- Macht, Moral und Moneten
Das Rentensystem wird kollabieren. Das ist allgemein bekannt. Dennoch unternimmt niemand etwas dagegen. Schon gar nicht die Politik. Ein so irrationales Versagen hat tiefere Gründe – die moralische Legitimation des Staates selbst.
Gute Nachrichten für Rentner: Zum 1. Juli dieses Jahres steigen die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent. So hat es das Bundeskabinett beschlossen. Maßgeblich für diese Rentenerhöhung ist die von der Regierung im Dezember beschlossene Haltelinie des Rentenniveaus. Allein in diesem Jahr fallen damit Zusatzkosten von rund 408 Millionen Euro an, die der Bund an die Rentenkasse überweisen muss. 2027 werden es 816 Millionen sein – insgesamt also 1,2 Milliarden Euro, die außerplanmäßig aus dem Haushalt gezahlt werden müssen.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Vor dem Renten-/Pensionssystem wird das Gesundheits-/Pflegesystem kollabieren, denn bei immer höherer Lebenserwartung und immer teureren Behandlungskosten wird das schon in wenigen Jahren der Fall sein. Der dann folgende Verteilungskampf könnte die Gesellschaftsstruktur erschüttern. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Zuwarten bei der Rentenfrage nicht ganz unbegründet.
ein Beispiel aus 2023
Nicht beitragsgedeckte Leistungen 124,1 Mrd. €
Bundeszuschüsse 84,3 Mrd. €
Nicht gedeckte Differenz 39,8 Mrd. €
Der Bundesrechnungshof kritisiert vor allem die Intransparenz: Es sei nicht eindeutig gesetzlich festgelegt, was genau zu den versicherungsfremden Leistungen gehört und wie hoch sie jährlich sind. Er fordert, dass das Bundesarbeitsministerium regelmäßig offenlegt, welche Leistungen dazugehören und wie teuer sie sind.
Der Staat sollte zunächst mal Ordnung in das System bringen und die Kosten für versicherungsfremde und nicht beitragsgedeckte Leistungen übernehmen. Dann reden wir weiter.
aus meiner Sicht. Dass jede staatliche Leistung zum Menschenrecht aufgepumpt wird, sehe ich auch als eine eher destruktive Übertreibung unserer Zeit. Das gilt nicht nur für Sozialleistungen, sondern allgemein: das Feld demokratischer Politik wird immer kleiner, weil die Gesellschaft immer mehr Dinge durch Moral, Menschenrechte und sonstige höhere Werte als vorgegeben ansehen will. Das konstruktive (oder zumindest nicht destruktive) demokratische Aushandeln gegensätzlicher Interessen und Sichtweisen verlernt die Gesellschaft dabei.
Wieviele Menschen in Rente gehen werden und mit welcher Rentenhöhe ist zwar in etwa planbar, wieviele andere Aufgaben der Staat noch neben Rentenzahlungen haben wird (Klima, Migration, EU-Stabilisierung etc.), ist weniger planbar. Wieviele Menschen im arbeitsfähigen Alter sein werden, ist auch in etwa planbar, wie viel sie arbeiten und wie effizient, schon weniger.
Es bleiben also genug Unbekannte immer neu auszuhandeln.
"Das System muß erst kollabieren, um neu aufgebaut zu werden."
Ja. lieber Herr Grau, so sieht es tatsächlich aus.
Theoretisch u. praktisch wären zwar auch nach einem ehrlichen Kassensturz entsprechende harte Reformen möglich, aber die Politiker können bzw. wollen sich nicht selber Lügen strafen, indem sie zugeben, daß sie bisher
ein falsches Lied gesungen haben, indem sie
nach Kräften Anspruchsdenken förderten und alle hohen Ausgaben moralisch rechtfertigten - dies gilt für's Bürgergeld genau so wie für die Milliarden, die in die Ukraine geflossen sind u. weiter üppig fließen.
Es ist aber h ö c h s t unmoralisch, im Namen der Moral Geld auszugeben, das man auf Kosten ganzer Generationen sich nur geliehen hat!
Jedem Einzelnen ist es unbenommen, sich bis auf's letzte Hemd auszuziehen, damit andere nicht frieren, aber ein Staat, der für seine Bürger Verantwortung trägt, kann u. darf sich das nie erlauben.
"Gesinnungsethik" u. "Verantwortungsethik" (Max Weber) sind zwei Paar Schuhe!
Nur eine kleine Ergänzung:
Den Satz
"ein Staat, der für seine Bürger Verantwortung trägt, kann u. darf sich das nie erlauben"
würde ich deutlicher formulieren, obwohl es dann nicht mehr so griffig formuliert ist:
"Mitglieder der Regierung, egal aus welcher Partei sie stammen, können u. dürfen sich das nie erlauben."
Das liegt daran, dass ich persönlich - anders als Herr Grau - nur menschlichen Subjekten eine (gute oder schlechte) Moral zusprechen kann, und nicht irgendwelchen abstrakten Gebilden (oder "Systemen").
Nix für ungut.
lieber Herr Bühler.
Es sind natürlich immer nur Menschen, denen man eine Moral zuordnen kann und nicht etwa einem System wie z. B. dem "Staat".
satte 20% abgemildert wurden. Wahrscheinlich, es kam an anderer Stelle als Frage nach dem Betrag inflationsbereinigt, die Antwort von einem Mitforisten knapp 29%.wenn er das so meinte !
Außerdem bedienten alle Vorgängerregierungen aus dem Rententopf für Leistungen die nicht explizit mit der Rente etwas zu tun haben. Informationen darüber, genauso im Dunklen wie die Finanzierung links grüner NGOs…..
Es fehlt sowohl die Transparenz aus auch die staatliche Sogfallspflicht.
Und das Gejammere am fehlen von Arbeitskräften kann ich nicht mehr hören. Ebenso das fehlen von Kindern. Buntland ist das kinderfeindlichste= familienfreundlichste Land was ich kenne. Warum eine Familie gründen, wenn das Ehegattensplittig abgeschafft wird. Aber bei der Pflege das gemeinsame Vermögen vom Staat konfisziert wird ?
MfG a d Erfurter Republik
die sich komplett verfestigt hat. Begonnen hat dieser Mist, als sich ende der sechziger Jahre der Linke Außenrand geschworen hat die Institutionen des Staates einzunehmen. Das ist Ihnen geglückt, sehr zum Leidwesen der bürgerlichen Gesellschaft, was zugleich von diesen komplett zugelassen wurde.
Und jetzt zur Altersabsicherung. Grundsätzlich war das 1891 eine gute Idee. Ab Mitte der 80ziger war absehbar was auf uns zukommt.
In Schweden wurde es schon wesentlich früher verändert, erst zum Leidwesen der Bevölkerung, weil diese es auch nicht wirklich wollten.
Jetzt können Sie nicht genug davon bekommen. Man hätte es schon wesentlich früher in Angriff nehmen können. Aber 16 Jahre wir schaffen das, waren 12 Jahre zu viel.
Klar es kostet immer Kohle ein System umzustellen, je früher desto besser. Je später die Rechnung bezahlt wird, desto teurer wird es.
11 Jahre Flüchtlingskrise weiter, sind wir jetzt im Arsch. Und jetzt? Bullshit weiter so. Unglaublich
Echt Bullshit, wir sind jetzt, 11 Jahre Flüchtlingskrise weiter, im Arsch!
---
Wer hat uns da wohl hingebracht? Die alten Funktionäre der Altparteien!
So einfach ist es!
Es ist in der Politik, vor allem in Deutschland, schon länger so, dass Fakten einfach keine Rolle mehr spielen. Warum das so ist kann hier nicht erschöpfend diskutiert werden.
Seit die 68er Frauen aus der reproduktiven Phase sind, war klar, dass es mit der Rente Probleme geben wird. Was schon Kohl nicht davon abgehalten hat, Russlanddeutsche ins System zu nehmen. Dieses Problem dürfte sich biologisch allmählich gelöst haben. Die ostdeutschen Renten belasten dafür noch lange.Alle Kosten können Versicherungsmathematiker auf den Punkt berechnen. Es interessiert in der Politik aber niemand. Ich glaube nicht an das hehre Bestreben der Staatslegitimierung. Es ist schlicht Verantwortungslosigkeit, Feigheit,vielleicht auch Dummheit. Die Politik ist nicht mehr fähig Diskussionen zu bestreiten. Die Akteure sind gefangen in einem Dschungel von Partei- und persönlichen Eigeninteressen und haben verlernt, dass wahre Legitimation aus einer für die Bürger guten Staatsführung resultiert.
Das Schwingen der Moralkeule, was besonders SPD und Grüne beherrschen, ersetzt faktenbasierte und pragmatische Diskussionen und Entscheidungen. Man setzt unter Verweis auf höhere Werte rücksichtslos die eigene Agenda durch. Die von Hern Grau erwähnten Legitimationsinstitute sind in Wahrheit nichts anderes als unproduktive Jobmaschinen auf Steuerkosten für die eigen Klientel. So ist dieses undurchdringliche Geflecht von miteinander verwobenen,identischen Interesse entstanden, die eine Gemeinsamkeit haben: sie haben kaum etwas mit der Lebensrealität zu tun. Man merkt gar nicht wie lächerlich es wirkt, wenn Politiker,die nie Teil der Realwirtschaft waren, von „hart arbeitenden Menschen“ schwadronieren, deren Interesse man doch wahren möchte. „Bullshit“ möchte man rufen. Die Interessen der Menschen sind ganz andere. In erster Linie wollen sie nicht finanziell stranguliert werden, weil ein fetter Staat unersättlich Steuern und Abgaben nimmt- für Dinge, deren Sinn man füglich bezweifeln darf
Dieses Mantra hören wir bereits seit 40 Jahren. Die Rente hat all Krisen dieser Zeit gut überstanden.
"Allein in diesem Jahr fallen damit Zusatzkosten von rund 408 Millionen Euro an, die der Bund an die Rentenkasse überweisen muss."
Gelinde gesagt: Was für ein hanebüchener Unsinn! Ca. 70 % der Rentenzahlungen kommen aus Beiträgen (Arbeitnehmer + Arbeitgeber). 30 % kommen als Bundeszuschuss getarnt sind in der Realität nichts anderes als die Erstattung von versicherungsfremden Leistungen an die Rentenversicherung. In der Krankenversicherung ist dieser Verschiebebahnhof aktuell medienwirksam aufgeflogen.
Die Rente ist keine staatliche - sondern eine Versicherungsleistung. Die Renten einzufrieren bzw. von der Einkommensentwicklung abzukoppeln löst kein einziges Problem in Deutschland und die Verderbtheit unserer Gesellschaft ist ganz bestimmt nicht am Rentensystem fest zu machen.
"Rentenpolitik ist keine Zauberei, sondern kleines Einmaleins. "
Wenn man das System aus der Perspektive Volksschule Brilon und als Franz Müntefering betrachtet hat der Autor sicher recht.
Nörgeln bis der Arzt kommt. Die Medien rattern im Dauerloop die Missstände dieses Landes herunter. Was sie dabei geflissentlich unterschlagen: Genau das politische Patt, das heute jeden Fortschritt erstickt, ist das direkte Produkt von Wahlentscheidungen und medialer Stimmungsmache. Kurz gesagt: Dieses Chaos ist selbst produziert. Da braucht es nur noch das Stadtbild damit die übliche Demonstrationsmaschinerie unter lautem Getöse der Medien jedwede Veränderung im Keim erstickt. Friedrich Merz ist kaum mehr als die tragische Figur an der sich dieser fatale politische Zustand des Landes kristallisiert.
Der Schmarren mit dem demographischen Wandel ist doch nun schon lange widerlegt! Und der noch blödere Blödsinn mit den immer älter werdenden Rentnern auch! Einfach mal recherchieren! Zutreffend ist die Plünderung der Rentenkasse ähnlich wie die Krankenkasse! Hier greift der Staat noch unverschämter zu! EU und Mütterrente heißen die großen Posten! Defizit durch beide Rentenformen ca. 40 Milliarden Euro jedes Jahr, die Klingbeil und Co. dort verursachen! Ähnlich wie bei den GKV werden gesamt gesellschaftliche Aufgaben den "Pflichtrentnern" aufgedrückt! Alle anderen sind fein raus und reiben sich die Hände! EU Rentner sind keine "ALTERSRENTNER" sonders meistens jüngere Menschen, die VOLLALIMENTIERT werden! Aber immer schön Jung gegen Alt aufhetzen, die waren Probleme (Schwarzes-Geld-Loch Ukraine, Flüchtlings Bürgergeld Empfänger und Sondervermögen für den Krieg) werden verschwiegen und schön geredet! GKV und Rente sind Peanuts gegenüber diesen "Sonderposten"! So sieht das aus!
festgestellt hat, dass die Beamtenbesoldung zu erhöhen sei, was die Alimentierung bis zum Grab einschließt, reist einen normalen Bürger langsam der Geduldsfaden. Er hat in seinen Berufsleben wesentlich höhere Beiträge zu bezahlen und nun soll er zu teuer sein, sich sozialverträglich ins Jenseits verabschieden, weil er unbezahlbar ist. Wenn jemand nichts gemacht hat bekommt er Grundsicherung und wenn jemand von sonst wo herkommt auch.
Es ist an der Zeit ein Sozialsystem aufzubauen das dem GEDANKEN der Gerechtigkeit verpflichtet ist, keine Privilegien zulässt und den Zugang an klare Kriterien festmacht, z.B. der Staatsbürgerschaft.
