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Unterricht zuhause am Computer ist in Deutschland Glückssache / picture alliance

Unterrichtsausfall wegen Corona - Das Bildungs-Desaster

Der wegen Corona massenhaft ausfallende Schulunterricht hat verheerende Auswirkungen für die junge Generation. Und in Deutschland sind wir nicht einmal in der Lage, digitale Alternativen dazu auf die Beine zu stellen. So dilettantisch kann es nicht weitergehen. „Cicero“-Gastautor Thomas Sattelberger macht Lösungsvorschläge.

Autoreninfo

Thomas Sattelberger ist Bundestagsabgeordneter der FDP. Der 71-Jährige war von 2007 bis 2012 im Vorstand der Deutschen Telekom.

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Das Bermudadreieck des Lockdowns für kleine und große Familien in Deutschland besteht aus Home Office, Home Care, Home Schooling. Selbst perfekte Bedingungen für digitalen Unterricht wären immer noch keine leichte Herausforderung – erst recht für Alleinerziehende.

Der Skandal dabei: Die von Angela Merkel vor mehr als zehn Jahren ausgerufene „Bildungsrepublik Deutschland“ war auch im März 2020 noch erbärmlich aufgestellt für Digitalunterricht. Der noch größere Skandal: Seit Beginn der Pandemie ist den Bildungsverantwortlichen in Bund und Ländern kein einziger entscheidender Schritt nach vorne gelungen. Roman Herzog würde jetzt sagen: Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen! 

Jede Woche kostet künftigen Wohlstand

Jede ausfallende Unterrichtswoche hat ihren individuellen wie volkswirtschaftlichen Preis; genauso miserabler oder lückenhafter Unterricht. Ifo-Bildungsexperte Ludger Wössmann hat nüchtern berechnet, dass das Bruttoinlandsprodukt allein durch 22 Wochen Schulausfall bis zur Jahrhundertwende um 2,5 Prozent oder 4,09 Billionen Euro sinkt, und dass sich das Lebenseinkommen heutiger Schüler um 5,5 Prozent reduziert. Unökonomisch formuliert: Jede Woche ohne Unterricht frisst ein Stück weg vom künftigen Wohlergehen unserer Kinder und Enkel. Es geht nicht nur um fachliche Wissensvermittlung, sondern auch um soziale Bildung, Werte, Erziehung. 

Wir müssen die Bildung jetzt vor der Pandemie retten wie einst Helmut Schmidt Hamburg vor der Flut 1962: mit Mut, Tatkraft und Bündelung aller zur Verfügung stehenden Mittel. Nach dem Motto „Rette uns, wer kann“ hat Schmidt damals die Bundeswehr verfassungswidrig zu Hilfe geholt. Wenn ein Boot zu sinken droht, dann studiert man nicht die Seefahrtsordnung. Dann heißt es nicht: Rette uns, wer darf! Sondern man stopft die Lecks, mit allen Mitteln.

Deutschlands Bildung hat derzeit mindestens vier große Lecks:

• Viel zu viele Lehrkräfte sind nicht fit für digitalen Unterricht. Im August 2020 habe ich gefordert, sie sollten in den Schulferien Nachhilfe-Kurse belegen. Lehrerverbände haben mich verärgert abgewatscht. Aber die Idee war richtig und ist es immer noch. 

• Viele Schulen und Lehrer sind IT-technisch völlig überfordert. Das digitale Schwellenland Deutschland bräuchte allein bei einer halben IT-Koordinatoren-Stelle pro Schule mindestens 20.000 Fachleute. Das geht auf die Schnelle nur mit Freiwilligen.

• Endloses Warten auf Laptops und Tablets. Vor allem in finanziell schwachen Familien hat immer noch nicht jedes Kind ein für digitalen Unterricht geeignetes Endgerät. Dem groß angekündigten Geräte-Programm für Lehrer fehlt seit Monaten die letzte Unterschrift. Das Geld fließt nicht. Heiliger Bürokratius! Ein Moratorium muss her für komplexe Verwaltungs- und Beschaffungsprozesse.

• Die digitalen Alt- wie Neubauten von Ländern und Bund kollabieren. Mangelhafte staatliche Lernportale, zusammenbrechende Server. Staatliche Lernmanagementsysteme, die bei den Funktionalitäten heillos hinterherhinken. 

So wie Helmut Schmidt 1962 einen Krisenstab gebildet hat, so brauchen jetzt jedes Bundesland und das Bundesbildungsministerium interdisziplinäre Corona-Taskforces aus lauter Bildungspraktikern. Enge Kollaboration statt Silo. Vernetztes Projektmanagement zur Rettung der Schulen, um naturgemäß ständig auftretende Blockaden, Friktionen immer wieder rasch aufzulösen. Ein Gegenmodell zur bürokratischen Arbeitsweise der Exektutive, die nicht versteht, dass Krise einen anderen modus operandi erfordert als windstille Sonnentage.

Pragmatismus statt Perfektion

Die Unberechenbarkeit des Virus fordert Agilität, Rapid-Response-Fähigkeit, Pragmatismus statt Perfektion. Nobelpreisträger Herbert A. Simon würde jetzt rufen: Satisficing statt Maximizing! Stück für Stück flicken, so wie man Dämme stärkt vor einer Sturmflut. Wo sind wie viele Endgeräte noch nicht angekommen bei Schülern und Lehrern? Wo exakt stockt der Mittelabfluss? Wo hakt es im Bestellprozess oder in der Logistik?

Als operativer Airline-Vorstand bei der Lufthansa habe ich frühmorgens um 4 Uhr im Tunnelsystem des Frankfurter Flughafens die logistischen Abläufe der Gepäckauslieferung selbst mehrfach beobachtet, um Defizite schnell durchdringen und beheben zu können: Hands-on-Führung und Umsetzung!

Schülerinnen und Schüler im zusammengebrochenen Distanzunterricht fragen nicht, ob potenzielle Retter zertifiziert sind. Deshalb ist parallel die Frage wichtig: Welche außerschulischen Akteure können auch noch mit anpacken? Vier Vorschläge:

• Alle diejenigen, die bislang am Nachmittag und Abend Kontakt mit Millionen Schülerinnen und Schülern haben. In erster Linie sind dies privatwirtschaftliche Edutechs, also Online-Anbieter von Lerninhalten und -plattformen. Ihre Hilfsangebote (nicht immer perfekt, aber staatlichen Lösungen jedenfalls mehrere Nasenlängen voraus) muss der Staat schnellstmöglich am Runden Tisch annehmen. Manche sind dicht am Frontalunterricht, andere arbeiten spielerischer. Der Mathematiker Daniel Jung zum Beispiel ist der Prototyp für Pädagogik in der Krise. Das apokalyptische Totschlagargument, wie viele Daten beim Online-Unterricht abgegriffen werden können, ist derzeit fehl am Platz. Wir haben jetzt andere Sorgen.

• Die zweite Idee: Rundfunkanstalten. Warum bieten sie nicht vormittags reines Bildungsfernsehen an und probieren sich als echte Helfer in der Krise aus? Problem hierbei, selbst wenn die dritten Programme sich nach Schulfächern aufteilen: ein Standardprogramm für alle lässt sich nicht maßgeschneidert für digitalen Unterricht nutzen. Aber es würde zumindest ein wachsendes On-Demand-Mediathek-Portfolio ergänzen – gerne im Verbund mit EduTechs.

• Drittens: Heute schon über Lösungen für die Zeit nach Corona nachdenken, und zwar über das Angebot freiwilliger Wiederholung einer Jahrgangsstufe (ohne Zeugnis-Vermerk) hinaus. Bildungsexperte Wößmann stellt fest: für Schülerinnen und Schüler mit großen Rückständen bei mathematischen und sprachlichen Basiskompetenzen wäre klassischer Förderunterricht am Nachmittag genauso hilfreich wie studentische Mentoren und Ferienprogramme – und zwar in Distanz wie in Präsenz. Auf der Zeche Carl im Essener Norden wird die Junior-Universität jungen Menschen  unabhängig vom Bildungshintergrund bald Experimentier- und Forschungskurse anbieten. Wir haben Tausende solcher außerschulischen Initiativen; heute noch oft unverzahnt mit Schule.

• Viertens sind alle die gefordert, die Absolventinnen und Absolventen nach der Schule beschäftigen und weiterbilden: Hochschulen, Berufsschulen, Unternehmen & Co. Sie müssen sich jetzt darauf vorbereiten, dass viele ihrer Neuzugänge mit Kompetenzdefiziten kommen werden. Die gilt es mit Brückenangeboten aufzufangen und auszugleichen. 

Helmut Schmidt hat in Hamburg sofort angepackt. Gerhard Schröder hat sich bei der Flut im Oderbruch ohne zu zögern die Gummistiefel angezogen. Edmund Stoiber kam damals zu spät und wurde vom Leben bestraft. Ähnlich schläfrig agiert heute Bildungsministerin Anja Karliczek. Hoffentlich bauen bald andere an der Bildungsrepublik Deutschland.
 

Christa Wallau | Mo, 1. Februar 2021 - 11:07

ist in Deutschland längst v o r der Pandemie zur Norm geworden. Alle haben sich daran gewöhnt!
Bedenken wir nur, welch totale Überforderung es seit langem f. die Schulen bedeutet, die vielen Migrantenkinder (der Sprache gar nicht mächtig) u. die Kinder aus bildungsfernen Familien in den Unterricht zu integrieren.

Deshalb spürt auch kein einziger Verantwortlicher (Vom Kultusminister bis zum letzten Lehrer) die Dramatik, die hinter den jetzigen Schulschließungen u. dem dürftigen "Home-Schooling" steckt.
Im Gegensatz zum Hochwasser wird steigende Unbildung nämlich nicht sofort sichtbar - das ist die Crux!

Deshalb werden Apelle wie dieser ebenso verhallen wie andere vorher, obwohl Herr Sattelberger in allem recht hat:
Statt Regierungspropaganda zu machen u. eine Talk-Runde nach der anderen zu veranstalten, sollten sich die Medien in den Dienst der Schulen stellen und jede Gelegenheit nutzen, unseren Kindern u. Jugendlichen dringend benötigte Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln.

also die Verantwortung gegenüber den eigenen Kindern, schicken ihre Kids auf eine Privatschule. Da klappt's dann auch mit dem Online-Angebot, weil besser aufgestellt.
Seit vor über 20 Jahren unsere Älteste in die Schule kam, höre von ständigen Verbesserungen und tollen Absichten.
Renovierungen von einfachen Toiletten, die Kinder aus Ekel nicht benutzen, dauern 10 Jahre. Selbst erlebt und kein Einzelfall.
Mit jeder Reform wird's schlimmer. Inklussion. Die klar denkenden Lehrer haben die Hände überm Kopf zusammengeschlagen. Es ließe sich endlos fortsetzen.
Aber will man Politikern mit Fakten kommen. Wir werden im Bildungsvergleich nach hinten durchgereicht.

Maria Arenz | Mo, 1. Februar 2021 - 11:34

Fragte nicht nur die Jungfrau Maria, als ihr der kleine Jesus angekündigt wurde, so fragt inzwischen auch jeder hinreichend informierte Bürger, der sich den Forderungskatalog von Herrn Sattelberger durchliest. Wo sollen denn plötzlich die Leute herkommen, die all dies unstreitig Überfällige planen, verabschieden und umsetzen können? Wir können ja nicht mal mehr "analog" effektive, geschweige denn effiziente Verwaltung. Auch das "Schaffe, Schaffe-Ländle" kann inzwischen sehr viel mehr nicht außer Hochdeutsch. Und ich sehe auch weit und breit keinen "Heiligen Geist", der im Falle der Jungfrau seinerzeit das Defizit ausgleichen konnte. Wir sind auch schon viel zu sehr mit der Suche nach Schuldigen beschäftigt, als daß noch Hoffnung auf Besserung bestünde. Als Spahn vor einem Jahr davon sprach, daß "wir uns am Ende viel zu verzeihen hätten" hab ich nicht verstanden, was er meint. Wenn ich mir heute seine "Erfolgsbilanz" anschaue, wird mir klar: er sprach im pluralis majestatis.

Fritz Elvers | Mo, 1. Februar 2021 - 12:09

die sich mit Kellnern über Wasser halten, haben gerade keinen Job. Also Netzwerke bilden und Schülerhilfe organisieren!

Frau Karliczek soll zahlen bzw. Geld locker machen. Oder Abrechnungen an Städte und Gemeinden schicken.

Anni Geuge | Mo, 1. Februar 2021 - 16:58

In reply to by Fritz Elvers

Das klingt im ersten Moment gut, dann hätten diese wieder eine Verdienstmöglichkeit. Aber was glauben Sie, was da los wäre, wenn man so viele unerfahrene junge Leute auf die Kinder loslassen würde! Lehrersein schüttelt man nicht so nebenbei aus dem Ärmel, dazu benötigt man eine lange Ausbildung. Da braucht man Autorität und den Mut zu konsequentem Handeln, was etlichen ausgebildeten Lehrern schon nicht gelingt. Außerdem müssten diese kurzzeitigen Seiteneinsteiger von erfahrenen Pädagogen "nebenbei" betreut werden, was in diesem heillosen Coronachaos nicht noch zusätzlich geleistet werden kann.
Diese Berufsgruppe tut mir gerade besonders leid.

Wir leben in einem Notstand. Da muss die allg. Leidkultur mal etwas zurückstecken.
Ohne jede pädagogische Ausbildung habe ich als Student (Ing.) nicht nur Abiturienten in Mathe helfen können, die in der Schule nur noch "Bahnhof" verstanden, sondern sogar auch eine Grundschülerin, deren Eltern es vor lauter Ehrgeiz nervlich anscheinend nicht mehr vertrugen, wenn ihr Kind einen Fehler machte.

Die Hilfskräfte können ja durchaus von Lehrern "supervisioniert" werden. Die Lehrer geben die Aufgaben vor und werden ggf. auch gleich im Umgang mit EDV unterstützt. War jetzt nur so eine Idee, mit Studenten, die bis 35 im Hotel Mama leben und "Schreiben nach Gehör" gelernt haben, würde es wohl ohnehin nicht funktioneren.

Tomas Poth | Mo, 1. Februar 2021 - 20:02

In reply to by Fritz Elvers

Wer hält sich denn mit Kellnern derzeit über Wasser? Gibt es ein Darknet von geöffneten Restaurants, Kaffees, Kneipen etc.? Bitte öffentlich machen, damit alle davon etwas haben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 1. Februar 2021 - 12:15

kennengelernt,
findig, unternehmerisch, unbürokratisch ...
Bei allem Respekt für die Grünen, NRW-Sozialisation bedeutend evtl. doch so etwas wie den Glauben an konzertierte Aktionen, gleich wo angesiedelt, überhaupt Politik vom Feinsten und auf höchstem Niveau.
Von daher dürfte klar sein, dass ich die Alternative zur AfD vor allem in der FDP sehe, die es aber aufgrund der tendenziell diktatorischen Planwirtschaft in den langen Jahrzehnten der DDR im Osten nicht leicht hat.
Recht war doch auch eher Haltung im Osten?
Da wir evtl. mittlerweile auch bei den Grünen bei Haltung angekommen scheinen, weniger bei Sachverstand, möchte ich der FDP an dieser Stelle Alles Gute wünschen, wie auch der SPD.
Die CDU ist nun mal die staatstragende Partei Deutschlands. Wenn sie sich daran erinnert und weniger ihren Kanzler* hypt, dann kann nicht wirklich mehr soviel schief gehen in der Bundesrepublik.
Danke Herr Muhlack für Ihren Hinweis auf die Ewigkeitsformel des Föderalismus, möge die FDP dies füllen.

Klaus Funke | Mo, 1. Februar 2021 - 12:25

ist der größte und der eigentliche Skandal dieser nicht beherrschten Pandemie. Hier muss man allerdings differenzieren. In Frankreich z.B. wäre dieses Schuldesaster einfach nicht möglich. Es fehlt unserer Regierung die Empathie für die Belange von Kindern. Freilich, wer von denen hat wirklich eigene Kinder. Die Genderpolitik ist wichtiger!!! Was aber getan wird, ist reine Symbolpolitik und Heuchelei. Kinder sind der eigentliche Schatz jeden Staates. Bei uns verkommt dieser Schatz. Ein Verbrechen an den Kindern! Das ist "Kinderpornographie" der anderen Art und im großen Stil. Anders sollte, anders darf man dies nicht mehr bezeichnen. Wissenschaftlich ist längst nachgewiesen, dass Schulen keineswegs große Verbreitungszentren und Infektionsschleudern für Corona sind. Aber: Wer sind die Haupteinpeitscher der Verbote? Lauterbach und Merkel. Zwei kinderlose Karrierepolitiker. Beide Corona-Hysteriker aus gleichen Gründen. Karriere und Publicity. Pardon, ich könnte vor Wut...

Nein, nicht platzen lieber Herr Funke. Sondern weiterhin so gute Kommentare schreiben und denken Sie an die Netiquette, sonst werden wir hier nicht veröffentlicht. Man möge aber auch bedenken, dass es die Eltern dieser Kinder sind und sein werden, die dieses Jahr zur Wahlurne gehen und deren Stimmen durchaus in der Masse Gewicht haben. Und was machen diese Eltern. Sie befeuern in manchen Bereichen die Hysterie und fallen all denen in den Rücken, die kritisch hinterfragen und für ihre Kinder wieder Kita und Schulalltag wollen. Sie sehen, auch die Elternschaft ist gespalten, so wie das ganze Land. Erst soll der Impfstoff die angebliche Pandemie beenden und jetzt dient das Impfdesaster zur Aufrechterhaltung und Verschärfung von Corona Maßnahmen. Wem dient das in der Politik? Wer verdient sich dumm und dämlich?
Haben die von Ihnen genannten Politiker tatsächlich Empathie und Verantwortungsgefühl? Wir beide, wie inzwischen viele Menschen wissen doch worum es tatsächlich geht, oder?

Yvonne Stange | Mo, 1. Februar 2021 - 13:00

Vor vielen vielen Jahren war ich eingesetzt in kostenlosen Internetschulungen für Frauen. Es waren auch einige Lehrerinnen dabei, die begeistert waren. Sie wollten so eine Schulung für die gesamte Lehrerschaft ihres Gymnasiums. Tolle Sache, klappt - dachten wir. Haha, völlige Fehlanzeige!! Es dürfen nur ausgewählte Personen die Lehrerschaft bilden.... die müssen (hier bei uns) vom Thillm dazu ermächtigt werden und da hat man keine Chance reinzukommen. Na niemals nicht darf da jeder ran.... Tja, so sieht es heute noch aus. Internetkompetenz der Lehrer? Lächerlich. Ein Teil davon will doch auch gar nicht. Da wissen die Schüler weitaus mehr.... Mal von der technischen Ausstattung ganz abgesehen, ist eigentlich schon jede Schule am Netz?? - Die "Schülerhilfe" ist da schon viel weiter - aber das ist auch Privatwirtschaft. Da klappt es, weil die Existenz dran hängt!

Reinhard Benditte | Mo, 1. Februar 2021 - 13:44

Man könnte all das machen, was Hr. Sattelberger aufzeigt, wenn man es bei den Regierenden verstehen würde. Problem ist nur, sie verstehen es und können es nicht. Frau Merkel ist Schönwetterpilotin, Krise kann Sie nicht. Bestes Beispiel ist das Thema Digitalisierung. Davon faselt Sie fast in jeder Ihrer Weihnachtsansprachen seit 2005. Es lohnt sich unter Xtra3 einmal zu suchen, das Team hatte es hervorragend aufbereitet, war glaube ich 2015!

Den einzigen „Rohstoff“ den Deutschland aufweisen konnte, war Deutschland‘s hervorragendes Ausbildungssystem und das damit zusammenhängende Bildungssystem. Die Dilettanten in Berlin und den Ländern haben es systematisch abgewirtschaftet. Man darf sich deshalb nicht wundern, wie „hervorragend“ wir bei den Pisastudien abschneiden. Und mit den Maßnahmen des Lockdowns, die nach Studie von Prof. Ionnidis keinen Mehrwert bringen, wird in weiterer Sargnagel in die Ausbildung der kommenden Generation mit voller Wucht eingeschlagen!

Als Laie hielte ich einen totalen Lockdown nicht für sinnvoll, vorausgesetzt, dass die Impfungen langsam greifen.
Aber genau das greift wohl die nächsten Wochen noch nicht.
Da hätte man sicher seitens der Politik der Industrie Vorlauf/Planungssicherheit geben müssen, wenn schon Herr Hofreiter evtl. so spricht? Ich schaue jetzt nicht nach, hat er was mit Biologie gemacht?
Jedenfalls darf man sich von Impfungen noch nicht zuviel versprechen.
Jedoch hoffentlich soviel, auch weil die Medizin Fortschritte macht und Masken- und Hygienevorschriften jetzt noch genauer durchgesetzt werden, dass es evtl. keinen totalen Lockdown braucht.
Ich glaube nicht ganz an die virologische Weisheit unserer Politiker*, die evtl. daher auch keine Verantwortung für Öffnungen übernehmen können/wollen?
Schotten dicht ist verständlich! einfacher für sie?
Ich erhebe mich nicht über sie, wenn sie es wenigstens unterlassen, sich gegenseitig zu bekämpfen, statt zusammenzuarbeiten.
Xtra3=Extra3? wäre Merkel-kritisch?

Ich halte das deutsche föderale Bildungswesen für nicht reformierbar. Dazu braucht D nach Jahrzehnten einen Bildungsminister mit Berufung für seine Aufgabe, unseren Kindern Wissen für ihren Lebensweg zu ermöglichen. Ich bin glücklich, daß mein Sohn noch eine Schule besuchen konnte, die ihrem Namen Ehre machte.

Was machen Schulen in anderen Ländern anders? So unterschiedlich wie Kinder selbst, sind die Bildungskonzepte, nach denen Schüler weltweit unterrichtet werden. Es reicht von Grundkenntnissen wie Lesen und Rechnen bis hin zur Förde-
ung akademischer Fähigkeiten.

D orientiert so gerne an den nördlichen Ländern zB Schweden. Es ist eines der fort-schrittlichsten Länder Europas. Sein bestes digitale Ökosystem zu den besten welt-weit. In Sachen Digital Learning seit Jahrzehnten auf den ersten Plätzen. Gelernt wird mit PC, Tablet und Co. Im Network Readiness Index des Weltwirtschaftsforums liegt S auf Platz 3, D auf 35.
Der Makel Deutschlands: Arroganz und Verantwortungslosigkeit.

Regine Groß | Mo, 1. Februar 2021 - 16:52

Guten Tag, ich möchte dem allgemeinen Lamento etwas entgegensetzen.Einige Tage vor dem 1. Lockdown wurde unsere Realschule an ISERV angeschlossen und wir lernten ,auf die Schnelle, Wochenpläne zu füllen und Dateien hochzuladen. Damit war schon mal die erste Hürde genommen, aber die weiteren Funktionen konnten wir noch nicht nutzen. Kleinschrittig haben wir uns vorgetastet und heute machen wir Unterricht per Videokonferenz, laden Dateien während der Konferenz zusätzlich hoch, da der Aspekt sich erst jetzt ergeben hat und nutzen weitere Module. Die jungen Kolleginnen sind mir 60jährigen eine große Hilfe, denn ich schrieb ja meine Referate noch auf einer Schreibmaschine und im Referendariat machte ich noch einen Filmvorführschein bei der Bildstelle.Ich sehe die viel beschworene digitale Kompetenz bei unseren Schülern allerdings nicht.Kopieren/Einfügen , Tippen,Zocken und das schnell ,das ja, aber die Basisinformation aus einem Text entnehmen?

Reinhardt O. Cornelius-Hahn | Mo, 1. Februar 2021 - 18:46

Den ÖR Anstalten die Kinder überlassen? Die wissen doch nicht, was ein Miteinander ist. In diesem Land, in dem schon Feindbilder in den Schulen gepflegt werden, wo man lügt, wenn man sagt, die Vielfalt und die Toleranz sind es, hier fühlt sich jeder gut beraten, gegen oder für etwas zu sein. Das Müssen und Wollen spielt die entscheidende Rolle, nicht das Sollen (schon mal was gehört, Gebote gebieten usw.?). Ich habe nach der Wende 89 bald begreifen müssen, auch in meiner Firma mit 40 Mitarbeitern, es geht um Salami- oder Käsescheibchen (Wurst und Käse), es geht darum, listiger, besser und trickreicher zu sein. Ein Miteinander als Verantwortung? Wo da einer sagt "Rundfunkanstalt", ich habe das schon eingerichtet und mache das. Die Kids (?), die wissen wie man spielt oder projektiert (Projekte), mit hilflosen überforderten Lehrern, die auch ideenlos geworden sind, auch lustlos, diese Kinder, es sind weit mehr als 50% sind vom kognitiven Lernen so weit weg wie Erde und Mond, der Trabant!

Ingo Frank | Mo, 1. Februar 2021 - 20:04

über die genannten Vorschläge zu Digitalisierung im Bildungswesen.
Wer 10 Jahre braucht Toiletten einer Schule zu sanieren oder ein eingestürztes Dach einer Grundschulturnhalle wieder herzustellen von den dafür Verantwortlichen kann man doch keine Digitalisierung im Bildungswesen
verlangen.
Im übrigen begann meinEnglischunterricht 1968. Der wurde von einer begleitenden Sendung im Fernsehen der DDR (zwar ideologisch eingefärbt) begleitet.
Mein Mutter(Lehrerin fast 40 Jahre) mußte in den Ferien Weiterbildungskurse besuchen.
So viel zu diesen Themen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik