Demo gegen Nazis
Wirklich von Angst getrieben? Demo gegen Rechtsextremismus / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Matias Basualdo

Wie Umfragen falsch informieren - Zerrbilder der Angst

Eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Angst vor Rechtsextremismus sorgte jüngst für Furore. Dabei belegt die Erhebung zunächst nur den gefährlichen Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft.

Autoreninfo

Peter M. Wiedemann war Direktor der sozialwissenschaftlichen Programmgruppe „Mensch, Umwelt, Technik“ am Forschungszentrum Jülich. Danach war er Sprecher des Wissenschaftsforums EMF in Berlin. Lehrtätigkeit am Institut für Psychologie der der Universität Innsbruck. Seit 2013 ist Wiedemann im Ruhestand. Er war bis 2020 Honorary Professorial Fellow an der University of Wollongong in Australien. Seitdem ist er Adjunct Professor an der Monash University Melbourne, School of Public Health and Preventive Medicine.  

So erreichen Sie Peter M. Wiedemann:

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), deren Umfragen zu politischen Themen in Deutschland mediale Resonanz finden, hat sich im Dezember 2025 mit der Einwanderungsgesellschaft im Wandel befasst. Ein Befund dieser Befragungsstudie fand eine bemerkenswerte mediale Aufmerksamkeit: die Angst vor Rechtsextremismus.

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Walter Buehler | Sa., 3. Januar 2026 - 14:48

... aus Steuern finanzierte Vorfeldorganisation einer Regierungspartei, welche die hauptamtlichen Parteifunktionäre in ihrer politischen Meinungsbildung "schulen" soll (= die Funktionäre im Sinne der Parteiführung ideologisch erziehen und ertüchtigen).

Daneben soll die KAS durch ihre "Öffentlichkeitsarbeit" (= durch gewöhnliche Werbung) ganz simpel in der Bevölkerung für die Partei werben.

Von einer solchen Instution kann man nur in Ausnahmefällen seriöse Informationen erwarten, auch wenn sie sich einen Doktorhut aufsetzt.

Darum interessieren mich Medienkampagnien von der KAS und der FES nicht. Ärgern tut mich nur die Steuerverschwendung.
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Zum Extremismus:

Ich halte Nationalismus (und Extremismus) in ganz Europa für gefährlich, insbesondere auch in Osteuropa. Das ängstigt mich.

Aber ich sehe nicht, dass die AfD extremistischer wäre als die Parteien, die sich hinter der Brandmauer beweihräuchern.

Patriotismus ist kein Nationalismus.
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Umfragen dürfen Wahlen nie ersetzen.

Der Extremismus ist tatsächlich gefährlich. Am gefährlichsten ist der institutionalisierte Linksextremismus, von dem wir reichlich haben.

Was unterscheidet überhaupt Extremismus vom Radikalismus? Extremismus bedeutet, tolerant oder zustimmend gegenüber Gewalt zu sein. Damit fällt die AfD in Gänze aus der Extremismuskategorie heraus. Für die linken Parteien gilt das nicht uneingeschränkt. Teile oder sogar die Mehrheit dieser Gruppierungen sind völlig tolerant gegenüber der Antifa, finanznieren sie teilweise sogar.

Die Antifa aber ist die gefährlichste Extremistenorganisation in Deutschland.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 3. Januar 2026 - 15:29

Nach der Lektüre des Beitrags kann ich mir deutlich besser erklären, warum die CDU Probleme mit dem Thema "Brandmauer " hat. Man braucht nur diesen Begriff durch "Rechtsextremismus " ersetzen. Der selbsternannte AfD-Halbierer Friedrich Merz hat es bis dato nicht vermocht, durch klare Gegenüberstellung der Positionen der CDU und der AfD hier für Klarheit zu sorgen. So bleibt nur die Möglichkeit, durch den nebulösen Begriff "Angst" die eigene Unfähigkeit zu kaschieren. Strategien aus der Corona-Zeit lassen grüßen. Die neue Vorsitzende der KAS sorgt hoffentlich für eine Kursänderung, um derartige Worthülsen-Umfragen zu verhindern.

gegenüberstellen ? Die Positionen der AfD sind die der CDU „unter vor gehaltener Hand“ zumindest in großen Teilen doch gleich. Wen wundert’s ? Da viele Mandatsträger und Wähler ihre politische Heimat in der CDU hatten, die ihnen vor allem Merkel mit ihrem Linksruck ab 2015 genommen hat.
So lange das „ Links ( Grün) ist vorbei“ nicht mit Leben = sichtbaren Entscheidungen seitens der CDU/ CSU verbunden ist, wird sich der Niedergang der CDU einerseits und der Höhenflug der AfD andererseits fortsetzen…. Ob mit oder ohne Brandmauer, die eh der Union allein, zwecks fehlenden Koalitionsalternativen, wir ein „Fels“ am Bein hängt.
Mit freundlichen Gruß a d Erfurter Republik

Dr. Armin Schmid | Sa., 3. Januar 2026 - 17:11

Aus Gründen der politischen Korrektheit wurde wahrscheinlich gar nicht nach den Seit' an Seit' mit Kalifats- und Hamas-Anhängern marschierenden Linksextremisten gefragt, denn das gäbe nur Ärger mit den wohl immer noch tonangebenden Merkelianer*innen. Daraus könnte dann der Schluss gezogen werden: "Deutsche haben mehrheitlich Angst vor Rechts, vor Links praktisch keine."

Geiles Titelbild übrigens, könnte von Frau Haßelmann gebastelt sein! Ist das echt oder ein KI-Fake?

IngoFrank | Sa., 3. Januar 2026 - 17:14

und auch kein Nationalsozialismus !
Diese ganze Diskussion erinnert mich, sorry, immer wieder an die alten Diskussionen der SED- Oberen die ebenso „Dünnheutig“ auf jegliche linienabweichende Partei-Kritik reagierten. Allerdings mit einer ganz klaren Sprache wie „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“
damit waren die „Fronten“ zwischen Staat und seinen Kritikern, den „Feinden des Sozialismus“ (wenigstens waren es keine „Nazis“) geklärt.
Mit besten Gruß a d Erf. Republik

hanno Woitek | So., 4. Januar 2026 - 13:27

arbeitet oder gearbeitet hat weiss, dass die Fragestellungen IMMER so formuliert werden, dass man die wünschenswerten Ergebnisse erzielt. Die Politik hat dieses System perfektioniert.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 4. Januar 2026 - 16:24

keine Angst vor Rechtsradikalismus?
Ich habe ebenfalls Angst vor Linksradikalismus oder göttlich verkündeten Wahrheiten unter der Prämisse, dass sich ein einzelner Mensch aufschwingt, als Gott zu sprechen.
Tat das Christus nicht auch?
In seinem Namen taten es nicht Wenige und fühlten sich zu schlimmsten Taten berufen?
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es da große Unterschiede in der deutschen (all inclusive) Bevölkerung gibt.
Die Frage scheint mir zu sein, was ich als rechtsradikal oder links- radikal etc. sehe.
Ich akzeptiere links oder rechts oder Gott ff. nicht als RADIKALITÄT oder als ABSOLUTEN ANSPRUCH.
Das stimmt nicht überein mit meinem Menschen- oder Gottesbild.
Also entweder in der Bundesrepublik Deutschland wird etwas "abgerüstet" oder ich fühle mich hier sehr alleine.
Angst will ich trotzdem nicht haben.
Ich habe Vertrauen in uns und das, was wir göttlich nennen.
Okay, manchmal ist mir bange und es hilft mir, wenn ich darüber schreiben kann und mich austauschen kann.