- Rückzug in die Blase
Die Parteien des linken Lagers wollen nicht mehr bei X vertreten sein, weil dort angeblich „gezielt rechtsextreme Inhalte“ gestärkt werden. Lieber bewegt man sich in Kreisen, in denen das eigene Weltbild bestätigt wird. Das ist ein Problem für die Demokratie.
In der Politik kommt es zuweilen vor, dass eine wirkungsvolle Pose reales Handeln ersetzt. Insofern muss man SPD, Grünen und Linken ein gewisses politisches Handwerk zusprechen, als sie am vergangenen Montag mit großer Pose die Plattform X verließen. Die Accounts der drei politischen Parteien veröffentlichten gegen 9 Uhr zeit- und wortgleich eine Erklärung, die ihren Abgang besiegeln sollte. X sei „im Chaos versunken“ und fördere „Desinformation“. Die jeweiligen Accounts würden „nicht mehr bespielt“.
Nun ist es nicht so, dass dieser halbherzige Weggang die digitale Welt nachhaltig erschüttert hätte, denn die betroffenen Accounts fielen schon länger nicht durch rege politische Kommunikation auf. Aber bemerkenswert ist die Aktion allemal.
Zum einen ist es die Chuzpe der SPD, die hier ins Auge sticht. Denn sie ist ja eigentlich in einer Koalition mit CDU und CSU. Eine gemeinsame politische Kampagne mit Grünen und Linken ist daher ein Signal, das über den eigentlichen Sachverhalt hinausgeht. Die deutsche Öffentlichkeit soll keinen Zweifel daran haben, wo man sich politisch beheimatet fühlt und wer die natürlichen Verbündeten sind. Das ist nicht verboten, aber es ist zweifellos ein Statement. Man hätte die Aktion auch getrennt, mit unterschiedlichen Erklärungen, fahren können. Aber man wollte die Einigkeit des linken Lagers unterstreichen. Nun gut, da weiß jeder, woran er ist.
Wenn Haltung der Selbstbeschwörung dient
Es sind aber nicht solche Nickeligkeiten, die mich beim Weggang von Rot-Rot-Grün beschäftigen. Diese müssen allenfalls den Kanzler umtreiben, der allerdings nicht so wirkt, als hätte er irgendwelche persönlichen oder politischen Erwartungen an den Koalitionspartner, der ihn vor genau einem Jahr mit Ach und Krach ins Amt gewählt hat. Bedeutender ist die Haltung, die hinter dieser Geste steckt.
Haltung – das ist zu einer Art politischem Unwort geworden. Denn immer häufiger dient sie einer Art Selbstbeschwörung. Aber Haltung im Munde zu führen ist etwas grundsätzlich anderes, als Haltung zu haben oder Haltung zu beweisen. Wenn man die SPD fragen würde, welche Haltung aus ihrer Aktion spricht, würde man sicher etwas über den Kampf gegen Rechtsextremismus hören. Dementsprechend hatte die Bundestagsfraktion der Sozialdemokraten auf Instagram auch eine Kachel verbreitet, in der es hieß: „Demokratische Kräfte sollten eine Plattform, die gezielt rechtsextreme Inhalte stärkt, nicht durch ihre Präsenz aufwerten.“
Dazu war ein Bild von Elon Musk montiert, auf dem er den rechten Arm nach oben streckt. Die Assoziation zum Hitlergruß sollte offensichtlich hergestellt werden. Denn ohne Hitler-Analogien wird hierzulande kaum ein politischer Meinungskampf aus der linken Blase bestritten, wenn er sich gegen Positionen rechts der eigenen richtet.
Ich sehe in der Aktion hingegen keinen Ausweis besonders demokratischer Haltung. Ich sehe einen Akt politischer Überheblichkeit zum Schaden der demokratischen Kultur. Das ist die eigentliche Haltung, die Rot, Rot und Grün hier unter Beweis gestellt haben.
Die Sozialdemokraten hatten als Arbeiterpartei lange Zeit die Deutungshoheit über die Stammtische in den Städten. Sie waren dort, wo ihre Wähler waren: vor den Werkstoren, in den Vereinsheimen und auf den Sportplätzen. Alles keine Orte, die für besondere Sprachsensibilität bekannt sind. Das etwas romantisch verklärte Bild des Sozialdemokraten Bonner Prägung ist vielleicht das des proletarischen Raubeins mit dem Herz am rechten Fleck. Eben jener Menschen, die für den ursozialdemokratischen Kampf für Gerechtigkeit zu mobilisieren waren.
Entfremdung von der eigenen Klientel
Gerhard Schröder war einer der Letzten, die dieses Milieu noch ansprechen konnten. Mit ihm begann aber auch die Verlagerung der politischen Debatte hin zu Themen, die die eigentliche Klientel eher abschreckten. Im Windschatten des grünen Koalitionspartners machte man sich die Themen Energiewende und Ernährungswende zu eigen. Später folgte dann die Mobilitätswende. Essen, Heizen, Bewegen: Es gibt keinen Bereich des Lebens mehr, der nicht in irgendeiner Weise von deutschen Linken „gewendet“ werden muss. Und irgendwann wurde auch der volksnahe Habitus großer Sozialdemokraten in die Mottenkiste gelegt.
Die SPD – nein, die gesamte Linke – hat sich in den vergangenen 25 Jahren von der Klientel entfremdet, die sie einst vertreten wollte. Der Abschied von X ist ein weiterer Schritt in dieser Entfremdung. Die Realität, aus der man sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten so gründlich zurückgezogen hat, soll einen nicht wieder einholen – auch nicht im digitalen Raum. Es ist eine Realität, die natürlich manchmal schmerzt, und eine, in der es nicht immer fein zugeht. Und ja, es ist eine Realität, in der auch Grenzen überschritten werden. Manchmal die des guten Geschmacks und manchmal auch die des Gesetzes. Aber dieser Rückzug ist ein Irrweg.
Sich nur noch in Kreisen zu bewegen, in denen das eigene Weltbild bestätigt wird, macht vielleicht den Alltag leichter, wird aber nicht zum Erfolg führen. Denn andere warten schon darauf, genau in dieses Vakuum vorzustoßen. Vor allem die AfD, die längst die Lufthoheit über die einst sozialdemokratischen Stammtische – digital wie analog – erlangt hat.
Agentur-Jargon statt Lebensrealität
Gleichzeitig manövrieren sich alle etablierten Parteien – nicht nur die linken – in eine immer stärker von Agenturen und Politikberatungen geschliffene Kommunikation, die rein gar nichts mehr mit der Lebensrealität eines Großteils der Bevölkerung zu tun hat. Sie besteht im Wesentlichen nur noch aus Phrasen und Selbstbeschwörungen: Wir müssen modern sein, wir müssen das Leben der Menschen verbessern, wir müssen Gerechtigkeit voranbringen, nah bei den Menschen sein oder auch die Menschen mitnehmen (wohin eigentlich?) und so weiter und so fort. Es sind Nullsätze, an denen sich niemand reiben kann, aus denen keine politische Diskussion und kein politischer Streit erwachsen kann, weil es schlicht an inhaltlicher Substanz fehlt.
Und während sich die einen in die Filterblase aus inhaltsleerer Selbstbeschwörung und Selbstgerechtigkeit zurückziehen, nehmen die anderen den Raum ein, der frei wird. Das ist mehr als ein Politikproblem – es ist ein Demokratieproblem.
Da hilft auch nicht der undemokratische Reflex, den Saskia Esken in dieser Woche zum Besten gab. Sie hatte offensichtlich bemerkt, dass Björn Höcke in einem Podcast-Format eine bemerkenswerte Reichweite erzielt hat. Über mehr als vier Stunden hatte der AfD-Fraktionsvorsitzende in einem Podcast seine Weltsicht ausgebreitet. Ohne inhaltlichen Widerspruch, sondern mit dem Ziel, sein Denken und seine Person in dem Gespräch nachzuzeichnen. Wahrscheinlich hat das Interview auch deshalb so lange gedauert, weil es eine recht schlichte Weltsicht ist, die sich in der blumig-wolkigen Sprache Höckes camoufliert. Auch er ist ein großer Phrasenkünstler. Dass seine Phrasen nicht so abgedroschen wirken wie die der anderen, liegt nur daran, dass sie aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen und zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten sind.
Esken ruft zu Werbeboykott auf
Neu ist das Konzept allerdings nicht. Es ist eines, das Günter Gaus früher im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehr erfolgreich verfolgte: ein Interview als Porträt, nicht als Schlagabtausch. Nur reichte Gaus dafür eine Stunde. Nun kann man das kritisieren oder doof finden. Man kann auch inhaltlich einiges dazu sagen – zum Volksbegriff, zu seiner Haltung zum Individuum oder zu seiner empörenden und ekelerregenden Feststellung, die Politik betreibe ein „Mordkomplott gegen das deutsche Volk“. Aber dafür ist Saskia Esken sich offenbar zu fein. Sie bekämpft nicht Höckes Ansichten, sie bekämpft den YouTuber, der ihn interviewt hat, und ruft in einem unter der Kuppel des Reichstagsgebäudes gefilmten Video – quasi mit der Herzkammer der deutschen Demokratie im Rücken – zu einem Werbeboykott auf.
Ein ziemlich übler Angriff auf ein Medium aus den Reihen der Regierungskoalition. Nicht weil der Moderator Ben Berndt sich mit Björn Höcke gemein gemacht hätte, sondern weil er ihn genauso interviewt hat wie zuvor schon Jan van Aken, Gregor Gysi, Christian Lindner, Julia Klöckner und andere.
Aber es passt natürlich ins Bild. Die Filterblasen sollen sich am besten durch alle Medien ziehen. Bloß nicht mehr mit Dingen konfrontiert werden, die unangenehm sind, die vielleicht auch anstrengend zu widerlegen wären. Vielleicht täte es Saskia Esken gut, darüber nachzudenken, wie auch sie eine ähnliche Reichweite erzielen könnte – sollte sie einmal in einem vergleichbaren Format auftreten. Aber das gilt letztlich für alle Politikerinnen und Politiker: eine Reichweite, die über die eigenen Blasen hinausgeht. Eine Reichweite, in der Menschen auch dann wieder überzeugt werden können, wenn sie der eigenen politischen Haltung zunächst gar nicht wohlgesonnen gegenüberstehen.
Denn in der Demokratie wählt das Volk seine Politikerinnen und Politiker. Nicht andersherum.
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Wenn Parteien sich aus der Mitte der Gesellschaft bewusst verabschieden, dann wird es von denen auch keinen Wahlkampf geben. Die Parteienblockbildung braucht nicht mehr um Wahlstimmen der Bürger kämpfen. Ich vermute, deren gleichmacherische Visionen verhindern die realistische Wahrnehmung. Die Restauration der Demokratie findet über den Weg der Autokratie/Diktatur statt.
... will ich den Unterschied zwischen einem Berufspolitker = Parteifunktionär und einem gemeinen Parteimitglied nicht ignorieren.
Fast ausschließlich sind es diese Berufs-Politiker, die zusammen mit den Möchtegern-Politikern in den Medien aus materiellem oder ideologischem Eigeninteresse die Parteien und die Demokratie in den Ruin führen.
Die Ideologie (oder ihren Glauben) erwerben diese beiden Berufsgruppen parteiübergreifend idR an den Universitäten, besonders in den marxistisch dominierten Politik- und Sozialwissenschaften. Daher stammen die gleichmacherische Visionen.
Ihre menschheitsrevolutionären Phantasien will ich Ihnen lassen. Menschheit wird immer von Minderheiten regiert, nie von allen, auch nicht von einer Mehrheit. Die repräsentative Demokratie duldet nur die regierende Minderheit. Bundestagsfraktionen der Parteien sind selbständige Organe innerhalb der Parteien. Die Partei (inkl. Parteitag) hat der Bundestagsfraktion gar nichts zu sagen. Deshalb sitzen die meisten Parteivorstände auch in Bundes- und Landtagen sowie im Europaparlament. Und - nein, die Demokratie ist nicht reformierbar.
Diese linksgrüne Einheitsfront ist an einem argumentativen Wettstreit innerhalb der Demokratie und um demokratische Werte gar nicht interessiert.
Ihr Markenkern ist nach wie vor ein globalistischer (Weltrevolution) unter dem Motto: Es gilt unser gedanklicher Ansatz und sonst keiner. Diskutieren mit andersdenkenden macht eh keinen Spass. Wenn das also (die Weltrevolution) schon nicht klappt, dann zieht man sich halt in sein eigenes Universum zurück. Gut so! Ihre krude Vorstellungswelt findet so weniger Verbreitung. "Die User von X jedenfalls haben es einfach nicht verdient von neutralen und unvoreingenommenen linken und linksextremen Ideologen informiert zu werden. So! Das habt ihr jetzt davon, ihr rechtes Gewürm." Kann man nur lachen, vermissen wird die keiner.
Saskia wer nochmal? Die sollte besser in der Versenkung bleiben in die sie abserviert worden ist. Ist ihr nicht schon einmal geraten worden sich öffentlich nicht mehr zu äussern. Sie beweist nur ihre Belehrungsresistenz.
der SPD und der Linken Blockparteien, sowohl im Duktus als auch in der Person an sich... ...
Lasst sie Reden reden - es nützt letztendlich doch...
SPD, Grüne und Linke, aber auch die Union sind als Parteien an sich längst ein „Problem für die Demokratie“ Da könnte man viele Beispiele aufzählen, v.a. ihr Auftreten und Verhalten gegenüber der Partei, dessen Vertreter Höcke Sie hier Phrasendrescherei vorhalten.
Ich freue mich über ihr Comeback, bzw. das geplante und hoffe, Sie sind der nächste FDP-Vorsitzende, aber vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, wenn Sie solche Artikel schreiben, ob das „Phrasendreschen“ nicht auch auf Sie zurückfallen könnte.
Diese Quatsch-Aktion mit dem Austritt dieser arroganten Hobby-Demokraten wurde schon behandelt hier, es hätte keinen weiteren Artikel mehr gebraucht.
Es wäre an der Zeit, mehr und v.a. sehr konkretes von Ihnen zu hören, was Sie denn genau vorhaben, sollten sie Chef der Liberalen werden.
Was Sie denn bspw. machen, wenn die Blauen auf Sie zukommen.
Es ist immer gut und fair, den Wählern (auch denen, die Sie konkret zum Chef wählen sollen), vorher reinen Wein einzuschenken.
Wie so oft treffen Sie heiklen Punkt bei jemand, der sich hier mit vielen zutreffenden Analysen zu Wort meldet.
Herr Kubicki ist kein Beobachter, sondern aktiver Politiker - jedenfalls will er das wieder sein. Und als solcher muß er seine Standpunkte k o n k r e t darlegen u. den Bürgern mitteilen, welches Handeln von ihm zu erwarten wäre, wenn er zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt wird.
Seine zukünftigen Wähler dürfen von ihm erwarten, daß er sich klar und eindeutig u. a. zu folgenden Fragen äußert:
- Würde er auch mit der AfD zusammenarbeiten?
- Wie steht er zur Abschaffung aller die Wirtschaft ausbremsenden "Klima-Gesetze"?
- Welche Sofort-Maßnahmen würde er ergreifen, um die Schulen wieder auf einen erfolgreichen Weg zu bringen?
- Wo genau würde er im Sozialsystem und im Gesundheitssystem sparen?
- Wie sieht seine Vorstellung von einer Steuerreform aus?
Wenn die Felle davonschwimmen, ist schnellstes Handeln angesagt! Die Zeit der politischen "Spielchen" ist vorbei.
"Bloß nicht mehr mit Dingen konfrontiert werden, die unangenehm sind, die vielleicht auch anstrengend zu widerlegen wären."
Das ist des Pudels Kern - sie haben weder das Verständnis noch die Konzepte um mit den wirklichen Problemen unserer Gegenwart umzugehen..., geschweige denn sie zu lösen - weil sie 80% davon selbst zu verantworten haben!!!
Daher auch der 'Mangel an Argumenten' die AfD 'inhaltlich zu stellen', da diese selbige Probleme der Gemeinschaft schlicht und ergreifend erkannt - wofür KEIN Abitur notwendig ist! - und aufgenommen hat...
Im Kern sind die linken Blockparteien nicht das mindedeste on der Lage Fehler zuzugeben oder auch nur andeutungsweise Selbstkritik zu üben... - die perfekte Hybris gepaart mit andauernder (Problem-) Ignoranz.
>> Das wird wohl auch nix mehr...! - und genau deshalb, weil das viele potentielle Wähler auch ohne Abitur spüren..., gewinnt die AfD weiter und weiter... - RICHTIG SO!
[hoffe die 'neue FDP' auch...]
Diese Parteien können auch gerne auswandern aus unserem Land. Diese werden nicht mehr gebraucht.
Aber bevor sie das tun, soviel Arsch sollten diese in Ihrer Hose haben, wird der Schaden an unserem Land sowie in gesamten EU in Rechnung gestellt, mit Zinses Zins.
Erst wenn alles beglichen ist, dürfen Sie abreisen mit Ihren gesamten "Fans".
Aus den Augen aus dem Sinn.
Und Ihre FDP macht zukünftig bitte die Politik die uns & Europa helfen. Dann werden Sie hoffentlich den Zuspruch bekommen, weil selbst Christian Lindner hat es trefflich formuliert:
Wenn die Herausforderungen der Gegenwart gelöst werden, verschwindet der politische Außenrand.
Und wer wirklich dazu beiträgt unser Land voranzubringen, ist herzlich Willkommen dies zu tun.
Ich war heute bei einer Veranstaltung wo das Wort "Zuversicht" sehr groß in Szene gesetzt wurde.
Momentan dominiert bei uns im Land das Wort "Unzufriedenheit" . Weg damit.
"Selber anpacken" heißt ist das Zauberwort! Auf geht´s
Haltung ist nicht schlecht. Wenn ich eine klare Haltung habe, bin ich für die Menschen verlässlich. Vielleicht wird meine Haltung auch von vielen Menschen geteilt - die freut das dann. Demokratie ist, sich mit all den anderen Haltungen auseinanderzusetzen.
Wenn jemand Sklaverei und andere Untaten plant, ist es eine gute Haltung sich davon konsequent abzusetzen. Nur sind mir das einfach zuviele Themen und andere Haltungen geworden, die als unzulässig gelten sollen, die nach belieben mit Extremen zusammengeschmissen werden, die Menschen dazu abgewertet werden.
Wenn Gesellschaften zu vielfältig werden und/oder sich zu schnell ändern, sind solche Spannungen vielleicht normal, aber es sind gerade diejenigen, die (ihre eigene) Haltung einfordern, die auch Vielfalt und schnellen Wandel fordern.
Für unser demokratisches Miteinander stehe ich daher zuviel Haltung in der jetzigen Lage auch etwas kritisch gegenüber.
Diese sind beiden Eigenschaften, die aus dieser etwas hilflos wirkenden Aktion sprechen. Die Arroganz, man könne einer weltweit agierenden Plattform damit beibringen was gut und böse, richtig und falsch ist, ist kaum zu überbieten. Natürlich meint man mit gut und richtig ausschließlich das, was man selbst dafür hält. Mehr Diskursverweigerung der linken Einheitsfront geht nicht.
Gleichzeitig verbreitet man mit einer unglaublichen Ignoranz ein Bild vom Eigentümer dieser Plattform, das alle Kriterien von „Hass und Hetze“ erfüllt.( Neid ist natürlich bei Linken auch immer dabei).Also genau das,was man andersherum bei jeder ironischen oder satirischen Zuspitzung sofort beklagt und den Staatsanwalt zu Hilfe holt. Man denke nur an das umgeschriebene Pappschild von Frau Faeser oder den Re-Post von Prof. Bolz.Man hat selbst überhaupt kein Problem Nazi-Ikonographie zu nutzen, wenn es nur der eigenen Sache dient.Man nennt das kognitive Dissonanz. Weit verbreitet im linken Milieu.
hin schmeißt und heulend brüllt: "Mit EUCH spiel ich nicht mehr! IHR werdet schon sehen, was ihr davon habt... (wenn ich nicht mehr da bin...)!!"
EINE LACHNUMMER...!! politisch Pubertierender:innen... 🤪
Die Kommentare von Wolfgang Kubicki gehören zu meinem vergnüglichen Sonntagsritual.Klar in der Sache, sprachlich brillant und unterhaltsam. Aber leider ist auch ein freier Geist wie Kubicki nicht so frei, dass er sich völlig linksgrüner Sprachregelungen entziehen könnte. Immerhin gibt es bei ihm noch „große Sozialdemokraten“ aber gegen Ende kommt dann der Kotau: „Politikerinnen und Politiker“.Das ist schade. Nicht nur,weil der Lesefluss durch diese Stolpersteine gehemmt wird,nein,auch hier meint jemand dem Zeitgeist, der phrasenhaften, inhaltsleeren Politsprache nicht entrinnen zu können. Es wird schmerzhaft deutlich, wie sehr sich dieses linksgrüne, unreflektierte, wissenschaftlich falsche Diktat in die Gesellschaft gefressen hat. „Politiker“ meint die Gattung, also alle, weiblich, männlich, egal. So verstehen es auch immer noch 90%der Bürger, auch der Frauen! Linksgrün hat gerade im sprachlichen Bereich versucht Dominanz über unser Denken zu erlangen.Das sollten wir nicht zulassen.
