Rot-Rot-Grün - Versuchslabor Berlin

Seit 2016 regiert eine rot-rot-grüne Koalition die Hauptstadt. In vielen Bereichen ist sie gescheitert – ob in der Bildungs-, Verkehrs- oder in der Wohnungspolitik. Und beim Thema Innere Sicherheit steht die Polizei auf verlorenem Posten. An diesem Sonntag wird nicht nur im Bund, sondern auch in Berlin gewählt. Ein Stimmungsbild.

/innenpolitik/rot-rot-grun-versuchslabor-berlin/plus
Die Berliner Polizei löst auf dem RAW-Gelände nahe der Warschauer Straße eine Schlägerei auf / Anja Lehmann

Autoreninfo

Moritz Gathmann leitet das Ressort Berliner Republik bei Cicero. Er studierte Russistik und Geschichte in Berlin und war viele Jahre Korrespondent in Russland.

So erreichen Sie Moritz Gathmann:

Ein warmer Spätsommerabend in Berlin, am Kottbusser Tor mitten in Kreuzberg. Die Hauptkommissare Christian Stahl und Thomas D. stehen am Kreisverkehr, über den gerade eine gelbe U-Bahn rauscht. Unter dem U-Bahnhof hat ein Transporter geparkt, die Heroin- und Cracksüchtigen holen sich ihre Essenspakete ab. Eine Gruppe arabisch aussehender Jugendlicher läuft an den Uniformierten vorbei. „Eins, zwei, Polizei“, ruft einer, ein anderer schiebt leiser hinterher: „Fick die Polizei.“ Stahl sagt: „Respekt für die Polizei in dieser Gegend – null. Aber man darf sich nicht provozieren lassen. Sonst hat man keine Zeit mehr für das Wichtige.“ 

Die erfahrenen Polizisten leiten die 1. Dienstgruppe der 125 Mann umfassenden Brennpunkt- und Präsenzeinheit, die sich seit Anfang 2020 ausschließlich um die sechs kriminalitätsbelasteten Orte Berlins kümmert. Die liegen fast ausschließlich in einem knapp fünf Quadratkilometer großen Dreieck zwischen Kottbusser Tor, Hermannplatz und Warschauer Straße – im alternativ-grünsten Bezirk Deutschlands: Friedrichshain-Kreuzberg. 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Rob Schuberth | Sa, 25. September 2021 - 18:36

Es ist zwar richtig, dass in Berlin der Senat erst s. 2016 mit RRG besetzt ist, aber schon seit 20 Jahren hat Berlin nur noch "rote" Bürgermeister und einen stark rötlichen Senat gehabt.

Außer ein paar hippen Berlinern wird auch niemand die Augen davor verschließen könne, wohin das geführt hat.

Die RRG-Wähler werden sich noch umsehen wie weit abwärts es mit ihrer neuen Wahlentscheidung noch gehen kann.

Aber wie gesagt, daran sind die Berliner selber schuld.

Mich wundert eher dass sich die anderen 15 B-Länder die teuren Berliner Eskapaden noch immer gefallen lassen.

Martin Falter | Sa, 25. September 2021 - 18:52

eine gescheiterte Stadt.
Die Anfänge liegen aber eigentlich schon in der Teilung Berlins. Man hat sich seit 60 Jahren an die Westkohle gewöhnt und fordert auch frech nach der Wende immer noch seine Alimente. Klar das alle Spinner aus nah und fern sich hier austoben wollen. Dazu kommt, daß die Politik hier auch ihre Machtbauten und Protzdenkmäler gerne hier aufbaut....
Der Rest von Deutschland sieht dem ganzen Treiben machtlos und entsetzt gegenüber.
Es wäre höchste Zeit den Sonderstatus von Berlin zu streichen. Wird aber nicht passieren.

Heidemarie Heim | Sa, 25. September 2021 - 19:23

Was speziell die Ordnung betrifft, kam mir bei der Lektüre dieser fast schon chaotisch zu nennenden Verhältnisse spontan in den Sinn;). Bei meinem letzten Besuch in der Hauptstadt wurde ich von nahezu jedem Einheimischen mit dem ich ins Gespräch kam und der/die mich mit geschultem Auge und Ohr sofort als Provinzlerin identifizierten geimpft, welche Ecke man besser auch tagsüber meiden sollte, wie man sich gegen Taschendiebstahl wappnet und wie man wirkungsvoll den Angeboten diverser Genussmittel aus dem Weg geht. Danach schlich ich immer ziemlich unentspannt und aufs äußerste wachsam zur nächsten Sehenswürdigkeit, da ich mich irgendwann paranoid;) im Chicago der 20er Jahre wähnte. Kurze Verschnaufpause im KadeWe, wo mich aber bald das Gefühl beschlich, dass die dort zahlreich anwesenden KH-Detektive und Kameras genau auf mich und mein no-name-Rucksäckchen ausgerichtet waren. Nach dem mich der ein oder andere blasierte Blick in der Austernabteilung traf, ab zur nächsten Frittenbude! MfG

Armin Latell | Sa, 25. September 2021 - 21:30

ich habe ihn bis zum Schluss gelesen: mein kurzes Fazit: Berlin ist ein und bleibt ein einziges Shithole Country, Babel, Sodom und Gomorra in Union, geschuldet rrg Utopisten und linken, grünen Systemzerstörern, unterstützt von den Parteien der sogenannten Mitte, keine Berechtigung auf ein menschliches Überleben, trotzdem finanziert per Länderfinanzausgleich. Die Blaupause für den Rest der Buntesrepublik. Da geht der Finanzausgleich besinnungslos in den Rest der EU und der Welt. Es ist einfach nur unerträglich, die Wahlen morgen werden das verfestigen. Agonie, an der das Opfer auch Täter ist.

gabriele bondzio | So, 26. September 2021 - 08:14

wird in naher Zukunft wohl nicht nur für Berliner Polizisten, die wichtigste Option sein.
Die Beschreibung der rot-rot-grünen Zustände könnte schnell auch auf ganz DE übergreifen.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Ebenfalls gelöscht werden ad-hominem-Kommentare, die lediglich zum Ziel haben, andere Foristen zu diskreditieren. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Generell gilt: Pro Artikel ist pro Nutzer ein Kommentar und eine Replik auf einen anderen Leserkommentar erlaubt. Kommentare, die Links zu zweifelhaften Webseiten enthalten, werden nicht veröffentlicht. Um die Freischaltung kümmert sich die Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.