- Der nächste Rohrkrepierer aus Hamburg
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ stellt den sachsen-anhaltischen AfD-Spitzenkandidaten als „gefährlichsten Mann Deutschlands“ dar – und erntet dafür Spott und Kritik ohne Ende. Eine hauseigene Stellungnahme macht die Sache noch peinlicher.
Selten hat ein Spiegel-Cover derart für Furore gesorgt wie das aktuelle. Kaum jemandem in der Bundesrepublik, der nicht völlig hinter dem Mond lebt, dürfte inzwischen entgangen sein, dass das Hamburger Nachrichtenmagazin auf seinem Titel den sachsen-anhaltischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund als „den gefährlichsten Mann Deutschlands“ bezeichnet – und dies zur Steigerung der Dramatik mit einem Porträtbild desselben in einer Art Fahndungsplakat-Optik illustriert. Das Spiegel-Logo findet sich an diesem Wochenende denn auch auf gefühlt jedem dritten Social-Media-Post wieder, allerdings eher nicht in dem von den Blattmachern erhofften Sinne.
Verballhornungen in hundertfacher Variation
Denn anstatt die Siegmund-Story einfach nur zu teilen und somit der These von der Gefährlichkeit eines 35 Jahre alten Parteivorsitzenden aus einem eher unbedeutenden Bundesland zu gesellschaftlicher Relevanz zu verhelfen, kursieren zwei Tage nach Erscheinen der Printausgabe Verballhornungen der Titelseite in hundertfacher Variation. Angefangen bei Friedrich Merz als „ehrlichstem Politiker Deutschlands“ über Räuber Hotzenplotz oder Marie-Agnes Strack-Zimmermann („schönster Mann“) bis hin zu niedlich dreinblickenden Pudel-Welpen nebst der Unterzeile von wegen „gefährlichster Hund Deutschlands“. Und wenn, wie geschehen, Ulrich Siegmund selbst sich dabei filmen lässt, wie er Spiegel-Ausgaben signiert oder aber ironisch in den Raum stellt, nach seinem Wahlsieg werde er den Leuten verraten, wieviel Geld man sich die Schützenhilfe aus Hamburg habe kosten lassen, dann ist der beabsichtigte Fangschuss von der Ericusspitze offenbar ziemlich nach hinten losgegangen.
Mag sein, dass das Siegmund-Heft sogar besser läuft als eine Woche zuvor der Versuch, Karl Marx als frühen Kritiker des „KI-Kapitalismus“ zu verkaufen. Aber das verlegerische Risiko besteht natürlich darin, dass sämtliche vom angeblichen Gefahrenpotential des mitteldeutschen Ministerpräsidentenanwärters getriggerte Spiegel-Spontankäufer nach Lektüre der Titelgeschichte das Heft konsterniert beiseitelegen und sich fragen, warum eigentlich solch ein Bohei um den Duftmarketing-Experten aus dem beschaulichen Städtchen Tangermünde gemacht wird. Skandalträchtige Enthüllungen finden sich jedenfalls an keiner Stelle des Textes, stattdessen aber Beobachtungen von der Art, im Sommer habe „rund 50 Kilometer von Ulrich Siegmunds Wohnort entfernt“ eine Feier mit völkisch-rassistischem Hintergrund stattgefunden, deren Teilnehmer jedoch auch für die knallharten Rechercheure in keinen sinnvollen Zusammenhang mit dem „gefährlichsten Mann“ gebracht werden können. Letzterer wird stattdessen mit Sätzen zitiert wie: „Wir möchten unser altes, sicheres Deutschland zurück“. Was natürlich aus dem Mund eines angeblichen Top-Gefährders ein bisschen widersinnig klingt. Ob man auf diese Weise als Magazin dauerhaft neue Leser gewinnt, ist fraglich. Aber sei’s drum.
Erstklassige Wahlkampfunterstützung für die AfD
Dass es sich beim neuesten journalistischen Elaborat um erstklassige Wahlkampfunterstützung für die AfD handelt, die sich anschickt, nach dem 6. September erstmals die Regierung in einem deutschen Bundesland zu stellen, ist außerhalb der Spiegel-Redaktion jedenfalls weitgehend unumstritten. Sogar der ehemalige Linke-Fraktionschef im Bundestag, Dietmar Bartsch, zeigte sich im Interview mit Die Welt fassungslos über die Stigmatisierung Ulrich Siegmunds, fand dazu Worte wie „irre“, „ahnungslos“ oder „unverantwortlich“ und ließ seine Kritik in den Satz münden: „Der gefährlichste Mann – das sind die Leute, die Autos in den CSD fahren lassen. Das sind gefährliche Menschen, weil sie Leben riskieren.“
Es ist allerdings überhaupt nicht nötig, einen linken Parteifunktionär zu konsultieren, um zu ahnen: Wenn ausgerechnet der Spiegel einen sachsen-anhaltischen AfD-Volkstribun dämonisiert, dem dort laut Umfragen ohnehin schon mehr als 40 Prozent der Wähler in teilweise heller Begeisterung folgen, dürften sich sehr viele bisher Unentschiedene reflexhaft sagen: Dann eben doch!
Inzwischen scheint sich beim Spiegel ob der journalistischen und politischen Kollateralschäden in Sachen „gefährlichster Mann“ ein gewisses Unwohlsein verbreitet zu haben. Denn anstatt die Geschichte wenigstens einfach so stehen und sämtliche Kritik unter dem Anschein von Souveränität an sich abperlen zu lassen, fühlte sich der Chefredakteur Dirk Kurbjuweit zu einer Stellungnahme bemüßigt, die online unter der Überschrift „Warum Ulrich Siegmund auf dem SPIEGEL-Titel ist“ nachgelesen werden kann.
Diese Rechtfertigungsschrift fällt jedoch derart läppisch aus, als wäre sie von einem untertourigen Chatbot verfasst worden, und versammelt noch einmal alle halbgaren Vorwürfe, die bereits in der zugrundeliegenden Titelgeschichte gegen Siegmund erhoben werden: Dessen Pläne für Sachsen-Anhalt seien „ein Anschlag auf die liberale Demokratie. Minderheiten würden das zuerst spüren“. Siegmunds gewinnende Umgänglichkeit in Kombination mit dessen nicht näher benannten extremen Zielen machen ihn Kurbjuweit zufolge deswegen so brandgefährlich, weil Politiker „potentiell“ wirkmächtiger wären als Kriminelle: „Wenn ein Politiker böse Absichten hat – die allermeisten haben das zum Glück nicht –, kann das böse Folgen für Hunderttausende haben, vielleicht für Millionen.“
Wie aus einem Schüleraufsatz
Mit solcherlei Argumenten, die auch aus einem Schüleraufsatz stammen könnten (und vom heutigen Chefredakteur ganz ernsthaft mit dem leitmotivischen Auftrag „Sagen, was ist“ des legendären Spiegel-Gründers Rudolf Augstein gerechtfertigt werden), hat das „Sturmgeschütz der Demokratie“ einen weiteren Rohrkrepierer hervorgebracht. Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat mit seinem nach Aufmerksamkeit heischenden Projekt, sich als Retter des „liberalen“ Abendlands aufzuspielen, eine neue Schwundstufe eingeläutet, indem es sich der Lächerlichkeit preisgibt. „Le ridicule ne tue pas, mais il met mal à l'aise”, so der franko-kanadische Schriftsteller Louis Gauthier: „Lächerlichkeit bringt niemanden um, aber sie ist unangenehm.“ Das ist noch sehr freundlich formuliert.
Eine unangenehme Koinzidenz für den Spiegel besteht zudem darin, dass just an diesem Wochenende in der Reihe „Ben Ungeskriptet“ eine Podcast-Aufzeichnung erschienen ist, bei der sich Gastgeber Benjamin Berndt geschlagene vier Stunden lang mit dem „gefährlichsten Mann Deutschlands“ unterhält – nachdem vor einigen Monaten an derselben Adresse bereits Björn Höcke sich ausmären konnte (ebenso wie unter anderen Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht oder der Ex-FDP-Chef Christian Lindner). Während aber der thüringische AfD-Mann Höcke seine völkische Gesinnung und seinen verschwiemelten Retro-Romantizismus durchaus nicht verbergen konnte beziehungsweise wollte, findet sich nichts von alledem während der Unterhaltung zwischen Berndt und Ulrich Siegmund. Letzterer benennt immer wieder und in aller Sachlichkeit aktuelle Probleme – von ungesteuerter Migration bis zu einem überbordenden und vielfach ungerechten Sozialstaat –, zeigt mögliche Lösungen auf, hebt immer wieder seine Verpflichtung auf den Rechtsstaat hervor. Und redet insgesamt weit weniger populistisch daher als manche Politiker von SPD oder CDU – von der Linkspartei ganz zu schweigen.
„Gibt sich freundlich, wirkt gewinnend“
Natürlich kann es sein, dass es sich bei Siegmund („gibt sich freundlich, wirkt gewinnend“, so der Spiegel) in Wahrheit um einen fanatischen Rechtsextremen handelt, der danach trachtet, die Demokratie abzuschaffen und in Sachsen-Anhalt ein diktatorisches Regime zu etablieren. Was aber die bundesdeutsche Realität angeht, sollte sich beim Vorwurf der Demokratiefeindlichkeit der Fokus eher richten auf Leute wie Niedersachsens SPD-Innenministerin Daniela Behrens, auf deren Betreiben unlängst reihenweise missliebige Kandidaten von der Kommunalwahl ausgeschlossen wurden. Die Menschen merken sich so etwas, auch wenn ihr Herz nicht für die AfD schlägt.
Derweil haben sich (Stand Sonntag, 13.15 Uhr) via „Ben Ungeskriptet“ mehr als zwei Millionen Zuschauer auf YouTube ihr eigenes Bild von Ulrich Siegmund und dessen behaupteter Gefährlichkeit gemacht. In genau drei Wochen um Punkt 18.00 Uhr werden die Deutschen dann erfahren, wessen Geschichte wirkmächtiger war: jene von Siegmund über sich selbst, oder die vom Spiegel über den „gefährlichsten Mann“ der Republik. In Sachsen-Anhalt tritt Hamburg jedenfalls ohne Heimvorteil an, soviel ist gewiss. Und das dürfte erst der Anfang gewesen sein.
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GEGEN die Demokratie, dann passt es wieder. Und Herr Siegmund scheint in der Tat der gefährlichste Mann zu sein für die Sesselkleber und Dauerversager, für KI-basiertes Blabla ... und Plagiaristen, für den total von der Rolle gekommenen ÖRR, usw. Na denn, schaun wer mal!
Hochmut und Arroganz der Genossen und Genossinnen war immer schon der gewisse Selbstschutz der Verlierer. Sie können es nicht besser verkraften, dass sie nie geliebt wurden und nie geliebt werden!
Gewisse Charakterzüge (Hass auf die Demokratie und Andersdenkende/Hang zur Gewalt) sind nun man nicht sehr liebenswert!
neuen Cicero Artikel war, an welchem Kiosk, Tankstelle oder Zeitschriftenhandel ist dieses Foto mit einem Packen von vielleicht 100 Spiegelexemplaren aufgenommen wurden ?
In Berlin, Hamburg, Köln oder München ?
So viele linksgestrickten Leser in selbigen Orten, die dieses Blatt in derart geballter Form konsumieren, fällt mir eigentlich anderen Orts nicht mehr ein….. und schon gar nicht in Osten dieses Landes was flächendeckend blau eingefärbt ist. Bis vielleicht in Berlin …… Aber auch da scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen ……und das sollte genügen dem Blatt und deren Leser für die unentgeltliche Wahlwerbung zu danken. Vielleicht waren das die wenigen Prozente die einer absoluten Mehrheit noch fehlten 😂😂😂
Wichtiger wäre das Entlarven, der mit Sicherheit kommenden politischen Taschenspieler- Tricks um einen AfD MP zu verhindern. Darauf, sollte sich alle journalistische Kraft des Cicero konzentrieren.
MfG a d Erfurter Republik
Wenn ich daran denke, dass ich mich mit 16,17 Jahren auf die Dienstagnachmittage nach der Schule freute,weil dann der tags zuvor erstandene SPIEGEL meiner Eltern herrenlos im Wohnzimmer lag!
Letzte Woche habe ich die, auch ziemlich missglückte,Marx-Ausgabe einer Nachbarin (auf deren Wunsch!) ins Krankenhaus gebracht und mir erlaubt zuvor darin zu lesen. Meine Güte! 7,20€! Für schlecht recherchierte Geschichten in schlechtem Stil und teilweise schlechtem Deutsch!
Alles unter dem Motto: behaupten, was sein soll.
Nun ja, nichts ist ewig und zum Glück gibt’s CICERO.
Im Ernst: in dieser Blase ist es unvorstellbar, dass ein rechter Politiker tatsächlich so ist, wie er sich gibt! Offen, zugänglich, ziemlich kenntnisreich und ehrgeizig und dabei immer irgendwie fröhlich.
Sachsen -Anhalt hat 2.14 Mio. Einwohner. Was soll schon passieren? Soll er doch mal machen. Die bittere Realität und die Niederungen des politischen Regierungsalltags werden ihm schon Mores lehren.
Auf die wird zweifelsfrei auch Siegmund treffen, wenn er denn wirklich das schier unmögliche schafft , MP in SA zu werden.
Ich glaube aber ehr, das da noch von den „echten Demokraten“ mit entsprechenden Gesetzesänderungen auf Bundes & Länderebene versucht wird zu intervenieren um genau „Das“ zu verhindern …… den mehrheitlich gewählten Politikwechsel…….was da in den wenigen Wochen noch veranstaltet wird, werden wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Dessen bin ich mir ziemlich sicher …..
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik
... aus der jüngsten Geschichte?
"Da dies absehbar war in der Konstellation, wie (.. .) gewählt wurde, muss man sagen, dass dieser Vorgang unverzeihlich ist und deshalb auch das Ergebnis wieder rückgängig gemacht werden muss."
So wird es im "Falle des Falles" wieder enden. Irgendwie. Mit irgendwelchen maximal "halbseidenen" Manövern und Methoden derer "Demokraten" vor der Brandmauer.
"Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand behalten"...
Was folgt daraus ? Das die Wiedervereinigung Deutschlands für die aus dem Osten zumindest ein politischer Flop war ? Das eine sich immer weiter eine Entwicklung abzeichnet wie sie eigentlich Ulbricht wollte ? Und letztlich mit Honecker & Krenz durchsetzte ? Für mich jedenfalls nach 89 nicht so erwartet.
DAS ist für mich der "Spiegel". Gewiss: das war früher unter Augstein noch anders. Da war Spiegel noch Spiegel der Realität in Deutschland, obwohl ich damals schon lieber den Fokus gelesen haben, den ich mir aus dem Westen habe mitbringen lassen. Denn im Osten gab´s nur das scheinheilig-verlogene "Neue Deutschland", das heute nur noch vom Spiegel linX überholt wird! Eduard von Rohschnitzel (im Rot-Braunen Kanal) hätte seine liebe Freude dran.
Tatsächlich aber sitzen die gefährlichsten Männer und Frauen heute in der rotbraunen SED-LINKEN und in den kommunistischen NGOs!
Sie wissen, ich bin, was Sie betrifft, ein wenig kritischer als bei anderen Autoren und vielleicht auch ein bisschen voreingenommen, aber diesmal "Daumen hoch!" Was der Spiegel da von Stapel gelassen hat, war unüberlegt und in seiner Wirkung von den in eigener Suppe kochenden Spiegel-Redakteuren nicht bedacht worden. Die Ergänzung von Kurbjuweit setzte allem noch die Krone auf. Tja, das kommt davon, wenn man sein journalistisches Handwerk nicht mehr richtig beherrscht. Und da nützt auch keine Augstein´sche Schutzbehauptung, man berichte, was ist. Ja, ich habe Siegmund auch in „Ben Ungeskriptet“ angeschaut. Volle fast 4 Stunden. Der Mann ist trotz seiner Jugend souverän. Ein Polittalent. Er wird noch von sich reden machen, insofern nimmt der Spiegel-Titel vom "Gefährllchsten Mann" etwas vornweg, polemisch übertrieben und überspitzt zwar, aber im Kern richtig, wenn auch ganz anders als gemeint. Siegmund ist das männliche Pendant zu Alice Weidel. Ja, das sind unsere Politiker von morgen.
Statt Scherben aufzusammeln, hat Herr Kurbjuweit diese journalistische Glanzleistung heute schon vehement verteidigt. Nicht etwa mit schlagenden Argumenten, Fakten oder integrer Motivation, nein, mit geradezu hilflosem infantilen Geplapper. Ein wenig bockig wiederholte er einfach die Schlagzeile und ergänzte, das sei schließlich so, der Siegmund sei halt der Gefährlichste ever!
Nun, im besten medialen Deutschland das wir je hatten, darf eben auch die Relotius-Presse mit ihren täglichen Fabeln u. Märchen nicht fehlen, wozu haben wir denn unsere Meinungsfreiheit?! Richtig schön wäre indes, würde diese mit beschränktem Weltbild agierende Presse ihre Bretter aus dem Gesinnungsareal ihres Oberstübchens entfernen u. schrankenlos über die ihr eigens innewohnende Selbstentblödung berichten. Aber ich bin ja von Hause aus ein bescheidener Mensch, „Sagen was ist“, wäre ein Anfang. Dass dies der Leitspruch Rudolf Augsteins war, erster Herausgeber des Spiegels, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Das nun der MP Anwärter den Spiegel samt seines Titelblatss durch seine Blider bei der eigenhändigen Signatur in höchster Form verhohnepipelt hat, und bis hin zu den Linken ganz Deutschland über dieses Blatt Hohn & Spott ausschüttet, ist ja völlig in Ordnung.
Aber das diese „Aktion“ das deutsche Unternehmertum derart anstachelt das bereits Blechschilder dieses Titelblats für knapp 20€ allerdings ohne Originalsignatur bei eBay gestern Abend zu finden waren und der Höchstpreis des „Blattes“ bei knapp 30 € angeboten wurde, läßt mich wenigstens wieder positiv über die deutsch Wirtschaft denken.👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik ins Große NRW
Ein digital beliebig verspottbares Titelbild (»Das gefährlichste Propagandablatt Deutschlands« von Snicklink mit dem SPIEGEL als Unendlichkeitsspiegel finde ich die gelungenste Variante) trifft auf einen Podcaster, der den »Schurken« für sich selbst sprechen lässt. DER SPIEGEL ist betreutes Denken mit Theaterkulisse, »Ben ungeskriptet« ist Realität live zum selber anfassen. Der Versuch einer medialen Hinrichtung durch ein Mainstream-Medium, ausgeköchelt in einer der Realität entfremdeten Redaktionsstube, wird zur unfreiwilligen Selbstentleibung eines (ehemaligen) Nachrichtenmagazins.
Was als »neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit« schon lange im Gange ist – der Aufstieg digitaler Alternativmedien –, hat in der Kombination von mainstream-medialer Selbstverblödung und unabhängigem Podcasting jetzt einen Kipppunkt erreicht: der Möchtegern-Henker einer einstmals mächtigen Medieninstitution wird zur Witzfigur, und der unabhängige Blogger zum medialen Königsmacher in Sachsen-Anhalt.
Müssen Deutsche noch steuerfinanzierte Wahlseminare erhalten, wen sie nicht wählen sollen? Gibt es sowas wie eine Farce, also Parteien, die nur zum Schein auf dem Wahlzettel erscheinen, um Vielfalt und Auswahl zu suggerieren?
„…Duftmarketing-Experten aus dem beschaulichen Städtchen Tangermünde“
Vertue ich mich, oder macht sich Herr Marguier an dieser Stelle herablassend über Herrn Siegmund lustig?
"Natürlich kann es sein, dass es sich bei Siegmund („gibt sich freundlich, wirkt gewinnend“, so der Spiegel) in Wahrheit um einen fanatischen Rechtsextremen handelt, der danach trachtet, die Demokratie abzuschaffen und in Sachsen-Anhalt ein diktatorisches Regime zu etablieren."
Seltsam, derartige Unterstellungen hört man bei Islamisten, die vielfach genau so mit Täuschung und Unwahrheiten arbeiten, so gut wie nie.
Was der Spiegel fabriziert hat doch schon lange nichts mehr mit dem leitmotivischen Auftrag „sagen was ist“ zu tun. Ich habe mir den Podcast mit Siegmund auch angehört. Im Vergleich zu den Repräsentanten der sogenannten etablierten Parteien kommt Siegmund deutlich überzeugender und vor allem ehrlich rüber.
Das versuchte Agenda-Setting des „Menschenfängers“ aus Sachsen-Anhalt verfängt nicht. Ganz im Gegenteil, es ist eher ein Brandbeschleuniger an der Brandmauer.
Man muss geradezu Mitleid mit den die „liberale-Demokratie-verteidigenden“ Kämpfern von der Ericusspitze haben, die nicht bemerken, wie lächerlich sie sich machen, und wie vertrottelt sie wirken.
Wenn selbst jemand aus dem ur-linken Lager wie Dietmar Bartsch die Hände über den Kopf zusammenschlägt, was sich die westdeutsche Schickeria aus der Hamburger „Edelfeder“-Schmiede da zusammenschreibt („Ich verstehe auch nicht, wie man in Hamburg, weit weg von Sachsen-Anhalt, ahnungslos was Sachsen-Anhalt betrifft, ein derartiges Cover entscheiden kann“), dann kann man bemessen, wie abgehängt und desorientiert diese Autorenschaft samt Chefredaktion ist.
Ein über Jahrzehnte betriebener intellektueller Inzest in den Redaktionsstuben ohne frischen Wind von außen und mangelnde Vielfalt in den Köpfen führt zu solchen Totalausfällen.
Als bekennender Siegmund Fan, auch wenn ich ihn in Hessen nicht wählen kann, habe mich gefreut über das over des Spiegel. Da muss man mal erst drauf kommen, einen *gehassten AFD-Politiker* im Wahlkampf auf diese Weise zu unterstützen. Das ist dem Team um Siegmund aber nicht eingefallen. Oder doch? Haben sie die drei Journalisten des Spiegel schmieren lassen? (Spoiler) Denn die Aktion lief ja wie geschmiert für Ulli. Die haben einfach alle verfügbaren Spiegel aufgekauft und sie von Ulli signiert unter die eigenen Wählerschaft gestreut als historisches Erinnerungsstück. Das selbst die sonst doch in ein Horn blasenden anderen Msm da nicht alle mitzogen und den Spiegel teils verrissen haben dürfte denen auch nicht wirklich erfreut haben. Wie dem auch sei. Wer Ulli Siegmund bislang noch nicht in unserer BRD kannte, kennt ihn jetzt.
Hat das Wort Dummheit eine grammatikalische Steigerungsform? Für mich ja. Dumm, dümmer, Spiegel. Das wird Siegmund der absoluten Mehrheit weiter voran bringen.
zerlegen den SPIEGEL Artikel genüsslich in NIUS.
Absolut sehenswert.
