Streitgespräch Kubicki-Gauland - „Eine Religion gehört keinem Land“

Unser Streitgespräch zwischen den Stellvertretern von FDP und AfD, Wolfgang Kubicki und Alexander Gauland, fand große Resonanz. Auf Wunsch von Cicero-Leserinnen und Lesern zeigen wir nun eine längere Fassung des Videos

Der Cicero-Titel im Juli 2016: Ein Boxkampf zwischen Alexander Gauland und Wolfgang Kubicki
Cicero-Titel im Juli 2016: Martin Haake

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Zum Verkaufsstart der Juli-Ausgabe von Cicero zeigten wir bereits ein Video des Streitgesprächs zwischen Wolfgang Kubicki und Alexander Gauland. Viele Leserinnen und Leser wünschten sich seitdem eine längere Version. Nun zeigen wir hier den Film nochmals in einer Fassung von sieben Minuten.

Kubicki und Gauland gingen durchaus respektvoll miteinander um, waren aber um Abgrenzung bemüht. Wir sind politisch das genaue Gegenteil der AfD. Wir sind europafreundlich, nicht homophob und für offene Lebensentwürfe, sagte Kubicki. Er musste aber auch einstecken. Ohne die Fehler der FDP in der Eurofrage wären wir nicht entstanden, hielt ihm Gauland entgegen.

Zur Rolle des Islams sagte Kubicki, eine Religion gehört keinem Land. AfD-Vize Gauland fand, der Islam ist verbunden mit einem politischen Gestaltungswillen, der mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“.

front im juli

 

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Cicero Titel im August: Leibniz

 

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Ulrich Baare | Do, 18. August 2016 - 16:24

Ich erlaube mir einmal dem zu widersprechen. Religion ist ein älteres, grundlegenderes Konzept als z. b. Patriotismus, nationalismus etc. - und beschreibt in seiner ursprünglichen Ausrichtung die wesentlichen Selbstidentifiaktionsmerkmale einer darüber sich als zusammengehörig definierenden Gruppe von Menschen - die eben sehr wohl auf irgendeinem angebbaren Gebiet leben - selbst dann, wenn es Nomaden oder eine herumwanderende Horde sein sollte. Unter dieser These gehört eine Religion sehr wohl 'einem Land' - und selbst die großen monotheistischen Religionen unterscheiden sich in Einzelheiten (Gebräuche, Sitten, Auslegungen mitunter etc.) länderspezifisch.

Arndt Reichstätter | Do, 18. August 2016 - 17:01

Finde gut, dass die AfD den konservativen Kulturkampf antritt.

Leider sind mir alle nicht libertär genug, aber wenigstens wird gestritten.

Und dass die derzeitige linkslehnende bzw. teilweise linksradikale politische Klasse gegen das eigene Volk arbeitet, ist nicht nur unbestritten sondern rechtskräftig.

Mir geht es um den ehrlichen Austausch und anschließend um eine Win-Win-Situation, weil sich alle Streitparteien einigen.

Eine Win-Win kann zum Beispiel sein, Immigranten Sozialleistungen zu gewähren, aber die Grenzen jetzt zu sichern. Eine andere kann sein, die Grenzen offen zu lassen, aber Flüchtlingshilfe zu privatisieren. Gibt noch tausend Möglichkeiten.

Wichtigster Punkt dürfte sein, dass wir uns nicht vom militärisch-industriellen Komplex auf einen falschen Feind scheuchen lassen.

Wie damals.

Paul Reuter | Fr, 19. August 2016 - 08:41

In reply to by Arndt Reichstätter

Sind "wir" etwa verwandt? Das Wort passt nicht zu Libertären.

Arndt Reichstätter | Fr, 19. August 2016 - 10:50

In reply to by Paul Reuter

...sind alle außer den Profiteuren des militärisch industriellen Komplexes.

Also fast alle.

(Das Wort passt, wenn man es in einen Kontext stellt.)

Paul Reuter | Fr, 19. August 2016 - 11:26

In reply to by Arndt Reichstätter

zwischen "uns" und "denen", so wie die Islamisten zwischen "Gläubigen" und "Ungläubigen". Jeder Mensch braucht wohl seine strikten Kategorien...

Dwight Eisenhower hat (vielleicht nicht zufällig erst am Ende seiner Amtszeit) vor dem militärisch industriellen Komplex gewarnt und der Mann dürfte diesen ziemlich gut gekannt haben.

Auch Kennedy hat vor einer Verschwörung gewarnt, die auf "Subversion anstatt auf Wahlen, auf Infiltration anstatt Invasion, auf Guerillas bei Nacht anstatt Armeen bei Tag, auf Einschüchterung anstatt freie Wahl" setzt.

Gefahr geht heute von vielem aus: von eigener Überschätzung, von schlechter Kultur, von Psychopathen, aber eben auch vor dem MIK.

Das Gute bzw. Wichtige am MIK ist, dass die derzeitige militärisch gefährliche Situation in diesem Punkt relativ kurzfristig entspannt werden könnte. Wir brauchen nur seine Gelder kürzen, Militärmacht dezentralisieren und gute investigative Journalisten aus die Medien nicht länger ausschließen. Dann würde vielen einiges klar.

Oder glauben Sie, dass es Zufall ist, dass der internationale Terrorismus seit dem Krieg gegen den Terror zunimmt?

Ich halte zB den "Drohnenkrieg" für absolut legitim. Ich bin halt Pragmatiker, interessiert mich auch nicht ob das jemandem gefällt. Letztendlich ist die Hauptaufgabe jedes Lebewesens das eigene Überleben. Und Moral und Ethik haben sich dem unterzuordnen.

Georg Dallmann | Fr, 19. August 2016 - 10:45

In reply to by Arndt Reichstätter

Das "Management der Flüchtlingshilfe" kann nicht "privatisiert" werden. Wohin soll das führen? Flüchtlinge müssen ja schließlich "menschenwürdig" (was immer man darunter verstehen mag) versorgt werden. Wie sollen "private" Flüchtlingshelfer das finanziell und dauerhaft hinbekommen? Wer soll dafür haften? Sollen private Flüchtlingshelfer künftig entscheiden, WER ins Land kommt und wer nicht, wem geholfen wird und wem nicht und wie lang und warum und weshalb? Das hat mit WIN-WIN....herzlich wenig zu tun.
ÜBRIGENS: In den USA bekommen Migranten KEIN GELD vom Staat! Sie erhalten eine Unterkunft und - ggf. - Essensmarken! Darüber hinaus MÜSSEN sie sich SOFORT (!) um einen JOB kümmern und JEDEN (!!) annehmen. Wer das nicht tut, fliegt raus aus dem "System! In den USA beschwert sich KEIN EINZIGER MIGRANT über dieses "System". Im Gegenteil, sie singen bei entsprechenden Anlässen sogar "die rechte Hand auf dem Herzen (!)" inbrünstig die US-Nationalhymne. Warum nicht dies mal als Bsp. nehmen?

Frank Goller | Fr, 19. August 2016 - 08:52

Religion ist Glaubens- und daher Privatsache, sie hat weder in der Politik noch an den Schulen was zu suchen !

Ruth Falk | Fr, 19. August 2016 - 16:49

In reply to by Frank Goller

F.Goller: absolut richtig, nur müssten sich die Menschen auch daran halten, was sie nicht tun. Eine Utopie ist per definitionem leider nicht realisierbar.

Michael Sander | Fr, 19. August 2016 - 09:48

Man hat gar nicht den Eindruck, dass die beiden miteinander Reden. Herr Gauland stellt Positionen in den Raum und Herr Kubicki kontert und richtet seine Antworten zudem häufiger an Herrn Schwennicke statt dahin, wo man Herrn Gauland vermutet. Was Herr Gauland darauf wieder antwortet, wird nicht gezeigt. Stattdessen kommt die nächste Position, die Herr Kubicki dann wieder unwidersprochen abbügeln darf. Was soll das?

Ruth Teibold-Wagner | Fr, 19. August 2016 - 10:55

Er will das offensichtliche nicht zugeben, nämlich dass die FDP einzig und alleine wegen der AfD nicht mehr im Bundestag sitzt.

Und dass es die AfD gar nicht geben würde, wenn die FDP den Liberalismus in der Eurokrise nicht verraten und dem eklatanten Bruch der europäischen Verträge (insbesondere des Artikel 125 AEUV, der "Nobailout-Klausel") nicht zugestimmt hätte.

Wenn die FDP dem Liberalismus treu geblieben wäre, hätte sie Euro-Rettungs-kritisch sein müssen.

Die politische Folge wäre gewesen, dass die Eurokritiker in der FDP eine Heimat gehabt hätten und sich in ihrer Not nicht eine neue Partei hätten gründen müssen.

Was Kubicki unverantwortliches über die Massenzuwanderung von Muslimen sagt ("Was ist dabei, wenn noch eine Million kommt"), ist dermaßen unterirdisch, linkspopulistisch, dumm und gefährlich, dass eine Diskussion darüber überflüssig ist.

Wenn das die FDP ist, dann hat die FDP so was von fertig...

Die AfD ist die große verpasste Chance der FDP!

Hätte diese nicht so kläglich versagt bei der letzten Regierungsbeteiligung, wäre eine neue Partei entbehrlich gewesen. Es begann schon damit, dass Westerwelle 2009 das Außenministerium übernahm und nicht das Finanzministerium, das viel besser zu ihm und den Zielen der Partei gepasst hätte. Dann kam nur noch laue Luft ...

Ich hatte bis dato immer FDP gewählt. Aber deren Schweigen bei den haarsträubenden Vertragsbrüchen im Zuge der "Eurorettung" fand ich unverzeihlich. Hinzu kam, dass sie von ihren vollmundigen Wahlzielen 2009 (es waren weit über 200 Punkte!) am Ende so gut wie nichts durchgesetzt hatte.

Wenn Kubicki sagt: "Wir sind politisch das genaue Gegenteil der AfD", wirkt das auf mich nur lächerlich. Wie kann eine Partei mit einer so langen Tradition und treuem Wählerstamm nur so feige, dumm und ohne jedes Gespür sein? Ich wähle heute selbstverständlich die bessere FDP, nämlich die AfD.

Georg Dallmann | Fr, 19. August 2016 - 10:56

Wenn man Politikern und der sie hochschreibenden Zunft mal wirklich auf den "faulen Zahn" fühlen wollte, müßte man sie konsequenterweise VOR der WAHL unerbittlich FESTNAGELN!
Soll heißen: JEDE PARTEI müßte VERPFLICHTET werden (!), einen KATALOG der 20 wichtigsten Maßnahmen (quasi als "verbindliches (!) WAHLPROGRAMM) zur ABSTIMMUNG zu stellen, wobei diese "Maßnahmen absolut KONKRET und DETAILLIERT dargestellt werden MÜSSEN inklusive der FINANZIERUNG!
Das würde WESENTLICH MEHR Transparenz in die üblichen Worthülsen und Verschleierungs-Phrasen, mehr Transparenz und mehr Orientierungshilfen bei der "Kreuzchenkästchensuche" für die Wäher bringen.
Es müßte außerdem im Geiste einer TANSPARENTEN und damit überhaupt erst DEMOKRATISCHEN Wahl VERBOTEN werden, daß Parteien Wahlplakate aufhängen, die - außer einem nichtssagenden und DÜMMLICHEN Allerweltsspruch keinerlei BOTSCHAFT für das enthalten, wofür sie WIRKLICH STEHEN!
DAS wäre mal ein SCHRITT in die richtige Richtung.........

Erweitern würde ich Ihr Paket noch, ohne jetzt über die Machbarkeiten zu philosophieren, um die Abschaffung der politischen Immunität, Abschaffung des Koalierens (damit aus drei Minderheiten nicht auf einmal eine „Mehrheit“ werden kann und/oder nicht sich selbstbremsende „hauptsacheandermacht“- Koalitionen entstehen), Amtszeitbegrenzung der Kanzlerschaft auf 2x4 Jahre sowie die Einführung der Möglichkeit zur Anmeldung eines Misstrauensantrags und Misstrauensvotums durch das wahlberechtigte Volk, im Mindesten bei eklatanten Rechtsverstößen (z.B. Griechenlandrettung, Merkels Alleingang bei der Flüchtlingskrise etc).

und deren Demokratieverständnis im Besonderen. Nach meinem Verständnis ist
die repräsentative Demokratie durch Frau Merkel missbraucht worden mit ihren
Alleingängen und damit erledigt. Wir brauchen dringend die Volksabstimmung, damit
selbstherrlichen Alleingängen von Politikern der Riegel vorgeschoben wird. Deshalb
wähle auch ich, als ehemaliger Jahrzehnte langer CDU/FDP-Wähler die AfD

Es geht mir wie Ihnen, lieber Herr Seidel.
Der wichtigste Grund, mich der AfD anzuschließen, war die
Forderung nach Volksabstimmungen, welche diese Partei
von Anfang an gefordert hat. Sie ist die Voraussetzung für
jegliche Änderung zu einem besseren Zustand in D.
Die repräsentative Demokratie, wenn sie denn überhaupt jemals
ernst gemeint war, hat dermaßen abgewirtschaftet, daß es eine
einzige Schande ist: Kein Abgeordneter muß sich noch vor seinen
Wählern im Wahlkreis verantworten! Alle entscheiden nur noch
taktisch nach eigenem Vorteil.
Das Parlament ist eine reine Alibi-Veranstaltung. Wenn es um wichtigste
Dinge geht (z.B.Massenimigration oder finanzielle Haftung in Europa)
hört und sieht man nichts von den "Volksvertretern".
HOFFENTLICH MERKEN DIES EIN PAAR LEUTE MEHR;
UND HOFFENTLICH ZIEHEN SIE DARAUS - WIE SIE - DIE KONSEQUENZ
DIE AfD ZU WÄHLEN!!! Welche Möglichkeit haben wir denn sonst noch,
der Demokratie wieder zu ihrem Recht zu verhelfen?

Karola Schramm | Fr, 19. August 2016 - 14:53

Was Gauland findet, ist nichts Gutes, ein unbeschriebenes politsches Blatt ist er auch nicht.

Auf der Seite "Informationsstelle Militarisierung" las ich das Beste kurz gefasst, was ich bisher über die AfD zu lesen bekam.
"Die AfD steht für Rassismus, Wohlstands-Chauvinismus, Antifeminismus, das Feindbild Links, das Feindbild Islam, Pro-Atom und Law & Order. Sie steht für Militarismus. Bei der Entwicklung eines militärpolitischen Programms könnten zukünftig auch rechte Thinktanks, wie das "Studienzentrum Weitersheim" helfen; eine Gründung des Stahlhelmflügels der CDU, das sich aber zunehmend von der CDU abgekoppelt hat. Der Unterschied zur Bundesregierung liegt lediglich a.d. Definition dessen, was nationale Interessen sind."

Wie die FDP sich weiter entwickeln wird, ist ungewiss. Sie ist jetzt eine neoliberale, wirtschaftsorientierte Partei, bei der rigider Nationalismus wie bei der AfD nur stört. Die Gründung der AfD geschah durch unzufriedene CDU-und FDP-ler.

Petra Schaefer | Fr, 19. August 2016 - 16:21

......und er hatte doch recht : "Wer die Zahlen der Mosleme in D. erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung des inneren Friedens in Kauf." 2008 Helmut Schmidt - und weiter : "Der Islam ist nicht kompatibel mit Europa...."Alles nachzulesen/hören...
Argumentation von Herrn Ku. für mich nicht nachvollziehbar.

Karl Theißen | Fr, 19. August 2016 - 17:16

Seit wann ist eine Religion ("selbstdefiniert! Eigentlich ist der Islam mehr eine Ideologie...) eine Rasse!?
Wann hören bloß die dümmlichen ignoranten Vorwürfe Andersdenkender, die meinen, den alleinigen Wahrheitsanspruch gepachtet zu haben, auf ? Ist es so schwer sachlich zu debattieren, ohne zu verunglimpfen! Einfach nur widerlich!

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