Ungleiches SPD-Vorsitzenden-Duo: Lars Klingbeil und Saskia Esken, 26.04.2025 / picture alliance/dpa | Matthias Bein

Die SPD ringt um das Ende ihrer Co-Vorsitzenden - Saskia Esken zwischen Kritik und Ministeramt

In der SPD meinen viele, personelle Konsequenzen aus dem Wahldebakel ziehen zu müssen. Gut für Lars Klingbeil, dass es mit Saskia Esken eine Co-Vorsitzende gibt, die schon 2019 nicht wegen ihrer Kompetenz ins Amt kam. Sie zu verteidigen, fällt schwer.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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Saskia Esken in Schutz zu nehmen gegen ihre zahlreichen innerparteilichen Kritiker, fällt nicht so leicht. Sebastian Roloff hat es versucht. Er finde den Umgang der Partei mit ihr „völlig unmöglich“, sagte der Bundestagsabgeordnete, der dem Vorstand des „Forums Demokratische Linke 21“ in der SPD angehört, im Deutschlandfunk. Aber als er nach den Gründen für den kritikfreien Erfolg des Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil und den mangelnden Rückhalt für Esken befragt wird, hält er sich an die altschwäbische Maxime „Ned gschimpft isch globt gnua!“.

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Christoph Kuhlmann | Mi., 30. April 2025 - 13:59

Die Frau betet mit einer Bräsigkeit die Glaubenssätze der Partei herunter, als ob die SPD mit 16,4 % die absolute Mehrheit erzielt hätte. Es können nicht alle immer nur nachplappern, irgendeiner muss auch mal was neues sagen. Vorzugsweise an der Spitze der Hierarchie. Sonst wird der Partei die Lernfähigkeit abgesprochen.

Stefan | Mi., 30. April 2025 - 14:19

Die Person Esken wird mit dazu beitragen, daß sie die SPD noch weiter an den Abgrund bringt, sollte denn eine Position egal welcher Art in der Partei bekommen.
Dieses Land ist kurz vor dem Kollaps, da braucht es keine Dilettanten die ihm letztlich noch den Todesstoß versetzen.
Das aufgestellte Kabinett von Merz ist schon fragwürdig genug und weckt zumindest in mir wenig Vertrauen.
Lobbyisten und gescheiterte Manager ... da bedarf es von Seiten der SPD bestimmt auch keine Personen in weiterer Verantwortung mehr die den angerichteten Schaden mit verursacht haben.

Klaus Funke | Mi., 30. April 2025 - 14:45

Frau Esken ist ein Auslaufmodell und sie ist auch sichtbar persönlich nicht für ein Ministeramt geeignet. Sollte sie aus Proporzgründen und weil die SPD glaubt ihr was schuldig zu sein, in ein Ministeramt gehievt werden, würde die SPD im Ansehen großen Schaden nehmen. Man muss auch rein optisch Lehren aus dem Wahldebakel ziehen. So eine Person kann für Niederlagen nicht auch noch belohnt werden. Sie ist im Volk total unbeliebt, wird sogar gehasst. Drauf muss reagiert werden. So wie man auf Beliebtheit reagiert, wie im Falle Pistorius, wobei ich meine, dass dies ungerechtfertigt ist, so muss auch auf Unbeliebtheit reagiert werden. Und machen wir uns doch nichts vor: Die Dame ist doch von vorgestern, die passt nicht mehr ins derzeitige Bild. Also, was soll das ganze Palaver. Weg mit ihr, aus und gut. Damit nähme man dem politischen Gegner zugleich viel Wind aus den Segeln. Die SPD braucht wie nichts sonst frischen personellen Wind. Mit den alten Kadern etwas Neues zelebrieren - unmöglich

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi., 30. April 2025 - 15:17

kann ich zu Frau Esken gar nichts sagen, ich kann sie nicht einschätzen.
Hingegen las ich in einem Artikel von Frau Cora Stephan bei TE, dass Frau Esken ein evtl. "sozialdemokratisches Urgestein" sei.
Laut Wiki hat sie ein bewegtes und ja, sozialdemokratisches Leben geführt.
Das befähigt noch nicht per se zu einem Ministeramt oder dem Parteivorsitz.
Als Informatikerin kann sie aber der SPD digital unter die Arme greifen.
Ich bin ganz sicher, dass die SPD nicht auf ihre Lebens- und Parteierfahrung verzichten möchte.
Alles Gute

Stefan | Mi., 30. April 2025 - 17:24

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Gute Frau,
ihren Enthusiasmus möchte ich haben.
Es erinnert mich an das was mein Großvater über das Kriegsende '45 mal sagte:
"Junge, keiner hat am Endsieg gezweifelt."
Das Resultat ist bekannt.

Heinrich Dompfaff | Mi., 30. April 2025 - 23:30

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Sie haben Frau Esken als Informatikerin bezeichnet, sprechen Sie dabei ihre Erfahrung als Callcenter Mitarbeiterin an, ich bin überzeugt, dass sie am Telefon durchaus den ein oder anderen Menschen über irgendetwas informiert hat.

"Esken schloss am Berufskolleg für Informatik der Akademie für Datenverarbeitung Böblingen eine Ausbildung zur staatlich geprüften Informatikerin ab und arbeitete anschließend in der Softwareentwicklung, bis sie ihre Berufstätigkeit nach der Geburt ihres ersten Kindes im Jahre 1994 beendete." wiki

Heinrich Dompfaff | Fr., 2. Mai 2025 - 06:33

Antwort auf von Brigitte Miller

Regelmäßig spende ich für Wikipedia und nutze es beruflich gerne, aber man muss die Fähigkeit entwickeln, die Verlässlichkeit der Angaben zu beurteilen. Gerade in (gesellschafts)politischen Bereichen ist Vorsicht geboten. Die Komplexität der Informatik erfordert ein akademisches Studium

A. Krüger | Do., 1. Mai 2025 - 11:16

Antwort auf von Dorothee Sehrt-Irrek

Frau Esken ist keineswegs "Informatikerin". Es handelt sich hier um eine dreijährige Fach-Ausbildung, die sie nach ihrem Leben als Straßenmusikerin, Kellnerin, Paketbotin, Chauffeurin und Schreibkraft absolviert hat. Sie hat also eine Vita, die sie zu keinem Ministeramt befähigt.

Walter Bühler | Mi., 30. April 2025 - 15:47

Die aalglatten, optisch, sprachlich & inhaltlich weich- und flachgekochten Schwätzer in der Politik - "die habe ich satt", wie es einst Biermann sagte. Ich kann die Typen, die in der Welt unserer Unterhaltunhgsindustrie zu Prominenten werden, einfach nicht leiden, erst recht, wenn sie mir als Politiker angedient werden sollen.

Insofern habe ich Saskia Esken anfangs durchaus Sympathie entgegebracht, zumal sie aus dem schönen Nagold-Tal kommt.

Allerdings ist diese Sympathie wieder verschwunden, je stärker die ideologische Verbohrtheit und ihre ausgeprägte Funktionärsmentalität sichtbar geworden ist.

Jetzt - nach der "Wende" der SPD hin zur CDSU -wird sie zur tragischen Gestalt.

Sie muss erleben, dass nach dem Ampel-Desaster liebe Genossen auch unter den eigenen Leuten eifrig nach Sündenböcken suchen, die für ihre private Dolchstoßlegende (bezüglich der fatalen "Fortschritts-Ampel") nützlich sein könnten.

Und so wird sie nach der neuesten Wende selbst zur Zielscheibe.

Ernst-Günther Konrad | Mi., 30. April 2025 - 18:52

Diese unsympathische und gefühlskalte Nichtskönnerin soll ruhig ein Ministeramt übernehmen. Je schneller diese Regierung sich zerlegt, desto besser ist es für die AFD. Da sie nichts kann ist das Ministeramt letztlich egal an dem sie sich versucht. Vorprogrammiertes Chaos kann nur hilfreich sein. Klingbeil weiß natürlich, wie das seinerzeit ausging mit Nahles als man sich öffentlich fetzte. Er würde das ganze gerne lautlos klären, aber Saskia, die ANTIFA Oma ist da genauso wenig diplomatisch und einsichtig, wie das Baerböckchen. Solche Frauen merken es einfach nicht, wenn sie flüssig, wenn sie überflüssig sind. Ich gönne der SPD dieses Dilemma. Warum? Sie haben diese Frau ohne Not zur Parteivorsitzenden gemacht. Nun sollen sie auch mit ihr Auskommen oder sie ganz offiziell abwählen. Ich mag Esken überhaupt nicht, sie sollte aus der Politik verschwinden, aber vom rein menschlichen Aspekt zeigt sich auch bei ihr wieder, wie dreckig und gemein Politik sein kann.

Jeder Satz ein Treffer. Sie haben es wunderbar beschrieben, was an dieser verbohrten Polit-Oma so hassenswert ist. Und richtig, sollen die SPD und Klingbeil ruhig an ihr festhalten und sie zur Ministerin machen (beispielsweise für Frauen, Familie und Jugend, da kann sie am Ende noch den wenigsten Schaden anrichten). Desto früher wird diese Regierung und die SPD (hoffentlich) Geschichte sein. Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber...

Gabriele Schäfer | Mi., 30. April 2025 - 21:56

Vorneweg: Ich finde Saskia Eskens als Politikerin unterirdisch. Dennoch die Frage: Warum wird nur sie im Duo Eskens/Klingbeil für das Wahlergebnis der SPD verantworlich gemacht. Klingbeil steigt auf und Eskens ab. Auch wenn es mir schwerfällt dies zu sagen: Ihr Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit nötigt mir einen gewissen Respekt ab.