Links: Dresdner Frauenkirche mit Menschenmenge; rechts: Frau, unsicherer Vorschlag. Foto.
Der „Trauermarsch“ vor der Dresdner Frauenkirche / Screenshot Youtube

„Trauermarsch Deutschland“ in Dresden - Wenn „virtuelle Vergewaltigung“ schlimmer ist als die reale

Zwei Demos, zwei Welten: Tausende protestieren wegen eines alten Internetfalls – wenige gedenken realer Gewaltopfer. Warum mobilisiert „digitale Gewalt“ mehr als Mord und Vergewaltigung? Ein Erklärungsversuch zwischen Statistik, Politik und Psychologie.

Autoreninfo

Mia Kilian hat Umweltsystem- wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei Cicero.

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Berlin, 22.03., Brandenburger Tor: Mehrere Tausend Menschen strömen wütend durch die Straßen, auf den Gesichtern blankes Entsetzen ob des Geschehenen, die Parolen auf ihren gen Himmel gerichteten Schildern zeugen von wilder Entschlossenheit: „Gerechtigkeit den Tätern!“, „Educate your sons!“, „Die Scham muss die Seite wechseln!“

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Christa Wallau | Mo., 27. April 2026 - 14:30

daß in Deutschland inzwischen die Großeltern o. Eltern nicht mehr mit ihren Kindern über Politik reden können, ohne in Streit zu geraten, ist das Ergebnis der beispiellosen Verleumdungskampagne, welche die Alt-Parteien in enger Zusammenarbeit mit den Haupt-Medien gegen die AfD geführt haben.
Die meisten jungen Leute sind voll auf das Narrativ von der gefährlichen neuen "Nazi-Partei" hereingefallen, während bei den älteren Leuten (wenn auch nur bei einem Teil davon) die eigene Lebenserfahrung und das eigenständige Denken verhindert haben, daß sie
bedingungslos dem Mainstream hinterher gelaufen sind.
Nun geht ein Graben durch unzählige Familien.
Welch ein "Erfolg", den sich die Verantwortlichen auf ihre Fahnen schreiben können!
Ich habe mich früher oft gefragt, wie es möglich war, daß Verbrecher wie Hitler, Stalin usw.
nicht mehr Widerstand von den Bürgern erfuhren - jetzt weiß ich: Propaganda auf der einen Seite u. mangelnder Mut u. Verstand auf der anderen machen alles möglich!

Maria Arenz | Mo., 27. April 2026 - 14:50

von Cicero so fein eingestellt ist, daß das durchkommt, was mich u.A. an dem auch in diesem Artikel so undifferenzierten "Migrations- Narrativ" seit Jahren so stört. Vorab: einem Arzt, der einen mit hohem Fieber und eitrigen Pusteln geplagten Patienten nur auf eine "Infektionskrankrankheit"behandelt, wird der an Pocken erkrankte Mensch wahrscheinlich unter den Händen wegsterben, wenn er sich scheut, die konkrte Krankheit -Pocken- schleunigst beim Namen zu nennen und spezifische therapeutische Maßnahmen zu ergreifen. Und genauso geht es uns, wenn immer nur um "Migrationsprobleme" geirrlichtert wird. Kein vernünftiger Mensch sieht Probleme im Zuzug von Kroaten, Vietamesen, Norwegern oder Franzosen etc. . Solange man sich aber scheut, die konkreten Probleme konkreter "Migranten-populationen" zu benennen , die sich eben nicht als Migranten sondern als Siedler fühlen und aufführen, werden wir uns immer mehr den Zuständen annähern, vor denen diese geflohen sind.

Markus Michaelis | Mo., 27. April 2026 - 14:52

Ich würde sagen, dass für eine Mehrheit der politisch wirksameren Menschen Gewalt durch Migranten eine deutlich kleinere bis keine Rolle spielt, während der alltägliche Kampf um die Gesellschaft, wer Recht hat, wer sich ungerecht behandelt fühlt, wer glaubt noch nicht den Platz zu haben, der ihm zusteht, andere zu sehen, die zuviel Platz besetzen (also gesellschaftlich-politischer "Alltag") eben alltäglich und sehr prägend ist.

Ein anderer Punkt ist, dass für prägende Teile der Gesellschaft allgemein der Kampf gegen Rechts ein sehr dominierendes Thema ist und damit auch viele Bedrohungsängste verbunden sind. Es kommt dann auf die einzelnen Taten und ihre individuelle Bewertung nicht mehr so an. Es geht darum in einer als existenziell empfundenen Bedrohungslage zusammenzustehen, mit den Kräften, die man als "verbunden" wahrnimmt. Interessant wäre da, warum welche Gruppen und Kräfte als für oder gegen Rechts wahrgenommen werden.

Vielleicht dazu noch: der Cicero wird ja auch weit verbreitet als Rechts wahrgenommen. Letztens glaube ich auch wieder in einer quasi-staatlichen Initiative (habe vergessen welche genau), die unter anderem vor dem Cicero warnt (oder was auch immer genau). Was sagen die Cicero-Journalisten aus eigener Erfahrung: warum genau werden sie oft als rechts wahrgenommen (was dann negativ gemeint ist). An was kann man das genau festmachen? Kann man das irgendwie auf den Punkt bringen? Ich glaube damit ist vieles verbunden, was auch mit erklärt, warum auf der einen Demo tausende, auf der anderen viel weniger Menschen sind.

Wesentlich ausgeprägter als beim Cicero ist die Aggression gegen NIUS, ausgehend auch vom linksgrünen Daniel Günther, der öffentlich eine Zensur gefordert hat, und zwar deutlich als MP von SH. Bei Fernandes gehe ich davon aus, dass diese ihr optisches Erscheinungsbild dazu eingesetzt hat, den bei fast allen Männern vorhandenen Beschützerinstinkt zu aktivieren, indem sie sich als bemitleidenswertes Opfer darstellte.

soistes | Mo., 27. April 2026 - 16:48

um dieser kollektiven Denkstörung zu entgehen. Selbst wieder zu Denken & nichts darum geben was andere von einem Denken.

Die einfachste verfestigte Intelligenz ist besonders in der politischen Führung angekommen, man bedenke in der letzten Koalition wurden wir von Hühner, Schweine & Kühe melken & von "Kollektiven Völkerrecht" mit einem überstrapazierten "Brainwash" unterzogen.

Nicht zu vergessen die Aussage einer passionierten "Küchenkraft": "Sie freue sich das sich die Deutschen künftig nicht nur um sich drehen"

Wenn man solche Politiker in ein Parlament wählt, ist es schon ganz schön gewaltig mit der kollektiven Denkstörung. 150 Menschen sind bei uns von Gewaltdelikten getötet worden. Wir müssen uns jetzt selbst schützen, vor Leuten die bei uns Schutz gesucht haben. Irre

Wenn wir uns als Bevölkerung nicht grundlegend ändern in allen Bereichen, wird das nichts mehr mit uns.

Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit:

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Achim Koester | Di., 28. April 2026 - 08:32

Dass solche Leute wie die von Ihnen erwähnte "Küchenkraft" in den Bundestag kommen, liegt nicht am Wähler, sondern an dem Listensystem der Parteien, die solche Leute, aus welchen Gründen auch immer, auf die vorderen Listenplätze setzen.

Hans Page | Di., 28. April 2026 - 13:39

Die Lösung des Rätsels liegt weniger in der mangelnden Empathie der Bevölkerung sondern im organisatorischen im engsten Sinne. Diejenigen die in den letzten Jahren grosse erfolgreiche Demonstrationen lanciert haben waren immer in Besitz von umfangreichen und aktualisierten Listen. Deshalb sind es immer „Bündnisse“ die da demonstrieren, oder besser Leute die dank dieser Listen Leute direkt anschreiben können und das dann auch tun. Früher war das Mobilisierungsmonopol bei den Gewerkschaften, aber inzwischen haben auch Privatleute derartige Listen (L Neubauer) die daraus ein erfolgreiches Geschäftsmodell gemacht haben. Die Namen derjenigen die bei FfF mitgemacht haben sind ein sehr behüteter Schatz, der natürlich aktualisiert werden muss. Ein Jahr ist da eine lange Zeit, deshalb organisiert LN alle 3-4 Monate eine neue Demo damit das Demo-potential nicht „veraltet“. Diesen Organisationsgrad haben die anderen normalen Bürger nicht die nicht von diesem Geschäftsmodel leben wir LN.

Ines Schulte | Di., 28. April 2026 - 14:16

… über den Namen der einstigen prägenden Gestalt bei Pegida, bis ich einen alten Art. des „Handelsblatt“ aufrief, der von der Veranstaltung bei Günter Jauch mit ebendieser Kathrin Oertel berichtete. Eine Bewegung, die von unten kam und Tausende mobilisierte, es wie gesagt, bis in die 1. Talkshows schaffte, ganz ohne Netzwerke, wie heute üblich. Könnte es also daran liegen, daß die mediale Präsenz entscheidend für den Erfolg einer Sache ist.? Der Umkehrschluß hiesse: Worüber nicht berichtet wird, findet nicht statt.