Merz Wüst
Bundeskanzler Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in Münster, 01.09.2025 / picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Vor den NRW-Kommunalwahlen - Merz und Wüst und ein Wahlkampf mit angezogener Handbremse

Bei ihrem gemeinsamen Auftritt im idyllischen Münster passen sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsident Hendrik Wüst dem harmlosen Wahlkampf der NRW-CDU an. Das alles bestimmende Thema Migration wird allenfalls codiert erwähnt.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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Den Termin für seinen Antrittsbesuch im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen hat der Bundeskanzler vermutlich nicht zufällig so gelegt. Seine Teilnahme an einer Sitzung des Kabinetts von Ministerpräsident Hendrik Wüst in Münster am Montag und zuvor schon ein Auftritt in Bonn beim CDU-Landesparteitag soll den christdemokratischen Kandidaten bei den anstehenden Kommunalwahlen am 14. September Rückenwind verschaffen. Wüst hat ihm dafür in Münster ein Programm zusammengestellt, das positive Wir-packen-alles-an-Vibes verbreiten soll: Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ein Gespräch mit frisch vereidigten Polizistinnen und Polizisten und dann eines mit Forschern. Münster ist Beamten- und Universitätsstadt, hat viele alte Kirchen, restaurierte Fassaden und teure Geschäfte – hier kann man durchaus den Eindruck haben, dass es gar nicht so übel läuft in Deutschland.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 2. September 2025 - 12:13

Herr Knauss, "Bullshit" ist mittlerweile ein stehender Begriff.
Dann vielleicht höchstens noch ortsbezogen, wer sprach, wann, wieso, worüber.
Auch wenn das hier kaum jemand gerne liest, ich hoffe sehr auf eine Verweisung der AfD auf die hinteren Plätze und da war die markante Wortwahl von Frau Bas eventuell gar nicht schlecht.
Ich kann die SPD-Sprache nicht besonders gut, Frau Bas aber ganz sicher.

Ich muß doch sehr bitten werte Frau Sehrt-Irrek. Lesen Sie Ihre Worte nochmals durch. Entsprechen diese noch Cicero´s Etiquette. "Bulshit" Nur Ortsgebunden?
In welchem Ort muß ich leben? Bitte nennen sie mir wo Frau Bas wohnt.

Eine Generationenfrage kann es nicht sein, denn ein Lieblingswort meines sehr belesenen Vaters war "Quatsch".
Aber ich weiss nicht, ob er das auch zu anderen sagte:)
Ich tippe deshalb auf persönlichere denn auf öffentliche Bereiche.
Meine Tante brachte das auch locker, die war aber nicht viel älter als ich.
Damit haben wir es vielleicht auch.
Frau Bas sprach vor den Jusos, da dürfte es nicht um Distanz gegangen sein.
Ich meine das gar nicht inhaltlich, sondern "formal".
"Parteisprech" mit Jugendlichen in der SPD.
Ich habe mittlerweile schon Probleme mit dem Duzen.
Jetzt habe ich die Buddenbrooks gesehen.
Was für eine Sprache, aber die Musik, Frau Simon.
Es funktioniert nicht mit Wagner und mir.
Es gab da den Satz des Klavierlehrers "Wagner ist Chaos" und dann ertönte wieder Bachs Orgelmusik und ich beruhigte mich.
Bach konnte aber austeilen, Luther auch.
Allerdings handelt es sich dabei evtl. um hochgelahrtes Bashing, "mit Verlaub"?
Aber so sprach ja auch Frau Bas, in Distanz zum Wort.

'Bullshit' als Replik auf die faktisch mehr als begründete Aussage von Merz, dass dieses Land seit mindestens 10 Jahren massiv über die eigenen Verhältnisse lebt, gekrönt vom Kalauer 'wir sind ein reiches Land' ist zu entschuldigen, wenn es nur der Opposition schadet? Echt jetzt?

Theodor Lanck | Di., 2. September 2025 - 12:16

Genau wegen dieser Cremigkeit/Hasenfüßigkeit/Opportunismus fahren Grüne und Sozis nach Belieben Schlitten mit der Union. Zu Merz' fehlendem Rückgrat hat Julian Reichelt gestern das Wesentliche gesagt.

Diese Union ist ein hoffnungsloser Fall. Es heißt heute "Unsere-Demokraten" gegen die Republicans der AfD.

Heidemarie Heim | Di., 2. September 2025 - 12:33

Piep, geht uns der A..... auch auf Grundeis, wir haben uns alle lieb😍!"
"Entspann Dich, lass` Deine Energien fließen...."
"Ich hab` Angst, dass bei mir gleich was anderes fließt!"
Eine wirklich wunderbare u. mein bullshit-Radar viel weniger alarmierende Werbeaussage als das, was ich mir an miesem Schauspiel aus dem Opernwahlkampf da anhören muss;). Vielleicht war das Grundeis aber auch zu viel des Guten für die hier schon mehrfach erwähnten männlichen Geschlechtsmerkmale? Da gibt`s doch bestimmt was von den ratioph...-Zwillingen. Ich schlucke gerade einen Vit.-B-Komplex um das systemimmanent ausgelöste Gähnen zu unterbinden;).
Und liebe Frau Bas! Ich verzeihe Ihnen selbstverständlich Ihre Ausdrucksweise;). Denn sie ist der schlagende wie irgendwie auch "befreiende" Beweis, dass mein Radar trotz aller gebräuchlichen "Täuschkörper" u. "Tarnverfahren" immer noch voll funktionsfähig ist.
PS: Ein nettes Foto der Beiden. Hoffe Hendrik zieht nur seine Notizen aus der Innentasche😂! MfG

Rainer Mrochen | Di., 2. September 2025 - 12:35

Jemanden den man so tituliert, was ich niemals tun würde, hat eben nur eine Öffnung für nämlich was? Genau, sie haben es erraten.
Das ganze Spektrum des möglichen Sensoriums geht an dieser Stelle verloren. Obgleich diese Körpergegend, folgt man der Wissenschaft, einen ganz erheblichen Einfluss auf die Gesamttüchtigkeit des Organismus haben soll. Was will mir das sagen? Es ist banal: eine Krähe hackt wie immer.... Der "Normalbürger" riecht den Mist förmlich der da abgesondert wird. Was soll gedüngt werden? Das politische Überleben abgehalfterter Realitätsverweigerer oder die ganz grosse, europäische Linie linker Egomanen, die in ihren vermeintlich, "progressiven" Wahnideen den Kontinent zur Disposition stellen. Es kann gedreht werden wie man es will, der "Clash of Zivilisations" hat in Europa ein Ausmass angenommen, der offensichtlich nur noch durch Totschweigen, der von ihm ausgelösten Probleme, zum kulturellen (End)Kampf führen muss. Die Banalität des Bösen hat viele Gesichter.

Markus Michaelis | Di., 2. September 2025 - 14:46

Themen nicht so frontal anzugehen. Man sagt zwar immer, dass man miteinander reden solle und wenn man sich dann kennenlernen würde, nehme man all die Gemeinsamkeiten wahr. In der Praxis gilt aber oft auch das Gegenteil: explizite Einigungen sind nicht möglich, das endet nur im Streit. Die Strategie ist es daher oft den Ball flach zu halten und am Ende wächst man über gemeinsame Erfolge aus den verhakten Fragestellungen heraus.

Soweit die Theorie, aber in der Praxis funktioniert das nicht mehr so gut, weil die Erfolge zu wenige und die Probleme zu groß sind. Ohne Kometeneinschlag oder andere unvorhersehbare Dinge wird es in FR und GB, auch mit dieser Taktik, bald eine rechte Regierung/Präsidenten geben, und das wahrscheinlich auch nur übergangsweise, weil es eben mehr Hilflosigkeit als einende Erfolge gibt.

Deutschland scheint mir auch auf diesem Weg. Vielleicht sollten wir doch konfrontativer reden, um uns wenigstens klarer zu machen, was die Differenzen im Land sind.

Christoph Schnörr | Di., 2. September 2025 - 14:54

und der Niedergang dieses Landes entlang fast aller Koordinaten wird auch dieses sich-nicht-Kümmern der Merkel-CDU sehr bald für jeden, und sei er auch noch so vom ÖRR und der Berlin-hörigen Presse gehirngewaschen, offenkundig machen. Die notwendigen Konsequenzen hat Herr Habeck, der genauso überfordert und fehl am Platze war, gerade vorgemacht. Aber mit der Lernfähigkeit dieser Politiker hapert es ja ebenso, leider.

Ingofrank | Di., 2. September 2025 - 18:36

des „nicht erwähnens migratischer Probleme“ im Kölner Kommunalwahlkampf nicht mit Wüst und seinen (Grünen) Partnern nicht als Blau- Pause genutzt wird …. & im stillen Kämmerlein in der Düsseldorfer „Staatskanzlei“ vereinbart wurde ?
Das würde einiges erklären …. Oder nicht ?
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Achim Koester | Di., 2. September 2025 - 19:05

ist ein klarer Beweis dafür, dass weder CDU noch linke Parteien das Problem angehen wollen, das dem Wähler am wichtigsten ist. Deutlicher können Politiker dem Wähler ihre Verachtung nicht zeigen. Wehrt euch, solange es noch Wahlen gibt.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 3. September 2025 - 09:48

Ein Themenmaulkorb für die * sog. Demokraten*. Ich bin begeistert. Besser kann es für die AFD nicht laufen, auch wenn denen manche Wahlkandidaten wegsterben. Nun gut, auch den anderen Parteien sind einige verstorben. Bei 1200 Kandidaten in dieser Wahl durchaus möglich. Und nein, ich werde keinen Verschwörungstheorien verbreiten. Denn für die Verstorbenen gibt es Ersatzkandidaten. Also keine Benachteiligung der AFD. Aber die UNION macht alles richtig. Selbst auferlegte harmlose und nichtssagende Sprache, lauer Wahlkampf, Angst vor Positionen die als *rechts oder AFD nah ausgelegt werden könnten. Ich würde sagen es läuft für die AFD. Die braucht faktisch ur das erwähnen, was alle anderen krampfhaft versuchen zu verschweigen. Und wie real das alles ist sehen die Menschen vor Ort längst selbst. Es wird feucht und schwitzig in NRW, je näher der Wahltag kommt.
@ H. Heim - Die Enkel am Mittagstisch sagen immer: Piep, piep, piep, guten Appetit. Ich denke, den dürfte die AFD haben. Alles Gute.