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Mario Voigt (l.) und Björn Höcke (r.) im Thüringer Landtag / picture alliance/dpa | Bodo Schackow

Thüringer Landtag - Höcke gegen Voigt: AfD mit Misstrauensantrag erfolglos

AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat Thüringens CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt erneut herausgefordert - und ist gescheitert. Warum die Abstimmung ein Test für Voigt und seine Brombeer-Koalition war.

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Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke ist mit dem Versuch gescheitert, den CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt zu stürzen. Ein Misstrauensantrag der AfD-Fraktion gegen den Regierungschef blieb im Landtag in Erfurt erfolglos. Es war bereits der zweite Anlauf der AfD-Fraktion in diesem Jahr, Voigt durch Höcke in der Staatskanzlei zu ersetzen. Anlass war erneut Voigts aberkannter Doktortitel und sein erfolgloser Widerspruch dagegen bei der TU Chemnitz.

Der AfD-Fraktionschef stellte sich im Landtag der Ministerpräsidentenwahl und bekam bei der geheimen Abstimmung 33 Stimmen, eine mehr, als die AfD-Fraktion hat. Drei Abgeordnete enthielten sich, 49 votierten gegen Höcke. Damit gab es zwei Enthaltungen mehr als beim ersten AfD-Misstrauensvotum im Februar.

Voigt: „Lasse mich nicht klein machen“

Vertreter der Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD warfen Höcke eine rechtsextremistische Haltung und eine politische Showveranstaltung kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor. „Ich werde mich von Ihnen nicht klein machen lassen“, sagte Voigt in Richtung seines Dauerkontrahenten. Das Abstimmungsergebnis bezeichnete der Regierungschef als Rückenstärkung. Nach der Thüringer Verfassung kann der Landtag dem Ministerpräsidenten das Misstrauen nur aussprechen, wenn eine Mehrheit der Abgeordneten einen Nachfolger wählt.

Bei der Begründung des Misstrauensantrags forderte Höcke Voigt erneut auf, aus der Aberkennung seines Doktortitels die Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten. Das politische Kerbholz von Thüringens Regierungschef sei übervoll. „Sie sind ein Plagiator“, die Koalition sei eine „Beutegemeinschaft“. Höcke kreidete Voigt außerdem eine umstrittene Nutzung von künstlicher Intelligenz bei einem Zeitungsbeitrag sowie für eine Rede zum Holocaust-Gedenken an.

Höcke nutzt Richtungskampf beim BSW

Die Abstimmung war auch ein Test für den Zusammenhalt der Thüringer Brombeerkoalition und den Rückhalt für Voigt. Höcke nutzte für seinen Angriff einen Richtungskampf im BSW, bei dem es um die Thüringer Regierungsbeteiligung geht. Zwei BSW-Abgeordnete, die dem Lager von Parteigründerin Sahra Wagenknecht zugerechnet werden, hatten Voigt in den vergangenen Tagen als Ministerpräsident infrage gestellt.

Wie diese sich nun beim Misstrauensantrag verhielten, blieb bei der geheimen Abstimmung unklar. Vor einigen Wochen hatte Höcke Wagenknecht vergeblich angeboten, als Ministerpräsidentin zu kandidieren – mit Unterstützung der AfD. Voigts Regierungskoalition aus CDU, BSW und SPD hat nur 44 der 88 Sitze im Landtag – und ist immer wieder auf Kompromisse mit der oppositionellen Linken angewiesen.

dpa

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Urban Will | Fr., 28. August 2026 - 14:28

eh schon irgendwo in der Stratosphäre hing, in den Weltraum verlegt.
Wie tief man noch sinken kann, weiß ich nicht. Voigt nähert sich dem Erdkern.
Vor jedem Spatz auf dem thüringischen Landtag habe ich mehr Respekt.
Es gibt de facto jetzt keine Gründe mehr, von irgendeinem Amt noch zurückzutreten. Außer der betroffene hat das, was Voigt und so ziemlich alle im Altparteien-Komplott (die AfD kann man noch nicht bewerten, weil da quasi niemand irgend ein Amt innehat) nicht haben: Ehrgefühl.
Vom Charakter braucht man gar nicht mehr zu reden bei diesen Gesellen.

Wagenknecht zähle ich zur Gruppe der ehemaligen Politiker. Sie hat alles abgelegt, was sie einst auszeichnete, ich nehme sie nicht mehr ernst. Möge sie in ihrer Villa im Saarland mit ihrem Oskar ihren Lebensabend, der eigentlich dann doch recht früh begonnen hat, genießen und uns ihre Sprüche ersparen.
Höcke wird sicherlich weiter kämpfen. Spätestens nach der nächsten LT-Wahl ist er MP.

Die SPD wird sich wie die Grünen pulverisieren, das BSW sich aufspalten und beide Gruppierungen im Nirgendwo landen. Bleiben nur eine CDU weit unter 20% mit einem Koalitionsparter der von West Linken neuster radikaler Prägung dominiert werden und sich um die 10% bewegen dürften. Demgegenüber steht eine AfD mit über 40%. Ob mit oder ohne Höcke, völlig Wurst.
Das Plagiatsverfahren wird bis dahin nicht entschieden sein und Herr Mett bekommt seine MP Tantiemen bis ans Lebensende was ja der eigentliche Sinn der gerichtlichen Auseinandersetzung zum Doktortitel war und ist.
MfG a d Erfurter Republik

Ernst-Günther Konrad | Fr., 28. August 2026 - 16:33

Das er mit seinem Antrag scheitern würde dürfte Höcke klar gewesen sein. Ihm ging es doch letztlich nur darum, Wahlzweiflern klarzumachen, wohin die Reise gehen wird, wenn Höcke nicht die absolute Mehrheit bekommt bzw. die AFD nicht die Regierung stellen wird, weil sich die anderen alle zusammenschließen werden, egal was sie sonst voneinander halten.
Ja, das ist ein Lackmustest für den BSW, aber auch für die Damen und Herren der UNION. Ausgehend von den letzten Umfragen braucht es das BSW nicht, wenn die UNION mit Linken und SPD -alle drei 45%- paktiert. Allerdings bekämen AFD und BSW zusammen 47%, wenn sich die Zahlen bei den Wahlen bestätigen. Letztlich war dieser Antrag ein Brückenbauversuch zum BSW vorzeitig diesem Plagiator und Betrüger den Saft abzudrehen. Diese Chance hat das BSW vertan. Ich bin mir sicher, nach den Wahlen wird das BSW von UNION nicht mehr gefragt werden. Dann werden die LINKEN ins Boot geholt, wenn Unionsabtrünnige der AFD nicht helfen.

Die SED Erben (weil sie eben die Juristischen Nachfolger der SED und ihres beträchtlichen Vermögens sind) die arbeiten doch schon 1 1/2 Legislaturperioden mit der CDU zusammen ! Rammelow erzielte keine eigene Mehrheit mit SPD & Grüner Sekte und wurde von der CDU toleriert obwoh binnen eines Jahres Neuwahlen stattfinden sollten. So die Vereinbarung. Zuerst scherten 4 CDU Abgeordnete aus zu der sich auch einige der SED ler gesellten und somit war die Mehrheit zur LT Auflösung dahin. Im Gegenzug daraus wird Mett‘s Brombeere nun von den SED Erben toleriert da dieser Koalition 1 Stimme zur Mehrheit fehlt.
I.ü. wird die sächsische CDU SPD Minderheitsregierung ebenfalls von der SED toleriert. Der einzige Untershied, in Thüringen war die AfD haushoch vor der CDU. In Sachsen war die CDU hauchdünn stärkste Kraft vor der AfD.
Und das Beste zum Schluß: keiner der CDU Garden samt dem ganzem Propagandaapperat hat daran je Anstoß genommen …... Keiner „dieser Verlogenen …..“
MfG a d Erf. Republik