Reichstag
Die Sonne reflektiert sich in der Kuppel auf dem Reichstagsgebäude / picture alliance / photothek.de | Thomas Trutschel

Scheinglaube an sichere Kommunikation - Wenn selbst Signal nicht mehr beruhigt

Nach Medienberichten sind auch Mitglieder der Bundesregierung von einer mutmaßlichen Spionagekampagne via Messengerdienst Signal betroffen. Das ist mehr als eine peinliche Cyberepisode. Es ist ein politischer Warnruf.

Florian Hartleb

Autoreninfo

Dr. Florian Hartleb ist Professor für International Relations an der Modul-Universität Wien sowie Autor des im Herbst 2025 erschienenen Buchs „Teenager-Terroristen. Wie unsere Kinder radikalisiert werden – und wie wir sie schützen können“.

 

So erreichen Sie Florian Hartleb:

Es gehört zu den liebgewonnenen Illusionen der digitalen Gegenwart, dass Sicherheit heute wie ein Download funktioniert. Man installiert eine App, liest etwas von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, schaut auf ein beruhigendes Schloss-Symbol und fühlt sich sofort auf der richtigen Seite der Geschichte. 

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Peter William | So., 26. April 2026 - 14:14

Die armen Politiker!

Soweit ich weiß haben diese nur eine Aufgabe, die sie ebenfalls nicht erfüllen.

Zur Abstimmungen laut ihrem Gewissen ja oder nein zu "sagen".

Mir kommen, wieder einmal, die Tränen. Die armen Herren und Damen im Bundestag, voll gestresst, immer und das für umsonst. Ach ne, die verdienen ja ganz gut oder etwa nicht?

Jens Böhme | So., 26. April 2026 - 14:35

Positiv ist, dass man das Sicherheitsleck nach vielen Jahren und vielen Informationsübermittlungen zu unbekannt erkannt hat (*grins*).

Walter Buehler | So., 26. April 2026 - 15:41

Auf der Jagd nach unserem Geld haben sich viele kriminelle Methoden im Internet ausgebreitet. Von uns Älteren können da viele Beispiele erzählt werden.

Viele erleben dabei keine aktive Kriminalitätsbekämpfung.
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Uns gewöhnlichen Sterblichen stehen dabei nicht soviele gut bezahlte und technisch versierte Helfer zur Verfügung wie den Abgeordneten und den Ministern.

Die sicheren Häfen für solche Kriminelle (und Spione) sind nicht nur in Russland zu finden. Auch der Kosovo (und überhaupt der Balkan), Serbien, Ukraine, die Türkei - und natürlich auch die technisch perfekten Spezialfirmen in Israel und in den USA kommen dafür in Frage.

Und wer in aller Welt ist es, der seine schützende Hand über das Darknet hält?

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Wer reflexhaft Russland als Quelle vermuten kann oder darf, behindert jedenfalls die effektive Strafverfolgung in diesem Bereich (siehe Sprengung Nordstream 2).

Andreas Turnwald | So., 26. April 2026 - 17:37

Signal war ein US-Regierungsprojekt, ist nun in angeblich 'unabhängige' Hände übergegangen. Ein Schelm, wer glaubt, dass die CIA hier nicht mithören könnte.
Signal war von Anfang an nur semi-sicher, da die Kontaktaufnahme über die öffentliche Handynummer erfolgt. Insofern ist es leicht, Identitätsdiebstahl zu betreiben. Die Schweizer Alternativ-App Threema hat hier ein besseres System, der Schlüsselaustausch erfolgt unabhängig von der Telefonnummer. Das Ampelsystem meldet auch zurück, ob der Kontakt wirklich mal in persona hergestellt wurde.
Noch besser ist ein dezentraler Service wie der Volla Messenger.

G. Fischer | Mo., 27. April 2026 - 09:55

Es ist genauso, wie Sie sagen. Dabei passieren diese Dinge im Privaten wie im Arbeitsumfeld täglich. Und dass man gerade in irgendwelchen Behörden - und sei es in Kleinkleckersdorf - oder Politikerkreisen dann gern auf die Russen zeigt, ist symptomatisch und bequem, weil es von der eigentlichen Schwachstelle ablenkt. Ob es nun Eile, Stress oder einfach nur Dummheit war, dass wird man nie erkunden. Letztendlich ist auch keiner davor gefeit.