Kubicki Unternehmer
Wer als Unternehmer etwas aufbauen will, muss jede Menge leisten. Dass der Staat den Selbstständigen das Leben zusätzlich erschwert, ist volkswirtschaftlicher Irrsinn / picture alliance / Shotshop | Lutz Wallroth

Staat gegen Unternehmertum - Generalangriff auf die Selbstständigkeit

Unternehmertum ist die Triebfeder einer sozialen Marktwirtschaft und damit unseres Wohlstands. Vernünftig wäre, die zusätzlichen Hürden für Unternehmer daher so gering wie möglich zu halten. Doch der Staat macht Selbstständigen das Leben immer nur noch schwerer.

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Wolfgang Kubicki ist FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

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Kennen Sie Selbstständige oder sind Sie vielleicht selbst selbstständig tätig? Dann sind Ihnen womöglich bestimmte Eigenschaften aufgefallen, die viele dieser Menschen teilen – altmodisch und verallgemeinernd gesagt: aus welchem Holz sie geschnitzt sind.

Wie alle hart arbeitenden Menschen tragen auch Selbstständige die Verantwortung für die eigene Existenz und die ihrer Familien. Selbstständige mit Angestellten tragen jedoch nicht nur diese Verantwortung, sondern auch eine Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in gewisser Weise für deren Familien. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oder in der unsicheren Gründungsphase kann einem das schon den Schlaf rauben. Schlaf, der für Menschen, die in ihrem Berufsleben nie eine 40-Stunden-Woche kannten, eigentlich besonders wichtig wäre.

Und wenn ein Selbstständiger einmal krank wird, kann er sich oft auch nicht einfach krankmelden. Kein gelber Schein kann ihm oder ihr auch nur zeitweise die Verantwortung, die Last und oftmals die akut anstehende Arbeit abnehmen.

Optimismus und Entschlossenheit

Wer all das auf sich nehmen will – und die zusätzlichen staatlichen Belastungen lasse ich an dieser Stelle bewusst noch außen vor –, muss tatsächlich gewisse Eigenschaften mitbringen. Optimismus zum Beispiel und Entschlossenheit. Natürlich auch eine gewisse Risikobereitschaft und vor allem die Freude daran, etwas Eigenes zu schaffen und damit Erfolg zu haben.

Wenn sich dieser Erfolg dann einstellt, hat man sich in Deutschland in weiten Teilen der medialen und politischen Landschaft allerdings endgültig verdächtig gemacht. Das könne ja nicht mit rechten Dingen zugehen, und überhaupt müsse das doch auf dem Rücken anderer Menschen geschehen sein. 

Dabei ist unternehmerischer Erfolg genau das, was die enorme Last, die Selbstständige auf sich nehmen, überhaupt erst rechtfertigt. Unternehmertum ist die Triebfeder einer sozialen Marktwirtschaft und damit unseres Wohlstands. Wer meint, eine Volkswirtschaft allein mit staatlichen Betrieben organisieren zu können, der sollte noch einmal auf die Bilder der DDR im Moment ihres Untergangs und auf den ruinösen Zustand dieses Teils unseres Landes nach 40 Jahren sozialistischer Diktatur blicken.

Ein dramatischer Politikverdruss

Wenn man auf all die Lasten schaut, die bereits aus der Natur der Sache auf der Selbstständigkeit ruhen, müsste ein auf Wohlstand ausgerichtetes Staatswesen geradezu erpicht darauf sein, die zusätzlichen Hürden für Selbstständige so gering wie möglich zu halten. Dass dies nicht der Fall ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass trotz dieser Erkenntnis die Belastungen weiter zunehmen, erklärt den dramatischen Politikverdruss, den ich unter vielen Unternehmerinnen und Unternehmern wahrnehme und der derzeit so ausgeprägt ist, wie ich es mir noch vor wenigen Jahren nicht hätte vorstellen können.

Deshalb sind die Pläne der Bundesregierung, Selbstständige in der gesetzlichen Rentenversicherung zwangszuversichern, so grundfalsch, gefährlich und verwerflich. Es ist bereits aus rein rationaler Sicht eine Fehlentscheidung, die finanzielle Last einer Selbstständigkeit staatlicherseits zusätzlich zu erhöhen. Man fragt sich ohnehin, wer sich angesichts der bürokratischen Gemengelage in Deutschland noch freiwillig auf das Wagnis der Selbstständigkeit einlässt, wenn er die Möglichkeit hat, dies auch anderswo zu tun.

Es geht allein ums Abschöpfen

Aber auch das dahinterstehende Menschenbild ist kaum zu ertragen. Immer wieder wird kolportiert, Selbstständige würden sich der Solidargemeinschaft entziehen. Dabei sind sie eine tragende Säule dieser Solidargemeinschaft – nicht zuletzt durch ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen. Selbstständigkeit bedeutet oft, mit der eigenen Existenz für eine Idee zu haften. Ohne Netz und doppelten Boden. Von dieser Bereitschaft lebt unsere gesamte Konzeption der sozialen Marktwirtschaft. Zum Dank werden Selbstständige beschimpft und nun in die Rentenversicherung gezwungen.

Es gibt dafür übrigens keine sozialpolitischen Erwägungen, außer der Tatsache, dass das bisherige Rentensystem vor erheblichen finanziellen Problemen steht. Es geht allein ums Abschöpfen, nicht um eine systemische Reform. Damit geht ein Paradigmenwechsel in unserem gesamten Sozialversicherungssystem einher. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man Selbstständige auch in die Pflege- und Arbeitslosenversicherung zwingt, wenn diese Systeme erst einmal unter genügend finanziellen Druck geraten. Mit welcher Begründung wollte man das verhindern, wenn der Tabubruch in der Rentenversicherung erst einmal vollzogen ist?

Dass das Rentensystem unter Druck steht, hängt auch damit zusammen, dass viele Jahre ungenutzt verstrichen sind, in denen man bereits hätte handeln können. Für die Idee einer Aktienrente, die nun richtigerweise eingeführt werden soll, wurde die FDP jahrelang scharf kritisiert. Vom „Verzocken“ der Altersvorsorge war die Rede, von einer unseriösen und luftigen Idee.

Und jetzt, da das Eis gebrochen scheint, stellt sich der Bundeskanzler vor den BDI und schwärmt davon, dass das Geld für die Aktienrente am deutschen Kapitalmarkt investiert werde und der deutschen Wirtschaft zur Verfügung stehe. Ja, Sie haben richtig gelesen: Der Kanzler will politische Vorgaben dafür machen, wo das Geld der Aktienrente investiert wird. Das Geld, das den Versicherten – und künftig womöglich auch den Selbstständigen – für die Aktienrente abgenommen wird, soll nicht allein mit Blick auf Risikostreuung und Rendite investiert werden, sondern zugleich als Konjunkturprogramm dienen. Das ist wahrlich eine gefährliche Form der Zockerei.

Die Abschaffung der Minijobs

Für die Selbstständigen, die ihre Altersvorsorge bislang entweder selbst über den Kapitalmarkt oder über die berufsständischen Versorgungswerke organisiert haben, ist das besonders bitter. Denn sie tragen die volle Last der Vorsorge selbst – also das, was sich bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile verteilt. Ihnen wird damit die bisherige Möglichkeit genommen, besser für das Alter vorzusorgen, als es Friedrich Merz mit seinen Plänen für sie vorsieht.

Es handelt sich um die zweite große Fehlentscheidung neben der geplanten Zwangsversicherung für Selbstständige. Die dritte große Fehlentscheidung besteht darin, die Aktienrente über Beitragserhöhungen zu finanzieren und damit Arbeit weiter zu verteuern. Das belastet nicht nur die Versicherten, sondern auch die Arbeitgeber.

Die vierte große Fehlentscheidung ist die Abschaffung der Minijobs. Sie wurden als Teil der Sozialstaatsreformen unter Gerhard Schröder eingeführt – dem letzten erfolgreichen Versuch in Deutschland, eine große Reform umzusetzen. Dass ausgerechnet hier das Rad zurückgedreht werden soll, ist bemerkenswert. Arbeitnehmern und Arbeitgebern wird Flexibilität genommen. Die illegale Beschäftigung – insbesondere im haushaltsnahen Bereich – dürfte zunehmen, während die Hürden für die Rückkehr in den regulären Arbeitsmarkt steigen.

All das sind Gründe dafür, dass die schlaflosen Nächte vieler Selbstständiger durch die Vorhaben der Bundesregierung eher mehr als weniger werden. Wir zementieren ein feindseliges Klima gegenüber unternehmerischer Freiheit und Selbstständigkeit. Was als großer Wurf für die Altersvorsorge gedacht war, droht uns wirtschafts- und standortpolitisch weit zurückzuwerfen und muss in dieser Form verhindert werden.

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Hans Jürgen Wienroth | Sa., 27. Juni 2026 - 09:41

„Wir zementieren ein feindseliges Klima gegenüber unternehmerischer Freiheit und Selbstständigkeit.“ Dieses Klima wird von den Parteien befördert, die den Staat als besten Unternehmer ansehen und glauben, die Politiker könnten alles besser als Selbständige. Leider ist auch der Kanzler tw. auf diesem Trip. Man sucht Geld, das man der notleidenden Wirtschaft, die unter der politisch verordneten Konkurrenzschwäche leidet, als „Subvention für Investitionen oder Erhalt von Produktion“ zuschustern will.

Da bietet sich doch ein „Deutschlandfond“ aus Rentenbeiträgen an. Als nächstes kommt ein Europafond aus dem „Vermögen der Bürger“ für die Maßnahmen gegen den Klimawandel (und zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren).
Beiträge der „Selbständigen“ zu den „Sozialversicherungen“ halte ich dagegen für richtig. Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen an sich keinen Wert mehr haben.

Was ist z. B: BMW noch wert, wenn die Produktion wg. Unwirtschaftlichkeit eingestellt wurde? Schrottwert.

Ingo Frank | Sa., 27. Juni 2026 - 10:05

den Weg geldegt werden ..,.
Dennoch wird der Neid gegen die „Reichen“ immer noch von den Linken & Grünen geschürt wie letztlich die Diskussion beim Thema Rente hier im Cicero gezeigt hat. Es hat jeder die Möglichkeit sich selbstständig zu machen und es zum „Millionär“ zu schaffen. Nur ran ….
Das Hanwerk braucht dringend Neugründungen oder Übernahmen eingesessener Betriebe. Was aber viele abschreckt ist doch, das es bei Selbstständigkeit abgesehen vom Risiko eben es keine 30 Tage Urlaub gibt von einer 38 Stunden Woche ganz zu schweigen. Die Selbstständigen die Ich kenne ( u. a. Bau- Heizungs- Bau, Dachdeker, Gartencenter, Architekten Ärzte …. ) ist eine 60 Stundenwoche und idR 2 Wochen Urlaub normal.
Und wer bereit ist, durch Fleiß und Bildung und persönlichem Arrangement im Angestellten Bereich Überdurchschnittlich zu arbeiten wird wahrscheinlich nicht „Millionär“ kann aber zu bescheidenen Wohlstand kommen. Nicht können gibts nicht, nur ein nicht wollen
MfG ad Erf.Republik

Markus Michaelis | Sa., 27. Juni 2026 - 14:49

Ich würde vielleicht eine wirkliche Basisversorgung für die selbstständige Person in Rente und KV anstreben, aber auch nicht mehr. Es gibt ja nicht nur gutverdienende Rechtsanwälte, sondern viele Kleinselbstständige, die sich gerade so über Wasser halten und im Alter oder bei Gesundheitsproblemen schnell in sehr prekäre Situationen rutschen.

Was ich für überzogen halte sind zB folgende Konstrukte: bei der KV hat der Sozialstaat oft den Anspruch, dass alle Menschen alle notwendigen Leistungen auf jedem Niveau bekommen. Kein Millionär soll sich mehr wirksame medizinische Dienste leisten können als jeder Obdachlose. Familien sind mitversichert. Ein Selbstständiger, der formal immer einen hohen Verdienst hat, weil er Arbeitgeberanteile, Insolvenzrisiko, Invest etc. alles selber trägt, zahlt dann aus Solidarität 1200 Euro KV+PV. Das ist aber nicht mehr solidarisch sondern überzogene Ideale auf dem Rücken von Selbstständigen.

Kissel Bernd | Sa., 27. Juni 2026 - 14:54

Ohne Zweifel der Wimpernschlag der liberalen Demoktatie, dazu zähle ich auch die Soziale Marktwirtschaft, geht zu einem unrühmlichen Ende.
Die Angriffe kommen von allen Seiten. Mir scheint es, dass Politik, Medien und nicht ganz auszuschlissen auch eine juristische Elite ein anderes Demokratieverständnis haben und Liberalität nicht mehr als erstrebenswertes Ziel sehen. Demografie und Kulturwandel werden ein übriges tun. Es ist wahrscheinlich, dass Selbständigkeit nicht mehr die Aufmerksamkeit zugebilligt wird die sie in einer sozialen Marktwirtschaft haben müsste. Der Staat wird der Hauptakteur im Wirtschaftsleben mit den Hauptargument der Subvention. Merz hat vor Jahren, die Quelle kann ich nicht mehr angeben, sinngemäss gesagt [er stehe weiter links als viel annehmen]. Das lässt mich zweifeln, dass sich etwas wesentliches ändern wird.

Günter Johannsen | Sa., 27. Juni 2026 - 14:56

"Selbstständige würden sich der Solidargemeinschaft entziehen. Dabei sind sie eine tragende Säule dieser Solidargemeinschaft – nicht zuletzt durch ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen."
Was die Marxisten gestern wie heute verschweigen: Der "wissenschaftliche Kommunismus" von Karl-Marx hat allein in der Sowjetunion, in China und im gesamten Ostblock an die hundert Millionen Tote zu verantworten!
Und auch der Antisemitismus ist den Marxisten nicht fremd! Der sogenannte Kommunismus war und ist nichts anderes als ungebremster Staats-Kapitalismus, bei dem sich eine Clique linksfaschistischer Parteifunktionäre auf Kosten des Volkes bereichert! Denn das sogenannte Volkseigentum in der – Gott sei Dank – untergegangenen DDR gehörte nicht dem Volk, sondern einer Horde Moral-Elite-Kommunisten: den SED-Führungskadern. Schafften sich diese Parteibonzen „ihr Eigentum“ nach der Friedlichen Revolution 1989 für private Zwecke, hauptsächlich aber für gewisse Vereine & NGOs in die Schweiz?

Urban Will | Sa., 27. Juni 2026 - 16:44

nehmer oder Selbständige agiert. Merz hängt am Rockzipfel von Bas, deren Truppe er sich bedingungslos (da kann er noch so viel daher reden, er lügt ja sowieso) unterworfen hat und Bas hat vor nicht allzu langer Zeit in Richtung der Unternehmer gesagt, dort seien „die Gegner“.
Bas, den Sozen und somit auch dieser Witzfigur von Kanzler ist dieses Land längst egal, es geht nur noch um Macht. Das Kartell der Altparteien steht noch immer fest.
Und Sie, Herr Kubicki, gehören noch immer dazu. Zumindest solange Sie eine Koalition mit den Blauen ausschließen, die bspw. zwar eine Beteiligung der Selbständigen am Rentensystem nicht ausschließen, diesen aber Alternativen offenlassen.

Also erneut die Forderung: Kommen Sie aus der Komfortzone. Seien Sie der erste, der eine Koalition mit Blau offen anspricht und signalisiert, dies auch zu machen, wenn der Tag kommt.

Es reicht längst nicht mehr, all den Irrsinn der ggw Politik nur anzusprechen.Man muss aktiv dagegen angehen.
Weidel tut es. Und Sie?

"Merz hängt am Rockzipfel von Bas, deren Truppe er sich bedingungslos (da kann er noch so viel daher reden, er lügt ja sowieso) unterworfen hat und Bas hat vor nicht allzu langer Zeit in Richtung der Unternehmer gesagt, dort seien „die Gegner“."
Die Kommunisten haben Merz (mithilfe der Brandmauer) fest im Würgegriff!
Dabei muss es in Wirklichkeit eine Brandmauer gegen die LinXe Einheitsfront (LINKE; SPD; Grüne und deren kommunistische NGOs) geben: sonst ist Gesamt-Deutschland diesen mach- und geldgeilen Genossen ausgeliefert:

Das sogenannte Volkseigentum in der – Gott sei Dank – untergegangenen
DDR gehörte nicht dem Volk, sondern einer Clique führender Moral-Elite-Kommunisten, die sich „ihr Eigentum“ (ca. 68 Milliarden Ostmark?) nach der Wende 1989 für ihre gewissen Vereine & Stiftungen zur Seite schafften. Der sogenannte Kommunismus war und ist nichts anderes als ungebremster Staats-Kapitalismus, bei dem sich eine rote Clique Partei-Apparatschiks auf Kosten des Volkes bereichert!

Jens Böhme | Sa., 27. Juni 2026 - 22:37

Die moderne Energieversorgung des Staates hat Hinz und Kunz solidarisch und selbstlos zu Hause schon mit Einspeisung von Solarenergie übernommen. Was lässt den Zusammenbruch des Systems besser beschreiben, als die Feststellung, dass Bürger von zu Hause die Grundversorgung übernehmen (u.a. für Unternehmen)? Unternehmer seien Ausbeuter, die Leistung erwarten. Die Gesellschaft propagiert keine Leistungsbereitschaft mehr. Schule muss sich den Kindern anpassen, damit diese nicht überfordert werden. Erwachsene Arbeitnehmer wollen weniger arbeiten, um irgendwas mit Work-Life-Balance zu wuppen. Das klingt so, als das bisherige Generationen mit Eintrittsalter Sechzig elendig wegen Leistung und Wertschöpfung verreckten.

Johannes | So., 28. Juni 2026 - 02:07

Selbständigen, den man keine Festanstellung zutraut, an die Hand nehmen und ihn wie ein betreuter Vollidiot dazu verordnen, in die RV einzubezahlen. Genauso mit dem Minijobber. Ob Aktienrente oder Minijobber/Selbständiger. Arbeit wird für alle noch viel teurer.

Und der neue Hit! wird sich dursetzen: Schwarzarbeit!

Angelika Sehnert | So., 28. Juni 2026 - 14:17

Die politische Klasse in diesem Land beweist mit jeder Pressekonferenz, bei man die angeblich epochale Reformschritte ankündigt, wie reformunfähig sie tatsächlich ist. Bislang waren alle Vorschläge nur darauf ausgerichtet die Einnahmen für marode, ineffiziente Systeme zu erhöhen ohne die zugrundeliegenden Problem auch nur anzusprechen. Genau wie es im Bundeshaushalt nicht zu drastischen Sparrunden kommen wird, genauso versucht man gar nicht erst, die Sozialsysteme fit für das 21. Jh. zu machen. Das gesamte System leidet nicht unter Geldmangel, es leidet an der durch Klientelpolitik verursachten Fehlallokation von Mitteln. Man hat manchmal den Eindruck, die Politik wäre erst zufrieden, wenn alle Bürger Staatsbedienstete oder Transferempfänger wären.
Übriges raubten mit die Vorstellungen von Merz zum Rentenfonds den Atem: Kleinliche Vorschriften, wie und wo investiert werden darf, ein riesiger Apparat mit Parteigenossen obendrauf ergibt Riester reloaded. Gute Nacht Zukunft!