- Kommt eine Härtefall-Regelung?
Die Bundesregierung plant das Ende der „Rente mit 63“. Die Mehrheit der Bürger ist dagegen. Nun wird immer wahrscheinlicher, dass so ein Schritt sozial abgefedert würde.
Im Koalitionsstreit um die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren nähern sich Union und SPD an. Nach den Sozialdemokraten plädiert nun auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei für eine soziale Abfederung. „Eine Härtefallregelung bei der Abschaffung der ,Rente mit 63‘ ist in jedem Fall angezeigt“, sagte der CDU-Politiker der Funke Mediengruppe. „Und auch über eine Übergangsregelung wird man reden.“
Die Abschaffung der Frührente ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren – aktuell mit 64,5 Jahren möglich, landläufig aber weiterhin als „Rente mit 63“ bezeichnet – ist einer der Kernpunkte der geplanten Rentenreform. Es gibt aber im Bundestag und auch bei Sozialverbänden erhebliche Widerstände dagegen.
Ausnahmen für besonders schwere Arbeit?
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, hatte Ausnahmen für „Schwerarbeit“ nach österreichischem Vorbild vorgeschlagen. Dort ist eine vorzeitige Pensionierung für Menschen möglich, die unter schwerer körperlicher oder psychischer Belastung gearbeitet haben. Dazu gehören etwa nächtliche Schichtdienste, Arbeit bei Hitze oder Kälte, Tätigkeiten mit Chemikalien oder schwere körperliche Arbeit.
Härtefall- und Übergangsregelungen sind im Konzept der von der Bundesregierung eingesetzten Alterssicherungskommission bereits vorgesehen. Die Experten schlagen eine Härtefallregelung für Versicherte vor, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Außerdem verweisen sie darauf, dass es Vertrauensschutz für Menschen geben muss, die kurz vor dem Ruhestand stehen. Konkrete Vorschläge zwar machen sie nicht, plädieren aber für ein Ende der abschlagsfreien Frührente „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“.
Zerbricht das Rentenpaket?
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten sich im Juli dafür ausgesprochen, das von der Kommission vorgeschlagene Konzept als Ganzes umzusetzen. Doch die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen – Sven Schulze, Michael Kretschmer und Mario Voigt – stellten die geplante Streichung der „Rente mit 63“ infrage.
Gerade im Osten sei es wichtig, dass Menschen mit 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen könnten. Viele hätten nämlich nur die staatliche Rente und keine zusätzlichen Einnahmen, argumentierten sie. Mehrere andere Ministerpräsidenten, auch von der SPD, sprangen ihnen bei.
Im Stern bekräftigte Voigt nun seine Forderung nach Korrekturen, verwies aber ebenfalls auf die Möglichkeit von Härtefall- und Übergangslösungen. Er räumte ein, dass die aktuelle Frührente nach 45 Beitragsjahren nicht immer zielgenau wirke und Mitnahmeeffekte entstanden seien. „Deshalb schlagen wir vor, über Übergangsregelungen, Härtefalllösungen und eine stärkere Zielgenauigkeit zu sprechen.“
Der Wirtschaftsweise Martin Werding plädierte weiterhin für eine Abschaffung der umstrittenen Regelung. Sie komme oft Menschen zugute, die überdurchschnittlich gesund seien und überdurchschnittlich hohe Renten hätten. „Meine Sorge ist, dass die Politik das gesamte Rentenpaket aufschnürt, wenn sie einen Baustein rausnimmt. Dann werden die Reformpläne wie Dominosteine fallen, und der Kanzler kann die große Reform begraben“, sagte Werding der Rheinischen Post. Merz müsse verhindern, dass die Rentenreform in der Sommerpause zerredet werde.
Mehrheit der Bürger gegen Abschaffung
In einer Umfrage spricht sich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen die geplante Abschaffung der „Rente mit 63“ aus. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die Bild am Sonntag lehnen 68 Prozent der Befragten ein Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab, nur 24 Prozent befürworten es. 8 Prozent machten keine Angabe.
Zugleich zeigt die Umfrage den Angaben zufolge, dass die Frührentenregelung für viele persönlich relevant ist: 56 Prozent der Befragten gaben an, selbst von der „Rente mit 63“ Gebrauch machen zu wollen oder dies bereits getan zu haben. 32 Prozent verneinten dies. 12 Prozent machten keine Angabe. Für die Bild am Sonntag hat das Meinungsforschungsinstitut Insa 1005 repräsentativ ausgewählte Personen am 6. und 7. August 2026 befragt.
Auch Gewerkschaftsvertreter rufen die Bundesregierung zur Abkehr von ihrem Plan auf. Verdi-Vorstandschef Frank Werneke sagte der Bild am Sonntag, die geplante Abschaffung der Rente besonders für langjährig Versicherte missachte die Lebensleistung der betroffenen Menschen. Christiane Benner, Bundesvorsitzende der IG Metall, schlug vor, wer die Regelung abschaffen wolle, könne „gern mal am Hochofen, auf der Werft oder am Band beim Schichtarbeiter vorbeischauen. Danach verstehen sie es bestimmt auch.“
Quelle: dpa
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Also im Alter von 19,5 bei Beginn der Regelung mit 18 im Job, sollte man nicht gerade mit seinem Abi zwecks anschließendem Studium beschäftigt gewesen sein, ist man also nach 45 Jahren,viel zu gesund und von einem sozialverträglichen Frühableben viel zu weit entfernt, als dass man auf seine Arbeitskraft,seine Erfahrung usw. verzichten könnte laut Herr Prof. Werding. Welcher auch wie ich googeln musste die Witwenrente abschaffen möchte o. selbst Beamter sogar den Beamten ans Leder möchte, was deren Pensionen betrifft. Da die zumindest kleine Witwenrente meist nicht zum Leben reicht spätestens 3 Monate nach Ableben des Arbeiter-,Angestellten- o. Rentenbezieher-Gatten, hätte sich somit auch das Problem der zu wenig am Bruttosozialprodukt beteiligten Frauen u. Mütter erledigt. Fazit: Derjenige, der statt zu studieren u. mit 67 (akt. im Schnitt mit Alter 63-65) als Beamter in Pension zu gehen früh anfängt u. ununterbrochen seiner Arbeit nachgeht, Jeden mit durchfüttert, bekommt die A-card!
Zwei unterschiedliche Biografien ….
Meine Liebste ist nach 47 AJ mit 63 1/2 Jahren in Rente ohne Abschlag in Rente gegangen und das bei einer Arbeitslosenzeit von knapp einem 1/2 Jahr Arbeitslosigkeit unmittelbar nach der Wende.
Ich bin mit 63 in Rente mit 9,6% Abschlag, da mir mein Abbi & 4 jäh. Studium nicht zählt, ich meine Arbeit durch altersbedingte Betriebsaufgabe verlor, keine Stelle altersbedingt bekommen habe. Was die wenigstens wissen, dieser Abschlag greift auch bei jeder Rentenerhöhung quasi als Doppelbestrafung.
Da ich als pflegender Angehöriger zusätzlich einen rd, 1/2 Rentenpunkt für meine Mutter bei meinem Regelrenteneintrittsalter verlor, weil Mutter noch lebte, mußte bis zum Tod meiner Mutter auf 1% meiner Bruttorente verzichten um den 1/2 Rentenpunkt weiter zu bekommen. Das „Spiel“ dauerte dann noch etwa 4 Jahre…… wäre meine Mutter nach ca. 2 Jahren verstorben, hätte ich mit dem 1% Abzug sogar noch „- „ gemacht.
Die A- Card ziehen alle Rentner & nicht nur die!
"Sieh an, dachte ich, doch noch einer,der versteht von was die Rede ist:)". Und wie muss man bei Union und der ehemaligen Partei der Arbeiter drauf sein in Berlin,um nicht zu erkennen,im Gegensatz zu ihren eigenen Ministerpräsidenten im Osten,wie letztlich ungerecht das Ganze ist, und vor allem wie man die Lebensleistung all der Menschen negiert,die am Stück über 45 Jahre erbracht wurde und die vor allen Dingen bis zum letzten Arbeitstag solidarisch in die z.B. Arbeitslosenversicherung einzahlen,obwohl sie gar nicht mehr in die Lage kommen können Leistungen zu beziehen.Oder schwupps den Bestandsschutz abgeschafft,und schon kassiert die gesetzliche KV 10 Jahre inkl aller Erhöhungen Beiträge auf Rentners Altersvorsorge-Direktversicherung.Aber dann einen Aufstand machen,wenn der ARGE-Mitarbeiter beim 3. Termin ohne Absage o.Grund dem arbeitslosen Klienten mal etwas Dampf in Form finanzieller Einschnitte machen möchte! Was es ja nicht braucht wenn die A-card-Inhaber länger malochen;). LG
Glauben Sie ernsthaft, das die CDU MP aus Sachsen & Thüringen die sich bereits von den SED Nachfolgern tolerieren lassen, samt dem CDU Aspiranten in SA der, wenn er nur die allerkleinste theoretische Chance hat, mit einer SPD zu regieren, um sich von den SED Erben toleriert sich zum MP wählen lässt ?
Was diese drei „Muskeltiere“ ( sehen Sie sich die drei an !) im Schilde führen, ist doch offensichtlich, wenn sie aus wahltaktischen Gründen auf Distanz zu Rentenpaket der GroKo gehen. Die Wahl in SA !
Im übrigen ist die zukünftige Verliererin der SPD in MV auf gleicher Linie mit dem Unterschied, das die SED Erben schon offiziell mit regieren und die SPD seit Ewigkeiten keinerlei Berührungsängste mit den Nachfolgern der Mauermörderpartei hat.
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik.
gab es I.ü. In Sachsen-Anhalt unter SPD Führung unter Tolerierung der Linkspartei …… wie auch immer sie sich damals nannte. Der SPD Mann hieß Höppner.
Und genauso durchsichtig lieber Herr Frank!Die proben den Aufstand,um sich noch irgendwie den Anschein von Unabhängigkeit zu geben,und hoffen im insgeheimen,dass die Wahlkampfhelfer aus Berlin da bleiben wo sie sind;).Die Befehle bezüglich AfD sind klar.Und man versucht mit dem ganzen Tamtam doch nur davon abzulenken,dass man sich außer den radikalen Linken auch vom 😈 selbst tolerieren lassen würde,um irgendwie am Ruder zu bleiben.Und wenn es jemand wagen sollte,auf den Parteitagsbeschluss hinzuweisen von wegen mit links auch nicht,kann man eventuelle Unstimmigkeiten,auch innerhalb der Partei ja alles denen da im Osten ans Revers heften.Die,wenn Sie mich fragen,mit ihren Parteiführungen wirklich gestraft sind;).Jedenfalls,sollten sich unsere Vermutungen bestätigen, weiß der gemeine Wähler spätestens in 2029 mit wem er es zu tun hat. Fiel das in der DDR nicht unter den Begriff Blockparteien? Ich denke,da können Sie mir bestimmt weiterhelfen;-). LG
Neben der SED gab es in der DDR auch noch andere Parteien. CDU, die genau so hieß wie die hinter bzw. vor der Mauer. Kam darauf an von. „Welcher“ Seite man guckte. Die Bauernpartei, die LDPD, NDPD, Ich weiß es nicht mehr so genau ….. jedenfalls waren in den Parteien überwiegend Bürger die „der SED aus dem Wege gehen“ wollten. ……. Vorrangig aus Karriere technischen Gründen, weil man dann vom meist hauptamtlichen Parteisekretären in den einzelnen Institutionen (Behörden) und Betrieben in Ruhe gelassen wurde. Natürlich wurde auf der Karriereleiter zu aller erst die SED Mitglieder positioniert, dann die aus den Blockparteien und zu allerletzt kamen die, die in keiner der „Parteien der nationalen Front unter Führung der SED“ waren. Außnahmen gabs auch, wenn man absolut nicht auf die Fähigkeiten bestimmter Personen für den „sozialistischen Aufbau“ verzichten konnte. Allerdings darf vermutet werden, dass die allumfassend von der Stasi privat und im Beruf betreut wurden….
So viel zum Thema
Danke für die Nachhilfe in Sachen "sozialistischen Aufbaus" lieber Herr Frank!Dieser beginnt dann wohl rund ums Brandenburger Tor wenn demnaechst das Rote Rathaus nicht nur außen sondern auch im Inneren farblich angepasst wurde.Sie wissen aber schon,dass sollten Sie mit Ihrer Liebsten beabsichtigen einen kleinen Abstecher nach Bären-Town zu unternehmen,das Lastenfahrrad angesagt ist?!Ich hoffe,Sie sind in Form😅! LG
