- Gerechte Ungleichheit
Eine ARD-Umfrage zeigt: Vier von fünf Deutschen halten die Wohlstandsverteilung für ungerecht. Doch was sie unter Gerechtigkeit verstehen, ist komplexer, als es Populisten gerne hätten. Die Daten erzählen von einer moralischen Ökonomie, die quer zu allen Parteilinien liegt.
81 Prozent der Deutschen finden es ungerecht, wie der Wohlstand im Land verteilt ist. Das ist die Schlagzeile, die derzeit durch sämtliche Medien geht. Befragt nach dem Gerechtigkeitsprinzip, das ihnen persönlich am wichtigsten ist, antwortet eine relative Mehrheit von 42 Prozent mit Leistungsgerechtigkeit. Wer mehr leistet, der soll mehr verdienen. Nur 32 Prozent priorisieren Verteilungsgerechtigkeit, also den Wunsch, dass die Abstände nicht zu groß werden sollen. „Das Volk“ will keine Gleichmacherei, es will eine legitimere Ungleichheit.
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"Was die Deutschen beschäftigt, scheint nicht abstrakte Ungleichheit zu sein. ... Lohnstagnation in der Breite, .... Arbeit nicht mehr zuverlässig vor Abstieg schützt, ... Wer trotz Arbeit kaum über die Runden kommt, ..."
Richtig! Und wer dann in Zeiten der Krisen und der Einsparungen beim gemeinen Bürger über die Erhöhung der Diäten im Bundestag oder die geplante Erhöhung der Beamtenbesoldung um bis zu 20% liest, der verliert den Glauben an ein gerechtes System.
Peter Samuel Jost.
Demnach gab es eine boomende Wirtschaft während der ersten Jahre der NSDAP-Herrschaft, die allerdings auf Kredit finanziert wurde, in der Wirkung aber wohl prosperierte?
Dann meinte die NSDAP, diese Kredite nur durch den Überfafll auf andere Ökonomien stabil halten zu können?
Was für ein Irrsinn.
Statt dessen hätte man strukturelle Hindernisse im Innern abbauen können, die moderne Armee hätte dem entgegenstehende Interessen oder Zahlungserwartungen des Auslands abwehren können?
Wenn ich es recht betrachte, haben unsere Ökonomen viel dazugelernt.
Merz hat also richtig gehandelt und wird hoffentlich weiter in einer schwierigen, aber auch auf gegenseitigem Respekt beruhenden Koalition, Deutschland weiter aufbauen.
Leute, wählt Kompetenz, vor allem ökonomischen Sachverstand.
Liebe Parteien, zeigt euer Können.
Der Artikel ist sehr elaboriert geschrieben.
Wenn ich ihn denn verstanden habe, gibt es in der Bevölerung jede Menge Resonanz für komplexe Systeme und Versuche?
Weil vermutlich weder Kriegsverbrechen, noch Zerstörung, auch nicht die reinen, nicht zu kalkulierenden Kosten des Krieges und schon gar nicht der schwer einzuschätzende Widerstand der betroffenen Bevölkerungen "gegengerechnet" wurde.
Es wäre weitaus "billiger und nachhaltiger" gewesen, zunächst das eigene Haus zu bestellen und vielleicht wäre der Versailler Vertrag irgendwann im Sande verlaufen?
Allerdings sind Deutsche penibel und verlässlich.
SIE zahlen.
Das Subsidiaritätsprinzip in der EU ist also m.E. sinnvoll vor "Gleichschaltung".
Die Deutschen waren übrigens nicht etwa spät in der Staatengründung, sie hatten es vorher nicht nötig, weil außer Leuten wie Napoleon, niemand auf die Idee gekommen wäre, sie anzugreifen.
Ich rätsele noch, wie man Napoleon einschätzen soll.
Die Sowjetunion wäre auch nicht gekommen.
Paranoia und Unverstand führten Deutschland in einen Verbrecherstaat.
Ich meine es jetzt nicht 1 : 1, aber die USA sollten m.E. einmal überlegen, was sie gerade "reitet"...
Ich tippe auf "ungestüm" und "unbedarft".
...oder anders, es ist durchaus manchmal ein Fehler, Eliten einfach abzuschaffen/zu vernichten und sich dann selbst an deren Stelle zu setzen.
Nun gibt es m.E. schon so etwas wie ein gesellschaftliches oder nationales Zusammengehörigkeitsgefühl, auch eines der Werte.
Historische Eliten fühlen sich meist nach wie vor zugehörig.
Zuständig sind sie aber per se nicht mehr.
Das zu den Reichsbürgern.
Das glaube ich nicht so ganz. Mein Eindruck ist, auch aus privaten Gesprächen, dass schon einzelne Personen keine konsistenten Positionen haben, ganze Milieus noch weniger. Bis zu einem Grad ist das auch normal, weil es bei komplexen Themen keine widerspruchsfreien Positionen gibt. Aber es kann mehr oder weniger wild zugehen - im Moment eher wieder etwas wilder?
Am besten trifft es glaube ich die Aussage des Artikels, dass das Vertrauen aufgebraucht ist. Für In wenige Sätze gießbare Normen ist es zu komplex, am Ende hängt es von Vertrauen ab, und das ist in der Gesellschaft auf dem Rückmarsch.
Gerechtigkeit ist ohnehin ein schwieriges Thema. Mit Grund sagen manche Verfassungsrechtler, dass dieser Begriff in Verfassungen nichts zu suchen hat und im GG glaube ich auch nicht vorkommt, zumindest nicht dominant. Verfassungen sind eher der Versuch Gesellschaften trotz verschiedener Gerechtigkeitsgefühle funktionsfähig zu halten.
Ich finde es gut, dass der Artikel die Frage nach Gerechtigkeit breiter diskutiert. Ein paar Gedanken zu großen Vermögen. Es gibt in D ca. 1350 Mrd Familienvermögen über 5 Mio. Etwa gleichmäßig aufgeteilt auf bis 50,100,250Mio und darüber. Bei den Vermögen um 5 Mio deckt das auch die "Rente" Selbstständiger ab, wenn man da ran will, dann auch an Pensionen und ÖRR-Renten, bei den großen Vermögen müsste man deren Firmen an die Chinesen verkaufen, wollte man es zu Geld machen. Gerne besteuern, aber realistisch sind vielleicht 20 Mrd jedes Jahr zu holen?
Wir haben gerade 1000 Mrd neue Schulden und sind trotzdem in der Krise, weil dem Staat das Geld ausgeht.
Andere Überlegung: 10 Mio Menschen, die nicht oder nur Teilzeit arbeiten, oder in einem Job, der nur wenig Geld bringt, weil die Arbeit nicht nachgefragt ist, und sagen wir jedes Jahr 20TE weniger verdienen als sie könnten, sind 200 Mrd - jedes Jahr, die der Wirtschaft fehlen. 100 Mrd davon hätte der Staat - jedes Jahr.
Es geht aber glaube ich nicht nur um 10 Mio Menschen, die Teilzeit arbeiten, nach Neigung studiert haben, gar nicht arbeiten - es geht um mehr Menschen, mehr Geld pro Fall; da geht es um viel mehr Geld als bei großen Vermögen.
Wenn wir von der großen Gerechtigkeit sprechen in der Form, wem in der Gesellschaft alles staatliche Leistungen zustehen und wenn wir uns einig wären, dass diese Leistungen alternativlos zu erbringen sind - und oft hat man das Gefühl, dass Politik, Kirchen, Verbände, NGOs, BVerfG etc. das so sehen - wenn wir also diese Gerechtigkeit wollen, dass all den Menschen diese staatlichen Leistungen zustehen: ist es dann gerecht, wenn jeder Teilzeit arbeiten darf, nicht arbeitet, Ausbildungen und Jobs macht, die nicht mehr Geld bringen -> also auch nachgefragt werden; viele Leistungsberechtigte wollen eine warme Wohnung, funktionierende Toilette, fahrendes Auto, keine progressiv-akademischen Vorlesungen.
Ich sehe eine Ausweitung der Besteuerung von Vermögen kritisch, gerade wenn es Betriebsvermögen sind, bei z.B. Spekulationsgewinnen lasse ich mit mir reden.
Das komplette System muß reformiert werden. Abschaffung Beamtentum, Überführung Beamten/Politiker in die gesetzlichen Kassen zu Rente/Gesundheit. Vom Alimentierungsgedanke hin zur Förderung/Forderung von Leistung, Umstellung auf Sachleistungen bei ALLEN Beziehern staatlicher Leistungen. Verpflichtender Einsatz von Leistungsempfängern im Sinne der Allgemeinheit. Leistungsempfang ist kein Recht, es muß unattraktiv werden.
Migranten ohne Bleiberecht, solche die sich nicht integrieren oder ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten abschieben, nur noch echte Asylanten und Qualifizierte mit Jobaussicht reinlassen!
Die Bildung muß wieder leistungsorientiert, die Energieversorgung auf breite Beine gestellt werden, inkl. AKW. „Investitionen“ aus China müssen max. begrenzt und
Produktion wieder nach Deutschland geholt werden.
Eher friert die Hölle zu, als dass die Privilegien des Beamtenstandes beschnitten werden.
ist das Gegenteil von anscheinend
Zur Abschaffung/Reduzierung des Beamtentums wäre Anstand in der Politik erforderlich, sowas gibt es gerade bei linken Politikern nicht. Zudem braucht links das Beamtentum als Belohnung für Treue, zur Schaffung von Abhängigkeiten und zur Überwachung des Bürgers denn er ist der wirkliche Feind des Systems! Es wird also von links und das sind alle außer der AfD, eher noch ausgebaut als reduziert!
Ich würde da deutlich widersprechen, weil Ihre Einschätzung mehrere Dinge stark vereinfacht und politisch sehr einseitig darstellt.
Das heutige deutsche Beamtentum ist vor allem ein Produkt der preußischen Reformen im 18. und 19. Jahrhundert und nicht das von "linken" Parteien.
Auch die Überwachung einiger Bürger erscheint im Angesicht vieler "intelligenter" Regelverletzer mehr als angebracht. Fahren Sie mal in die Türkei. Danach reden wir noch mal über eine funktionierende Verwaltung.
Helmut Schmidt, Herbert Wehner, Willy Brandt, Kurt Schuhmacher und Hans Jochen Vogel aber auch viele Politiker anderer Parteien sind oder waren moralische Instanzen.
Das Ganze liest sich wie eine arg bemühte Masterarbeit eines Soziologiestudenten.
Marktversagen ist von jeher ein Thema der Sozialdemokratie. Umwelt hatte lange keine Lobby in der Politik. Arbeitnehmerinteressen auch nicht. Der Markt allein konnte diese Fragen noch nie zufriedenstellend regeln. Deshalb wurde die soziale Marktwirtschaft erfunden.
Die gegenwärtige Debatte speist sich aber nicht nur aus Kritik an sehr hohen Vermögen und Einkommen, sondern vor allem aus der Wahrnehmung einseitiger Verteilungseffekte: zugunsten von Einkommen ohne entsprechende Leistung (etwa aus Transfers oder Vermögen) und zulasten der Erwerbstätigen, die das System tragen.
Die als „populistisch“ diffamierten Gruppen lassen sich in diesem Kontext nur als Ausdruck realer Unzufriedenheit und erkannter Ungerechtigkeit verstehen.
SPD und Linke hingegen sind zu lauten, oft den Diskurs bestimmenden Sektierergruppen verkommen die alles über Reichensteuer oder Zuwanderung richten wollen, ihr ureigene Klientel aber längst verloren haben. Reform heißt aktuell für diejenigen die das System tragen (bzw. getragen haben) Kürzungen und Mehrbelastung.
Ca. 50 Milliarden Euro jährlich für Flucht und Migration müssen schließlich irgendwo herkommen. Die Masseinwanderung in die sozialen Sicherungsysteme hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Eine vergeigte Energiewende mit einhergehender Deindustrialisierung und Leistungsfeindlichkeit tun ihr Übriges.
Alle in Berlin wissen, das aber man lässt den Karren einfach weiterlaufen.
Die Verteilungskonflikte in Deutschland werden sich weiter zuspitzen – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis dilettierender politischer Entscheidungsträger.
Die Menschen sind zu Recht tief empört über die lächerliche Rolle die sie in diesem Theater spielen sollen.
werden die GK dank Finanzminister weiter für 4 Millionen Bürgergeldempfänger aufkommen. Der CDU wird das weniger gut tun als der AfD.
