Stand by me
Jugend, Freiheit, Abenteuer: Szene aus dem Coming-of-Age-Film „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“ / picture alliance / United Archives / United Archives / kpa Publicity

Selbstbestimmtes Leben - Der Staat ist nicht meine Mutter

Der Staat beschränkt sich nicht mehr nur auf das bloße Bemuttern seiner Bürger, sondern geht unter dem Vorwand der Fürsorge nahtlos über in einen Kontrollwahn. Höchste Zeit, dass man sich wieder an das Freiheitsgefühl des eigenen Heranwachsens erinnert.

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Autoreninfo

Wolfgang Kubicki ist FDP-Bundesvorsitzender und war Bundestagsvizepräsident. (Foto: dpa)

So erreichen Sie Wolfgang Kubicki:

Mit dem Erwachsenwerden kommen viele Pflichten und eine Menge Verantwortung auf einen zu. Die meisten jungen Menschen verbinden mit dem Heranwachsen jedoch etwas anderes: Freiheit. Die elterlichen Kontrollen entfallen. Niemand kann einem mehr Vorschriften machen, wie lange man am Wochenende abends unterwegs ist, und der Führerschein bedeutet für viele – vor allem auf dem Land – einen großen Sprung an persönlicher Mobilität und Selbstbestimmung.

Nicht selten fällt es Eltern schwer, diese Selbstbestimmung zu akzeptieren. Die meisten schaffen es trotzdem, weil jeder vernünftige Mensch weiß, wie wichtig diese Emanzipation vom Elternhaus ist. Vielleicht erwischt sich der eine oder andere dabei, dass er auch dem 18- oder 20-Jährigen lieber noch Vorschriften über die Lebensgestaltung machen würde. Und ganz bestimmt entspringen solche Gedanken lauteren und vordergründig rationalen Motiven. Aber gegen den natürlichen Trieb nach Selbstbestimmung und Freiheit eines jungen Menschen anarbeiten zu wollen, ist ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Es ist unklug, und wer irgendwann nicht lernt, die Eigenverantwortung der eigenen Kinder zu akzeptieren, läuft Gefahr, sich in toxischen Verhaltensmustern zu verheddern. Alfred Hitchcocks „Psycho“ lässt grüßen.

Paternalistische Herangehensweise

Noch schlimmer ist es, wenn Dritte sich familiäre Sorge und Fürsorge anmaßen. Denn hier gab und gibt es niemals das Recht, sich über selbstbestimmte Entscheidungen des Einzelnen hinwegzusetzen, bloß weil man vermeintlich im Besitz einer höheren Erkenntnis ist. Erschreckenderweise hat diese paternalistische Herangehensweise gerade dort Konjunktur, wo sie am wenigsten etwas zu suchen hat: im Verhältnis zwischen Staat und Bürger.

Die politische Diskussion über Vernunft und Unvernunft lässt nahezu keinen Bereich des menschlichen Lebens aus, in den man nicht hineinregieren möchte: von Social Media bis zur Zuckersteuer, vom Tempolimit bis zum Hitzeschutz. Der Bürger soll vor seiner eigenen Unvernunft beschützt werden. Ich unterstelle allen, die sich an diesen Diskussionen beteiligen, aufrichtige Motive. Aber es nützt nichts, wenn man im Glauben, das Richtige zu tun, fortwährend das Falsche bewirkt.

Der Staat ist eben nicht der Erziehungsberechtigte seiner Bürgerinnen und Bürger. Das Bundesverfassungsgericht musste den Staat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder daran erinnern und formulierte etwa in bewundernswerter Klarheit in seiner Entscheidung zum Recht auf selbstbestimmtes Sterben: Wir leben in einer Verfassungsordnung, „die den Menschen als eine zu Selbstbestimmung und Eigenverantwortung fähige Persönlichkeit begreift“.

In einer anderen Entscheidung zur Patientensouveränität wird hervorgehoben, dass der Staat keine „Vernunfthoheit“ gegenüber den Grundrechtsträgern besitzt: „Die Freiheitsgrundrechte schließen das Recht ein, von der Freiheit einen Gebrauch zu machen, der in den Augen Dritter den wohlverstandenen Interessen des Grundrechtsträgers zuwiderläuft.“

So sehr die Janosch Damen und Karl Lauterbach dieser Welt dagegen anagitieren: Es gibt ein verfassungsrechtlich verbürgtes Recht auf Unvernunft. Es gibt sogar eine „Freiheit zur Krankheit“. In einem Land, das um Haaresbreite an der allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus vorbeigeschrammt ist, obwohl nach damaliger Erkenntnislage bereits auszuschließen war, dass sie dem Fremd- und nicht lediglich dem Eigenschutz dienen würde, ist das ein geradezu frivoler Gedanke. Und es darf einen durchaus besorgen, dass das Menschenbild unseres Grundgesetzes in den politischen und medialen Eliten kaum noch Fürsprecher hat. Nahezu jeder möchte dem anderen seine eigenen Vorstellungen aufdrängen: der eine beim Fleischkonsum oder bei zuckerhaltigen Limonaden, der andere beim Aufgehen in der Volksgemeinschaft. Von links bis rechts hat der Humanismus in Deutschland kaum noch Fürsprecher.

Der Fürsorgewahn des Staates treibt abenteuerliche Blüten

Der Fürsorgewahn des Staates treibt nicht mehr nur ausnahmsweise abenteuerliche Blüten, sondern mit bedrückender Regelmäßigkeit. Ein Beispiel ist der „Leiterbeauftragte“, der zum Schlagwort für die regelmäßige Prüfung und Belehrung im Umgang mit Leitern in Betrieben geworden ist. Das löst bei jedem Handwerksmeister, der seit Jahrzehnten mit seiner Leiter arbeitet, großes Unverständnis aus. Natürlich gibt es auch dafür noble Motive. Jährlich werden rund 20.000 Unfälle im Umgang mit Trittleitern gezählt. Dass diese Zahl kaum als Ausweis für den Erfolg der Betriebssicherheitsverordnung gelten kann, scheint jedoch niemanden zu stören.

Den Medienkonsum hat die Politik inzwischen vollends auf dem Kieker. Die Landesmedienanstalten sollen nach dem Willen einiger Medienpolitiker Inhalte auf YouTube künftig nach „Public-Value“-Gesichtspunkten beurteilen, wovon abhängen soll, wie prominent sie auffindbar sind. Das ist genauso autoritär wie die Vorstellung, eine staatlich bestimmte Stelle würde das Sortiment am Bahnhofskiosk nach „Public-Value“-Gesichtspunkten sortieren. Cicero natürlich ganz oben und das Goldene Blatt ganz unten – darauf könnte man sich vielleicht noch einigen. Aber wenn ich den Spiegel näher am Goldenen Blatt einsortieren würde, wäre der Streit sofort da. Ich käme allerdings gar nicht erst auf solche verqueren Gedanken. Es gibt auch ein Recht darauf, schräge Revolverblättchen zu lesen und zu drucken und sie so zu platzieren, wie der Markt es nun einmal hergibt.

Richtig gefährlich wird es, wenn der Staat sich nicht mehr auf das bloße Bemuttern seiner Bürgerinnen und Bürger beschränkt, sondern unter dem Vorwand der Fürsorge nahtlos in einen Kontroll- und Überwachungswahn übergeht. Die Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche mündet derzeit in sehr konkrete Vorbereitungen für eine Identitätspflicht im Internet.

Das Europäische Parlament hat die Chatkontrolle auf den Weg gebracht und benimmt sich damit kaum weniger psychopathologisch als ein Elternteil, das heimlich im Tagebuch seiner erwachsenen Kinder lesen will. Der Verfassungsschutz soll künftig weitreichende Eingriffsbefugnisse erhalten, ohne dass dies rechtsstaatlich lückenlos kontrolliert werden könnte. Und die Staatstrojaner sickern derzeit in immer mehr Landespolizeigesetze ein, während sich die Debatte bereits um den Einsatz von KI dreht, die vermeintlich auffälliges Verhalten im öffentlichen Raum frühzeitig erkennen soll. Immer mehr Elemente eines dystopischen Albtraums bestimmen die politische Debatte. In diesem Dickicht aus fürsorgendem, überwachendem und strafendem Staat wird die Luft für freie Selbstbestimmung immer dünner.

Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein

Es wird vielleicht Zeit, dass man sich als Bürger wieder an das Freiheitsgefühl des eigenen Heranwachsens erinnert. Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Freiheit wieder herzugeben, nur weil jemand behauptet, im Besitz einer größeren Wahrheit oder Einsicht zu sein. Wir alle sind nach dem Willen der Schöpfer unserer Verfassung selbstbestimmte und eigenverantwortliche Persönlichkeiten. Mit dieser Selbsterkenntnis und diesem Selbstbewusstsein lässt sich dem Staat leichter ein Stoppschild entgegenhalten, wenn er das vergisst und das Bemuttern einfach nicht lassen kann. Der Staat ist nicht meine Mutter. Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern dieselbe Erkenntnis.

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Klaus Funke | Sa., 18. Juli 2026 - 08:58

Es ist fatal wie Herr Marguier seinen Patenonkel Kubicki hier im CICERO ständig zu Wort kommen lässt. Vor allem mit Banalitäten und Leerlaufgequatsche. Es fällt nicht nur auf, es stört inzwischen. Ist das schon Vetternjournalismus? Für mich ein Grund mehr endlich CICERO zu verlassen und zu NIUS zu wechseln. Auch weil die Foren zu Alleinunterhalterplattformen werden. CICERO befindet sich mMn an einem Kipppunkt. Marguier schafft es nicht mehr.

nichts als eine Bestandsaufnahme der beschnittenen Freiheit des mündigen Bürgers mit 3-4 Neuigkeiten seit den 90ern.

Das reicht nicht, um eine unliberalere BRD zu retten. Wo ist eine Lösung, Anleitung, Methode, Subversion etc.?

Es ist das Resümee eines liberalen Beamten, der sich auf Kosten der Allgemeinheit bräsig selbst belogen hat mit schönen theoretischen Idealen (völlig unpragmatisch)

Ihre vernichtende Kommentierung kann ich nicht nachvollziehen, lieber Herr Funke. So sehr ich Sie persönlich schätze(daran wird sich auch nichts ändern), bin ich doch ziemlich irritiert über Ihre zunehmend vernichtenden Einlassungen zu bestimmten Personen.
Ich finde, Herr Kubicki hat diese Bewertung oder besser gesagt Abwertung nicht verdient, weder für diesen Artikel, noch für irgendeinen anderen! Nicht jedes Thema muss einem gefallen, man kann persönlich uninteressante Themen auch einfach ignorieren und sich den nächsten widmen.
Im übrigen lese ich die Artikel von Herrn Kubicki immer als eine Art Kolumne, ich liebe Kolumnen, kann man sich ernsthafter Thematik doch dadurch mit einer gewissen Verspieltheit nähern, derer man sich sonst als Journalist nicht bedienen sollte. Und alleine schon die Auswahl des Titelbildes spiegelt mir eine tiefergehende Emotionalität mit diesem Thema wider, denn wer diese Geschichten nach den Romanvorlagen von S. King kennt, weiß um ihre Tiefgründigkeit...

Wie sagte Albert Einstein einst:
"Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die Dummheit der Menschen. Bei dem Universum hingegen bin ich mir nicht ganz so sicher."
Ich möchte ergänzen:
"Bei manchen Zweibeinern kommen da ungünstigerweise noch mehr Unzulänglichkeiten hinzu, die sie zu äußerst unangenehmen Zeitgenossen werden lassen, die ständig sinnbefreite Beiträge von sich geben."

Rainer Mrochen | Sa., 18. Juli 2026 - 09:32

Mal abgesehen von der Wichtigkeit, Richtigkeit und Ernsthaftigkeit des behandelten Themas.
Amüsiert, weil ich jetzt nicht ganz verstanden habe ob der >>Spiegel<< oder das >>Goldene Blatt<< dem Revolver zuzuordnen sein soll oder aber beide? Vielleicht übertreibe ich definitionsgemäß, dennoch bin ich amüsiert.

Urban Will | Sa., 18. Juli 2026 - 09:36

das Highlight in diesem Beitrag.

Schlimm genug trotzdem, dass man sich – aus nachvollziehbaren Gründen, es ist in der Tat langsam unerträglich – gezwungen sieht, die Menschen daran zu erinnern, dass sie eigentlich freie Wesen sind und zur Freiheit auch Eigenverantwortung und Selbstbestimmtheit gehören.
Aber Herr Kubicki, solche Beiträge sind verpufft ehe die Tinte trocken ist. Sie hätten ihn sich sparen können.
Ich schließe mich Herrn Funke an. Wieso kommen Sie immer öfters mit solchen – eher in schräge Revolverblättchen passende – Artikeln um die Ecke.
Wo bleibt der Donnerschlag, den viele erwarten? Wir steuern auf einen heißen Herbst zu. Einen Herbst, der dieses Land fundamental verändern könnte. Einen Herbst, der den längst tobenden Kulturkampf auf einen vorläufigen Höhepunkt treiben könnte. Es ist an der Zeit, die Fronten gegen Linksgrünwoke zu schließen.
Sie wirken bereits, Herr Kubicki. Nehmen der Union Stimmen weg. Gut so. Weiter so, aber endlich lauter!

ich bin der Meinung, dass man die Wähler immer wieder daran erinnern sollte dass der Führsorgewahn der politisch Verantwortlichen neuer dings abenteurliche Blüten treibt, und die jetzt von EU-Parlament verabschiedete Chatkontrolle, die dient wieder mal als ein anschauliches Beispiel.
In sofern vermisse ich bei Herrn Kubicki die Info, dass die meisten Einschränkungen für uns Bürger eigentlich in der EU inziiert und auf den Weg gebracht werden, und daher sollte er endlich die Wichtigkeit der Wählerbeteiligung an den Wahlen in das EU-Parlament hervorheben, anstatt sich nur auf den heimischen "Sandkasten" zu konzentrieren.
Der "Würgegriff" kommt aus Brüssel, und dem gilt es zu begegnen, in dem man sein Kreuz bei Parteien macht, die mit dieser Anmaßung nicht einverstanden sind.
Die niedrige Wahlbeteiligung innerhalb der EU ist legendär, und sie ist ganz im Sinne der EU-Bürokraten, da vor allem die Befürworter dieser zu Wahlen gehen!!!

H. Abele | Sa., 18. Juli 2026 - 12:02

Zwei Erkenntnisse zum letzten Absatz des Beitrages:
1. Wir geben diese Freiheit nicht her, sondern sie wird uns genommen.
2. Nennen Sie mir ein Stoppschild, das nicht "rechts" ist.
Solche Aussagen sind es, die den Eindruck eines wohlfeilen Beitrages erwecken, der etwas rütteln aber kein Risiko eingehen will.

Sabine Lehmann | Sa., 18. Juli 2026 - 19:22

Als ich die Überschrift las, musste ich ein wenig schmunzeln, wie so oft bei Herrn Kubickis launigen Texten, fiel mir doch sofort auf, dass umgekehrt tatsächlich ein Schuh draus wird, wie man so sagt. Denn zumindest bei meiner Mutter träfe die Aussage durchaus zu, weil meine Mutter eine Regierungsform verkörperte, die man hierzulande eher nicht als liberal bezeichnen würde, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Mutter, unser aller Staatsoberhaupt, bis heute nimmt sie die Regentschaft unserer Familie für sich in Anspruch mit einer Absolutheit, die manches Mal auch etwas einschüchternd wirkt und von einem gewissen rücksichtslosen Egoismus geprägt ist. Bester Spruch ever: "Das ist hier keine Demokratie, Ihr macht was ich sage!" Ja, L'Etat c'est moi, das war wohl ihr Credo.
Von daher reagiere ich auf Bevormundung u. betreutes Denken hochgradig allergisch u. ist insbesondere von staatlicher Seite aus ein absolutes No Go. Denn diese vermeintliche "Fürsorge" ist de facto reine Unterdrückung!

Jens Böhme | Sa., 18. Juli 2026 - 22:51

Der Grat zwischen Fürsorge und Unfreiheit ist schmal. Die DDR-Bürger brauchten etwas weniger als dreißig Jahre bis sie das Ausmaß der staatlichen Fürsorge begriffen und durchschauten. Die Bürger der heutigen Bundesrepublik sind derzeit auf dem DDR-Niveau von 1952.

Grad schreibt man in diesem Fall mit "d", werter Herr Böhme. Grat mit "t" ist etwas völlig anderes, nichts für ungut.

Sabine Lehmann | So., 19. Juli 2026 - 00:05

Antwort auf von Sabine Lehmann

Oh, ich höre gerade aus dem "Off", der beste Ehemann von allen erklärt mir eben, dass ich im Irrtum bin und warum "Grat" mit "t" korrekt ist. Ich bitte meinen Fauxpas zu entschuldigen, ich kannte das anders.....

Brigitte Miller | So., 19. Juli 2026 - 06:18

Antwort auf von Sabine Lehmann

aber weniger schlimm als das oft gelesene Rückgrad🤣

Achim Koester | So., 19. Juli 2026 - 08:51

Antwort auf von Sabine Lehmann

Wenn man schon korrigiert, sollte man es auch wirklich wissen:
Der Grat (den Herr Böhme richtig zitiert), ist entweder ein Bergrücken, der nach beiden Seiten steil abfällt, oder ein metallischer Rückstand beim Schleifen.
Grad, meist mit °C oder °F verwendet, mit K neuerdings nicht mehr, ist eine Skala z.B. am Thermometer.

Wenn man schon eine Korrektur korrigiert, sollte man es auch wissen: Entgegen Ihrer Feststellung, ist "Grad" auch in anderen Zusammenhängen, als die der Temperatur auf dem Thermometer bekannt.
Abgesehen davon, dass ich mich entschuldigt u. korrigiert habe, ist mir bekannt, dass der Begriff der "Gratwanderung" von besagtem Bergrücken hergeleitet wird. Andererseits wird Grad mit "d" auch als Synonym in sehr unterschiedlichem Kontext genutzt:
Temperatur: 
Bezeichnet eine Maßeinheit für Wärme oder Kälte (z. B. 20 °C).
Mathematik & Geometrie: 
Ist eine Einheit für Winkel (ein Vollkreis hat 360°) oder geographische Koordinaten (Breiten- und Längengrade).
Intensität & Zustand: 
Bezeichnet das Ausmaß einer Eigenschaft (z. B. Schwierigkeitsgrad, Reifegrad, Verschmutzungsgrad, Verwandtschaftsgrad).
Ausbildung & Militär: 
Steht für akademische Grade (z. B. Bachelor, Master) oder militärische Dienstgrade.
Und weil "Grad" auch das Ausmaß einer Eigenschaft definiert, war ich anderer Meinung gewesen.