Unterricht in der Pandemie - „Wir haben uns noch so viel Unterrichtsstoff selbst beigebracht“

Alle reden davon, dass der Unterrichtsausfall durch Corona Schülern schadet. Bayerns Landesschülersprecher Moritz Meusel findet, dass der Mix aus Digital- und Präsenzunterricht die Klassen auch zum selbständigen Lernen erzogen hat. Die Öffnung der Schulen verknüpft er mit der Forderung nach mehr Sicherheit.

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Von wegen: Hängematte. Im Homeschooling müssen sich die Schüler den Stoff selbst erarbeiten / dpa

Autoreninfo

Sina Schiffer studiert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Politik und Gesellschaft und English Studies. Derzeit hospitiert sie bei Cicero. 

So erreichen Sie Sina Schiffer:

Moritz Meusel ist seit Januar 2021 Landesschülersprecher Bayerns. Er geht in die 11. Klasse des Franz-Ludwig-Gymnasiums in Bamberg und vertritt die Interessen der Gymnasialschüler in ganz Bayern. 

Lieber Herr Meusel, in einem Interview mit dem Fränkischen Tag haben Sie gesagt, „Die Politik spielt mit dem Leben der Schüler“. Wie meinen Sie das? 

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ursula keuck | Mo, 1. März 2021 - 14:40

Im Märzen die „MERKEL“ die Bürger – weiterhin - einsperrt…

Claudia Biegler | Mo, 1. März 2021 - 14:47

Beim Lesen wird mir Angst und Bange. Da schildert ein Schüler seine Ängste bei vollen Klassen und fordert maximalen Schutz in der Schule. Was für eine Generation ziehen viele Eltern hier groß? Meine Kinder gehen in die Schule und das mit einer Freude, die mir und ihnen gut tut. Meine Angst ist, dass sie sich im Straßenverkehr verletzen. Doch Angst vor einer Ansteckung habe ich nicht. Kinder und Jugendliche erkranken sehr selten und haben meistens keine Symptome. Also, wovor sollten sie Angst haben? Und Sicherheit muss mir auch keine Schule versprechen. Schule soll ein Ort der Kommunikation und der Freude sein. Dinge, die mir der Digitalunterricht nicht vermittelt. Der Autor erwähnt noch das Thema Selbstständigkeit und da muss ich ihm widersprechen. Viele Schüler fühlen sich überfordert und können sich nicht selbst organisieren. Ich bin selber Lehrerin und kenne viele solcher Fälle. Lernen gehört in die Schule! In welcher Blase lebt er Autor?

Ernst-Günther Konrad | Mo, 1. März 2021 - 16:29

Uih. Mit Ihren Ausführungen haben Sie aber glänzend belegt, was die Politik und das Corona Panikorchester bestens hinbekommen hat. Sie pfeifen ja komplett die Corona Sonate. Wollen das wirklich alle Schüler genau so, wie Sie das hier wortreich fordern? Sie fordern auch für die Zukunft OP-Masken? Sorry, ich kann nicht glauben, dass es das ist, was Jugendliche heute umtreibt und zum Ziel haben. Ach. Corona hat zum selbstständigen Lernen geführt? War dieser Anspruch vorher also nicht vorhanden. So, wie Sie argumentieren, haben Sie sich nicht wirklich mit dem ganzen Corona Hype auseinander gesetzt. Sie fordern nur, erkennen aber nicht ansatzweise, dass sie gerade der Regierung nach dem Mund reden und wie selbstverständlich, die Beschränkung der Freiheitsrechte für ihre Mitschüler zur Disposition stellen. Naja, wenn es eine Eltern Beirätin zur SPD-Vorsitzenden bringt, dann werden Sie sicher auch ein Parteikarriere anstreben. Mit einem solchen wohlfeilen Empfehlungsartikel wird es gehen.

Bernd Muhlack | Mo, 1. März 2021 - 16:35

Es ist ja inzwischen tolles Wetter - zumindest hier in Nordbaden.
Es wird - wie immer! - Frühling und dann kommt der Sommer, der Herbst.
In 2020 wurde diese Zeit nutzlos vertan - wider besseren Wissens; sofern solches vorhanden war, ist.
Und noch immer hat man kein zielführendes Konzept entwickelt, unglaublich.
Und das bei 16 Kultusministerien und nachgelagerten Schulbehörden!
Meist sind es die Schulen selbst welche sinnvolle Projekte auf den Weg bringen.
Statt dessen schafft man es einem jungen türkischen Mädchen eine Strafarbeit aufs Auge zu drücken, weil es sich auf dem Schulhof auf türkisch unterhalten hat: hier bei uns in BaWÜ!
Man spresche deutschich sagt man!
Bekanntlich bin ich kein MultiKulti-Fan, aber das ist krass daneben, oder?
Ja, solche Petitessen erfreuen den Amtsschimmel, das lenkt vom Totalversgen ab!

Corona wird uns noch lange begleiten; damit muss man leben!

Der Hospitantin Schiffer und dem LSS Meusel wünsche ich viel Erfolg!
Carpe diem et sapere aude!

Walter Bühler | Mo, 1. März 2021 - 17:05

Herr Meusel berichtet viel Unerfreuliches aus der Schulwirklichkeit in Pandemiezeiten, aber Gott sei Dank nicht nur.

Nach seiner Darstellung haben sich manche Schüler "auch so viel Unterrichtsstoff wie noch nie selber beigebracht. Ich würde dieses Jahr eher als eine Aufwertung für unsere Abschlüsse sehen. ... Durch die derzeitige Situation erlangen viele Schüler ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung."

Man kann nur hoffen, dass es möglichst vielen Schülern in Deutschland gelingt, den schwierigen Zeiten diese prägende Erfahrung des erfolgreichen, selbst gewollten Lernens abzutrotzen. Ich wünsche all diesen Schülern von Herzen, diese Erfahrung niemals zu vergessen. Lernen hängt in erster Linie vom Willen des Lernenden ab, und solange dieser Wille und die dazu gehörende Neugier vorhanden ist, dann besteht auch die Chance, dass es auch im größten Tohuwabohu gelingt.

Christa Wallau | Mo, 1. März 2021 - 18:04

zu sein, der als Autodidakt genau so gut lernen kann wie als Schul-Lernender mit unterrichtenden Lehrern. Sein "Typus" ist nach meinen Erfahrungen in jeder Klasse mit einem bestimmten Prozentsatz (schätzungsweise 5 - max. 10%) vertreten.
Solche Schüler haben auch in dieser Corona-Lage keine Probleme, Fortschritte zu machen. Die allermeisten brauchen jedoch den täglichen "Außenmotor", der sie vorantreibt. Ganz besonders gilt das natürlich für Kinder u. Jugendliche, die zu Hause keinerlei zusätzliche Unterstützung und Motivierung zum Lernen erhalten.
Allein seine Bereitschaft, für das Amt des Schülersprechers in Bayern zu kandidieren, zeigt das außergewöhnliche Engagement und den Ehrgeiz von Herrn Meusel.
Dergleichen ist bei den wenigsten vorauszusetzen. Insofern sind die positiven Erfahrungen, die er in der Pandemie beim selbsttätigen Lernen gemacht hat und die ich ihm abnehme, nicht auf die Mehrheit aller Schüler hochzurechnen.

Albert Schultheis | Mo, 1. März 2021 - 23:14

Dass Bayerns Landesschülersprecher Moritz Meusel, als Kind privilegierter Eltern seinen Vorsprung gegenüber den weniger privilegierten Schülern, insbesondere auf anderen Schularten, würde noch weiter ausbauen können gerade in Zeiten der Corona, kam eher nicht überraschend. Das Gros der Schüler allenthalben ist jedoch, und darüber besteht kein Zweifel, am Versumpfen und Abka**en, weil die grundlegenden Mittel und Kompetenzen für ein selbständiges, selbstgesteuertes Lernen hinten und vorne fehlen - und zwar nicht nur bei den Schülern sondern auch gerade bei den Lehrern! Wenn daher der Lockdown noch weiter durchgedrückt würde, steht zu befürchten, dass wir Teile einer Generation verlieren und aufgeben.