- Rentenrebellen und geborgte Erde
Egal ob bei Klima-, Renten- oder Wehrpflicht-Debatte: immer fällt irgendwann das Wort „Generationengerechtigkeit“. Doch was schulden die Alten den Jungen wirklich? Die Antwort ist gar nicht so einfach.
Immer wieder Sonntags quälen uns die Gewissensbisse. In der neuen Cicero-Kolumne „Die Sonntagsfrage“ versuchen Frauke Rostalski und Gregor Thüsing, der lieben Seele ein Stück Ruhe zu geben. Die beiden Mitglieder des Deutschen Ethikrats beantworten in abwechselnder Folge wichtige ethische Fragestellungen. In der heutigen Kolumne fragt sich Gregor Thüsing, ob wir uns neben der Erde am Ende auch noch unsere Rente von unseren Kindern geborgt haben.
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Euro Rentenversicherung, inkl AG-Anteil, ausgehend von einem Gehalt von €3.000,- brutto. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ab 65 noch ca. 15 Jahre. Würde man ihm nur das eingezahlte Geld ohne Zinsen zurückzahlen, ergäbe das eine monatliche Rente von ca. 1.388,- Bei einer Rendite wie z.B. dem norwegischen Staatsfonds käme er dann auf weit über €1.500 mtl. Dazu müssten aber alle Leistungsbezieher herausgenommen werden, die nie etwas einbezahlt haben, außerdem müssen die sozial Schwachen nicht aus der Rentenkasse, sondern aus Steuergeld aufgestockt werden.
Die Regierungen der letzten Jahrzehnte machen einen auf Solidarität. Laden halb Kalkutta ein, und bezahlen den Krankenkassen einen Pauschalbetrag von ca. 130€/Kopf der gerade ausreicht, die Sprechstundentür zu öffnen und wieder zu verschließen.
Den Rest bezahlt die Solidargemeinschaft und das bei x Krankenkassen inkl. Wasserkopf & Werbung.
MfG a d Erfurter Republik
"Mit der längeren Lebenserwartung geht eine längere berufliche Leistungsfähigkeit einher." - Ist das eine evolutionsbiologische Feststellung oder eine Theorie, die auf Selbsterfahrung beruht? Das Rententhema geht nur, wenn zwei Begriffe weggelassen werden: Schuld und Solidarität. Ich habe weder Schuld 45 Jahre gearbeitet zu haben, noch habe ich aus Solidarität 45 Jahre gearbeitet.
"Eine Politik allein zulasten der Jüngeren ist keine zukunftsfähige Politik. Was schuldet die ältere der jüngeren, vor allem aber auch: die jüngere der älteren Generation? Verlässliche Beziehung ist Voraussetzung für verlässliche Solidarität."
Was nützt es denn hehre Ansichten zu formulieren, wenn "Entscheidern" das Hemd stets näher ist als die Hose und der Kompromiss lediglich die schlechteste Version für das zwingend Notwendige darstellt? Als "Sachverständiger im Deutschen Bundestag."
Werden sie überhaupt gehört? Ihr Text und die Wirklichkeit könnten keine grössere Diskrepanz aufzeigen. Mit "Ethikrat" will ich mich gar nicht auseinandersetzen. Verstehen sie mich nicht falsch: ich bin argumentativ durchaus bei ihnen; vielleicht sogar noch radikaler gegenüber der jüngeren Generation. Allerdings, ich lebe nicht in einer Traumwelt die "Ideale" formuliert, wenn der Gestaltungswille der Machthaber dieser (noch) Demokratie Realitäten verweigert, die bereits selbstgestaltend sind.
Aber das ist auch gar nicht so einfach! Daten, Fakten und Zahlen sind gut versteckt oder gar nicht ausgewiesen! So bleibt z.B. für die Rentenfremden Leistungen (Mütterrente und Erwerbsminderungsrente) nur die Information für 2023, dass der Rentenkasse 124 Mrd. entnommen wurden, lediglich 84 Milliarden wurden aus Steuermitteln wieder zugeführt! Also bleiben 40 Mrd. Minus für die Beitragszahler! Die Mütterrente und die EU-Rente sind aber gesamtgesellschaftliche Aufgaben, Warum zahlen Selbstständige, Beamte, Superreiche und Politiker nichts, um die Fehlbeträge auszugleichen! Aber der Ruf, auch gerade von Söder, werden immer Lauter nach längerer Lebensarbeitszeit und Kürzungen! Ist das nicht frech und dreist? 1000 Milliarden Sondervermögen für die deutsche Wirtschaft, getarnt als Infrastruktur und Aufrüstung, werden die Bonzen noch reicher machen! Aber hier Streitet man um die Versorgung der Alten! Ernst jetzt? Das die Industrielobby es überhaupt wagt das Maul aufzureißen! Unglaublich!
„Eine zentrale Frage unserer Zukunft ist es, ob es uns … gelingt, … Beziehungen zwischen den Geschlechtern und Generationen auf Dauer zu stellen.“ Wie soll das funktionieren, wenn der Zusammenhalt der Familie auf ein kurzzeitiges Zusammenkommen bzw. Zusammenleben begrenzt ist, der Staat Solidarität mit allen einfordert, die Erziehung bereits im Kleinkindalter übernimmt und das „Geschäftsmodell Arbeit“ so gar nicht zum „Modell Familie“ passt?
Der Staat fordert (und regelt das über Abgaben), dass jedes erwachsene Familienmitglied Fulltime (a. d. Karriere) arbeitet und möglichst mobil ist. Wie passt das zur Verlässlichkeit innerhalb einer Familie, insbesondere wenn Kindern Geborgenheit gegeben werden soll?
Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten, staatliche Propaganda zu „Work-Life-Balance“ und „Selbstverwirklichung“, die jeder geregelten Arbeit entgegenstehen. Wird dann noch mit der „Grundsicherung“ ein auskömmliches Leben garantiert, warum soll man dann nicht das Leben genießen?
"Solidarität setzt Verbundenheit und Gemeinsamkeit voraus"- wie passt das mit Globalisierung und „nicht kontrollierbaren Grenzen" zusammen ? Deutschland hatte ab 1990 Gelegenheit, dies in einem weltweit einmaligen Feldversuch auszutesten und ist gescheitert. Kohl, Merkel und nun Merz : angeblich Konservative stehen für
„nicht generationengerechte“
Politik. Trotz aller berechtigten Kritik ist es ehrenwert, dass die "Junge Gruppe" die Courage hatte, dieses ständige "Ausklammern der Probleme“ anzuprangern.
Die Solidargemeinschaften wueden doch in den letzten Jahrzehnten abgeschafft.. Familie, Vereine, Gnossenschaften usw. alles nicht mehr nötig. Wieso konnten den nach dem Krieg so viele Leute wieder Vermögen schaffen. Man hat sparsam gelebt, auf Eigentum gespart und auf Urlaube, Restaurantbesuchen und Luxus verzichtet und vor allen Dingen hat man sich gegenseitig unterstützt und geholfen! Und heute? Die, die am lautesten jammern und nach dem Staat rufen, sind die, bei denen schon die Eltern von der Hand in den Mund gelebt haben. Für die Wohnung ist der Vermieter zuständig, natürlich darf es auch nichts kosten, man braucht das Geld ja für Reisen, Smartphones, Spotifay und Netflix und natürlich sind die Veranstaltungen Restaurants nicht billig. Und die Versprechungen der Politik waren auch nur leere Hülsen. Also statt jammern und fordern lieber selber anpacken und endlich einmal beginnen Politik und Industrie in die Grenzen zu weisen. Wäre mit Solidarität und Arbeitsmoral gut möglich.
Gesellschaft ein Gradmesser für Armut = Ausschluss aus der Gesellschaft ist, bracht man sich über die daraus resultierenden Fehlentwiklungen in der Gesamtgesellschaft nicht zu wundern.
Nicht Kinder sind das hohe Gut der Gesellschaft sondern scheinbar Hunde, die man beim Urlaubstripp in der Hundepension abgeben kann.
Mit freundlichen Grüßen a d Erf. Rep.
Vielen Dank für diese kluge Kolumne. Ein Hinweis meinerseits: Die Kriegsgeneration ist nicht auf die Idee gekommen die ihr auferlegten Lasten an die kommenden Generationen (uns) weiterzubelasten. Leider ist die Diskussion zur Generationengerchtigkeit zu einer reinen Neiddebatte verkommen, wie so vieles in diesem Land.
