Ukraine-Demo Berlin
Demonstrieren für die Ukraine ist gut, reicht aber nicht / dpa

Ukraine-Krieg - Was können wir tun?

Der Ukraine-Krieg versetzt viele Menschen in einen Zustand der Verzweiflung. Die bringt uns nicht weiter. Wir müssen dazu bereit sein, mitzuleiden. Nicht nur auf einer abstrakten Ebene. Wir können ganz konkret helfen, indem wir Flüchtlinge aufnehmen, demonstrieren - und vorübergehende Abstriche unseres Wohlstands in Kauf nehmen.

Autoreninfo

Moritz Gathmann ist Chefreporter bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

So erreichen Sie Moritz Gathmann:

Der Krieg, den Russland gegen die Ukraine entfesselt hat, versetzt hier bei uns viele Menschen in einen Zustand der Verzweiflung. 800 Kilometer Luftlinie von Berlin, denn so weit ist Lemberg entfernt, sterben Menschen unter russischem Raketenbeschuss. Ich sehe Freunde, Kollegen und Verwandte, die fassungslos vor diesem Krieg und seinen Folgen stehen, die Putin verfluchen und für ein schnelles Ende des Krieges beten. Aber können wir etwas gegen diesen Krieg tun? Die Antwort ist eindeutig: Ja.

Da ist zum ersten die ganz praktische Solidarität: Sie besteht darin, in den eigenen Häusern und Wohnungen Menschen aufzunehmen, die aus der Ukraine geflohen sind. Wer keinen Platz hat, kann zu den Bahnhöfen seiner Stadt gehen und dort ganz praktisch helfen. Wer keinen Platz oder keine Zeit hat, kann Geld spenden an Hilfsorganisationen, die über die Logistik verfügen, um in der Ukraine sinnvoll zu helfen. Finanziell kann man über „Reporter ohne Grenzen“ ukrainische Journalisten unterstützen, die weiter im Land arbeiten oder fliehen mussten. Die Organisation unterstützt auch unabhängige russische Journalisten, die das Land verlassen mussten. Ganz konkret kann man Medien wie „Meduza“ unterstützen, eine wichtige journalistische Stimme, die auch auf Englisch berichtet, die aber vor allem auf Russisch ein qualitativ hochwertiges Medium ist, das in Russland selbst ein Gegengewicht zur Staatspropaganda bildet.

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Enka Hein | Mi, 16. März 2022 - 18:57

...ist anzumerken, wie heftig das Geschehen vor Ort war.
Danke für die vergangen Reportagen.
Meine Hilfe werde ich in der Nachbarschaftshilfe leisten. Und nach wie vor auch die Obdachlosen nicht vergessen.
Was ich nicht tun werde, ist mit irgendwelchen Linksgrünen marschieren, die im Fahrwasser dieser Katastrophe ihrer blinde Ideologie als Kriegsgewinner weiterfrönen.
Ich laufe nicht mit linken Chaoten, die mich ob anderer Meinung in die rechte Ecke stellen.
Und das Öl das Putin nicht an uns verkauft, bleibt nicht im Boden sondern geht anderswo hin. Vielleicht kommt es dann über Umwege überteuert zu uns.
Ich werde auch nicht diese Ampel, die sich dann gleichfalls in den Demos sonnt, ansatzweise für ihre jahrelange ideologischen Unsinn indirekt unterstützen.
Und frieren wie es unser bestens gepamperter Gauck will, werde ich nicht. Diese Maulhelden sollen bei sich anfangen.
Und die bürgerl. Mittelschicht ist geschrumpfter als das sie noch alles stemmen kann.
1000 Zeichen sind zuwenig

Auch ich werde WEITERHIN ALLEN Menschen (egal, woher sie kommen), die sich mir gegenüber freundlich zeigen, ebenso begegnen und helfen, wo ich es für richtig empfinde!
ABER ich werde mich NIRGENDWO beteiligen, wo ich das Gefühl habe, wir könnten in den 3. Weltkrieg schlittern!
Und bei ALLEM wünsch ich mir FRIEDEN, EGAL von WEM ein Krieg begonnen wurde...

Meine Frau und ich spenden seit Jahren mtl. per Dauerauftrag . Das Geld geht an mehreren Org,. Man kann nachvollziehen wo es hingeht. Speziell helfen wir Kinder, die vor Hunger nicht in den Schlaf kommen. Diese gab es schon vor dem Ukraine- Konflikt. Die Propaganda-Maschinerie hatte diese --weil alltäglich-nur selten auf dem Schirm. Wo es Gewinner gibt, gibt es zwangsläufig auch Verlierer. Der Wohlstand des Westen baut auf der Ausbeutung der ärmeren Länder auf. Gewinner sind auch die Waffenlieferanten. Wer Waffen produziert und verkauft, nimmt zwangsläufig in Kauf, dass sie auch eingesetzt werden. Eine nicht zu überbietende Doppelmoral. Man will noch mehr aufrüsten. Begründung: Abschreckung.
Ausweg? Politiker mit Knüppel in ein Stadion sperren.
Fazit: Die Knüppel-Hersteller profitieren und fordern von der Allgemeinheit, die Politiker zu unterstützen.

Urban Will | Mi, 16. März 2022 - 21:02

rettet sie, indem man den Krieg beendet. Einen Krieg beendet man nicht mit Emotionen und erst recht nicht mit Waffenlieferungen und wie auch immer gearteter Unterstützung für die Ukraine. Jede Rakete, jedes Gewehr, jede Panzerfaust, die der Westen den Ukrainern in ihrem heroischen Kampf liefert, verlängert den Krieg. Putin wird einerseits wohl erst aufhören, wenn er besiegt oder aus dem Amt gejagt worden ist, was noch sehr lange dauern kann und viele Menschenleben und zerstörte Städte zur Folge haben wird. Oder... wenn ein gesichtswahrender Kompromiss gefunden wurde. Letzteres ist m.M. nach der bessere Weg.
Die derzeitigen Embargos, etc. zielen darauf hin, R dauerhaft zu schwächen. Das ist Krieg gg d russische Volk, dessen „Vergehen“ es ist, Putin als Präs. zu haben. Putin muss weder hungern noch frieren noch fehlt es ihm an irgend etwas. Ein in Sippenhaft genommenes Volk wendet sich selten gg seine Führung, sondern versammelt sich hinter ihr.
Der Westen geht den falschen Weg.

Ist das jetzt eine andere Taktik, Herr Will, die Maßnahmen gegen das Putin-Regime zu kritisieren? Oder nur unbeschreibliche Naivität?

Sie können natürlich keinen Krieg - nur - gegen ein Staatsoberhaupt führen. So wenig wie Sie Kriege auf Auseinandersetzung zwischen den beteiligten Armeen reduzieren können. Oder: Warum bombardiert Putin Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten, oder jüngst ein vollbesetztes Theater, wo es ihm doch angeblich nur um die "Entnazifizierung" geht?
Natürlich wird die russische Bevölkerung unter den Sanktionen leiden. So zynisch es klingen mag: Es geht wohl nicht anders. Und natürlich hofft man - auch wenn es unwahrscheinlich erscheinen mag - dass sich irgendwann die Bevölkerung gegen den Kriegsverbrecher im Kreml und seine Verbündeten erhebt. Denn es gibt für Putin nur eine Möglichkeit, sein "Gesicht zu wahren". Den absoluten Sieg.

Aber benennen Sie doch mal Ihre Gegenvorschläge...und zwar solche, die nicht ausschließlich zu Lasten der Ukraine gehen.

In der Tat führen in der Regel Armeen gegeneinander Krieg und nicht Völker. Oder sollen jetzt die Ukrainer und Russen aufeinander losgehen?
Sie sollten verstanden haben, was ich mit „Krieg gg d Volk“ gemeint habe. Oder fanden sie die Massen – Bombardements dt. Innenstädte (keinerlei milit. Bedeutung) in WK II gut?
Dass sie nicht kapieren, wie ich zu Putin u d Krieg stehe, wundert mich nicht, Ihre „Meinung“ ist eh immer nur Personen – bezogen, nie aber sachlich begründet.
Mit dem „absoluten Sieg“, den Putin letztendlich anstrebt, wenn man sich nicht einigt, haben Sie Recht. Also her mit noch mehr Zerstörung und Toten?
Was man tun sollte?
Die Realitäten akzeptieren.
D Krim ist Fakt. Kein russ. Präs wird die mehr hergeben.
(Auch Hawaii wurde annektiert. Glauben Sie, d Amis geben es je wieder her?)
D NATO – Mtglschaft ist wohl eh vom Tisch. Ersatz: Sicherheitsgarantien f d Ukr.
Lugansk u Donezk werden dauerhaft Probleme machen. Auch Fakt. Also warum sie nicht ziehen lassen?

Gerhard Fiedler | Mi, 16. März 2022 - 21:49

Nein, Herr Gathmann, dazu bin ich nicht bereit. Habe 44/45 genug in Luftschutzkellern gelitten, bin danach fast verhungert. Meiner Frau ging es auf der Flucht über die Ostsee nicht besser. Möchte daher von Ihnen nicht zum Mitleiden aufgefordert werden. Solche Ratschläge kenne ich von unserer Regierung, den ÖR und Medien. Alles soll Deutschland retten, die Migranten, den Planeten, das Klima, die Gesundheit anderer und nun die Ukraine. Wofür ich mich einsetze, bestimme ich selbst. Solche absurden Vorschläge wie Verzicht auf Urlaub, Einbauküche, Handy, das Gutfinden von hohen Energiepreisen kennen wir zur Genüge von den Grünen. Und wenn uns die Zunge verfaulen soll, sofern wir Ihre Vorstellungen zur Werteverteidigung nicht teilen, Herr Gathmann, dann haben Sie sich gewaltig im Ton vergriffen. Wer derzeit wirklich Tod, Zerstörung und Flucht verhindern will, setzt sich für ein Ende der Osterweiterung ein. Das brächte Frieden. Belehren Sie daher besser die USA und Nato.

Wilhelm Herbst | Mi, 16. März 2022 - 23:37

In reply to by Gerhard Fiedler

Bei allem, was Sie erlebt haben: Würden Sie ihre Worte vor leidenden Ukrainern wiederholen? Die Nichterweiterung hat der Ukraine nicht geholfen. Sie vertreten eine prinzipielle Ablehnung der Nato. Erahnen Sie, wo wir ohne die NATO wären?

...aus den Zeilen des Herrn Fiedler lese ich keine Ablehnung der Nato, werter Herr Herbst.
Die jetzige Situation haben wir auch politischen Dilettanten aus dem linksgrünen Lager, allen voran Merkel und ihren Claqueren zu verdanken.
Man hätte der Ukraine nie eine Aufnahme in die EU versprechen sollen. Man hat sich die letzen Jahre mit Rumänien und Bulgarien schon verhoben. Und die Kandidaten Mazedonien, Albanien und Serbien bringen dann das zum Überlaufen.
Und diejenigen in D die nach noch mehr schreien, plädieren, wenn es nicht nach ihrer Ideologie geht, nach einem Kerneuropa.
In Berlin und Brüssel sitzen seit Jahren ideologische Stümper.
Und die sollen als Brandstifter ein Feuer löschen, durch Beitritt der Ukraine und vorher genannten in die EU oder Nato.
Hier gilt die alte Weisheit, weniger ist mehr.
Und zwischen Beitritt und Ablehnung ist ein unendliches Feld an Möglichkeiten.
Sofern man es sehen kann
und will.
Und für die Dummheit der Politiker will ich nicht leiden.

Alexander Brand | Do, 17. März 2022 - 08:19

In reply to by Gerhard Fiedler

"Wer derzeit wirklich Tod, Zerstörung und Flucht verhindern will, setzt sich für ein Ende der Osterweiterung ein."

SO EINFACH/offensichtlich ist die Lösung, nur soll es nicht so sein, unsere Industrie braucht die billigen Arbeitskräfte in der Ukraine, um ihre Gewinne zu maximieren.

Und zum Wohle der Industriegewinne soll ich verzichten, spenden, solidarisch sein? NIEMALS!

Diese elende schwarz-weiß Malerei geht mir gehörig gegen den Strich. Zelensky ist kein Heilsbringer und Rußland ist nicht der Dämon. Der Westen hat alle Warnungen Putins in den letzten 20 Jahren ignoriert, man hat sich über ihn lustig gemacht, ihn in die Ecke gedrängt. Man hat mit allen verlogenen Mitteln über die der Westen verfügt versucht die Ukraine an sich zu binden und jetzt wundert man sich über die Lage und schiebt Putin alle Schuld zu!

Und dafür soll ich verzichten, mitleiden, Schuldgefühle haben, solidarisch sein, demonstrieren? NIEMALS!

Laßt die verlogenen Finger von der Ukraine und alles wird gut.

Rainer Mrochen | Do, 17. März 2022 - 08:36

In reply to by Gerhard Fiedler

und teile ihren Kommentar.
Ich weiss was Verzicht bedeutet. Herr Gathmanns moralisierender Verzichtsaufruf klingt als hätten ihn linke Ideologen umgedreht. Was die "Vermutung Putin`s über den „verschwulten“, hedonistischen, konsumgeilen und vom Individualismus zersetzten Westen betrifft, dem der eigene Komfort wichtiger ist als alles andere", ist gewiss keine Vermutung, sondern Tatsache.
Der Wertewesten. Das ich nicht lache.

Bernhard Homa | Mi, 16. März 2022 - 21:57

So sehr ich Herrn Gathmanns Berichte schätze, aber "Was spricht gegen ein Öl-Embargo?". Einiges (gilt auch für Gas): Es könnte
1.) die Kreml-Führung zu einem Alles oder nichts verleiten: Sanktionen weg/Geld her oder Atomkrieg (Erpressung a la Nordkorea)
2.) zum Bürgerkrieg in RUS führen - in einem Land mit nuklearem Weltvernichtungspotenzial.
2.) aus RUS eine chinesische Billigtankstelle machen - womit wir indirekt ein totalitäres Regime stärken, das sogar jetzt noch zigfach gruseliger als RUS ist
4.) uns selbst in größte Abhängigkeit von allerlei "Top-Demokratien" in Zentralasien/Nahost bringen - statt russischen Panzern finanzieren wir dann z.B. saudischen Islamismus-Export

"Was können wir tun?" Vieles. Manches wie Flüchtlingshllfe ist unproblematisch. Manches aber jetzt schon zweischneidig. Und manches, darüber sollte man sich im Klaren sein, könnte Folgen haben, die weit über ein bisschen Wohlstandsverlust hinausgehen

Sabine Lehmann | Mi, 16. März 2022 - 23:11

Ich bin richtig mitgenommen von Ihren Worten Herr Gathmann. So eine mitreißende, intelligente und zugleich emotionale Rede würde ich mir im Bundestag und den Vereinten Nationen wünschen!
Und zu Putin: mein Vergleich mit historischen Personen würde weit weniger schmeichelhaft ausfallen. Nicht Napoleon taugt als Vergleich, sondern Adolf Hitler. Der hat damals im Größenwahn mit Polen angefangen. So ist für Putin die Ukraine vielleicht nur der Anfang und die ehemalige DDR das Endziel?!

Fritz Elvers | Mi, 16. März 2022 - 23:30

Putin verübt diese Verbrechen unter dem Schutz seiner Atomstreitkräfte. Er kann nur aus den eigenen Reihen zur Vernunft gebracht oder beseitigt werden.

Wir brauchen die Rohstoffe aus Russland und der Ukraine (Kohle, Neon), sonst können wir auch der Ukraine und ihren Menschen nicht mehr helfen.

Bernd Windisch | Do, 17. März 2022 - 00:01

"Die Ukrainer opfern Menschenleben, die nicht ersetzbar sind."

Wer sind die Ukrainer die unersetzliche Menschenleben opfern? Wer schickt die Bürger der Ukraine in einen ungleichen und aussichtslosen Kampf? Wie viele von ihnen finden den sicheren Tod? Für was? Freiheit etwa die den letzten Atemzug bedeutet?

Kapitulation bedeutet ein Sich beugen vor überlegener Gewalt. Kein rational denkender Mensch opfert sein Leben für eine Sache die längst verloren ist. Die Solidaritäts- und Durchhalterhetorik des "Westens ist verlogen und schal. Wie bitte soll ein mitleiden mit einem von Bomben oder Granaten zerfetzten Menschen in der Ukraine aussehen? Wir ruinieren unsere wirtschaftlichen Grundlagen, reduzieren die Raumtemperatur und Putin geht direkt vor unser moralischen Überlegenheit in die Knie?

In Wirklichkeit hat der "Westen" die Ukraine längst abgeschrieben und zieht aktuell neue Haltelinien ein. Wolodymyr Selenskyj gibt die tragische Figur zu diesem miesen realpolitischen Spiel.

Dr.Andreas Oltmann | Do, 17. März 2022 - 00:27

Ein sehr emotionaler Beitrag von Herrn Gathmann, der seine persönliche Betroffenheit wiederspiegelt. In einem Ausmaß, wie ich mir das für Journalisten bisher nicht vorgestellt hatte, die sich um sachliche Informationen bemühen sollten. Sich nicht gemein machen mit einer Sache, sei sie noch so gut.
Es klingt ähnlich, wie bei den Grünen Weltenrettern, die ihr schlechtes Gewissen kompensieren müssen und weit über das Ziel hinausschießen. So, wie der Wunsch, manchem möge die Zunge im Mund verfaulen, der nicht der Einstellung von Herrn G. folgen kann.
Herr Will hat recht, zum Frieden führt diese Herangehensweisen nicht-aber nur das kann das Ziel sein.
Mitleiden löst nicht die Probleme, sondern umsichtiges Handeln und Vernunft.
Wir müssen kein Verständnis haben für Putin, aber verstehen wollen, warum er wie handelt.
Und versuchen, eigene Macht aufzubauen, eigene Stärke, nicht moralische Überheblichkeit.
Auch der Westen ist nicht unberührbar und unschuldig.

Norbert Heyer | Do, 17. März 2022 - 08:12

Wir müssen alles unternehmen, um diesen Krieg zu beenden. Alles, was wir machen können, aber mal wieder an unseren Weltrettungs-Modus zu appellieren, ist garantiert der falsche Weg. Wir müssen die USA und GB davon überzeugen, dass ihre geopolitischen Ränkespiele aufhören, dass Russland nicht in seinem Vorgarten von der NATO eingekesselt wird. Ich verurteile das Verhalten von Putin, sehe aber auch die Mitschuld des Westens. Wenn wir aus Solidarität Waffen liefern und Eskalation schüren, nutzt auch kein solidarisches Frieren und Einschränkungen. Die haben nämlich nur einen Effekt - sie treffen den unschuldigen Bürger auf beiden Seiten. Die Scharfmacher, Pharisäer und Verursacher werden so weiterleben wie bisher - sie fordern Opfer und sind die letzten, die dazu bereit wären. Wir Deutschen haben immer in allen Fällen geholfen und dürfen nicht zulassen, dass wir vor lauter Hilfsbereitschaft uns komplett aufopfern. Es gibt eine notwendige Selbsterhaltung, die auch für Deutsche gültig ist.

Ingo Frank | Do, 17. März 2022 - 08:24

Nichts, außer das man endlich der links Grünen Linie folgt, und sich von fossilen Brennstoffen verabschiedet O H N E eine Alternativer zu haben. Obwohl, dass stimmt so auch nicht, die
„Alternative“ ist dann die Zerstörung der Industrie, Massenarbeitslosigkeit, Verarmung des übergroßen Teils der Bevölkerung und kein Geld im Staatssäckel. Der Klimawandel schreitet schneller voran, es wird Gott sei Dank wärmer und wir frieren im Winter nicht mehr so schlimm.
. Mit der allgemeinen Alimentierung und Masseneinwanderung ist’s dann auch vorbei. Und die ehemalige DDR gehört wieder zu Russland wie im vor genannten Kommentar gemutmaßt. Warum auch nicht.

Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Martin Falter | Do, 17. März 2022 - 08:32

viele werden erst verstehen, wenn bei ihnen im Garten ein Panzer steht.
Und sie versuchen ihr schlechtes Gewissen mit Begründungen zu unterdrücken, wie die Nato
(nicht Putin )ist schuld und natürlich die Westerweiterung (nicht die Flucht der Länder im Osten vor Russland) und dann natürlich die Ampel (Merkel hätte wahrscheinlich noch heute überlegt was sie macht).

Ich denke aber schon, dass wir alle schon sehr solidarisch sind und waren. Diese Solidarität zeigt auch Wirkung gegenüber dem Kriegsverbrecher.
Er und seine Bande sind jetzt weltweit Geächtete.

Wichtig ist nur, dass der Gewöhnungseffekt an den Krieg, die Hilfe in allen Bereichen ( Waffen, Geld, Unterkunft usw. ) nicht aushöhlt.

Wir haben gespendet und bereiten uns vor, Menschen aufzunehmen.

Es ist mir eine Ehre, so gegen den Puter ein Zeichen zu setzen.

Bernd Windisch | Do, 17. März 2022 - 18:19

In reply to by Martin Falter

Wir setzen "Zeichen" und die Ukrainern ist es eine Ehre zu sterben. Klasse Arbeitsteilung.

Alexander Brand | Do, 17. März 2022 - 08:42

allgegenwärtige verlogene Kriegsrhetorik, Propaganda und Polemik ein – leider!

„Wir“ tragen eine Verantwortung für die Ukraine, diese ist aber nicht historisch bedingt. Die EU und die USA sind an diesem Konflikt min. zu 50% schuld – daraus resultiert die Verantwortung.

Die EU/NATO haben ihr Territorium/ihre Einflußsphäre seit dem Fall des eisernen Vorhangs, trotz gegenteiliger Versprechen, immer weiter in das Gebiet der ehem. Sowjetunion erweitert.

Der Russe hat gemurrt, aber immer tatenlos zugesehen, bis jetzt. Putin warnt seit 20 Jahren vor einer Aufnahme der Ukraine in NATO/EU, alle Warnungen wurden ignoriert.

Natürlich will die Ukraine bei dem versprochene Geldsegen (aus deutschen Steuergeldern) in die EU, nur außer der Industrie braucht die EU die Ukraine nicht.

Dieser Konflikt ist dem Größenwahn/Dummheit der Eurokraten und der Gier der Manager zu verdanken, dafür sollte man sich schämen.

Das was Herr Gathmann fordert geht gar nicht!

@Alexander Brandt: Ihre "logischen" Schlussfolgerungen entbehren nicht nur jeder Logik u. Evidenz, sie sind auch noch menschenverachtend.
Sie behaupten z.B., dass die Warnung vor der Ukraine Aufnahme in die EU/Nato ignoriert worden wäre! Häh? Seit wann ist die Ukraine in der Nato oder der EU? Beide Anträge der Ukraine werden bis heute vom Westen kategorisch abgelehnt. Also wieso benutzen sie diese falsche Behauptung als Legitimation für Putins Blitzkrieg?
Zweitens ist die Vorgeschichte dieses Blitzkriegs völlig egal. Keine Regierung, kein Staatschef hat das Recht, weder juristisch noch moralisch, in andere Länder einzumarschieren u. die dortige Bevölkerung zu ermorden. Oder Ihrer Ansicht nach etwa doch?
Sie sollten dringend Ihre moralischen Parameter überprüfen. Was Sie hier zusammen geschrieben haben, ist auch kein Erklärungsansatz, sondern eine Relativierung und Legitimation zum Völkermord, und das auch noch mit Lügen (siehe oben)! Größenwahnsinnig ist in diesem Spiel nur Putin.

Frau Lehmann, die Mär vom Versprechen auf NATO-Osterweiterung zu verzichten wird auch beim 1000. wiederholen nicht wahrer.

Gerhard Lenz | Do, 17. März 2022 - 08:43

hinzuzufügen.

Es ist nur beschämend, wenn im gleichen Atemzug hier gegen jene Stimmung gemacht wird, die auf der Straße gegen Putins Vernichtungskrieg demonstrieren. Und gegen jene, die sich zu Sanktionen gegen das Putin-Regime bereiterklärt haben.

Vielleicht sollte man ergänzen, dass die betreffende Foristin vor nicht allzu langer Zeit noch tönte,

"ein Putin wäre ihr fünfmal lieber, als eine Merkel".

Und sie auch sonst nur lobende Worte für den russischen Tyrannen fand. Was wiederum bei jenen, die ihr heute schon wieder Beifall zollen, absolute Zustimmung fand.

gabriele bondzio | Do, 17. März 2022 - 09:10

U.a. Bau von LNG-Terminals, selbst wenn Vorbehalte gegen den Bau nicht vorhanden wären. Können diese nicht annähernd als Ersatz betrachtet werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tanker#Fl%C3%BCssiggastanker
Die Größten ihrer Art transportieren 125.000 bis 147.000 m³. Da teuer in der Produktion, gibt es nur wenig (470 LNG-Tanker weltweit, Gesamtkapazität von 75 Millionen m³ sind im Einsatz – zumeist im Asienverkehr) , die auf lange Zeit ausgebucht sind. Ich habe gelesen: „Jede Stunde müssten rund 130 solcher LNG-Tanker entlang der europäischen Küsten entladen werden (und leer wieder zurück schippern).

Das ist nicht realistisch, Herr Gathmann. Würde Jahre dauern. Terminal und Flotte aufzubauen.

Da ist auch nichts mit „vorübergehende Abstriche unseres Wohlstands in Kauf nehmen“.
Und das wäre nur ein Beispiel.

Natürlich spende ich nach meinen Möglichkeiten, für die Bevölkerung. Das sind die Betroffenen der Großmachtpolitik.
Urlaub leiste ich mir seit Jahren nicht, Plege/großer Garten

Helmut Bachmann | Do, 17. März 2022 - 09:37

Ich muss gar nichts und es hat sich ausge"wir"t. Obwohl ich mitleide(!), möchte ich nicht dazu aufgerufen werden. Um solche Sätze nicht zu lesen, lese ich Cicero. Jeder der kann, sollte kühlen Kopf bewahren. Wie immer wäre das das Beste. Auch und gerade angesichts himmelschreienden Unrechts und Leids. Das ist ungleich Desinteresse.

Brigitte Simon | Do, 17. März 2022 - 15:52

In reply to by Helmut Bachmann

"Was können wir tun" fragt Herr Gathmann. Viel können wir tun. Herrn Gathmann´Animation zu helfen sollte überflüssig sein. Benötigte Hilfe zu geben ohne wenn und aber. Diesen Wunsch erfüllen wir uns, mein Mann und ich, täglich. Wir leiden mit den ukrainischen Menschen. Meinem Mann und mir "muß nicht die Zunge im Mund verfaulen". Wir fühlen uns nicht angesprochen Herr Gathmann. Dennoch ist Ihre Äußerung nicht entschuldbar. Sie ist ein Angriff auf die persönliche Entscheidung und nicht entschuldbar.

"Die gewaltigen Flüchtlingsströme verlaufen quer durch das Land und treffen
auf über 17 Millionen Menschen, die durch Bombenangriffe, Kriegshand-lungen, Vergewaltigungen, selbst kaum über das nötigste zum Leben verfü-
gten. Vielerorts wurden die Flüchtlinge mißtrauisch und feindselig beäugt. In den kriegszerstörten Ruinenlandschaften mangelte es an Wasser, Lebens-mitteln, Wohnraum, Kleidung, Medikamenten. Viele Heimatvertriebene mußten jahrelang in Auffanglagern oder Baracken leben.

Brigitte Simon | Do, 17. März 2022 - 16:21

In reply to by Helmut Bachmann

Sie erlebten sozialen Abstieg. Entschädigungen gab es nicht. Mit leeren Händen den Neuanfang schaffen.

Meine wesentlich älteren Brüder lebten viele Jahre traumatisiert. Die Flucht aus Memel in einem Leiterwagen, alleine gezogen von unserer Mutter, prägte lange ihr Leben. Viele Ehemänner, viele Väter waren bereits gefallen. Unser Vaterland erlebte innerhalb zweier Jahrzehnten zwei grausame Weltkriege.
Das ist doch schon lange her hören wir. Möglicherweise, aber prägte unsere Menschlichkeit für verlorengegangene Humanität.

Ein derartiges Schicksal, in dieser verheerenden Intensität, muß den Flücht-lingen erspart bleiben. Unsere große Eingangstüre ist weit geöffnet. Vielleicht treffen sich bei uns ukrainische und russische Opfer. Eine ehemalige russi-
sche Statistin wird bereits verwöhnt. So gut es möglich ist.

Walter Bühler | Do, 17. März 2022 - 11:16

Was ist in Zeiten der Gefahr am wichtigsten? Emotion, Wut, blindes Draufhauen, Panik - oder möglichst kühle Rationalität und korrekte Einschätzung der eigenen Kraft?

Herr Gathmann weiß am besten, dass wir einen grausamen und sinnlosen BRUDERkrieg erleben.
Er möchte, dass wir uns für den guten und gegen den bösen Bruder entscheiden, und zwar unter vollem Einsatz unserer wirtschaftlichen und politischen Existenz.

Nun gibt es eine große historischer Erfahrung mit Bürgerkriegen. Kein Krieg kommt ohne Propaganda aus. Er ist schon halb gewonnen, wenn der Propagandakrieg gewonnen wird.

Die Parteilichkeit unserer Medien ist unübersehbar. Instinktiv wehre ich mich dagegen, mich blind dieser Propaganda für eine Seite zu unterwerfen. Maßlos inszenierte Heldenverehrung und Gräueldarstellung in den Medien machen mich nur misstrauisch.

Ich will meinen Verstand nicht abschalten.

Deutsche Interessen sind für mich nicht weniger wert als die Interessen des jetzigen ukrainischen Präsidenten.

Ernst-Günther Konrad | Do, 17. März 2022 - 11:39

Werter Herr Gathmann, dass Sie so schreiben, wie Sie es fühlen ist völlig in Ordnung. Das Sie persönlich Forderungen formulieren, weil Sie vor Ort vieles selbst erlebt haben, ist nachvollziehbar. Dennoch werde ich mit niemandem mitleiden, allenfalls mitfühlen, soweit einem die persönliche Vorstellungsfähigkeit dazu die Möglichkeit gibt. Wer in Not an meine Tür klopft und um Hilfe bittet, dem werde ich sie nicht verweigern. Ansonsten mache ich mir den Kommentar von Frau Hein zu eigen, der ich überzeugt zustimme. Und nein, unsere Freiheit wird nicht in der Ukraine verteidigt, sondern derzeit von Spaziergängern vorzugsweise montags, die sich gegen die Entziehung unserer eigenen Freiheit und Beschränkung unserer Grundrechte richtet. Bei allem Verständnis für die Opfer dieses Krieges, da bin ich mir und meiner Familie und meinen Stubentigern deutlicher näher. Im Übrigen werden zig Milliarden für Wirtschaftsmigranten ausgegeben, die sind besser bei den ukrainischen Flüchtlingen angelegt.

Jochen Rollwagen | Do, 17. März 2022 - 12:22

In einem Land mit den höchsten Abgaben der Welt, wo sich die politische Klasse in Berlin gerade für hunderte von Millionen ein neues Bunzkanzleramt (inklusive Bio-Kita) baut von den Menschen zu fordern, sie sollten "mitleiden", weil ein von der NATO hochgerüstetes Land irgendwo in Osteuropa nach jahrelangen ignorierten Warnungen sich in einem militärischen Konflikt mit Rußland befindet - bei soviel Chuzpe verschlâgt es einem fast den Atem.

Die Menschen in Deutschland leiden seit zwei Jahren. Aber nicht unter Putin oder Rußland. Und irgendwann ist dann auch mal gut.

Sabine Lehmann | Do, 17. März 2022 - 18:11

Wie sich hier einige Leser dermaßen echauffieren nur weil an Ihr Mitgefühl appelliert wird, das ist schon mehr als befremdlich. Mit einer eiskalten empathielosen Manier wird hier eine selbstverständliche Zwischenmenschliche Regung zerredet, abstrahiert und geradezu bürokratisiert, als säßen wir hier im unsäglichen Bundestag.
Dort wird auch immer alles zerredet. Meine Güte, es geht doch nur um etwas Empathie, die über den eigenen Tellerrand hinaus geht. Aber für viele scheint dieser Weg schon zu weit und zu anstrengend. Was stimmt bloß mit diesem Land nicht?

Gerhard Fiedler | Do, 17. März 2022 - 19:03

will Ihre Fragen gern beantworten.
ZUR ERSTEN: Sebstverständlich würde ich meine Worte vor leidenden Ukrainern wiederholen und wäre mir ihres Verständnisses sicher. Könnte ihnen beipflichten, wie es ist, stets angezogen schlafen zu gehen, um beim nächsten Fliegerangriff schnell im Keller zu sein. Könnte ihnen von der Flucht meiner Frau mit Mutter und 4 Geschwistern aus Ostpreußen über das Frische Haff erzählen, bei -20 ° unter Bombenhagel Gefahr zu laufen, im Eis einzubrechen, bis die Pferde gestohlen wurden und es zu Fuß weitergehen musste, die Rote Armee im Rücken und die Großmutter auf der "Goja" durch Torpedoabschuß in der Ostsee ihren Tod fand. Und, und und.
ZUR FRAGE 2: Nein, ich vertrete keine prinzipielle Ablehnung der Nato. Was mich allerdings an ihr stört, ist dass sie sich nach der Wiedervereinigung von den USA und in ihrem Schlepptau die EU zu geopolitischen Zwecken missbrauchen lässt, so wie sie dies derzeit mit ihrer Osterweiterung praktiziert.