Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Finanzministerin Katja Wolf (r) verlassen das Statement
Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Finanzministerin Katja Wolf (r) verlassen das Statement / picture alliance/dpa | Jacob Schröter

Spaltung des BSW - Wagenknechts Partei zerlegt sich in Thüringen selbst

Zehn weitere Thüringer Landtagsabgeordnete verlassen das BSW – darunter Katja Wolf und alle drei Minister. Die Brombeer-Koalition soll weiterregieren. Der Machtkampf mit Sahra Wagenknecht endet vorerst in der fast vollständigen Abspaltung der Thüringer Landtagsmannschaft.

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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Am Freitag ist der seit Monaten schwelende Machtkampf im Thüringer BSW endgültig eskaliert. Zehn der noch zwölf Mitglieder der Landtagsfraktion haben ihren Austritt aus der Partei erklärt. Darunter befinden sich mit Finanzministerin Katja Wolf, Digitalminister Steffen Schütz und Umweltminister Tilo Kummer alle drei BSW-Minister der Landesregierung sowie Fraktionschefin Sigrid Hupach. Von den ursprünglich 16 über das BSW in den Thüringer Landtag eingezogenen Abgeordneten gehören damit nur noch zwei der Partei an.

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Thomas Veit | Fr., 4. September 2026 - 17:26

Posten/Gehälter/Rentenansprüche/Dienstwagen scheinen mittlerweile derart attraktiv zu seien, dass 'man/Abgeordneter' seine gesamten Überzeugungen einschließlich der Parteizugehörigkeit fluffig aufgibt..., wenn er/sie nur ja im Parlament bzw. auf seinem/ihrem 'Posten' weiter machen kann... ... 🤔

DAS ist politisch schäbig gegenüber dem Wähler..., welcher idR eine Partei für ihr Programm wählt und nicht z.B. eine Frau Wolf für ihr Finanzgenie.

Interessiert die Abgeordneten aber einen Scheixxx, offensichtlich. Und der Schaden für das BSW in Sachsen-Anhalt ist durch die Wahl des Zeitpunkts auch maximiert... ... - Zufall (Rache?)?

Klaus Funke | Fr., 4. September 2026 - 17:30

Katja Wolf (BSW) ist in Thüringen die treibende Kraft. Sie ist machtbesoffen und will unbedingt im Amt bleiben. Dem ordnet sie mit allerlei Argumenten und Ausreden alles unter. Im Nebeneffekt will man - und hier hat sie bundesweit viele Helfer - Frau Wagenknecht endgültig demontieren. Denn Wagenknecht ist immer noch gefährlich vor allem für die Linken, für die Grünen und die SPD. Wagenknecht soll sozusagen abgeschaltet werden. Wenn die klug ist - und daran zweifle ich nicht - wird sie den Krempel mit dem BSW hinhauen und sich aufs Bücherschreiben und Vorträgehalten verlegen. So kommt auch noch etwas Geld in den Lafontain´schen Haushalt. Ja, die Sache mit dem BSW war ein Irrtum, zudem handwerklich schlecht gemacht. Dass sie die Linker verlassen hat, war ein richtiger schritt. Mit dieser Partei kann man als aufrechter Politiker und Sozialist beim besten Willen nichts mehr anfangen. Go back, Sahra! Für Kinder ist es eh zu spät, und zwar von allen Seiten. Also zieh die literarische Karte!

Michael Pfeiffer | Fr., 4. September 2026 - 17:59

der unvermeidliche tägliche Kommentar von Ingo Frank? Die verkorkste Politik in seinem Heimatland Thüringen müsste ihn ja geradezu an die Taten drängen. Aber klar, ich verstehe, er schreibt ja nur über die imaginierte "Erfurter Republik". Grins...
M f G a d wb R. Für nicht Eingeweihte:
Mit freundlichen Grüßen aus der weißblauen Republik, die's wirklich gibt!

Ingo Frank | Fr., 4. September 2026 - 19:30

Ja schon, aber das ist doch nicht der entscheidende Punkt ! Es geht wie bei das allen Konflikten um eine Frage, die Frage um Macht besser gesagt ums Geld.
Würden die abgespaltenen SED Erben um die BSW Frau Wolf ihrer Parteiführung folgen, verlören sie ihre Ämpter und ihre staatlich gesicherten Einkünfte samt Rentenansprüchen.
Darum Halten sie Herrn Mett weiterhin die Treue der es doch mit seinem langwierigen Prozess zur Aberkennung seiner Dissertation auch nur seine privaten Versorgungsleistungen sichern will. ……
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik

Leider sind wir unterwegs und werden die ersten Prognosen und Hochrechnungen verpassen. Mit Glück sitzen wir ab 8 vor der Glotze …..
Das einzig spannende für mich wäre tatsächlich die Grüne Sekte unter 5% zu sehen mit einer geflädderten SPD zwischen 5 & 5,5%
Ich hoffe, meine anhaltinischen Kommilitonen in Dessau treffen die richtige Wahl. . Wird nächstes Jahr in Weimar zum 49. Jahrestag unserer Diplomierung sicher auch ein Thema sein ……
Gruß ins Weimaer Land auf das unsere Hoffnungen in Erfüllung gehen

Hans Süßenguth-Großmann | Fr., 4. September 2026 - 23:33

nehme ich das mit Bedauern zur Kenntnis, aber meine Symphatie galt immer Frau Wolf. Was sollen denn die BSW Abgeordneten in Erfurt rumsitzen, wenn sowieso kein anderer MP gewählt werden kann. Der Landtag müsste Höcke wählen um Voigt los zu werden und da müsste die Linke mit der AfD stimmen. Wenn ich Frau von Angern in Magdeburg anschaue, hat die bei der Runde "Alle gegen Uli" schon fast Liebeserklärungen an Schulze abgeben. Der Osten wird von der "Nationalen Front" regiert, das ist Tradition. Im übrigen finde ich die Aberkennung einer Arbeit, weil Maschinen, das lesen können, was den Herren Gutachtern nicht aufgefallen ist, schon ganz schön daneben.
Schon der Bibel war bekannt, das es nichts Neues unter der Sonne gibt, und wenn die Gutachter der Meinung waren, es wäre was Neues dann sollen sie bei der Meinung bleiben.
Oder sollen wir vollständig KI konform leben.

genau da geht es hin - ein Auto wird - ganz bewusst und geplant...!! - zum 'Smartphone auf Rädern', vollgestopft mit 'schöner KI'... ... 🤔 /👍🤣

[die KI bestimmt zukünftig WOHIN! Sie fahren (dürfen), aufgrund Ihres Umwelt-Scores..., und natürlich aich wie oft!! Ähnlich heute schon in China, dem 'großen Vorbild'..., was KI-gestütze Überwachung angeht...; ist der Score Null oder sogar negativ... fährt garnix mehr...(für Sie) - kein Witz!]

Die Chinesen können fahren, wohin sie wollen. Lediglich bei starker Luftverschmutzung oder Verkehrsüberlastung gibt es Einschränkungen. Liegen bestimmte Gerichtsurteile vor oder werden Schulden nicht bezahlt, dann kann es Fahrverbote geben.
Im freiheitlichen Europa wird es erst recht keine KI-gesteuerte Einschränkung der Fahrfreiheit geben, wenn man von umweltbedingten Geschwindigkeitsbeschränkungen absieht, das hat aber mit KI nichts zu tun.
Dass unsere Autos zunehmend fahrende Computer sind, halte ich für einen Riesenvorteil: Man kann z. B. sein Auto automatisch in eine enge Garage fahren lassen, dabei steht man davor und gibt das Kommando mit dem Handy. Wenn man z. B. auf der Autobahn, wo man nicht einfach mal anhalten kann, sehr müde wird, kann das KI-gesteuerte Fahrzeug selbstständig eine gewisse Strecke fahren, bis man anhalten kann usw. Ich begrüße diese Entwicklungen sehr, erleichtern sie mir als älterem Menschen das Fahren und machen es deutlich sicherer.

Walter Bühler | Sa., 5. September 2026 - 10:17

Antwort auf von Hans Süßenguth…

... (wenigstens in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt), und auch das Schwindeln bei Doktorarbeiten in den Politik- und Sozialwissenschaften hat bei deutschen Parteifunktionären eine lange Tradition.

In diese ehrwürdige Traditionen fügt sich der glatte Übergang von gewählten BSW- (Wagenknecht-) Abgeordneten zu nicht gewählten BKW-(Wolf-) Abgeordneten nahtlos ein. Jede "Nationale Front" dient überall der Stabilität der regierenden Regierungsparteien und bringt für die flink-flexiblen Fraktions- und Regierungsmitglieder auch beachtliche geldwerten Vorteile mit sich.

Ja, in Thüringen findet man heute wahre Perlen unserer westlichen Funktionärs-Demokratie.

Hans Süßenguth-Großmann | Fr., 4. September 2026 - 23:37

die Regierung Ramelow 2 (21-25) ist nie gewählt worden und war geschäftsführend die ganze Legislatur im Amt.

Thomas Hechinger | Sa., 5. September 2026 - 12:08

Antwort auf von Hans Süßenguth…

Das stimmt nicht. Bodo Ramelow wurde am 4. März 2020 zum Ministerpräsidenten gewählt. Nach der Landtagswahl am 27. Oktober 2019 war er zunächst geschäftsführend im Amt, bis am 5. Februar 2020 Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Er trat am 8. Februar 2020 nach einem Befehl aus Südafrika zurück und amtierte folglich bis zur Wahl von Bodo Ramelow am 4. März 2020 nur geschäftsführend.

Ernst-Günther Konrad | So., 6. September 2026 - 10:42

Alles was hilft, das BSW in Landtagen und im Bund unter 5% zu bringen oder zu halten ist willkommen. Weiter so BSW, ihr seid mit der FDP auf Augenhöhe.