Robert Habeck versus Christian Lindner - Verpeilt ist das neue Cool

Es war eine Art Fernduell der Posterboys der Politik. Während sich die ARD den FDP-Chef Christian Lindner im Sommerinterview vorknöpfte, nahm das ZDF den Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck ins Verhör. Beide sind Meister der beredten Unantastbarkeit. Aber einer von beiden hat gewonnen

22.11.2018, Berlin: Christian Lindner (FDP, r), Vorsitzender und Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen), Vorsitzender, nehmen am Deutschen Arbeitgebertag 2018 teil.
Mehr Habeck wagen: Im Landtagswahlkampf wanzt sich FDP-Chef Christian Lindner (rechts) an die Grünen heran / picture alliance

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Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Erinnert sich noch jemand an die entlaufene Kuh Yvonne oder an Bruno, den Problembären oder an das schielende Oppussum Heidi? Immer im Sommer, wenn das Parlament in die Pause geht, tauchen plötzlich mehr oder minder possierliche Tiere auf. Das ist wohl kein Zufall. Sie stopfen jenes sommerliche Loch, das das sich auftut, wenn die Regierenden verreisen.

In diesem Jahr hat sich allerdings noch kein Tier erbarmt. Aber es besteht auch kein Bedarf. 2019 ist das Superwahljahr. Wer braucht Problembären oder Problemkühe, wenn sich die Politiker warmlaufen für die Wahlkämpfe in Brandenburg, Sachsen und Thüringen? Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stellten sich jetzt FDP-Chef Christian Lindner und der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, den Fragen von ARD und ZDF. Ein Fernduell der Posterboys der Politik, wenn man so will.

Performance:

Nicht ohne meinen Dreitagebart. Das ist der Dresscode für den modernen Mann, auch im Wahlkampf. Er kann signalisieren: Ich bin verdammt busy. Ich muss das Klima, wenn nicht gar die Welt retten. Da bleibt keine Zeit, sich zu rasieren. Es gibt wichtigere Dinge im Leben.

Eigentlich war es Robert Habeck, der diesen Standard gesetzt hat. Der Dreitagebart. Verwuschelte Haare. Dackelblick. Das weiße Oberhemd ein bisschen zerknittert. Verpeilt ist das neue Cool. So etwas mögen vor allem die Frauen. Ausgerechnet Habeck war es aber jetzt, der plötzlich davon abwich. Glatt rasiert wie ein Junger Liberaler erschien Habeck zum Sommerinterview. Und trotzdem werden womöglich viele gedacht haben: „Der ist aber nett“. Habeck wirkt auch ohne Dreitagebart, als hätte er einen. ZDF-Reporterin Shakuntala Banerjee begegnete ihm im Fischereihafen seiner Heimatstadt Flensburg. Nonchalant gab Habeck ihr einen grünen Ball mit dem K („wie Kanzlerfrage“) zurück, den sie ihm zur Begrüßung in die Hand drückt. Charmanter hat ihr wohl noch keiner den Stinkefinger gezeigt. „Den können die Fischer an die Boje täuen.“

Ein wenig wirkt es so, als wolle Robert Habeck ausdrücken: So viel Understatement, so viel Frechheit tut gut in Zeiten, da die Wähler zu spüren bekommen, wohin uns das Höher, Schneller, Weiter des Kapitalismus geführt hat – in die Klimakrise. Weil das so gut zu funktionieren scheint, hat der Bilderbuch-Liberale Christian Lindner den bisherigen Habeck-Dresscode „unrasiert“ befolgt und sich zum Interview am Spreeufer in Berlin in Chinos, hellblauem Hemd und wildledernen Sneakers betont lässig in einen Sessel gefläzt – sofern das mit gentleman-like übereinandergeschlagenen Beinen möglich war.

Lindner gibt sich Mühe, genauso volksnah wie der Posterboy der Grünen zu wirken. Doch das geht schief. Der FDP-Chef kann das Image des neo-liberalen Spießers nicht einfach so abstreifen. Zu sehr bedient Lindner die Klischees Porsche fahren, auf Eigenverantwortung pochen und nicht müde werden, eine „Start-up-Mentalität“ von der Politik einzufordern. Im Ergebnis dümpelt die FDP bei fünf Prozent herum. Sie musste sich gerade den Vorwurf des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhard Baum (FDP) gefallen lassen, sie sei undeutlich, lebensfremd und kühl. Im Interview mit Tina Hassel bestätigte ihr Chef alle diese Vorurteile – und das in einem Tonfall, der keinen Zweifel daran ließ, wer der Chef in dieser Arena sein soll: Christian Lindner.

Er fiel der Interviewerin ins Wort, wenn sie seine Monologe unterbrach. Klar, dass er es genau umgekehrt sah.Tina Hassel solle ihm doch nicht dauernd ins Wort fallen, sagte er genervt. An einer Stelle allerdings wehrte sich Lindner völlig zu Recht: Als die Leiterin des ARD-Hauptstadt-Studios Fragen stellte, die sich die Zuschauer ausgedacht hatten. Welcher Teufel ritt sie, als sie den FDP-Chef fragte: „Gleichaltrige Freundin oder Vermögenssteuer?“ Geschmacklos finde er solche privaten Fragen, ereiferte sich Lindner. Sie hätte diese diese Frage auch nicht gestellt, versuchte sich die Moderatorin zu verteidigen, sie sei aber eben die Anwältin der Zuschauer, welche sie betont duzte („eure Fragen“).

Inhalt:

Wie hält es der Vorzeige-Liberale mit dem Klimaschutz? Der, so hatte er noch vor Wochen mit Blick auf die Bewegung „Fridays for Future“ getönt, sei „was für Profis“. Damit, so stellte er jetzt im Interview klar, habe er aber nicht etwa sich gemeint, sondern Wissenschaftler. Tausende haben sich jetzt hinter die Jugendbewegung gestellt. Da muss auch der FDP-Chef zurückrudern.

Lindner steckt in der Bredouille. Kann er sich vor diesem Hintergrund noch leisten, die Bewegung als Kindergarten herunterzuspielen und den Klimaschutz als Gedöns? Oder heißt es jetzt: mehr Habeck wagen? Der FDP-Chef wanzte sich an die Grünen heran. Neben der Migrationsfrage sei der Klimaschutz das wichtigste Thema der Politik, beteuerte er jetzt. Prima Klima? Ja, bitte. Aber kosten darf es bitte nichts. Die alte liberale Leier.

Das Wort CO2-Steuer vermied der FPD-Chef. Lieber redete er von einem „CO2-Preis“. Der, so schwurbelte er, werde das Verhältnis von Angebot und Nachfrage schon regulieren. Da war er wieder, der gute alte Markt. Statt das Kerosin für Inlandsflüge zu verteuern, möchte er lieber die Deutsche Bahn aufbrezeln: „Warum macht man nicht die Zugfahren attraktiver, indem man die Bahn schneller und pünktlicher macht und das Streckennetz ausbaut?“, fragte er. Aber wie verriet er nicht. Gefragt wurde aber auch nicht danach. Zu wenig Zeit für Tiefe in diesem Format.

Ob ein Verbot von Flugreisen nicht effektiver wäre, fragte Hassel. Und jetzt zuckt Lindner, der gerade von einer längeren Flugreise nach Asien zurückgekehrt ist, doch unmerklich zusammen. Verbote seien der falsche Weg. „Man kann auch mit synthetischen Kraftstoffen fliegen“.  

Zwei Drittel der Deutschen sind inzwischen für mehr Klimaschutz. Aber geht das ohne CO2-Steuer? Nein, traut sich Grünen-Chef Robert Habeck im ZDF zu sagen. Sozial gerecht solle diese Steuer aber sein, beeilt er sich hinzuzufügen. Wer weniger CO2-Emissionen verursache, solle Geld über den Strompreis zurückerstattet bekommen.

Beim Ausstieg aus der Braunkohle will der Vorzeige-Grüne auf die Tube drücken. „2038 wäre zu spät, um die Klimaschutzziele zu erreichen“. Wie er den Kumpels in Brandenburg und Sachsen das mitten im Landtagswahlkampf  verkaufen will, fragte Shakuntala Banerjee, und im Gegensatz zu ihrem ARD-Pendant Tina Hassel ließ sie ihr Gegenüber nicht mit Ausreden entkommen. „Wir wollen, dass die Energiekonzerne Energiekonzerne bleiben“, fabulierte der Chef-Grüne wolkig. Nur sollten sie eben von fossilen Brennstoffen auf alternative Energien umsteigen. „Das Prinzip Hoffnung also“, bilanzierte Banerjee resigniert. Bislang war es das Erfolgsgeheimnis des Robert Habeck, aber je näher eine Regierungsverantwortung rückt, desto weniger wird er ein Geheimnis aus seinen Plänen machen können.

Glaubwürdigkeit:

Dieser Punkt geht an „Rrrrooooooobert“. Der Mann hat immerhin eine Vision und kommt damit genau zur richtigen Zeit. Aber Politik ist mehr als die Rettung des Klimas. Und wenn Habeck schon keinen blassen Schimmer hat, wie er den Strukturwandel in der Lausitz finanzieren soll, wie sieht es dann erst mit der Sozialpolitik aus? Deutschland sucht den Super-Kanzler-Kandidaten. Doch vielleicht muss man sich damit abfinden, dass es den gar nicht geben kann. Auch nicht, wenn er Robert Habeck heißt.

helmut armbruster | Mo, 22. Juli 2019 - 13:45

ist, dass, da die Politiker ja gewählt werden wollen/müssen, sie sich dem Publikum verkaufen müssen. Sie müssen sich anbiedern und um Sympathien buhlen.
Und bei diesem Spielchen gewinnt eben nicht, wer der Fähigste ist oder wer die besseren Argumente hat, sondern - es ist geradezu grässlich - wer den coolsten Dreitagebart hat und den neuesten Massenwahn am überzeugensten vorbeten kann.

das doch noch für goldene Zeiten als Deutschland noch Realpolitiker hatte, Politiker die mit Deutschland tatsächlich etwas anfangen konnten. Oder wie Helmut Schmidt es formulierte: "Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen".

Am schlimmsten ist, dass die Rezepte der Grünen zusammengenommen direkt in eine soziale Katastrophe führen würden. Die FDP ist insofern ehrlicher und realistischer und betreibt Geldpolitik, wo die Grünen Utopien als Politik verkaufen.

Heidemarie Heim | Mo, 22. Juli 2019 - 15:00

"Wer braucht schon Problem-Bären, schielende Opossums oder Kühe mit Reiselust?" Ich liebe Frau Hildebrandt!!! Denn sie und ihre Geschichten sind so ungleich spannender als das, was einem das Gebühren-TV da anhand solcher Interviews an politischen Erkenntnissen andient! Zur Spiel-Eröffnung ein grünes "Balla" mit großem K? Gut, der Mann soll Kinderbücher geschrieben haben aber bekommt er beim nächsten Mal ein neues Sandkasten-Set mit Schäufelchen in schwarz-rot-gold? Spätestens nach dieser Ouvertüre wusste man wie "streng" die Befragung ausfallen wird!
Den nahezu gleichen Maßstab galt es einzuhalten beim anderen ÖR-Sender, wobei man anhand von einer "Zuschauer-Frage" das "soft-questioning"
durchbrechen wollte, was der Befragte sogleich als höchst untaugliches Instrument der Gesprächsführung befand! Lässig, entspannt und doch informativ, darauf setzte man als Zuschauer mal wieder auf gleich zwei falsche Pferde! Apropos! Pferde gehören zur Gattung der Fluchttiere ;-)! MfG

Angela Hoppe | Mo, 22. Juli 2019 - 15:20

und das Waldsterben überlebt - ob Deutschland mit einem Robäärt als Kanzler, der mit Deutschland ja irgendwie nichts anfangen kann, eine Zukunft hat, kann die Deutschen mit ihrem Hang zum Totalitären und den allseits verorteten Lemming-Genen nicht ernsthaft beschäftigen

Andreas Klenke | Mo, 22. Juli 2019 - 15:51

Bei Habeck hatte man den Eindruck, dass er am Ende seiner Endlos-Formulierungen nicht mehr wusste, wie er begonnen hatte. Manchmal kann er auch ins Stottern.

Norbert Heyer | Mo, 22. Juli 2019 - 16:04

Anscheinend kann Herr Linder es sich jetzt doch vorstellen, zusammen mit den Grünen eine Regierung zu bilden. Sollten die Grünen tatsächlich die die Bundestagswahlen gewinnen, werden sie auf Teufel komm raus versuchen, links-grün zu installieren, um die Herrschaft des Schreckens möglichst schnell umzusetzen. Dann wird eine CO-2 Steuer kommen, die garantiert nicht kostenneutral ist. Als alter weißer Mann mit SUV und Dieselmotor mache ich mir in dieser Hinsicht keinerlei Illusionen. Diese Steuer wäre einfach genial, denn es gibt nicht einen Bereich, der damit nicht bestraft werden kann und durch die jährlichen Steigerungsraten kommen wir in Bereiche wie bei den Migrationskosten. Wie Herr Lindner und seine Partei der Selbstheilungskräfte und Marktregelung eine derartige Steuer mittragen sollen, ist mir unerklärlich. Warum kommen solche Sprechblasenakteure eigentlich immer mit ihren nichtssagenden Aussagen durch oder haben die Medien staatstragend Rücksicht zu nehmen? Es wird spannend.

Heidemarie Heim | Mo, 22. Juli 2019 - 17:49

In reply to by Norbert Heyer

Oder so ähnlich hieß es doch in der Kindersendung? Tja lieber Herr Heyer, ich hätte wie übrigens dunnemals bei der "Rückerstattung" der kostenneutralen Mautgebühr;) auch gern die Frage nach dem "WIE" gestellt! Und wie ich als CO2-Sünder bestraft werde, der zwar einen winzig kleinen Hybrid fährt, aber zur Miete in einem Haus mit einer minderwertigen Öl-Zentralheizungsanlage wohnt. Überhaupt durch wen und wie wird der Nachweis geführt? Etwa über den Vermieter, der dies dann brav auf die Nebenkosten draufhaut und mir dann eine Bescheinigung für meinen Energieversorger ausstellt, das dieser getrost meine EEG-Abgabe auf der Jahres-Rechnung kürzen darf ,da ja schon gemäß CO2-Zertifikate-Ablass gehandelt wurde? Oder gehen meiner Fantasie mal wieder die Gäule durch?;-) Fast wünscht man sich da, die machen`s wie immer! Ein "Nationales-Deutsches-Gutes-Klimaabgabe-Gesetz" (NDGKAG?) für alle!, außer der in den folgenden Ausnahmeregelung Aufgeführten. Als Vorlage s.a. EEG! Alles Gute! MfG

Anscheinend können Politiker, egal welcher Farbe, nur in Häusle-Besitzer-Kategorien denken. Als Mieter hat man nämlich keinen Einfluss auf den Brenner, der im Heizungskeller steht. Könnte man das mal den Politikern erklären? Aber möglicherweise würde sie eh nur Bahnhof verstehen ... Das meine ich ernst.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 22. Juli 2019 - 16:40

und scheinbar auch nichts verpasst. Dennoch danke Frau Hildebrandt für ihren kurzweiligen Artikel, der mich ob Ihrer Formulierungen manchmal zum Lächeln brachte. Nicht gesehen und doch gelebt. Vielleicht haben die beiden ja ein paar Bewunderer gefunden, die eben auch nur auf Aussehen gehen und nicht auf Inhalt.

Bernd Muhlack | Mo, 22. Juli 2019 - 16:49

war in den end70ern/80ern KULT!
Jedwedes Remake/Reloaded konnte nur ein Griff ins Klo sein!
Der Erfolg solcher Serien in D liegt oft in der "freien Synchronisation", bei "Die 2" war es ebenso. Nur in D erfolgreich!

OK, Habeck und Lindner. Starsky und Hutch. Die Zwei.
Nein, ich habe noch kein Kinderbuch von Herrn Habeck gelesen und ob Herr Lindner schreibend tätig war, entzieht sich meiner Kenntnis.

Beide sind gute Redner. Also in dem Sinne, das nebulös ins Nirwana parliert wird und der Untergang beschworen bzw. als eben nicht bevorstehend erklärt wird.
Wer sich für "Untergang" interessiert, sollte den gleichnamigen Film mit Bruno Ganz (RIP) als Hitler antun: das ist Weltklasse! BG ist quasi Hitler; genial.
Diese beiden "Tollen" leben doch nur vom Medienhype, wie auch die GRÜNEN als solche. Die FDP ist eher Beiwerk, Attrappe!
Starsky trug ADIDAS ACHILL: das war Kult; für mich ein MUST-HAVE. Schweineteuer. Wenn du ne gute Oma hast!
Inhalte? Egal, nur Turnschuhe sind wichtig!

Bruno Ganz war tatsächlich der genialste AH-Darsteller! Mein bester aller Ehemänner ist "Hobbyhistoriker" und hat alles, was man an Originalfilmmaterial ab Kaiser Wilhelm auftreiben konnte im Regal. Hatte so genug Vergleichsmöglichkeiten was die minutiöse Darstellung von BG betraf. Bei ihrem Serienvergleich mit redegewandten Darstellern, fiel mir eine meiner Lieblingsszenen aus dem Großen Diktator ein, wo die beiden abwechselnd die Höhenverstellbarkeit ihrer Stühle auf die Probe stellen. Nicht zu vergessen die geniale Rede in Hynkel mit dem sich wegduckenden Mikro. Der ebenfalls geniale wie unvergessene Charlie Chaplin war m.E. in seinen sozialkritischen Stummfilmen und Parodien beredter als alle Politiker von heute zusammen! Man sollte seine Filme als Therapeutikum einsetzen! MfG

Horst Weber | Mo, 22. Juli 2019 - 17:47

Wer die TV-Interviews der Wiener Moderator(en)innen auf SAT3 schon mal genossen hat weiß, wie man Politiker vom üblichen Phrasen-Singsang zu sachlichen Äußerungen bringen kann.
Daran scheint in D keinem TV-Journalisten gelegen zu sein. Frau Hildebrandt hat das zwar ebenfalls beobachtet, tut aber dennoch nichts anderes, in dem sie "Verlierer und Gewinner" vor allem nach heutigen Weiblichkeits-Standards zwischen Lindner und Habeck ausmacht. Da geht es um die Rasur, das "überraschende" outfit, um das, was sie für nonchalant hält und die übliche TV-Mimik/Gestik der trainierten Vielredner.
Dass man überhaupt einen Parteivorsitzenden einer 5-max. 8%-Partei ernst nimmt, hebt den Nonsens von Lindner auf die so berühmte "Augenhöhe" . Evtl. auf die von Habeck, den man hätte fragen sollen, mit welchem Verkehrsmittel er angereist ist.
Solche Interviews sollen Show-Charakter entwickeln und Einschaltquoten generieren. Sonst nichts.-

Dennis Staudmann | Mo, 22. Juli 2019 - 17:53

also mitgeteilt, dass Robert Habeck "cool" aussieht und das selbst noch, wenn er sich rasiert. Er will also eine CO2-Steuer, die "sozial gerecht" sein soll. Wer weniger CO2-Emissionen verursache, solle Geld über den Strompreis zurückerstattet bekommen. Rentner, die im Winter kaum die Wohnung verlassen können und somit ununterbrochen heizen müssen, haben dann wohl Pech gehabt. Kleiner Trost, die Grünen haben nie behauptet, besonders viel für alte Menschen übrig zu haben, ausgenommen diese sind so "hip" wie Cohn-Bendit oder Trittin. Um dem "coolen Robert" zu ersparen, einen Antwort geben zu müssen, vermied Shakuntala Banerjee ihn zu fragen, wo die Energie herkommen soll, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst und wir die Welt retteten, indem wir in Deutschland vorbildlich Kohle- und Atomkraftwerke abgeschafft haben. Gehört es nicht dazu, wenn ein Politiker eine Vision hat, dass diese auch realistisch ist? Man kann wirklich nur hoffen, dass Habeck niemals Kanzler wird!

Jürgen Scheit | Mo, 22. Juli 2019 - 18:57

Habe das Interview mit Robert Harbeck gesehen und verwundert festgestellt, dass er sich von seinem - die Beliebtheitswerte steigernden - bewusst zugelegten Till-Schweiger-Outfit mit 3Tages-Bart und Struwwelhaar verabschiedet hat und wohl mit schielendem Blick auf die gar nicht mehr so abwegige Möglichkeit als grüner Kanzler schon mal den Bart rasiert hat und damit einen seriösen Eindruck schinden will, auch wenn er uns Steuerzahler mit grünem Klimarettungs-Nonsens in perfide-sadistischer Weise bedroht.
Dass in DE kein Bärtiger Kanzler werden kann, hat ja nach R. Scharping zuletzt der bärtige Sozialromantiker Martin Schulz mit seinem krachenden Wahlergebnis bewiesen.
RH ist diesbezüglich offenbar lernfähig. Sollte er tatsächlich Kanzler werden - dies wäre der wahre 'menschengemachte' KlimaPolit-GAU - dann bliebe mir und vielen anderen hier im Forum wohl nur noch die Option der Abstimmung mit den Füssen: Auswandern. Wohin: z.B. Elsass, Südtirol, Portugal, Ungarn...

Markus Michaelis | Mo, 22. Juli 2019 - 19:41

Politik besteht aus einer Vision (Punkt an die Grünen), Gestaltungswille (Punkt an die Grünen), Charisma und Begeisterungsfähigkeit (Punkt an die Grünen), dem Willen etwas für die Menschen zu machen (Punkt an die Grünen),

und den passenden Menschen dazu, die das so mitmachen, gar selber wollen - und wenn die Vision global ist, dann auch die passenden Menschen weltweit.

?????

Ansonsten hat man zwar alle Punkte, landet aber schnell bei der Ideologie - da müssen sich die Menschen der besseren Einsicht beugen. Wenn man die Kraft hat das durchzusetzen.

Matthias Baer | Mo, 22. Juli 2019 - 19:46

... geht als Punkt an Habeck ...? Bitte?

Kam mir der Artikel vorher schon merkwürdig gefärbt vor, war mir spätestens dann klar, dass hinten herauskam, was vorne reingesteckt wurde.
Objektivität geht anders, schade.
Dennoch Lob an den Cicero, auch differenzierte Meinungen zu präsentieren. Diese hier war allerdings weder faktenbasiert noch kann ich sie rational teilen.

gabriele bondzio | Di, 23. Juli 2019 - 08:33

Nun Frau Hildebrandt, eigentlich habe ich den Eindruck, die Regierenden sind dauerverreist.
Und bei Habeck, auch wenn er glattrasiert ist, psychologisch ist er es immer bzw. mit allen Wassern gewaschen. Sollte man sich vom Dackelblick nicht täuschen lassen. Das Höher, Schneller, Weiter der Grünen. Bedeutet für viele Bürger des Landes Beschränkung ihrer Freiheiten und ein erneuter Griff in ihren Geldbeutel. Dazu erhalten alle Noch-Nicht-Bürger eine Einladung in die Sozialkassen. Selbst der dümmste Grünen-Wähler sollte begreifen, dass Geld zur Finanzierung beider Hauptanliegen (Migration/Klima), nicht vom Himmel fällt. Desswegen sitzt Habeck auch im Wolkenkuckucksheim. Lindner ist der typische Anpasser und bemüht, keinem richtig auf die Füße zu treten.Zumal er auch mit seiner FDP wenig Einfluss im Gefüge hat.

Lindner will es sich mit niemand verderben. Er hofft irgendwann, vielleicht bei der nächsten BT-Wahl gebraucht zu werden. Das sieht man doch schon an der harmlosen Verkörperung von Opposition, die er versucht darzustellen.
Gegenrede im BT? Da wirft die FDP nur mit Wattebäuschen. Bloß niemand verärgern. Linder ist eine One-Man-Show. Die FDP bleibt bedeutungslos unter 10 %. Da ginge mehr, die erkennen es aber nicht.
Auch für ihn gibt es den Klimawandel, keinerlei Diskussion darüber. Auch er hat für mich keinen A... in der Hose. Es gäbe etliche drängende Proleme, wo er mal Flagge zeigen könnte. Stattdessen weht er mit einem kleinen grünen Fähnchen. Ja, er ist ein glänzender Rhetoriker, angepasst sicher, aber auch berechnend. Er will noch mal Zünglein an der Waage sein. Alles eine Frage des Kälküls.