrn Merz und das sollte jener bedenken, geht evtl. darauf zurück, dass jede/r nur denkbare Kandidat der CDU verschlissen wurde.
Herr Söder ist CSU und in meinen Augen eher ein Politiker seines Bundeslandes.
Ging nicht das letzte schlechte Ergebnis von Herrn Bouffier auf das Konto von Frau Merkel?
Es reicht vielleicht doch nicht, wenn eine Kanzlerin der CDU wahlweise die Positionen anderer Parteien aufnimmt, aber eine evtl. "nur ihr selbst bekannte Politik folgen lässt".
Die Grünen werden evtl. keinem Fracking im Rheingraben für dieses Zeug für Batterien zustimmen.
Auf der anderen Seite wurde unsere heimische Autoindustrie nicht an die Hand genommen, jedoch Herr Musk?
Ich begreife nicht, wie jemand überhaupt noch CDU unter Merkel wählen konnte, der berechenbare Politik für die Bundesrepublik wollte.
Nachgefragt

Fritz Elvers | Di, 1. März 2022 - 16:55

wen interessieren diese Heinze jetzt?

Tschuldigung Herr Dr. HMV!

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