- Nicht Pauls Lüge, sondern politische Blindheit ist das Problem
Der Fall der Fluchtministerin Josefine Paul in Düsseldorf zeigt: Scheitern an der Migrationswirklichkeit ist für den Politikbetrieb kein Rücktrittsgrund. Nur bei offenkundiger kommunikativer Unfähigkeit ist Schluss. Das erinnert an eine andere grüne Ministerin.
Der unrühmliche Abgang von „Fluchtministerin“ Josefine Paul (Grüne) in Nordrhein-Westfalen als Spätfolge des Solinger Terroranschlags ist lehrreich für die Situation des Politikbetriebes und der politischen Kultur in Deutschland. Dass Paul sachpolitisch überfordert und gescheitert war, war längst vor ihrem als Rücktritt getarnten De-facto-Rauswurf aus dem schwarz-grünen Landeskabinett nicht mehr zu übersehen. Aber heutzutage fallen Minister nicht, weil sie fatale sachpolitische Fehler mit schlimmen Folgen für das Gemeinwesen machen, sondern erst wenn sie ihre schlechte Politik auch noch erwiesenermaßen verlogen kommunizieren.
Versagen ist okay, nur Schummeln geht nicht
Verkürzt könnte man von einer Inflation der Ansprüche ans politische Personal sprechen: Regierungspolitiker dürfen, wenn sie einmal die höchsten Würden erreicht haben, auf ganzer Linie versagen – sofern sie dabei nur halbwegs bella figura machen und nicht beim Schummeln oder extremen Peinlichkeiten erwischt werden.
Das konnte man schon im Fall der ebenfalls grünen Ex-Bundesfamilienministerin und zuvor rheinland-pfälzischen Umweltministerin Anne Spiegel feststellen, die nicht wegen des eigentlichen Versagens bei der Flutkatastrophe im Ahrtal fiel, sondern sogar noch ins Ampel-Bundeskabinett aufstieg. Erst als klar wurde, dass sie seinerzeit viel mehr Wert auf korrektes Gendern in Pressemitteilungen und vor allem ihre Selbstdarstellung legte als auf die Bewältigung der schlimmsten Naturkatastrophe der deutschen Nachkriegsgeschichte, war sie nicht mehr zu halten. Endgültig fallengelassen wurde sie sogar erst, nachdem sie in einer bizarren Pressekonferenz ihre völlig Überforderung in jeglichem Krisenmanagement offengelegt hatte.
Auch Josefine Paul musste nicht etwa zurücktreten, weil sie ihre politische Aufgabe nicht erfüllen konnte. Das war schon lange ganz offenkundig: In Nordrhein-Westfalen funktionieren die Rückführungen von Asylbewerbern in jene EU-Länder meistens nicht, in denen sie zuerst registriert wurden, deren Versorgungsleistungen ihnen aber weniger attraktiv als die deutschen sind. Das wusste erstens sowieso schon jeder, der sich auch nur oberflächlich mit der Materie befasst. Und zweitens war auch konkret umgehend nach der Festnahme des mittlerweile verurteilten Dreifachmörders Issa Al Hassan bekannt, dass der Syrer eigentlich vor seinem Verbrechen am 23. August 2024 längst wieder in Bulgarien hätte sein müssen.
Nicht-wahrhaben-Wollen der offenkundigen Wahrheit
Zum politischen Verhängnis wurde Paul nicht ihr sachpolitisches Scheitern, sondern dass sie tagelang mehr oder weniger öffentlich abgetaucht war (sie brach unmittelbar nach der Tat zu einer Gedenkveranstaltung für ein SS-Verbrechen in Frankreich auf) und dann später im September 2024 ihren Willen bekundet hatte, „zu verstehen, was genau passiert ist, um daraus Konsequenzen ziehen zu können“. In dem daraufhin eingerichteten Untersuchungsausschuss wurde Paul zunächst ganz offenkundig von der schwarz-grünen Regierungsmehrheit protegiert, indem bestimmte Zeugenbefragungen verzögert wurden. Aber dann kam eben doch heraus: Es gab offenbar eine ominöse SMS, die aber in den Akten des Ministeriums nicht registriert wurde. Im Juristendeutsch heißt das: Urkundenunterdrückung. Und die könnte, wie es die Opposition fordert, zu staatsanwaltlichen Ermittlungen führen.
Kurz: Paul wusste früher, als sie es öffentlich kundtat, dass der Solinger Mehrfachmörder ein Syrer, ein Islamist und ein abgelehnter und nicht abgeschobener Asylbewerber war. Sie wollte aber darüber nicht offen reden. Warum Paul es für eine gute Idee hielt, sich erst angesichts des Terrorverbrechens mehr oder weniger zu verstecken und dann auch noch die Information über die politische Dimension der Tat und des Täters zu verstecken oder zumindest zu verzögern, obwohl dies doch ohnehin herauskommen musste – das ist wohl eine psychologische Frage. Aber vielleicht eben nicht nur eine, die die Psyche der Ex-Ministerin betrifft. Denn das Nicht-wahrhaben-Wollen der offenkundigen Wahrheit und Wirklichkeit ist ja ein gesamtgesellschaftliches Phänomen – zumindest eines, das weite Teile des Politik- und Medienbetriebs und eben auch der Wählerschaft betrifft.
Es ist letztlich das Drama eines moralischen Antriebs, der in Armutsmigranten und eben leider auch Islamisten und Gewaltverbrechern unbedingt pauschal „Schutzsuchende“ zu sehen verlangt. Und der führt dazu, dass man nur allzu ungern und am liebsten gar nicht sehen und schon gar nicht verkünden will, dass sich das eigene Land vor solchen „Schutzsuchenden“ schützen muss.
Cicero-Autor Ronald Asch hat kürzlich mit Bezug auf Daniel Günthers denkwürdige Aussagen bei Markus Lanz den französischen Schriftsteller Charles Peguy zitiert: „Man muss immer sagen, was man sieht, insbesondere aber, und das ist noch schwieriger, muss man bereit sein, das auch wirklich wahrzunehmen, was man sieht.“ Josefine Paul war dazu offenbar nicht in der Lage. Aber leider ist sie damit unter Politikern – erst recht in ihrer Partei – keine Ausnahme.
Die eigentliche Frage, das wird im Rückblick immer deutlicher, lautet also im Fall Spiegel ebenso wie im Fall Paul: Wie konnte eine Frau, über deren Nichteignung für höchste Regierungsverantwortung schon lange (und sogar unter grünen Parteifreunden nichtöffentlich) geredet wurde, überhaupt in ein Landes- und sogar ins Bundeskabinett aufsteigen? Mittlerweile ist Spiegel übrigens ein kleines Stück wieder aufgestiegen und wird im Mai ihre Stelle als Sozialdezernentin der Region Hannover antreten.
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" Wie konnte so jemand in ein Landes oder -Bundeskabinett (Spiegel) aufsteigen?"- ist ja wohl rhetorisch. Weil sie keine kompetenten Leute haben. Bei den Grünen spielt noch nicht einmal die Frauenquote mehr ein entscheidende Rolle für das Trauerspiel der durchgehden Fehlbestezung . Die grünen Männchen, die sich auf den Qoten-Zirkus einlassen, sind durch die Bank kein Haar besser.
"Die grünen Männchen, die sich auf den Qoten-Zirkus einlassen, ..." /🤣 -- Sie meinen den netten (und sehr lieben) Robert? Ausgeknockt von einer feministischen grünen (unfähigen!!) Trampolinschranze..., aufgrund seines Penis (Vorhandensein eines selbigen; spricht seines Geschlechts...)?
Da haben Sie wohl Recht... ... 🤪
Diese beiden Damen sind nicht abgetaucht, weil das Problem nicht ihrem Weltbild entsprochen hätte, und sie dann plötzlich – mit der Realität konfrontiert – nicht wussten, wie sie damit umgehen sollten.
Nein, es waren schlicht überforderte und unfähige Politikerinnen, die, als es drauf ankam, sich als das entpuppten, was sie im Kern waren: reine Quotenfrauen ohne Kompetenzen.
Ein Gegenbeispiel ist Faeser. Diese hat als sehr linke und Pro-Migrations-Politikerin ihre Zeit im BMI proaktiv genutzt, Nägel mit Köpfen zu machen, und ist bei Attentaten aber trotzdem auch vor Ort (Brockstedt, Mannheim) erschienen und hat sich der Öffentlichkeit gestellt, auch wenn die Taten sicher nicht ihrem Antifa-SPD-Weltbild entsprochen hatten. Und sie hat sich noch ganz andere Aktionen geleistet (Compact Verbot, Schönbohm Affäre), ohne dass es zu einem Rücktritt geführt hätte. Faeser gehörte aber auch einer Generation an, als Geschlecht noch nicht als alleiniges Qualifikationsmerkmal diente.
Interessanter Vergleich..., mit Frau Nancy Faeser.
/👍
Beide Politikerinnen entsprachen je einem Role Model der Grünen. Sie waren die perfekten Belege für die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Grünen mit ihrer Minderheiten- und Identitätspolitik herbei zwingen wollen. Fachliche Qualifikation oder Führungsqualitäten spielen eher keine Rolle. Man hat nun mal diesen irreale Anspruch, jede gesellschaftliche Teilgruppe müsse irgendwie prominent repräsentiert sein. Politik, zumal Regierungspolitik muss aber die Interessen und vor allem das Wohl der gesamten Gesellschaft im Blick haben, was nicht heißen soll, dass es keine Interessensabwägungen geben darf. Aber die Interessen der Mehrheit auf Grund ideologischer Verbohrtheit einfach zu leugnen geht auf Dauer nicht gut.
Die identitäre Klientelpolitik der Grünen darf man getrost als gescheitert bezeichnen, wie übrigens auch die Energiepolitik. Das merken sogar die Wähler allmählich.
Sie sagen es: "allmählich"... ... 🤔
Sehr geehrter Herr Knauß,
der entscheidende Wesenskern der Grünen ist nicht die Realitätsferne der Partei. Nein, man ist realitätsavers. Sinnbildlich dafür steht der Satz von Robert Habeck, geäussert im Rahmen einer Talkshow: "Wir sind von Wirklichkeit umgeben."
Er dürfte sich nicht darüber im Klaren gewesen sein, dass er den gedanklichen Werdegang seiner Partei brillant in einen Satz gegossen hat Mehr ist zu dieser Partei nicht zu sagen.
Er sagte "umzingelt". Das trifft es noch viel besser.
@Mahdi Sameh, wie konnte eine 11%-Partei jahrelang die politische Diskussion bestimmen? Die Wählerschaft hatte es immer gemerkt, nur die Medien nicht, trotz Quoten-und sonstigem unfähigen Personal.
Warum hat’s wieder eine grüne („Quoten-„)Frau erwischt ?
Selbstüberschätzung der eigenen Ideologie und des eigenen Könnens ?
Gott sei Dank haben wir durch das Nichterreichen der 5% Hürde der Grünen in Thüringen keine Grünen mehr die nach oben lanciert werden können …..
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik
hätte gesagt, man sieht es ihren Gesichtern an. Stimmt, die sind alle so inkompetent.
Wie kommen die Dummgrüne in dieses Amt?
Weil inzwischen zwischen den Grünen, der SPD und der CSU keinen Unterschied mehr gibt.
'Haltung' ist wichtiger als Kompetenz und Fähigkeiten - ganz klar!
DDR 2.0, damals hieß 'Haltung' noch 'politische Überzeugung'... - genutzt hat's nix... ...
Das ist doch wieder nur so ein Pöstchen gewesen, um unfähige grüne Politikerinnen mit unverdient hohen Bezügen zu alimentieren. Leider macht dieses Beispiel auch bei anderen Parteien Schule, siehe Bas, Prien.
Nennen Sie es Blindheit, ich nenne das Versagen des Ministerpräsidenten Wüst. Er hätte die Dame sofort und gleich zum Rücktritt drängen oder entlassen müssen. Aber stimmt ja. Ging nicht. Er ist ja selber tiefgrün eingefärbt. Die UNION bekommt das, was sie sich ausgesucht hat. Und wer folgt dieser Versagerin? Genau. Wieder eine GRÜNE, ohne persönliche Befähigung. Also alles inzwischen Voraussetzung für ein Regierungsamt. Unfähig, charakterlich ungeeignet und ideologisch verpeilt, keine Schul- und/oder Berufsausbildung, nur Parteikarriere. Das braucht der Jungpolitiker von heute.
Wenn es um die Qualifikation von Landesministern geht, wird doch wohl der Ministerpräsident des Landes, in diesem Falle der Herr Wüst, das entscheidende Wort sprechen. Für meine Begriffe ist dieser Herr Wüst genau so eine Lusche wie sein Kollege Günther in Schleswig-Holstein, beides bekanntermaßen Merkel-Jünger. Was kann man da anderes erwarten.
Das flächendeckende Behördenversagen, die Unfähigkeit und Charakterdefizite vieler Politiker tritt ja wirklich jedes Mal zutage, wenn wieder einmal ein schreckliches Gewaltverbrechen von Migranten das Land überschattet. So war es auch in Solingen und die "Vita" des Täters Issa H. spricht Bände.
Zwischendurch hielt er sich ja auch in Sachsen auf, vorher in NRW, wo er schlussendlich auch zugeschlagen hat. Was in der Personaldebatte um Josefine Paul nie erwähnt wird, ist die Tatsache, dass sie mit der ehemaligen Justizministerin Sachsens Katja Meier liiert u. inzwischen auch verheiratet ist. Zu der Zeit als es möglich war Issa H. in Abschiebehaft zu nehmen, war er meines Wissens nach auch in Sachsen gemeldet. Zu dem Zeitpunkt war den Behörden u. damit natürlich auch Katja Meier bekannt, dass Issa H. ein islamistischer Gefährder war und von daher natürlich eine Gefahr darstellte.
Wie auch immer, man kennt sich, so oder so, und was da noch alles versäumt wurde, werden wir eh nie erfahren!
