- Eine seltsame Geschichte
Das Leben ist kein langer ruhiger Fluss, genauso wenig wie unsere Historie: Erinnerungen an meine Ost-Verwandtschaft, an die Prophezeiung eines Trampers, an die deutsche Wiedervereinigung – und an meine Zeit bei der Treuhandanstalt.
Ich bin zwar in Baden-Württemberg aufgewachsen, trotzdem war die deutsche Teilung fester Bestandteil meiner Jugend. Denn meine Großeltern mütterlicherseits hatten kurz nach dem Mauerbau „rübergemacht“: aus einem Dorf in der Nähe von Wernigerode im heutigen Sachsen-Anhalt über Zwischenstation in Berlin bis nach Hagen in Westfalen. Warum es letztlich auf Hagen hinauslief, weiß ich nicht genau, aber die Stadt gefiel ihnen und sie blieben bis zur Wende tatsächlich dort wohnen.
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Ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht-weitaus besser als Politikerreden zum Jahrestag. Das größte Rätsel des Einigungsprozesses ist für mich die Rolle der DDR-sozialisierten Ex-Kanzlerin. In meiner westdeutschen Naivität hatte ich mir vorgestellt, dass sie zu einer "deutschen Symbiose" sehr viel beitragen könnte. Schlicht unbegreiflich, dass ihre Politik, insbesondere seit 2015, genau das Gegenteil bewirkte.
... und zu der als Wiedervereinigung geframten "Halbannexion" der DDR möchte ich allen die mir heute Nacht gekuckten ZDF-Dokus "Die Unbeugsamen" (West) und "Guten Morgen, ihr Schönen" (Ost) ans Herz legen.
Allein nach diesen m. E. sehr guten Sendungen (Mediathek) mit Schwerpunkt Frauen wurde mir schon rein optisch der RIESIGE Unterschied dieser beiden Deutschland klar wie die sattsam bekannte Kloßbrühe - und dieser Unterschied wirkt bis heute in "für uns Westler" MENTAL einfach nicht vorstellbarem Ausmaß nach.
Und so, wie mir das sich lustigmachende Chauvitum (ja nicht nur im Bundestag damals - immerhin unsere Führungselite!) heute peinlich ist, fühle ich andererseits ganz speziell mit den Frauen in der DDR mit - einschließlich mehr Verständnis für das bei älteren Ostdeutschen immer wieder aufscheinende Nachtrauern um den Zerfall dieses "Baumes ohne Wurzeln", dieses "zerplatzten Traumes, der nie so schön war, wie er geträumt wurde", wie zwei Protagonistinnen zum Schluß der Doku sagen.
Wo werden wohl der ehemalige SED-Freund und ehemalige BRD-Kanzler Scholz mit SED-Kanzlerin Merkel ihre ungeliebte Wiedervereinigung absolvieren?
Die deutsche westliche Haßmerkel feiert bereits versteckte, stalinistische fröhliche Urstände mit ihrer ideologischen SED-Vergangenheit ich bin immer hier.
Und ScholZ?
Jetzt hat das Bundesarchiv neue Unterlagen herausgegeben schreibt Knabe. Diese kommen aus den Beständen des DDR-Sicherheitsdienstes, in dessen Speichern Scholz gleich mehrfach verzeichnet ist. Und sie bestätigen das Bild, daß ihn die SED als wichtigen Bundesgenossen im Kampf gegen die NATO betrachtete. Denn als Vorsitzender der Jungsozialisten kämpfte er seit 1982 entschieden gegen das Vorhaben, in Westeuropa neue Mittelstreckraketen zu stationieren.
Und was macht der sich selbst gewählte linksextreme Steinmeier. Bezahlt von der Stasi seiner linken Zeitschriften.
Und diese begrüßen die Wiedervereinigung?! Daß ich nicht lache. Heute bekämpfen sie - zur Schattierung - die AfD.
1970 war ich als 9-Jähriger mit meinen Großeltern in der DDR. Beim Leunawerk mussten wir umsteigen. Es stank schon bedenklich und der Himmel war, warum auch immer, grün. Die ganze Gegend war mit hellem Staub bedeckt, der sich kurz nach Leuna in braunen Staub wandelte.
Leuna war aber nur der Vorgeschmack auf den Buna-Gestank in Halle. Der war infernalisch, mir wurde schlecht und in der Nacht habe ich mich erbrochen.
In der H-Null in Halle waren die Regale weitgehend leer und es gab für das Blechgeld kaum etwas zu kaufen. Der VoPo beim Anmelden meinte, dass mein Opa seit 1920 in der BRD wohnte. Als ich krähte: "Da gab es die BRD noch gar nicht!", hat meine Oma mich schnell vor die Tür gebracht, denn das hätte böse enden können. Und immer wenn es am schönsten war, fiel das Westfernsehen aus, wohl weil es gestört wurde.
Eine interessante Erinnerung, aber ein unsympathisches Land. Ostalgiker werden sofort kuriert, wenn sie tagelang mit Bunagestank leben müssen.
Den Schweren, die sich an unserem Staat versündigen, denen muß man auf's Hirn hauen und nicht denen die nix dafür können und blos mitmachen.
frei nach
F J . Strauß
Auf´s Hirn schauen riet die Grüne Roth. Gegnerin der Wiedervereinigung. Wie auch die gesamten Grünen. "Oh Herr, laß Hirn regnen in die Köpfe der Wiedervereinigungsfanatiker
auch Umweltverschmutzung (wie in früheren Zeiten übrigens ähnlich, wenn auch nicht ganz so schlimm, in der 'alten BRD' - Stichwort: der Rhein in den 70ern...😨 u.a.), aber die DDR war halt NICHT NUR LEUNA und die andere Schmutzstellen... ... ... - aber im Rückwärts-Tunnelblick doch schon - oder?
PS: 'Ostslgie' liegt mir wirklich fern!!, aber Ihre Ausführungen beweisen eben such wie subjektive Eindrücken >> schwupps! undifferenziert auf ein ganzes Land einschließlich dessen Bevölkerung projiziert werden: "Eine interessante Erinnerung, aber ein unsympathisches Land"
PS-PS: ...aber ich bin mir - gut informiert wie ich/wir bin/sind!! - auch ABSOLUT SICHER, dass es heute in Russland z.B. praktisch nur noch homophobe Nationalist:innen und Militarist:innen gibt..., muss ja so sein. >> Richtig gut und umfassend informiert zu sein ist halt schon 'die halbe Miete'..., bei der korrekten und unabhängigen persönlichen Meinungsbildung..., und so. 🤔
😉
Vor einiger Zeit besuchte mich meine Ziehtochter hier auf dem Dorf und war entsetzt über den Geruch des Mistes, der auf den Feldern lag. Ich habe meine ersten 5 Jahre keine 15 km von meinem jetztigen Wohnort verbracht und Mistgeruch ist eine Kindheitserinnerung für mich, weil im Ort noch ca 20 Misthaufen vor den Höfen lagen, also nichts Unangenehmes.
Insofern könnte meine Buna-Gestank-Therapie auch bei manchen Hallensern schöne KIndheitsassoziationen hervorrufen. Meine persönliche Theorie ist, dass wenn die Kindheit keinen Mangel kannte und schöne Momente bereit hielt, dann definiert der Mensch diese Umgebung als gut. Das erklärt auch die Ostalgie und meine Bemerkung über Ostalgie war sicherlich recht unqualifiziert.
ok, das ist sicher gut. Privat durchaus. Politisch überwiegen bei mir im Moment Zweifel und das halte ich auch für richtig.
Ich würde aus dem Artikel auch herauslesen, wie unberechenbar und unverständlich viele Dinge sind - gerade, wenn man mittendrin steckt und nicht aus größerer zeitlicher Distanz draufblicken kann. Ob die Wiedervereinigung der Familie eher entzweit, ob der große Treuhandmanager ein Topmann ist, der gerade am Rad der Zukunft dreht, oder ein "kleines Würtschen" ohne Überblick, ob der Staat (die DDR) noch lange lebt oder nicht: man weiß das alles nicht.
Insofern wundert es mich immer, mit welcher Sicherheit heute von sovielen universelle, absolute Werte und Sichtweisen und Ziele und Gesellschaftsformen vertreten werden. Ich hätte da mehr Fragen und Zweifel. Allerdings braucht es gerade deswegen auch Mut Entscheidungen zu treffen - das ist richtig. Nur woher all diese Sicherheit kommt, verstehe ich nicht.
Schilderung Ihrer Erinnerungen an diese Zeit. Liest sich prima...👍
Festhalten sollte man/Frau grundsätzlich, dass es 'die eine deutsche Einheit' praktisch nicht gibt..., auch wenn der bemühte Historiker (oder auch Film-Regissseure) nicht selten versucht das genau so festzulegen. Praktisch kein 'gelernter Ossi' findet Filme über die DDR-Zeit gut die von west-sozialisierten Regisseuren stammen - warum nur...!?? 😉
Jeder der die Einheit aktiv miterlebt hat hat SEINE Version der Ereignisse und Gefühle dieser Zeit verinnerlicht, und das ist ja auch vollkommen korrekt so.
Und genau so verhält es sich auch mit der Frage 'Wie es denn in der DDR so war...?'. Es gab ca. 17 Mio DDR-Bürger >> fragt man diese (abzüglich der Kinder...) erhält man trotzdem mindestens 17 Mio Antworten und Meinungen dazu... ..., und 'Wessis' - sorry!, egal wie bemüht, falls überhaupt... - können da eben NICHT mitreden, bei der realen Diktaturerfahrung im DDR-Alltag... 🤔
>> So ist halt das Leben..., das reale.
Ich glaube zwar auch nicht, dass ein Wessi einen hundertprozentig authentischen Film über die Zeit und die Menschen der DDR machen kann, lieber Herr Veit, aber ich war bislang der Meinung, die Serie "Weissensee" sei ein gelungener Versuch gewesen. Da ich aber eine von diesen arroganten und unwissenden Wessis bin, ist das natürlich nur eine grobe Einschätzung;-)
Jedenfalls besonders in Erinnerung ist mir in dieser besagten Serie die Folge über die Zustände und Machenschaften der Treuhand geblieben. Wobei selbst die Spitze dieses Eisbergs über die Verhökerung eines ganzen Landes und seiner Menschen schon reichte, um erahnen zu können wie drastisch und zerstörerisch da zu Werke gegangen wurde. Trotzdem bin ich, entgegen Ihrer Meinung, der Auffassung, dass Wessis mit und nicht über Ossis reden sollten. Denn wo wären wir denn, wenn wir nicht mehr miteinander reden würden? "Mitreden" zu können und dürfen, eine der elementarsten Errungenschaften partizipierender Demokratien.
Schönen Feiertag.
Das gibt vermutlich ein AfD-Ergebnis wie es bisher nur im Osten möglich war (grüne CDU, kein Söder, keine Freien Wähler ;) ). Wenn man die letzte Umfrage vom Mai in BaWü mit dem Anstieg der AfD in Bayern von Mai bis heute hochrechnet, könnte die AfD stärkste Kraft in BaWü werden.
Gemäß ARD-Umfragen wird die AfD von Leuten gewählt, denen es finanziell eher schlecht geht (Corona, Inflation) und die arbeiten. Da hilft nur 2000 EUR steuerfrei im Monat und Mehrwertsteuer im Supermarkt weg (Forderung der Freien Wähler). Aber die Regierenden sehen nicht, wie krass die Graugesichter aus vielen Nationen zu knapsen haben, die den Laden am Laufen halten und jeden Morgen zwischen 5 und 8 mit den Öffis zur Arbeit fahren
Spätestens nach der BaWü-Wahl in ein paar Monaten hat sich das Ost-West-Spaltungsgerede erledigt. Im Osten ist das Lohnniveau geringer und die Leute haben deshalb schon früher AfD gewählt.
Wir haben eine schöne Nationalhymne, die bereits alles sagt: Einigkeit und Recht und Freiheit. Kommen Freiheit und Recht zurück, klappt es auch wieder mit der Einigkeit! Deshalb für diesmal das Motto: Mehr Freiheit! Hoffen wir auf den Erfolg von Team Freiheit.
persönlichen Erfahrungen …..
Die bei mir vor geschlossenen Bahnschranken begann und ein ehemaliger Kollege die Autotür mit den Worten: die Grenze ist auf, aufriss…. Trabbi tanken, Visa und Geld tauschen und am 10.11. 89 Nachts über Duderstadt nach Göttingen I d Westen …..
Das passieren der Grenze war schon „seltsam“ in dem ich meiner Liebsten die Grenzanlagen erklärte. Von den Selbstschussanlagen, Kolonnenweg, Panzer. Und Straßensperren mit Molli. Wer hat sich so etwas ausgedacht fragte sie mich als ehem. NVA Grenzpionier.
Wer im Westen bleiben wollte wurde vom BGS aussortiert. Wir wollten ja wieder zurück und weiter ging’s nach Göttingen. Meine Tochter & meine Beste standen nach Begrüßungsgeld an und ich ging durch die Innenstadt Göttingens.
Die Schaufenster hoben mich nicht an, aber sanierten Fassaden …. Die Müllabfuhr leerte die Papierkörbe und wenn etwas daneben fiel wurde das mit Schaufel & Besen aufgekehrt.
Warum das bei uns nicht ging, frag ich mich noch heute
MfG a d E R
Ich stimme Ihnen zu. Wiewohl Ihre Beobachtungen die eines Wessis sind. Wir Ostdeutsche sind nach den wirren Wendezeiten und der großen Hoffnung, die wir alle hatten, in eine große Depression und Desillusionierung geraten. Was wir heute erleben hat, so blöd es klingt, die bösen Prophezeiungen der ehemaligen DDR-Funktionäre und auch z.B. die von Margot Honecker u.a. bitter bestätigt. Sollen diese Verderber Recht behalten? Nein, das dürfen sie nicht. Und doch gibt es Perspektiven. Warum wenden sich immer mehr Menschen der AfD zu? Warum führt uns der derzeitige Kanzler womöglich in einen Krieg mit Russland? Wo wird das enden? In einer dritten Katastrophe? Ihren Ausführungen, lieber Herr Marguier fehlt n.m.M. die schlüssige Konsequenz. Wir sollen "unsere Demokratie" retten? Wessen Demokratie ist das? Ist es das System, das wir jetzt bitter erleben? Nein, dafür haben wir im Herbst 1989 nicht "hinter der Gardine" gestanden, wie der derzeit zu Unrecht verfemter Kabarettist Uwe Steimle sagte.
Eine unterhaltsame u. sehr persönliche Replik der deutschen Wiedervereinigung, in der Tat. Aber dann diese fast schon pathetische Gewissheit, schöpfend aus dem typisch urdeutschen Kampfes- und Erfolgswillen, es möge uns auch dieses Mal gelingen diese „Krise“ zu überwinden.
Nun, Herr Marguier, wir befinden uns nur leider nicht mehr in einer Krise. Eine Krise ist per Definition ein vorübergehender unerfreulicher Zustand. Deutschland ist jedoch ein Totalschaden, politisch, gesellschaftlich, kulturell und vor allem ökonomisch. Reparatur unmöglich, der Zug ist mit dem dazugehörigen Bahnhof schon lange abgefahren. Merkel hat dieses Land unumkehrbar zerstört und dafür gesorgt, dass ihre Zerstörungsorgien weiter orchestriert werden, völlig egal welche Pappnasen und Avatare aus den Wahlurnen fallen und weiter dieses unwürdige Schauspiel einer Schein-Demokratie aufführen. Im übrigen ist der demographische Kompass so verrutscht, die Deutschen gibt es ohnehin bald nicht mehr. Allah lässt grüßen!
entnehme ich, dass sie den als solches benannten erneuten „Zerfall“ in zwei Teile an der einst innerdeutschen Grenze, was wiederum sicherlich den Umfrage-Mehrheiten einer gewissen Partei geschuldet ist, als etwas negatives sehen.
Und genau das sollten Sie als Chef eines – in meinen Augen nach wie vor sehr guten und unabhängigen -politischen Magazins vielleicht mal überdenken.
Der Osten ist es, der diese Demokratie von einer gespielten (im Westen ist sie dies nach wie vor) zu einer echten werden lässt. Man sollte dies ebenso feiern wie den Umstand, dass uns vor 35 Jahren der Osten wiedergegeben wurde, nachdem die Menschen dies auf der Straße eingefordert hatten (es mag noch mehr Gründe geben, aber die friedlichen Demos um '89 sind und bleiben für dieses Land historisch einmalig. Man schaue nur auf das heutige Geplärre der linksgrünwoken Lemminge im Vergleich hierzu...).
Im Osten sind die Menschen aufgewacht und leben Demokratie: etwas ändern per Wahlen.
Der Westen muss das noch lernen.
Indes, ich für meinen Teil bin an diesem Tage nicht so versöhnlich. Ich habe am eigenen Leibe die Machenschaften der betrügerischen Treuhand erlebt, ich weiß wie sich westdeutsche Sesselfurzer in ostdeutschen Ministerien breitgemacht haben, wie man sich mit ostdeutschen Immobilien "belohnt" hat. Man hat sich benommen wie die Kolonialherren damals in Afrika Süd-Ost. Nur das Blutvergießen hat gefehlt. Und bis heute werden wir im Osten von Westdeutschen von oben herab begutachtet. Ich war beruflich in den Neunzigern viel in Westdeutschland, habe gesehen und dazugelernt. Eine Puppenstubengesellschaft habe ich kennengelernt. Biedermaier und grundlose Arroganz. Ja, Herr Will, da ist noch viel nachzuholen. Wir indes haben eine Diktatur am eigenen Leibe erlebt und wir haben erfahren wie man sie los wird. Das hilft auch heute wieder. Es gibt nur eine Alternative aus der derzeitigen Misere herauszukommen. Merkel war der falsche und fiese Weg. Nur mit der Alternative wird es klappen. Nur Mut!!
