Rohstoffknappheit in der Wirtschaft - „Die Lage ist kritisch“

Ob Holz, Stahl oder Kunststoff: Viele Rohstoffe werden immer knapper. Das gefährdet den reibungslosen Ablauf in Wirtschaft und Industrie. Im Gespräch erklärt der Logistik-Experte Gerd Kerkhoff die Ursachen für den Mangel – und sagt, was dagegen getan werden muss.

LKW beladen mit Baumstämmen
Zwei LKW transportieren Holz, das durch den Rohstoffmangel zum wertvollen Gut wurde / dpa

Autoreninfo

Alissa Kim Neu studiert Kulturwissenschaften und Romanistik in Leipzig. Derzeit hospitiert sie bei Cicero.

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Gerd Kerkhoff, Gründer der Kerkhoff-Group, ist Unternehmensberater und einer der führenden Spezialisten in Sachen Logistik und Beschaffung. Zudem ist er Autor mehrerer Fachbücher zum Thema Einkauf.

Herr Kerkhoff, weltweit kommt es derzeit zu Rohstoffengpässen. Wie ist die Lage der deutschen Wirtschaft?

Die Lage ist aktuell sehr kritisch. Laut Münchner ifo-Institut sind 45 Prozent der Industrieunternehmen betroffen, der mit Abstand höchste Wert seit 1991. Das sind aber sicher auch nur die Unternehmen, bei denen der Engpass eine erhebliche Tragweite hat. Zu spüren bekommt es aktuell jede Branche, vom Konzern bis zum Handwerker um die Ecke, der aktuell sein Material nicht bekommt und trotz voller Auftragsbücher seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken muss.

Warum kommt es zu den Lieferengpässen?

Es ist eine komplexe Verkettung von Wechselwirkungen, die zueinanderstehen – national, international und geopolitisch.

Inwiefern spielt Corona da eine Rolle?

Die Corona-Pandemie hat zweifelsohne einen großen Anteil und war Auslöser sowie Beschleuniger der jetzt dramatisch auftretenden Entwicklung. Die Pandemie hat erst Auftragseinbrüche und reduzierte Produktionskapazitäten in zahlreichen Branchen mit sich gebracht und trifft nun auf eine erhöhte internationale Nachfrage. Die wird länderspezifisch auch noch durch diverse Konjunkturprogramme gefördert. Fehlende Frachtkapazitäten und der dadurch massive Anstieg der Transportkosten ist ein weiterer Effekt, der die aktuelle Lage verschlimmert. Inzwischen handelt es sich aber um eine Vielschichtigkeit von Einflussfaktoren, die beispiellos ist, wenn man Kriege außer Acht lässt.

Welche Produkte oder Branchen sind besonders betroffen?

Besonders zu erwähnen sind Bedarfe wie Halbleiter, Stahl, Metalle, Holz, Kunststoffe, Harze, Farben, Lacke und deren zahlreiche Ausprägungsformen und daraus entstehende Vorprodukte. Denkt man an die Wertschöpfungsstufen und komplexe Lieferketten, kann sich fast kein Unternehmen aus der produzierenden Industrie dieser Entwicklung entziehen. Alle haben das Problem in ihrer Lieferkette – nur eben unterschiedlich ausgeprägt, da es auf die Detailspezifikationen mit Anteilen und Qualitäten ankommt, die für die jeweiligen Fertigungsverfahren und Produkte benötigt werden.

Gerd Kerkhoff
Gerd Kerkhoff / privat

Wie akut ist die Gefahr von Produktionsstopps in der deutschen Industrie?

Die Automobilbranche musste aufgrund des Mangels an Halbleitern bereits ihre Produktion drosseln. Es zeigt sich somit, dass wir bei einer weiteren Verknappung auch partiell mit Produktionsstopps rechnen müssen.

Behindert der Mangel die wirtschaftliche Erholung Deutschlands?

Solange sich die Unternehmen im Krisenmodus befinden, behindert dieser Status die wirtschaftliche Erholung. Solche rasch und überall auftretenden Störungen im internationalen Handel in komplexesten Lieferketten brauchen viel Zeit, bis sie sich wieder auf ein vermutlich verändertes „Normalniveau“ einpendeln im Sinne des Prozesses wie auch der Preise.

Sind auch lebensnotwendige Güter, Lebensmittel oder medizinische Produkte vom Rohstoffmagel betroffen und könnten in Zukunft knapp werden?

Auf den ersten Blick scheint im Bereich der Lebensmittel kein akuter Versorgungsengpass zu drohen. Wenn man sich aber die Lieferkette im Detail anschaut und somit die Relevanz von Holzpaletten, einhergehend mit der akut auftretenden Knappheit des Rohstoffes Holz, wird dies auch die Beschaffung von Lebensmitteln betreffen. Parallel herrscht ebenfalls Knappheit im Bereich der Kunststoffe und somit erforderlicher Verpackungen. Dies betrifft ebenfalls die medizinischen Produkte.

Hat der Mangel etwas mit der großen Impfstoffproduktion weltweit zu tun?

Bei der Impfstoffproduktion sind es nach Aussagen der Hersteller zahlreiche Ursachen: Der Mangel an Vorprodukten, etwa Lipide oder sterile Plastikhüllen, fehlendes Fachpersonal, fehlende Ersatzteile für Produktionsanlagen sowie der erforderliche Aufbau von neuen Produktionsanlagen, der aufgrund der Komplexität ein bis zwei Jahre benötigen kann. Um schneller produzieren zu können, gehen die Pharmaunternehmen aktuell auch ungewöhnlich viele Kooperationen ein, um bereits bestehende Produktionsanlagen entsprechend umzubauen.

Inwiefern spielt Chinas Rohstoffreichtum eine Rolle? Werden Rohstofflieferungen auch manchmal als eine Art politisches Druckmittel genutzt?

Sicherlich ist China nach wie vor einer der größten Risikofaktoren bei der Versorgung mit Rohstoffen. China und die USA erholen sich aktuell am schnellsten von der Corona-Rezession. Das Reich der Mitte hat somit eine hohe eigene Nachfrage der Rohstoffe, was auch einer der Gründe der weltweiten Verknappung ist. Weiterhin ist nicht auszuschließen, dass durch Vorgaben aus Peking die eigene Produktion durch Senkung weiterer Exporte sichergestellt wird. Zumal immer mehr höherwertige Produkte in China hergestellt werden sollen.

Wie kann Rohstoffmangel langfristig verhindert werden? Muss Europa wieder unabhängiger werden und zum Beispiel selbst natürliche Rohstoffe wie Holz oder Mineralien anbauen beziehungsweise schürfen?

Laut der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) kommen 17 der 27 Rohstoffe, die von der EU als „kritisch“ eingestuft werden, vorrangig aus China. Es zeigt sich somit, dass eine kurzfristige Lösung des europaweiten Anbaus so leicht nicht realisierbar ist. Zwei Drittel der ärmeren Bevölkerung leben heute in den rohstoffreichsten Ländern. Das klingt widersprüchlich und vergegenwärtigt die Aufgabe der internationalen Wirtschaft und Politik. Nach Regimekonflikten stellen ressourcenbedingte Konflikte bereits heute die größte Gefahr dar. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen wird für Frieden und nachhaltige Entwicklung immer bedeutsamer. Schonung entsteht durch Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Das wiederum bedeutet erhebliche Investitionen in Forschung und Innovation sowie größtmögliche politische Stabilität.

Wie könnte der Mangel die Verbraucher ganz konkret treffen?

Konkret bedeutet der Rohstoffmangel für die Verbraucher zunächst einmal deutliche Mehrkosten und längere Lieferzeiten. Die Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Fachverbände werben jetzt bundesweit über die lokalen und überregionalen Medien um Verständnis bei der Kundschaft für die außergewöhnliche Situation. Von der Autobestellung über den Hausbau, Instandhaltungsleistungen bis zu Elektronik-Produkten: Die „just-in-time Beschaffung“ geht nicht mehr auf.

Würden Sie dazu raten, derzeit auf bestimmte Produkte lieber nicht zu setzen oder diese vorrätig zu kaufen?

Lieferketten bleiben gefährdet. Schon jetzt ist absehbar, dass die aktuelle Situation für viele Unternehmen nicht folgenlos bleiben wird. In Deutschland profitieren viele Betriebe noch von den staatlichen Hilfsmaßnahmen. Dies wirkt zwar stabilisierend, erhöht aber gleichzeitig die Schuldensituation. Nicht in allen Ländern gibt es ähnliche Maßnahmen. Für das einzelne Unternehmen gewinnt die Resilienz massiv an Bedeutung. Es gilt, die operative Exzellenz zu wahren. Ein funktionierendes Risiko- und Eskalationsmanagement sowie eine schlagkräftige Digitalisierungsstrategie verhelfen zu einer fundierten Reaktionsfähigkeit.

Das heißt konkret?

Es gilt, auf Kooperation anstatt auf Konfrontation zu setzen. Die aktuellen Herausforderungen in Einkauf und Beschaffung lassen sich nicht im Alleingang lösen, sondern allein durch partnerschaftliche Beziehungen zwischen Auftraggeber und Lieferanten. Man muss einen Konsens im „Beschaffungs-Ökosystem“ finden. Eine elementare Rolle dabei spielt die Digitalisierung. Ich bin davon überzeugt, dass nur durch eine intelligente Nutzung die nötige Transparenz und Reaktionsfähigkeit innerhalb der Lieferkette bzw. des Liefernetzwerks umgesetzt werden kann. Unternehmen müssen frühzeitiger auf sich abzeichnende Probleme reagieren können, noch bevor es zu ernsthaften Auswirkungen kommt. Besonders sensibel, weil erfolgsentscheidend, ist dabei die Datenqualität und die anzustrebende Interaktion in Echtzeit.

Wie lange wird sich die Rohstoffknappheit noch hinziehen?

Das Jahr 2020 und das laufende Jahr zeigen, dass niemand die Zukunft und vor allem die ineinander wirkenden Einflussfaktoren in der Gesamtheit konkret vorhersehen kann. Die Auswirkungen werden meiner Meinung aber noch Jahre anhalten, und aus diesem Grund ist es so wichtig, dass sich die Unternehmen schnellstmöglich darauf einstellen.

Die Fragen stellte Alissa Kim Neu

Ingofrank | Mi, 28. Juli 2021 - 08:22

Ich sehe aber neben der derzeitigen Verknappung von Rohstoffen, und der damit verbundenen galoppierenden Preisspirale, für den Endverbraucher = Wahlvolk, den politischen Willen,
dies weiter anzuheizen. Verbunden mit der schon
jahrelang praktizierten Niedrigzinspolitik der EZB,
soll doch lediglich dem wählenden Bürger das Geld
aus der Tasche gezogen werden um die politischen Fehlleistungen d. letzen 16 (Corona, Migration, Energiewende, Atomausstieg und und und) auf Kosten der Bürger bezahlen zu können.
Anders gesagt, gehen wir einer noch drastischer werdenden Inflation = Geldentwertung entgegen.
Und dies ist der derzeitige politischer Wille. Wenn schon über Reformierung= Abschaffung der Schuldenbremse öffentlich nachgedacht wird. ( H. Kellner Grüne) offenbart dies alles und zeigt mehr als deutlich, die zukünftige Richtung an.

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

gabriele bondzio | Mi, 28. Juli 2021 - 08:46

die beispiellos ist."...da wir um-und ausbauen, hat sich dieser Fakt schon seit ein paar Monaten, in den Baumärkten/Handwerkern abgezeichnet. Sofern sind die Aussagen von Herrn Kerkhoff, ein kleiner Vorspann, was noch kommen könnte.
Produkte sind nicht mehr, oder stark verteuert erhältlich.
Bei Handwerkern/Industrie dürfte der "Zweitrunden-Effekt" zuschlagen. Das fehlende Vorprodukte oder Rohstoffe einige Branchen direkt treffen und damit auch auf die weiterverarbeitenden Branchen übergreifen. Und das auf der komplette Breite der importierten Rohstoffe.
Letztendlich wird es den Verbraucher in aller Härte.
treffen.
Nur mit autonomer Versorgung wären solche Exportabhängigkeiten und Lieferkettenausfälle zu minimieren.
China hat hier, wie üblich, die Nase in der Umsetzung vorn. Mit "China first"-Politik. Wofür ja die USA viel Kritik einstecken musste.

Christa Wallau | Mi, 28. Juli 2021 - 09:19

... wie sehr die mit Vorsatz geschürte Pandemie-Hysterie besonders von China genutzt wird, um seinen weltweiten Vorsprung in der industriellen Entwicklung zügig auszubauen.

"China und die USA erholen sich aktuell am schnellsten von der Corona-Rezession."
Aha.
Aber in Deutschland denkt man über den nächsten Lockdown nach.

Trump hat es haarscharf erkannt: China arbeitet mit a l l e n zur Verfügung stehenden Mitteln (!) an der Destabilisierung konkurrierender Wirtschaftsmächte. Es strebt nach Weltmacht! Deutschland und die gesamte EU sind in seinen Augen schon längst kein ernst zu nehmender Gegner mehr. Europa wurde seit langem von China erfolgreich ausspioniert und aufgekauft,
und dieser Prozeß setzt sich munter fort.

Freude steiler Thesen werden in diesem Forum regelrecht verwöhnt. Heute erfahren wir also, wer ein Hauptinteresse an der - selbstverständlich - vorsätzlich geschürten Corona-Hysterie hat. China natürlich! Wahrscheinlich alles ein großes Komplott, um den Nabel der Welt - Deutschland - zu zerstören.

Andere Foristen kommen zu ähnlich abenteuerlichen Ergebnissen. Da macht man schon mal Anleihen bei Herren Krail, dem ständigen Crash-Propheten. Oder behauptet, dass "der Feind" Deutschland deindustrialisieren möchte, wie nach dem 1. Weltkrieg.

Der Feind? China natürlich. Und Trump wusste das. Ausgerechnet der. Für den waren allerdings nicht nur China, sondern auch die EU, oder, ging es um Wirtschaftsfragen, schon mal Russland "Feinde". Insofern ist die Einschätzung, Trump hätte irgendetwas "begriffen", wieder nur gewohnt abenteuerlich.
Rechtsaussen-Denken beschränkt sich eben auf die Suche nach dem Volksfeind, mehr geht nicht.

Hilfreich ist nur ein ökologischer Umbau der Wirtschaft.

Ingofrank | Mi, 28. Juli 2021 - 15:51

In reply to by Gerhard Lenz

wage ich nicht vorherzusagen. ABER, wer hat den meisten Nutzen aus der Corona Pandemie gezogen. Wer hat den fehlenden Bedarf an Schutzkleidung, Masken, Test‘s usw. usw. gedeckt. Und bei dem hohen politischen Druck der aufgebaut wurde,hat doch kein „Einkäufer“ auf nationaler Ebene nach dem Preis gefragt, sondern nur, wann kann geliefert werden.
Das i c h Ihnen H. Lenz, als Dunkeldeutscher, mit von Ihnen angedichteter AfD Nähe,(ihres Weltbildes folgend = bildungsfernen und dumm) die Grundsätze von Angebot + Nachfrage und deren Einfluss auf den Preis erläutern muß, lässt tief blicken.
Im übrigen wurde heute wieder die Testpflicht bei Urlaubsrückkehrern
eingeführt. Auch eine Möglichkeit Überbestände gewinnbringend zu verscherbeln.
I.ü. sind meine Frau & ich geimpft ;nur zur Info. Bin weder Verschwörungstheoretiker sondern nur ein alter, weißer Mann. Und darauf bin ich stolz.

Mit Grüßen aus der Erfurter Republik
P.S. vorläufige Rücknahme der Testpflicht = Chaostruppe Berlin

Ernst-Günther Konrad | Mi, 28. Juli 2021 - 09:54

Ich verweise nur auf die neuesten Videos von Markus Krall. Der hat dazu noch viel mehr zu sagen und kann auch verständlich erklären, warum wir längst nicht nur von Chips, Halbleitern und Technik abgehängt und abhängig sind. Die Verpackungsindustrie kann auch Lebensmittel nicht mehr konform verpacken. Es geht immer weiter so. Vom Großen ins Kleine, bald werden Regale leer sein bzw. nur noch überteuerte Produkte zu kaufen sein. Wo kommen dann zukünftig die ganzen Materialien für die E-Autos, die Windräder usw. her, um den grünen Klimawandel zu bekämpfen? Wozu das alles? Will man die Welt mittels Wirtschaft beherrschen und durch Verknappung, künstlich herbeigeführt, weil z.B. China lange vor Corona bereits überall dort, wo es Ressourcen gibt im Land ist und den Handel längst steuert? Die Regierungen können zwar Geld drucken ohne Ende, nur essen kann man es nicht. Wohl dem, der sich wie wir fast allein selbst versorgen kann und nur begrenzt abhängig ist. Wer hat Verzicht gelernt?

Wie gesagt, wohl dem, der Selbstversorger ist. Und der muß sich, wenn es erst Bürgerkrieg gibt, noch gegen marodierende Plünderer verteidigen.
Aber 3 Mio. arbeitswillige Afghanen sind schon auf dem Weg um uns zu retten. ;-) Es bleibt einem nur noch Zynismus und jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte!! Es wird nicht besser, ganz im Gegenteil.

Rob Schuberth | Mi, 28. Juli 2021 - 14:37

In reply to by Yvonne Stange

...werte Frau Stange.

Vieles was nun als knapp gilt ist es gar nicht, sondern wurde u. wird zu Spekulationszwecken knapp gehalten.

An den Börsen, gerade den Rohstoffbörsen wird spekuliert "was das Zeug hält"...und leider hat niemand die Absicht vor dort endlich einen Riegel vorzuschieben.

Man verdient lieber kräftig mit.

Ist erst das "Tal der Tränen" erreicht (z. B. bei einer LM-Knappheit), dann wachen auch die letzten ideologischen u. naiven Wähler auf.

Und dann kehren Realität u. Vernunft wieder ein wo jetzt die große Gier herrscht.

Dank unseres gr. Gartens mache ich mir auch nicht so gr. Sorgen wie so mancher hier im Forum. Der macht aber auch viel Arbeit, die die meisten wohl (noch) scheuen.

Arno Josef | Mi, 28. Juli 2021 - 10:36

Schon seit Jahren wird die EU, zuvorderst Deutschland deindustrialisiert mit dem Umweltschutzargument, d.h. die Umweltstandards und damit die Produktionskosten werden erhöht. Das hat dazu geführt, dass Indien, China und andere asiatische Staaten heute schon Produkte und Vorprodukte erzeugen, besonders im Bereich Chemie und Pharmazie und in der Halbleitertechnik. Die werden auch darauf nicht verzichten. Politisch arbeiten wir aber daran, die Umweltstandards zu erhöhen und Produktion durch die CO2 Abgabe zu verteuern. Der klassische Wirtschaftsmotor, die Automobilindustrie stottert durch die e-Mobilität. Gleichzeitig erhöht sich in Deutschland die Nachfrage an Stahl, Beton und Kunststoffen, den Kernbestandteilen von Windmühlen. Was auch im Artikel nicht ausreichend betrachtet wird, ist der signifikante Mangel an Fachkräften. Dieser Mangel wird sich in Zukunft viel stärker auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auswirken, als das Thema Vorprodukte. Keine Hände, keine Arbeit.

Jährlich wandern eine Viertel Million bestens ausgebildeter junger Leute aus Deutschland aus! Das ist ein Skandal, von dem kaum geredet wird; obwohl diese Ärzte, Ingenieure, IT-Fachleute, Krankenpfleger usw. bei uns d r i n g e n d
gebraucht werden.
Auf der anderen Seite strömen Ungelernte, ja Analphabeten, in unser Land, von Jahr zu Jahr werden es mehr. Diese k o s t e n uns zum größten Teil nur Geld und tragen nicht zum Wohlstand und zur Stabilisierung der Gesellschaft bei. Im Gegenteil: Sie bilden Parallelgesellschaften mit eigenen Versorgungs- u. Rechtsauffasssungen, da sie aus Ländern stammen, deren Kultur nicht mit der unseren kompatibel ist.
Die "kluge" deutsche Politik, die nichts gegen diese katastrophale Entwicklung unternimmt, wird unserem Staat über kurz oder lang den Hals brechen.

"Dann gibt es eben ein abgewirtschaftetes Land mehr auf dieser Welt.
Na, und???"

"Prima! Das dürfte dann allerdings noch einige andere europäische Länder mit sich in den Abgrund reißen."

Norbert Heyer | Mi, 28. Juli 2021 - 10:52

Die Krise ist eine reine Folge von Corona und die total falsche Bewältigung der Krise. Auch hier hilft der Blick nach China. Dieses Land hat in den letzten Jahren in Europa eine beispiellose Einkaufspolitik betrieben. Viele große und bedeutende deutsche Firmen sind in chinesischem Besitz: Kuka, Grammer, KraussMaffei und der schwedische Autokonzern VOLVO. Alles Unternehmen, die China technisch ganz nach vorne bringen. Sie hatten keine langen Auszeiten für Corona, sie haben die Krise technisch/logistisch gelöst und sind dann wieder durchgestartet. Die Lieferengpässe kommen ihnen gelegen, um den Vorsprung gegenüber den USA und vor allen Dingen Europa weiter auszubauen. Mit der Finanzierung der Neuen Seidenstraße haben sie schon mehr als ein Standbein in Europa. Jetzt wird erst einmal Kasse gemacht, knappe Güter sind teure Güter und es wird schon fühlbar alles teurer. Allein Benzin hat sich im letzten Halbjahr um 40 % verteuert. Der lange Atem und die Geduld der Chinesen wird belohnt.

Bernhard Marquardt | Mi, 28. Juli 2021 - 11:02

Erst kürzlich wurde mir bekannt, dass eine Unmenge des einheimischen Holzeinschlags vornehmlich von China (aber auch von den USA) aufgekauft wird, zu deutllch höheren Preisen als es der hiesige Markt hergibt. Den Sägewerken geht das Material aus, selbst (und besonders)die Herstellung in allen Wirtschaftszweigen dringend benötigter Paletten stockt.
Fragt man sich, warum ausgerechnet das rohstoffreiche China ausgerechnet das an sich eher wenig wertvolle Palettenholz aufkauft.
Jedes wirtschaftliche Agieren unterliegt in China dem langfristig angelegten strategischen Zielen des neuen Kaiserreichs. Eines davon ist die Destabilisierung uns Schwächung der Gegenspieler. Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Blauäugigkeit der Europäer spielt dem nach der Weltherrschaft greifenden Regime in Peking ständig in die Hände.
Das gilt ebenso für die unfassbare Naivität im Verhältnis zum neuen Zaren Putin und dessen geostrategischen Interessen, zuletzt siehe Northstream 2.

Atlan Glob | Mi, 28. Juli 2021 - 12:49

"Vorhersehen" oder vorsehen ?!

Weil, das eine, damit scheint etwas beabsichtigt...

ich frag nur...^^

Kai Hügle | Mi, 28. Juli 2021 - 12:54

Besonders hervorheben möchte ich folgende Passage: "Nach Regimekonflikten stellen ressourcenbedingte Konflikte bereits heute die größte Gefahr dar. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen wird für Frieden und nachhaltige Entwicklung immer bedeutsamer. Schonung entsteht durch Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Das wiederum bedeutet erhebliche Investitionen in Forschung und Innovation sowie größtmögliche politische Stabilität."

Zu ergänzen wäre, dass der Klimawandel diese Ressourcenkonflikte (z. B. Wasser) verschärft, Landstriche praktisch unbewohnbar macht und dadurch zusätzlich Migrationsdruck erzeugt.

Durch die regelmäßigen Satellitenaufnahmen seit Jahrzehnten läßt sich eine stete Zunahme der Grünflächen auf unseren Planeten feststellen. Der erhöhte CO2 Gehalt der Luft fördert diesen Zuwachs, er ermöglicht und verbessert die Möglichkeiten der Landwirtschaft zur Versorgung der Menschen.
Die Wassermenge auf unserem Planeten nimmt weder ab noch zu, sie verlagert sich nur wie die vielen wechselnden Klimazeiten seit Jahrtausenden es belegen.
Wir leben in einem sogenannten geschlossenem System.
Wer Panik verbreitet macht im Kopf dicht und sieht nicht die Möglichkeiten der nötigen Anpassungen.

Und das die meisten Foristen mit ihren Kommentaren völlig richtig liegen, erkennt man am...... unseres Foristen Lenz.
Ja, getroffene Hunde bellen laut Herr Lenz & ich sage nur als Verschwörungstheoretiker & & & Fledermaus & Zufälle.
Und für mich persönlich ist es eine neue Art der Kriegsführung der Mächtigen. Und bei JEDEN KRIEG geht es immer nur um Ressourcen, egal welches Strickmuster! Deshalb wird Europa von den Großen & Mächtigen dieser Welt ausgenommen & verwertet wie eine... Und wie lief es bisher in der Geschichte.
Die "Schlimmsten & das Übel" ist meist in den eigenen Reihen der Macht verankert, die sich wie Judas für ein symbolisches Goldstück an Sauron verkaufen. Nicht ihr Herz & die Liebe (wie sie von Jesus verkündet wurde) entscheidet, sondern ihre Gier.
Und da ist es schiez egal, ob POLITISCHE STABILITÄT. Dies entscheidet so wie so die Macht & nicht die VÖLKER bzw. Souverän. Die werden nur als Bauernopfer benötigt.
Alles andere nur Augenwischerei wie bei den Kommunisten!

Rob Schuberth | Mi, 28. Juli 2021 - 14:06

Da ist es doch ganz normal, dass uns jetzt so etwas wie eine "Rohstoffknappheit" auffällt.

Wir beuten unseren Planeten gnadenlos - aus reiner Profitgier -aus.
Und das schon sehr lange u. mit zunehmender Intensität.

Unlängst war der Tag ab dem wir über das Maß dessen was unsere Planet "verkraftet" hinaus ausbeuten.

Ganz unabhängig davon dass einige Knappheiten künstlich erzeugt werden, da sich so gut mit ihnen spekulieren lässt (z. B. Weizen...).
Hier gibt es mehr dazu:
https://www.oxfam.de/unsere-arbeit/themen/nahrungsmittelspekulation

M. E. bedarf es des grundsätzlichen Verbots mit Lebensmitteln u. anderen Rohstoffen an Börsen zu handeln.

Bernd Muhlack | Mi, 28. Juli 2021 - 15:37

"In D profitieren viele Betriebe noch von den staatlichen Hilfsmaßnahmen. Dies wirkt zwar stabilisierend, erhöht aber gleichzeitig die Schuldensituation - Für das einzelne Unternehmen gewinnt die Resilienz massiv an Bedeutung.
Es gilt, die operative Exzellenz zu wahren.
Ein funktionierendes Risiko- u Eskalationsmanagement sowie eine schlagkräftige Digitalisierungsstrategie verhelfen zu einer fundierten Reaktionsfähigkeit."

"Das heißt konkret?" fragt Frau Neu
Sie hätte mMn auch schlicht "Hä?" sagen können, oder?

Wenn man wirklichen Fachleuten der Materie (Herr Kerkhoff) zuhört, sich mit deren Analysen auseinandersetzt kann man doch über Zeitgenossen wie Frau Baerbock u Luisa Neubauer nur den Kopf schütteln. Deren größtes Kapital ist die wohlwollende Presse!

Hier in der Siedlung wird just eine der letzten Baulücken geschlossen, ein ZFH. Zurzeit ist Baustopp - es fehlt Material.
Weiterhin halten sich viele Betriebe mit Kurzarbeit über Wasser.
Jedoch hat alles seine Grenzen - außer D!