- Die linksliberale Erfindung des „modernen Konservativen“
Die Berliner Republik will die Republik der Mitte sein, und was die Mitte ist, entscheiden Linke und Liberale. Konservative werden nur geduldet, solange sie keine eigene Meinung artikulieren. Sie müssen endlich bereit sein, Normen zu setzen und Sprache zu prägen.
Als die CDU/CSU-Fraktion Mitte Oktober 2024 den konservativen Richter am Bundesverwaltungsgericht, Robert Seegmüller, für die Nachfolge von Josef Christ am Bundesverfassungsgericht vorschlug, waren es die Grünen, die „Bedenken“ anmeldeten. Vordergründig standen Zweifel im Raum, die aus Seegmüllers Vorstellung im Richterwahlausschuss des Bundestages entstanden seien. Tatsächlich aber waren es höchstwahrscheinlich seine konservativen Ansichten zum Thema Asyl und Migration, die ausschlaggebend für die Ablehnung waren. Die Union zog Seegmüller schließlich zurück.
Als die SPD Anfang Juli die links-aktivistische Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf für die Nachfolge von Vizepräsidentin Doris König nominierte, war es hingegen die Union, die diese Nominierung ablehnte. Was folgte, war einerseits berechtigte Kritik an handwerklichen Fehlern innerhalb der Unionsfraktion, aber auch ein Sturm der Entrüstung, ein Schauspiel der Empörung und ein Offenbarungseid, der größer nicht hätte sein können: Konservative werden geduldet, solange sie keine eigene Meinung artikulieren.
Die politische Mitte oder: Unsere Demokratie
Die politische Linke konnte sich mit dem modernen politischen Liberalismus immer gut arrangieren: Universalismus, Moralismus, Diversität – diese Begriffe repräsentieren wohl einen gemeinsamen Wertekanon von Linkspartei bis Freidemokraten. Heutzutage kann man davon ausgehen, dass Linke und Liberale in wesentlichen gesellschaftlichen und identitätspolitischen Fragen mehr oder weniger gleich votieren würden. Zeugnis für diese Einigung ist das 2024 von SPD, Grünen und FDP verabschiedete sog. Selbstbestimmungsgesetz, das Menschen die Möglichkeit gibt, ihren Geschlechtseintrag und Vornamen per einfacher Erklärung beim Standesamt nach Belieben zu ändern.
Die häufig von diesem Personenkreis beschworene politische Mitte ist ihr Lebenselixier. Die Mitte ist herrlich demokratisch. Die Mitte ist herrlich weltoffen. Die Mitte hat immer recht. Linke und Liberale haben sich eine Gemeinschaft konstruiert, die sie für die Erreichung ihrer heroischen und emanzipatorischen politischen Ziele einspannen können: Gehorsam wird belohnt, man darf sich als „demokratischer Mitbürger“ bezeichnen, Widerspruch ist verboten: Es droht der Ausschluss und die lebenslange Ächtung. Wahlweise soll sich jene links-liberale Agenda entweder durch das Primat des Sachzwanges oder den Zeitgeist legitimeren.
Die politische Mitte avanciert im Selbstbild der links-liberalen Demokraten so zum einzig legitimen Entscheidungszentrum des Landes. Die Berliner Republik will die Republik der Mitte sein, und was die Mitte ist, entscheiden Linke und Liberale. Wahlweise nennen sie diese Vorstellung auch „Unsere Demokratie“. Dass diese Vorstellung einem wachsenden Teil der Deutschen übel aufstößt, belegen erdrutschartige Wahlerfolge für die AfD.
Das Selbstbild der politischen Mitte scheitert in zwei Aspekten: Erstens haben die Deutschen ein anderes Gefühl von politischer Mitte als ihre Vertreter. Zweitens ist eine Entscheidung nicht demokratisch, weil sie von bestimmten Parteien und Personen getragen wird, sondern weil sie auf demokratischem Wege zustande kam, also durch Mehrheitsentscheidung. Zu diesem Zwecke hat man es erfolgreich geschafft, die Prozedur der Abstimmung durch die Teilnahme der Parteien der politischen Mitte zu moralisieren und ein Selbst- und Fremdbild des Konservativen als Unterworfenem der politischen Mitte und Mitstreiter im fast mythologisch überhöhten „Kampf gegen Rechts“ zu zeichnen.
Der moderne Konservative – ein Feigenblatt
Kein Gleichnis kann den modernen Konservativen besser beschreiben als das des deutschen Kleinbürgertums. Der moderne Konservative ist Mitte 50, arbeitet hart und lange, zahlt brav seine Steuern und Abgaben und schweigt. Er darf am Leben teilhaben, nicht teilnehmen. Die großen Entscheidungen, die sein Leben prägen, die seine Umgebung, seine Stadt oder sein Dorf für ihn immer unwirklicher oder sogar unsicherer machen, hätte er so nicht getroffen. Wenn er in die Stadt geht, beobachtet er vom Straßenrand aus einen bunten Umzug unter dem Titel „Progress“. Er schaut zu, lächelt und winkt. Dann geht er nachhause und denkt sich: „Wird schon seine Richtigkeit haben.“ Er weiß, dass Kompromisse wichtig sind, für ihn definieren sie sogar ausschließlich das Politische. Seine Lieblingskoalition ist schwarz-grün, denn die, so heißt es, könne Stadt und Land vereinen, könne „Wirtschaft und Umwelt versöhnen“.
Der moderne Konservative erfüllt folglich nur eine systemstabilisierende Funktion. Er verwaltet in seiner Resignation den „Progress“. Er ist das Alibi des Pluralismus, das demokratische Feigenblatt. Solange er bereit ist, sich mit der Rolle des permanenten Koalitionspartners und Steigbügelhalters linker Politik zu arrangieren, darf er bleiben. Artikuliert er Widerspruch – etwa gegen migrationspolitische Paradigmen, identitätspolitische Heilsversprechen oder linke Personalpolitik –, dann wird er nicht als Kritiker begrüßt, sondern als Verräter an der politischen Mitte gebrandmarkt. So twitterte der Co-Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, am Tag der gescheiterten Richterwahl: „CDU und CSU haben sich heute aus der demokratischen Mitte unseres Landes verabschiedet. Man kann nur hoffen, dass sie den Weg zurückfinden.“ Was sich als Pluralismus inszeniert, duldet nur jene Konservativen, die sich in Passivität üben. Der moderne Konservative soll ein Liberal-Konservativer sein.
Liberale Bindestrichkomposita
Der moderne politische Liberalismus hat es verstanden, mithilfe entpolitisierter Bindestrichkomposita tatsächlichen Meinungspluralismus ad absurdum zu führen. So variieren die Selbstbeschreibungen der meisten Parteien kaum mehr. Links-liberal, sozial-liberal, liberal-konservativ, rechts-liberal – sie alle sind affektive Erkennungsbegriffe der Mitte-Orientierung unseres politischen Systems.
Zweierlei hat diese begrifflich-affektive Wendung zur Folge: Erstens entsteht ein bloßer Anschein von Vielfalt, wo in Wahrheit ein enger moralischer Konsens regiert – präziser und normativer als das Grundgesetz, dessen Offenheit er rhetorisch in Anspruch nimmt, aber inhaltlich überformt. Was als pluralistische Selbstbeschreibung daherkommt, ist oft nichts weiter als die Versicherung, dem dominanten Wertekanon nicht zu widersprechen. Zweitens wird jede Position, die sich diesem Code entzieht, als gefährlich markiert. Wer konservativ ohne modernen Liberalismus denkt, überschreitet die unsichtbare Linie des Sagbaren.
Für den Konservativen hat dies praktische Folgen: Er muss sich, weil politische Linke und politischer Liberalismus in ihren gesellschaftlichen Vorstellungen kaum mehr zu unterscheiden sind, faktisch einer links-liberalen Hegemonie unterwerfen, um die Illusion der Geltung zu erfahren. Die „Teilnahme“ des Konservativen am Diskurs ist nur eine Duldung, sie soll dem Diskurs seine Legitimität verleihen, den des Pluralismus.
Raus aus der Passivität
Konservative stehen heute vor einer Entscheidung: Will man weiter nur geduldet werden – für Sonntagsreden, Stabilität von Institutionen und die Überwachung von Prozessen – oder erhebt man legitimerweise einen Anspruch auf tatsächliche Teilnahme am Diskurs und damit die potenzielle Verwirklichung genuin konservativer Antworten auf gesellschaftliche und kulturelle Grundsatzfragen?
Politik und insbesondere Demokratie sind mehr als die Verwaltung des Bestehenden, mehr als die Vorstrukturierung des Diskurses durch Gruppen, die vermeintlich heroische Ziele anstreben und sich von Kritik ausgenommen fühlen. Das Politische in einer Demokratie ist viel konfliktträchtiger, als so mancher sich eingestehen will. Die Demokratie lebt vom Kampf der Worte und der Auseinandersetzung um Fragen des guten Lebens und der Gerechtigkeit. Ebenjene Grundsatzfragen sind nicht vor dem Kampf der Worte und Argumente geklärt, sie werden aus ihm heraus entschieden oder eben nicht. Der politische Kampf in der Demokratie ist ergebnisoffen, er ist kontingent. Gerade darin liegt die Offenheit der Demokratie, die eine potenzielle Veränderlichkeit der Verhältnisse befördert. Linke und Liberale haben diese Konfliktträchtigkeit besser erkannt als Konservative und deshalb, um einer offenen Auseinandersetzung zu entgehen, den Kulturkampf früh begonnen, ohne ihn zu erklären.
Konservative müssen aus der Passivität heraustreten und bereit sein, Normen zu setzen und Sprache zu prägen. Sie müssen bereit sein, ihre prozedurale Versessenheit abzulegen und für ihre Werte einzutreten, Standpunkte zu beziehen und diese auch zu verteidigen. Die Pluralität der Demokratie ist dann verwirklicht, wenn die unterschiedlichen Vorstellungen von Parteien und Gruppen eine tatsächliche Unterschiedlichkeit aufweisen – nicht im Klein-klein, sondern gerade in den großen Fragen.
Dann ist auch die Wahl, zu deren Teilnahme ein jeder von uns alle vier Jahre aufgerufen ist, eine tatsächliche (Aus-)Wahl. Die Unterschiede der Parteien führen gleichsam zu einem Zwang, sich entscheiden zu müssen. Sie geben der Demokratie ein Merkmal der Spannung und auch der Freude, sich für diese und eben nicht jene Position einsetzen zu können. Sie geben ihr eine Offenheit, die sie verdient hat.
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Es freut mich, dass auch junge Menschen und "sogar Studenten der Politik" bereit und fähig sind für ihre andere Weltsicht einzutreten.
Ja, die selbsterklärte Mitte (nette Menschen, unter denen ich lebe und die ich private sehr schätze) postuliert ihre Weltsicht einfach als universell. Sie erklärt die Gesellschaft als offen und vielfältig, aber das soll als Idee immer genormter und enger im Ideal dann die ganze Menschheit umfassen. Wo ist denn da die Offenheit? Über das Menschenbild, seine Festlegungen, wo er sich selber definiert etc. , wird nicht nachgedacht.
Wie der Artikel schreibt, schmeißt man Begriffe wie GG, Menschenrechte etc. in den Raum, die nicht angreifbar sind und dann bis ins Detail alles festlegen sollen. Das ist alles weit weg von meine Menschenbild.
Redet man mit Ihnen darüber, dass die Welt groß ist, "wir" (die Jungen) wirtschaftlich, demografisch global klein geworden sind, relativ zur Boomerzeit (Faktor 10? durch Demografie + wirtschaftliche Entwicklung in Asien) sehe ich mehr Hilflosigkeit als dass man sich mit dieser neuen Vielfalt wirklich auseinandersetzt.
Die Mitte ist einfach fest verankert darin, dass sie die globalen (universellen) Normen setzt, jetzt eben EU statt D macht und damit wieder führend sei. Wenn es um konkrete Gedanken dazu geht, welche kontingenten Werte man nun hat und verteidigen will, in einer sich ändernden Welt, empfinde ich das Nachdenken als blank. Man kann nur universell - als immer kleinerer Zwerg.
Der AfD wird vorgeworfen weltfremd ins Gestern zurück zu wollen. Mir geht es da nicht um die AfD, aber das Problem ist, dass die Mitte zu sehr hilflos an ihrem Gestern klebt und sich nicht mit einer offenen, vielfältigen, gegensätzlichen Welt und Menschheit beschäftigen will.
sie arbeitet zielstrebig am Morgen, sie nennt sich progressiv-fortschrittlich, dabei ist sie maximal zerstörerisch & intolerant!
Die „Mitte“ bezeichnet in Deutschland verharmlosend das politisch linke und linksextreme Spektrum, das sind SPD, Grüne und SED/PDS/Linke.
Diese Parteien arbeiten am Umbau der Gesellschaft, sie zerstören das, was Deutschland groß gemacht hat, sie nehmen uns Wohlstand, Demokratie und Freiheit und sie tun das bewußt!
Die Grünen hatten noch nie so viel Macht wie heute, sie regieren mit, bestimmen über den von ihnen unterwanderten ÖRR, ihre NGO etc. den Lauf der Politik und der Gesellschaft, sie haben die Demokratie bereits überwunden, ausgehöhlt!
Sie sind einer der Hauptgründe dafür, daß es der Konservatismus nicht mehr schafft sich zu wehren. Ohne ihren ÖRR wäre die Kommunistin Merkel nie Kanzler geworden, ihr Zerstörungswerk wäre dem Land und der CDU erspart geblieben, die AfD vermutlich nie gegründet!
An der „Mitte“ ist nichts harmlos oder nett, sie ist böse!
@ABrand Ich sehe die Hochzeit der Grünen eher vorbei. Im Moment ist für mich das Prägende eher die allgemeine Orientierungslosigkeit und Ratlosigkeit - auch innerhalb der Grünen. Die Mitte ist nicht harmlos, einfach weil sie bisher und immer noch gesellschaftlich bestimmend ist - das ist nie harmlos, es ist immer ernst. Die Mitte ist aber auch nicht böse. Zumindest lebe ich unter "den Leuten" und mag sie und ihren Lebensstil. Die Mitte ist nur weltfremd und zunehmend zerfallen - sie löst sich ein wenig auf. Auch eine Folge der Orientierungslosigkeit.
Wenn ich einen Punkt herausheben müsste, würde ich sagen, dass die "alte Mitte" nur universell konnte. Man war mit universellen Lehren aus der Geschichte, einer universellen Verfassung für die universellen Werte und universellen Aufgaben heute (zB Klima) für die universelle Menschheit mit den universellen Menschenrechten im Rahmen der universellen Institutionen und universell-internationalen Gerichte für eine universelle Verantwortung etc. Jetzt, wo klarer wird, dass die Welt recht bunt ist, das alte Europa schwächer wird und "die Anderen" oft ganz andere und nicht einen gemeinsamen Weg gehen, ist man mit dem Latein etwas am Ende. Was soll man tun? Das scheint mir zumindest ein Teil der Orientierungslosigkeit.
Der Begriff „Mitte“ ist eine Erfindung der Neuzeit, vor 30 Jahren nutzte ihn keiner. Der Begriff dient dazu zu verschleiern, daß die „Mitte“ gar keine Mitte ist, die deutsche politische „Mitte“ liegt weit im roten Bereich, wäre das nicht, so würden sich linksextreme Parteien wie die Grünen und die SED/PDS/Linke es immer waren und die SPD es mittlerweile ist, dort nicht verorten.
Auch dient der Begriff zur Ausgrenzung, wer „Mitte“ ist, ist gut, alle anderen sind es nicht. Mann erkennt das deutlich an Äußerungen vor allem der Grünen gegenüber der Union, sobald die Union Themen aufgreift, die den linksextremen Parteien unangenehm sind, „verläßt sie die Mitte“.
„Mitte“ ist ein typisch sozialistisch-kommunistischer Begriff, er soll verschleiern, verharmlosen und wie gesagt, ausgrenzen. Das ist wie bei „unserer Demokratie“, auch das eine Verdrehung der Tatsachen, denn „unsere“ ist keine Demokratie, denn sie grenzt das komplette demokratische Spektrum rechts der Mitte aus.
@ABrand. Danke, so weit liegen wir wahrscheinlich nicht auseinander.
Die Erfindung der politischen Mitte im demokratischen System ist eine Krücke, um dem System längeren Bestand zu ermöglichen. Auf Dauer ist Demokratie ein inneres Schlachtfeld, weil politische Mitte auch immer Kompromiss nach links und/oder rechts bedeutet. Nicht von ungefähr heisst es, dass die Demokratie kein Selbstläufer sei. Grundsätzlich tendieren irgendwann Volk und Öffentlichkeit in eine der beiden Ränder der Mitte und mit ihnen ihre Parteien. So verwundert es nicht, dass waschechte Linke-Wähler oder stockrechte AfD-Wähler die Demokratie verteidigen. Es ist ein schleichender Prozess, dass alle die Demokratie verteidigen, obwohl sie eigentlich nur ihre Machtpositionen meinen. Das kann man natürlich und gesund nennen, solange es nicht so endet, wie die aktuelle USA.
Den Jungen würde ich raten: macht Euch frei, von dem, was die Boomer Euch als alternativlos über tausend Kanäle (Eltern, Schule, Medien, Unis, Kirche etc.) mit auf den Weg gegeben haben. Das sind Projektionen, wie man die Welt und die Menschen gerne hätte, aus einer anderen Zeit, wo die Boomer in der Welt bestimmend(er) waren und es im Wesentlichen (zumindest gefühlt) darum ging die eigenen Fehler zu erkennen und zu korrigieren, weil der Rest der Welt nur hilfloses Anhängsel war.
Das ist nicht mehr die Welt von heute. Ich würde als Junger den Boomern für ihre Leistungen danken, mich dann aber freier davon machen, was die heutige selbsterklärte Mitte alles als alternativlos erzählt und mehr selber neu darüber nachdenken, wie die Welt heute aussieht, wo man dort selber seinen Platz sieht, welche Werte man hat und welche eher nicht.
Gibt es eigentlich noch Konservative, oder nur noch Kartoffeln? Menschen, die sich in ihrem politischen Leben nie ernsthaft mit Migration beschäftigt haben und sich dann millionenfach von illegalen Migranten über den Tisch ziehen lassen, die Sozialversicherung überfordern, der Staat schnappt auf dem Wohnungsmarkt mittleren und kleine Einkommen die Wohnungen weg und die Gewaltkriminalität geht durch die Decke. In dieser Situation kommen Kartoffeln auf die Idee, wir haben es geschafft. On den kommenden Zagen, werden gleich wieder drei Menschen durch illegale Migranten ermordet. Es sind natürlich viel mehr, aber vieles ist ja keine Meldung mehr. Nein, ich glaube nicht, dass die CDU noch konservativ ist.
Ihre Kritik am Verhalten der Konservativen ist berechtigt und wichtig Herr Müller, in einer Sache aber muß ich Ihnen vehement widersprechen.
Links und Liberal sind grundsätzlich unvereinbar!
Wiki sagt: „Der Liberalismus ist eine ….. Bewegung, die eine freiheitliche politische, ökonomische und soziale Ordnung anstrebt. Aus liberalen Bürgerbewegungen gingen in vielen Ländern erstmals Nationalstaaten und Demokratien hervor.“
Linke sind maximal intolerant, antifreiheitlich, antidemokratisch, auch sind sie nicht weltoffen oder pluralistisch! Der Mensch muß zu seinem Glück gezwungen werden, ihm muß vorgeben werden was er sagen, denken, machen darf, Freiheit des Individuums ist unerwünscht. Linke sind gegen den mündigen Bürger, das Leistungsprinzip, Eigenverantwortung. Den Beweis dafür liefern Grüne, SPD & Linke täglich aufs Neue.
Das ist das Gegenteil des Liberalismus! Liberalismus verträgt sich dagegen sehr gut mit dem Konservatismus, beide eint der Respekt vor Demokratie und Freiheit.
Auch gibt es die politische Mitte nicht, keiner ist „Mitte“ und das, was bei uns als „Mitte“ bezeichnet wird, liegt ohnehin im tiefroten Bereich des polit. Spektrums.
Ja, die Konservativen müssen aus ihrer Lethargiestarre aufwachen, wobei ich die Union und hier vor allem die CDU nicht mehr als konservative Partei sehe. Es geht dabei aber nicht ums geduldet werden oder nicht, es geht ums Überleben! Ums Überleben der Demokratie, der Freiheit, des Wohlstands und der Union.
Die linksextreme Parteien SPD, Grüne & SED/PDS/Linke wissen, daß sie nie auf demokratischem Wege an die Macht kommen können, weil ihre Ideologie von der Mehrheit abgelehnt wird. Darum können sie das nur an der Demokratie vorbei, wenn sie es erst einmal geschafft haben die AfD zu verbieten – und das ist der Hauptgrund für die Wahl linksextremer Verfassungsrichter – dann werden sie als nächstes der Union an den Kragen gehen, denn „unsere Demokratie“ funktioniert nur ohne Opposition!
Was Herr Müller beschreibt, wird in den USA durch Demokraten (hierzulande: von Linkspartei bis Merkel-CDU) versus Republikaner (populistische anti-establishment-Rechte) abgebildet. Wenn sich die alten Strukturen unter linker Hoheit zu einer Konsens-Sauce ballen, gibt es quasi automatisch eine Gegenbewegung, die oft roh und laut, aber deutlich "Nein" sagt.
"Konservative müssen aus der Passivität heraustreten und bereit sein, Normen zu setzen und Sprache zu prägen."
Es gibt in Deutschland nur eine Partei, die sich das gegen alle Widerstände traut.
Der Text liest sich, als sei er auf Englisch verfasst und dann stumpf ins Deutsche übersetzt worden. Zumindest wenn man sich des Autors Definition von "Liberalismus" oder "liberal" anschaut. Im Englischen bedeutet "liberal" so viel wie links-grün-woke, vielleicht mit (aufgrund der Traditionen der englischsprachigen Länder) etwas mehr Marktwirtschaft als in Deutschland. Im Deutschen hat das Wort liberal seine klassische Bedeutung behalten, auch wenn sie mit Präfixen wie links- teilweise pervertiert wird.
Auch die Bedeutung von liberal-konservativ wird verkannt. Nicht Wüst und Günther sind liberal-konservativ, sondern Katja Adler, Frank Schäffler, Thomas Kemmerich, Frauke Petry etc.
Außerdem fehlen konkrete inhaltliche Forderungen, was der Konservative denn nun genau tun sollte? Misstrauen an vdL? Minderheitsregierung unter Duldung der AfD? Abwenden von Frankreich und Spanien und stattdessen mehr Zusammenarbeit mit Polen, Tschechien, den baltischen und den nordischen Staaten? Pustekuche
Liberalismus verträgt sich mit keiner linken Ideologie, im Gegenteil, sie widersprechen sich denn der Liberalismus basiert auf die Freiheit, Eigenverantwortung und Mündigkeit des Individuums. Linke Ideologien hingegen kennen kein Individuum, sondern nur das Kollektiv und sie setzen immer Zwang, Unfreiheit und Bevormundung voraus, anders sind sie nicht umzusetzen.
Genauso ist es Herr Müller. Man muss nicht viele Jahre auf dem Buckel haben, um das zu erkennen. Sie sind jung und haben das trotz noch relativ kurzer Lebensdauer bereits erkannt und in diesem lesenswerten Artikel verarbeitet. Dafür meinen besten Dank. Ich frage mich nur, warum das die allermeisten konservativen Politiker nicht erkennen bzw. nicht mehr wollen. Stattdessen bestätigen sie jeden Tag inzwischen Ihre Aussage. "Konservative werden geduldet, solange sie keine eigene Meinung artikulieren." Und sie verhalten sich längst so. Und wer dann doch den "Fehler" wagt, etwas allzu drastisch ehrlich zu beschreiben oder zu fordern, der begeht sofort die Kardinalssünde, der begeht "AFD-Sprech" oder gar schlimmer, der zeigt "rechtsextreme Tendenzen" auf. Deshalb bemüht sich Merzel, ja wie viele andere auch, ja nichts konkretes zu sagen, sondern den sog. "Sprech der liberalen Mitte" zu übernehmen. Viel reden, nichts sagen und schon gar nicht inhaltlich differenziert diskutieren.
Zwei Fragen zu der Analyse:
Wo wird die zweite Kandidatin (Kaufhold) für das höchste deutsche Gericht erwähnt, die Wahlen nur noch für eingeschränkt nötig halten soll, weil der Staat weiß, was die Bürger wollen? Ist die für die Union uneingeschränkt wählbar oder traut man sich nicht, beide Kandidatinnen abzulehnen?
Die Meinung, dass Linke und Liberale entscheiden, was Mitte ist, kann ich nicht nachvollziehen. Liberale heißt für mich „Freiheitliche“, nicht FDP. Selbst wenn man diese Partei wegen der Ampel Politik mit den Linken in einen Topf wirft, halte ich diese Einordnung für falsch.
Für mich hat Konservatives auch nichts mit (neue) Normen setzen und Sprache prägen zu tun. Das klingt nach Diktatur. Konservativ heißt, Bewährtes bewahren, bis sich neues als besser erwiesen hat. Dabei spielt die Freiheit der Menschen, darüber zu entscheiden, eine gewichtige Rolle. Das gilt für Normen genauso wie für Sprache: Das Gute setzt sich durch.
Insofern passen Schwarz und Grün auch nicht zusammen
Sie haben in vielem recht, aber die derzeitige CDU passt doch noch sehr gut zu den Grünen, den vieles von dem grünen Gedankengut ist in demonetized 20 Jahren in diese Partei eingesickert. Konservativ im von Ihnen beschriebenen Sinn ist ist sie schon lange nicht mehr. Man wollte halt auch progressiv sein und hat sich denkfaul der linken Diskurshoheit ergeben.
Die FDP hat seit ihrer verhängnisvollen Paarung mit der Gottesanbeterin Angela alle Prinzipen des Liberalismus über Bord geworfen, nur um mitregieren zu dürfen. Insofern hat sie die Bezeichnung „liberal“ verwirkt.
Wer mit „linksliberal“ hantiert“, hat die Zielrichtung beider nicht recht verstanden.
Liberalismus und Sozialismus sind ideologische Antipoden in der Vorstellung von Mensch und Gesellschaft.
Man stelle sich vor, Friedrich A. Hayek und Karl Marx würden sich auf der Bühne in trauter Gemeinsamkeit umarmen und herzen.
Letztlich geht es wie so oft um die Deutungshoheit der Begriffe, in diesem Fall um das Ausgrenzen jeglichen liberalen Gedankenguts, das, wenn überhaupt noch erwähnt, mit dem Schmähruf eines „Neoliberalismus“ verworfen wird.
Die weit überwiegend „linksliberale“ Medienlandschaft hat das Übrige dazu beigetragen, die liberalen Grundideen zu verunglimpfen.
Die freie Meinungsäußerung dagegen wird dank framing und cancel culture inquisitorisch hinterfragt.
Kaum eine Vokabel in der Politik wurde und wird so sehr missbraucht, falsch eingesetzt und missverstanden wie „liberal“ und „Liberalismus“. Ein Paradoxon ist der Begriff „sozialliberal“. Noch paradoxer: linksliberal. Der klassische Liberalismus von 1848 ist weder links noch rechts, er ist in seiner Entstehung ein Kampf für politische, wirtschaftliche und individuelle Freiheit. Diese Freiheit des Individuums wird von keiner Partei in Deutschland mehr angestrebt, geschweige denn verteidigt. Im Gegenteil: man fesselt den Bürger, den Souverän, wo immer es geht, man unterdrückt seine Freiheitsbestrebungen mit Gesetzen, Verordnungen oder der gelenkten öffentlichen Meinung. Selbst auf eigenem Grund und Boden wird man bevormundet. Es wird alles von oben geregelt , wie zu heizen ist oder ob man einen zu großer ß gewordenen Baum fällen darf. Alles im Namen übergeordneter höherer Ziele,die nicht hinterfragt werden dürfen, die von einer Minderheit, die sich für erleuchtet hält,festgelegt werde
Ich habe im Gegensatz zu Ihnen die Hoffnung auf Besserung noch nicht aufgegeben. Ansonsten bliebe nur der Suizid, entweder schnell oder langsam durch eine autokratische Regierung.
Ansonsten habe Sie mit allem recht, was Sie geschrieben haben, insbesondere hinsichtlich der überbordenden staatlichen Regulierung, auch seitens der Union, weshalb ich diese auch nicht in meinem Kommentar erwähnt habe. Kann man die Union heute noch als "konservativ" bezeichnen? Ich meine nein.
definiert wurde, existiert seit dem Jahr 2015 nicht mehr. Es gab Mitte - rechts aus Union & FDP & Mitte - links aus SPD, Grünen und den SED Erben. Gemeinsamkeiten gab es folge dessen in der Mitte.
Im Jahr der Massenflutung Deutschlands durch illegale Migration, verschob Merkel die Union weg von der Mitte nach links und das alternativlos. Das Teile der Union in das Vakuum Mitte- Rechts gestoßen sind und binnen 10 Jahren, entgegen allen Prognosen, zur stärksten Oppositionspartei, teilweise sogar als stärkste Partei Deutschlands von den Demoskopen gesehen wird, zeigt eine Wiederbelebung des Mitte- Rechts Blocks wie es ihn mit der Union vor 2015 gab.
Das die FDP in diesem Block keine Rolle mehr spielen werden, ist ebenfalls ihrem . „Links Ruck“ mit Eintritt i d Fortschrittskoalition geschuldet.
Schlussendlich muss sich die CDU entscheiden, ob sie weiter den linken Brandmauer- Weg weitergeht oder den mit der AfD.
Die CDU hat mit der GroKo die letzte Patrone im Rohr !
MfG ad Erf. Rep.
Es gibt natürlich eine Vereinnahmung nicht nur von Links, sondern inzwischen auch von Rechts. Im AfD-Milieu gibt es inzwischen ein Zerrbild des Liberalen und des Konservativen. "Liberalkonservativ" ist dort ein Schimpfwort. Wie auch hier im Artikel.
Aber ginge es nicht darum, die Worte zurückzuerobern? Ein gutes, konsequentes Bild von Liberalen und Konservativen zu prägen, gegen die Linken und gegen die allzu Rechten?
Es gibt übrigens noch mehr Worte, die man sich hat aus der Hand nehmen lassen. Da ist z.B. "Humanismus". Das wird heute praktisch als Synonym für eine linke, materialistische Weltanschauung verwendet. Was für ein Blödsinn! Humanismus ist etwas völlig anderes.
Und schließlich zu den Kompromissen: Natürlich ist der Kompromiss das Wesen der Demokratie. Hier wird aber so getan, als bedeute "Kompromiss" immer "einseitiger Pseudokompromiss zulasten der Konservativen". Das ist aber mitnichten so, denn dann ist es ja kein Kompromiss.
Verteidigt die Worte!
Links und liberal zu sein ist eine Unmöglichkeit. In dem Moment,in dem linkes Gedankengut ins Spiel kommt, ist es mit der Liberalität vorbei. Links heißt immer Dogmatismus und Kollektivismus. Links dachte früher schon von der Klasse her, heute von der Gruppe. Die identitären Aufsplitterungen nach Hautfarbe, Geschlechtern und- ganz wichtig- jeweiligem, zugeteiltem Opferstatus ist geradezu eine Perversion des ursprünglichen Klassenkampfs, in dem es immerhin noch um die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Arbeiter ging.Das Individuum und seine Freiheit sind keine linken Themen, im Gegenteil.
Es gibt in Deutschland keine liberale, freiheitliche, konservative Partei mehr. Die FDP hat mit der Übernahme des identitären Selbstbestimmungsgesetzes ihr Grab geschaufelt, weil den Funktionären der Unterschied zwischen libertärer, zeitgeistiger,linker Beliebigkeit und Liberalismus nicht mehr geläufig ist. Liberale können durchaus konservativ sein, überzeugte Linke keinesfalls liberal.
