Christoph Safferling
Christoph Safferling / Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien/LÉROT

Völkerrechtler Christoph Safferling im Gespräch mit Ralf Hanselle - Cicero Podast Politik: „Die Würde des Menschen ist die Grundlage der Völkerrechtsordnung“

Venezuela, Alaska und bald vielleicht der Iran – spätestens mit Donald Trump wird die Ohnmacht des Völkerrechts offensichtlich. Im Cicero Podcast Politik spricht der renommierte Völkerrechtler Christoph Safferling darüber, warum die Verrechtlichung internationaler Politik noch lange nicht am Ende ist.

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

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Ist die Regelbasierte Ordnung am Ende? Nicht nur die Außenpolitik der gegenwärtigen US-Administration, auch Äußerungen, wie sie jüngst vom kanadischen Ministerpräsidenten Mark Carney in Davos zu hören waren, zeugen davon, dass Völkerrecht und internationale Rechtsordnung an Grenzen stoßen. Auch der renommierte Nürnberger Völkerrechtler Christoph Safferling erkennt an, dass das Völkerrecht ein Durchsetzungsproblem hat. Sein aktuelles Buch trägt daher den Titel „Ohnmacht des Völkerrechts“ und ist eine hochaktuelle Bestandsaufnahme des internationalen Rechts vom Westfälischen Frieden über die Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg bis in die Gegenwart.

Vor dem Hintergrund einer solch langen Zeitachse ist Safferling trotz aller Herausforderungen der Gegenwart optimistisch. Man müsse die Verrechtlichung von Macht, auch auf globaler Ebene, letztlich historisch betrachten. Und so gesehen habe sich in den letzten 50 Jahren viel zum Guten gewandelt. Ralf Hanselle, stellvertretender Chefredakteur von Cicero, spricht mit Christoph Safferling über Venezuela, Nürnberg und den Friedensrat von Donald Trump.

Ralf Hanselle und Christoph Safferlin
Ralf Hanselle (li.) und Christoph Safferling / Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien/LÉROT

 

 

Das Gespräch wurde am 24. Januar 2026 aufgezeichnet.

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Markus Michaelis | Fr., 6. Februar 2026 - 17:01

Ich konnte den Podcast leider nicht hören, es wäre schön zu den Podcasts auch Transkripte zu haben.

Auf den Text der Ankündigung bezogen, habe ich meine Zweifel. Die Menschenwürde hätte ich gerne als ganz weiten Rahmen, auf den sich möglichst viele Menschen einigen können, was man mit anderen Menschen NICHT macht. Das zu weit dahingehend auszudehnen, dass sie positiv ein gemeinsames Zusammenleben festlegt, würde dieses Grundanliegen beschädigen, weil es dieses eine, gemeinsame Menschsein so nicht gibt.

Ein Völkerrecht als ein Element, eine UNO als Gesprächsformat, das kann alles sehr gut sein. Die Idee eines Völkerrechts, das wirklich DAS Zusammenleben der Menschen festlegt, halte ich aus denselben Gründen für eine schlechte Idee.

(A) In endlich viele Worte kann man nie die Realität mit all ihrem Wandel, Widersprüchen, sich wandelnden Begriffen fassen. Am Ende entscheiden Gerichte. (B) Es setzt wie oben das Eine Menschsein voraus. Ich halte das für weder real noch wünschenswert.

Frisch aus dem Krankenhaus gekommen lernte ich für alle Menschenbürger
eine überlebenswerte Erkenntis:

"Beobachtung seiner SELBST ist eine Schule der Weisheit".
Baltcar Cracian

Ein großes Fragezeichen entsteht in meinem Kopf immer, wenn der Begriff "Menschenwürde" so hoch gehängt wird? Nach meinem Eindruck ist das nirgendwo auf der Welt dergestalt verbreitet, wie in Europa und hier besonders in Deutschland, wo sie Verfassungsrang bekam und quasi zu einem Dogma erhoben wurde. Bei einem derart unscharfen und eigentlich nur emotional definierbaren Begriff sollte das nicht möglich sein. Dahinter steckt nur wieder die deutsche - idealistische - Sehnsucht nach ewigen Wahrheiten. In der Praxis kommt dieser europäischen und eurozentristischen! Sicht global kaum Interesse oder gar Bedeutung zu. Man frage nur in Kenia, Marokko, Myanmar, Bolivien oder den USA nach, man wir verständnislose Blicke ernten; im besten Fall, im schlimmsten wird man Neokolonialismus vorgeworfen bekommen.
Dass die Menschen friedlich miteinander leben, ist sicher erstrebenswert. Nebulöse und kaum definierbare Termini sind aus meiner Sicht dazu kein Beitrag.

Wolfram Fischer | Sa., 7. Februar 2026 - 13:37

Daß "das Völkerrecht", dessen Sachwalter die UNO sein sollte, das ist, was es heute ist, bestenfalls zahnlos, im schlechteren Fall eine Mauer, hinter dem sich die Despoten der Welt nach der Kaperung der UNO verschanzen und gleichzeitig die "Völker" schutzlos ausgeliefert bleiben, liegt an der UNO selbst.
Das Beispiel Israel zeigt es klar. Die Resolutionen der jüngeren Vergangenheit:
UNO:
2021: Welt 20, DAVON 14 Israel ca. 70%
2020: Welt 23, DAVON 17 Israel ca. 70%
UNESCO:
2009-2014: Welt 47, DAVON Israel 46
Ob 70%, ob 98% gegen Israel - so und so ähnlich geht das seit Jahrzehnten obsessiv immer und immer nur gegen Israel.
Das hat doch mit den Realitäten dieser Welt nun wirklich nichts zu tun.
Das ist Willkürjustiz gegen Israel. Und mit dem wiederwärtigen agieren nach dem perversen Überfall der Hamas-Drecksbande auf Israel fange ich gar nicht an. Wer so agiert, hat jede Legitimation verprasst und wird - mit sehr guten Gründen nicht mehr ernst genommen.
Die UNO "hat fertig".