Wahlkampf der AfD in Berlin - Auf Kreuzzug in Kreuzberg

Früher war Sibylle Schmidt Hausbesetzerin, organisierte Punk-Konzerte und schmiss Steine auf Neonazis. Heute kandidiert sie für die AfD in ihrem alten Kiez. Eine Nacht im Berliner Wahlkampf

Teilnehmer der Demonstration linker Gruppen zum 1. Mai 2016 in Berlin im Stadtteil Kreuzberg
Mai-Demo in Berlin: „Die wachen vielleicht auch noch auf“ / picture alliance

Autoreninfo

Robert Pausch ist Journalist an der Henri-Nannen-Schule.

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Der Oranienplatz ist dicht gefüllt in dieser lauen Sommernacht. Menschentrauben drängen sich vor den Kneipen. Auf einer Parkbank streitet sich ein Pärchen, lautstark und tränenreich. Einige Meter weiter beugt sich ein Jugendlicher über sein Fahrrad und kotzt.

Für einen Moment beobachtet Sibylle Schmidt das Treiben. Dann öffnet sie den Kofferraum ihres VW Polo. Rasch greift sie zum Kabelbinder, führt ihn behände durch die eingestanzten Löcher und lehnt das Plakat an den Kotflügel ihres Wagens. Etwa zwei Dutzend davon liegen noch auf der umgeklappten Rückbank. „Berlin braucht Sicherheit“, steht darauf. Und: „Echt. Unbequem. Mutig. AfD.“

Ein Mann schreit: „Verpisst euch, ihr Scheißnazis“

Plötzlich öffnet sich ein Dachfenster im Haus gegenüber. „Verpisst euch aus Kreuzberg, ihr Scheißnazis. Und nehmt eure Plakate gleich mit“, ruft ein Mann mit Vollbart und Glatze hinunter auf die Straße. „Das ist unser Kiez, jetzt haut ab oder ich komm zu euch runter.“

Der Kiez, das ist Sibylle Schmidts Wahlkreis. Hier, in der Herzkammer der Linken und Alternativen, tritt sie im September als Direktkandidatin der AfD für das Berliner Abgeordnetenhaus an. Seit den späten 1960ern bevölkern Kreative, Studenten, Künstler und Migranten das Viertel. Die Grünen sind hier Volkspartei, die CDU kommt kaum über zehn Prozent. „Trotzdem bleibt das immer meine Heimat“, sagt Schmidt.

Sibylle Schmidt
Sibylle Schmidt

Mit 18 Jahren zog sie aus der nordhessischen Provinz nach Kreuzberg. 1980 war das. Zwei Jahre später eröffnete sie ihren ersten Club, das Blockshock im Keller eines besetzten Hauses. Sie holte die Großen der Punk-Szene nach Westberlin und wurde so selbst ein kleiner Star in SO36, dem linken Biotop zwischen Spree und Mauer, benannt nach dem alten Postbezirk. Wenn Kreuzberg brannte, war sie stets mittendrin. Bei den Straßenschlachten mit der Polizei fuhr sie den Wagen der „Autonomen Sanitäter“, einem linken Ärztekollektiv, und schleppte verwundete Genossen aus der Kampfzone. Oder sie raste mit ihrer Kawasaki zwischen den Fronten hin und her, beobachtete die Formationswechsel der Polizei und erstattete ihren Freunden Bericht. 32 Jahre lebte sie hier im Kiez.

 „Sibylle Schmidt ist … immer noch das Kreuzberger Urgestein, der rebellische Untergrund, das zähe Leben“, schrieb das Lokalblatt „Kreuzberger Chroniken“ 2005 über sie.

„Damit wir hier nicht bald im Gottesstaat leben“

Heute lebt sie im bürgerlichen Südwesten der Stadt, in Kreuzberg macht sie Wahlkampf. Elegantes schwarzes Kleid, Perlenkette – so steht sie jetzt am Schlesischen Tor. Mit einer Hand lehnt sie sich an die Beifahrertür ihres Autos. Zum zehnten Mal plakatieren sie und ihr Mann nachts für die AfD. „Irgendwas muss man ja tun, damit wir hier nicht bald im Gottesstaat leben“, sagt sie. Wenn Sibylle Schmidt über den Islam spricht, wird ihre Stimme laut. Wörter wie „Unterwerfung“ und „Sklaverei“ schießen dann wie Kugeln durch die Luft. Deutsche Jungen mit blauen Augen seien heute die am meisten diskriminierte Gruppe, sagt Schmidt.

Woher kommt diese Wut, wann hat das angefangen? Mitte der Achtziger, erzählt Schmidt, habe sie mit Freunden die halbe Nacht „in der Wanne“, also einem Mannschaftswagen der Polizei verbracht. Nach einer Razzia in der „Roten Harfe“ hatte die Polizei sie festgenommen. Während sie also dasaßen, angetrunken und schimpfend auf das Schweinesystem, habe ein Türke den Polizisten draußen Kebab verkauft. „Da habe ich gemerkt, auf die wirst du dich nie verlassen können.“ Und überhaupt, die Drogen, die Kriminalität, das sei alles mit den Söhnen der Gastarbeiter in den Kiez gekommen.

Aus dem Kofferraum zieht Schmidt eine Leiter. Prüfend betrachtet sie die nächste Laterne. „Meinst du, wir kommen über die CDU?“, fragt sie ihren Mann. Der nickt, sie reicht ihm das Plakat.

Als sie die Leiter anlegen, umringt eine Gruppe von insgesamt sechs Jungen und Mädchen Schmidt und ihren Mann. Vor ein paar Wochen haben die Jugendlichen Abitur gemacht. Sie trinken Bier und rauchen Selbstgedrehte. „Lügen haben lange Leitern“, ruft einer. Ob sie sich nicht schäme, fragt ein anderer. Nach einem kurzen Wortgefecht zieht die Gruppe weiter. Einer erzählt, er habe schon einmal AfD-Plakate abgerissen und dafür eine Anzeige kassiert. Das Risiko wolle er nicht noch einmal eingehen.

Neonazis bewarf sie mit Pflastersteinen und Flaschen

Schmidt schaut ihnen hinterher. Ob sie manchmal Angst hat, wenn sie nachts plakatiert? „Quatsch“, sagt sie, „die haben doch nichts drauf.“ Angst hatte sie früher. Ihre Gegner waren damals nicht Abiturienten, sondern kampferprobte Neonazis. Im Sommer 1987 überfielen etwa 30 von ihnen das Blockshock, bewaffnet mit Nagelbrettern und Baseballschlägern. Der „dicke Tom“, der sich um die Tür kümmerte, hatte sie nicht reingelassen. Springerstiefel und weiße Schnürsenkel, er hatte gewusst, das gibt Stress. Schmidt war damals schwanger mit ihrem ersten Kind. Sie und ihr Team verschanzten sich hinter Glascontainern. Pflastersteine und Flaschen warfen sie so lang auf die Nazis, bis Verstärkung eintraf. „Die hätten uns übel zurichten können“, sagt sie.

Jetzt kandidiert die Steinewerferin von einst für die Partei, die für „die gelebte Tradition der deutschen Kultur“ eintritt. „Berlin braucht klare Regeln“, steht auf dem Plakat, das Schmidt gerade an einer Laterne befestigt hat. Wie erklärt sie diesen Gesinnungswandel?

Sie fühlt sich bedroht von Kopftüchern

Schmidt sagt, sie fühle sich bedroht. Von türkischen Clans und kopftuchtragenden Frauen. Von Zensur. Von politischer Korrektheit. Sie spricht von den „Gutmenschen“ und „Multikulti-Ideologen“, die die echten Probleme nicht wahrhaben wollten. Von „Gender-Gaga“ und der Frühsexualisierung der Kinder. Seit etwa einem Jahr liest Schmidt viel im Internet: Kopp Online, Epochtimes, Tichys Einblicke. Dort gäbe es „richtig geile Artikel“. Seitdem, sagt sie, sei ihr vieles klarer. Bis vor Kurzem war sie noch Mitglied der SPD. Doch da tummelten sich fast nur noch „Karrieristen und Duckmäuser“. Offen reden könne dort niemand mehr.

Mit schnellem Schritt läuft Schmidt die Skalitzer Straße hinunter. Vor einem Plakat der Kreuzberger Bürgermeisterin Monika Herrmann – Kurzhaarschnitt, bekennend lesbisch – bleibt sie stehen, ihre Augen funkeln. „Verstehen Sie, ich hab‘ einfach keinen Bock, von solchen Unfruchtbaren regiert zu werden.“

Es ist kurz nach zwei Uhr nachts, Sibylle Schmidt hat rund zwei Dutzend Plakate an Laternenmasten befestigt. Nun sitzt die AfD-Frau im „Franken“, einer der letzten Punker-Kneipen hier, wie sie sagt. Schmidt sieht zufrieden aus. „Mal sehen, wie lang die Plakate hängen bleiben“, murmelt sie und lächelt.

Vor ein paar Wochen war sie auf der Beerdigung der Sponti-Legende Bommi Baumann, die beiden kannten sich gut. Sie traf dort viele alte Freunde. Für ihr neues politisches Engagement hatte niemand Verständnis. „Die werden sich noch wundern“, sagt Schmidt und lehnt sich auf ihrem Stuhl zurück. „Wenn Kreuzberg den Dealern gehört und die Deutschen hier nur noch eine Minderheit sind, wachen die vielleicht auch auf. Aber so lange können wir nicht warten.“ Sie bestellt die Rechnung und winkt dem Wirt zum Abschied. „Bis bald, bleibt sauber“, ruft sie in die Kneipe.

Peter Bigalk | Fr, 9. September 2016 - 18:18

Bis die deutsche Linke kapiert, was Sache ist, ist es schon zu spät. Wer für ein "weltoffenes" Land sein will, kann die Ausbreitung orthodoxer Ideen jeglicher Couleur nicht gut heißen.......

Hubert Manter-Koller | Fr, 9. September 2016 - 18:34

Es gibt überhaupt nicht eine Klassenkampf-Theorie, in welcher die Unterdrückten ohne Nationalstaat (d.h. Grenzen) auskommen. "Klassenkampf kennt keine Grenzen" ist daher eine so sinnvolle Aussage wie "Weihnachten kennt keinen Tannenbaum".

Man präsentiere mir andernfalls die linke Theorie, dergemäß ein Klassenkampf ohne jede Form von Nationalstaat möglich sein soll. Bin gespannt.

Im Übrigen ist ein Klassenkampf, der sich mit den herrschenden Partein inkl. der HartzIV-Partei, verbindet, auch an sich sehr befremdlich.

Es ist diese intellektuelle Schwäche und der Hang zum herumkindern, deretwegen ich als ehemaliger Linkswähler diesem Politspektrum nichts mehr abgewinnen kann. Diese Leute haben nur noch seichte Träume und eine aggressiv-intolerante Diskussionsform anzubieten.

Leyendecker, Volker | Fr, 9. September 2016 - 19:33

Es ist doch gut solche Menschen durch Ihren Artikel kennen zu lernen. Ich hoffe das Sie viele Vernünftige Mitstreiter findet. Der Artikel macht Mut und Zuversicht.

Nicolas Wolf | Fr, 9. September 2016 - 21:06

Herrn Tichys Seite lese ich täglich genauso wie Cicero; Kopp eigentlich nie. Also Vorsicht Cicero = Tichy = Kopp das soll wohl die Achse sein auf der wir lesen, Herrn Broder kann ich an diese Stelle nur wärmstens empfehlen. Genug der Spielereien.

Ich bin mal gespannt wie sich das Ganze entwickelt. Ich glaube übrigens nicht, dass sich nicht auf die türkischstämmigen als Allgemeinheit nicht verlassen kann. Viele mag sein, aber es werden sich auch viele genau überlegen, wie es weitergehen soll, so ja wahrscheinlich nicht....

der Artikel dadurch leider, als hätte die Dame die Sichtweisen der linksextremen Szene abgestreift, nur um dafür einen undifferenzierten Blickwinkel von rechtsaußen zu übernehmen.

Ja, auch ich habe mir die PKS und anderes sehr genau angeschaut, aber trotz alledem ist mir nicht eine "homogene" Nation/Ethnie/Kultur/... bekannt, die frei ist von Kriminalität und Drogen. Wer solche Offensichtlichkeiten ignoriert oder gar pauschal gegen Türken derart unhaltbare Vorwürfe erhebt wie es Frau Schmidt anscheinend tut, dessen Islamkritik wird sicher nicht allzu viel Gehör finden, egal wie berechtigt die sein auch sein mag. Wer rechter Propaganda Glauben schenkt, ohne sie einem Realitätscheck zu unterziehen, der richtet im Kampf um "die Wahrheit" nur noch mehr Schaden an.
Und was nützt es hinter den Vorhang des Politiktheaters zu schauen, wenn die gewonnen Einsichten dann doch bloß den Wunsch wecken, selbst auf die Bühne zu gelangen, nur um dort anders gefärbte Propaganda zu verbreiten?

Mit den online Medien gebe ich Ihnen recht.

Ansonsten haben Sie mich wohl missverstanden oder ich muss aufs schärfste widersprechen. Was sie aus Statisken, wie die PKS rauslesen wollen, scheint mir irrelevant zu sein, entscheidend ist was drin steht. Keine " "homogene" Nation/Ethnie/Kultur/... bekannt, die frei ist von Kriminalität und Drogen" ja was denn sonst? In der PKS steht auch eher drin, wie sich die Kriminalität im Vergleich zum Bevölkerungsanteil von Ausländern und Deutschen darstellt. Eingebürgerte werden den Deutschen unterschlagen. Dennoch gibt es bei den Ausländern sortiert nach Herkunftsländern doch gewaltige Unterschiede und die kann man eben aus einer solche Statistik erfahren. Ein nicht kriminelles Volk gibt's nicht, aber es gibt abhängig von der Herkunft sehr wohl statistische Auffälligkeiten.

Mein Punkt war zudem, dass ich glaube, dass es am Ende viele türkisch Stämmige geben wird, die in einem deutschen Deutschland leben möchten, warum sind sie sonst hier?

Robert Flag | Mi, 14. September 2016 - 14:36

In reply to by Nicolas Wolf

Warum sind die hier ? Weil die hier bereits eine breite Basis haben und entsprechend gut vernetzt sind. Nicht weil die ein deutsches Deutschland wollen.
Weil die deutsche Staatsmacht nur noch aus Karrieristen und Duckmäusern besteht, wie Fr. Schmidt so richtig bemerkt hat, die sich vor lauter politischer Korrektheit nicht traut das Kind beim Namen zu nennen. Weil es ihnen hier wirtschaftlich viel besser geht als in ihren Heimatländern und sie gleichzeitig ihr Glaubensbekenntnis ungehindert ausleben können.

Kat Teker | Mi, 14. September 2016 - 17:16

In reply to by Robert Flag

wünschen, hatte ich gerade eine Studie gelesen, für die 1011 aus der Türkei stammende Migranten telefonisch befragt wurden: 62 Prozent der Türken in Deutschland sagen, dass sie am liebsten nur mit Türken zusammen sind. Nahezu die Hälfte (46 Prozent) wünscht sich, dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen.

Im direkten Vergleich wird Deutschland hinsichtlich der sozialen Absicherung, bei Lebensstandard, Bildung, Gesetzgebung besser eingeschätzt als die Türkei, während die Türkei insgesamt lebenswerter, attraktiver, toleranter, freizügiger und sympathischer empfunden wird. Der Anteil derjenigen, die irgendwann in die Türkei "zurückkehren" wollen, steigt auf 45 Prozent.

Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article108659406/Tuerkische-Mig…

Kat Teker | Mi, 14. September 2016 - 17:07

In reply to by Nicolas Wolf

Aussage, "die Drogen, die Kriminalität, das sei alles mit den Söhnen der Gastarbeiter in den Kiez gekommen". Derart undifferenziert formuliert ist das einfach falsch, Kriminalität und Drogen haben offenkundig nicht erst die Gastarbeit nach Deutschland gebracht. Beides gab es hier schon immer und eben auch in jedem anderen Land, vollkommen losgelöst von der "Durchmischung". Wer aber so stumpfe rechte Progaganda nachplappert, macht sich unglaubwürdig und schadet damit einer sachlichen Auseinandersetzung, die trotz alledem bei ideologiefreier und genauer Betrachtung ja immer zu der Erkenntnis kommen wird, dass es die von Ihnen erwähnten Unterschiede je nach Herkunftsländern leider sehr wohl gibt. Oder beispielsweise auch, dass die Kriminalitätsrate zwar insgesamt im letzten Jahr laut PKS tatächlich nicht angestiegen sein soll, aber auch das nur, weil die Kurve der von Deutschen verübten Straftaten in dem Maße sank, in dem die Kurve der von Ausländern begangenen gestiegen ist...

Christa Wallau | Sa, 10. September 2016 - 00:38

Diese Frau hat etwas kapiert:
Die Art der totalen Freiheit und des Rebellentums, die sie einmal in Deutschland angestrebt u, ausgelebt hat, ist nicht kompatibel mit dem, was Türken, Araber und andere Ethnien darunter verstehen.
Dazwischen liegen Welten!
Und genau das ist das Problem überhaupt:
Unter Begriffen wie Freiheit, Ehre, Wahrhaftigkeit, Staatstreue (u. Treue allgemein), Familiensinn, Gewaltanwendung
u. anderes mehr verstehen die meisten Ur-Deutschen u. Alt-Europäer etwas ganz anderes als die Mehrheit der Zuwanderer aus dem türkisch-arabisch-muslimischen Raum Vorderasiens u. -afrikas.
Bis hier eine Annäherung erfolgt, fließt noch viel Wasser der Rhein runter. Ich glaube eher, daß sich ohne Gegenwehr (auf Grund der höheren Fortpflanzung und der gößeren Vitalität) das Werteverständnis (Kultur) der Zugewanderten durchsetzen werden - mit allen
entsprechenden Folgen f. die Gesellschaft.
O-Ton Merkel: "Deutschl. wird D. bleiben."
Da bleibt mir das Lachen im Halse stecken!

O-Ton Merkel am 7.9.2015:
"Was wir jetzt erleben, das ist etwas, was unser Land schon in den nächsten Jahren weiter beschäftigen wird, v e r ä n d e r n wird und wir wollen, dass es sich zum Positiven v e r ä n d e r n wird ..." (Kommentar erübrigt sich.)

gleich "Radio DDR" ( in der Retrospektive ) anhören können.

Gleiche linke ( westdeutsche ) Polemik wie Radio DDR, gleiche einseitige Sicht der Dinge wie Radio DDR, wir die Guten, da sind die Schlechten.

PS: Untauglicher Link, der nicht geht.

Werte Frau Wallau, ich stimme Ihnen zu, ohne Gegenwehr wird sich unsere Kultur verändern. Habe am Wochenende eine türkische Hochzeits Gesellschaft gesehen die mit 1000 Personen in einer bayer Provinzstadt feierte. Vitalität, Lebensfreude und Selbstbewusstsein ausstrahlend. Das ist an sich was schönes. Vermutlich wird unsere Kultur zurück gedrängt werden, Stück für Stück. Welche Werte wollten wir, konsumorientiert, verwöhnt, schon einfordern? Falls uns die Politik weiterhin zwingt bemitleidenswerte Migranten, denen man keinen Vorwurf machen kann, dass sie zu uns kommen, aufzunehmen, schaut es auf lange Sicht duster aus für Werte, die man uns als Kinder beigebracht hat: Fleiss, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Bescheidenheit und Mitmenschlichkeit. Wir sind auf eine Politik angewiesen die in erster Linie auf Ihre Bürger schaut und dann mit Vernunft den Ärmsten der Armen hilft, nicht den Gesündesten und Stärksten! Herzl grüsse aus Bayern

Christa Wallau | Mo, 12. September 2016 - 19:57

In reply to by michael müller

...für Ihre freundlichen Grüße, Herr Müller, die ich herzlich erwidere.

Die Gegenwehr - so sehe ich es - muß in geduldiger Überzeugungsarbeit
geleistet werden, natürlich - darauf weist Frau Teibold-Wagner zu recht
hin - n i c h t mit Gewalt. Wir Deutschen dürfen nicht nur, sondern m ü s s e n immer wieder auf die Gefährdung unserer besonderen Werte, die wir zu einem großen Teil mit den anderen Europäern teilen, eindringlich hinweisen und sie gegenüber Fremden aus völlig anderen Kulturkreisen hochschätzen und verteidigen. Es darf uns nicht anfechten, wenn wir deshalb als nationalistisch, gestrig, unmodern usw. bezeichnet werden.
Eine Einheitskultur kann und wird es niemals geben. Das ist eine Chimäre.
So vielfältig wie die Menschen, die Klimate, die Sprachen, die Religionen usw. sind auch die Kulturen.
Bewahren wir die unsrige vor dem Untergang, bevor es endgültig zu spät ist!

Robert Flag | Mi, 14. September 2016 - 14:41

In reply to by Christa Wallau

Ich glaube das ist ein Kampf gegen Windmühlen.
Froh bin ich nur darüber daß ich es wahrscheinlich nicht mehr erleben werde wenn die Kreuzblumen auf dem Kölner Dom durch Halbmonde ersetzt werden.

Barbara Kröger | So, 18. September 2016 - 11:46

In reply to by Christa Wallau

Mit geduldiger Überzeugungsarbeit allein werden Sie nicht viel erreichen. Wenn dem so wäre, bräuchten wir keine Gesetze, keine Schulpflicht, usw. Unser Grundgesetz kann nicht nur mit geduldigem Überzeugen durchgesetzt werden. Das reicht leider nicht.

Petra Führmann | Di, 20. September 2016 - 18:30

In reply to by michael müller

Mir fallen noch ein paar Eigenschaften ein, die ich schätze: Zuverlässigkeit, Sauberkeit, man hält die Dinge in Ordnung, denkt voraus, beruft sich nicht auf andere, sondern hilft sich selbst, gesellschaftliche Spielregeln u.v.a.m. Es stimmt, wir haben nicht so das überschäumende Lebensgefühl, und man muss auch nicht vergleichen, es gibt eben diese Unterschiede, und die meisten mögen die, die sie von früh auf erfahren haben. Ich wage sogar die Behauptung, dass es am Klima liegt; Südländer sind in aller Regel freier als wir, gerade wieder im Urlaub erlebt.
Schön wäre es, es gäbe nicht nur Schwarz-Weiß: Weshalb sind alle die, die es nicht bunt wollen, sondern so belassen, wie es war, "falsch"? Sie sind anders, und ihre Meinung, Gefühle sind ebenso berechtigt. Mich treffen all die Anwürfe nicht; ich habe meine eigenen, begründeten Vorstellungen. Und von den Befürwortern konnte noch kein einziges Argument widerlegt werden: Es verändert, es kostet, und ich muss es nicht wollen.

Alois Marzell … | Sa, 10. September 2016 - 01:39

Wie "die Phönix aus der Asche" erscheint mir die Umtriebige AFD-Frau. Als Protagonistin in diesem Berliner Wahl-Drama darf sie sich Schimpf und Schande, aber auch Ehre,Würde und Respekt sicher sein. Eine Politikerin, die offensichtlich ohne Rücksicht auf Schaden etwas bewegen möchte. Weil sie das Laborieren an Symptomen und ignorieren der Ursachen bei der Berliner SPD nicht mehr verantworten kann hat sie den Einzigen logischen Weg gewählt, nämlich die "Alternative".
Der politische Werdegang der Sibylle Schmidt wurde in letzter Zeit schon in mehreren Presseprodukten weitaus sachlicher dokumentiert. der Artikel ist äusserst pathetisch und Trivial verfasst. Der Autor(wessen Geistes Kind ?)streut die Suggestive Botschaft -früher gegen Nazis, heute mit den Nazis.
Trotzdem "Danke" gute Werbung für die AFD

Marc Söber | Sa, 10. September 2016 - 08:28

Man bekommt das Gefühl nicht los, dass die im Interview mitgeteilten und plakativ dargestellten Wortfetzen, warum sie sich für die AfD engagiere, diese Frau in einem schlechten Licht erscheinen lassen sollen. Das "Maske runterreißen" ist ja derzeit zur allgemeinen politischen Leitdirektive geworden, es sind ja Wahlen. Und die aktuellen Machthaber sind für eine überzeugende Regierungspolitik offensichtlich nicht mehr im Stande. Ich stelle mir gerade ein vergleichbares Interview mit der Bundeskanzlerin vor mit der Frage, warum sie das macht, was sie macht. Ihre Antworten klingen ähnlich "tiefgehend" obwohl man sie mit mit vielen Worten und wohlwollend wiedergeben würde. Und dabei ist sie Regierungschefin und nicht eine politisch engagierte Bürgerin die ihre eigenen Wahlplakate gegen die Gewalt, Hass und Intoleranz aufhängen muss. Frau Schmidt verdient Respekt als Mensch. Frau M. besitzt nur noch den Respekt vor dem Amt auf dem sie sitzt ohne es auszufüllen.

Sven Bergmann | Sa, 10. September 2016 - 09:29

Gut, dass sich der Cicero traut, das allgemeine Gegeifer zum AfD-Feindbild einmal anders zu betrachten.
Sicher gibt es bei der AfD die ethisch minderbemittelte Jogginghosenfraktion aus der rechten Ecke. Wenn diese Leute dort politisch resozialisiert werden sollten, hat die AfD diesbezüglich mehr für die Gesellschaft getan als sonst irgendeine Partei.
Ich halte die AfD für ein oft hässliches aber notwendiges Korrektiv.
Ich bin übrigens dreisprachig, habe zwei akademische Abschlüsse, Auslandserfahrung, langjährige Naturschutzvergangenheit, seit 30 Jahren ehrenamtlich in Themen der int. Verständigung aktiv, u.a. lange mit musl. Verbandsvertretern zu tun gehabt, international geprägter Freundeskreis.
Und so weiter.

AfD-Mitglied seit 2013.
Bisher nur passiv.
Wenn die falschen Leute davon erfahren, wird sich das wohl ändern.

Ursula Schneider | Sa, 10. September 2016 - 09:33

Der Mut der AfDler, die bei solchem Hass noch Wahlkampf machen, ist wirklich zu bewundern. Es sind ja nicht nur die linken Chaoten, welche mit abgefackelten Autos, verschmierten Hauswänden, Farb-Attacken usw. "glänzen". Das ganze Elend wird auch noch von den etablierten Parteien mit klammheimlicher Freude gedeckt und befördert.

SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP warnen in einem "Berliner Konsens" vor der Konkurrenz. Generalsekretär Wegner (CDU): "Mit einer Partei, die auf Flüchtlinge schießen will und Rassisten in ihren Reihen duldet, kann es keine Zusammenarbeit geben." Spitzenkandidat Henkel nannte die AfD "eine Partei, die alles verrät, wofür Deutschland steht" (FAZ, 8.9.). Geht's noch?

Die Krone setzte jüngst ein Kommentar in der "taz" auf die linksextreme Gewalt: "Gegen eine handfeste Abreibung für Rechtsextremisten oder Farbeierwürfe auf die protzigen Villen ..." sei "nicht allzu viel einzuwenden" (JF, 12.8.).

Da bleibt einem glatt die Spucke weg ...

war einmal ein kluger Kopf, ist es aber nicht mehr. Alles hat seine Zeit, vermutlich hat jeder seine Zeit. Herr Henkel hat seine Zeit hinter sich. Seit er sichj für den Nord-Euro stark machte, kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen.

Christian Dirk Baehr | Mo, 12. September 2016 - 16:34

In reply to by Werner Kaunzner

Der Nord-Euro verbände Volkswirtschaften mit Exportüberschüssen und ließe dem Süden (Club Med) die Möglichkeit der Abwertung, um überhaupt wettbewerbsfähig zu sein. Soviel zur Ökonomie... Politsch gesehen wäre Frankreich ohne den deutschen Mindestlohn bereits aus dem Euro konkurriert.

Gerdi Franke | Sa, 10. September 2016 - 09:40

Wenn ich mir Merkels politischen Kurs anschaue und wie sie derzeit schon ihre Zukunft in einer shwarz-rot-grünen Koalition vorbereitet, nur um ihre Flüchtlingspolitik nicht korrigieren zu müssen, dann ist für mich die AfD wirklich das kleinere Übel!

Reinhard Oldemeier | Sa, 10. September 2016 - 09:55

Leider höre ich es immer wieder. Die AFD wird attackiert. Plakate werden abgerissen. Parteiveranstaltungen und Sitzungen werden gestört und Wirte werden genötigt, sodass diese aus Angst vor Randale, diese Veranstaltungen kündigen.
Selbst namhafte Parteien agieren als Störer. Da frag ich mich allen Ernstes "Geht es noch".
Man kann ja anderer Meinung sein, aber kann man diese nicht Anders zum Ausdruck bringen.
Ich bin der Meinung, man sollte den Dialog suchen im Austausch der Argumente.
Das ist gelebte Demokratie.
Denn jeder hat das Recht auf seine Eigene Meinung. Eine Bewertung ob sie richtig oder falsch ist, steht keinem zu.

Teil 1
und regelrecht vorsätzlich die Versammlungsfreiheit einer angemeldeten und genehmigten und damit legitimen Demonstration der AfD. Das habe ich selbst erlebt am 27. Jan. 2016 in Magdeburg auf dem Domplatz. Die AfD hielt eine Demonstration ab. Von links störte die Antifa mit Sprechchören und Fußballfanfaren. Von rechts störte der Dom, sprich die evangelische Kirche. Alle 15 Min, jeweilig mehrere Minuten lang, das volle Geläut. Praktisch ein Dauergeläut. Angeblich ein Gedenkgottesdienst zur Befreiung von Auschwitz, es war gerade Jahrestag. Im Dom war niemand zu sehen. Es schimmerte jedoch Licht nach Außen auf dem ansonsten dunklen Domplatz, welcher nur durch die Bühne der AfD etwas erleuchtet wurde. In Köln und Dresden hat man das Licht wenigstens nur "still" ausgeschaltet. Auf dem Platz wirkte das recht aggressiv und störend. Weder das eigene Wort, geschweige denn die Worte der Redner auf der Bühne waren ungestört zu verstehen. Unwürdig eines Demokraten, unwürdig der

evangelischen Kirche.
Der Redner der AfD gedachte übrigens am Anfang der Befreiung von Auschwitz. Geschätzt ein Drittel bis zur knappen Hälfte der Demonstranten applaudierten bedächtig bis zustimmend. Keinerlei Gegenstimmen oder Protest aus den Reihen der Demonstranten. Die Antifa "Gegen"-Demonstranten führten Spruchbänder, die die AfD unmißverständlich des Faschismus bezichtigte. Wenn man es sich genau überlegt, so hat die ev. Kirche nicht nur eine legale Demonstration gestört, sie hat auch die deutschen Verbrechen in Auschwitz instrumentalisiert und missbraucht und damit die Opfer verhöhnt.

Renate Aldag | Sa, 10. September 2016 - 11:23

Besser spät, als nie zur Einsicht gelangen.

peter hauser | So, 11. September 2016 - 08:26

< Schmidt sagt sie fühle sich bedroht. Von türkischen Clans und kopftuchtragenden Frauen. Von Zensur. Von politischer Korrektheit. Sie spricht von den „Gutmenschen“ und „Multikulti-Ideologen“, die die echten Probleme nicht wahrhaben wollten. Von „Gender-Gaga“ und der Frühsexualisierung der Kinder. >

Ich hatte gerade die Gelegenheit mit jemanden aus Bremen zu sprechen......Erschreckend die Parallelen.
Es wird wohl nicht besser, eher radikaler.

peter hauser | So, 11. September 2016 - 12:03

Tja, so ergeht es so manchen, die aufgewacht sind und nicht mehr im Kindergarten spielen können, weil sie Verantwortung übernehmen müssen.
"Alternativ"...klang einmal modern, jetzt ist es die AFD.
Game over !
Mitläufer und Konvertiten, die nicht mehr jung genug sind sich neu zu orientieren, sind nur noch renitent, verstockt und konservativ, glauben aber immer noch modern zu sein......und sie merken es nicht einmal !
Time is changing.

Karola Schramm | So, 11. September 2016 - 15:34

Einmal radikal - immer radikal ? Von der Steinewerferin zur AfD. Sie wirft keine Steine mehr - ist ja auch einige Jahre älter geworden - was die politische Radikalität angeht ist sie gleich geblieben.
Denn wer hat tatsächlich Angst vor Kopftüchern ?
Sie schimpft, in der SPD seien alles nur Karrieristen. Sie doch auch. Die AfD braucht Leute und da hat sie gute Chancen.
Der Hit ist dieser Satz:"Vestehen Sie, ich hab einfach keinen Bock, von solchen Unfruchtbaren regiert zu werden" was einfach nur gemein ist, denn mit Fruchtbarkeit hat das nichts zu tun. Diese Einstellung zeigt auch, dass sie sich regiert, als Untertan fühlt. Dass sie Mitsprache hat, als Bürgerin - versteht sie nicht.
Dann lieber zur AfD, die die 3-Kind-Familie als Vorbild f.d.Gesellschaft sieht. Wer nicht kann oder will ? wird diese Gruppe dann steuemäßig bestraft?
Jedenfalls kein gutes Omen für die AfD - solche Leute.

Thomas Matthies | So, 11. September 2016 - 15:43

Rassismus und Sexismus werden wohl salonfähig(er). Zwei Zitate sind mir besonders aufgefallen:
"Während sie also dasaßen [...] habe ein Türke den Polizisten draußen Kebab verkauft. „Da habe ich gemerkt, auf die wirst du dich nie verlassen können.“ "Vor einem Plakat der Kreuzberger Bürgermeisterin Monika Herrmann – Kurzhaarschnitt, bekennend lesbisch – bleibt sie stehen, ihre Augen funkeln. „Verstehen Sie, ich hab‘ einfach keinen Bock, von solchen Unfruchtbaren regiert zu werden.“"

Es ist bezeichnend für den Rechtsruck in diesem Land, dass solche Aussagen relativ unproblematisch getätigt werden können.

Die Frau hat überhaupt ein recht krudes Weltbild. Dass wir bald in einem (islamischen) Gottesstaat leben und deutsche, blauäugige Jungen diskriminiert werden, ist völliger Quatsch. Da muss man sich nur mal die Herkunft der heutigen Studierenden vergegenwärtigen, die meisten sind deutsche Akademikerkinder.

peter hauser | So, 11. September 2016 - 18:26

Zugehörigkeit gibt auch verbindende Sicherheit.
"Palalellgeselschaften enden in < Maffia ähnlichen> Zuständen.
Nichts wirklich Neues, doch immer weiter wirkungsvoll und ein mächtigs Agens.

ALTERNATIV....ein heute nicht nur bigotter sondern auch "ausgelaugter" Begriff, den nur in Erinnerung Menschen noch < vor sich her tragen >.

Berlin (so verstanden) leidet !!
Und moralisierende "Grüne".......mir wird übel, leben in der Vergangenheit.

peter hauser | Mo, 12. September 2016 - 13:16

In reply to by peter hauser

Ich habe viele Freunde in dem "weiten" Berlin, weil ich dort vor langer Zeit an der FU studiert hatte, aber alle dort erleben Veränderungen und erwarten dann nichts Gutes,...suchen nach Alternativen, wo sie sich wiederfinden können......aber finden keine.

Sind wir schon wieder < am Ende >.......oder was ist der Anfang?

Joost Verveen | So, 11. September 2016 - 20:21

Die AfD wurde praktisch über Nacht zur Volkspartei. Vom arbeitslosen Hartzie im Osten, über Beamte und Unternehmer bis hin zur intellektuellen Kreuzberger Ex-Punkerin ist alles vorhanden. Ich könnte mir sogar vorstellen daß (ähnlich wie in USA/Australien), die Rechte auch die politische Diskussion dominiert. Das einzige was der AfD momentan noch fehlt ist ein Chefideologe auf Augenhöhe mit dem regierenden Establishment, wie etwa Pat Buchanan in USA.
(Gauland und Petry sind es nicht, weil das Establishment sie argumentativ ignorieren kann). Aber möglich ist es durchaus. Es reicht schon wenn einer wie Bosbach oder Sarrazin "desertiert". Das würde die politische Landschaft nachhaltiger umkrempeln als alle Wahlerfolge der AfD bis dato.

Ich stimme Ihnen zu, Herr Verveen. Ein "Mann (oder eine Frau) auf Augenhöhe mit dem regierenden Establishment" ist dringend nötig, um de AfD zum Status einer neuen Volkspartei zu verhelfen. Leider zeigen bisher weder Sarrazin noch
Bosbach die Neigung, diese Aufgabe zu übernehmen.
Aber: Kommt Zeit, kommt Rat.
Vielleicht steht in Bayern schon ein fähiger Kopf (sozusagen ein "Strauß der AfD") bereit... Oder in den neuen Bundesländern?
Wer weiß...? Die Zeit ist überreif für eine neue Volkspartei rechts von der Mitte;
denn die CDU richtet sich gerade erfolgreich zu Grunde.

Sehr geehrte Frau Wallau,
bei den Herren Bosbach sind es gesundheitliche Gründe. Herr Bosbach spricht öffentlich über seine Krebserkrankung und bei Herrn Sarrazin sieht man, wie er durch einen Schlaganfall gehandicapt ist.

Charismatische Persönlichkeiten? Welche haben denn die etablierten Parteien vorzuzeigen? Frau Merkel? Die eigentlich aus Worthülsen Wortgirlanden fabriziert.

Ich lese sehr penibel die veröffentlichten Texte und dabei machen die Etablierten einen schwachen Eindruck, die AfD ler wirken in der Regel kompetenter. Nur wird das in dem Medien sinnentstellt, verdreht, jedenfalls manipuliert dargestellt. Beispiel der angebliche Schießbefehl.

Thomas Prinz | Mo, 12. September 2016 - 09:17

Sehr mutig von Frau Schmidt. Ich traue mich kaum im Zug auf dem Tablet Seiten aufzurufen, die linken Extremisten (die es leider zur Genüge gibt) Anlass geben könnten zu pöbeln (oder Schlimmeres). Wie weit ist es mit dem Land gekommen? Wer hätte ahnen können, dass innerhalb kaum eines Jahres sich das Land spaltet in "links =gut" (inkl. Brand- und Mordanschlägen) und "rechts =böse" (inkl. Brand- und Mordanschlägen)?

Ottmar Gerstner | Mo, 12. September 2016 - 10:55

"Wer vor seinem dreißigsten Lebensjahr
niemals Sozialist war,
hat kein Herz.
Wer nach seinem dreißigsten Lebensjahr
noch Sozialist ist,
hat keinen Verstand."

Benedetto Croce

Ruth Teibold-Wagner | Mo, 12. September 2016 - 11:48

Die Plakate einer Partei werden praktisch alle zerstört oder entwendet.
Wirte dieser Partei werden bedroht, so dass sie keine Veranstaltungsräume findet.
Helfer der Partei werden zusammengeschlagen (wie gerade in Kreuzberg, wo ein AfD-Plakatierer eine Flasche auf den Kopf bekam).
In den "öffentlich-rechtlichen" Staatsparteien-Medien findet eine einzige Hetz- und Propagandakampagne gegen diese Partei statt.
Bei Veranstaltungen dieser Partei tritt eine militante, gewalttätige "Antifa" in schwarzer Kleidung und Vermummung an, um die Veranstaltungen zu stören.
Es hat schon mehrmals Wahlbetrug gegen diese Partei gegeben (in Bremen, Sachsen-Anhalt usw.).
Leute, die sich zu dieser Partei bekennen, werden im Alltag, im Beruf, diskriminiert.
Usw. usf.
Wenn in Russland vor einer Wahl solche Bedingungen herrschen würden, würde hier bei uns geschrieben werden, dass dies ein Beweis dafür ist, dass es sich in Russland nicht um ein demokratisches, sondern diktatorisches System handelt.

Was Sie beschreiben, spottet eigentlich jeder Beschreibung!

In einem Land, das sich demokratisch nennt, wird eine neue Partei derart
angegriffen und diffamiert, daß sich die Balken biegen. Und kein "Brennpunkt"
in der ARD berichtet darüber! Im Gegenteil: Die Medienmafia spricht mit konstanter Bosheit von der "undemokratischen" AfD. Was - bitte - ist an der
AfD undemokratisch??? Das ist eine glatte Lüge.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, was sich bei uns im Kreis Neuwied alles getan hat: Mehrere Hotel-/Gaststätten-Inhaber durften erfahren, daß ihnen mit Angriffen und Sanktionen gedroht wurde, falls sie der AfD Räume vermieteten. Im Food-Hotel in Neuwied fand ein Brandanschlag statt, während dort die Abschlußkundgebung der AfD vor der Wahl in RLP friedlich ihren Verlauf nahm. Vaclav Klaus (Tschechien) war als Gast vor Ort. Was mag er gedacht haben?
Plakate, die wir aufklebten, waren am nächsten Tag bereits abgerissen.
Und vieles mehr...
Kurz: Eines demokr. Staates unwürdige Zustände!!!

Im Wahlkampf zu den März-Wahlen in Baden-Württemberg sind Dinge passiert, die unglaublich sind. Man fühlte sich teilweise an Weimar erinnert.

Höhepunkt war, als sie in Karlsruhe auf einen AfD-Plakatierer GESCHOSSEN haben! In den lokalen Medien wurde das, wenn überhaupt, ganz klein, verschämt, hinten gemeldet. Ich könnte noch sehr, sehr viel berichten, seitenweise. Das vergesse ich NIE.

Ich war vorher kaum für die AfD, fand manches richtig, vieles übertrieben. Aber als ich mitbekam, wie total undemokratisch die etablierten Parteien, vor allem übrigens die SPD, sich im Wahlkampf benahmen, gab es für mich nur eine Konsequenz: Am 13. März AfD wählen.

Wir dürfen uns nicht unsere Demokratie zerstören lassen. Wir brauchen kein neues ´33 und keine neue DDR mit einem Blockparteiensystem, das alle Anderen ausgrenzt.

Ich rate dringend:

Die Gewalt der Linken darf auf keinen Fall mit Gegengewalt beantwortet werden. Eskalation ist eine große Gefahr. Die Polizei ist zuständig.

Absolute Zustimmung, Frau Teibold-Wagner!

Jede Gegengewalt würde und nur als Argument der Gegenseite genutzt, die
wichtigen Anliegen der AfD zu diskreditieren.
Es bleibt nur der geduldige Weg durch die demokratischen Instanzen - zäh und
freundlich, darauf vertrauend, daß sich allmählich die Mehrheitsverhältnisse
entscheidend verändern.

Gerade für junge Menschen ist dies viel verlangt, aber es hilft nichts anderes als: Sich ein dickes Fell anlegen und weiter dicke Bretter bohren!

Sie schreiben völlig richtig, dass es "gerade für junge Menschen...viel verlangt", nicht zur Gegengewalt zu greifen.
Aber gerade darauf kommt es an, jungen Menschen, die hitzköpfig sind, deutlich zu machen, dass Gewalt ein schädlicher, gefährlicher Irrweg ist.
Es gibt zwei wichtige Argumente gegen die Anwendung jeder Gewalt, die wir immer wieder deutlich machen müssen:
1. Wenn man Gewalt anwendet, gibt man dem Gegner eine propagandistische Möglichkeit, das auszuschlachten. Deshalb schadet Gewalt der eigenen Sache.
2. Es droht immer eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Die Gewaltspirale kann bis zum Bürgerkrieg führen (siehe Syrien und viele andere muslimische Länder). Aus diesem Grunde haben die zivilisierten, aufgeklärten Länder einzig und alleine dem Staat das Gewaltmonopol gegeben. Dieses Prinzip des staatlichen Gewaltmonopols ist von höchster grundsätzlicher Bedeutung. Dieser Grundsatz muss konsequent befolgt werden, sonst sind wir alle verloren.

Hubert Knapp | Mo, 12. September 2016 - 13:54

Richtig so, Herr Pausch, lassen Sie die anderen Journalisten doch an dieser unsinngen Aufgabe verzweifeln und schreiben Sie es einfach so, wie es ist. Menschen sind voller Widersprüche, Ecken und Kanten und weder gut noch schlecht und das ist gut so und muß nicht wegretuschiert werden.

Gudrun Liener | Mo, 12. September 2016 - 14:58

Wer hat denn hier der AFD und anderen Kräften Tür und Tor geöffnet. Das war doch Merkel. Man sollte Ursache und Wirkung nicht verkennen.

Ruth Teibold-Wagner | Mo, 12. September 2016 - 15:00

Ich würde mich sehr freuen, wenn mein Appell hier wiedergegeben würde:

LASST EUCH B I T T E NICHT PROVOZIEREN !

Sie wollen, dass Ihr zurückschlagt. Sie wollen die Eskalation. Die sie dann propagandistisch Euch in die Schuhe schieben werden.

In der linken Strategie heißt das:

"Ihnen die Maske des Biedermannes herunterreißen, ihren Faschismus herauskitzeln."

Tut ihnen bitte diesen Gefallen nicht!

Steckt lieber mal was ein. Schützt Euer Gesicht, wenn sie Euch schlagen. Haut ab. Macht, wenn möglich, Photos. Geht immer zusammen, mindestens zu zweit, nicht alleine. Sorgt für Zeugen. Geht zur Polizei. Erstattet Anzeige. Die Polizei alleine ist zuständig, sie hat das Gewaltmonopol.

Es gibt Leute, die eine Wut wegen der linken Gewalt mit sich herumtragen, dass es ihnen in den Fingern juckt. Es gibt Leute mit Waffen (Jäger, Sportschützen). Lasst sie zu Hause im Waffenschrank!

Schenkt ihnen nicht Euren Hass!

Ihr würdet uns und Euch sehr schwer schaden.

Ruth Teibold-Wagner | Di, 13. September 2016 - 11:04

In reply to by Marc Billings

Was ist, wenn der Faschismus erfolgreich herausgekitzelt wurde?
Dann herrscht der Faschismus.
Wollen Sie das?
Wollen Sie, dass der Faschismus herrrscht?

Bernd Fischer | Di, 13. September 2016 - 18:41

In reply to by Ruth Teibold-Wagner

Faschismuskeule ...Sie lebe hoch.

Marc Billings | Di, 13. September 2016 - 20:05

In reply to by Bernd Fischer

Etymologisch gesehen handelt es sich beim "Faschist" nicht um eine Keule, sondern um ein Bündel (lat. fascis), mithin ist diese Ihre Konstruktion „Faschismuskeule“ eine sinnentleerte Worthülse. google: "Bündelkeule" - kommt nix.

Ansonsten bin ich „Keulen“ gegenüber durchaus nicht abgeneigt, z.B. ganz besonders diesen hier:
https://www.youtube.com/watch?v=DMMWRS4OPxA

Konrad Kugler | Mo, 12. September 2016 - 22:01

Die Polizei ist Opfer des Systems.Die Behörden sind es auch. Die Richter ??? Kirsten Breisig wurde gestorben.

Richter, die die Ehre von Staatsorganen (Soldaten sind Mörder) der Willkür und der Böswilligkeit von Ideologen ausliefern, sind ihre eigene Schande.

Ernst Laub | Di, 13. September 2016 - 11:04

Langsam begreife ich Merkels historischen Auftrag: Die politische Korrektheit durch ihre unsinnige Politik endgültig ins Abseits zu führen. Selbst denkfähige Linke blicken langsam durch.

Stefan Schröder | Fr, 16. September 2016 - 23:19

An der Frau erkennt man mal wieder, wie ähnlich sich die Radikalen doch sind. Genauso wie sie als Autonome ihr platten Parolen vom "System", "den Bullen" etc. von sich gegeben hat, kommen jetzt nur noch platte Sprüche der Gegenseite. Hauptsache, es gibt ein böses System als Gegner und Menschen, die man hassen kann. Na herzlichen Glückwunsch. Und dabei war das Blockschock so klasse. :-)

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