Kölner Dom im Hintergrund, unscharfe Personen im Vordergrund; rechts Porträt eines Mannes, Foto.
Rheinpromenade in Köln / picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Skandal der verhinderten Abschiebungen in Nordrhein-Westfalen - Die Coesfelder Liste des Grauens und die Kölsche Hypermoral

Das Staatsversagen in Sachen Einwanderung hat in Köln seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. Das Ausländeramt weigerte sich, Hunderte Schwerkriminelle abzuschieben – im Namen einer abgehobenen Hypermoral des unbedingten Willkommens.

Ferdinand Knauß

Autoreninfo

Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Sein aktuelles Buch: „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“ ist im März 2026 erschienen. 2018 erschien „Merkel am Ende“.

 

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Nach Beispielen und Belegen für das Versagen des Staates in Sachen Einwanderung muss man nicht lange suchen. Sie finden sich täglich und allerorten vom großen Berlin bis zum kleinen Witten. Der Skandal in Köln um die „Coesfelder Liste“ eröffnet allerdings eine Art neuer Dimension: das gewollte massenhafte Versagen.

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Walter Bühler | Do., 3. September 2026 - 07:52

... stinkfaule oder vollkommen dumme Beamte, die ihre Beamtenstellung den irgendwelchen Parteien oder parteiähnlichen verdanken, und deshalb nur die Loyalität gegenüber der Partei kennen, trotz ihres verbal geleisteten Eides.

Nein, das glaube ich nicht, dass man da vom Vorhandensein irgend einer Moral reden sollte. Diese Menschen gehören bestraft.

Herr Bühler, solche Artikel lösen bei Ihnen immer den gleichen Reflex auf die dummen und faulen Beamten aus. Unterscheiden Sie doch einfach bitte die unendlich vielen politischen Beamten, die von den Parteien nach eigenem Gutdünken eingesetzt und allimentiert werden. Daneben gibt es die Laufbahnbeamten, die eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium absolviert haben. Diese unterliegen der Loyalitätspflicht und sind weisungsgebunden. Im Normalfall der Politik. Und dann gibt es die Wahlbeamten. Das kann im Prinzip jeder mit passivem Wahlrecht werden. Aber da müssten wir über Fakten reden und das kostet Zeit und zerstört oft die eigene Meinung.
Vielleicht versuchen Sie mal nachzuforschen, wie das zum Beispiel mit der Schulbauoffensive in Berlin läuft. Da bauen seit 10 Jahren die Angestellte und Beamten der Bezirksverwaltungen und die von der links-grünen Regierung eingesetzte Privatfirma Howoge. Vielleicht finden Sie den Unterschied zu den Kosten und den realsierten Vorhaben.

Walter Bühler | Fr., 4. September 2026 - 14:32

Antwort auf von Sunstreet

... ausdrücken.
Als ehemaligem Beamten des Landes Berlin ist mir natürlich der Unterschied zwischen den vielen ehrlichen und fleißigen Beamten, die den Laden am Laufen halten, und den parteipolitischen oder ideologischen Implantaten in den Leitungspositionen gut bekannt.

Was den medial vie gepriesenen "Holzbaukasten" der laufenden "Schulbauoffensive" in Berlin angeht: Ich habe das nicht im Detail verfolgt, weder die Kosten noch die ersten Erfahrungen damit in der Praxis. Aber ich gestehe, dass ich eher skeptisch gestimmt bin, wenn ich das ungebremste Selbstlob der Senatsverwaltung lese. Da müssten echte und jüngere Journalisten mal nachbohren.

Maria Arenz | Do., 3. September 2026 - 07:59

wonach grundsätzlich die einfachste Erklärung vorzuziehen ist, die mit den bekannten Fakten übereinstimmt. In der Aufzählung der möglichen Gründe für diesen Skandal fehlt m.E. die wahrscheinlichste und allereinfachste: Faulheit. Jede-zumal diese spezielle Personengruppe- betreffende negative Entscheidung macht schon aus den erwähnten historischen Gründen ein ganzes Faß von Ärger auf und hat jede Menge Arbeit und Ungemach für die entscheidende Stelle zur Folge. Während positive Entscheide zum Aufenthaltsrecht in der Regel durchgehen, weil es ja im Verwaltungsrecht keine der Staatsanwaltschaft in Strafverfahren entsprechende Stelle gibt, die die Interessen der Eingeborenen vertritt. Daß eine übergeordnete Behörde so konsequent nachfasst, wird die seltene Ausnahme sein. Die in den Kölner Behörden und wahrscheinlich vielfach auch anderswo praktizierte Hypermoral dürfte also nur der Rationalisierung der allzu menschlichen wirklichen Beweggründe dienen.

@Maria Arenz, statt Faulheit vermute ich eher "Verinnerlichung der Leitungsmeinung". Gegen Clanstrukturen angehen, bedarf Durchhaltevermögen und, noch wichtiger, Rückendeckung durch die Behördenleitung. Und die fehlte ganz offensichtlich, trotz des "Domplatte"-Fiaskos vor rund 10 Jahren.

Wolfgang Balzer | Do., 3. September 2026 - 11:24

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Würde ich auch so sehen. Ich nehme an, da wurde von oben herab über Jahrzehnte hinweg, und von oben, eine "Kultur" geschaffen, in der bestimmte Sichtweisen belohnt und andere zumindest gefühlt bestraft werden.

Ingo Frank | Do., 3. September 2026 - 08:23

lesen des Artikels frage ich mich, wann kommt endlich eine migrationskritische Partei in Deutschland an die Macht die das System wieder vom Kopf auf die Füße stellt.
MfG a d Erfurter Republik

Rainer Mrochen | Do., 3. September 2026 - 08:23

Daher mein Vorschlag: Eine gemeinsame Spielwiese auf der in diskursiver Weise die jeweiligen Ansichten ausgetauscht werden. Und ja, öffentlich-rechtlich als Lifestream zur, allgemeinen Erheiterung gelangweilter Beamter und sonstiger Empfänger, als Dauerübertragung, selbstverständlich expertenhaft begleitet, übertragen. Das würde dann mal die Zwangsgebühren rechtfertigen. Hallo, Spass am am heutigen Donnerstag oder doch nicht?

Angelika Sehnert | Do., 3. September 2026 - 08:47

Der innenpolitische Sprecher der Grünen in Berlin hat 2020 hierzu ganz unverblümt die Strategie erläutert: „wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht“.Wie die Qualifikation und politische Ausrichtung der„ziemlich guten Leute“ bei Grünen aussieht bedarf keiner Erläuterung. Köln ist in vieler Hinsicht genau wie Berlin.Es spielt keine Rolle, wieviele Straftaten Illegale begehen, es spielt keine Rolle,wie sehr sich bestimmte Milieus selbst einer rudimentären Integration verweigern. Sie sind per se schutzbedürftige Opfer, denen man mit Milde und Verständnis begegnen muss. Basis hierfür ist ein völlig verqueres Menschenbild in dem Eigenverantwortlichkeit keine Rolle spielt. Die Verantwortung als Staatsbediensteter Recht und Gesetz durchzusetzen auch nicht.
Die Spur führt letztlich in die Landesregierung. Dort bemerkt man allmählich die Sprengkraft des Migrationschaos- weil die eigene Macht in Gefahr gerät!

Heidemarie Heim | Do., 3. September 2026 - 10:57

Und damit meine ich nicht so ehrbare Händler wie den Gallier Verleihnix und seine Ware;-) lieber Herr Knauss!Sie wissen schon,dass sich hier im Forum ältere Herrschaften wie ich tummeln,welche Probleme mit Blutdruck etc. haben😉?Wobei, so ein kleiner Anstieg ab und an....Entsprechend entspannt war ich jedoch gleich wieder,als ich lesen konnte,dass sich der Herr von der CDU um das Ungemach mittels einer strengen Prüfung und einem U-Ausschuss? persönlich zu kümmern bereit erklärt hat.Die Ergebnisse bitte ich mir ggf. dann freundlichst zu übermitteln! MfG

Christa Wallau | Do., 3. September 2026 - 11:13

Verantwortungslosigkeit und schlichter Faulheit, das sich in Köln offenbart.
Dies ist eine toxische Mischung, welche jedes gesunde Gemeinwesen in kürzester Frist mit 100%iger Sicherheit ruiniert.
Wer sich wachsende Unsicherheit, Armut und Verwilderung, hohe Kriminalitätsraten, Korruption, Strukturverfall, Defätismus usw. herbeiwünscht, wie sie in vielen "failed states" auf der Welt herrschen, soll nur in diesem Modus weitermachen.

Menschen, denen es über Jahrzehnte zu gut gegangen ist, sind immer davon bedroht, reale Gefahren für ihre positiven Verhältnisse nicht genügend ernst zu nehmen, weil sie deren Auswirkungen nicht kennen, vor allem bisher nicht am eigenen Leib erlebt haben und daher bagatellisieren.
Da diese fatale Haltung seit vielen Jahren von allen maßgeblichen Institutionen (Staat, ö. r. Medien und Kirchen) unterstützt wird, sieht es m. E. hoffnungslos aus für eine Rückkehr
zu den Prinzipien von Verantwortungsethik, Vernunft und Gesetzestreue in Deutschland.

Ich wiederhole mich zum X-mal. Sehen sie es im europäischen Kontext und ich bin davon überzeugt das sie das tun; dieses Europa ist im gegenwärtigen Zustand eine Karikatur seines selbst. Ich werde, argumentativ, gar nicht weiter ausholen, denn ich bin die Diskussion leid. Nur soviel: das Wahlkreuz an der richtigen Stelle um endlich umzusteuern. Wer das nicht begreift liefert sich diesen Politstrukturen eben aus. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ich bin es einerseits leid von diesen Dingen zu hören, erkenne allerdings die zwingende Notwendigkeit diesbezüglich in der Diskussion zu bleiben. Trotzdem oder gerade deswegen angenehmen Tag.
Beste Grüße

Ernst-Günther Konrad | Do., 3. September 2026 - 12:12

Ob das die Staatsanwaltschaft verfolgen und aufdecken darf? Immerhin haben sich da einige politische Entscheidungsträger und Verwaltungsmitarbeiter dringend tatverdächtig gemacht. Da kommt die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Unterlassen der Diensthandlung, gemeinschaftliche Beihilfe zum ill. Aufenthalt , in Frage, um nur einige zu nennen. Und über allem schwebt auch immer der Verdacht der Korruption. Wird man diesmal alles dran setzen, die verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen? Ich glaube nicht. Vom Innenministerium - die natürlich nichts wussten- über Regierungspräsidium, Landesverwaltung bis hin zum OB, alle haben die Augen verschlossen. Man wollte ja nur gutes. Und mit einem Wüst (CDU) als linker MP wird sich da auch nichts tun und nichts ändern. Vielleicht ein Bauernopfer? Vielleicht ein paar symbolische Abschiebungen? Das wäre es dann aber gewesen. Diese Regierung gehört endlich abgewählt. Aber der NRW - Bürger scheint immer noch zu schlafen.

Wolfgang Borchardt | Do., 3. September 2026 - 12:28

dass das Amt für parteipolitische Ideologien missbraucht wird. Garnicht faul, im Gegenteil aktive links-grüne Politik.

Markus Michaelis | Do., 3. September 2026 - 12:56

Das finde ich nicht den großen Gegensatz: Gesetze sind nur Mittel zum Zweck und oft kein sehr perfektes Mittel. Den Gegensatz sehe ich darin, dass man die eigenen Werte, die eigene Menschlichkeit absolut setzt, und andere Menschen (die Gesellschaft) nur noch als Masse sieht, die diese Werte, diese Menschlichkeit umzusetzen hat. Mit oder ohne gesetzliche Grundlage finde ich so eine Einstellung schlimm.

C. Schnörr | Do., 3. September 2026 - 13:00

eigentlich der Zentralrat der Sinti und Roma dazu, der bei jeder Beschwörung der Opferrolle seiner Klientel immer ganz laut und vorne und mit dabei ist?

Achim Koester | Do., 3. September 2026 - 14:39

an meinem Kommentar von heute morgen, dass man ihn nicht veröffentlichen konnte?

Bernd Windisch | Do., 3. September 2026 - 14:47

Kritik braucht keine Übertreibung, wenn die Fakten stark genug sind. Der kölsche Schlendrian gehört abgestellt. Aber selbst wenn die ohnmächtige Forderung der CDU nach Aufklärung und dienstrechtlichen Konsequenzen erfolgreich wäre, würde sich an der Verwahrlosung der Stadt Köln nichts ändern. Verdreckt und mit Graffiti vollgeschmiert ist die Stadt schon immer – aber Gott sei Dank keine Blaupause für alle anderen deutschen Städte.

Den Kölner Fall kann man durchaus als Teil eines größeren Problems der deutschen Migrationspolitik verstehen: Ausreisepflichten werden seit Jahren vielfach nicht durchgesetzt. Daraus ein strukturelles Vollzugsversagen abzuleiten, ist plausibel.

„Nun haben die konkreten Folgen dieses Zerfallsprozesses das Innere des Staates und der Städte voll erfasst.“

Wohl kaum. Es heißt schließlich schon ewig in Köln: „Gott schütze uns auf dieser Welt vor Nippes, Kalk und Ehrenfeld!“

In NRW ist es schon ein Erfolg, wenn sich eine Landesregierung totstellt.

Andreas Turnwald | Fr., 4. September 2026 - 12:02

Antwort auf von Bernd Windisch

Als ehemaliger Einwohner (2003-2016) von Köln-Ehrenfeld konnte ich zusehen, wie die Bettler auf den Straßen, die vorher überwiegend ältere deutsche Männer waren, mehr und mehr durch Sinti und Roma ersetzt wurden. Der Express (oder BILD) wies schon damals (2008?) den organisierten Charakter dieses Bettleraustausches nach (erbetteltes Geld wurde täglich abgeholt, organisierte Bustouren aus dem Balkanmit wilden Camps in Parks). Die alten, deutschen Männer haben sicherlich auchnicht freiwillign ihre Bettelplätze geräumt. Getan wurde von Seiten der Lokalpolitik wenig.