Andreas Stoch
Der Lotse geht von Bord: Andreas Stoch tritt als Landes- und Fraktionsvorsitzender zurück / picture alliance/dpa | Katharina Kausche

Rücktritt des Spitzenkandidaten Stoch - „Totale Inhaltsleere und massiver Glaubwürdigkeitsverlust“

Historisches SPD-Debakel in Baden-Württemberg. 5,5 Prozent und Rücktritt von Andreas Stoch. Während die Parteiführung den Wahlkampf erklärt, fällt das Urteil der Basis auf Facebook hart aus. Eine Collage aus Wut, Spott und tiefer Entfremdung.

Autoreninfo

Mia Kilian hat Umweltsystem- wissenschaften und Volkswirtschaftslehre studiert. Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei Cicero.

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Der Wahlkampf in Baden-Württemberg wird als Zweikampf zwischen Grünen und CDU in Erinnerung bleiben. Dabei entstand der Eindruck, dass es häufiger um die im „Hagel-Skandalvideo“ erwähnte Eva ging als um den aktuellen Koalitionspartner der CDU im Bund – die SPD. Diese schien zwischen eigener Internet-Furore rund um französische Entenpastete und einer sich seit Jahren verstärkenden politischen Bedeutungslosigkeit zerrieben worden zu sein – mit einem historisch schlechten Ergebnis von 5,5 Prozent. Wie reagiert die SPD-Basis auf die Performance der Partei und ihres Spitzenkandidaten Andreas Stoch? Und was wünschen sie sich von der Partei, der sie einst so überzeugt folgten?

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Heidemarie Heim | Di., 10. März 2026 - 15:00

Überlege gerade ob ich mich nicht doch bei FB anmelden sollte was ich bisher aus Gründen bezüglich eventueller rapide ansteigender Blutdruckwerte vermied;) geehrte Frau Kilian mit dem schönen Vornamen! Der Cicero bekommt mir seit Jahren einfach besser.Auch weil sich die als shit storm bezeichnete Kritik an meinen Ergüssen dank der Onlineredaktion und selbstverständlich meinen "gesitteten" Mitkommentatoren/innen geschuldet in Grenzen hält;). Deshalb Danke, dass Sie sich da durchgewühlt haben und wahrscheinlich
Cicerountaugliche Elemente sozusagen vorgefiltert und aufbereitet haben! Doch egal wie heftig und begründet oder nicht, die Leute haben die Chance und das Recht dergestalt ihrem Herzen Luft zu machen gegenüber ihren von ihnen gewählten Angestellten, denn was anderes sind Politiker nicht. Und wie jeder Chef einem AN, der meint er könnte unbehelligt tun und lassen was er wolle, wenn nötig zu zeigen wo der Frosch die Löckchen hat!
Der/die Wähler/in sind der Faxen einfach dicke! MfG

Andreas Peters | Di., 10. März 2026 - 15:32

Antwort auf von Heidemarie Heim

Noch alles schnell durchgendern und dann raus damit. Gruselig.

Erstens verehrter Herr Peters bin ich weit davon entfernt mit Sternchen um mich zu werfen oder Ähnlichkeiten zu einer Grünen-Politikerin, die gut meine älteste Tochter sein könnte aufzuweisen, und zum Zweiten ist es meine Art der Anrede bzw. Adressierung. Die im übrigen nach heutigen Massstäben sogar einer gewissen Correctness entbehrt, da ich Divers außen vorlasse. Aber wenn es Sie dabei gruselt was mir außerordentlich leid tut überspringen Sie gern meine Kommentare.Übrigens danke, dass Sie wie ich Ihren vollständigen Namen angeben und mir Raterei und Anredechaos ersparen!
MfG

Maria Arenz | Di., 10. März 2026 - 15:21

das 2011 als Kultusminister die übelsten "Neuerungen" des grün-roten Bildungskahlschlags zu verantworten hatte, seine kostbaren eigenen Kinder aber der Waldorfschule anvertraute.So kurz, wie er es gern hätte, ist das Gedächtnis der Wähler halt nicht. Dazuhin dann ein an Inhaltsleere und Blödheit nicht mehr zu überbietender Wahl -slogan: "Es geht um Dich". Da bleibt nur noch zu hoffen, daß Baden Württmeberg dem "Genossen Trend" jetzt endgültig den Weg zum verdienten Platz der SPD gezeigt hat.

Bei mir in der Gegend war der Slogan "Soziale Politik für Dich" beliebt, was aber genau das für eine soziale Politik sein sollte, das haben sie nicht wirklich erklärt und wenn man Fragen gestellt hat wurde man in der Regel ignoriert.
Besonders ironisch finde ich es wenn es heißt dass man die Demokratie verteidigen wolle während man selbst derart autoritär auftritt dass jegliche Demokratie im Regelkorsett erstickt.
Die SPD spricht Vielfalt, meint damit aber 50 verschiedene Sexualitäten, Religionen, Geschlechter und Hautfarben welche alle nur eine vorgefertigte Meinung haben dürfen. Das ist keine Vielfalt, das ist eine homogene Masse.

Wee bei der primiven Duzerei mitmacht befindet sich unterhalb von niveaulos, quasi in der "Linguistischen Gosse".

Wer bei der primitiven Duzerei mitmacht befindet sich unterhalb von niveaulos, quasi in der "Linguistischen Gosse".

Marco Riccardi | Di., 10. März 2026 - 16:49

Tatsächlich trifft gerade der Punkt der Entkernung der SPD absolut zu. Wenn ich den Finger auf einen Zeitpunkt legen müsste an dem das ganze begonnen hat würde ich sagen dass es die erste GroKo unter Merkel war:
Merkels Regierung gab sich entgegen ihrer eigentlichen Natur sozialdemokratischer als die Sozialdemokraten.
Die SPD hätte hier Haltung wahren können indem sie ihrem Kurs treu geblieben wäre, immerhin hatte die SPD diesen Kurs ja lange genug befahren und war bekannt dafür. Stattdessen versuchte sich die SPD neu zu definieren und das versucht sie noch immer. Linker als die "Linke" (SED), grüner als die Grünen, wahnsinniger als beide zusammen.
Das Problem ist: Wer Sozialismus will wählt die "Linke", er Ökodiktatur will wählt die Grünen. Da ist kein Platz für eine SPD und so blutet sie Wähler welche munter zur AfD wandern und die SPD gibt ihnen noch einen Tritt in den Hintern und diffamiert sie als Rechtsextrem.
Willi Brand und Helmut Schmidt würden sich im Grab umdrehen...

Merkel hat nicht nur die die CDU zerstört, sondern auch die SPD, sie hat die konservativen Kernthemen der Union gekonnt durch linksgrüne Inhalte ersetzt die sie bei SPD und Grünen „plagiiert“ hat. Dann hat sie die antidemokratische „Brandmauer“ ersonnen und errichtet, um auch zukünftig alles Konservative von der politischen Teilhabe auszuschließen.

Wie Sie es schreiben, hat sich die SPD immer weiter (links-)radikalisiert und so ihre Kernwähler verscheucht. Wenn man Reden von Helmut Schmidt hört, dann kann man kaum glauben, daß das ein SPD-Kanzler war, absolut wählbar und heute sicher „gesichert rechtsextrem“!

Die SPD rutscht immer weiter ab, aber statt die Notbremse zu ziehen und sich auf die alten Werte zu besinnen, verordnet sie sich noch mehr linksextreme Inhalte! Aber warum sollte das bei der SPD anders sein als bei der CDU, die begreift es auch nicht, hält am Merkel-Kurs fest! Und was will man von Menschen wie Klingbeil, Bas & Co. auch sonst erwarten, die können halt nichts!

Oh ja! Ich erinnere mich durchaus noch an ein gewisses Zitat von Helmut Schmidt über die Zuwanderung aus Dritte Welt Ländern. Dafür würde man heute schneller in die AfD verordnet als man "ups" sagen kann. Aber das war eben nicht die AfD, das war nicht einmal die NPD, das war Helmut Schmidt welcher noch heute vielerorts Stolz wie eine Monstranz von der SPD vorgehalten wird.
Wer sich mal mit der Materie befasst hat stellt fest dass sich einiges geändert hat.

Was jetzt Klingbeil und Co. betrifft muss man sich einfach mal anschauen was die so beruflich gemacht haben: In Klingbeils Fall lautet die Antwort: Nichts. Der hat studiert, und war seitdem beruflich SPD. Dass der keine Ahnung davon hat wie es ist ein Arbeiter zu sein ist da kaum überraschend

IngoFrank | Di., 10. März 2026 - 16:59

das aber die „Arbeiter“(Klasse):zu goßen Teilen zur AfD wechselte, dafür kann der SPD Spitzenkandidat weiß Gott nichts. Bei Klingbeil & seiner Co Vorsitzenden würde ich keine SPD wählen selbst wenn ein Schmidt für das Regirungsamt in BW kandidiert hätte.
Befremdlich ist mir ebenfalls, das über die „grottenschlechte Regierung, ausgehen vom Kanzleramt, kein Wort verloren wird.und DIE Schuld nur beim Spitznkandidaten gesucht wird. Kein Wort zur Verantwortung von F. Merz..
MfG a d Erfurter Republik

wird.

Ich verstehe genau was Du meinst. Das große Problem das ich hier sehe, und welches mich durchaus auch betroffen hat, ist dass man den Kandidaten immer im Kontext der Partei sieht.
Meine Freundin ist bei der Stadtratswahl auf der Liste der SPD angetreten, ihre Beste Freundin sogar als Bürgermeisterkandidatin. Gestimmt habe ich für keine von beiden, schlichtweg darum weil die SPD für mich absolut unwählbar geworden ist.
Was den Punkt der "grottenschlechten Regierung" betrifft würde ich vermuten dass man sich auf die Tatsache bezog dass die SPD seit 25 Jahren fast ununterbrochen an der Regierung ist, und wenn man sich dann einmal anschaut wie tief wir gefallen sind dann kann auch ich nur sagen: Grottenschlechte Regierung!

Liebe Grüße aus dem Neumarkter Landkreis

IngoFrank | Di., 10. März 2026 - 17:29

Aber beim nächsten mal bitte:
Ich verstehe was Sie meinen …..
Da ich aus einer Generation stamme die mit dem „Du“ äußerst sparsam umgeht
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

Das tut mir Leid, zu meiner Verteidigung sollte ich anmerken dass ich mehrere Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet habe. Da gibt es keinen Unterschied zwischen "Du" und "Sie", es ist beides "You".
Manchmal schlüpft da immer noch die US Mentalität bei mir durch. Danke dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben.

Jens Böhme | Di., 10. März 2026 - 17:39

Die Zeiten sind vorbei, wo SPD-Mitglieder stolz auf sich und die SPD waren.

Marco Riccardi | Di., 10. März 2026 - 17:45

Antwort auf von Jens Böhme

Oh, ich kenne einige die sehr stolz auf sich und die SPD sind. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen dem Neumarkter Landratskanditaten der SPD Dirk Lippmann beim Reden vor seiner eigenen Partei zuzuhören:
Der Mann wurde nicht müde zu betonen wie stolz die OV auf ihr Erbe sein könne, so als älteste demokratische Partei in Deutschland.
Gefühlt jeder zweite Satz begann bei ihm mit "Wir, als Sozialdemokraten, [...]". Es wirkte auf mich sehr selbstverliebt und gleichzeitig unglaublich abwertend allen Mitgliedern anderer Parteien gegenüber, als was ich mich auch gleich beim Kennenlernen ausgewiesen habe. Er war recht zuversichtlich mich zum Beitritt zu überzeugen.
Es ist ihm nicht gelungen, alles was er erreicht hat war dass ich den Mann absolut nicht leiden konnte und sehr froh bin dass er die Wahl nicht für sich entscheiden konnte.

Markus Michaelis | Di., 10. März 2026 - 18:10

Die Hinwendung zum Progressiven, zur ganzen Menschheit und zu höchsten Werten, irgendwas mit Menschenrechten, ist ja nicht nur die SPD. Das hat die Mitte selber gewollt und gefordert, zusammen mit sehr engagierten Gruppen, die für ihre Interessen kämpfen und diese als alternativlos sehen wollen.
Die SPD wollte das alles vertreten, nur etwas konservativer und realistischer als Grüne oder Linke.
Man hoffte, dass das die ganz große Mitte wäre, aber es scheint eine immer kleinere Nische.

Marco Riccardi | Di., 10. März 2026 - 18:28

Antwort auf von Markus Michaelis

Dass Unmengen an Parteien sich mit diesem teils unglaublich identitätspolitischen Konzepten identifiziert haben stimmt schon. Allerdings hätte einer SPD durchaus auffallen sollen dass jemand der 24/7 auf allen sozialen Netzwerken als SJW unterwegs ist wohl kaum ein Arbeiter und damit für ihren historischen Kern auch absolut irrelevant ist.

Wolfgang Z. Keller | Di., 10. März 2026 - 21:38

Antwort auf von Markus Michaelis

... wobei ich meine, mich sogar - wie weiter oben nachgefragt - an DEN Punkt zu erinnern, wo die alte Willy-Brandt- und Helmut-Schmidt-SPD "abgebogen" ist: das war der Genosse der Bosse Schröder mit dem von ihm ausgerufenen "Kampf um die Mitte", zusammen mit dem in meinen Augen vom Turnschuhprovokateur zum Brioni-Anzugträger mutierten Grünen-Parvenue Joschka Fischer.
Und das hat ja sogar anfangs hingehauen, zumal vor der zweiten Wahl massenwirksam beim Oderhochwasser in Gummi herumgestiefelt werden konnte. Da sind dann auch die ganzen "Aufsteiger" in die Partei geströmt, froh, über den 2. Bildungsweg und/oder Abi/Studium dem Malochermilieu entkommen zu sein, rein in so parteiinterne Hirnipöstchen wie Werbung, Marketing, Politsprech, Gender, PR etc. ...
Und dann noch AM :-(, in Anlehnung an einen Filmtitel also "Gerhards Werk und Muttis Beitrag", und heute weit und breit KEINE Person, egal welchen Geschlechts und Alters, die diese verfahrene Karre aus dem knietiefen Dreck ziehen könnte!

Lisa Werle | Di., 10. März 2026 - 18:52

Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen - außer: es war nicht der Entenpasteten-Käufer allein. Es sind Klingbeil, Bas, Miersch, Klüssendorf etc. Eine Bas, die die Arbeitgeber als ihre Feinde bezeichnet (unerträglich dumm und arrogant zugleich), ein Klüssendorf, der keine einzige Zahl kennt, aber noch mehr soziale Wohltaten fordert, ein Klingbeil, der gar nicht genug Schulden machen kann, um NGO's zu pampern und das Steuergeld in die weite Welt zu pusten - aber keinen einzigen Cent vom Preis an den Tankstellen nachlassen möchte für die Menschen, die das Auto benötigen, um zur Arbeit zu fahren. Ein Carsten Schneider, der auffordert, eine E-Karre zu kaufen. Plus ein Merz, der den sensiblen Lars und die Bärbel anruft und ihnen versichert, dass das Wahlergebnis in BW keine Rolle spielt. Deutschland - unser Land, unsere Wirtschaft, unser Wohlstand, unsere Arbeitsplätze, unsere Kultur, unsere Gesellschaft spielen keine Rolle für diese Regierung. Diese Typen toppen inzwischen sogar die Ampel

Ja in der Ampel hatte die SPD mit Jörg Kukies noch jemanden, der irgendwie marktwirtschaftlich unterwegs war. Ergänzend muss ich Frau Melek Hirvali Cizer aus Mannheim anführen. Wenn ich hier schreiben würde, was sie vom Stapel gelassen hat, muss ich mir heute nach der Arbeit noch schnell einen Badmantel zulegen, für morgen früh. Christoph Lemmer hat es gestern in der WELT schön beschrieben, inkl. Screenshots.

Walter Wissenbach | Di., 10. März 2026 - 21:21

Es hat mich schon als Erstsemester an der Frankfurter Uni irritiert, dass dort ausgerechnet der "MSB Spartakus", die von der DKP gesponsorte Studentenvereinigung, damit um Mitglieder warb, dass sie sich als einzig wahre fortschrittliche Kraft bezeichnete. Gern manchmal auch als progressiv, wenn es gebildeter klingen sollte.
Dieser Satz in dem Artikel stört mich:
"Der Versuch, sich programmatisch stärker an progressive Milieus anzunähern, werde von vielen Wählern als Entfernung von der politischen Mitte wahrgenommen."
Wer sich den Kommunisten annähert, will keinen Fortschritt, sondern den Rückschritt ins Elend. Das ist überall auf der Welt so.

Sebastian Habel | Mi., 11. März 2026 - 09:31

Melek Hirvali Cizer, Nancy Faeser, Andreas Stoch, Carsten Schneider. Diese Namen stehen für sich. Man könnte die Liste auch noch fortführen.
Aber bei jeder Gelegenheit mit Otto Wels argumentieren wollen, kann man sich nicht ausdenken. Da bleibt mir die Pate de Campagne im Halse stecken XD

Hans Süßenguth-Großmann | Mi., 11. März 2026 - 09:59

mit den Grünen und Linken darum, wer der/ die beste Sozialpädagoge/in ist. Ein Vor-Ort Eindruck vor dem Büro der Frau Kaiser (SPD, Ostbeauftragte, Gera): Ein Aufsteller mit zwei Plakaten: Plakat 1 "Vielfalt lieben" Plakat 2 "Liebe für Alle". Abgesehen davon, dass die mitgedachten Verben "sollen" und "müssen" als Imperativ für das Verb "lieben" nicht gehen, man kann Liebe und Lieben nicht anordnen, ist bei Plakat 2 die SPD schlicht nicht zuständig, das wäre m.E. nur der liebe Gott. Mit gutem Willen kann man das Anliegen,. sexuelle Vielfalt tolerieren, ahnen, aber das ist eben auch kein Kernanliegen der deutschen Arbeiter. Im Osten haben die vielen Pfarrer, der SPD nicht gut getan.