Krise der Konservativen - Die CDU hat ihren Machtinstinkt verloren

Der Streit über die Zukunft des Konservatismus in der CDU eskaliert. Elmar Brok darf die Werteunion unwidersprochen als Krebsgeschwür bezeichnen, während sich ihre Mitglieder Drohungen ausgesetzt sehen. Höchste Zeit für die Union, darüber nachzudenken, wo sie in Zukunft stehen möchte.

union-krise-laptop-lederhose-liberalisierung-globalisierung-werteunion
Konservativ bleiben oder liberal werden? Die CDU muss sich entscheiden / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ und „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer". Im September erscheint von ihm „Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität“ bei Claudius.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Alexander Grau

Es gehört zur Tragik der Konservatismus, dass er sich laufend neu erfinden muss. Während Linke seit 200 Jahren mehr oder minder das Gleiche erzählen, waren Konservative permanent gezwungen, ihre ideologische Position zu revidieren. Was früher einmal ewige Gewissheit konservativen Denkens galt, war schon gestern fragwürdig und ist heute selbst unter bekennenden Konservativen ein Anachronismus.

Der Erfolg der Unionsparteien in der alten Bundesrepublik gründete darauf, dass man den Konservatismus der 50er Jahre zunehmend aushöhlte und stillschweigend beerdigte. Das machte ihn für Wirtschaftswunderdeutschland massentauglich. Die Union Adenauers und Kohls stand für wirtschaftlichen Erfolg und innere und äußere Sicherheit.

Angebot auswählen und weiterlesen

  • Tagespass
    i
    • 24-Stunden-Zugriff auf alle Inhalte
    3,10 €
  • Monatsabo
    i
    Unsere Empfehlung
    • 4 Wochen nur 3,90 €
    • danach 8,90 €
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte
    • jederzeit kündbar
    3,90 €
  • 3-Monatsaktion
    i
    • 3 Monate lesen, 2 zahlen für 17,80 €
    • danach 8,90 pro Monat, jederzeit kündbar
    • E-Paper
    • alle Plus-Inhalte 
    17,80 €
Alexander Mazurek | Sa, 15. Februar 2020 - 08:39

… sehen die Gesellschaft als einen Bund der Lebenden, Toten und Ungeborenen. Eine Sicht, die allen Revolutionären des Nihilismus seit der entgleisten Aufklärung, ob rot, ob braun oder grün, völlig fremd ist, sie sehen nur eine Zukunft, "Der morgige Tag ist mein" sang der HJ Junge in "Cabaret", FfF ist genau so "zukunftsorientiert", wie alle "Bewegungen". An der heutigen cdU ist nichts mehr konservativ und die heutige fdP hat mit dem Liberalismus des 19. Jh. genau so nichts am Hut, wie die spD mit der ehrwürdigen Sozialdemokratie. Wer seine Wurzeln kappt, geht ein - und es ist gut so, je schneller, um so besser.

Tomas Poth | Sa, 15. Februar 2020 - 14:14

In reply to by Gast

Die Linie des Bundes die Sie aufzeigen, ist auch immer wieder Hinterfragungen unterworfen, ob so wie es ist auch zukünftig bleiben soll.
Frei nach dem Motto wird das noch gebraucht oder entrümpeln wir. Gesellschaftlicher Wandel ist immer vorhanden, fängt schon mit der jeweiligen neuen Generation an, die eigene Vorstellungen von Lebensformen und Zukunft entwickeln.
Die Gefahr dabei ist, das die jeweils nachfolgende Generation sich von falschen Ideen verführen läßt, von dem die Vor-Generation aus Erfahrung weiß das sie in die Irre führen.
HJ-Junge und FfF, also ideologisch verführte, ahnen in der Regel gar nicht worauf sie sich einlassen, was sie später wieder ausbaden müssen.
In jeder Entscheidung liegt auch immer der Irrtum.

Gisela Fimiani | Sa, 15. Februar 2020 - 14:40

In reply to by Gast

Ihr Kommentar, Herr Mazurek, erspart mir den Meinen. Ich stimme Ihnen zu und habe besonderen Gefallen an Ihrer Schreibweise, cdU, fdP, spD gefunden. Diese unterstreicht den Inhalt Ihres Beitrages sehr anschaulich und treffend!

Ernst-Günther Konrad | Sa, 15. Februar 2020 - 10:03

Überall hört man das Wort "Werte". EU Werte, demokratische Werte, Werte einer CDU, Werte der Gesellschaft und so weiter. Nur, was bedeutet denn letztlich ganz konkret liberale oder/und konservative Werte?
Ja, die CDU hat diese Diskussion jahrzehnte verschleppt, vermieden, nebulös drum herum geredet. Jetzt holt sie die fehlende inhaltliche Bestimmung wieder ein. Da gibt es doch tatsächlich eine Partei, namentlich AFD, die in ihrem Parteiprogramm (ehem. CDU-Programm von 2007) die damaligen Werte der CDU weiter verfolgt und weiter entwickeln will. Wie kann das sein? Gilt das CDU Programm von damals nicht mehr für die CDU?
Verleugnen die ihre eigenen Partei-DNA, ihren Ursprung, ihr eigenen Werte von damals?
Jetzt wird der CDU der Spiegel vorgehalten unbd wie reagiert sie gegenüber eigenen Mitgliedern?
" Die Gehässigkeit („Krebsgeschwür“), mit der um diese Entscheidung gekämpft wird, zeigt, dass die Union ihre wichtigste Eigenschaft schon verloren hat: ihren Machtinstinkt." ...und Anstand.

Sie haben so recht, Herr Konrad. Unsere Werte sind verloren gegangen und nur noch leere Hülle.
Konservative Politik ist für mich eine das Bewährte „bewahrende“. Das heißt nicht, dass man nicht auch Änderungen zulässt, die sich als vorteilhaft erwiesen haben. Liberale Politik bestärkt die Freiheit, stärkt die Persönlichkeit und ist nicht mit Modernisierung, mit Wandel um jeden Preis gleichzusetzen. Die „moderne“ CDU verlässt Bewährtes (z. B. Kohlestrom) und beschließt Neues (Naturstrom, Zuwanderung etc.), von dem wir noch nicht einmal eine Vorstellung haben, wie es funktionieren kann.
Auch Globalisierung hat wie alles Vor- und Nachteile, die Grenzen erfordert.
Leider hat die CDU (wie Teile der Bevölkerung) mit diesem Wandel auch ihre Werte abgegeben. Diejenigen in der Partei, welche die Experimente beenden / reduzieren wollen, als „Krebsgeschwür“ zu bezeichnen, verletzt die Werte (welche auch immer) der Gesellschaft.

Ich stimme Ihnen voll zu, Herr Konrad.
Es ist gerade der Vorteil und nicht "Tragik des Konservatismus", dass er nicht einer Ideologie entspricht. Konservative, also die Errungenschaften bewahrende Politik, muss sich nicht ständig revidieren. Sie passt sich neuen Herausforderungen an und ist innovativ. Davon profitieren die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Das ist etwas Anderes, als die Ideologie des wirtschaftsfeindlichen Sozialismus, oder die Aufforderung "Zurück zur Natur!" der Grünen.
Die Aushöhlung des Konservatismus ist hauptsächlich auf die kÄra Merkel zurückzuführen und ist keinesfalls ein "Erfolg der Unionsparteien". Die Bezeichnung des Konservatismus als "kleinbürgerlich-biederes Lebensgefühl" stimmt also nicht. Bayern, als innovativstes Bundesland, mit einer dennoch traditionellen Kultur, ist das beste Gegenbeispiel.

Der Begriff "international-liberal" muss nicht zwangsläufig einhergehen mit "Globalisierung", und schon gar nicht mit der Aufgabe einer eigenen Kultur.
Die AfD entstand durch die Ausuferung der EU-Macht, durch Aushöhlung nationaler Interessen. Diese war nicht auf Deutschland beschränkt, sondern betraf auch die anderen Nationen der EU. Die unkontrollierte Massenzuwanderung im Jahre 2015 ff. machte die Unterschiede nationaler Interessen besonders deutlich. In allen europäischen Ländern begann eine Rückbesinnung auf nationale Interessen.
Die Union wird langfristig nur eine Chance als Leitformation des wirtschaftsfreundlichen-liberal-konservatisven Milieus haben.
Als Alternative bietet sich für die Wähler das links-sozialistisch-grüne Lager an.

Insbesondere Ihrem letzten Wort kann ich nur zustimmen. Anstand war allerdings für viele Politiker schon immer ein fehlender bzw. ein gering geschätzter Wert. Elmar Brok ist nur das Paradebeispiel eines Politikers, der fast 40 Jahre im Brüsseler Parlament gesessen und als Aparatschik im Machtpalast der EU alle Hemmungen verloren hat. Sieht man nach Berlin, findet man viele, die wie Elmar Brok sind: Sie predigen Wasser, trinken Wein, verhöhnen den politischen Gegner mit Ausdrücken der untersten Schublade und glauben, Sie können damit den Bürger beeindrucken. Man muss das Buch "Die Gesellschaft und das Böse. Eine Kritik der herrschenden Moral" von Arno Plack lesen oder sich an den Untergang Roms erinnern - dann wird einem bewußt werden, welchen Weg wir als Gesellschaft gehen!

In der Tat sind die Unionsparteien mit ihrem Urheberrecht auf hier im Falle "konservative Werte" im clinch mit der AfD und den verbliebenen Werteunionisten im eigenen Lager, die es einfach nicht wahrhaben wollen, das wie Sie sagen Parteiprogramme und bekennende Reden der ein und selben Person, z.B. Frau Merkel längst nicht mehr zur Diskussion stehen! Gerade deshalb muss man diese "Urheberdiebe" von rechts so bekämpfen! Nicht nur sind es Ex-Parteikollegen, nein sie verwerten das Diebesgut auch noch programmatisch unter einem neuen Label! Das gilt es unerbittlich im Verband mit allen anderen Parteien als Unterstützer mittels Kampagnen und Demos VERGESSEN zu machen beim Wähler! Bei den eigens verblieben Altvorderen, auch Krebsgeschwüre mit Gefahr der Metastasierung genannt, muss dahingehend wohl ebenfalls ein Exemple statuiert werden. Anstand hin oder her! Apropos Anstand, man sehe sich die exzellente Gesprächskultur im Deutschen Bundestag an! Noch Fragen?;-) Alles Gute! MfG

CDU/CSU haben nur eine Chance, wieder von einer starken Mehrheit des Volkes gewählt zu werden, wenn sie Merkels "Modernisierung" nach links zurückfährt und zu ihren konservativen Werten zurückkehrt, oder sie müssen das ´C´ aus ihrem Parteilogo streichen. Christlich-konservativ ist:
„Löscht den Geist nicht aus. Verachtet prophetisches Reden nicht. Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Tess. 5, 19-21)

W.D. Hohe | Sa, 15. Februar 2020 - 10:26

wäre nicht mal im linksten Szeneviertel aufgefallen. Das sagt alles aus.
Über Partei und Mensch.

gabriele bondzio | Sa, 15. Februar 2020 - 10:51

Sie sagen es ja, Herr Grau, und man sieht es zweifellos in Wahlstatistiken.Links zu blinken, würde nicht viel bringen. Die SPD ist dafür Beweis genug, das der Parkplatz besetzt ist durch die Grünen. Auch unter den Tabu gegen rechts, wird die CDU dauernd schwächer, die AFD stärker. Da es an der Basis der CDU, auch unter ihren Wählern, noch sehr viele konservativ-eingestellte Parteimitglieder/Bürger gibt. Ähnlich argumentiert auch der Dresdner Politikwissenschaftler, Werner J. Patzelt, der den politischen Niedergang der CDU, in dem Unvermögen, Wähler rechts der Mitte zu binden, sieht. Ein auch für mich logischer Schluss. Auch sehe ich glasklar, wer sich in den Reihen der CDU gehässig zeigt, Ämterniederlegung fordert, sich abfällig äußert, bei Androhung von Gewalt gar freut. Sollte doch bitte mal seine Vorbehalte gegenüber der AFD überprüfen. Der Vorwurf, Spielregeln pluralistischer Demokratie zu verletzen, wäre auch bei ihm gegeben.

Christoph Kuhlmann | Sa, 15. Februar 2020 - 11:01

Die CDU ist spätestens seit 2015 von allen guten Geistern verlassen. Das zeigt diese endlose Reihe von Niederlagen. Früher hatte man bei der Hälfte der Stimmverluste von Erdrutschen gesprochen und die Verantwortlichen umgehend zur Rechenschaft gezogen. Da gab es allerdings auch genug Führungspersonal in der zweiten Reihe, das gerne in die erste wollte. Von Instinkten kann wirklich keine Rede mehr sein. Eine Volkspartei, die permanent Wähler verliert, ist irgendwann nicht mehr in der Lage die "Ränder" des Wählerspektrums auszuschließen, wenn sie Regierungsmehrheiten braucht. Nun sind die Grünen inzwischen Koalitionsfähig geworden und haben in mehreren Koalitionen auf Landesebene bewiesen, dass man nicht zwangsläufig Stimmen verliert, wenn man mit der CDU-light koaliert. Ich denke in diese Richtung wird die Reise gehen. Die CDU wird zwischen den beiden Lagern national-liberal und international-liberal lavieren und aufgerieben werden. Ihr Status einer Volkspartei ist bald Geschichte.

Bernhard K. Kopp | Sa, 15. Februar 2020 - 16:28

In reply to by Gast

Richtig gut wurde es nie mehr. 2013 war ein Ausreißer nach oben weil die FDP ca. 10% verlor und aus dem BT verschwand. 2017 war dann das schlechteste Ergebnis seit 1949. Die CDU hat in 20 Jahren mindestens die Hälfte ihrer Mitglieder und ca. 1 / 3 der Wähler verloren. Selbstverständlich sind daran nur die unsäglichen Rechtspopulisten ( natürlich auch für alles vor 2013 ) und die Grünen schuld. Auf das Wohlergehen der hauptamtlichen Funktionäre hat dies keinen Einfluss, deshalb besteht auch keine Dringlichkeit für Änderungen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 15. Februar 2020 - 11:13

Konservatismus, ich dachte immer, es handele sich um eine asymmetrische (De-)Mobilisierung, weil Frau Merkel selbst keine Positionen vertreten kann oder will, evtl. beides.
Ich verstehe nicht ganz, warum das entschieden werden müßte, alle anderen Parteien haben auch ihre Flügel.
Das Problem scheint mir eher, dass "rabiat" gegen Andersdenkende in den eigenen Reihen vorgegangen würde?
Ich kenne mich in der CDU nicht aus, meine aber irgendwo gelesen zu haben, dass der Umgang unter Kohl auch nicht nett war und Frau Merkel doch auch gerne als die stilisiert wurde, bei der überspitzt gesagt eben "Späne fallen".
Solange mit intelligentem Output zu rechnen ist, lässt man sich das vielleicht gefallen, aber die Kaltstellung von Sahra Wagenknecht ging für die Linke auch nach hinten los.
Wird also Parteiintelligenz entsorgt oder entwickelt sich die Partei?
Man gehe ruhig davon aus, dass die konservativen Kräfte sich ebenfalls globalisieren und auf dem Hintergrund agieren -> Zusammenführen/Balance

Tomas Poth | Sa, 15. Februar 2020 - 11:14

Nun kehrt sich langsam der wahre Charakter bei so Einigen hervor.
70 Jahre Nachkriegsordnung in der Politik wird gerade filetiert, nicht nur die AfD war ein gäriger Haufe, es gärt nun in der gesamten politischen Ordnung.
Es ist eine Umwandlung, ein Umbruch der sich nicht aufhalten läßt, der auch nötig ist um sich einer ändernden Weltordnung anzupassen, eine Weltordnung die auch neue Antworten und Mitsprache im Inneren fordert.

Gerhard Schwedes | Sa, 15. Februar 2020 - 11:33

Dieses Mal muss ich Ihrem Artikel einmal heftigst widersprechen. Er ist mir nämlich viel zu abgehoben, viel zu intellektuell und abstrakt. Es geht nämlich um nicht mehr oder weniger als um die Anerkennung von puren Fakten und nicht um die richtige Orientierung an dem, was Karl Marx den geistigen Überbau bezeichnete. Die ideologische Untermauerung einer Partei ist der breiten Masse im Grunde schnurzpiepegal. Was sieht der Bürger? Massenmigration: Nicht zu schaffen. Was brennt ihm auf den Nägeln? Die Vernachlässigung der Infrastruktur, die Dieselfahrverbote, die missratene Energiewende, der Bildungsnotstand, die Spaltung der Gesellschaft etc.: Das und nur das interessiert den Durchschnittsbürger von der Straße. Alles andere ist doch bloß akademisches Gefasele. Eine Partei - ob nun Lederhose oder Laptop - die sich mit den materiellen Herausforderungen glaubwürdig auseinandersetzt, die ein überzeugendes Zukunftsmanagement betreibt, der werden die Wähler auch in Scharen zulaufen.

Ich stimme Ihnen teilweise zu, lieber Herr Schwedes.
Bevor die CDU ihren Machtinstinkt verlor, hatte sie bereits alle Bodenhaftung
und den sog. gesunden Menschenverstand verloren.
Das heißt konkret: Sie dachte nicht mehr über die Folgekosten ihres Handelns
nach, was ja wohl das Wichtigste ist, was ein verantwortungsvoller Mensch tun muß. Sie schreiben zutreffend, daß dem Durchschnittsbürger Ideologie nicht so wichtig ist. Er will vor allem nur wissen, wie s t a b i l die Finanzlage und die Sicherheitslage seines Landes sind. Nach diesen Gesichtspunkten wählt er in erster Linie.

Hinzu kommt aber trotzdem auch das, was Herr Grau anspricht:
Das Werte-System, das hinter einer Partei steckt, ist in Zeiten, in denen die Religion
bei den Bürgern kaum noch eine Rolle spielt (außer bei den Muslimen!),
schon auch ein bedeutender Faktor für die Wahlentscheidung. Schauen Sie auf die Grünen! Also sollte auch die CDU sich schleunigst auf die Suche nach i h r e n
speziellen Werten begeben.

Ich wünsche mir von der Politik die Bewahrung des Erreichten sowohl des materiellen Wohlstands und im besonderen Maße unsere Freiheiten und zivilisatorischen Errungenschaften der westlichen Kultur. Angesichts heraufziehender fundamentaler Bedrohungen. Gerade z.Zt. der Globalisierung müssen wir unsere eigene Identität schützen. Doch wie sieht diese Bewahrung aus?
Die christliche Union hat um des Regierenswillen ihre Seele verkauft. Sie zerstörte sich selbst. Die CDU ist mittlerweile obrigkeitshörig, folgt weiterhin der konturlosen Kanzlerin Merkel. Vor 1990 stand die CDU für die Rechte, die SPD für die Linke. Heute ist die Rechte rechtsradikal,ein Negativwort. Die CDU nennt sich Mitte-rechts, tatsächlich ist sie nunmehr Mitte-links. Merkel sozialdemokratisierte die CDU. Die linksgrünen Medien nennen den Wandel der CDU Modernisierung, es ist dieSelbstzerstörung. Die CDU wird noch lange dieser Entscheidung ausweichen. Werden wir, der Souverän, diese Entscheidung mitentscheiden können?

Schließe mich Ihren Ausführungen an werter Herr Schwedes! Auch wenn ich eher unter "Einspruch Euer Ehren" verbuchen würde;). Denn m.E. hat Herr Dr.Grau hierbei lediglich einen anderen, nicht ganz so widersprüchlichen Blickwinkel eingenommen.
Zurecht sprechen Sie die Wirkung auf die potentielle Wählerschaft an, denen es weitestgehend piepe ist wer wen ein Geschwür am Hintern der Partei nennt oder wie man im Fall von Herrn Bosbach im Stall "querstehende Kühe" behandelt. Was hinten rauskommt ist dem gemeinhin recht geduldigen deutschen Wähler wichtig. Ob Laptop oder Gelsenkirchener Barock, alle Parteien faseln jedoch um die Folgen einer globalisierten Welt für das Kleinbürgertum im Speziellen herum, blenden nationale Belange und Bedenken eines Großteils der Bürger aus. Eine Partei, die nicht mehr die ganze Breite realer Lebensverhältnisse/Einstellungen abdeckt hat künftig keine Chance auf entsprechende Mehrheiten und verkleinert sich m.E. mit Ansage/Absicht selbst. Alles Gute! MfG

Was hält die CDU noch zusammen? Eine Verstärkung des Konservatismus hat erste Priorität. Doch wo oder wie? In diesem Fall könnte ein CDU-Rückwärtsgang, weg von LINKS, in die positive Richtung zurück zum Markenkern der CDU werden. Das linke und GRÜNE Mantradenken Merkels entzog ihrer Partei den Machtinstinkt.
Die CDU besitzt keine, oder nicht mehr richtungsweisende Persönlichkeiten für Deutschland, für unsere Zukunft gepaart mit Niveau, Kultur und Stil. Männer wie Adenauer, Kohl, Schmidt, Schröder, Strauß, Richard von Weizsäcker wird es nie mehr geben.
Meine Hoffnung auf Merz wurde zerstört. Er ist ein ergomanischer Einzelkämpfer, Teamarbeit ist nicht sein Metier.
Auf ihn abgestellt, las ich ein verändertes Zitat:
"Veni, quae vidi, et oblitus es volui facere". Merz wird das bestätigen. Ja, ich kam, sah und vergaß was ich tun wollte. Der CDU ihren Machtinstinkt zurückzugeben.

Josef Olbrich | Sa, 15. Februar 2020 - 13:56

Wer immer noch nicht begriffen hat, dass Frau Merkel, die Partei, die die Wiedervereinigung vorangetrieben hat, zerstört, kennt ihren Lebensweg nicht. Und ein Herr Brock, der glaubt das Menschen, die sich im Sinne der Volkspartei CDU als Werte-CDU zusammen schließen, nun als "Krebsgeschwür" bezeichnen zu müssen, beleidigt ältere Menschen, die diese Bundesrepublik aufgebaut haben; denn sie fühlen sich von dieser Politik verraten. Als CDU Mitglied, bin ich ob solch einer Führung, nicht erfreut, denn ich gehöre zu der Generation, die die Vor-, Kriegs- und Nachkriegszeit erlebt hat, um die Trümmer zu beseitigen, die uns hinterlassen wurden.

Günter Johannsen | So, 16. Februar 2020 - 13:39

Die CDU/CSU hat ihre Mitte verloren: Den werte-erhaltenden Konservatismus!
CDU/CSU haben nur eine Chance, wieder von einer starken Mehrheit des Volkes gewählt zu werden, wenn sie Merkels "Modernisierung" nach links zurückfährt und zu ihren konservativen Werten zurückkehrt, oder sie muss das ´C´ aus ihrem Parteilogo streichen. Christlich ist:
„Löscht den Geist nicht aus. Verachtet prophetisches Reden nicht. Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Tess. 5, 19-21)

Hubert Sieweke | So, 16. Februar 2020 - 22:43

Elmar Brock, Direktor bei Mohn/Bertelmann und ewiger EU-Abgeordneter, immer wiedergewählt, weil er auf der Liste erschien, haben die waren Probleme der CDU gar nicht erfasst. Der Mann hat sich 40 Jahre in Brüssel das Leben versüßt, mit hohem Sitzungsgeld und steuerfreien Gehältern, dazu Gehalt von Bertelmann. Wie soll der denn über den Tellerrand hinaus denken können, was die Zukunft der CDU angeht?
Wenn er nun die Werteunion verteufelt und die sich auch noch selbständig machen, können die restlichen paar Merkel Getreuen dann zur SPD wackeln. Denken solche Oldies nicht mehr nach? Mich überrascht nichts mehr.
Brock hat Schimpfkanonaden losgetreten, als er nicht mehr aufgestellt wurde in seinem Kreis...Er sah sich als nicht ersetzbar.