Christian Dürr
FDP-Vorsitzender Christian Dürr / picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Von Fatalismus und Selbstgenügsamkeit - Ohne Kurswechsel droht der Dürr-FDP der Niedergang

Deutschland und die FDP teilen ein Schicksal: Beide stehen vor existenziellen Krisen, reagieren aber mit Selbstzufriedenheit und Fatalismus. Beide haben nur eine Chance: den Mut zum Aufbruch und zur Zuspitzung, bevor es zu spät ist.

Autoreninfo

Alexander Steffen war von 2020 bis 2025 Vorsitzender der Jungen Liberalen in Nordrhein-Westfalen.

So erreichen Sie Alexander Steffen:

Deutschland und die FDP haben zwei Dinge gemeinsam. Die erste Gemeinsamkeit: Beide stehen vor fundamentalen Bedrohungen ihrer Existenzgrundlage. Deutschland aufgrund von neuen Sicherheitsbedrohungen, einem zunehmenden Verlust der inneren Liberalität und einer selbstverschuldeten Wettbewerbsunfähigkeit. Die FDP wegen des offenkundigen Wählerschwundes, der Verschiebungen im Parteiensystem und einem eklatanten Vertrauensverlust durch gescheiterte Regierungsbeteiligungen. Die zweite Gemeinsamkeit: Beide begegnen diesen Herausforderungen mit einer gefährlichen Mischung aus Fatalismus und Selbstgenügsamkeit. Sie glauben beide, dass ein paar frische Gesichter hier, eine neue Kommission dort und die Vermeidung unbequemer Debatten es schon richten werden. Beide liegen sie falsch, und beide müssen sie aus diesem Dämmerschlaf aufwachen.

Doch bevor wir erneut zu Deutschland kommen, ein paar Gedanken zu seiner liberalen Partei, von jemandem, der sie kennt und ihr jeden Erfolg wünscht. Das neue Führungsteam um Christian Dürr amtiert seit rund drei Monaten und kündigt an, erstmal zuhören zu wollen. Zuhören ist für einen Politiker grundsätzlich immer empfehlenswert. Doch Zuhören ist kein politisches Programm. Was freiheitlich denkende Menschen in Deutschland jetzt brauchen, ist keine liberale Selbsthilfegruppe, sondern eine mutige Freiheitspartei. Die liberale Idee muss nicht einfach erklärt, sie muss in dieser Lage verteidigt werden.

Zugleich wird in der FDP intensiv diskutiert, wohin der Kurs gehen soll. Teile der Spitze verfolgen den Ansatz, die Partei angesichts nach links rückender Grüner ebenfalls nach links zu führen. Ich halte das für falsch und nicht erfolgversprechend. Wir müssen konsequent neue und alte Freiheitsbedrohungen anprangern und gleichzeitig jederzeit bereitstehen, sie zu beseitigen. Eine liberale Partei, die sich vor klaren Worten scheut, wenn Freiheit in Gefahr ist, hat ihren inneren Kompass verloren. Aber eine liberale Partei, die nicht gestalten will, gibt sich selbst auf. Dabei dürfen wir Gestaltung aber nicht als Selbstzweck verstehen und uns auch niemals wieder von einem Medienhype und schönen Selfies mitreißen lassen. Die Ampel war ein Fehler, und die FDP darf nie wieder Teil eines Bündnisses sein, das ihre Identität verwischt.

Mut zur Zuspitzung

Ein Blick nach Argentinien zeigt: Javier Milei begeistert junge Menschen für Eigenverantwortung und marktwirtschaftliche Prinzipien – nicht trotz, sondern wegen seiner Klarheit. Darin liegt eine Lehre auch für die FDP, die von der Jugendpartei des Jahres 2021 zur Randnotiz bei der diesjährigen Bundestagswahl wurde. Als junger Liberaler gibt mir das besonders zu denken.

Gerade in Zeiten, in denen die Freiheit (junger Menschen) mit Füßen getreten wird, braucht es eine Partei, die sich wehrt. In der Coronazeit sind wir Liberale diesem Anspruch zumindest größtenteils gerecht geworden. Die FDP war nicht Teil des selbsternannten Teams Vorsicht, sondern Gegengewicht – klar in Botschaft und Ton. Der Mut zur Zuspitzung war damals notwendig für unser Land, und er bleibt es bis heute. Eine mutige Freiheitspartei sollte ihn verkörpern. Denn unser Land steht vor mindestens drei verschiedenen Bedrohungen.

Zunächst sehen wir uns mit Bedrohungen unserer Sicherheit konfrontiert. Der Überfall Russlands auf die Ukraine vor drei Jahren hat auch vielen Deutschen die verschlechterte Sicherheitslage und die mangelnde Verteidigungsfähigkeit unseres Landes vor Augen geführt, die sie zuvor nicht wahrhaben wollten. Für einen Moment schien es so, als ob daraus eine grundsätzliche Neuausrichtung der Verteidigungspolitik folgen würde. Doch nach wie vor läuft die sogenannte Zeitenwende schleppend, und politische Kräfte am rechten und linken Rand verkaufen Kapitulation als Diplomatie. Freiheit ist nur dann etwas wert, wenn sie auch verteidigt werden kann. Und das heißt: Abschreckung. Deutschland muss sich endlich aus seiner sicherheitspolitischen Lethargie befreien und massiv aufrüsten. Nicht weil wir Krieg wollen – sondern weil wir Frieden und Freiheit sichern müssen. Der Westen hat die Sowjetunion entschlossen niedergerüstet. Genau dieses Selbstvertrauen fehlt in Deutschland immer noch. German Angst ist ein Sicherheitsrisiko.

Dabei könnten wir das. Wir haben (noch) das Know-how, wir haben (noch) das Kapital, wir haben (noch) die industrielle Basis. Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und als größtes Land Europas sollten wir nicht nur Mitläufer sein, sondern den Anspruch haben, das stärkste Militär und die leistungsfähigste Rüstungsindustrie Europas zu stellen. Ein freies Europa braucht keine Mahner, sondern Verteidiger. Wer glaubt, man könne autoritäre Regime wie Russland, China oder Iran mit Moralvorträgen stoppen, hat die Realität längst aus den Augen verloren.

Verlust der inneren Liberalität unserer Gesellschaft

Auch nach innen braucht es Wehrhaftigkeit: Migration junger Männer mit islamistischem Weltbild führt zu Kriminalität und kulturellen Spannungen. Wenn in deutschen Großstädten das Kalifat ausgerufen wird und Menschen, übrigens auch die Nachfahren von Migranten in der zweiten und dritten Generation, Deutschland nicht wiedererkennen, verlieren wir mehr als nur innere Sicherheit.

Gerade mit Blick auf unsere Geschichte ist es unerträglich, dass wir zulassen, wie Antisemiten ungehindert nach Deutschland kommen – oft mit stiller Duldung oder gar offener Unterstützung durch eine Linke, die sich antifaschistisch nennt, aber Seite an Seite mit Hamas-Sympathisanten steht. Wer das Existenzrecht Israels in Frage stellt oder Gewalt relativiert, hat jeden Kompass verloren. Jüdisches Leben in Deutschland zu schützen, darf niemals zur Debatte stehen. Genau das ist heute wieder akut gefährdet, und hier müssen Liberale Haltung zeigen. Wer das aus taktischen Gründen nicht anspricht, verliert das Vertrauen der eigenen Bevölkerung.

Die zweite Bedrohung unserer Freiheit ergibt sich aus dem zunehmenden Verlust der inneren Liberalität unserer Gesellschaft. Ob das die Wahrnehmung eines großen Teils der Bevölkerung ist, man könne seine Meinung nicht mehr offen sagen, oder die Auswüchse der Identitätspolitik oder eine Unfähigkeit kontroverse Debatten respektvoll zu führen. Dabei ist auch die kulturelle Auseinandersetzung zentral: Wenn liberale Werte überleben sollen, müssen wir bereit sein, für sie zu streiten. Wer bedingungslose Toleranz oder Beliebigkeit gegenüber den Feinden der Freiheit predigt, opfert am Ende genau das, was geschützt werden sollte: die freie, offene Gesellschaft. 

Die Angst, dass unsere freie, offene Gesellschaft und westliche Kultur verschwinden, der öffentliche Raum nicht mehr allen gehört und der Staat überfordert, handlungsunfähig und ideologisch blockiert ist, frustriert und verängstigt Menschen. Daraus folgen die jüngsten Siege für die politischen Extreme und insbesondere die AfD. Es ist gefährlich, wenn Liberale und Konservative das Feld der kulturellen Auseinandersetzungen den Radikalen überlassen. Dagegen braucht es Mut zur Meinung und das klare Bekenntnis zur freien Rede, ohne vorauseilenden Gehorsam, ohne Angst, anzuecken. Wer liberale Ideen nicht unterstützt, wird es auch nach dem hundertsten Kompromiss nicht tun.

Einseitige Bevorzugung von Leistungsempfängern

Die dritte zentrale Bedrohung unserer Freiheit ergibt sich aus einer größtenteils politisch selbstverschuldeten Wettbewerbsunfähigkeit. Spätestens seit Corona wächst in Deutschland nur noch eines zuverlässig: der Sozialstaat. Schon davor zehrten 16 Jahre Merkel fast ausschließlich von den Früchten der Agenda 2010, welche im Übrigen beweist, dass Deutschland sich mutig selbst erneuern kann. Eine solche im besten Sinne kapitalistische Wachstumsagenda in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik braucht es auch mit Blick auf eine lähmende Bürokratie, deren Erfüllungsaufwand Geschäftsmodelle in Deutschland, von Industrie bis Dienstleistung und moderner Technologie, wirtschaftlich belastet oder gar unmöglich macht. Dazu kommen hohe Energiepreise durch eine politisch motivierte und ökonomisch gedankenlose Energiepolitik und die Schwäche Deutschlands an den Kapitalmärkten, ohne die eine Finanzierung der Geschäftsmodelle von morgen unmöglich ist.

Der Staat jedenfalls verfügt trotz höchster Steuereinnahmen nicht einmal ansatzweise über die ökonomische Weitsicht, die richtigen Investitionen zu tätigen. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen, eine mutige Entbürokratisierung mit der Heckenschere (um ein Bild von Prof. Dr. Stefan Kolev zu bemühen) und eine stärkere Aktienmarkorientierung der deutschen Sozialversicherungen zur Stärkung auch des deutschen Kapitalmarktstandortes. Im Allgemeinen brauchen wir in Deutschland auch für Privatanleger eine Stärkung der Aktienkultur, beispielsweise durch die Steuerfreistellung von Kapitalerträgen nach einer Spekulationsfrist. Die Leistungen des Sozialstaates müssen insbesondere bei der Rente, aber auch beim Bürgergeld, der Kranken- und Pflegeversicherung an veränderte demographische und wirtschaftliche Bedingungen angepasst werden.

Die einseitige Bevorzugung von Leistungsempfängern gegenüber Einzahlern muss ein Ende haben. Wenn wir über Leistung sprechen, tut auch hier der Mut zu großen Ideen gut. Bevor wir qualifizierte junge Menschen durch horrende Sozialbeiträge ins Ausland treiben, wäre ein Opt-Out für die gesetzliche Renten- und Pflegeversicherung mehr im Interesse unseres Landes. Ich halte zudem viel von einem flachen Einkommensteuertarif (flat tax) mit großzügigem Freibetrag auf alle Einkünfte, sodass sich Leistung und Verantwortung stärker auszahlen als heute und die Steuererklärung auf dem Bierdeckel endlich zur Realität wird.

Um was es geht

All diese Herausforderungen bei Sicherheit, der gesellschaftlichen Freiheit und den wirtschaftlichen Bedingungen in unserem Land sind klar erkennbar. Lösbar sind sie aber nur, wenn man den Fakt ausspricht, dass etwas falsch läuft und man auch sich selbst verändern muss. Ich bin davon überzeugt, dass es in Deutschland genug Politiker gibt, die das sagen, was sie für populär halten; viele sitzen in der Bundesregierung. Viel zu wenige aber trauen den Menschen in diesem Land zu, unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und daraus Schlüsse auch für die eigene Zukunft zu ziehen. Genau hier ist der Platz der FDP.

Die Partei darf sich für die Auseinandersetzung um große Ideen nicht zu schade sein. Sie muss Mut zur Profilierung haben, auch wenn es unangenehm wird. Die Angst vor Shitstorms darf nicht das Denken bestimmen. Die JuLis, als ihre Jugendorganisation, sollten an vorderster Front für Freiheit streiten. Radikaler in der Haltung als die Mutterpartei, programmatische und kulturelle Avantgarde werden. Auch Social Media darf nicht länger Nebenbühne bleiben. Wer Reichweite will, braucht klare Botschaften. Viele Menschen, gerade Jüngere, sind offen für eine freiheitliche Stimme, die sich nicht entschuldigt, sondern überzeugt.

Ich habe diesen Meinungsbeitrag mit der Beschreibung begonnen, dass die ausbleibende Reformfähigkeit Deutschland und die FDP im negativen Sinne verbindet. Doch es gilt eben auch umgekehrt. Wenn die einzige liberale Partei in Deutschland zu Selbstbewusstsein, Klarheit und Reformeifer zurückfindet, gibt sie nicht nur Millionen freiheitlich denkender Menschen eine Stimme zurück. Sie gibt Deutschland die Chance auf mehr Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. 

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Christoph Kuhlmann | Mo., 18. August 2025 - 15:20

Die FDP hätte nach zwei Jahren die Koalition verlassen müssen. Wer rot-grün fast vier Jahre mitmacht ist nicht mehr zu retten. Da müssen ganz neue Leute ran. Die können aber auch in anderen Parteien arbeiten. Für lauwarm linksliberal ist den Leuten die Stimme zu schade. Das wird Merz auch noch merken.

Rainer Mrochen | Mo., 18. August 2025 - 15:47

"Viel zu wenige aber trauen den Menschen in diesem Land zu, unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und daraus Schlüsse auch für die eigene Zukunft zu ziehen. "Das ist ja schon seltsam komisch.
Es ist doch genau anders herum. Viele Menschen in diesem Land erkennen, daß unbequeme Wahrheiten seitens der Politik ignoriert und die falschen Schlüsse gezogen werden. Die Verräter dieser (Noch)- Demokratie sind exakt die Politiker die glauben über den Dingen zu stehen und meinem dem Volk, denen da "Draussen" erklären zu müssen wie die Welt funktioniert. So scheinheilig und abgehoben muss man sein! Das Volk mag zwar nicht alle Informationen haben aber es ahnt, mit dem Gespür echter Wachsamkeit, viel. Nicht nur die FDP scheitert, Deutschland und Europa scheitern an einer Weltsicht es gar nicht mehr gibt. Nur wenn wir unsere selbstgeschaffenen Probleme, auf der Basis grundlegender Ehrlichkeit, lösen, können wir eine Umkehr schaffen. Das fängt bei der kleinsten Einheit an, liebe FDP'ler.

mit seiner Aussage wie viele Leute bereit sind "...unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren und daraus Schlüsse auch für die eigene Zukunft zu ziehen."

Die sind halt nur alle nicht zur FDP oder CDU unterwegs - wg. Vertrauensverlust auf ganzer Linie... - sondern zur AfD... ... 🤔

Da gibt es sicher für die verzwergte FDP theoretisch die benötigten 3+% tu holen..., mit dem richtigen liberal konservativen Programm..., und einer charismatischen und agilen Führung, nicht zu vergessen.

ABER: der Schaden aus der Ampel ist enorm für die FDP - verdient, ganz klar, und dessen 'Reparatur' bedarf in jedem Falle seeehr viel Kraft und Engagement..., und eine glaubwürdige neue/erneuerte dynamische Führung. Ich fände eine echt liberalkonservative FDP mit klaren Ansagen und ehrlich! wirkendem Personal nicht schlecht und gut für unsere politische Landschaft in Deutschland.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 18. August 2025 - 15:55

Die FDP hat in den letzten Jahren mehrfach den Auf- und Abstieg am eigenen Leib erlebt. Rin in den BT und einige LT raus aus dem BT und einigen LT. Und ihr habt was gelernt? Nichts. Die anderen Parteien zeigen Euch doch wie es geht, wenn man seine eigene Wählerklientel verrät, die eigenen Parteigrundsätze über Bord wirft, sich entkernt und sich dem linken woken Zeitgeist hingibt. Sie können machen was sie wollen. Für die FDP war es das. Euch will niemand mehr wählen und Euch braucht auch niemand mehr. Ihr habt das Massengrab für etablierte Parteien ausgehoben und werdet die ersten sein, die dort bestattet werden. Und die nächsten Aspiranten haben sich schon einen Liegeplatz ausgesucht. Die SPD und die CDU zahlen gerade die Bestattungskosten und liegen schon mal Probe. Nein Herr Steffen, die FDP hat fertig. Egal wen ihr da noch aufstellt. Und selbst wenn ihr Euch ein neues liberales Kleidchen anzieht, die Haare schön macht und lächelt. Die AFD ist schöner und glaubwürdiger.

Die FDP hätte die Chance gehabt nach dem Verlust der ersten verlorenen
LT Wahlen und der Einsicht, dass das Experiment einer Koalition mit Koalitionspartnern, die fundamental andere politische Ausrichtungen haben….. ein „tot geborenes Kind“ ist, die Reißleine zu ziehen.
Das taten sie aber nicht…. entgegen jeglicher politisch eigener, liberaler, freiheitlicher & wirtschaftspolitischer Ausrichtung UND Vernunft.
Und genau aus diesem Grund hat sich die FDP in der deutschen Parteienlandschaft ausgeklinkt.
I.ü. sehe ich das mit der CDU & der SPD genau so wie Sie Herr Konrad ….
Gut, die außerparlamentarische Opposition sehe ich für beide nach der kommenden BTWahl noch nicht. Ehr die CDU unter 20% wieviel ist die Frage und die SPD zwischen 5% …. 10% .
Die alles entscheidende Frage ist dann jedoch, reicht es noch für eine All- Parteienkoalition gegen die AfD ? Oder geht ohne AfD nichts mehr?
Der Käse ist leider noch nicht gegessen…..,
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Theodor Lanck | Mo., 18. August 2025 - 16:17

Der Liberalismus braucht ein Start-up, keine wendehalsige Honoratiorenpartei. Die Marke FDP ist verbrannt, dito die jetzige Führungsschicht.

Walter Bühler | Mo., 18. August 2025 - 17:09

Blinder und lächerlicher Größenwahn der Parteifunktionäre ist eine zentrale Ursache für das Scheitern unserer herkömmlichen Parteien und für die tiefe Krise unserer Parteiendemokratie.

Es ist doch völlig absurd, Deutschland mit der FDP zu vergleichen.

Und noch mehr irrealen Größenwahn beinhalten Ihre beiden Schlusssätze, Herr Steffen.
Die Ampel-FDP mit Typen wie Strack-Zimmermann ist nicht die einzige liberale Partei in Deutschland. Nur wenn ihre Funktionäre ein Stück von gesundem, nüchternem Menschenverstand wiederfinden, kann die FDP vielleicht ein paar Wähler zurückgewinnen.

Bleiben FDP-Funktionäre wie Sie weiter bei ihren gewohnten hohlen Phrasen, dann kann die FDP überhaupt keine Rolle mehr bei der Suche nach dem Weg spielen, wie Deutschland wieder mehr Freiheit, Sicherheit und Wohlstand erreichen kann.

Wolfgang Borchardt | Mo., 18. August 2025 - 17:39

Demokratie schwer beschädigt und der AfD die Wähler zugetrieben. Die Partei hätte ein Auferstehungswunder erleben können. Wäre sie doch in der Rolle der für eine funktionierende Demokratie unentbehrlichen liberalen Opposition Partei wichtiger gewesen als in einer fragwürdigen Opposition, die sich selbst die Kellertreppe hinunterleuchtet. Nun ist sie an ihrem eigenem Oppurtunismus erstickt. Mut und Personal für eine Erneuerung fehlen. Wer hat auch Lust und Kraft, sich für Gedanken rechts von links als "Nazi" medial verfolgt zu sehen. Das war ja selbst der CDU so gegangen, bis sie sich der SPD ausgeliefert hat. Jetzt ist alles in Ordnung und die SPD steuert dahin, wohin der rudernde Kanzler möglicherweise (wer weiß das so genau) garnicht hin wollte.

Christoph Schnörr | Mo., 18. August 2025 - 19:41

liest sich wie von jemandem geschrieben, der mit 10 Jahren Verspätung das kleine 1x1 doch noch gelernt hat und es jetzt brav herunter betet - gähn. Deutschlands Politiker sind Weltmeister im Fordern und absolute Versager beim Umsetzen. Beispiel Islamismus in Berlin und NRW und bald flächendeckend. Der Bürger ist das "sollte .... müssen" etc. satt. Eine klare Ansage wäre: Wer das Kalifat auf deutschem Boden ausruft sitzt am nächsten Tag im Flieger, ohne wenn und aber. Und wenn Gesetze das nicht hergeben, dann ändert die Gesetze. Und ideologisch Parteien, die schon auf Islamisten als Wähler angewiesen sind, gehören so an der Pranger gestellt, dass selbst der ÖRR das nicht mehr vertuschen kann. Dann, und nur dann, ist die Mitte dieses Landes wieder politisch zu gewinnen.

Elisa Laubeth | Mo., 18. August 2025 - 22:36

Das liberale,eher konservative, leistungsorientierte Bürgertum hat keine Stimme und keine politische Vertretung, schon gar nicht in der FDP. Lindner hat mit seiner NRW boygroup die Partei weit nach links geführt, so weit, dass ein so unsägliches Gesetz wie das sog. Selbstbestimmungsgesetz der Grünen dabei herausgekommen ist - von dem Dürr behauptet es wäre nicht relevant für die Wahlschlappe gewesen und Buschmann, es sei ein Sieg für die Freiheit des Individuums - was eine höchst bedenkliche Sichtweise sowohl auf das Individuum als auch die Freiheit offenbarte.
Dieses Gesetz wurde, wie die Cannabislegalisierung, von den JuLis bejubelt und ausgerechnet auf den ruht die Hoffnung? Lächerlich. Die meisten jungen FDP - Mitglieder wissen gar nicht mehr, was Liberalismus ist, kommen sie doch auf ihrem Weg vom Kreissaal über den Hörsaal(Politikwissenschaften!) in den Plenarsaal(Listenplatz!) gar nicht mit dem richtigen Leben in Kontakt.
Das wird nichts mehr, FDP. Leider, aber selbst schuld.

S. Kaiser | Di., 19. August 2025 - 00:56

…. sie siechen nur.
Man fragt sich, in welcher wünsch-Dir-was-Welt der Autor eigentlich lebt. Das Ohr an der Basis hat er jedenfalls nicht. Es sei ihm daher laut und deutlich zugerufen: das war's für FDP! Finito. Fertig. ‚Flasche leer‘ um einen ehemaligen Fußballtrainer zu zitieren.
Die Tierschutzpartei hatte bei der LTW letztes Jahr in Brandenburg mehr als doppelt so viele Stimmen geholt wie die FDP. Die Tierschutzpartei!
Bei der BTW‘25 hat die FDP fast 2/3 ihrer Wählerstimmen eingebüßt. Wie deutlich soll es denn noch werden? Kubicki hat es verstanden, wie man in seiner Kolumne lesen konnte, aber scheinbar noch nicht alle.
Wer seine Basis in diesem Maße verraten hat, wie FDP unter der Ampel, der kann sich gehackt legen. Basta.