Zwei unbekannte Personen sitzen am Badesee auf einer Decke, sonnig, entspannte Stimmung, Foto.
Kommt jetzt der Sommer der (Renten-)Reformen? / picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Rentenreformkommission - Vernünftige, aber nicht sehr mutige Vorschläge

Die von der Regierung bestellte Rentenreformkommission wird diese Woche ihre Vorschläge zur Sanierung der gesetzlichen Rentenversicherung vorstellen. Was bisher bekannt geworden ist, dürfte jedoch bei SPD und Gewerkschaften auf Widerstand stoßen.

Hugo Müller-Vogg

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Die aus Wissenschaftlern und einigen Politikern zusammengesetzte Kommission will unter anderem das Renteneintrittsalter erhöhen, die Frühverrentung stoppen und eine kapitalgedeckte Zusatzrente einführen. Aus Sicht der SPD werden da einige rote Linien überschritten. Das dürfte die SPD-Co-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bärbel Bas vor Schwierigkeiten stellen. Hatte sie doch angekündigt, bei einem einmütigen Votum der Kommission werde die Regierung die Vorschläge übernehmen. Und nach allem, was man hört, steht die ganze Kommission hinter den bisher bekanntgewordenen Vorschlägen.

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Bernd Windisch | Mo., 22. Juni 2026 - 11:34

Es kam, wie es kommen musste. Keiner der "Experten" ist rentenversichert. Beamte sind fein raus (aus der Rentenversicherung) und niemandem ist geholfen. Das Dr. Hugo Müller-Vogg deutsche Rentenversicherung seit Jahren für das Kardinalproblem der Deutschen hält, geschenkt. Bis die Kürzungen der zukünftigen Rentenansprüche greifen und die Einsparungen wirksam werden ist die Deindustrialisierung des Landes wohl bereits abgeschlossen. Was bezweckt diese "Reform" also?
Viele Bürger fragen sich zu Recht. Für scheinbar alles hat dieses "reiche" Land Geld. Die schon jetzt am internationalen Standard gemessen, mickrigen Renten überfordern ganz offensichtlich die Verantwortlichen. Da nimmt es kaum Wunder, wenn sich die betroffenen andere "Verantwortliche" wählen!

Bernd Windisch | Mo., 22. Juni 2026 - 11:48

Wer Regeln für andere macht, sollte deren Lebensrealität verstehen. Zusammensetzung der Alterssicherungskommission (ASK).

Vorsitz
Prof. Dr. Constanze Janda (Professorin für Sozialrecht und Verwaltungswissenschaft)
Frank-Jürgen Weise (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit)
Stellvertretende Vorsitzende
Dr. Florian Dorn, MdB (CSU)
Annika Klose, MdB (SPD)
Pascal Reddig, MdB (CDU)
Wissenschaftliche Mitglieder
Prof. Dr. Peter Bofinger
Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen
Prof. Dr. Georg Cremer
Prof. Dr. Camille Logeay
Dr. Monika Queisser
Prof. Jörg Rocholl
Prof. Dr. Silke Übelmesser
Prof. Dr. Martin Werding

Sachverständige (ohne Stimmrecht)
Deutsche Rentenversicherung Bund

Noch fragen Kienzle, nein Hauser

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 22. Juni 2026 - 12:09

auch oder soll die Bundesrepublik demnächst die EU, Welt oder das Klima (wieder) retten?
Wenn dann noch die Altersversorgung auf ein "3-Generationenmodell" "um"gestellt wird, wird manche Schieflage verschwinden?
Las zu beidem über MSN einen Artikel bei der FAZ und einen beim Handelsblatt.
Eile mit Weile, Schritt für Schritt und immer wieder überprüfen.
Tut mir leid, dass ich mir die Autoren* nicht gemerkt habe, ich sollte sie mir notieren.
Herr Lucke fordert seine ehemalige Partei zu einem neuen Grundsatzprogramm auf - da bin ich aber gespannt - Herr Merz geriert sich nicht als neuer , überspitzt, "Heilsbringer" der EU ... das klingt sehr gut für die Zukunft.
Ich kann allerdings nicht wirklich beurteilen, ob es EU-, Welt- oder Klima-emphatischer Reden zuvor bedurfte, sprich evtl. einer Frau Merkel und u.a. FfF.
Wie soll man das im Nachhinein entscheiden?
Manches erklärt sich nunmal auch aus der Skepsis, die sich im Osten dagegen entwickelte.
Politische Stabilität und Vertrauen

Wird die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren nicht sowieso kaum noch greifen, wenn sich Ausbildungen verlängern, bzw. Erwerbsbiographien "bunter" werden?
Solange auf Schwerbelastungen Rücksicht genommen wird?
In Bezug auf die KI werden Debatten wieder interessant, wie wir sie auch zu Automation in der Produktion hatten?
Alles hochspannend und diesmal ist auch der Osten ein Teil dieser Debatten...

Urban Will | Mo., 22. Juni 2026 - 16:08

Herr Müller-Vogg?
Empfehlung 1: „Die Kommission empfiehlt, als politische Zielgröße einer lebensstandardsichernden Altersversorgung eine Nettoersatzquote von mindestens 70 Prozent nach Steuern anzusetzen.“

Das bedeutet so viel wie: Die Rente sollte 70% des letzten Nettoeinkommens entsprechen.

Gibt es da nicht eine ähnlich klingende AfD-Forderung? Auch wenn, das muss man einräumen, Nettoersatzquote und Rentenniveau nicht das selbe sind. Zumal ersteres auch Firmenrenten, etc. mit einbezieht.

Aber diese 70% sind nun mal schon lange im Raum und wurden immer als Irrsinn gebrandmarkt. Wie groß der Unterschied für die Rentenkasse zw. 70% vom Durchschnittslohn (AfD) oder 70% des letzten Nettos bei jedem Einzelfall wären, weiß ich nicht.
Aber klar ist: auch die Kommission sieht eine lebens- und lebensleistungswürdige Altersversorgung in diesem Bereich.
Und die Realität liegt weit darunter.

Urban Will | Mo., 22. Juni 2026 - 16:23

deutschen Gerechtigkeitswahn scheitern würde.
Wenn demnächst die Boomer alle in Rente gehen und nur noch die Dümmsten daran glauben, dass unter den Migranten viele Fachkräfte sind, wird es bald einen Mangel an gut Ausgebildeten, aber auch sonst an Arbeitswilligen geben.

Daher mein Vorschlag:
Jeder, der nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters weiter arbeitet, sei es im alten Job oder woanders, zahlt keine Lohnsteuer. mehr. Nur noch Renten- und Sozialbeiträge.
Das würde wohl einen Boom an Freiwilligen auslösen, die weiter arbeiten würden, es würde die Rentenkasse nicht nur entlasten, sondern ihr zusätzliche Beiträge bringen. Der Staat müsste weniger zuschießen.
Und die plötzliche Netto-Lohnerhöhung bei den Betroffenen würde wohl auch einen gewissen Kaufboom auslösen („jetzt gönne ich mir mal was, man lebt nur einmal“), sprich dem Staat MwSt, etc. bescheren.
Win Win, sage ich nur.
Aber ich höre schon das Geschrei der Gerechtigkeitsfanatiker.

Peter William | Mo., 22. Juni 2026 - 17:29

Ich sehe bei all den Vorschlägen nicht inwiefern die jetzt Arbeitenden und deren Arbeitgeber entlastet werden! Die Demografie ist ja nicht vom Himmel gefallen. Seit mindestens 2-3, eigentlich 4 Jahrzehnten ist klar wohin die Reise geht. Wer keine Vorsorge betreibt wird das nachsehen haben. Diese Belastungen müssen endlich ihre wohlverdienten Empfänger finden. Und das sind allem voran Kinderlose!! Erst "abkassieren" und jetzt Rente einstreichen. Erst kein Geld und keine Arbeit in Kinder und damit in die Zukunft investieren und dann volle Rente? Das geht nicht, ganz klar. Eine vollkommen gerechte und gerechtfertigte Forderung: 50 % Rente bei 0 Kindern, 75% mit einem und ab zwei Kindern gibt es die volle Rente. Somit wird der Generationenvertrag auch der Demografie angepasst.

Das mit der kapitalgedeckten Sache hättet ihr vor 20 Jahren machen müssen anstatt das Geld für, wofür eigentlich, auszugehen!? Aber was soll's, seit Jahren geht Geld aus dem Bundeshaushalt in die Rente...