- Cicero Podcast Politik: „Das ist ein Zivilisationsbruch“
Die Debatte um Frauke Brosius-Gersdorf, SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht, hat Fragen nach der Politisierung des obersten Gerichts aufgeworfen. Im Cicero Podcast Politik kritisiert der Rechtswissenschaftler Volker Boehme-Neßler Aktivismus in Roben und fordert die Unhintergehbarkeit menschlicher Würde ein.
Geht es nach dem Willen der SPD, dann soll die Potsdamer Juristin Frauke Brosius-Gersdorf Richterin am Bundesverfassungsgericht werden. Doch ihre Kandidatur hat in den zurückliegenden Wochen viele Fragen aufgeworfen. Am Ende ging es nicht mehr nur um Brosius-Gersdorfs Positionen zum Schwangerschaftsabbruch oder zum AfD-Verbot. Letztlich stand das Selbstverständnis des Bundesverfassungsgerichts selbst zur Diskussion. Wie unabhängig sind Deutschlands oberste Richter? Wer nominiert sie? Und wie sehr sollte man hinter die Kulissen von Karlsruhe schauen?
Im Cicero Podcast Politik beantwortet der Rechtswissenschaftler Volker Boehme-Neßler, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Oldenburg, wichtige Fragen rund um die Causa Brosius-Gersdorf. Im Gespräch mit Ralf Hanselle, dem stellvertretenden Chefredakteur von Cicero, fordert er souveräne Persönlichkeiten für das Bundesverfassungsgericht und warnt vor Aktivismus in Richterroben.
Das Gespräch wurde am 22. Juli 2025 aufgezeichnet.
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nach oben. Die Rolle der CDU ist noch unklar. Die FDP hat sich selbst abgeschafft. Andere warten darauf, verboten zu werden.
Andere warten darauf, verboten zu werden. Dazu gehört u.a. Bundespräsident Steinmeier und seine linke SPD. Mit Recht wurde er von Israel zur "Persona non grata" erklärt. Seine extrem linke Vergangenheit war seine Gefolgschaft des DDR-Regimes. Heute gibt er sich reumütig und kriecherisch.
Nein, so und noch erbärmerlicher ist seine fehlende heimtückische Intelligenz. Heute ist er überall Persona non Grata. Wie verhält er sich, sollte die AfD Regierungspartei werden und sein? Kriechen ist angesagt.
Da ich ein sehr großer Fan von Prof. Boehme-Neßler bin, habe ich mir das Gespräch zu späterer Stunde in voller Länge angehört. Es hat sich gelohnt für mich. Wie immer hat Prof. Boehme-Neßler in seiner ruhigen Art seine Meinung dezidiert, und auch für Laien verständlich, dargelegt und erklärt. Ich teile seine Auffassung voll und ganz. Leider glaube ich, dass die SPD weiterhin an der Kandidatin, deren Namen ich mir gar nicht merken will, festhalten wird. Klingbeil, mit seiner Partei inzwischen bei 13/14 % angelangt, bleibt stur. Und die CDU, vor allem Merz, wird umfallen, mal wieder! Prof. Böhme-Neßler hat Recht mit seiner Annahme, dass das BVG Schaden nehmen wird, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass die Richter nur
unter dubiosen Kungeleien ins Gericht gewählt werden. Die Verdrossenheit wird zunehmen. Leider! Den Herren Hanselle und Boehme-Neßler vielen Dank für das informative Gespräch!
Großes Lob an Ralf Hanselle und Professor Boehme-Neßler. Das war wieder einer der Beiträge, für die ich den "Cicero" abonniert habe. Sachlich, äußerst informativ, im besten Sinne bildend. Die Rolle, der historische Hintergrund, die aktuelle Gefahr und die Dimension und Bedeutung der Wahl der beiden Richterinnen wurden in diesem Beitrag glasklar.
Mir kam der Gedanke: Was für eine ungeheuere Diskrepanz zwischen manchen, Namen darf ich ihn nicht nennen, mein Bademantel ist in der Reinigung, pseudo-philosophischen Politikern, glitschigen Wendehälse im politischen Raum der einerseits und einem klugen Juristen wie Prof. B.-N. andererseits.
Leider sehe ich für die Zukunft des BuVerfGer schwarz. Die Parteien haben sich die gesamte Gesellschaft zur Beute gemacht und ihre Machtvollkommenheit und Hybris strebt einem Höhepunkt entgegen, der auch den Kollaps der Gesellschaft bedeuten kann.
Vermutlich kommt dann die AfD an die Macht, aber dann ist es zu spät - 🇩🇪 hat sich abgeschafft.
Dito.
Ich möchte die Redaktion darin bestärken, öfters mal zu aktuellen Themen kurzfristige podcasts aufzunehmen.
Gerade solche interne, wie der neulich zwischen Brodkorb/Marguier oder semi-interne wie dieser, ermöglichen in der Frage/Antwort-Form eine Dynamik, die dem schriftlichen fehlt.
Die Fragen von Herrn Hanselle waren gut gestellt. Danke dafür.
Wenn sich eine Partei das BVerfG unter den Nagel gerissen hat, egal welche Partei, dann droht der Putsch von innen. Mittels höchster Rechtsprechung setzen sich Ideologien durch und werden im Schein einer von innen gestürzten Demokratie als "demokratisch" verkauft. Wenn das BVerfG der Politik dient und nicht mehr das Volk schützt vor Übergriffigkeit des Staates, dann hat das BVerfG seinen von den Müttern und Vätern des GG nur dem Souverän verpflichtende Schutzfunktion verloren. Die SPD hält an dieser unsäglichen Juristin Brosius-Gersdorf fest und die nicht minder schlimme Kaufhold hat kaum einer auf dem Schirm. Beide Juristinnen stehen für eine parteipolitische Aushöhlung der Demokratie und dennoch soll uns genau das Gegenteil verkauft werden. Ich teile Ihre Aussagen Herr Boehme-Neßler. Ich bin auch noch so staatsrechtlich ausgebildet worden und vertraue dem GG nach wie vor, auch wenn es inzwischen missbraucht wird. Nur den Politikern der Alt-Parteien, denen traue ich nicht mehr.
„zum Schutz des BVerfG“ und dezidiert „um das Gericht besser vor politischen Einflüssen zu schützen“, dient angeblich dem Ziel, einen künftig möglichen Einfluss politischer Konkurrenten wie der AfD auf die Richterauswahl zum BVerfG zu verhindern.
In der Praxis ist dieses Vorhaben bereits beim ersten Versuch gescheitert.
Grund waren (verständliche) Vorbehalte mehrerer (ausschließlich ihrem Gewissen verantwortlicher!) MdB der Union.
Für die nötige Mehrheit muss man sich nun bei der nicht gerade als eifrige Verfechter der freiheitlich demokratischen Grundordnung berühmten „Linken“ anbiedern, weil es ansonsten ohne die Zustimmung der AfD nicht reicht.
Das vermeintliche Ziel der Verfassungsänderung wurde gründlich verfehlt.
In Wahrheit ging es den Vertretern von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP dabei ausschließlich darum, den eigenen Einfluss auf die "unabhängige" Justiz zu zementieren.
Das Resultat ist das fatale Gegenteil einer von Exekutive und Legislative unabhängigen Gewaltenteilung.
muss man den der Heimtücke wählen. Die SPD ist eine Partei von Tricksern und Intriganten geworden. Auf geradem Weg, nämlich durch reguläre Wahlen, schafft es diese Partei nicht mehr. Aber man kann und will nicht mehr von der Droge "Macht" lassen. Müntefering sagte es einst unverblümt "Opposition ist Mist". Und so hat es diese krumme Truppe seit Jahren geschafft, irgendwie immer an der Macht zu bleiben. Nun will man sich das BVG unter den Nagel reißen, mit willfährigen Weibern, die es ebenfalls nach Macht gelüstet. Und dann schafft man sich die unliebsame Opposition vom Leibe, schwupps hat man eine Kanzlermehrheit und Merz muss das Weite suchen. Was mich irritiert, die CDU und auch Merz selber müssen doch auch dahinter kommen. Warum lassen sie das zu? Sie könnten es ja verhindern. Ist es das blindmachende Brandmauerdenken? Wenn sich die CDU einen Ruck gäbe, die Brandmauer beiseite ließe, ein Bündnis mit der AfD einginge, wären alle Probleme, auch die der CDU, schlagartig gelöst.
