Corona-Test unterm Weihnachtsbaum / dpa

Corona-Debatte - Von Friede und Freud

Die Corona-Pandemie macht längst überwunden Geglaubtes wieder erlebbar: Das Kastenwesen ist zurück. Was also tun, um in der vierten Welle nicht endgültig den Verstand zu verlieren? Ein guter Vorsatz könnte helfen: Wer von der Corona-Politik nichts mehr erwartet, der wird auch nicht enttäuscht.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

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Der Mensch ist ein Herdentier. Es macht vielleicht Sinn, in Zeiten wie diesen daran zu erinnern. Denn die Debatte um das Corona­virus und unseren heroischen Kampf gegen die Pandemie hat sich in der Breite weitgehend verabschiedet vom Diskurs über reine Zahlen und Fakten, über medizinische Erkenntnisse. Der Klang ist kurz vor Weihnachten noch mal rauer geworden, kompromissloser. Die Losung lautet längst: „Sag mir, wie du über das Impfen denkst, und ich sage dir, wer du bist.“ 

Herzlich willkommen im Corona-Kastenwesen, möchte man da in die Welt rufen. Und so setzt sich in der Corona-Debatte fort, was woanders schon länger das reflektierte Denken hemmt wie die Corona-­Politik die Besitzer von Glühweinständen: Der ganze identitätspolitische Irrsinn lässt auch in Pandemiezeiten schlichte Gemüter frohlocken, deren Welt vor allem aus Schubladen besteht, in die sie andere stecken. Nur geht es bei Corona eben nicht um Zufälliges wie Geschlecht oder Hautfarbe, nach dem weihnachtselfenemsig separiert wird, sondern um den Impfstatus und die jeweilige Meinung zur Impfpflicht, versteht sich. 

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Bernhard Mayer | So, 26. Dezember 2021 - 09:44

Wenn der Autor obiges erst nimmt, muß er die letzten Jahrzehnte auf einem anderen Planeten gelebt haben.

S. Elsen | So, 26. Dezember 2021 - 09:47

Wer so philiströs und traditionsbezogen ist und große Zapfenstreiche medienwirksam und opulent befackelt aufführt, darf sich nicht wirklich wundern, wenn er dies von Teilen der Gesellschaft unmittelbar gespiegelt bekommt. ;-)

Norbert Heyer | So, 26. Dezember 2021 - 09:52

Es war die Politik der einschläfernden Beliebigkeit von Merkel, die links-grüne Politik zelebrierte und ihre Partei sie gewähren ließ. Wir hatten gute demokratische Zeiten, zwei große Blöcke, fast gleich stark, jede Debatte im Bundestag war ein Erlebnis demokratischer Gestaltung. Gesetze waren immer Kompromisse zwischen gegenseitigen Wertvorstellungen, es konnten letztendlich alle damit leben. Das ist Vergangenheit: Heute ist alles, was wertbeständig, realistisch und Gesetzeskonflikte ist, rechtes Gedankengut. Es zählen Hypermoral, Empathie und bedingungslose Aufgabe von Tradition und Loslösung von Heimatliebe. Alles ist für alle möglich, Zugeständnisse gegenüber fremden Kulturen sind wichtiger als das eigene Volk. Diese Entwicklung hat alles das verursacht, was wir jetzt vorfinden: Ein sehr wohl gespaltenes Volk ohne Selbstbewusstsein und anscheinend bereit, alles das aufzugeben, was die Vorfahren uns als sehr gutes Erbe hinterlassen haben - bestimmt auch für unsere Kinder und Enkel.

...werter Herr Heyer.

Ihrer Zusammenfassung möchte ich mich anschließen.
Es ist eine Schande was dieser Klatschhasen-Verein CDU mit unserem Land hat geschehen lassen.

Dabei gab es schon früh warnende Stimmen.

Man sollte allerdings auch den maßgeblichen Anteil unserer Haltungs-Journaille nicht unterschlagen.

Wir haben die unglückliche Kombination einer DDR-sozialisierten Pastorentochter, die viel lieber in die SPD wollte u. der CDU nur aus schnellstmöglicher Befriedigung ihrer Machtgier beitrat, und einer zunehmend linksgrünen Journaille (extrem im ÖRR), die Merkel gar nicht schnell genug auf deren Schoß springen konnte, nun zu verdauen u. zu überwinden.

Als erstes müssen ihre Klatschhasen aus der CDU u. ihre Vasallen aus den Medien raus.

Enka Hein | So, 26. Dezember 2021 - 10:18

..soweit ist es ja.
Danke für Ihren Beitrag, werter Herr Krischke.
Was diese grottenschlechte demokratiezerstörende Regierung und Corona angeht, so habe ich einen neuen Leitspruch.
"Bleiben sie negativ."
Allen einen schönen 2. Weihnachtstag.

gabriele bondzio | So, 26. Dezember 2021 - 10:20

Die neue Omikron-Variante, wäre so gesehen ein politischer Ausweg aus der "außergewöhnlichen medizinischen Notlage in Deutschland" oder aus der medial-gesäten Überreaktion (wobei diese ja von Überreaktionen lebt).
https://swprs.org/fakten-zu-covid-19/

Spurwechsel bzw. Aussteigerprogramme sind ja in DE bestens bewährt und könnten auch in der Politik/Presse mit persönliche Beratung und Begleitung im Ausstiegsprozess einhergehen.

Dies wäre aus meiner Sicht ein ganz entscheidenter Moment, die Rudelbildung zu entschärfen.
Wenn doch auch Herr Tedros Ghebreyesus ( WHO Generaldirektor) sich äußert: “Kein Land kann sich aus der Pandemie herausboostern. Diese würden das Risiko mit sich bringen, die Pandemie sogar zu verlängern.”

Carola Schommer | So, 26. Dezember 2021 - 10:45

nichts mehr erwartet, der wird auch nicht enttäuscht".

Man darf von dieser Politik nicht nur nichts erwarten, man muss sogar mit einigem rechnen. Ein Staat, der mit - vermutlich schon bald - allen Mitteln versucht, jedem Einzelnen eine fragwürdige Behandlungsmethode aufzunötigen, zeigt seine Unerbittlichkeit. Und wenn ein Bundesverfassungsgericht seine Bürger vor diesem Gebaren nicht schützt, dann ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.

Urban Will | So, 26. Dezember 2021 - 11:02

verlangt in diesen bekloppten Zeiten. Ich bin längst dazu übergegangen, von dieser Obrigkeit, ob alt oder neu, das allerschlimmste zu erwarten.
Ich muss permanent gegen einen Zustand erduldender Lethargie ankämpfen, mich immer wieder am Schopfe packen und weiter kämpfen gegen all diesen Irrsinn.
In meinem Umfeld kenne ich einige, die sich nicht haben impfen lassen, ich verstehe ihren Standpunkt und mache ihnen immer wieder Mut.
Aber zu sagen ist: Alle Menschen in meinem Umfeld, die Probleme mit Corona oder eben der Impfung selbst hatten, waren – im letzten Fall logischerweise – Geimpfte.
Das ist nicht repräsentativ und ich selbst stehe dieser Impfung neutral ggü, bin selbst geimpft.

Natürlich gibt es Schwurbler, Ausreißer, aber wie mit den ungeimpften Menschen umgegangen wird, ist schändlich, das ist einer Demokratie unwürdig! Man wird sich darüber irgendwann ähnliche Fragen stellen wie über d Zeit von '33 – '45.

Faschisten, Sektierer sind immer „die anderen“... Wie wahr...

Ernst-Günther Konrad | So, 26. Dezember 2021 - 11:27

Wer sich informiert wird erfahren, das gestern lt. Polizei Hamburg 12.000 Menschen auf die Straße gegen die Corona Maßnahmen gingen. Teilnehmer berichten von weit über 50.000 Menschen. Alle natürlich "räächts" und was auch immer. Das Panikorchester hat Angst. Ihnen gehen inzwischen auch die Geimpften vom Haken. Die pausenlose Angstmacherei vor einer 5. Welle, dem vierten "notwendigen" Piecks, die Meldungen über verschwiegene Impftote, die Warnungen vor Omikron, für das man einerseits bereits an einem "Impfstoff" forscht, wobei andererseits der bisherige doch "gut" schützen soll, deshalb Boostern und weiter Impfen Bürgerpflicht ist, das Märchen entzaubert sich selbst.
Das Corona Presseorgan FOCUS ist beständig dabei, allerlei Geschichten aus dem Leben zu erzählen und die Politik im Sinne Corona gerne auch mal nachjustierend zu interpretieren. Den Menschen geht inzwischen ein Licht auf. Was ist danach? Was kommt danach? Wie sollen wir weiter zusammen leben? Überall inzwischen Protest.

Bernhard Marquardt | So, 26. Dezember 2021 - 11:44

Da gibt es ein Virus, das ist ansteckend und mutiert. Kinder und Jugendliche sind ungeimpft.
Auslöser der aktuellen „Welle“ ist Folge der unabdingbaren Öffnung von Schulen und Kitas. Nicht die Ungeimpften, die riskieren vorwiegend das eigene Leben. Vorwerfen kann man ihnen, dass sie Intensivbetten blockieren. Deren Zahl jedoch während der laufenden Epidemie deutlich reduziert wurde. Geimpfte landen kaum auf der Intensivstation. Können aber jederzeit Überträger sein.
„Impfdurchbruch“ heißt Corona trotz Impfung. Die scheint also doch nur begrenzt wirksam zu sein, aber Besseres gibt es eben derzeit nicht. Mehr wissen auch die sich gegenseitig widersprechenden Virologen nicht, kein RKI und schon gar nicht Politiker, die aus Aktionismus oder Geltungssucht jeden Tag eine neue Sau oder Ungeimpfte durchs Dorf jagen. Auch nicht Karl, der Katastrophen-Nostradamus des Gesundheitswesens, dem zu empfehlen wäre, ab sofort mit Dauerwelle aufzutreten.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 26. Dezember 2021 - 13:07

Sie es schildern, Herr Krischke, ich verstehe es dennoch nicht.
Eigentlich glaube auch ich nicht an die Spaltung, aber zu der evtl. verzerrten Wahrnehmung:
Wie es sich auch immer verhält mit dem Virus, es ist nicht nichts und da kann man doch nur von einem Geschenk sprechen, das die Wissenschaft uns in Form von Impfstoffen und Medikamenten an die Hand gibt, nicht zu vergessen, die Masken und das gestaffelte Verteilen, bzw. besser Zurückdrängen der Risiken.
Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Herr Krischke, wir lebten noch im Mittelalter, vor Penicillin etc., Nein, wir leben in der derzeit besten aller Welten und wir haben Hülle die Fülle Möglichkeiten.
Das mag bei dem Einen oder Anderen den Eindruck von Verwalten oder Ausgeliefertsein hervorrufen, aber wem oder was?
Ich würde es nennen wollen Geschütztsein durch unser Aller Können und Sorgen.
Was genau beschlossen werden wird, entscheidet jeder neue Tag und wir mit.
Versuchen wir es bitte weiterhin zusammen und mit Respekt.
Frohes Fest

Eigentlich! Wie definieren Sie Spaltung?
>>Versuchen wir es bitte weiterhin zusammen und mit Respekt.<<

"Weiterhin", bedeutet, man ist bisher respektvoll miteinander umgegangen.
Das sehe ich nicht so. Ein Beispiel vom respektlosem Handeln -im Kleinem- kenne ich aus diesem Forum.
Ein weiteres -im Großem- aus dem Kindergarten BT und dass wird von einigen Bürgern kopiert.
Respektvoll umgehen bedeutet auch Meinungen -wenn sie nicht gegen Recht und Gesetz verstoßen, zu akzeptieren. Auch dann, wenn sie nicht mit der eigenen konform gehen.

Die letzten zwei Sätze sollte man eigentlich kopieren & jeden Menschen, der in Politik, in den Medien, der Justiz & der Erziehung/ Bildung tätig ist, mit Unterschrift aushändigen.

Andere Anschauungen akzeptieren, außer wenn Sie gegen Recht & Gesetz verstoßen. Ja - aber hier beginnt bereits das Problem wie so oft, wenn etwas nicht rund läuft.
Urteile wurde immer im Namen des Volkes, der Freiheit & der Demokratie ausgesprochen. Erst nach Entmachtung sah man "auf einmal" dann diese anders! Ein Schelm, der jetzt arges denkt ;-)

Aber hier als aller bestes Beispiel: "Journalist Reitschuster" siehe
YOU TUBE. Erst permanente Löschung auf You Toube trotz respektvollen Umganges & Tones zur unseren angeblichen Staatsdienern.
Als weitere Demokratie-Gipfel - die 2G-Reglung - in TURM & KETTEN gelegt.

NEIN & nochmals NEIN,

bei dieser UNGERECHTIGKEIT, VERHÖHNUNG & DISKRIMINIERUNG!

Ein AUFSCHREI müsste durch das Land fegen & wir wären alle samt taub,
liebe geschätzte Frau D. Sehrt-Irrek.

Hans Meiser | So, 26. Dezember 2021 - 16:24

als davon auszugehen, dass die grundlegende Motivation der Mitmenschen positiv ist, ist einfach nur dumm.
Ich war nicht dabei und kenne auch keinen, der es war - aber: “ Apropos Faschisten: Wer so irre ist, mit Fackeln vor das Wohnhaus der sächsischen Ministerin Petra Köpping zu marschieren, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.”
Gerade beklagt der Autor sich über Schubladen-Denken … und zack, verfällt er in selbiges!
Weiß er denn, was die Fackelträger genau wollten? Oder lässt er sich nur durch Auslegungen - die andere ihm vorgekaut haben - beeinflussen?
Wie war gleich der Bibelspruch mit dem Splitter im Auge des Anderen?
Der Beweis ist erbracht: jeder ist genau so verantwortlich (schuldig) wie der andere.
Man möchte es nur nicht wahr haben …

Hans Schäfer | Mo, 27. Dezember 2021 - 11:46

ist dass der Möchtegern Moderator, der seinen Gästen Fragen stellt und wenn die Antworten in die falsche Richtung laufen, unterbricht und die die Frage in seinem Sinne beantwortet.?

Sabine Lehmann | Di, 28. Dezember 2021 - 03:38

In Erinnerung an die freien Achtziger Jahre schrieb heute eine Journalistin in der Welt einen Artikel über den heutigen Zeitgeist. Weiter weg könnte ein freier Geist heute nicht sein. Das Zepter schwingen heutzutage die Corona-Blockwarts, denen sich mit ihren Allmachtsphantasien zum staatlichen Gewaltmonopol ganz neue Welten zu erschließen scheinen.
Da fragt sich seltsamerweise jeder nach einem gewaltsamen Polizeieinsatz gegen Demonstranten jeder, wie eine Mutter es wagen kann ihr Kind mitzunehmen. Statt sich naheliegend zu fragen, wie können Polizisten Gewalt und Pfefferspray gegen eine unbewaffnete Frau und ihr Kind einsetzen? Welch eine „Bedrohung“ geht wohl von einer Frau und ihrem 4-jährigen Kind aus? Was ist DAS für ein Staat, was ist DAS für eine Gesellschaft? Eine, die „Schnellverfahren“ mit sofortiger Vollstreckung jubelnd beklatscht!?
In so einem Land gruselt es mich und bestärkt nur noch mehr meine Auswanderungspläne. Ich schäme mich ein Bürger dieses Regimes zu sein.