Stadtbild
Auch Teil der Stadtbild-Debatte: Gaza-Graffiti in der Sonnenallee in Berlin-Neukölln / picture alliance / NurPhoto | Emmanuele Contini

Von der Leitkultur zum Stadtbild - Wie die Linke der Rechten auf den Leim geht

Friedrich Merz’ Stadtbild-Äußerung wird zur Steilvorlage für eine politische Kampagne der Linken. Die Empörung ist groß, der Rassismus-Vorwurf steht im Raum. Erkennt die Linke nicht, dass sie damit den Rechten auf den Leim geht?

Henning Beck

Autoreninfo

Henning Beck, geboren 1983, studierte Biochemie in Tübingen und wurde im Fach Neurowissenschaften promoviert. Er arbeitete an der University of California in Berkeley, hält Vorträge zu Themen wie Hirnforschung und Kreativität und ist Bestsellerautor und Kolumnist. Gemeinsam mit Quiz-Champion Sebastian Klussmann produziert er jeden Dienstag den Podcast „Das Duell der Besserwisser“. Henning Beck lebt in Frankfurt am Main.

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Was für ein Timing! Fast auf den Tag exakt vor 25 Jahren, am 18. Oktober 2000, gab Friedrich Merz in der Rheinischen Post ein folgenreiches Interview, in dem er Zuwanderer aufforderte, sich „einer gewachsenen freiheitlichen deutschen Leitkultur“ anzupassen. Die deutsche Leitkultur spaltete fortan die politische Diskussion. Ein Begriff, prägnant genug, dass jeder ein Bild im Kopf hatte – leider jeder ein anderes. In Debatten wurde die Leitkulturfrage schnell zum Klamauk: Was ist wohl mehr deutsche Leitkultur – Weißwurst oder Spätzle? Karneval oder Schützenverein? Preußische Tugend oder pfälzische Geselligkeit?

Friedrich Merz war in der Leitkulturfrage schnell isoliert, obwohl die Migrationsfrage damals ähnlich brisant diskutiert wurde wie heute. Gerhard Schröder startete seine Greencard-Kampagne für ausländische IT-Fachkräfte. Jürgen Rüttgers ließ im NRW-Wahlkampf „Kinder statt Inder“ plakatieren – ein Spruch, der heute selbst für hartgesottene konservative CDUler zu rechts sein dürfte. Das Problem: Die Leitkulturfrage wurde in dieser aufgeheizten politischen Stimmung niemals souverän aus einer politischen Mitte beantwortet, sondern vertagt. 

Noch 2015 argumentierte der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im Cicero, dass es „in Deutschland keine Leitkultur geben kann“. Das mag richtig sein, doch mittlerweile haben populistische Rechte eine eigene Antwort darauf gefunden, während die Linke beschließt, dass Diversität wichtiger sei als eine Leitkultur. So überlässt man dem Gegner das Feld. Die Mitte erodiert.

Wiederholung der Geschichte

Ein Vierteljahrhundert später wiederholt sich die Geschichte: Diesmal ist es dieses „Problem im Stadtbild“, das Friedrich Merz anspricht, ohne es zu benennen. Dabei hat er den gleichen rhetorischen Fehler wieder gemacht. Genau wie vor 25 Jahren raunte er, aber er sprach nicht klar. Er überließ es der Fantasie der Zuhörer, was man sich unter den „Problemen im Stadtbild“ vorstellt. Hätte er gesagt: Wir haben ein Problem mit Kriminalität in Innenstädten, wir nehmen das Sicherheitsbedürfnis der Leute ernst, wir wollen, dass Weihnachtsmärkte nicht mehr durch Poller geschützt werden müssen, dass Städte zu Silvester nicht zu pyrotechnischen Kampfzonen werden, wir wollen, dass sich sexuelle Übergriffe wie auf der Kölner Domplatte 2015 niemals wiederholen – jeder würde ihm recht geben. Doch das tat er nicht. 

Er spielte mit Ressentiments. Er war nie rassistisch, aber er ließ genügend Raum für diese Interpretation. Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge war sofort mit dem Maximalvorwurf des Rassismus zur Stelle: „Wie sieht man denn das ,Problem‘ – außer an der Hautfarbe der Menschen?“ Nun, als Bewohner der Stadt Frankfurt am Main fallen mir da sehr zahlreiche optische Signale und Verhaltensweisen jenseits der Hautfarbe auf. Ein frühabendlicher Spaziergang durch das Bahnhofsviertel reicht dafür aus.

Die Logik der Aufmerksamkeit

Heutzutage speist sich politische Relevanz aus Sichtbarkeit. Wer als Erstes ein Aufregerthema emotional besetzen kann, bekommt die wichtigste Währung der heutigen politischen Ökonomie: Aufmerksamkeit. Die AfD hat dieses Spiel jahrelang perfektioniert, nun spielt auch die andere Seite des politischen Spektrums mit. Emotional geschickt verlagern Grüne und Linke die Debatte zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Deutschtümelei. 

Merz’ Fehler war, dass er diese Angriffsfläche offenließ. Denn man darf ihm unterstellen, kein Fremdenfeind, sondern ein Kriminalitätsfeind zu sein. Doch solche Nuancen spielen längst keine Rolle mehr. Wie groß war der Aufschrei nach dem Messerangriff in Aschaffenburg, der Amokfahrt in München oder der Messerattacke in Solingen, als allesamt vorbestrafte ausreisepflichtige Migranten eben nicht aus Deutschland abgeschoben worden waren. Wer Friedrich Merz wohlgesonnen ist, unterstellt ihm, diese Bilder im Kopf gehabt zu haben, als er vom „Stadtbild“ sprach. Wer ihn ablehnt, wirft ihm Rassismus vor.

Politische Reflexe ohne Lerneffekt

Als hätte man politisch nichts gelernt, sind die Reflexe der politischen Gegner dieselben wie vor 25 Jahren in der Leitkulturdebatte: Polemisierung (Eltern fragen ihre Grundschultöchter, was sie vom Stadtbild halten), Vorwurf des Rassismus, Lächerlichmachung (Katrin Göring-Eckardt postet Dönerfotos, um das Stadtbild zu illustrieren, erntet dafür jedoch selbst einen Shitstorm für das Bedienen von Klischees), Whataboutism (nicht Geflüchtete, sondern Männer sind das Problem) und ein Abdrängen der Merz-CDU in den illegalen rechten Raum. 

Das bringt zwei Probleme mit sich: Erstens wird die wichtige politische Debatte zur Kriminalität in Städten nicht geführt. Der Leitkulturbegriff ist verbrannt. Genauso könnte es dem Stadtbild passieren. Mit Samthandschuhen wird man das Thema migrantischer Kriminalität anfassen, um sich ja nicht dem Verdacht einer Fremdenfeindlichkeit auszusetzen. Oder man vertagt das Thema. Das zweite, viel größere Problem liegt im völligen politischen Unverständnis der politisch Linken und dem „Aufstand der Anständigen“. Das Kalkül: Man will die CDU schwächen. Das könnte passieren – und ist genau das Ziel der AfD. Schließlich sind nicht Grüne, SPD und Linke die Hauptgegner der AfD, sondern die CDU. Von Anfang an hat sich die AfD als „wahre“ konservative Alternative zur CDU inszeniert. Jede weitere Demontage der CDU, von wem auch immer, spielt der AfD in die Karten.

Wenn Emotion über Fakten siegt

Rezo wollte die CDU vor sechs Jahren zerstören. Sein Problem: Er ging es technisch an – mit Fakten, Statistiken und Zahlen. So setzt man keinem politischen Gegner nachhaltig zu. Denn Fakten sind für Wahlentscheidungen praktisch unwichtig. Heute wird die CDU emotional zerstört – von den „Omas gegen Rechts“, den Stadtbild-Demonstrationen und den „Nie wieder ist jetzt“-Parolen. Könnten Sie sich vorstellen, die AfD würde vor der CDU-Parteizentrale demonstrieren? Ein lächerliches Bild. 

Diese Arbeit überlässt man doch gerne dem restlichen Parteienspektrum des Bundestags und braucht nur genüsslich zu warten. Es ist auffällig, wie still die AfD derzeit bleibt. Ihr kann nichts Besseres passieren, als dass Linke, Grüne und SPD die CDU weiter auseinandernehmen. Lass die anderen sich zerfleischen – und bleib so, wie du bist. Die AfD weiß ganz genau, warum sie nur zu warten braucht.

Kurzum: Friedrich Merz muss klarer sagen, was er meint und was nicht. Dass er aus seinem Leitkultur-Fiasko nicht gelernt hat, sollte ihm zu denken geben. Jeder, der wirklich für eine freiheitliche Demokratie kämpft, sollte sich fragen, was bleibt, wenn die CDU derart von links und rechts zerrieben wurde. Die Antwort können Sie in Südamerika sehen, wo Brasilien politisch wahlweise zwischen populistisch rechts und links hin- und herschwankt. Eine Brasilianisierung unseres politischen Raumes kann niemand wollen. 

Oder Sie schauen nach Frankreich, ein Land, das praktisch politisch blockiert ist, weil niemand aus ideologischen Gründen mit dem anderen arbeiten kann. Denn Demokratien ohne konservative Mitte werden von Populisten beherrscht. Oder sie enden im politischen Chaos. Man stelle sich vor, die CDU wird weiter zerrieben, bis sie bei der nächsten Wahl unter 20 Prozent liegt. Wenn AfD und Linke auf über 45 Prozent der Stimmen kommen, ist eine Politik der Mitte unmöglich. Das kann nicht im Sinne aller freiheitlichen Freunde der Demokratie sein.

Mehr Abgeklärtheit, weniger Empörung

Und zu guter Letzt sollten wir uns weniger an rhetorischen Fehltritten aufhalten, sondern abgeklärter werden. Folgendes Zitat: „Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Debatte unsere Gesellschaft weiterbringt. Vielleicht soll sie das auch nicht. Sie klärt nichts, jedenfalls keinen Sachverhalt. Derart verquaste Begrifflichkeit lenkt nur vom eigentlichen Thema ab. Das eigentliche Thema in unserer Gesellschaft heißt: Was ist die Basis, auf der Deutsche und Nicht-Deutsche bei uns in unserem Land friedlich miteinander leben können und leben sollen?“ Klingt aktuell? Ist aber 25 Jahre alt und stammt aus einer Rede Gerhard Schröders, als er die Luft aus der Leitkulturdebatte ließ. Auch Kanzler können souverän sein.

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Markus Michaelis | Mo., 27. Oktober 2025 - 17:13

Erstmal ja, wenn man ein konkretes Thema angehen will, etwa "Drogen am Hauptbahnhof", wird man konkret und versucht davon viele zu überzeugen. Aus meiner Sicht geht es aber um viel mehr und das Hauptproblem ist vielleicht, dass man nicht konkret werden kann, ohne daneben zu liegen, weil so viele Dinge mal verzahnt, mal eher unabhängig passieren.

Dieser Artikel denkt wie viele, es ginge nur um bestimmte Kriminalität: ok, kann man machen und angehen. Man hat bestimmt viele Mitstreiter. Ein Problem ist angegangen.

Den Zerfall der Gesellschaft zu französischen Verhältnissen wird das nicht aufhalten, weil es um viel mehr geht. Ich denke etwa, dass jede Gesellschaft eine Leitkultur hat. Alles andere wäre eine Anmaßung, weil man das eigene Weltbild als universell erklärt, was eine breite Mitte bei uns auch gemacht hat.

Ich denke, es geht nicht um präzise Detailproblembenennung durch Merz, es geht darum, dass diese Gesellschaft viel offener ist, als die alte Mitte und Migranten es sehen.

Günther Anderer | Mo., 27. Oktober 2025 - 17:24

die dramatischen Fehlentwicklungen ihrer Migrations-Euphorie zur Kenntnis zu nehmen. Und die Union liefert der SPD dafür noch Geld und Bühne. Im einem staatlich finanzierten, sinnfreien Kampf gegen Rechts ist Merz und seine Union immer mit gemeint. Und die Union will es einfach nicht wahrhaben. So nebenbei geht Deutschland, politisch und wirtschaftlich den Bach runter. Und Merz hofft immer weiter, auf was denn eigentlich?

Lennart T. | Mo., 27. Oktober 2025 - 17:46

Die "politische Mitte" ist ein ideeller Punkt, an dem sich Links und Rechts treffen. Ein bestimmte Politik kann man diesem Punkt nicht zuordnen.

Deshalb ist jeder Versuch eines Politikers, sich als "Mitte" zu identifizieren, zum Scheitern verurteilt.

IngoFrank | Mo., 27. Oktober 2025 - 17:53

Wir haben ein Problem mit Kriminalität in Innenstädten
wir nehmen das Sicherheitsbedürfnis der Leute ernst
Wie wollen, dass Weihnachtsmärkte nicht mehr durch Poller geschützt werden …..& & & “

Was wäre denn das Ergebnis gewesen ? Merz wäre genau so von der SPD, den Grünen & den SED Erben ans rot grüne Kreuz genagelt wurden wie mit seiner „offen gelassenen Bemerkung zu Stadtbildern in Deutschland. Wobei ein jeder deutsche Depp genau wußte, worauf Merz abzielt. …… und das mit Recht.
Was hätte sich aus links grüner Sicht geändert ?
Nichts ! Der „Kamf“ gegen „ Rechts“ gegen „Hass & Hetze“ geht in die x-te Runde, die „Omas gegen Rechts“ werden vom Steuergeld quer durch D gekarrt ….. Die AfD als Grund allen Übels aufs schändlichste weiter beschimpft & beleidigt ….. was bitte soll sich ändern ? Außer das die Zustimmungswerte der „ niemand will sie Partei“ weiter steigen. Und keiner, wirklich keiner der etablierten Parteioberen stellt sich die Frage, nach dem „Warum“ …..
MfG a d Erf. Rep.

Stefan | Mo., 27. Oktober 2025 - 18:05

Mit den Mitgliedern des Bundestages eine Ortsbegehung durch das Frankfurter Bahnhofsviertel, Berlin Neukölln oder Duisburg Marxloh veranstalten, das noch im Abendlicht ...
Ich glaube danach erübrigt sich jegliche Debatte um dieses Thema und der Kluge wird wissen, daß es sich bei gewissen Aussagen nicht um gut integrierte Mitbürger handelt.
Es geht hier bei diesem Thema vor allem um Deutschland.
Jenes Land in dem wir gut und gerne zu leben gedenken,sowie zu Hause sind.
Hier ist mittlerweile die Stimmung aufgrund falscher Politikansätze nämlich so verdorben,daß es im Prinzip Notwehr ist blau zu wählen.
Alles andere hatten wir schon und alles samt DDR ist krachend gescheitert.
Mir persönlich kommt es mittlerweile schon so vor, als ob den Regierenden die Heimat, das Bürgertum sowie die arbeitenden Steuerzahler völlig egal sind.
Hier geht es offensichtlich nur um schnöde Eitelkeiten und Machterhalt.
Politik für Deutschland braucht auch keine solche Koalition,wo einer des anderen Teufel ist.

Heidemarie Heim | Mo., 27. Oktober 2025 - 18:26

Würde der Union und all den anderen Etablierten genügen, wozu es führt, wenn eine erfolgreiche Postfaschistin das Heft in die Hand nimmt während hierzulande bei ihrem Antritt sozusagen "Polen offenstand" und man sich in denkwürdig intellektuellen Auseinandersetzungen hierzulande darüber erging, ob unser von allen geschätzter damaliger Bundeskanzler dieser Frau Meloni bei der ersten Begegnung überhaupt die Hand geben darf, soll...! Geschweige wie die Verräterin von der CDU und ihres Zeichens Kommissionspräsidentin der EU diese gar in die Arme schließen durfte! Dabei hätten sie von der Größe her doch wirklich gut zusammengepasst;). Beim langen Fritz würde sie vermutlich einen Meter über Bodenkontakt schweben, was jedoch bei seiner zurückhaltenden Art nicht zu befürchten ist😂. Und wie man es anstellt als Genosse/in oder Union was gegen die Konkurrenz von rechts anzugehen, hilft ein weiterer Blick Richtung Dänemark, wo eine eigentlich linke Regierung scheinbar viel richtig macht. MfG

Markus Michaelis | Mo., 27. Oktober 2025 - 18:28

Die Gründung von Staaten hat glaube ich (fast) immer eng mit militärischer Gewalt zu tun - also gewissermaßen aus Sicht einer Gesellschaft äußeren Kräften, die Fakten schaffen, die nicht weiter diskutiert werden. Einmal geschaffen, arbeitet dann die Bevölkerung mehr oder weniger erfolgreich an einem gemeinsamen, lebensfähigen "Wir", immer wieder mit großen Einschnitten und Richtungsentscheidungen.

Firmen mit mehreren Gründern oder Ehen scheinen mir in manchem ähnlich: die Anfangsentscheidung kommt hier durch Ähnlichkeiten und gemeinsame Interessen, dann muss man lebenslang daran arbeiten sich zusammen zu entwickeln. Immer wieder mit Schwierigkeiten und gemeinsamen Richtungsentscheidungen. Eine Ehe oder Firma hält nicht, weil man ewige "Gesetze" (Regeln) einhält. Ehen zu dritt sind schwieriger, weil drei gemeinsamen Zeiteinsatz und Richtungsentscheidungen brauchen.

Markus Michaelis | Mo., 27. Oktober 2025 - 18:36

Aber westliche Gesellschaften behaupten, dass man heute beliebige Staaten, Länder, Völker, Gruppen, Religionen, egal was, fusionieren kann, weil es DIE gemeinsamen universellen Werte gibt (das GG, die Menschenrechte), jeder sich an Gesetze hält, man nicht kriminell ist ... und um was könnte es sonst noch gehen?

Ich halte das für weltfremd und auch die eigene Weltsicht soweit in den Mittelpunkt stellend, dass man andere kaum mehr wahrnimmt.

Gesellschaften/Staaten zusammenzuhalten ist, wie Ehen, Firmen, ohnehin schon keine naturgegebene Sache. Es braucht immer wieder Anpassungen, Richtungsentscheidungen, die nie alle mitnehmen. Man kann "Volk und Vaterland", Religion", "Menschenrechte", alles mögliche als Kit definieren, aber das ersetzt nie den Einsatz für gemeinsame Weiterentwicklungen und Richtungsentscheidungen, was man nie mit allen haben kann. Es sind eben Richtungen.

Aber Deutschland will jetzt mit der EU und dann der Welt fusionieren? Ist das Ziel realistisch?

Bernhard Kaiser | Mo., 27. Oktober 2025 - 18:46

… was kann die AfD dafür, dass sich die CDU permanent den links-woken bis zur Selbstaufgabe anbiedert und dann konsequenterweise von denselben ideologisch geschlachtet wird, selber schuld, da braucht‘s keine AfD dafür …

Urban Will | Mo., 27. Oktober 2025 - 19:41

Herr Beck noch immer glaubt oder erwartet, dass Fritzchen etwas „klar sagt“. Fritzchen macht sich schon in die Hosen, wenn der Lars, die Bärbel oder eine der Sektiererinnen böse schauen.
Es ist nicht die AfD, die die CDU zerstören möchte, es ist die CDU selbst.
Und niemand hasst die CDU mehr als die SPD. Das Ausmaß an Demütigungen ggü. Merz ist mittlerweile an einem Punkt, dass man sich fragen muss, wann Klingbeil oder Bas Merz öffentlich ohrfeigen. Auch das würde er sich wohl gefallen lassen.
Die Erbärmlichkeit, mit der er an seinem Thron, den er mehr als alles in der Welt wollte, auf dem zu sitzen ihm hundert mal mehr wert ist als das Land und die Menschen, ist mit Worten nicht zu beschreiben.
Die Welt lacht längst über diesen Mann, man setzte ihn in Sharm es Scheich hinten neben die Topfpflanzen.
Merz' und der Union Dummheit hat sie nun in eine kaum lösbare Falle gesteckt. Die Brandmauer ist das Ende d Union als ganzes, deren Abriss das Ende von Merz und Konsorten.
Wird spannend.

Wolfgang Borchardt | Mo., 27. Oktober 2025 - 20:04

Kanzler" von damals haben wir nun leider nicht. Dafür sorgt schon die SPD, der die CDU Mitfahrgelegenheit geboten hat. Und so wird die Lösung der zahlreichen, wenngleich ungern benannten Probleme weiter verschleppt. Die AfD lebt von diesen Problemen, so dass es aus Sicht der SPD eigentlich vernünftiger sein sollte, die anstehenden Aufgaben sachorientiert zu lösen. Aber die Strategie besteht wohl eher darin, die CDU fertig zu machen, um für das Bündnis Linke, Grüne und SPD eine glänzende Perspektive zu eröffnen. Die Diktatur der Ideologie wäre dann vollkommen.

Brigitte Miller | Mo., 27. Oktober 2025 - 22:00

„populistischen Rechten“ sind angetreten, um etwas zu verbessern für das Land und nicht wie die Spinne im Netz abzuwarten, bis die CDU zerstört ist.
Wie wär’s, wenn die CDU die AfD entzaubern würde, indem sie die Brandmauer einreisst und friedlich mit der AfD zusammen arbeiten würde?

Achim Koester | Di., 28. Oktober 2025 - 08:47

erinnern mich stark an Goethes Zauberlehrling, der die Geister nicht mehr los wird, die er selbst gerufen hat. Im Gegensatz zu diesem allerdings weigern sie sich zuzugeben, welches Chaos der Zauber angerichtet hat, und wie bedrohlich es geworden ist. Der linke Vogel Strauß steckt den Kopf in den Sand.

Ernst-Günther Konrad | Di., 28. Oktober 2025 - 09:25

Dieser Mann hätte nie Kanzler werden dürfen. Aber nachdem seine Vorgänger sich selbst oder durch die Partei demontiert verhindert wurden, war er die *letzte* Wahl. Und jetzt haben sie den Salat. Und wie kommen Sie darauf Herr Beck, seine *Stadtbildaussage* sei rechts? Inzwischen springen dem Kanzler der Lüge und des Umfallens sogar grüne Politiker und einige von der SPD -Bas- bei und relativieren oder erklären ihn. Ja, Merz ist ein Schwätzer, der Dinge sagt, im Duktus ewiger Erkenntnis und Durchsetzungskraft, die inhaltlich was sind? Schall und Rauch. Der hat eben Angst wirklich mal präzise, klar und deutlich etwas zu sagen. Außer bei der Brandmauer. Da scheint er mal *deutlich* seine Haltung, nicht die der ganzen Partei zu artikulieren. Aber wir wissen ja was das letztlich bedeutet. Die nächste Lüge. Die Brandmauer wackelt kräftig und der Kanzler auch. Ich gebe dem nicht mal mehr bis zum Ende des nächsten Jahres, wenn ihn sein Schicksal nicht schon schneller ereilt.

Walter Buehler | Di., 28. Oktober 2025 - 09:47

... an den letzten Kanzler, der noch über die reine Partei- und Medienpolitik hinausgeblickt hat. Er hat über all dem "öffentlichen" Trubel noch nicht die Sorge für sein Land und sein Volk aus den Augen verloren, und hat auch Rückgrat gegenüber der "Öffentlichkeit" gezeigt.

Ohne ihn für unfehlbar zu halten rechne ich ihm das hoch an.

Ja, fühere Kanzler besaßen die Fähigkeit und die Kraft, souverän zu sein, sich nötigenfalls gegen die "Öffentlichkeit", gegen den Irr- und Blödsinn in der Medienwelt und in den Karriere-Netzwerken der Parteifunktionäre zu stellen.

Die gewöhnlichen Wetterfähnchen und Wendehälschen der Politik reizen mich dagegen einerseits zum Lachen, machen mir aber anderseits mit ihrer hemmungslosen Unbedarftheit in der Politik auch große Angst.

Gerhard Fiedler | Di., 28. Oktober 2025 - 16:53

Herr Beck? Habe selber einige Zeit in Frankfurt/M. u.a. in der der Münchener Straße gelebt und würde mir wünschen, Bundestagstagabgeordnete würdne einmal zu Abendzeiten diesen Stadtteil aufsuchen. Vielleicht würden Sie dann auch glauben, sie seien in Afrika, Syrien oder Kalkutta. Wer danach noch von Vielfalt schwärmt, kann mit Deutschland nichts anfangen und wünscht sich, wie manche Linke dies von Israel, sein Verschwinden.
Wenn ich Ihren Beitrag richtig verstehe, glauben Sie, Deutschland ginge ohne CDU chaotischen Zuständen entgegen. Gerade dies aber ist mit ihr zu befürchten, da sie aus Dummheit, Feigheit oder Machtgier glaubt, Grüne und Linke überholen zu müssen.
Und nein Herr Beck, die AfD will die CDU nicht zerstören. Sie reicht ihr die Hand, um zusammen mit ihr eine Wende für unser Land herbeizuführen. Sie weiß, dass es schneller nicht gehen könnte, wenn auch nur schwer mit Merz. Doch die CDU will nicht, verleumdet die AfD, als wäre sie die Nachfolgerin der NSDAP.