Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine am Hauptbahnhof München / dpa

Ukraine-Flüchtlinge in München - „Rund 1800 Unterkünfte konnten wir bereits vermitteln“

Bis zum Wochenende sollen in Bayern schätzungsweise 55.000 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen sein. Das Hauptziel der meisten Menschen ist die Landeshauptstadt München. Im Interview erklärt Margarete Arlamowski vom Verein „Wir Helfen – Münchner Freiwillige“, wie gut die Zusammenarbeit mit der Politik funktioniert und wie der Verein Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine private Unterkünfte vermittelt.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero. Er studierte Journalistik und lebt in München.

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Margarete Arlamowski ist freie Journalistin und im Verein „Wir Helfen – Münchner Freiwillige“ aktiv. Dort kümmert sie sich seit vier Wochen um die Öffentlichkeitsarbeit. Der Verein wurde im Jahr 2015 gegründet und finanziert sich aus kommunalen Fördermitteln und Spenden.

Frau Arlamowski, was tut Ihr Verein konkret? 

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Norbert Heyer | Di, 22. März 2022 - 09:06

Jetzt kommen echte Menschen in Not, wahre Flüchtlinge - und wir können ihnen nicht so helfen, wie sie es verdienen. Wir haben nämlich Migranten hier, die völlig unberechtigt hier Asyl genießen, obwohl sie schon lange wieder nach Hause ausreisen müssten. Jetzt kommt alles zusammen, was Merkel und Nachfolger zu verantworten haben: Nichtbeachtung gültiger Gesetze, Willkommenskultur ohne jede Rücksicht auf die „schon länger hier Lebenden“ und lächerliche Strafen für kriminelle Einwanderer. Jetzt noch Krieg in der Ukraine mit einem maßlos fordernden Präsidenten, der mit dem Feuerzeug am Benzintank agiert. Wir haben natürlich Mitschuld, weil wir für Energie zahlen und damit Russlands Feldzug finanzieren. Das machen aber Frankreich und Italien auch - ohne entsprechende Vorwürfe. Wir werden wohl solange helfen und uns dafür noch beschimpfen lassen, bis wir selbst Hilfe benötigen. Dann bin ich mal sehr gespannt, wer uns entsprechend helfen wird. Das Ergebnis ist garantiert sehr ernüchternd.

Ganz einfach: Er ist weiß, Europäer (zur Not geht auch ein weisser, ordentlich rassistischer Südafrikaner), Christ, Atheist (ist allerdings weniger "qualifizierend). Besonders beliebt? Sogenannte Russland-Deutsche. Sprachkenntnisse sind nicht notwendig.

Wie erkennt man einen Asylbetrüger, der sich nur in der vom deutschen Schwerstarbeiter ermöglichten sozialen Hängematte ausruhen will?
Ganz einfach: Er ist farbiger Afrikaner (geht gar nicht), Araber (geht erst recht nicht), evtl auch Asiate (hängt davon ab..), Muslim (geht gar nicht) oder Angehöriger irgendeiner sonstigen, nicht-christlichen Religion, spricht kein fließendes Deutsch, ist nicht bestens vertraut mit vaterländischer Sitte u. Kultur, kann nicht einmal ein halbes Dutzend Volksliedchen daherträllern, kennt keine Helene Fischer (oder sonstige Schlagerikone), besitzt ein Mobiltelefon, aber keinen Pass.

Wie erkennt man einen Rassisten? Daran, dass er Flüchtende nach ihrer Herkunft in "richtig" und "falsch" sortiert.

„... Meinungsfreiheit wird dort bedroht, wo die innere Zensur einsetzt, weil Bürgerinnen und Bürger das Risiko, eine Meinung zu äußern, nicht mehr eingehen. Es nicht können … Nicht etwa, weil man die Gegenrede fürchtet oder Ächtung, sondern einen körperlichen Gegenschlag Oder Berufsverbot!). Kann es Meinungsfreiheit geben, wenn ein demokratischer Staat nicht wehrhaft genug ist, die gewalttätigen Strukturen im Land unter Kontrolle zu halten?“
Jagoda Marinic, Kolumnistin und Autorin

Ernst-Günther Konrad | Di, 22. März 2022 - 09:09

Es ist genau das Volk, das man spaltet, dass man ständig zur Kasse bittet, das man beschimpft, wenn es kritisiert und dessen Rechte man massiv eingeschränkt hat. Genau diese Menschen sind es, ohne deren tätige Hilfe das Ganze gar nicht laufen würde. Aha. Ohne ukrainischen Pass keine Aufnahme, das ist doch mal eine Aussage. Und ja, den Geflüchteten eine Aufgabe geben, sie sinnvoll einsetzen, wenn sie es wollen und können, nicht irgendwo "parken" und "isoliert" aufbewahren. Hilfe zur Selbsthilfe leisten, diesen Menschen die Würde erhalten und sie nicht "nur" als Bittsteller behandeln, das ist menschlich. Das hätte man 2015 auch mit den Migranten aus dem Orient machen müssen. Ohne Pass zurück, wer kriminell ist/wurde, raus aus dem Land, die anderen mit Konsequenzen an das Land gewöhnen und in der Arbeitswelt mit Hilfsarbeiten bei den Kommunen und er der öffentlichen Hand beschäftigen, bis ihr Asylantrag entschieden ist. Und wer über einen Drittstaat gekommen ist gleich zurück.

Walter Bühler | Di, 22. März 2022 - 11:20

Die Flüchtlinge, die bei uns ankommen, befinden sich i.d.R. in recht guter Verfassung. Ihnen kommt hier außerdem eine große Hilfsbereitschaft entgegen. Es gibt daher bei allem Unglück einen Drang zur Normalität, der für Kinder ganz wichtig ist, und der in München und in der Gegend von Leipzig schon zur Bildung von Kindergärten und Schulen geführt hat.

Diese "wilden Privatschulen", die von der Liebe zu den Kindern und von einem starken Bildungswillen getragen werden, richten sich nach ukrainischen Lehrplänen. Aber deshalb sind sie nicht schlecht.

Man darf m. E. nicht darauf warten, bis die Schulverwaltungen mit eigenen Konzepten reagieren. Es ist ja offen, ob die Kinder in unseren Schulen - bei gleicher pädagogischer Zielsetzung - eine weitere große Integrationsleistung erbringen können, ohne dass das Niveau noch weiter absinkt. Daher könnten diese "wilden" Privatschulen sogar dazu dienen, unsere gegenwärtigen unterrichtlichen Methoden und Schwerpunkte auf den Prüfstand zu stellen.

gabriele bondzio | Di, 22. März 2022 - 12:10

Der Artikel vermittelt gut, dass private Initiative weit aus besser und schneller klappt, wie staatliches Handeln.

Sabine Jung | Mi, 23. März 2022 - 14:49

Hoffentlich klappt es weiter mit der Hilfe für die Flüchtlinge, ich würde mir auch eine unbürokratische Hilfe seitens des Staates sehr wünschen, es kann ja nicht sein, dass der Helfende besonders finanziell auf allen allein sitzt. Möglich ist auch, dass die Ukrainer länger hier bleiben müssen.....