Frauke Petry
Beschmiertes FDP-Wahlplakat / picture alliance / IPON | Stefan Boness

Replik auf Wolfgang Kubicki - Die Freiheit hat eine neue Heimat

Das liberale Erbe liegt auf der Straße: achtlos weggeworfen von einer FDP, die heute keine liberalen Positionen mehr vertritt. Die neue Heimat der Liberalen in Deutschland heißt jetzt „Team Freiheit“. Eine Replik auf Wolfgang Kubicki.

Autoreninfo

Frauke Petry ist Chemikerin, Unternehmerin und Autorin. Von 2013 bis 2017 führte sie die AfD, gehörte dem Sächsischen Landtag (2014-2019) und dem Deutschen Bundestag (2017-2021) an und kehrte danach in die Privatwirtschaft zurück. Ihr neuartiges Partei-Projekt „Team Freiheit“ wird erstmalig 2026 bei den Landtagswahlen antreten.

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Dieser Beitrag ist eine Replik auf Wolfgang Kubickis Kolumne mit dem Titel „Politische Erbschleicherei - Frauke Petry auf den Spuren von Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt“. 

Die Debatte um die schwindende Freiheit in Deutschland und ihre überfällige Rettung muss geführt werden. Daher bin ich Wolfgang Kubicki für seine Kolumne dankbar. Auch kann ich den Schmerz, der seinem Text entspringt, gut nachempfinden. Nur sind 55 Jahre in einer Partei und das Verharren in einer auf persönlichen Machterhalt ausgerichteten Struktur per se kein Erfolgsnachweis für die Verteidigung der Freiheit! Erst recht nicht, wenn unter Mitverantwortung eben dieser Partei – der FDP – die Staatsquote von damals 34  Prozent des BIP im Jahr 1970 auf nunmehr fast 50 Prozent katapultiert wurde, seitdem über 6000 neue Gesetze das Leben in Deutschland in immer mehr Detailfragen regeln – und heute mehr als die Hälfte der Deutschen das Gefühl hat, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können.

Das liberale Erbe liegt auf der Straße

Natürlich kennt Kubicki diese liberale Versagensbilanz – nicht zufällig enden seine politischen Meilensteine mit Erinnerungswert im Jahr 1990, also vor sage und schreibe 35 Jahren. Spätestens seit dem Rückzug von Guido Westerwelle liegt das liberale Erbe in immer stärkerem Maße auf der Straße: achtlos weggeworfen von Sachwaltern parteipolitischer Eigeninteressen und mangelnden Mutes; verschachert und in Kompromissen zur Unkenntlichkeit zerredet.

Es mutet daher aus Sicht der Bürger und des Marktes merkwürdig an, wenn ein in die Jahre gekommener Dienstleister seine Kundschaft seit Langem nicht mehr durch Lieferung und Leistung befriedigen kann, aber auf ihre Kosten hin und wieder sein Werbeschild neu einfärbt – und bei leeren Regalen verkündet, dennoch das Monopol auf die Freiheit und ihre Verteidigung zu besitzen.

Zwei Kubickis – und eine lange Liste der Widersprüche

Nun funktioniert die politische Theaterbühne bisweilen anders, als von außen sichtbar ist. Persönliche Überzeugungen stehen gerade im traditionellen Parteiapparat häufig im Konflikt mit machttaktischen Erwägungen. Kaum jemand repräsentiert dieses Spannungsverhältnis zwischen liberalen Werten und politischen Realitäten besser als Wolfgang Kubicki. 

Da ist der Kubicki, der sich große Verdienste um den klassischen Liberalismus erworben hat, wenn er die richtigen Debatten anstieß. Es gibt wenige Menschen, die so viele richtige und wichtige Dinge über den Liberalismus gesagt haben. Und dann ist da der Kubicki im Bundestag. Dort stimmte er mit seiner Partei gegen die Aufhebung des Lieferkettengesetzes, gegen die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, für die EU-Gebäuderichtlinie, für das Heizungsgesetz, für das Bürgergeld, für die Mindestlohnerhöhung und für die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Auch trägt er Mitverantwortung für Personalien wie Ferda Ataman und Sven Lehmann.

Das Versagen im Bereich der Energiepolitik erstreckt sich ebenfalls auf die Regierung Scholz. Und so, lieber Herr Kubicki, erklärt sich auch, dass ich – wie Sie richtig bemerken – schon zu Zeiten der Ampel scharf gegen die FDP „geätzt“ habe. Ich fand es ätzend, wie Ihre Partei die Bürger hintergangen und sie den sozialistischen Regulierungsträumen von Grünen und SPD ausgeliefert hat. Was Sie als Kompromiss verbrämen, stellte nichts Geringeres dar als eine bedingungslose Kapitulation des Liberalismus.

Die AfD ist ein Kind der FDP

Das unterscheidet die aktuelle Situation von 2013 und anderen Krisen des Liberalismus. Anders als Sie meinen, war schon die AfD ein Kind der FDP, nicht der Union – und damit alles andere als konservativ, auch wenn der Name das Merkelsche Diktum politischer „Alternativlosigkeit“ aufspießte. Niemand konnte erwarten, dass die Union harte Schnitte bei insolventen Banken oder exzessiven Eingriffen der EU in innerstaatliche Abläufe fordern würde. Doch von einer liberalen Partei hätte man genau all das unbedingt erwarten müssen. Was das Land und seine Bürger stattdessen von Ihrer Partei bekamen, war zu viel Begeisterung für eine weitere Zentralisierung nach Brüsseler Rezepten – politisch immer weiter weg vom Bürger.

Die größte Wählergruppe der AfD 2013? Die ehemalige Wählerschaft der FDP. Danach kamen die Linkspartei und erst auf Platz drei die Union. Nein, Herr Kubicki, die politische Geburt der AfD geht zuerst auf das Konto der FDP, gemästet wurde sie später von der Union. Dasselbe liberale Versagen zeigte sich bereits 2006 mit der Piratenpartei: Bürgerrechte im Netz zu schützen, hätte für Liberale eine Herzensaufgabe sein müssen. Die FDP blieb farblos. Am deutlichsten aber wurde der Verlust liberaler DNA während der Coronazeit: Undenkbar, dass eine wirklich liberale Kraft die Einschränkung von Grundrechten parlamentarisch mitträgt. Doch genau diese Attitüde bereitete der „Die Basis“ den Boden.

Die liberale Leere ist total

Heute beklagen wir keine Petitessen – es geht um eine vollständige Kapitulation. Es gibt keine liberale Position mehr, die von der FDP vertreten wird:

  • Steuersenkungen? Fehlanzeige – siehe CO₂-Steuer.
  • Bürokratieabbau? Stattdessen Heizungsgesetz, Lieferkettengesetz, Gebäudeenergiegesetz – auch mit Kubickis Stimme.
  • Sozialstaatsreform? Das Bürgergeld beseitigte den letzten Leistungsanreiz.
  • Mindestlohn? Mit den Stimmen der FDP erhöht.
  • Gesellschaftspolitik? Eine Frau darf nicht sagen, dass ein Mann ein Mann ist, wenn er das nicht möchte – Fakten und Wissenschaft werden zur Ansichtssache.
  • Bürgerrechte? Weder während Corona, noch heute – siehe Denunziationsplattform der JuLis.
  • Cannabis? Legalisiert – aber so bürokratisch wie sonst nirgends.

Die von der FDP vielgeschmähte italienische Regierungschefin Giorgia Meloni agiert oft liberaler als die Ampel. Javier Milei, libertär und populistisch, wird in Kubickis Partei mit Verachtung bedacht. Doch Deutschlands Probleme lassen sich nicht mit der Heckenschere lösen. Was wir brauchen, ist kein Feintuning – sondern eine umfassende Sanierung der Fundamente.

Die Aufgaben sind klar:

  • Rückkehr zur Kernenergie und marktwirtschaftlicher Energiepolitik – sonst Deindustrialisierung.
  • Radikaler Bürokratieabbau, Abschaffung von Ministerien, Ebenen und der Wegzugssteuer.
  • Sozial- und Steuerreform, um Leistung wieder zu belohnen.
  • Wiederherstellung von Vertrauen in den Staat – durch Rückbau seiner Übergriffigkeit.
  • Kahlschlag bei NGOs, die sich an Steuergeldern mästen.
  • Reform strafrechtlicher Meinungsdelikte – für echte Rede- und Meinungsfreiheit.

Team Freiheit – eine neue Heimat für alte Werte

Nicht der Bürger hat dem Staat zu dienen – der Staat ist Dienstleister der Bürger. Diese Selbstverständlichkeit ist zur Floskel verkommen. Die steuerfinanzierten Nutznießer haben den Staat zum Selbstzweck gemacht. Wer das ändern will, braucht Mut und Entschlossenheit. Die Rettung der Freiheit braucht einen Elitenwechsel – nicht aus Verachtung für Eliten, sondern aus Liebe zu Leistung und Verantwortung.

Was liegt also näher, als eine Koalition aus Unternehmern, Freigeistern, Intellektuellen und engagierten Bürgern zu schmieden? Eine Allianz, die den Staat auf seine elementaren Aufgaben zurückführt und dort begrenzt. Nicht der Freiheitswille ist aus Deutschland ausgezogen – er sucht sich mit „Team Freiheit“ nach Jahren der politischen Heimatlosigkeit ein neues Zuhause. Die Chancen auf einen freiheitlichen Wandel sind trotz weitverbreiteter Hoffnungslosigkeit größer als seit vielen Jahrzehnten. Legen wir los!

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Hans-Hasso Stamer | Fr., 1. August 2025 - 15:53

"Ich fand es ätzend, wie Ihre Partei die Bürger hintergangen und sie den sozialistischen Regulierungsträumen von Grünen und SPD ausgeliefert hat."

Das stimmt. Aber da war sie nicht die einzige. Und schon gar nicht die Mächtigste. Heute liefert die CDU die Gesellschaft den "sozialistischen Regulierungsträumen von Grünen und SPD" aus. Aus reinem Machtkalkül. Das ist keinen Deut besser, wirklich keinen Deut.

Wer bleibt also übrig als Anwalt für die Freiheit?

Meiner Meinung nach nur die AfD. Sie ist die einzige relevante gesellschaftliche Kraft, die gewillt und in der Lage ist, den neokommunistischen, ökosozialistischen Wahn der vereinigten linken Parteien einschließlich CDU/CSU zu stoppen.

Es mag Etatisten in der AfD geben, relevant sind sie nicht. Auch in der AfD, und da kenne ich mich aus, lautet der Mehrheitstenor:

"Mehr Milei wagen!"

Stefan | Fr., 1. August 2025 - 23:05

Antwort auf von Hans-Hasso Stamer

Im Prinzip handelt es sich um eine politische Krise der Legitimität.
Keine Partei kann durchsetzen, was sie wirklich vertritt, denn die unseeligen Koalitionen sind lediglich ein Verdruss und zum Nachteil der Bevölkerung.
Jetzt kommt Frauke Petry daher und möchte sich wie Wagenknecht mit ihrem Bündnis etablieren.
Das wird noch mehr Chaos stiften und da wäre ich wieder bei der Weimarer Republik mit ihrer Vielzahl von Parteien.
Das Resultat ist bekannt.

Christoph Kuhlmann | Fr., 1. August 2025 - 15:56

Aber die FDP hat es in der Ampel echt vergeigt. Was nützen weniger Staatsschulden, wenn der Staat dem Bürger vorschreibt, welche Summen er wie zu investieren hat? Der Kern grüner Politik, der Europaweit Billionen verschlingen wird, bei der Klimaneutralität des Heizens und Kühlens etc. Überhaupt so eine Co2 Abgabe klingt ja gleich viel netter als eine Abgassteuer.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 1. August 2025 - 16:27

Nicht schlecht Frau Petry. Ich kann Ihre Kritik an Kubicki absolut teilen. Obwohl ich ihn mag, hat er für mich versagt und, wie Sie völlig richtig beschreiben, vieles mitgemacht. Insofern nochmal Chapeau für diesen Teil Ihrer Kritik. Was ihre Aussagen unter dem Teil "Team-Freiheit" anbetrifft nur so viel. Das lese ich alles bei der AFD auch. Nochmals. Ich finde Sie nett, sie sagen viele richtige Dinge, aber Sie hatten Ihre Chance und haben sie nicht genutzt.

Ich bin in meinem Post nicht genau auf den Artikel eingegangen. aber Sie haben schon das Nötige geschrieben, dem ich mich ausdrücklich anschließe.

Als Frauke Petry die AfD ziemlich spektakulär verließ, war ich schon Anhänger der AfD. Ich habe mich sehr darüber geärgert, weil mir zwar schon klar ist, dass es in jeder Partei Machtkämpfe und auch Mobbing gibt, dem auch schon andere gute Leute zum Opfer gefallen sind, zum Beispiel Joana Cotar, aber letztendlich halte ich die Sache der Freiheit, die Überwindung und Entmachtung von Linksgrün, für wichtiger.

Rainer Mrochen | Fr., 1. August 2025 - 16:57

Die argumentative Stringenz dieser Replik ist nicht von der Hand zu weisen. Aber Vorsicht ist geboten: Es handelt sich bei Frau Petry auch nur um eine Politik-Beflissene, die um Einfluss und Macht buhlt. Ich kann mir gut vorstellen, daß diese Nummer (Team Freiheit) wie beim BSW endet. Unabhängig davon sollten beide Kontrahenten bedenken, daß sich politische Verantwortung nicht nur aus Macht und faulen Kompromissen, um der Macht willen, nährt, sondern aus echter Verantwortung gegenüber dem Souverän; nicht auf europäischer Ebene und schon gar nicht auf der Weltbühne. Folgt man der Argumentationslinie von Frau Petry, erklärt sich die gegenwärtige Situation der FDP von allein. Es ist der üble Geruch des Machtanspruchs und der erlangten Macht die das Verderben hervorbringen. Politjünger, wie der ehemalige FDP Justizminister Marco Buschmann, sind ein Bsp. für den Verfall liberaler Ideen. Kein echter Widerstand zum Selbstbestimmungsgesetz um der Erhaltung der Macht willen. Leider ist das so

Die schönen Reden bzw. schlüssigen Argumente vieler Politiker, welche von der Freiheit sprechen, sind das eine, doch die Standfestigkeit um der Sache willen ist das andere.
Frau Petry halte ich - so wie die meisten FDP-Leute in der Ampel - n i c h t für opferbereit genug, um im Zweifelsfalle ihre eigenen Interessen hintan zu stellen u. für die bürgerlichen Freiheiten tatsächlich zu kämpfen.
Der Verfall liberaler Ideen, für die einst die FDP stand, ist nicht singulär. Auch die Konservativen (CDU/CSU) haben ihre Kernüberzeugungen hundertfach verraten.
Das heißt: Überall in der Politik fehlen Persönlichkeiten mit Prinzipien, Ehrgefühl und langem Atem. D a s ist die Hauptursache für die Misere Deutschlands!
Keine Frauke Petry u. kein Wolfgang Kubicki holen uns aus dem Elend heraus. Beide hatten schon genügend Gelegenheiten, sich innerhalb ihrer Parteien als echte Liberale zu profilieren, und beide haben versagt. Sie mögen jetzt noch so gut argumentieren - ich vertraue ihnen nicht mehr.

Bernhard Marquardt | Fr., 1. August 2025 - 17:03

Die FDP hat seit ihrer Mittäterschaft unter der „alternativlosen“ Kanzlerin ebenso wie in der „Ampel“ um des Mitregierens willen alle liberalen Prinzipien verraten.
Ich habe die FDP anno 2013 davor gewarnt, sich in die Fänge einer Gottesanbeterin zu begeben, die bekanntlich das kleinere Männchen nach der Begattung verspeist. Umsonst.
Für liberal-demokratisch Gesinnte hat es die FDP auf unabsehbare Zeit gründlich verschis...en.
Und das wäre vielleicht eine Chance für die Wiederauferstehung des Liberalismus:
Frau Petri und ihre aktuellen Mitstreiter, dazu die binnen kurzem aus der AfD hinaus gemobbten oder freiwillig gegangenen, höchst ehrenwerten Gründer der AfD.
Dazu nebst Kubucki die wenigen, den liberalen Grundsätzen treu Gebliebenen von der Resterampe der klinisch toten FDP.
Ob die mutig genug sind für einen solchen Schritt?
Einen Versuch zur Rettung des Liberalismus in diesem Land wäre es wert.

Die FDP hatte bei der Bundestagswahl 2009 mit fast 15% einen klaren Wählerauftrag bekommen. Was hat sie (auch Herr Kubicki) daraus gemacht ? Durch die Ex-Kanzlerin lies sie sich plattwalzen und landete 2013 bei unter 5%. Und die angebliche liberale Lichtgestalt Lindner wandelte sich zum Liberal-Diktator mit dem bekannten Ergebnis. So wird das nichts mehr.

Ingofrank | Fr., 1. August 2025 - 17:53

Nein Frau Petry, zu viel Ehre an die FDP !
Die Mutter der AfD ist Merkel bzw. die von ihr weg von der Mitte nach links gezogene Union und deren Mitglieder u n d Wähler die den merkelschen Kurs stützten und noch stützen. Nebenbei bemerkt, das der „Geburtshelfer“ die SPD ist.
Denn wenn man 16 Jahre Merkel und die 3 Jahre RGG zusammenaddiert, bleiben insgesamt davon 15 Jahre Regierungsbeteiligung der SPD dem gegenüber gerade einmal 7 Jahre der
FDP ! Nur um die „Verantwortung“ der FDP gerade zu rücken. Das heist aber keinesfalls die Ausstellung eines Persilschein für die FDP da Sie mit den angesprochenen Kritikpunkten an der Partei sehr nah an meiner Meinung sind mit der „Erweiterung“ das das auf das gesamte Parteienkartell, außer der AfD, zutrifft.
Letztendlich sollten alle Bürger dieses Landes der AfD dankbar sein, denn wo wäre das Land heute, ohne diese Oppositionspartei, die stetig ihre Finger in die Wunden der vereinten Schwarz, rot linken Parteien legt ?
MfG a d Erfurter Repub

Wenn man den Zahlen der Wählerwanderung glauben kann, hat Frauke Petry recht. Bei Entstehung der AfD haben anfänglich FDP-Wähler das Lager gewechselt.
Und heute......wenn man dem WAHL-O-MAT vertraut, liegen alte FDP und heutige AfD gar nicht soweit auseinander.

Dr. Andreas Oltmann | Fr., 1. August 2025 - 20:37

Sie sollte ein Chance bekommen-wenn der Wähler nicht will, dann ist das Demokratie.
Die politische Debatte kann damit nur gewinnen.

Thomas Veit | Fr., 1. August 2025 - 20:42

auch erst einmal nur Versprechungen gemacht.

wie viele 'faule Kompromisse' das neue Team Freiheit selbst macht, wenn sie eines Tages in einer ähnlichen Situation wie die FDP einst wären - kleine Partei die zur Mehrheitsbeschaffung koalieren und an der realen Regierungsmacht teilhaben soll/darf/könnte... - das bleibt abzuwarten.

Theorie und Praxis... ... 😉

Herbert Schultz-Gora | Fr., 1. August 2025 - 21:17

...übernehmen können statt in Schleswig-Holstein zu bleiben.
Meine Vermutung, warum er es nicht getan hat: "Zu viel Streß".
Frau Petrys Kritik an der FDP und an Kubicki ist berechtigt, aber sie ist keine Persönlichkeit, die über eine Ausstrahlung verfügt, die die Leute anzieht und auch die integrativen Fähigkeiten, eine Partei erfolgreich zu führen, fehlen ihr.
Das fängt schon bei der "Sprache" an... das klingt zu sehr nach "Ostzone"... selbst wenn sie als intelligente Frau argumentativ richtig liegt.

Es fehlt wirklich eine liberale Partei in D-Land... und eben habe ich überlegt, wer eigentlich den FDP-Vorsitz übernommen hat.
Ich weiß es nicht.

Urban Will | Fr., 1. August 2025 - 22:48

wortung und in Koalitionen eingebunden war, seine Fehler vor die Füße zu werfen, wenn man selbst nie in dieser Verantwortung war.
Ich teile aber Ihre Ansichten, dass Kubicki und v.a. seine Partei enormen Mist gebaut haben. Kubicki hat das selbst ja schon mehrfach eingeräumt. Und man sollte irgendwann akzeptieren, dass Menschen einsichtig sind und ich persönlich habe große Achtung, wenn Menschen Fehler eingestehen.
Was Sie hier schreiben, klingt für mich wie ein Angebot an ihn, zumindest die letzten Sätze.
Was ich bei Ihnen beiden nicht verstehe, bei Ihnen noch weniger: es gibt bereits eine recht erfolgreiche, umfragestarke Partei, die für vieles, bzw. - wenn man Ihre hier genannten Punkte betrachtet – alles steht, was auch Sie, Frau Petry, wollen.
Aufgrund des Jahrhundert-Versagens der Union liegt die Chance auf eine bürgerlich-konservative, das Liberale einschließende Wende nur bei der AfD. Denn weder die FDP, noch „Team Freiheit“ werden stark genug sein. Also: Legen Sie los!

daß viele polit. interessierte u. engagierte Menschen drei Fehler haben, die Erfolg u. langfristige Stabilität ihrer Partei u. damit des gesamten PROGRAMMS
gefährden:
1. Sie sind ungeduldig 2. Sie ertragen Mitstreiter nicht, die ihnen
zuwider sind u. 3. Sie erkennen nicht, an welchen Stellen es auf ihr Handeln ankommt bzw. wo sie Farbe bekennen m ü s s e n.
Jede Partei ist ein Sammelbecken, in dem mancher trübe Fisch u. jede Menge Moder umherschwimmen. Wer sich daran stört u. angewidert weggeht (siehe AfD - von Lucke über Petry bis zu Meuthen) stärkt damit automatisch Macht und Einfluß des eigenen "Moders" u n d der politischen Gegner.
Alle, die inzwischen die AfD verließen, hätten - so wie der alte Kämpe
Gauland - im Hintergrund ausharren müssen. Dann könnte die AfD jetzt schon an der Regierung sein!
In der Demokratie gilt leider: Die MENGE macht's, nicht der fähige Einzelne. Dieser braucht Demut u. Geduld - im Dienste der SACHE, von der er allerdings f e s t
überzeugt sein muß!

da kann man Ihnen nur zustimmen, Herr Will.
Aber noch einmal Carlos A. Gebauer, RA und Autor:
"Wer sich in Deutschland für ein Bundes- oder Landesparlament zur Wahl stellt, der kann in seinen öffentlichen Bewerbungsreden rundweg alles versprechen und für den Fall seines Sieges zusagen, er muss es aber nicht halten.
Unser grosses Problem, jedenfalls in der Bundesrepublikanischen Demokratie , die hat in der Verfassung eine offene Flanke, die hat nämlich ein RechtsPrinzip nicht übernommen, und das ist das Haftungsprinzip, nämlich Parlamentarier haften nicht für ihre Fehlentscheidungen.
Was würde passieren, wenn wir unsere Abgeordneten wie jeden Arzt , wie jeden Piloten, wie jeden steuerberater oder Anwalt für ihre Fehlentscheidungen haften lassen, dann hätten wir morgen eine andere Welt.

Es braucht eine Rechtliche Haftungsverantwortung für Politiker"