Daniel Günther
CDU-Ministerpräsident Daniel Günther bei der Eröffnung der Kieler Woche / picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

CDU-Absturz in Schleswig-Holstein - Die heile Welt des Daniel Günther ist perdü

Daniel Günther war einmal der Held des „progressiven“ Flügels der Union – und gleichzeitig Hoffnungsträger der Grünen für eine Koalition auch auf Bundesebene. Die miserablen Umfrageergebnisse der CDU in Schleswig-Holstein aber zeigen: Damit ist es jetzt vorbei.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Dass Umfrageergebnisse für ein einzelnes Bundesland über dessen Grenzen hinaus derart viel öffentliche Resonanz finden wie jetzt im Fall von Schleswig-Holstein, ist eher selten – zumal dort erst im April nächsten Jahres ein neuer Landtag gewählt wird. Aber in Kiel regiert bekanntermaßen mit Daniel Günther ein CDU-Ministerpräsident, der auch innerhalb seiner Partei als „links“ gilt, daher auch sein Spitzname „Genosse Günther“. 

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Markus Michaelis | Mi., 15. Juli 2026 - 15:49

Es geht sicher auch um einzelne Themen wie Northvolt, irgendeinen Korruptionsskandal etc. Bei den längeren Trends geht es aber glaube ich eher um Tiefenströmungen. Aus meiner Sicht stehen Günther und die Grünen für eine Tiefenströmung, die für eine offene, anständige, menschliche Gesellschaft für alle Menschen eintritt. Das wollen viele aus sehr tiefen Beweggründen heraus. Ob das dann wirklich politisch Erfolg hat, hängt nur noch begrenzt daran, was Günther tut oder nicht tut, sondern mehr daran, was die Menschen, die Welt, die Gesellschaft machen oder nicht.

Wenn ich feststelle, dass man doch nicht 90% der Menschen vertritt, sondern die Auffassungen, was anständig und menschlich ist, weit auseinanderdriften, viele Gruppen ganz anderes wollen, dann funktioniert es eben nicht. Wenn der umfassend-menschliche Ansatz dann doch auch nur wieder alle falschen Gruppen verdammen kann, wechseln manche Wähler eben gleich zu den Parteien mit klareren "richtig-falsch" Botschaften.

Ingo Frank | Mi., 15. Juli 2026 - 15:57

ins SH-steinische Parlament trotz bundesweiter 11% verfehlte ist aber nur die eine Seite die im Artikel erwähnt wurde. Die andere Seite ( wohlwissend ausgeschlossen ? ) ist die, dass die AFD derzeit bei mit 18 %, und damit rd. dem 4- fachen liegt und die Grünen auf den 3. Platz verwiesen…… und dis zur Wahl in SH sind noch einige Monate Zeit. Mal sehn wohin die Reise geht und wie hoch die Differenz beider Parteien letztendlich ist zumal in einigen anderen West BL die AdD bereits jenseits der 20% liegt.
Mit freundlichen Grüßen a d E Rep.

Christa Wallau | Mi., 15. Juli 2026 - 16:02

daß es ein kapitaler Fehler der CDU/CSU war, die im Jahre 2013 gegründete AfD s o f o r t als rechtsradikal zu diffamieren statt sie - wenn auch mit Wut u. Neid im Bauch - als möglichen Regierungspartner zu betrachten, der wird jetzt jeden Tag mehr belehrt, daß er Unrecht hatte.

Die BRANDMAUER hat der CDU/CSU geschadet und nicht der AfD!

Aus der Sackgasse mit Grünen und Linken, in die sich die sog. "Christdemokraten" unter Merkel begeben haben, kommen sie nun ohne
Gesichtsverlust und evtl. Spaltung nicht mehr heraus.
Aber viel schlimmer als die Auswirkungen auf die CDU/CSU sind die Schäden. welche durch die Verbannung der AfD in die Ecke der Untätigkeit für die deutschen Bürger über 13 lange Jahre entstanden sind.
Deutschland schreit nach korrigierenden Radikalreformen. Viele Christdemokraten (außer den Merkelianern) wissen das auch.
Aber die Parte von Konrad Adenauer u. Ludwig Erhard kann nicht liefern, weil sie sich angekettet hat an linke u. - vor allem - grüne Ideologen!

Allerdings glaube ich, das Merkel sich schlicht mit der Brandmauer verzockt hat. Sie und viele in der CDU (ich vermeide bewusst in „ihrer“ Partei) dachten, mit der AfD geht es genauso wie deren „Vorgängern“ wie z.B. Schill- Partei, DvU, NPD & allen anderen „rechten“ Parteien, dass sie von selbst wieder von der Bildfläche verschwinden. Und das war der strategische Irrtum Merkels und ihrer Getreuen. Das hätte vielleicht auch am Ende geklappt. Dann kam aber die Massenflutung unseres Landes vorrangig mit islamischen Glaubens. Und da erfolgte die Sternstunde des Haltungsjournalismus der uns Arme & verängstigte Familien mit Kindern aus Kriegsgebieten vorgaukelten und die Fernsehbilder zeigten in überwältigender Zahl junge gut genährte Männer mit gegelten Haren und Apple Handys. In diesen Moment hatte die AfD ihr Alleinstellungsmerkmal zur Migration u n d gegenüber allen etablierten Parteien gefunden. Zusätzlich befeuert vom Verlust der inneren Sicherheit
& das bis heute !
MfG a d Erf. Rep

Wolfgang Borchardt | Mi., 15. Juli 2026 - 16:03

... und begibt sich auf der Sprungschanze in Startposition, gewöhnlich ohne vorangegangene Ausbildung und entsprechendem Ausgang. Es bräuchte einen Herkules, um die überwiegend von einer ideologiegetränkten Politik selbst aufgehäuften Probleme zu lösen. Die bösen Rechten werden gebraucht, um von diesen abzulenken und den (bislang ungesichert) Linksextremen eine Bühne zu bieten.

Thomas Veit | Mi., 15. Juli 2026 - 17:38

Gesellschaft angekommen...?, spätestens seit dem Ampelversagen... ..., dank Personalien wie Baerbock und Habeck. Aber auch die neue Regierung des Merz bläst mit ihrer 'Un-Koalition' in das selbe Loch - u.a. mit 'Genosse-Günther', Bas etc..

Die AfD muss/musste nicht viel tun um weiter nach oben zu kommen... -- erstaunlich!! Wir dumm und politisch inkompetent muss eine Partei(en) sein, welcher derart förderlich für seinen politischen Hauptgegner agiert...??

Ich versteh's nicht... - soll mir aber recht sein. Besser als weiterhin von Inkompetenten (runter-) regiert werden...

Hoffentlich hat dieses Geseire um die AfD bald ein endgültiges Ende..., und reißt den 'Genossen Günther' gleich mit nach unten... Es gibt wichtigeres für Deutschland zu tun als dieses undemokratische und unseelige Kasperletheater der Etablierten - 'Brandmauer' genannt... ...

Jan | Mi., 15. Juli 2026 - 20:34

Dies alles sind die Vorboten des Konfliktes, dem die CDU nicht aus dem Weg gehen kann. Parteilinke wie Günther müssen grundsätzlich ihren Platz in der CDU haben, wenn sie im eigenen Verständnis Volkspartei bleiben will. Umgekehrt gilt das ganz genauso für Konservative und Rechte in der Union, aber mit deren (berechtigten) Standpunkten hat Daniel Günther ein erhebliches Problem, wie er mit seinen Einlassungen zu NIUS und seinen wohl zu dummen Parteikollegen im Bundestag klar gemacht hat. Etliche Wähler wandern zur AfD ab, andere zu den Grünen. Wenn die CDU bestehen will, muss sie vor allem einig sein, statt sich von anderen vorschreiben zu lassen, mit wem sie reden darf und mit wem nicht, welche Medien man lesen darf und welche nicht. Die CDU muss sich entscheiden, ob sie Anhängsel von SPD und Grünen sein will, oder ob sie aus eigenem Volonté gestalten will. Dafür braucht es strategische Beinfreiheit und kein 1000%iges Bekenntnis, unter keinen Umständen mit der AfD auch nur zu sprechen.

Achim Koester | Do., 16. Juli 2026 - 08:32

denn m.E. stand schon vorher fest, dass das Gericht trotz Landeswappens am Revers in seinem Sinne urteilen würde. Eine Krähe hackt der anderen nun mal kein Auge aus.

Thomas Hechinger | Do., 16. Juli 2026 - 09:28

Die Sachsen sprechen vielleicht nicht den elegantesten der deutschen Dialekte, sind aber der hellste unter den deutschen Stämmen. Weit abgeschlagen dahinter kommen die Südwestdeutschen, zu denen ich mich zählen darf. Sie lassen sich zwar von einem Schaukampf „Özdemir gegen Hagel“ noch einmal ablenken, immer mehr unter ihnen stellen aber inzwischen die richtigen Fragen. Irgendwann danach kommen die Westdeutschen. Reden wir nicht darüber! Die Niedersachsen, Hamburger und Schleswig-Holsteiner halten sich für die Klügsten, sind aber in Wirklichkeit träge und etwas schwer von Begriff. Aber auch der gemütlichste Verwaltungsangestellte in Plön wundert sich inzwischen gelegentlich über das ein oder andere Phänomen in Deutschland.

S. Kaiser | Do., 16. Juli 2026 - 10:37

In der Tat sind die %-Verläufe der Sonntagsfrage seit der LTW 2022 und vor allem in den ersten 3 Quartalen 2026 in SH spektakulär.
In der CDU gibt es in 2026 allein zwei 6%-Abstürze: Q1: 39%; Q2: 33% und Q3: 27%
Die Grünen halten de facto (wie auch SPD und FDP) ihr LTW-Ergebnis, nachdem sie in Q1 kurz eine Delle bei 13% hatten.
Auffällig ist aber: die Linke springt aus dem Stand von 1,7% bei der LTW 22 auf jetzt 6, respektive 7% in 2026, während die AfD seitdem 14% zulegt hat.
Fazit: auch hier, in einem politisch unauffälligen Bundesland, ein starkes Aufwachsen der Ränder.
Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Günther die Zeche für Merz und den Absturz der Bundes-CDU zahlt. Aber da man nun nicht behaupten kann, dass die CDU im Bund konservative Politik macht, ist er ideologisch mitverfangen.
Wenn Wüst in NRW ähnlich abgestraft wird, wird sich die CDU n i c h t s mehr schönreden können.
Es ist als sähe man einem Crash in Zeitlupe zu.

Gisela Hachenberg | Do., 16. Juli 2026 - 12:51

„Die heile Welt des… ist perdu“, oder „damit ist es jetzt vorbei“ sehe ich anders. Die Menschen im Land vergessen schnell. Irgendwann wird der kleine linke Günther wieder hochkommen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Geschreibe darüber, dass es in beiden Ländern (SH und NRW) geräuschlos zwischen CDU und den Grünen abgeht, nicht stimmt. Mona Neubaur vonden Grünen ist (in NRW) sehr stark. Wüst lässt sie gewähren. Das ist für ihn eine einfache Kiste.Probleme werden unter den Teppich gekehrt, und erscheinen nur selten in der (linken) Presse. In SH ist es ähnlich. Aminata Touré
von den Grünen ist Stellvertreterin von Günther. Sie ist arrogant und frech. Vor Jahren gab es hier im Cicero (vor Marguier) einen bösen
Artikel von Touré über Linnemann, der eine Aussage gemacht hat, die T. missfiel, da es um Migranten ging. Im letzten Jahr gab es einen Vorfall in SH, der aber nur regional behandelt wurde. T. war in einen üblen Fall verwickelt. Aber man weiß ja inzwischen, wie Günther lügt.

Gisela Hachenberg | Do., 16. Juli 2026 - 12:58

Weiter im Text:
Er hat T. gedeckt. In der Presse verschwand das Interesse. Und T. blieb im Amt. Soviel über das angeblich geräuschlose Arbeiten von Schwarz und Grün in den beiden Ländern. Es knirscht zwischendurch ganz heftig. Das erfährt man aber nur, wenn überhaupt, in regionalen Medien, oder über in diesen Ländern wohnende Verwandte, wie bei mir der Fall. Warten wir ab, wie es weitergeht. Nach der Sommerpause, wenn das Theater im Bundestag weitergeht, wird es wohl heftig werden! 🥺

Achim Koester | Do., 16. Juli 2026 - 19:26

Was soll ich sagen er hat es sich selbst eingebrockt und ich gönne es ihm.
Wer mit 20 nicht rot/grün ist, hat kein Herz, wer mit 53 noch rot/grün ist, hat kein Hirn.