- Sigmar Gabriel trifft mit der Kritik am „Sozialhilfestaat“ sich selbst
Sigmar Gabriel, der ewig ungeliebte Ex-SPD-Vorsitzende, macht seiner Partei deren ausufernde Sozialpolitik zum Vorwurf. Dabei forderte er selbst 2016 ein zusätzliches Sozialpaket – worauf er heute noch stolz ist.
Nach einem aktiven Leben in der Parteipolitik erscheinen Ex-Politiker in Interviews oftmals klüger, als sie es seinerzeit waren. Ein aktuelles Beispiel für dieses Muster bietet Sigmar Gabriel. Der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende (2009 bis 2017) macht seiner Partei in seinem jüngsten dpa-Interview ausgerechnet jene Politik zum existentiellen Vorwurf, die ihr doch ganz offenkundig am wichtigsten ist.
Deren eigentliches Problem sei nicht die Brandmauer, sondern „ein großes Missverständnis darüber, was ein Sozialstaat ist“. Der sei „die größte zivilisatorische Leistung des 20. Jahrhunderts und sollte Herkunft und Zukunft trennen und Menschen frei machen für ein selbstbestimmtes Leben. Der Sozialstaat soll Bedingungen schaffen, unter denen jedes Leben gelingen kann.“
Der „allumfassende Sozialstaat“ als Absage an die Arbeiter
Und dann folgt ein – scheinbar – vernichtender Vorwurf an die eigene Partei:
„Die SPD hat daraus einen allumfassenden Sozialhilfestaat gemacht. Beim Bürgergeld hatten viele Arbeitnehmer den Eindruck, ihre Lebensleistung werde nicht mehr ausreichend respektiert, weil auf einmal diejenigen, die nicht arbeiteten, annähernd genauso viel vom Staat bekamen wie diejenigen, die in den unteren Einkommensgruppen ihr Leben lang gearbeitet hatten. Die SPD hat mit diesem verheerenden Gesetz den Arbeitnehmern den Stuhl vor die Tür gestellt.“
Man erinnere sich: Gabriel war 2009 bis 2017 selbst Bundesvorsitzender dieser Partei und saß als Umweltschutz-, dann Wirtschafts und schließlich Außenminister selbst in Regierungsverantwortung mit am Kabinettstisch in jenen Zeiten, als der deutsche Sozialstaat in der Merkel-Ära zu dem allumfassenden Sozialhilfestaat ausgebaut wurde, der er heute ist. Gabriel war nie ein ausgewiesener Sozialpolitiker, aber er war eben acht Jahre lang Vorsitzender der Partei, die die treibende Kraft hinter diesen Entwicklungen war.
Seine schlechten Wiederwahlergebnisse auf Parteitagen, die schließlich wohl auch zu seinem Rückzug von der Parteispitze und aus der Politik generell führten, mag man ihm heute fast als Sympathiefaktor attestieren. Er war auch nicht mehr in Verantwortung, als das Bürgergeld, die nicht nur sprachliche Spitze dieser verheerenden Entwicklung, konzipiert und 2022 von der Ampelkoalition eingeführt wurde. Aber das war eben nur die Spitze der Entwicklung zum „allumfassenden Sozialhilfestaat“, die die Sozialdemokraten schon in der Ära Brandt in Gang gebracht und dann unmittelbar nach der Unterbrechung durch Schröders Agenda-Reformen in den großen Koalitionen mit Merkel fortgeführt hatten – unter Beteiligung Gabriels.
Gabriel als Sozialstaatsexpansionist
Im Interview offenbart Gabriel sich selbst als Akteur des „großen Missverständnisses“, das er bei den eigenen Genossen feststellt. Denn 2015 angesichts der sogenannten „Flüchtlingskrise“ forderte er, woran er im Interview erinnert, „ein großes Solidarpaket für alle in Deutschland, damit niemand den Eindruck hat, vergessen zu werden“. Damals, im Februar 2016, als klar wurde, dass die Sozialkassen und die gesamten Staatsfinanzen durch die ungebremste Armutszuwanderung geschröpft wurden, forderte Gabriel also nicht etwa weniger Umverteilung, was realistischerweise auch die Anziehungskraft auf Armutszuwanderer gesenkt hätte, sondern die weitere Expansion, diesmal zugunsten der Einheimischen. Gabriel konnte sich gegen Merkel und Schäuble nicht durchsetzen.
Damals und offenbar auch heute noch spielte für den Sozialdemokraten Gabriel die Belastbarkeit der Abgaben- und Steuerzahler und die Stabilität der Staatsfinanzen keine maßgebliche Rolle. Im Interview stellt er zwar die Wahrnehmung der Flüchtlingskrise als „das zentrale Beispiel für Staatsversagen“ und Hauptgrund für den Aufstieg der AfD fest. Aber dieses Versagen macht er nicht im politischen Unwillen der Regierung zur Verhinderung des Zustroms fest. Sondern er glaubte und glaubt offenbar, die Sorgen der Einheimischen angesichts der Armutszuwanderung durch noch mehr Umverteilung besänftigen zu können.
Gabriel liest seiner eigenen Partei von der luftigen Höhe der Atlantikbrücke herab die Leviten. Er attestiert ihr zutreffend „das Fehlen einer konsistenten eigenen politischen Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Diesen Mangel wolle die SPD mit ihrer „völlig missratenen Strategie“ überdecken, „die Nazi-Keule zu schwingen“. Aber er selbst hatte und hat eben auch nichts anderes im Angebot als seine lethargische Partei: einen Staat, der den wirtschaftenden Bürgern noch mehr Geld wegnimmt und es nach abstrakten Gerechtigkeitsvorstellungen anderen Menschen zukommen lässt – nicht zuletzt den umverteilenden Akteuren im Politikbetrieb und öffentlichen Dienst, die die größten Profiteure dieser Nicht-Strategie sind.
Gabriel erkennt also zwar, aus der Distanz des Nichtmehrpolitikers, die programmatische Leere seiner in Umverteilungs- und Nazikeulenwahn befangenen Partei. Aber er scheint nicht in der Lage, eine echte Alternative zu formulieren. So zeigt sich Gabriel in seiner Kritik noch als Teil des Problems, das er beschreibt: der wirklichkeitsblinde Politiker.
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Leider, wenn ich den sehe, muss ich immer drandenken, was er zu den Demonstranten in Heidenau/Sa. gesagt hat. Und was er sonst noch Entbehrliches geäußert hat. Warum hält er nicht die Schn... ? Gabriel ist einer der Hautschuldigen am Verfall seiner Partei. Im Grunde, ich muss es leider sagen, ein Schwätzer. Gehen wir weiter...
Könnte es sein, dass Herr Gabriel bei diesem Bild unter Einfluss von C2 H5 OH gestanden hat? Er blickt so entrückt.
Aber er sieht irgendwie schmuddelig aus.
Ist das nicht der, der 2015 Wirtschaftsminister und VizeKanzler Merkels war und ganz nebenbei noch SPD Vorsitzender ? Der die Mutter aller Probleme, die Migration mit ihrer ungebremsten Einwanderung in die deutschen beitragsfinanzierten Sozialsysteme befeuerte ? Der die Gegner der Einwanderungspolitik, die vor allem im Osten sichtbar wurde, als „Pack“ beschimpfte ? Und die skandierten „Merkel hau ab“ als Nazis brandmarkte ? Und genau dieser Politiker, ausgerechnet der, kritisiert das Sozialsystem das er mit seinen Genossen und der schwarzen Ober- Genossin ersonnen hat, in dem er unsere „Gäste“ mit denen gleichstellte, die in die Sozialsysteme samt ihren Brötchengebern fleißig eingezahlt haben und nun langsam erkennen wohin der Hase läuft und sich genau von diesen Parteien abwendet, die dafür verantwortlich sind ?
Darüber sollte sich der Herr Gabriel einmal Gedanken machen und wenn er es kann & willens ist, seine eigene Rolle zu hinterfragen als nur rumzutöhnen …
MfG a d Erf. Rep.
Die Pointe des Cicero-Kommentars klingt gut: Gabriel kritisiert heute angeblich genau den Sozialstaat, den er selbst aufgebläht hat. Nur tragen die Fakten diese Erzählung nicht besonders weit.
Als Gabriel 2009 SPD-Chef wurde, lag die Sozialleistungsquote bei 31,1 Prozent des BIP, 2017 bei 29,6 Prozent. Ein merkwürdiges „Ausufern“, bei dem der Anteil an der Wirtschaftsleistung am Ende niedriger ist.
Gabriel forderte 2016 zusätzliche Mittel unter anderem für Wohnungsbau, Kitas und Arbeitsmarktpolitik. Heute kritisiert er Fehlanreize beim Bürgergeld. Man kann problemlos für öffentliche Investitionen und einen starken Sozialstaat sein und zugleich ein schlecht konstruiertes Transfersystem kritisieren.
Auch die Behauptung, Bürgergeldempfänger bekämen annähernd so viel wie arbeitende Geringverdiener, ist in dieser Pauschalität nicht belegt. Ein realer Kritikpunkt sind hohe Transferentzugsraten, durch die sich zusätzliche Arbeit teilweise zu wenig lohnt. Das ist aber etwas völlig anderes als die Behauptung, Arbeiten lohne sich gegenüber Bürgergeld grundsätzlich kaum.
Unterm Strich ersetzt der Kommentar den Nachweis des angeblichen Gabriel-Widerspruchs durch Kampfbegriffe wie „Armutszuwanderung“, „geschröpft“ und „Sozialhilfestaat“. Das erzeugt Empörung, aber noch kein Argument.
Wer Gabriel Wirklichkeitsblindheit vorwerfen will, sollte die Wirklichkeit nicht erst so lange vereinfachen, bis sie zur eigenen Pointe passt.
Hab ich das richtig verstanden. Wer diesem Kerl die Brücke vertritt, der ist... oh Pardon, nein die KI schärft schon die Messer... ich höre auf.
Gabriel braucht keine Verteidigung. Ich referiere lediglich Fakten.
Das entscheidende ist doch nicht, wieviel Summanden die Summe x ergeben sondern wie hoch die „absolute= End- Summen“ sind, wenn man denn zwei End- Summen vergleichen will…..
Das dürften Sie genau so wissen wie ich weil das immer entscheidende ist, was kommt unterhalb des Stichs heraus zumal den Bürgergeldempfängern ziemlich Wurst sein dürfte, aus welchem staatlichen Topf sein Portmonee gefüllt wird, im Gegensatz zum „Wengverdiener“ der nur seinen Nettolohn vom AG erhält und keine staatlichen Zuschüsse erhält, weil der vielleicht 1€ zu hoch ist.
Mathematische Regeln lassen sich moralisch betrachtet, nicht außer Kraft setzten
MfG a d Erfurter Republik
Herr Frank, ich verteidige Herrn Gabriel nicht, sondern weise auf die Faktenlage hin: Die Sozialleistungsquote lag 2009 bei 31,1 % und 2017 bei 29,6 %. Wer meine Schlussfolgerung daraus für falsch hält, kann sie gern sachlich widerlegen.
Natürlich sind die Sozialausgaben in absoluten Eurobeträgen gestiegen. Entscheidend für die Sozialleistungsquote ist aber ihr Verhältnis zur Wirtschaftsleistung – und dieses war 2017 niedriger als 2009. Ein nominaler Anstieg allein sagt wenig aus: Auch eine Rente kann heute in Euro höher sein als vor zehn Jahren, ohne dass ihre Kaufkraft im gleichen Maße gestiegen ist.
Die gesetzliche Rente ist eine beitragsfinanzierte Versicherungsleistung und keine Sozialhilfe, wird im amtlichen Sozialbudget aber zu den Sozialleistungen gerechnet. Auch hier möchte Herr Knauss die Renten rigoros einfrieren bzw. nicht mehr so anpassen, dass der Kern erhalten bleibt.
Was soll man sagen Herr Knauß. Der Typ hat in seinen jeweiligen Funktionen (wie alle Anderen gleicher Provenienz auch) das gemacht, was jeweils opportun war, um die persönliche und parteipolitische Karriere am laufen zu halten. Verlogen durch und durch. Dumm nur für das Wahlvolk: mit Machtposition ausgestattet. Parteien sollte es nicht geben. Lediglich Direktmandate entsprechend der Anzahl der Wahlkreise. Steueraufkommen 50% Staat 50% zu gleichen Anteilen an die Wahlkreise. Entscheidungen auf regionaler Ebene, überregional regelt ein dementsprechend neu zu gestaltendes Staatsgebilde. Man wird ja wohl mal träumen dürfen.
dass ein Parteivorsitzender seine Partei repräsentiert und nicht sich selbst. Heute spricht Gabriel - vom Amte befreit - für sich.
Gabriel leidet schlussendlich am gleichen Virus, wie die jetzigen Nichtskönner und Selbstbetrüger. Es sind immer die anderen, man selbst hat alles richtig gemacht und im Zweifel müssen es ohnehin immer die Bürger ausbaden. Nein. Ich mag diesen Heuchler nicht. Der war in seiner aktiven Zeit nicht besser, wie diese Deutschlandhasser und Staatsvernichter heute im Amt namens Klingbeil und Bas. Und nein, die haben nichts Besseres verdient als den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Im Gegenteil. Auch in der SPD haben sich einige strafrechtlich relevant verhalten. Scholz, Lauterbach und andere. Und nein, die sind nicht besser als ihre Kollegen von der UNION. Und jetzt, wo Gabriel nichts mehr zu verlieren hat gibt er die *graue Emminenz*? Ich mag ihn nicht und auch er wird den Aufstieg der AFD nicht verhindern. Ich habe das Gefühl, der will sich nochmal ins Gespräch bringen für einen Posten. Doch auch der Zug dürfte abgefahren sein. Da scharren andere bereits mit den Hufen.
Ich stimme Ihnen zu. Etwas Redliches ist von diesem Mann nicht zu erwarten, trotz Magenband und Magenverkleinerung. Gute Besserung.
Der Sozialstaat ist super, ein Eintreten für den Sozialstaat in der Vergangenheit ist etwas anderes als heute. 2016 auf die Migrationskrise mit mehr Sozialstaat für Einheimische reagieren zu wollen, war aber wohl schon ein Zeichen des Abdriftens in Traumvorstellungen. Zum Teil waren die vielleicht einfach selbstverstärkend, weil alle genickt haben. Ich würde aber denken, dass ein Teil auch dachte, dass D bei über 1000 Mrd Handelsüberschuss praktisch unendlich leistungsfähig sei. Man könne im Land praktisch verschenken, was man wolle, das würde nur verschieben, ob wir 1000 Mrd per Handelsüberschuss ans Ausland verschenken (was sogar auf Dauer destabilisiert) oder eben im Inland (was man sich dagegen als sogar stabilisierend gedacht hat). Ich denke, da war viel Wunsch- und Traumdenken dabei. Vieles war auch einfach ein Nachgeben gegenüber 100% entschlossenen Partei-Funktionären.
eines arroganten, verantwortungslosen Ex-Politikers dar, der die Frechheit besitzt, die Splitter in den Augen Anderer zu benennen und dabei den Balken im eigenen Auge zu ignorieren.
Was hat e r denn in der Zeit, als er in verschiedenen Bereichen Bundesminister war,
POSITIVES geleistet?
Was hat er vorzuweisen an Leistungen im Amt, die den deutschen Staatsbürgern zugute gekommen sind?
Dieser arrogante Mensch, der ein Wahnsinnsgeld in den verschiedensten "Posten" in Organisationen und Aufsichtsräten (neuerdings auch bei Rhein-Metall!) verdient,
traut sich tatsächlich, die Partei jetzt hochnäsig zu kritisieren, die ihm den sozialen Aufstieg überhaupt erst ermöglicht hat.
Statt Einsicht und Reue über eigenes Versagen
zu zeigen, brüstet er sich jetzt mit Besserwisserei.
Einfach nur abstoßend!!!
Einfach nur abstoßend. Dieser Mensch hat keinerlei Gewissen. Er ist ein Abzocker und Rumhänger allererste Güte. Wer seine protestierenden Mitbürger als "Pack" bezeichnet, sagt zugleich, was er von denen hält, die ihm seine Geldbörse jeden Monat füllen. Nein, Gabriel ist ein übler Geselle. Und von der Seitenlinie "reinquaken" kann jeder Breitmaul-Frosch. Ein Glück, dass die SPD, auch dank solcher Vertreter wie Gabriel, bald nichts mehr zu melden haben wird. Am 06.09. wird die Rutschpartie für die SPD verdientermaßen ihren Anfang nehmen, dann geht es (hoffentlich) in SA unter die 5% Marke. Wohl bekomm´s, Genosse Gabriel.
