Emmanuel Macron und Friedrich Merz
Emmanuel Macron und Friedrich Merz am Freitag in Saarbrücken / picture alliance / Foto Huebner

Tag der Deutschen Einheit mit Merz und Macron - „Neues Zeitalter der Konfrontation“

Der Bundeskanzler und der französische Präsident begehen in Saarbrücken das 35-jährige Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung. Die Veranstaltung gerät zu einem Weckruf an Deutschland und Europa. Die Frage ist nur, ob das ausreicht.

Alexander Marguier

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Im Umfeld von Friedrich Merz fällt seit einiger Zeit immer häufiger der Begriff „Erwartungsmanagement“. Gemeint ist damit der Befund, dass der Kanzler schon allzu oft Dinge angekündigt hat, die dann erkennbar nicht eintreffen. Jüngstes Beispiel ist der „Herbst der Reformen“ beziehungsweise der „Herbst der Entscheidungen“. Hinterher muss dann immer zurückgerudert werden – was sich inzwischen auch an den sinkenden Beliebtheitswerten des deutschen Regierungschefs bemerkbar macht. Insofern dürften einige in der CDU die Luft angehalten haben vor dessen Rede zum Tag der Deutschen Einheit an diesem 3. Oktober in Saarbrücken. Zumal durch die Anwesenheit des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron ein beinahe historisches Setting geschaffen worden war.

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Klaus Funke | Fr., 3. Oktober 2025 - 15:58

Man hört schon gar nicht mehr zu. Da ist zu viel Symbolik und zu wenig Handfestes für die Bürger. Und gerade hat die französische Marine einen Russenfrachter in internationalen Gewässern aufgebracht, wg. Verdacht auf Drohnen-Kriminalität (schönes neues Wort!). Putin hat zu dieser Art Piraterie auf seinem derzeitigen Waldai-Forum in Sotschi ein paar deutliche Worte gesagt. Wir lange will der Westen die Russen noch provozieren? Bis es mal richtig knallt? Es wäre schön, lieber Herr Marguier, sie informierten einmal über Putins Sotschi-Rede anstatt über nichtssagende dt.-frz Umarmungen. Das hätte Format und wäre mal was Neues. Aber bitte nicht Herrn Urban bemühen. Kann da nicht mal einer von CICERO hinfahren und authentisch vor Ort berichten? Das hätte Format und wäre doch mal was, oder? Oder dürfen Sie nicht? Oder haben Sie kein Geld? Ich würde glatt was spenden. Mensch, Marguier, mal raus an die frische Ostluft, mal journalistisch was Neues wagen, Pionier sein. Was Unerwartetes tun.

Stefan | Fr., 3. Oktober 2025 - 16:03

Weder Friedrich Merz noch Emmanuel Macron sitzen mit ihrer Grotte schlechten Staatsführung sicher und fest im Sattel.
Das Gegenteil ist der Fall.
Während der Franzose sein Land schon an die Wand gefahren hat, ist Merz dabei es ihm gleich zu tun.
Die deutsche Einheit ist auch gar nicht mehr so einheitlich, denn der Osten ist blau und der Westen hält sich noch gerade so mit einer linksorientierten Koalition über Wasser.
Friedrich Merz hat obendrein eine erneute Mauer zwischen Bürger Ost und Bürger West geschaffen, diese unselige Brandmauer nämlich.
In solcher Situation die Wiedervereinigung als Feiertag zu begehen, erscheint mir eher skurril.
Es ist eben noch jede Menge Dreck unterm Teppich, den Merkel und Ampel vergessen haben zu entsorgen und der Friedrich kehrt weiteren dazu.
Was wir derzeit erleben ist der Ausverkauf der deutschen Einheit und das erneute öffnen der Büchse der Pandora, nur bleibt diesmal offenbar noch nicht mal die Hoffnung drin.
Da nützt auch seine schöne Rede nix.

Urban Will | Fr., 3. Oktober 2025 - 17:11

vielleicht auch noch nicht), dass die im Sinkflug begriffene SPD bereit ist, alles zu tun, um zu überleben. Ihre „Stammkundschaft“, die Arbeiter und Angestellte, haben sie längst verraten. Ihre neue Zielgruppe sind eingedeutschte Migranten, die direkt ins Sozialsystem/Bürgergeld gingen und „schonlängerhierlebende“ Faulenzer, die im Bürgergeld sind.
Niemals wird eine SPD massive Einschnitte dort mitmachen und niemals wird Klein Fritzchen, der schon die Hosen voll hat, wenn Bas böse schaut oder Lars beleidigt ist, hier etwas reißen. Es sind klägliche Demonstrationen der Unfähigkeit und des Selbstbetruges, wenn er große Worte schwingt.
Die linksgrünwoke Ära, der die Alt-, bzw. Merkel-Union noch anhängt, zerbricht gerade. Je länger diese feige Union wartet, den großen Sprung über die Brandmauer zu wagen (aufgrund ihrer eigenen Blödheit dann als Juniorpartner), desto mehr geht dieses Land den Bach runter.
Mit Merz ist dieser Sprung aber nicht mehr möglich. Er muss endlich weg.

Ihr Zitat:
"Mit Merz ist dieser Sprung aber nicht mehr möglich. Er muss endlich weg."
Er hätte das Amt von Anfang an nicht übernehmen dürfen dann wären Lügen niemals zu Kompromissen erklärt worden.
Auch er wird deshalb die komplette Legislaturperiode offenbar auch nicht überstehen.

Karl-Heinz Weiß | Fr., 3. Oktober 2025 - 18:20

Zur Rede von Friedrich Merz fällt mir nur ein Satz von ihm ein (sinngemäß):
"Mein Anspruch ist es, die AfD zu halbieren".
Eher schafft er es mit der CDU.

Keppelen Juliana | Sa., 4. Oktober 2025 - 09:15

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich hoffe Merz schafft das mit der CDU denn an dem derzeitigen Zustand unseres Landes ist die CDU maßgeblich mitschuld. Nur auf die anderen Parteien zu zeigen lenkt vom desaströsen Wirken dieser CDU nur ab.

Sabine Lehmann | Sa., 4. Oktober 2025 - 02:07

Die Ironie dieses lamentierens über andere Autokratien und "rechte" Gefahren ist irgendwie herrlich. So wie Don Quijote auf Ecstasy. Die Windmühlen die Merz bekämpfen will, sind die eigenen. Ist das schon der Inbegriff von Irrsinn oder noch Politik? Gefahren aus dem Weltall sind inzwischen realistischer als die von unserer Politik inszenierten und "Gefahren aus dem Weltall" rangieren schon an der untersten Skala realer Bedrohungen, das muss man wissen, Hauptsache man fragt nicht noch den Lesch, Gott bewahre.
Nach "Long Covid" kam "Long Merkel", jetzt ist irgendwie überall Long-Tagesschau. Denn die Welt der Tagesschau ist bunt, manchmal nur rosa, hat nichts mit Realität und Fakten zu tun, ist sehr verbreitet, fast schon pandemisch, aber dennoch sehr unterhaltsam, zumindest wenn man auf Science-Fiction und Fantasy steht. Und Letztere scheinen schwer in Mode zu sein in den vergangenen zehn Jahren.
Ich liebe deutsche Land;-)

Elisa Laubeth | Sa., 4. Oktober 2025 - 02:40

Eine lustige Idee zum 3.Oktober einen französischen Präsidenten einzuladen, der mit hochfliegenden Plänen gestartet ist und eine vollständige Bruchlandung hingelegt hat. Er ist zwar noch Präsident, kann aber politisch nichts mehr durchsetzen, weil störrische und zerstörerische linke und rechte Kräfte jede der dringend notwendigen Reformen verhindern. So geht es Friedrich Merz, wobei er die Opposition in der eigenen Regierung hat. Mit Bas und Klingbeil, zwei sehr linken Ministern in Schlüsselpositionen, wird es nichts. Und nach den nächsten Wahlen wird ohne die AfD vermutlich gar nichts mehr gehen. In diese Position hat sich Merz selbst gebracht. Er ist konzeptlos, schlecht- oder gar nicht?- vorbereitet , aber mit markigen Sprüchen und völlig regierungsunerfahren in die Koalitionsverhandlungen gegangen. Die linken Profis haben ihn über den Tisch gezogen.
Da feierten zwei Leidensgenossen in der tiefsten Provinz ihre politische Fesselung mit wohlgesetzten Worten. It‘s showtime!

Thomas Veit | Sa., 4. Oktober 2025 - 10:59

Antwort auf von Elisa Laubeth

Aber es ist doch erstaunlich, wie robust die Wirtschaft doch trotzdem noch ist, nach 16+3+1=20 Jahren fehlender struktureller Entwicklung und Innovationen..., und verschlafener (Merkel) bzw. absichtlich zerstörter (Ampel) Chancen.

Das knappe eine Jahr Merz'scher Untätigkeit macht doch da 'den Kohl auch nicht mehr fett' - apropos Kohl: in letzter Zeit habe ich mich schon öfters mal selbst gefragt "Was hätte Helmut Kohl wohl gemacht...?", im Sommer 2015 bis heute?? 🤔

PS: ABER vielleicht rettet uns zukünftig eine KI an der Regierung...? Ach nee, auch da sind uns die Amis und die Chinesen ja schon wieder um Längen voraus... ... - vergaß ich. (zum Glück nicht die Russen!! 🤣, ...kann aber auch noch kommen...)

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa., 4. Oktober 2025 - 11:15

Festakt verantwortlich?
Da war es aus vielen Gründen eine großartige Idee, Macron einzuladen, der auch schon bei der Trauerfeier für Wolfgang Schäuble im Parlament sprechen durfte.
Alles hat seine Zeit und Frau Merkel hatte die ihre hoffentlich.
Schauen wir nach vorne.
Ich bin gegen eine verordnete längere Arbeitszeit, sehr wohl aber für Anreize, diese selbst fortzusetzen auf die eine oder andere Art, auf der einen oder anderen Stelle.
Die Probleme der Demographie duch auch noch evtl. "unkontrollierte" Migration zu beheben, scheint größere Probleme zu schaffen, als sie löst?
Die Bundesrepublik muss nicht Klassenbester* für "helfende Hände" sein.
Wir müssen uns selbst helfen können, weil andere es eventuell nicht einmal können!
Wir dürfen also auf unser Land und unsere versammelten Leute schauen.
"Remigration" scheint mir in diesem Zusammenhang ein UNWORT!
Globale Brandherde sollten gelöscht und nicht drumherum organisiert werden, jedenfalls nicht nur und ohne Öl ins Feuer zu giessen..

Ernst-Günther Konrad | Sa., 4. Oktober 2025 - 11:44

Merz kann und will nicht. In dem Moment, wo er die Schuldenbremse aushebelte und sich mit Hilfe der Links-Grünen zum Kanzler wählen ließ, sich dieser SPD in die Fänge begab, in diesem Moment hat er Suizid auf Raten begangen. Ich wage die Prognose, das nächste Jahr übersteht er als Kanzler nicht mehr. Ich habe dieser Tage zufällig eine Doku zur deutsch-französischen Freundschaft im Fernsehen gesehen, wie Adenauer und auch de Gaulle sich redlich und menschlich nahe, zu auch einem inneren Frieden und tiefer Freundschaft zusammen getan haben. Nein, nicht alles was die dachten und auch machten, hat sich später als richtig oder vorteilhaft gezeigt. Aber die haben es geschafft die Wunden des Krieges zu verschließen und ihre Völker dabei mitzunehmen, auch wenn es auf beiden Seiten Kritiker gab. Wenn ich mir heute diese Politik Schausteller anschaue. Null Charisma, null Kompetenz, null Empathie für das eigene Volk und nur noch auf Machterhalt aus, den Souverän vergessen. Nur noch Tiefe Abscheu.