Gordon Schnieder
Gordon Schnieder auf der CDU-Wahlparty nach den ersten Prognosen / picture alliance / dts-Agentur | -

Schwarzer März für die SPD - Mainz und München verlieren ihre roten Festungen

In Rheinland-Pfalz verliert die SPD den Ministerpräsidentensessel, in München muss OB Dieter Reiter abtreten. Während die CDU von der SPD-Schwäche profitiert, sorgt die AfD für eine dramatische Verschiebung der Wählerschaft und etabliert sich als dritte Kraft im Westen.

Michael Sommer

Autoreninfo

Michael Sommer lehrt an der Universität Oldenburg Alte Geschichte und moderiert gemeinsam mit dem Evolutionsbiologen Axel Meyer den Cicero-Wissenschafts-Podcast. 

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Ein schwarzer Tag für die Roten. Die Wahlen am 22. März 2026 senden einen seismischen Schock durchs Land, dessen Stöße man nicht nur im Willy-Brandt-Haus spüren wird. Die SPD verliert den Ministerpräsidentensessel in Rheinland-Pfalz, und sie stürzt im Land der Reben und Rüben um 10 Prozentpunkte in die Tiefe. Und als wäre das nicht genug, muss sich der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, auch er ein Sozialdemokrat, seinem Konkurrenten Dominik Krause von den Grünen geschlagen geben.

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Theodor Lanck | Mo., 23. März 2026 - 12:03

Im Südwesten, sowohl in BW als auch in RP, hat sich die Mehrheit für ein Weiter-So entschieden. In München leistet man sich sogar grünes Gaga, eben weil man es kann. Aber die Realität mit Wirtschaftsabsturz, Islsmisierung, Verrohung und Meinungsautoriarismus setzt sich immer mehr durch, hinzu kommt als weiterer Unsicherheitsfaktor die Auflösung etablierter Bindungen, ob unter woken oder digitalen Vorzeichen.

Die Zeit spielt für die einzige echte Opposition gegen Verfall und Selbstaufgabe.

Klaus Funke | Mo., 23. März 2026 - 12:36

Das Debakel der SPD - und es wird sich bei den nächsten Wahlen fortsetzen - ist ein Führungsproblem. Leute wie Klingbeil und Bas sind keine Führer, die die SPD jetzt braucht. Die sind Betonköpfe, Zudem bildungspolitisch absolut unterbelichtet. Aber, wir werden erleben, dass diese beiden "Führer" um ihre Posten verbissen kämpfen, alle Alternativen niederwalzen. Aber gut. Umso unaufhaltsamer wird das Ende der SPD kommen. Und dies ist schon lange fällig. Diese jetzige SPD gehört ins 20. Jahrhundert, besser noch ins 19. - wenn sie sich nicht erneuert, an Haupt und Gliedern, wird die Geschichte über sie hinwegrollen wie über die FDP. Auch die CDU betrifft das. Die alte BRD und ihre Parteien sind out. Sie taugen nichts mehr. Und sie haben sich ja jahrzehntelang gegen Erneuerungen gesträubt. Jetzt bekommen sie die Quittung, vom Wähler, spät, sehr spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Die AfD wie einst Hannibal ist ante portas. Freilich, wir müssen es ertragen, aber die Hoffnung stirbt zuletz

Die Redewendung mit dem Fisch erinnert mich an Verleihnix aus den Asterix-Geschichten: Der Fisch ist offensichtlich nicht frisch, die grünen Wolken die von ihm ausgehen machen das mehr als klar, und so ist auch der neue Kurs der SPD, hin zum Sozialismus (Siehe Hamburger Grundsatzprogramm S. 16-17) nicht frisch, so ganz und gar nicht. Die Grünen Wolken passen hier auch sehr gut, die stehen nämlich für den Grünen Einschlag.
Das also bleibt ist ein realitätsferner Fischverkäufer mit gammligem Fisch den eigentlich keiner will und einer Stammkundschaft welche dazu indoktriniert wurde zu glauben der grüne Nebel wäre ein wünschenswertes Aroma.

Marco Riccardi | Mo., 23. März 2026 - 12:54

Die SPD erinnert mich inzwischen mehr und mehr an einen komatösen Patienten der nur noch vor sich hin vegetiert ohne messbare Gehirnaktivitäten.
Früher einmal eine sehr laute und sehr aktive Partei die sich für die Rechte von Arbeitnehmern eingesetzt hat ist sie seit Merkel nur noch eine leere Hülle die versucht linker als die "Linke" und grüner als die Grünen zu sein, dabei aber vor allem irrsinniger als beide zusammen ist.
Was die SPD nicht zu verstehen scheint ist dass diejenigen die grün wollen die Grünen wählen, diejenigen die links wollen wählen die "Linke" und wer Arbeitnehmer ist wählt inzwischen eher Union oder AfD.
Lange Rede kurzer Sinn: Die SPD hat eigentlich niemanden der sie noch wählt, abgesehen vielleicht vom harten Kern der eigenen Reihen und Stammwähler. Wenn sie nicht bald einmal aufwacht und sich wieder auf Arbeitnehmer konzentriert dann verschwindet sie im Abgrund, und ehrlich gesagt verdient sie es auch wenn sie es nicht anders

Peter William | Mo., 23. März 2026 - 14:34

Für RP und DE, dass an der Brandmauer auch weiterhin festgehalten wird. So wird es keine signifikanten Reformen geben, keinen Wiedereinstieg in die Kernkraft, keinen ausreichenden Zuspruch zu Fracking und somit weiterhin hohe Energiekosten auf absehbare Zeit. Damit auch keine wirtschaftliche Entspannung durch bessere Standortbedingungen für die Industrie. Die Deindustrialisierung Deutschlands wird also weitergehen und damit einhergehend eine Degrowth-Finanzierung der Kreise vonnöten sein. Auf EU und regionaler Ebene wurde die Demokratiemauer abgeschafft, es ging halt nicht anders, keine Beschlüsse wenn prinzipiell bis zu einem Drittel der Bevölkerung von vornherein ausgeschlossen wird.

Wenn die SPD ihre Krise mit mehr vom Gleichen bekämpfen will, viel Erfolg damit! Um bei der Optikmetapher zu bleiben, hässliche Models will man halt nicht sehen. Ich bin nicht sentimental, auch eine 150 Jahre andauernde Parteigeschichte kann ihr Ende finden, wenn es die Wähler denn so wollen.

Marco Riccardi | Mo., 23. März 2026 - 16:25

Antwort auf von Peter William

Dem kann ich nur im vollem Umfang zustimmen. Natürlich ist es schade das eine Partei mit so viel Geschichte, welche einige wirklich gute Kanzler gestellt hat, sich selbst derart zugrunde richtet, aber wir leben in einem freien Land und wenn die SPD sich selbst so ruinieren will dann ist das ihr gutes Recht und ihre eigene Schuld

Michael Marx | Mo., 23. März 2026 - 23:26

Reiter (der bisherige Oberbürger-*Innenmeister) hat die Abfuhr verdient (er hat gewissenhaft darauf hingearbeitet), aber wir Münchner haben Krause (den neuen) nun wirklich nicht verdient.
Aber - wie FJS gesagt hätte, bei anderer Gelegenheit gesagt hat: Vox Populi - Vox Rindvieh